2. Februar 2009

Vier Journalisten und eine Petition

Peter Seewald und Paul Badde reihen sich in die Reihe der bedingten Papstverteidiger ein, während auf der anderen Seite in der FAZ Patrick Bahners und Christian Geyer (der ja selbst unter Opus Dei-Verdacht steht - bei mir landen immer wieder Suchen nach diesem Sachverhalt) völlig aus dem Häuschen sind.

Den letzten beiden kann man freilich nicht vorhalten, daß sie aufgestaute Ressentiments loswerden, genauso wenig wie zum Beispiel einigen der Erstunterzeichner der französischen Petition. Die Erstunterzeichnerliste der Petition für die "Uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils" liest sich dagegen wie ein Who's Who der deutschsprachigen Dissidenten, im Fortgang belegt sie meine These über die Omnipräsenz der linken Hermeneutik des Bruchs im haupt- und nebenamtlichen deutsch-katholischen Mittelbau. Offiziell sei es keine Aktion der "Kirchenvolksbewegung, heißt es bei dieser, aber der notorische Christian Weisner ist dennoch vorne dabei. (Daß sich dort auch viel ernsthafte und aufrichtige Besorgnis und Liebe zur Kirche findet, will ich mit diesen Bemerkungen nicht abstreiten...)

Übrigens erwähnt diese "Petition" auch mit keinem Wort die Erklärung des Papstes am vergangenen Mittwoch, im Gegensatz zum Bespiel zu den Franzosen. Honni soit...

Kommentare:

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

Das mit dem Geyer-Verdacht kam mir auch sofort in den Sinn ;-)
Die Glosse ist wohl doch eher psychologisch zu erklären...

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

Übrigens sehr lesenswert (wie immer) Rémi Brague:
http://www.liberation.fr/societe/0101316172-le-pape-est-obsede-par-la-resolution-des-schismes

Anonym hat gesagt…

Wie schon bei Elsa vermerkt: Interessant, dass in dieser Petition, in welcher "Uneingeschränkte Anerkennung der Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils gefordert" wird, unter den Unterzeichnenden
Dr. Iris Müller, Stuttgart, RCWP und Dr. Ida Raming, Stuttgart, RCWP firmieren, welche sich beide als "römisch-katholische Priesterinnen" bezeichnen..

Lupambulus Berolinen. hat gesagt…

Hervorragend ist aber auch diese Bemerkung bei Bahners:

Irreführend schreibt Wolf, das Konzil spreche statt von der Bekehrung von „einem eigenen Heilsweg der Juden“. Dieser Heilsweg soll nach dem Wortlaut von Nostra Aetate in der Annahme des Glaubens an Christus enden: Die Kirche „erwartet den Tag, der nur Gott bekannt ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm ,Schulter an Schulter' dienen“. Der jüdisch-katholische Dialog wird also auch dadurch erschwert, dass man sich jüdischerseits auf eine irrige katholische Konzilsdeutung berufen kann, wenn man daran Anstoß nimmt, dass der Papst an der eschatologischen Hoffnung auf die endgültige Bekehrung der ganzen Menschheit festhält.