16. Februar 2009

Which side are you on?

Wenn ein katholischer und promovierter Pfarrer schreibt:

Das Zweite Vatikanische Konzil hat die Kirche als „Sakrament des dreieinigen Gottes“ zu verstehen versucht. (...) Man darf das konziliare Jahrhundert durchaus als das Jahrhundert der Wiederentdeckung der Dreieinigkeit bezeichnen. Man begriff Gott aus der Schrift und der Tradition nicht weiter als unitarischen Patriarchen, sondern als Gemeinschaft dreier „Personen“, die in Liebe verbunden gleichen Ranges seien.

und gleichzeitig in einem katholischen Bildungshaus ein paar Kilometer östlich eine Veranstaltung geplant ist, in der ein katholischer Emeritus die Dreieinigkeit historisch-kritisch dekonstruiert:

Ein Gott in drei Personen - diese Lehre gilt immer noch als das Besondere der christlichen Gottesvorstellung. Nicht nur für das Bewusstsein der meisten Gläubigen, sondern auch für den Dialog mit Religionen wie Islam und Judentum stellt das christliche Trinitätsdogma eine schier unüberwindliche Hürde dar.
Wie ist dieses Dogma eigentlich entstanden? Welche äußeren Bedingungen und welche philosophischen Voraussetzungen haben zu seiner Formulierung geführt? Der Abend rekonstruiert die dogmengeschichtliche Entwicklung der ersten Jahrhunderte und zeigt die Lehre von der Dreifaltigkeit Gottes als Synthese jüdisch-jesuanischer und hellenistischer Gottesvorstellungen.


... dann war das konziliare Jahrhundert wirklich sehr kurz und ist an sein Ende gekommen. Dann war es vielleicht nie richtig da und hat, solange es währte, nur die großen Differenzen, den Abgrund überdeckt zwischen denen, die eine Erneuerung und Neubelebung der Kirche durch GOttes Geist ersehnten und erbeteten, und denen, die trotz aller Dementis doch nur ihrem Kleingeist folgten, der - überrascht das jemanden? - doch nur derjenige der jeweils herrschenden Ideologien war?

Dann wird es Zeit sich zu entscheiden.

1 Kommentar:

Mcp hat gesagt…

off topic
Was ich als Laie nie verstehen werde, ist die Aufregung, welche die Trinität Gottes verursacht. Was ist daran so schwer zu verstehen? Die Trinität ist ein grundlegendes Naturprinzip. Von Platon, über Hegel bis zu Heisenberg. Lachte man noch über Hegels Triade (Samen, Pflanze, Samen), sind die Kritiker dieses Prinzip seit der Geburt von Schrödingers Katze weitgehend verstummt. Gegen die quantenmechanische Superpositionstheorie, ein Ausdruck der Trinität, lässt sich freilich schlecht argumentieren, weil dahinter die mächtigste Waffe Gottes lauert: meine über alles geliebte Mathematik.

Natürlich ist Gott trinär. Er war mein Vater, ist mein Sohn und mein heiliger Geist.