Demnächst dürfen wir wieder wählen, wir in Bayern.
Nimmt man den Gesichtsausdruck der hiesigen SPD-Kandidatin für bare Münze, dann ist die Landtagswahl schon gelaufen, die CSU bei 49+ und die SPD bei 20- gelandet.
So wie sie schaut, geht sie nämlich als Double der Muttergottes von Schmerlenbach durch.
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20. August 2008
'S ist wieder so weit
22. Juli 2008
Kriegerische Franzosen und Gottesräuber
René Girard: "Was an den Beziehungen zwischen den Völkern faszinierend ist, das sind die Projektionen: Jedes sieht das andere so, wie es selber sein möchte. Zum Beispiel hatten die Deutschen das, was die Franzosen nach dem Krieg von 1870 über Deutschen sagten, zuvor über die Franzosen gesagt: Daß ihre Sprache hart und mürrisch sei, wie gemacht für militärisches Befehlen! In seinem Buch schreibt Clausewitz selber so: »Frankreich ist die kriegerischen Nation par excellence.« Man glaubt zu träumen." --- "Ce qu’il y a de fascinant dans les relations entre les peuples, ce sont les projections : chacun voyant l’autre comme il voudrait qu’il soit. Par exemple, ce que les Français ont dit des Allemands après la guerre de 1870, les Allemands l’avaient dit des Français. Que leur langue était dure et rébarbative, faite pour le commandement militaire ! Dans son livre, Clausewitz écrit même ceci : « La France est la nation guerrière par excellence.» On croit rêver." (In einem Gespräch mit Rémi Brague und dem Figaro)
Stuart A. Kauffman: "Wir müssen das Wort Gott gebrauchen, denn meine Hoffnung ist es, daß wir ehrenhaft seine Aura stehlen, um die Heiligkeit der Kreativität in der Natur zu legitimieren." -- "We must use the God word, for my hope is to honorably steal its aura to authorize the sacredness of the creativity in nature." (zitiert nach der Besprechung seines Buches "Reinventing the Sacred" in: Science 2008; 320 (20 Jun 2008): 590)
Stuart A. Kauffman: "Wir müssen das Wort Gott gebrauchen, denn meine Hoffnung ist es, daß wir ehrenhaft seine Aura stehlen, um die Heiligkeit der Kreativität in der Natur zu legitimieren." -- "We must use the God word, for my hope is to honorably steal its aura to authorize the sacredness of the creativity in nature." (zitiert nach der Besprechung seines Buches "Reinventing the Sacred" in: Science 2008; 320 (20 Jun 2008): 590)
21. Juni 2008
Kontrolleure bei der Arbeit
Nur damit ihr's wisst, Ihr bösen bösen Raucher:
"... ein Raucher als Vorbild vieler junger Menschen ist ein Widerspruch in sich." (SpOn)
Und noch schlimmer, wenn wir dem O-Ton des SPD-MdB Lothar Binding folgen: Ein Raucher ist ein Raucher ist ein Raucher ist ein ... und sonst gar nichts.
Bei Jogi Löw z.B., dem Sünder und Veranlasser solchen puristischen Radikalrigorismus' (oder so), stellt sich nämlich jetzt, wo er zwar hinter Glas, aber dennoch öffentlich einen Stengel erglühen ließ, die rhetorische Frage, "ob [er] Trainer, Sportler oder Raucher ist".
Vielleicht meint Harry Nutt (Frankfurter Rundschau) in der folgenden Passage denn auch gar nicht die UEFA , sondern die Saubermänner, die Volkshygieniker, die Realutopisten einer sündelosen Gesundheitsgesellschaft:
"Man ist geneigt, das Bild des Trainers in seinem Baseler Luxusverschlag, seiner Rechte zur Berufsausübung beraubt, mit Denkern wie Michel Foucault oder Giorgio Agamben zu deuten. Jogi Löw als Homo sacer, ein Heiliger und Ausgestoßener zugleich, gefangen vom Kontrollwahn einer geheimnisvollen Organisation, die demnächst vielleicht nicht nur Fußballspiele überwacht, sondern eine düstere Weltherrschaft anstrebt."
(Disclaimer: Ich bin Nichtraucher.)
"... ein Raucher als Vorbild vieler junger Menschen ist ein Widerspruch in sich." (SpOn)
Und noch schlimmer, wenn wir dem O-Ton des SPD-MdB Lothar Binding folgen: Ein Raucher ist ein Raucher ist ein Raucher ist ein ... und sonst gar nichts.
Bei Jogi Löw z.B., dem Sünder und Veranlasser solchen puristischen Radikalrigorismus' (oder so), stellt sich nämlich jetzt, wo er zwar hinter Glas, aber dennoch öffentlich einen Stengel erglühen ließ, die rhetorische Frage, "ob [er] Trainer, Sportler oder Raucher ist".
Vielleicht meint Harry Nutt (Frankfurter Rundschau) in der folgenden Passage denn auch gar nicht die UEFA , sondern die Saubermänner, die Volkshygieniker, die Realutopisten einer sündelosen Gesundheitsgesellschaft:
"Man ist geneigt, das Bild des Trainers in seinem Baseler Luxusverschlag, seiner Rechte zur Berufsausübung beraubt, mit Denkern wie Michel Foucault oder Giorgio Agamben zu deuten. Jogi Löw als Homo sacer, ein Heiliger und Ausgestoßener zugleich, gefangen vom Kontrollwahn einer geheimnisvollen Organisation, die demnächst vielleicht nicht nur Fußballspiele überwacht, sondern eine düstere Weltherrschaft anstrebt."
(Disclaimer: Ich bin Nichtraucher.)
12. Juni 2008
Ex Occidente Spes
Barack Obama macht uns allen Mut:
Generate a Barack Obama Quote!


"I think it's time we had a national conversation about the German soccer team. We need to get past all the defeats and recognize that we are our own best hope for overcoming playing bad soccer. We need Schweinis, not Ballacks [was: TV soccer experts until 9:46pm]. Schweinis are our semifinals. And we need to have some real change in the German soccer team."
Generate your Barack Obama quote at Buttafly.com
11. Juni 2008
Fürbitte
Daß die Fahnenhersteller ein warmes, sattes, golden glänzendes Gelb verwenden mögen für ihre deutschen Flaggen (und kein ausgebleichtes, mattes, fades, gelblich schwächelndes Etwas) - Gewähre uns, o Herr.
10. Juni 2008
Auch eine fußballerische Tugend
Und dann war da noch das buzzword des Tages: Demut.
Jan Opielka, polnischer Journalist, brauchte es im Zusammenhang mit der verhaltenen Freude und der Art von Lukas Podolski überhaupt (Hier zum Artikel in der Welt):
"Es geht um Lukas Podolski. Und um seine Demut; denn vielleicht ist Demut das, was die Ursache seines Verhaltens, soweit es sich für den Betrachter erschließt, am treffendsten beschreibt.(...)
Es geht nicht ums Siegen oder Verlieren, weil es nicht um ein "Entweder, oder" geht. (...)
Wie soll man es nennen: Demut vor seinen Herkünften? Demut vor der Komplexität der Geschichte, auch der eigenen? Demut davor, dass in einem Menschen tatsächlich zwei Herzen schlagen können, abhängig und doch so unabhängig voneinander? Wenn es die Demut ist, die das Denken eines Menschen bei den eben aufgezählten Dingen mitbestimmt, dann besitzt der 23-jährige Lukas Podolski davon eine riesige Portion. Eine Demut, die ihn selbstbewusst und stark macht, bei der Mannschaftsaufstellung die deutsche Nationalhymne nicht zu singen - und zugleich alles für seine Mannschaft zu geben. Eine, die ihn vor polnischen Kameras ehrlich sagen lässt, dass er ein polnisches und ein deutsches Herz hat - um innerhalb von wenigen Augenblicken Millionen polnische Herzen zutiefst zu betrüben. Und eine, die ihm die Abgebrühtheit für zwei Tore schenkt - und ihn daraufhin reagieren lässt, als hätte er ein Sieg- und ein Eigentor gleichzeitig geschossen."
Ich fand ja seine ungelenke Ausdrucksweise, seine schwere Zunge, sein Nicht-in-die-schöne-Medienwelt-Passen schon immer erfrischend: Denn Fußballer sollen Fußball spielen können - "wichtig ist auf'm Platz" (L. Podolski). Für Moralpredigten, Affärchen, geschliffene Antworten haben wir andere Spezialisten. Wenn sich das dann noch mit einer gewissen Natürlichkeit, oder sagen wir heute ausnahmsweise das Zauberwort: "Authentizität" paart, oder gar einem Bewußtsein, daß das Leben nie so einfach ist, wie es Sportreporter, die B__D und wohl auch viele Fernsehzuschauer gerne hätten - dann umso besser. Dann kann aus dem Jungen noch was werden.
(Abgesehen davon ist das Wort "Demut" mindestens in der Welt regelmäßig und durchaus positiv im Umlauf, wie eine Archivsuche zeigt.)
Jan Opielka, polnischer Journalist, brauchte es im Zusammenhang mit der verhaltenen Freude und der Art von Lukas Podolski überhaupt (Hier zum Artikel in der Welt):
"Es geht um Lukas Podolski. Und um seine Demut; denn vielleicht ist Demut das, was die Ursache seines Verhaltens, soweit es sich für den Betrachter erschließt, am treffendsten beschreibt.(...)
Es geht nicht ums Siegen oder Verlieren, weil es nicht um ein "Entweder, oder" geht. (...)
Wie soll man es nennen: Demut vor seinen Herkünften? Demut vor der Komplexität der Geschichte, auch der eigenen? Demut davor, dass in einem Menschen tatsächlich zwei Herzen schlagen können, abhängig und doch so unabhängig voneinander? Wenn es die Demut ist, die das Denken eines Menschen bei den eben aufgezählten Dingen mitbestimmt, dann besitzt der 23-jährige Lukas Podolski davon eine riesige Portion. Eine Demut, die ihn selbstbewusst und stark macht, bei der Mannschaftsaufstellung die deutsche Nationalhymne nicht zu singen - und zugleich alles für seine Mannschaft zu geben. Eine, die ihn vor polnischen Kameras ehrlich sagen lässt, dass er ein polnisches und ein deutsches Herz hat - um innerhalb von wenigen Augenblicken Millionen polnische Herzen zutiefst zu betrüben. Und eine, die ihm die Abgebrühtheit für zwei Tore schenkt - und ihn daraufhin reagieren lässt, als hätte er ein Sieg- und ein Eigentor gleichzeitig geschossen."
Ich fand ja seine ungelenke Ausdrucksweise, seine schwere Zunge, sein Nicht-in-die-schöne-Medienwelt-Passen schon immer erfrischend: Denn Fußballer sollen Fußball spielen können - "wichtig ist auf'm Platz" (L. Podolski). Für Moralpredigten, Affärchen, geschliffene Antworten haben wir andere Spezialisten. Wenn sich das dann noch mit einer gewissen Natürlichkeit, oder sagen wir heute ausnahmsweise das Zauberwort: "Authentizität" paart, oder gar einem Bewußtsein, daß das Leben nie so einfach ist, wie es Sportreporter, die B__D und wohl auch viele Fernsehzuschauer gerne hätten - dann umso besser. Dann kann aus dem Jungen noch was werden.
(Abgesehen davon ist das Wort "Demut" mindestens in der Welt regelmäßig und durchaus positiv im Umlauf, wie eine Archivsuche zeigt.)
8. Juni 2008
Schwarz-rot-goldenes
Nachdem "die Mannschaft" gewonnen hat und die paar Hupen, die sich in unsere Straße verirrt hatten, verklungen sind, nutze ich die Stille der Nacht und gebe zu: Ich kann mit dem schwarz-rot-goldenen Fahnenmeer wenig anfangen.
Dabei habe ich nicht einmal ein gestörtes Verhältnis zu unseren Nationalsymbolen: Keine Nationalhymne ohne feuchtes Auge, und die deutsche Farbkombination ergibt so ziemlich die schönste Nationalflagge, die man sich vorstellen kann (mit der belgischen ziemlich nah dran). Und doch...
Und doch reißen mich die Fahnen nicht mit. Vielleicht einmal, weil sie nichts kosten - und es nicht kostet, sie zu zeigen. Man bekommt sie nachgeworfen, man klemmt sie in die Fenster, startet den Motor und schon ist man stolzer Deutscher. Die Fahne flattert im Wind, "die Mannschaft" hat sich wacker geschlagen, die Welt ist in Ordnung und ich bin Deutschland. Deutschland - billig Vaterland. Steuern hinterziehen wir am Montag und klar, Wehrdienst für die Jungs muß jetzt auch nicht sein.
Stephen L. Carter (in Integrity) sagt mal, Ehe sei "to stick with what you are stuck with" - bei dem bleiben, wo man hängen geblieben ist. (Ich habe den genauen Kontext nicht im Kopf und müsste nachschauen...) Ein bißchen so geht es mir auch mit meinen Mitdeutschen dieser Tage: Man merkt halt an solchen Tagen mehr als sonst, welche Volksgenossen man sonst so hat. Man sucht sich seine Familie nicht aus, seine Kirchenbankgenossen nicht - und den Rest der X Millionen auch nicht. Jetzt fahren sie halt alle herum und machen es einem so richtig klar, wer so alles deutsch ist.
Dazu kommt noch die - wohl auch elterlicherseits überkommene - Maxime, daß man über die wirklich wichtigen Dinge, besonders über die, an die man sein Herz verloren hat, nicht viel Worte macht. Gerade weil das Dummschwätzen so leicht fällt, sollte man über ein, zwei Dinge besser schweigen. Gerade weil man sein Land liebt und weil man weiß, was das heißt und kostet, macht man keine Party draus.
Ich nehme aber die Reichweite dieser Absätze wieder zurück: Ich kann's nicht, Ihr Lieben - wenn's Euch nicht so geht, soll's mir recht sein.
Mit dem alten Goethe:
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er's treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle!
Dabei habe ich nicht einmal ein gestörtes Verhältnis zu unseren Nationalsymbolen: Keine Nationalhymne ohne feuchtes Auge, und die deutsche Farbkombination ergibt so ziemlich die schönste Nationalflagge, die man sich vorstellen kann (mit der belgischen ziemlich nah dran). Und doch...
Und doch reißen mich die Fahnen nicht mit. Vielleicht einmal, weil sie nichts kosten - und es nicht kostet, sie zu zeigen. Man bekommt sie nachgeworfen, man klemmt sie in die Fenster, startet den Motor und schon ist man stolzer Deutscher. Die Fahne flattert im Wind, "die Mannschaft" hat sich wacker geschlagen, die Welt ist in Ordnung und ich bin Deutschland. Deutschland - billig Vaterland. Steuern hinterziehen wir am Montag und klar, Wehrdienst für die Jungs muß jetzt auch nicht sein.
Stephen L. Carter (in Integrity) sagt mal, Ehe sei "to stick with what you are stuck with" - bei dem bleiben, wo man hängen geblieben ist. (Ich habe den genauen Kontext nicht im Kopf und müsste nachschauen...) Ein bißchen so geht es mir auch mit meinen Mitdeutschen dieser Tage: Man merkt halt an solchen Tagen mehr als sonst, welche Volksgenossen man sonst so hat. Man sucht sich seine Familie nicht aus, seine Kirchenbankgenossen nicht - und den Rest der X Millionen auch nicht. Jetzt fahren sie halt alle herum und machen es einem so richtig klar, wer so alles deutsch ist.
Dazu kommt noch die - wohl auch elterlicherseits überkommene - Maxime, daß man über die wirklich wichtigen Dinge, besonders über die, an die man sein Herz verloren hat, nicht viel Worte macht. Gerade weil das Dummschwätzen so leicht fällt, sollte man über ein, zwei Dinge besser schweigen. Gerade weil man sein Land liebt und weil man weiß, was das heißt und kostet, macht man keine Party draus.
Ich nehme aber die Reichweite dieser Absätze wieder zurück: Ich kann's nicht, Ihr Lieben - wenn's Euch nicht so geht, soll's mir recht sein.
Mit dem alten Goethe:
Eines schickt sich nicht für alle!
Sehe jeder, wie er's treibe,
Sehe jeder, wo er bleibe,
Und wer steht, daß er nicht falle!
7. Juni 2008
Der Nachsicht wegen
Ein durchaus ungewöhnlicher, aber nachvollziehbarer Konversionsgrund:
"Gesine Schwan, die schon fast erwachsen war, als sie getauft wurde, hat sich dezidiert für den Katholizismus entschieden – der Nachsicht wegen, mit welcher die katholische Theologie den Menschen, seine geistig-körperliche Ganzheit umgreifend, behandelt."
Mehr über die katholische Kandidatin in der NZZ.
Persönlich, muß ich sagen, hat es mich schon erstaunt, daß sie sich von unseren Post- und Nochkommunisten nicht nur mitwählen lassen würde, sondern sich sogar auf deren Stimmen baut. Ich hätte gedacht, daß ihre antikommunistische und durchaus ja auch anti-linke Vergangenheit weiter wirkt.
"Gesine Schwan, die schon fast erwachsen war, als sie getauft wurde, hat sich dezidiert für den Katholizismus entschieden – der Nachsicht wegen, mit welcher die katholische Theologie den Menschen, seine geistig-körperliche Ganzheit umgreifend, behandelt."
Mehr über die katholische Kandidatin in der NZZ.
Persönlich, muß ich sagen, hat es mich schon erstaunt, daß sie sich von unseren Post- und Nochkommunisten nicht nur mitwählen lassen würde, sondern sich sogar auf deren Stimmen baut. Ich hätte gedacht, daß ihre antikommunistische und durchaus ja auch anti-linke Vergangenheit weiter wirkt.
27. Mai 2008
Schluß mit dem Schutz von Embryonen!
So hatten wir uns das nicht vorgestellt, wir katholischen Politiker (möglich auch: wir ZdK-NMitglieder und Donum-Vitae-Unterstützer), daß unser achso mühsam errungener Abtreibungskompromiß jetzt auch noch als Referenz für ein - welch schöner Euphemismus - "abgestuftes Konzept" des Schutzes menschlichen Lebens herhalten muß!
SPIEGEL ONLINE: Die Chancen, nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind zur Welt zu bringen, sind allerdings sehr gering. Warum sollte der Staat ein solches Glücksspiel unterstützen?
Kentenich: Die Erfolgsquote wird kontinuierlich besser und sie würde sich schlagartig erhöhen, wenn der Embryonenschutz endlich gelockert werden würde. Der Embryo im Reagenzglas ist in Deutschland besser geschützt als der Embryo im Bauch der Frau, denn der kann ja im Konfliktfall abgetrieben werden.
SPIEGEL ONLINE: Sind denn Embryonen im Reagenzglas nichts wert?
Kentenich: Natürlich hat auch der Vierzell-Embryo einen Wert. Auch das ist menschliches Leben. Wir brauchen aber ein abgestuftes Konzept, ähnlich wie beim Schwangerschaftsabbruch. Das ist doch irrational. Da verbrüdern sich die strengsten Lebensschützer der katholischen Kirche mit den Fundamentalisten der Grünen. Das ist eine ganz komische Allianz.
(Mehr bei SpOn)
SPIEGEL ONLINE: Die Chancen, nach einer künstlichen Befruchtung ein Kind zur Welt zu bringen, sind allerdings sehr gering. Warum sollte der Staat ein solches Glücksspiel unterstützen?
Kentenich: Die Erfolgsquote wird kontinuierlich besser und sie würde sich schlagartig erhöhen, wenn der Embryonenschutz endlich gelockert werden würde. Der Embryo im Reagenzglas ist in Deutschland besser geschützt als der Embryo im Bauch der Frau, denn der kann ja im Konfliktfall abgetrieben werden.
SPIEGEL ONLINE: Sind denn Embryonen im Reagenzglas nichts wert?
Kentenich: Natürlich hat auch der Vierzell-Embryo einen Wert. Auch das ist menschliches Leben. Wir brauchen aber ein abgestuftes Konzept, ähnlich wie beim Schwangerschaftsabbruch. Das ist doch irrational. Da verbrüdern sich die strengsten Lebensschützer der katholischen Kirche mit den Fundamentalisten der Grünen. Das ist eine ganz komische Allianz.
(Mehr bei SpOn)
19. Mai 2008
Antrag auf Änderung der Tagesordnung
Nach der Entscheidung des Britischen Unterhauses, einen Gesetzentwurf zurückzuweisen, der die Herstellung von Mensch-Tier- (oder besser: Menschtier-Tier-?) Embryonen verboten hätte, ist ja klar, was auf die Agenda der Herren Markl, Schöler, Schröder, warum nicht auch der Damen Reiche, Schavan, Merkel muß.
Oder wollen wir ernsthaft verantwortungsvolle Forschung in Deutschland verhindern? Den Exodus unserer talentiertesten Experten ins forschungsfreundliche Ausland befördern? Wie kommen wir dazu, unsere Moral für besser oder richtiger zu halten als jene der Völker und Abgeordneten Britanniens? Sollen wir ewig am Trauma Weimarer und nazistischer Eugenik leiden? Uns von Hitler und Konsorten das Gesetz des Handelns und Unterlassens aufzwingen lassen?
Oder wollen wir ernsthaft verantwortungsvolle Forschung in Deutschland verhindern? Den Exodus unserer talentiertesten Experten ins forschungsfreundliche Ausland befördern? Wie kommen wir dazu, unsere Moral für besser oder richtiger zu halten als jene der Völker und Abgeordneten Britanniens? Sollen wir ewig am Trauma Weimarer und nazistischer Eugenik leiden? Uns von Hitler und Konsorten das Gesetz des Handelns und Unterlassens aufzwingen lassen?
2. Mai 2008
Aufstehen für das Leben
Und noch einmal der Aufrechte: Philipp von Boeselager in der Jungen Freiheit (22.9.2006) über die deutschen Killing Fields.
Eignung
Philipp von Boeselager, der letzte noch lebende Verschwörer des 20. Juli, ist tot. Bei der Lektüre des Interviews mit ihm, das die FAZ aus diesem Anlaß ins Netz gestellt hat, hat mir diese selbstverständliche Orientierung am Guten, am Gehörigen, begleitet von einer genauso selbstverständlichen Bescheidenheit sehr imponiert. Ein Tonfall, ein Stil, dem man nicht oft begegnet, jedenfalls nicht bei Jüngeren. In der Generation meines Vaters gibt es das noch...
Die folgenden Sätze habe ich als Bestätigung meines Postings über den "alten Adam" und die "unanimal mankind" gelesen - der übrigens ganz und gar nicht als Beruhigung gemeint war, sondern eher als Beunruhigung: Auf Josef F. war und ist einer von uns, da helfen die ganzen wissenschaftlich verbrämten Ausreden nicht. (Randbemerkung: Wie war das gleich noch mit dem "pro multis", dem "für uns und für alle"...)
Schirrmacher: Haben Sie dafür eine Erklärung, dass der gleiche SD- oder SS-Mann, der da jetzt im Zug sich mit 250.000 ermordete Juden im Jahr 1943 brüstete, zehn Jahre später, wenn er nicht gefasst wurde, hier in Köln oder Bonn ein ganz normaler Bundesbürger ist?
von Boeselager: Deshalb behaupte ich, dass jeder dazu geeignet ist. Es gab ja SS-Leute, die am Schluss mit in den Ofen reingesprungen sind, nachdem sie zehnmal die Juden da reingesperrt und es selbst nicht mehr ertragen haben. Wir sind viel mehr dazu geeignet, als wir glauben.
Schirrmacher: Auch die Widerständler des 20. Juli?
von Boeselager: Als Menschen müssen wir verdammt aufpassen.
Die folgenden Sätze habe ich als Bestätigung meines Postings über den "alten Adam" und die "unanimal mankind" gelesen - der übrigens ganz und gar nicht als Beruhigung gemeint war, sondern eher als Beunruhigung: Auf Josef F. war und ist einer von uns, da helfen die ganzen wissenschaftlich verbrämten Ausreden nicht. (Randbemerkung: Wie war das gleich noch mit dem "pro multis", dem "für uns und für alle"...)
Schirrmacher: Haben Sie dafür eine Erklärung, dass der gleiche SD- oder SS-Mann, der da jetzt im Zug sich mit 250.000 ermordete Juden im Jahr 1943 brüstete, zehn Jahre später, wenn er nicht gefasst wurde, hier in Köln oder Bonn ein ganz normaler Bundesbürger ist?
von Boeselager: Deshalb behaupte ich, dass jeder dazu geeignet ist. Es gab ja SS-Leute, die am Schluss mit in den Ofen reingesprungen sind, nachdem sie zehnmal die Juden da reingesperrt und es selbst nicht mehr ertragen haben. Wir sind viel mehr dazu geeignet, als wir glauben.
Schirrmacher: Auch die Widerständler des 20. Juli?
von Boeselager: Als Menschen müssen wir verdammt aufpassen.
21. April 2008
Stammzellenumfrage fürs Archiv
Bevor ich meine Umfrage zur Stammzellenimportstichtagsverschiebung lösche, hier die Ergebnisse für die Nachwelt:
Auf die Frage "Wann wird Ihrer Meinung der Stichtag für den Import embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken zum zweiten Mal verschoben?" haben von 41 Antwortenden gestimmt für:
1. Gar nicht, weil die Abgeordneten zu ihrem Wort (und Gewissen?) stehen, den Stichtag nur einmal zu verschieben. - 2 (4%)
2. Im Frühjahr 2010, nach der Bundestagswahl wird das Faß neu aufgemacht, weil die Forscher wieder klagen und neue Gewissen befragt werden wollen. - 15 (36 %)
3. Er wird nicht mehr verschoben, sondern aufgehoben. Maria Böhmer hat recht: Es gibt kein Halten mehr auf der schlüpfrigen schiefen Ebene. - 27 (65 %)
4. Er wird nicht mehr verschoben, sondern bleibt, weil die Wissenschaftler ohne Stichtagsverschiebung auskommen und ihre Arbeit tun können. - 3 (7 %)
(Mehrfachantworten waren widersinnigerweise möglich.)
Ziemlich eindeutiges Ergebnis.
Auf die Frage "Wann wird Ihrer Meinung der Stichtag für den Import embryonaler Stammzellen zu Forschungszwecken zum zweiten Mal verschoben?" haben von 41 Antwortenden gestimmt für:
1. Gar nicht, weil die Abgeordneten zu ihrem Wort (und Gewissen?) stehen, den Stichtag nur einmal zu verschieben. - 2 (4%)
2. Im Frühjahr 2010, nach der Bundestagswahl wird das Faß neu aufgemacht, weil die Forscher wieder klagen und neue Gewissen befragt werden wollen. - 15 (36 %)
3. Er wird nicht mehr verschoben, sondern aufgehoben. Maria Böhmer hat recht: Es gibt kein Halten mehr auf der schlüpfrigen schiefen Ebene. - 27 (65 %)
4. Er wird nicht mehr verschoben, sondern bleibt, weil die Wissenschaftler ohne Stichtagsverschiebung auskommen und ihre Arbeit tun können. - 3 (7 %)
(Mehrfachantworten waren widersinnigerweise möglich.)
Ziemlich eindeutiges Ergebnis.
11. April 2008
Umfrage zur 2. Stichtagsverschiebung
Aus aktuellem Anlaß (jedes Volk hat das Parlament, das es verdient, und überhaupt: wo bleibt die Gerechtigkeit: den reformierten §218 akzeptieren, aber Forschern das freie Forschen verunmöglichen?) rechts oben für eine Woche eine Umfrage zur nächsten Stichtagsverschiebung.
Denn man kann nie früh genug mit dem Nachdenken beginnen.
PS: Man könnte auch umfragen, wohin Herr "Bischof" Huber bis dahin umgefallen sein wird.
Denn man kann nie früh genug mit dem Nachdenken beginnen.
PS: Man könnte auch umfragen, wohin Herr "Bischof" Huber bis dahin umgefallen sein wird.
6. April 2008
1. April 2008
Auch kein schlechter Slogan
"Du bist deutscher Mittelstand".
Deutscher Mittelstand - der steckt z.B. hinter so glorreichen Homepages wie der von Scheidung.de, die einen zwischen Lächeln, Weinen, Kopfschütteln hin- und herreißt.
Deutscher Mittelstand - der steckt z.B. hinter so glorreichen Homepages wie der von Scheidung.de, die einen zwischen Lächeln, Weinen, Kopfschütteln hin- und herreißt.
28. März 2008
Der Vatikan war's nicht
"Viele Detailfragen zu den Ereignissen des Jahres 1933 bleiben weiter offen, aber in den Grundzügen ist die Junktimsthese [gemeint ist ein Junktim von Zustimmung der katholischen Parteien zum Ermächtigungsgesetz, Rücknahme der bischöflichen Warnungen vor dem Nationalsozialismus und Verhandlungen über das Reichskonkordat; scipio] nun durch eine Vielzahl von Indizien widerlegt. Die deutschen Bischöfe und die deutschen katholischen Parteien haben selbständig und nicht aufgrund einer römischen Weisung entschieden."
Hubert Wolf in der FAZ: Wie der Papst zu Hitlers Machtantritt stand.
Hubert Wolf in der FAZ: Wie der Papst zu Hitlers Machtantritt stand.
24. März 2008
Ende der Fastenzeit
Wir dürfen jetzt ja wieder nach Herzenslust essen und trinken.
Passend dazu ein Zitat, das die Sprachnachrichten des Vereins Deutsche Sprache in ihrer letzten Nummer bringen - es stammt aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71, von bayerischen Soldaten, die auf die Frage, wie es ihnen in Frankreich ergangen sei, geantwortet haben sollen:
"Was wir ausgestanden, durchg'macht, g'litten, d'rlebt hab'n, doas begreift beinah koa Mensch, und halts a koaner aus, wenn er nit a ganz guete Natur hat. Vier volle Täg Tag und Nacht koa Tropfen Bier g'sehen, viel weniger übers Herz 'bracht. Doas halt ja koa Teifel nit aus." (Original aus dem Leipziger Neuen Blatt von 1871)
Passend dazu ein Zitat, das die Sprachnachrichten des Vereins Deutsche Sprache in ihrer letzten Nummer bringen - es stammt aus der Zeit des deutsch-französischen Krieges 1870/71, von bayerischen Soldaten, die auf die Frage, wie es ihnen in Frankreich ergangen sei, geantwortet haben sollen:
"Was wir ausgestanden, durchg'macht, g'litten, d'rlebt hab'n, doas begreift beinah koa Mensch, und halts a koaner aus, wenn er nit a ganz guete Natur hat. Vier volle Täg Tag und Nacht koa Tropfen Bier g'sehen, viel weniger übers Herz 'bracht. Doas halt ja koa Teifel nit aus." (Original aus dem Leipziger Neuen Blatt von 1871)
19. März 2008
Stammzellendebatte - den MdBs schreiben
P. Engelbert Recktenwald hat in seinem Portal zur katholischen Geisteswelt dankenswerterweise die im Bundestag zur Debatte stehenden vier Gesetzentwürfe zur Änderung des Stammzellengesetzes kurz referiert und ihre jeweiligen Unterstützer aufgelistet. (Wer detailliertere Info zu den Entwürfen sucht, findet sie hier.)
So hat jeder die Gelegenheit, seinem Abgeordneten seine vox populi mitzuteilen.
Wer die e-Mailadresse seines Abgeordneten noch nicht im Adressbuch hat, findet sie über den Deutschen Bundestag leicht heraus.
So hat jeder die Gelegenheit, seinem Abgeordneten seine vox populi mitzuteilen.
Wer die e-Mailadresse seines Abgeordneten noch nicht im Adressbuch hat, findet sie über den Deutschen Bundestag leicht heraus.
15. März 2008
Liebe Damen und Herren von RTL,
Ihr könnt bestimmt nichts dazu. Ihr seid vielleicht ungetauft, ohne Religionsunterricht aufgewachsen, Eure Allgemeinbildung ist eventuell mangelhaft und vielleicht macht es Euch nichts aus, wenn Ihr Unsinn sagt und schreibt.
Vielleicht wollt Ihr aber auch dazulernen.
Der erste Satz Eurer Ankündigung des Filmes "Das Papst-Attentat" mit dem unverwüstlichen Heiner Lauterbach lautet:
"Laut Vorsehung soll an einem bestimmten Tag im September ein Attentat auf den höchsten Würdenträger der katholischen Kirche verübt werden."
Darf ich Euch darauf hinweisen, daß die Vorsehung (GOttes) weder den himmlischen Nachrichtendienst noch eine Art göttliche Presseagentur darstellt? Schon gar nicht veranstaltet sie selber irgendwelches irdisches Unheil (für den Fall, daß einer Euren Satz so versteht).
Ab und zu mag die Vorsehung einem Menschen einen kurzen Einblick in zukünftige Ereignisse gewähren, aber das ist nicht die Regel. Dahinter steht meist die Absicht, menschliche Schandtaten zu verhindern - obwohl dazu im Normalfall schon die Zehn Gebote oder transzendenzfreie Ethiken reichen.
An sich wäre es wohl günstiger, wenn Ihr die Vorsehung nicht wie einen deus ex machina etwas verkünden oder am Ende gar noch tun lasst. "Let the mystery be." (Iris DeMent)
Auf gut Deutsch: "Laut Vorsehung" ist Quatsch. Mindestens so sehr wie der Satz: "Laut Uhrzeit wird es jetzt draußen dunkel."
Mit einem Funken Hoffnung auf Besserung,
Euer Scipio
Vielleicht wollt Ihr aber auch dazulernen.
Der erste Satz Eurer Ankündigung des Filmes "Das Papst-Attentat" mit dem unverwüstlichen Heiner Lauterbach lautet:
"Laut Vorsehung soll an einem bestimmten Tag im September ein Attentat auf den höchsten Würdenträger der katholischen Kirche verübt werden."
Darf ich Euch darauf hinweisen, daß die Vorsehung (GOttes) weder den himmlischen Nachrichtendienst noch eine Art göttliche Presseagentur darstellt? Schon gar nicht veranstaltet sie selber irgendwelches irdisches Unheil (für den Fall, daß einer Euren Satz so versteht).
Ab und zu mag die Vorsehung einem Menschen einen kurzen Einblick in zukünftige Ereignisse gewähren, aber das ist nicht die Regel. Dahinter steht meist die Absicht, menschliche Schandtaten zu verhindern - obwohl dazu im Normalfall schon die Zehn Gebote oder transzendenzfreie Ethiken reichen.
An sich wäre es wohl günstiger, wenn Ihr die Vorsehung nicht wie einen deus ex machina etwas verkünden oder am Ende gar noch tun lasst. "Let the mystery be." (Iris DeMent)
Auf gut Deutsch: "Laut Vorsehung" ist Quatsch. Mindestens so sehr wie der Satz: "Laut Uhrzeit wird es jetzt draußen dunkel."
Mit einem Funken Hoffnung auf Besserung,
Euer Scipio
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