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24. Juli 2008

Nachrevolutionäres zu Humanae Vitae

Wohlan, wagen wir uns mit Zittern und Zagen an das Thema von morgen, jenes Thema, mit dem man sich nur lächerlich machen kann, drinnen wie draußen: 40 Jahre Humanae Vitae.

Eine Enzyklika aus einer anderen Zeit.

Wäre es auch anders gegangen damals, 1968? Oder war da das Kind schon ins Wasser gefallen und der 25. Juli 1968 nur der Moment, wo der ratlose Großpapa aus Rom rief: "Tut's nicht. Lasst es nicht fallen. Werft es nicht ins Wasser!" Nun, die partyline sagt uns: Ja, es wäre anders gegangen, Paul VI. hätte dem Mehrheitsvotum seiner Expertenkommission zustimmen und den katholischen Eheleuten künstliche Empfängnisverhütung erlauben können - so wie die Anglikaner schon 1930 in Lambeth und andere Konfessionen in der Folge.

Ich würde sagen: Ja, er hätte zustimmen können und dabei die lange Tradition über Bord geworfen. Geändert hätte es nichts. Er hat nichts aufgehalten; mit einer anderen Entscheidung wäre es genauso gelaufen.

Wie das so ist mit gesellschaftlichen Revolutionen: Erst sehen sie nur wenige kommen. Wenn sie vor der Tür steht, übersieht sie keiner. Danach ändert sich mehr als man sich vorstellenkonnte, bis sich am Ende keiner mehr vorstellen kann, wie es früher einmal gewesen ist, vor der großen Zeitenwende. Und auf die positiven Errungenschaften wollen wir alle nicht mehr verzichten. Ans Negative haben wir uns gewöhnt.

Erstaunlich finde ich dabei die Naivität, mit der man damals glaubte, es ginge nur um die Familienplanung in der Ehe. Paul VI. war in Nr. 17 seiner Enzyklika weniger naiv, sondern ganz realistisch: Folgen der Pillenfreigabe seien
1. die Einladung zu ehelicher Untreue,
2. allgemein niedrigere moralische Standards,
3. weniger Respekt der Männer vor den Frauen und
4. staatlicher Zwang zum Einsatz empfängnisverhütender Mittel.

(Kleine Pause zum Nachdenken)

Eine Stellvertreteranekdote aus dem Jahr 2007 - nicht zur moralischen Empörung, sondern nur, weil man "klar sehen" (I. Bachmann) muß: Der Junge aus einer gutkatholischen, stark kirchlich engagierten Familie wurde von seinen Eltern gefragt, ob er denn Frl. X seine Freundin sei. - "Wie kommt ihr denn darauf?" - "Ja, ihr hängt dauernd zusammen, übernachtet im selben Bett." - "Ja und?" - "Ja, schlaft ihr denn auch miteinander?" - "Jaaa." - "Und dann ist sie nicht deine Freundin?" - "Muß doch nicht. Es macht doch auch so Spaß miteinander zu schlafen."

Pastoraltheologen freuen sich an dieser Stelle immer über die hohen ethischen Maßstäbe junger Leute auf anderen Gebieten (et nos cum iis). Ein bißchen pfeifen wir dabei allerdings schon im Wald der moralfreien Sexualität, um uns selbst zu beruhigen. Und stimmen als Eltern, ob wir wollen oder nicht, Barack Obama zu: "I don't want [my daughters] punished with a baby."

Und dann die katholischen Eheleute. Die Scheidungsrate ist ein bißchen niedriger als bei den nicht-katholischen, die Kinderzahl etwas höher, wenn ich mir die letzten Statistiken richtig gemerkt habe. Neue kommen nur wenige nach: "In den Pfarrgemeinden sind Trauungen inzwischen zu seltenen Ereignissen geworden." (Katholische Kirche in Deutschland: Statistische Daten 2004)

Die katholische Kirche gibt, wie wir wissen, Positionen nicht auf, nur weil sie damit auf Widerstand, Unverständnis, Spott und Gelächter stößt. Dann hätten Paulus & Cie. gar nicht erst mit ihrer Mission anfangen brauchen. Sie gibt Positionen auch nicht deshalb auf, weil die Mehrzahl ihrer Gläubigen sich nicht drum schert. Dann müsste sie auch einiges andere aus den Zehn Geboten kürzen. ("Meine letzte Lüge war vor x Minuten.")

Ob sie dabei zum "Schauspiel für Engel und Menschen" (Paulus irgendwo) wird, in ihrer typischen und unübersehbaren Mischung von Verderbtheit, Mittelmäßigkeit und glühender Liebe, kümmert sie wenig. Zum Glück. Sonst gibt es ja nicht viel organisierten Widerstand gegen so manchen untergründigen Sog.

26. Juni 2008

Was der Papst so trägt

Bringen wir den Satz des Tages auch in die Blogozese:

"Il Papa, insomma, non veste Prada, ma Cristo. - Der Papst trägt also nicht Prada, sondern Christus."

Der Originaltext des Osservatore-Artikels von Juan Manuel de Prada im Papa Ratzinger-Blog.

Kommentare gibt es schon im Spiegel Online (Titel: "Teufelszeug" - es geht nicht ohne Übertreibung), in der österreichischen Presse ("Die Vatikan-Zeitung 'Osservatore Romano' schießt sich auf Journalistenkollegen ein." - Na, da ist aber eine Krähe ganz empfindlich.) und der NZZ (gewohnt sachlich, jedoch grammatikalisch rutschig und mit Freudschem Schreibfehler: "Die extravagante Schuhbekleidung des Papstes hat einiges zum Ruf des katholischen Kirchenoberhauptes als ausgesprochen moderbewussten Mann beigetragen.")

Juan Manuel de Prada schreibt erst neuerdings für den Osservatore, vorher war er u.a. im Bereich erotischer und spannender Literatur aktiv.

30. Mai 2008

Macht schon mal das Wachs warm!

Am 29. Mai im Osservatore (pdf), und morgen in den deutschen Zeitungen:

Congregatio Pro Doctrina Fidei
Decretum generale de delicto attentatae sacrae ordinationis mulieris


Allgemeines Dekret über das Vergehen der versuchten Priesterweihe für eine Frau

(Das Wachs ist natürlich für die Ohren, weil nämlich ein Riesengeheule losbrechen wird.)

via Rorate Caeli

20. Mai 2008

Mr. Bob und JPII



(via Korrektiv)

14. Mai 2008

Es gibt sie noch, die falschen Päpste

Einen leibhaftigen Gegenpapst kann man bei youtube in Aktion erleben. D.h. eigentlich agiert nicht Gregor XVII., sondern es erscheinen ihm unser Herr Jesus Christus persönlich und eine Reihe von Heiligen, von Maria bis P. Pio.

Gregor XVII. ist 2005 verstorben; ihm folgte Petrus II. nach, laut Wikipedia der 8. Gegenpapst dieses Namens in neuerer Zeit.



(via What Does The Prayer Really Say)

12. Mai 2008

Benedikt



Eines von 125 Fotos aus dem flickr-Album "Best Pictures of Pope Benedict".

(via Hermeneutic of Continuity)

9. Mai 2008

Originale

Vermerken wir an dieser Stelle zum einen, daß die Vatikanische Website nun auch eine lateinische Variante bekommen hat, mit Vulgata, CCE, CIC, Konzilsdokumenten und anderen römischen Verlautbarungen.

Zum anderen sind die ersten Seiten des Codex Sinaiticus in einer hervorragenden Qualität im Netz gelandet. (via idea) Damit lassen sich Firmgruppen bestimmt mehr beeindrucken als mit den Postkarten von Bibelpapyri, die ich vor Jahren hervorholte, beim letzten Mal, als ich eine betreute.

1. Mai 2008

Petrus sticht B16

Zügig durchgespielt und gegen den Computer gewonnen: das Papstquartett.

(via glaubenssache)

19. April 2008

Auf ins 4. Jahr!


"You guys have a pope who sure knows how to pope." (Quelle)

(Poster von hier)

16. April 2008

Viva il Papa*



"Die Wahrheit, die in mir ist,
die zwangsweise aus mir bricht,
die kann ich niemals verwerfen,
es sei denn, ich verwürfe mich."
(Karol Wojtyła)

Dem großen cooperator veritatis, der zugleich adiutor gaudii nostri ist, Gottes reichen Segen, gute Gesundheit und viel Freude zu seinem Geburtstag!

_______________________________________
* Beitrag zur Reihe: "Die Blogozese gratuliert Papst Benedikt XVI. zum 81. Geburtstag"; andere Beiträge z.B. bei den Unzeitgemäßen Betrachtungen (via amyklai)

Was der Papst im Flieger ...

... wirklich sagte, kann man bei John L. Allen nachlesen. Hier.

23. März 2008

Antwort

"Papst tauft in der Osternacht leidenschaftlichen Islamkritiker".

Näheres bei John L. Allen.

Ergänzung: Weiteres bei Elsa im Nacht(b)revier. Zwei Blogger - ein Gedanke. :-)

18. März 2008

Besuch vom Headquarter

Wenn einer nach dem Lieblingsgetränk seines Chefs recherchiert, dann kann das im Blog-Log so aussehen:

4. Februar 2008

Not a Fanta Guy

Was trinkt der Papst, wenn er was trinkt?

Der schottische "Daily Record" vermeldet: Fanta, vier Dosen täglich - und zitiert zur Unterstützung einen unserer verehrten Catholic Bloggers of Albion, den Reverend Father Tim Finigan.

Coca Cola verzichtet darauf, den neuen Fantafan in der Werbung zu erwähnen.

Father Tim dementiert alles.

24. Januar 2008

Der Papst und das Web 2.0

Aus derBotschaft zum Weltmedientag 2008 (Quelle: Zenit; Hervorhebungen von mir):

5. Man muß vermeiden, daß die Medien das Sprachrohr des wirtschaftlichen Materialismus und des ethischen Relativismus werden, wahre Plagen unserer Zeit. Die Medien können und sollen hingegen dazu beitragen, die Wahrheit über den Menschen bekannt zu machen und sie dabei vor denen zu verteidigen, die dazu neigen, diese zu bestreiten oder auszulöschen. Man kann sogar sagen, daß die Suche nach der Wahrheit über den Menschen und ihre Darstellung die höchste Berufung der sozialen Kommunikation bilden. Zu diesem Zweck alle – immer besseren und verfeinerten – Ausdrucksweisen zu nutzen, die den Medien zur Verfügung stehen, ist eine begeisternde Aufgabe, die in erster Linie den in diesem Bereich Verantwortlichen und Tätigen übertragen ist. Es ist jedoch eine Aufgabe, die in gewisser Weise uns alle betrifft, weil im Zeitalter der Globalisierung wir alle Mediennutzer und Medienschaffende sind. Die neuen Medien, insbesondere Telephon und Internet, sind dabei, die Kommunikationsformen selbst zu modifizieren; vielleicht ist dies eine gute Gelegenheit, sie neu zu gestalten, um – wie es mein verehrter Vorgänger Johannes Paul II. sagte – die wesentlichen und unverzichtbaren Züge der Wahrheit über den Menschen besser sichtbar zu machen (vgl. Apostolisches Schreiben Die schnelle Entwicklung, 10).

6. Der Mensch dürstet nach Wahrheit, er ist auf der Suche nach der Wahrheit; das beweisen auch die Aufmerksamkeit und der Erfolg, die viele Verlagsprodukte, Programme oder Fiction-Filme von Rang verzeichnen, in denen die Wahrheit, die Schönheit und Größe des Menschen einschließlich seiner religiösen Dimension anerkannt und gut dargestellt werden. Jesus hat gesagt: „Dann werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch befreien“ (Joh 8, 32). Die Wahrheit, die uns frei macht, ist Christus, weil nur er in umfassender Weise auf den Durst nach Leben und Liebe im Herzen des Menschen Antwort geben kann. Wer Christus begegnet und von seiner Botschaft begeistert ist, verspürt den unbändigen Wunsch, diese Wahrheit mit anderen zu teilen und mitzuteilen. „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen,“ – schreibt der heilige Johannes – „was wir geschaut und was unsere Hände angefaßt haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens. […] Das verkünden wir auch euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt. Wir aber haben Gemeinschaft mit dem Vater und mit dem Sohn Jesus Christus. Wir schreiben dies, damit unsere Freude vollkommen ist (1 Joh 1, 1-4).

Laßt uns den Heiligen Geist anrufen, daß es nicht an mutigen Kommunikatoren und echten Zeugen der Wahrheit mangelt, die in Treue zum Auftrag Christi und begeistert von der Botschaft des Glaubens „sich zu Interpreten der heutigen kulturellen Erfordernisse zu machen wissen und sich dafür einsetzen, dieses Zeitalter der Kommunikation nicht als Zeit der Entfremdung und Verwirrung zu leben, sondern als kostbare Zeit für die Suche nach der Wahrheit und für die Entwicklung der Gemeinschaft unter den Menschen und Völkern“ (Johannes Paul II., Ansprache an die Teilnehmer einer Tagung der Kultur- und Medienschaffenden Parabole mediatiche, 9. November 2002).

19. Januar 2008

Gottes Lobhüllen

"Die Kirche lebt, das kann man spüren, sehen und ... hören", sagt der Leipziger St. Benno-Verlag, "zum Beispiel bei den Gesängen im Gottesdienst". So ganz offensichtlich (offenhörlich?) ist das nicht immer und überall, sage ich mal.

Mit den neuen "Papst Benedikt XVI. – Gottes-Lobhüllen, exklusiv in Echt-Leder" singt es sich vielleicht nicht besser, aber sie sehen schon sehr päpstlich aus, besonders die weiße.

(Der Praktiker stellt allerdings fest, daß der Reißverschluß besser unten als oben enden würde - von wegen der Lesebändchen...)

16. Januar 2008

B16 und Galileo

Die Welt bringt den Ausschnitt aus der 1990er Rede von Joseph Ratzinger.

18. Dezember 2007

Mammon für den Papst

Dank Alexander Smoltczyk vom Spiegel kennen wir jetzt wenigstens die Konto-Nummer des Papstes:

Unicredit Banca d’Impresa
Swift: UNCRIT2V
Konto-Nr. 000005329965
Stichwort: Peterspfennig

13. Dezember 2007

Auf Hoffnung hin

« SPE SALVI facti sumus » – auf Hoffnung hin sind wir gerettet, sagt Paulus den Römern und uns (Röm 8, 24). Die "Erlösung", das Heil ist nach christlichem Glauben nicht einfach da. Erlösung ist uns in der Weise gegeben, daß uns Hoffnung geschenkt wurde, eine verläßliche Hoffnung, von der her wir unsere Gegenwart bewältigen können: Gegenwart, auch mühsame Gegenwart, kann gelebt und angenommen werden, wenn sie auf ein Ziel zuführt und wenn wir dieses Ziels gewiß sein können; wenn dies Ziel so groß ist, daß es die Anstrengung des Weges rechtfertigt. Nun drängt sich sogleich die Frage auf: Welcher Art ist denn diese Hoffnung, die es gestattet zu sagen, von ihr her und weil es sie gibt, seien wir erlöst? Und welcher Art Gewißheit gibt es da?
(Spe Salvi, Nr. 1)

Was Paulus den Römern und uns sagt: Der Brief ist da, liegt auf dem Tisch, ist nicht wegzudiskutieren. Keine Diskussion, ob wir bereit oder heute in der Laune sind, ihn aufzumachen. Ob wir ihn verstehen, oder vielleicht doch erst uns vergewissern sollten, was die Mythen und Märchen der Völker uns sagen, ob die alten Ägypter auch schon ähnliche Briefe bekamen oder ob ein Brief frei nach Dawkins nur ein "Mem" ist.

Erlösung ist da, aber nicht einfach. Es gibt sie jetzt und hier nur in einem bestimmten Modus, dem der Hoffnung. Das macht sie nicht weniger real, gibt ihr aber eine bestimmte Färbung.

Die Hoffnung - offensichtlich ist sie verlässlich genug, um mit ihr, von ihr her Gegenwart, auch mühsame Gegenwart bewältigen zu können. Und sie richtet sich auf ein Ziel, eines, das groß genug ist, die Anstrengung des Weges zu rechtfertigen.

Es ist dieser Doppelcharakter der Hoffnung, der christlichen Hoffnung, der sie so schlecht fassbar macht: Sie richtet sich auf etwas noch Ausstehendes und ist gleichzeitig fest, stabil, sie trägt. Und wenn wir sagen: Sie trägt, dann muß das eben auch dort gelten, wo es mühsam zugeht, wo es anstrengend wird. Wo weltliche Hoffnung endet.

4. Dezember 2007

Kleiden wie der Papst in Rom

Kleiden Sie sich wie ein Papst, aber verzichten Sie dabei auf den komischen Hut und den Zölibat.

Charles Tyrwhitt (13 Silver Road, London W12 7RR) macht es mit seinen Popeline-Hemden möglich. Mit 44 € ist man dabei.

Rote Schuhe hat er leider nicht im Angebot, lediglich ein paar "weinrote" Penny Loafer - aber gegen so manches, was vatikanische Böden berührt, sind die langweilig.

(Danke, lieber G. - es war bloggable.)