12. August 2010

Flickr für Klänge

"The Free Sound Project", und alles mit Creative Commons-Lizenz.

So hört sich zum Beispiel der Petersdom an, während das die Klänge einer Perseidennacht im Freien sein könnten. (Via Infobib)

Der Beinahe-Bibliothekar

"He continued to speak until I, reflecting on what he was telling me, realized that he thought I knew a piece of news which was in fact then circulating within a restricted number in the Roman Curia: that, having turned 70 on April 16 that year, he had asked the Pope to relieve him of his burdensome task as prefect of the Congregation for the Doctrine of Faith and to grant his wish to spend his last years in the Vatican as cardinal librarian,” Cardinal Farina recounts. “In other words, he was asking me what I thought of his idea and what being archivist and librarian of the Holy Roman Church involved. When I realized what the Pope-to-be really meant, I gave him to understand that I had already heard the news, and I expressed clearly how happy I and the whole staff of the library were to have him join us." (CatholicCulture.org))

Ich hatte es ja schon immer geahnt, daß er in tiefstem Herzen u.a. einer von "uns" ist.

11. August 2010

They treat me like a king down in Okinawa

Ein bißchen Musik geht immer. Heute geht Ry Cooder mit einem Sommersong: "Going Back to Okinawa", mit politisch eher unkorrekten Lyrics, aber umso beschwingenderer und enthusiastischer Darbietung.

Außerdem: Wann spielen schon mal ein kalifornischer Weltklasse-Gitarrist, ein japanischer Rockmusiker aus Okinawa mit Band und die Chieftains zusammen auf? (Da fehlt nur noch Flaco Jiménez zum vollen Multikulti-Glück...)

Zwischenstand

Eigentlich hatte ich gehofft, daß mit Urlaubsende auch im Blog die Saure-Gurken-Zeit vorbei wäre. Pfeifendeckel!, wie man bei uns sagt. Der Mensch bloggt, Gott bockt.

Ich bin heftigst mit anderen, ernsthaften Angelegenheiten beschäftigt und komme kaum zum Bloggen, Web-zwei-nullen oder überhaupt zum Surfen. Das ist nicht weiter schlimm, Auszeiten vom Web sind aktuell ja aktuell, und die Blogozese funktioniert auch ohne regelmäßige Postings meinerseits. (Nehmen wir nur mal die sensationellen Wahlplakate des Alipius als Beleg.)

Immer wenn es die Prioritäten zulassen, wird es hier Neues geben, und irgendwann, bald?, auch wieder mit der gewohnten Frequenz.

8. August 2010

Anbetung

"Akte der Anbetung bewahren unsere Existenz davor, trivial zu werden. Sie umfassen den ganzen Menschen und geben ihm das Gefühl, in einer letzten Beziehung zu stehen. Sie lehren den Menschen, für sich allein zu stehen und doch nicht allein zu sein; lehren ihn, daß Gott eine Zuflucht ist, aber keine Lebensversicherung." (Abraham J. Heschel: Die ungesicherte Freiheit.- Neukirchen-Vluyn: Neukirchener, 1985, S. 17)

7. August 2010

iConfess

Jeff Miller macht auf eine neue App aufmerksam, die Travis Boudreaux entwickelt hat und die es bei iTunes für 0.99 $ zu erwerben gibt:

Mea Culpa - Catholic Examination of Conscience for Confession

Robusta Zwanzig-Zehn

Alipius' Würfel sind gefallen: "Robusta" wird es heißen, das Blogozesen-Bambi.

Nominierungen für 12 + 1 Kategorien nimmt Alipius entgegen. Jetzt heißt es nachdenken.

Gospel in and out of Mainstream

Ein weiteres Gospel-Album eines Mainstream-Künstlers gilt es zu vermelden: Nach der fauchenden Nina Hagen singt auch der walisische Tiger Tom Jones von "Praise & Blame".

Er hat sich zwar prominente Mitmusiker (u.a. Gillian Welch und David Rawlings) geholt, aber er singt halt immer noch aus der bekannten voll-behaarten Tom Jones-Brust und nicht wie einer, den der/das Gospel lobender- und klagenderweise gepackt hat. Bei Youtube lässt es sich nachhören, zum Beispiel am Klassiker "Strange Things". Fast zu schön, um wahr zu sein.

Dem Geist und dem Geschmack dieses Blogs entsprechend präsentiere ich stattdessen aus dem weiten Feld außerhalb des Mainstreams den eher obskuren Reverend Deadeye, den standesgemäß Legenden umranken: Waren Vater und Großvater schon Prediger? Verlor er das eine Auge durch einen Schlangenbiß beim Schlangenzähmen im Navajo-Reservat oder bei einem Snakehandler-Gottesdienst? Wie ernst meint er, was er singt von "Trials and Tribulations", von Versuchungen und Anfechtungen also, von "F__k the devil" und "Jesus on the Mainline"? - Ich mag's nicht entscheiden.

Hört und seht also selbst, nachdem Ihr den Lautsprecher auf eine Eures Erachtens vernünftige Lautstärke gestellt habt.

1. August 2010

Sonntagslied

- heute speziell für die Älteren unter den Lesern dieses Blogs:

Drohung an zwei Stützen der Pfarrei

Das nächste Mal, liebe Damen, nehme ich mein Handy in die Sonntagsmesse mit und wenn Sie, in der ersten Reihe sitzend, in der kurzen Stille nach der Predigt wieder das Schwätzen anfangen, dann knipse ich Sie beide und blogge das Bild, sobald ich heimkomme.

Mit Ihren knappen 75 Jahren und so gut, wie Sie beide noch beieinander sind, werden Sie Ihrer verbalen Inkontinenz doch die 50 min lang noch Einhalt gebieten können, die die Sonntagsmesse dauert. Oder?

Realismus in den Lesungen

"Windhauch, Windhauch." - Die Lesungen für den Sonntag morgen sind mal wieder realistisch. So mag ich es. http://fb.me/DU1fOrYQ" - So sagte es Bruder Paulus gestern abend auf Twitter.

Ohne überkritisch sein zu wollen: Mir ist nicht klar, was das "realistisch" hier sagen soll.

Wenn der Prediger "mal wieder realistisch" ist - was ist dann erst Paulus? Der nämlich redet, würde ich sagen, seinen Kolossern von einer Wirklichkeit, die sub specie Caritatis aeternae auf jeden Fall "realistischer" ist als Freund Koholet. Der heiße Kern christlichen Glaubens und Lebens in lauter Indikativ- und Perfektsätzen. Beschreibung einer Wirklichkeit. Unrealistisch wären die Kolosser (und wir) in seinen Augen, wenn wir hier nur Romantik, Theologengeschwafel, Fiktion, spirituelle Poesie hörten.

Das weiß Bruder Paulus natürlich genauso gut wie ich. Und in das, was er "mag", will ich ihm nicht reinreden. Doch hilft es keinem, nicht den schwankenden Christen um uns, die "mehr Alltagsbezogenheit" wünschen in ihrem Glauben, und nicht den schwankenden Ungläubigen, die zu ahnen beginnen, daß es hinter allem "Windhauch" eine unvergängliche Wirklichkeit gibt, wenn wir so tun, als sei Kohelet realistischer als Paulus. Und irdische Vergänglichkeit realer als himmlische Unvergänglichkeit.

31. Juli 2010

Noahs Blog

Wie Noahs Tweets ausgesehen hätten, hatten wir bereits.

Hier, auf Wittenburg Door, ist nun Noahs Blog.

30. Juli 2010

Das zur Weltgeschichte...

Aus Ralf Rothmanns Roman "Feuer brennt nicht":

"[Die alte Frau] zeigt mit dem verkohlten Streichholz auf Wolf. »Wissen Sie, was unter dem ersten Brief meines späteren Mannes stand? 'Ich liebe Dich für immer. Heil Hitler, Dein Kurt!' -Drollig, oder? Das war so ein Super-Schneidiger; möchte nicht wissen, was der alles verbockt hat damals. Und dreißig Jahre, vier Kinder und zwei Fehlgeburten später, nachdem er sich mit seiner neuen Flamme an die polnische Ostsee verdrückt hatte, hieß es dann 'Ich hoffe, wir bleiben trotzdem Freunde. Mit sozialistischen Grüßen, Dein oller K.' Das zur Weltgeschichte. Wo ist meine Asche?«"

27. Juli 2010

"This is hip" (JLH)

Ein "Hipster", sagt uns das "Urban Dictionary", ist "one who possesses tastes, social attitudes, and opinions deemed cool by the cool", jemand also mit Vorlieben, Einstellungen und Meinungen, die von "Coolen" für "cool" gehalten werden.

Gibt es in deutschen Landen eine nennenswerte Gruppe christlicher Hipster, katholischer gar, wo doch die Kirche laut Sinus-Milieu-Studie nur noch in den Milieus "Konservative", "Traditionsverwurzelte" und "Bürgerliche Mitte" einigermaßen verwurzelt ist und die "so genannten Leitmilieus 'Etablierte' (Sinus B1), 'Postmaterielle' (Sinus B12) und 'Moderne Performer' (Sinus C1)" gar nicht mehr erreicht?.

In den USA ist nun eines dieser typisch amerikanischen Bücher erschienen, die unter einer dicken Schale Unterhaltsamkeit einen ernsthaften Kern transportieren: "Hipster Christianity - Where Church and Cool Collide".

Auf der zugehörigen Website kann man sich selbst klassifizieren oder ein paar Modelle anschauen, wie christliche Hipness aussehen kann.

Was mich angeht, kann ich zwar mit dem "Bookish Intellectual" büchermäßig gut mithalten, aber das war's auch schon.

(via Korrektiv)

"Alles, was gut und recht ist"

Mit diesem Titel greift Giovanni weit aus in seinem neuen Blog, den er seit Ende April 2010 betreibt.

Ein herzliches Willkommen und GOttes Segen beim Bloggen!

Die passende Bibelstelle

Wenn schon, dann scheint mir eine biblische Parallele zur Duisburger L___E-Parade gehörig, die von Lukas 13, 1 - 5 nämlich. Nach Luther (1545) lautet sie:

"Es waren aber zu der Zeit etliche dabei, die verkündigten ihm von den Galiläern, deren Blut Pilatus mit ihrem Opfer vermischt hatte. Und Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Meinet ihr, daß diese Galiläer vor allen Galiläern Sünder gewesen sind, dieweil sie das erlitten haben? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen. Oder meinet ihr, daß die achtzehn, auf die der Turm von Siloah fiel und erschlug sie, seien schuldig gewesen vor allen Menschen, die zu Jerusalem wohnen? Ich sage: Nein; sondern so ihr euch nicht bessert, werdet ihr alle auch also umkommen."

GOtt rächt nicht, straft nicht, sondern mahnt, ruft zur Umkehr, die Raver und die Non-Raver, Rainer Schaller, Eva Herman, Kai Diekmann und uns Kath-Blogger sowieso. Alle sind wir gleich weit vom Gericht des GErechten entfernt: einen Herzschlag nämlich.

Geht hin und singt das Evangelium allen Völkern!

Leser Herminator hatte mich kürzlich auf Rev. Dan Smith hingewiesen, der wohl noch vor den Dixie Hummingbirds von Gottes Radar sang. - Es gibt noch viel zu entdecken!

YouTube kann zwar nicht mit genau diesem Lied dienen, aber doch mit anderen, sehr intensiven Gospel Blues-Songs des Reverend. Hier ist eine Variation über ein HErrenwort:

Zum 27. Juli persönlich genommen

Paulus an die Philipper und uns andere genauso:

"Im übrigen, Brüder,
auf alles,
was wahr ist,
was würdig,
was gerecht,
was rein,
was liebenswürdig,
was dem guten Rufe dient,
was immer es an Tugend
und was immer es an Lob gibt,
darauf richtet euer Sinnen."


Nun denn. Dann will ich es im 9. Lebensjahr dieses Blogs neu und vielleicht mit besserem Erfolg versuchen... (Und im realen Leben sowieso. ;-) )

25. Juli 2010

Lutheraner unter Spannung

Die Vollversammlung des Lutherischen Weltbundes tagt noch bis Dienstag in Stuttgart.

Folgt man Reinhart Bingener von der FAZ, steht auch diese Konfession vor einer sehr ähnlichen Zerreißprobe wie die Anglikaner.

"Ich bin so frei..."

"When people are free to do as they please, they usually imitate each other.

Wenn die Leute frei sind zu tun, was ihnen gefällt, ahmen sie üblicherweise einander nach."
- Eric Hoffer.

Keine katholischen Wünsche

Gestern abend wieder einmal festgestellt, daß deutsche Katholiken für gute Wünsche an scheidende Pastoralmitarbeiter keinen ausdrücklich christlichen Bezug benötigen. Eine allgemeine Religiosität - supersoft, vierlagig, mit keltischem Aufdruck oder mit Frühlingsduft - tut es auch.

Das Ganze, unmittelbar nachdem man als Gemeinde das Heilsereignis, das Triduum Paschale, das wöchentliche Ostern gefeiert und GOttes SOhn großteils in Form der Hostie auch leibhaft empfangen hat. In Herz und Verstand ist das jedenfalls nicht so eingedrungen, daß man es auch aus Grußworten und Abschiedwünschen heraushören könnte. Oder fehlt da nur die Sprache? Wäre das ein zu-Markt-tragen persönlicher Frömmigkeit oder hohe-allzu-hohe Theologie, wenn man jemand Scheidendem die Begleitung des gekreuzigten Auferstandenen wünscht oder die Nähe seiner Namenspatronin (was an einer Stelle auch geschah)?

Deprimierend. Obwohl nicht anders erwartet. Bemerkenswert, weil es symptomatisch ist für das, was sich an anderer Stelle, bei anderen Gelegenheiten genauso abspielt.

- Und vielleicht kann man es als Spiegelung dessen im ganz gewöhnlichen Pfarrleben sehen, was Paul für die "Hochkultur" fragend konstatiert.

Für wenn es darauf ankommt,

beim Schnick Schnack Schnuck zu gewinnen:



(via Buzz Feed)

24. Juli 2010

Kommentar zu Mt 4, 19



(via The Anchoress)

23. Juli 2010

Wahl

"Ich bekenne aber, dass, wenn ich zu wählen hätte, ob ich dem Gesetz menschlicher Lehrmeinungen und den Schulüberzeugungen der Professoren gehorchen wolle oder dem Dogma der Kirche, ich mich ohne langes Besinnen für das letztere entscheiden würde ... Gott hat geredet in seinem Sohn. Das ist es, was das Dogma sagt und wovon allein die Theologie lebt." (Erik Peterson via Zenit)

David Oliveira: Why I am not a vegetarian

It's not that I love animals less,
a case could be made I love them more—
and it's not that I love vegetables less,
I love them rare,
nothing more savory than raw celery
clawing and kicking its way down the gullet.

What I find hard to stomach is vegetarians.
If there is a vegetarian at the table, we all
get called in to be witnesses at a police lineup.
Cheese, eggs, fish,
each suspect paraded for identification—
pronounced innocent, guilty,
please take two steps forward.

And it's not like there is just one canon
for the good host to worry about.
Each vegetarian comes with a different menu.
Most won't eat anything that had legs,
though many eat fish, a fin nothing like a leg,
And eat shrimp, that have legs
which count as fins since they come from the sea
and taste so good in a Newburg sauce.
Oysters are problematic, without legs and from the sea,
but mostly eaten alive, like carrots.
A few pass on eggs because of the latent leg potential,
though pasta is usually okay,
the potential hard to realize under the marinara.

One friend doesn't drink milk
but asks for extra au jus
for his mashed potatoes. I haven't the heart
to explain what kind of vegetable the "au" is
or how many get squeezed to make a cup of "jus."

Don't misunderstand,
I admire those who stand on principle,
however vague, who doesn't admire
the resolve of, say, a Jerry Falwell,
to bear the weight of so much conviction
he can hardly walk to church.
Praise the Lord for limousines.
As my mother would say,
"Live and let live—
Just keep the details to yourself,
And pass the ketchup, please."


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Warum ich kein Vegetarier bin

Nicht weil ich Tiere weniger liebe,
mit gutem Recht könnte man sagen: ich liebe sie mehr -
und nicht weil ich Gemüse weniger liebe:
ich liebe es fast roh,
nichts schmackhafter als roher Sellerie,
wenn er kratzt und anstößt auf seinem Weg durch den Schlund.

Was ich nicht runterkriege, sind die Vegetarier.
Sitzt einer am Tisch, ruft man uns alle
herein als Zeugen einer polizeilichen Gegenüberstellung:
Käse, Eier, Fisch,
jeder Verdächtige marschiert vorbei zur Identifizierung,
das Urteil fällt: unschuldig, schuldig,
bitte zwei Schritt vortreten.

Nicht daß es nur einen Kanon gäbe
zur Beachtung durch den guten Gastgeber.
Jeder Vegetarier kommt mit eigener Karte.
Die meisten essen nichts, was je Beine hatte,
doch viele essen Fisch, eine Flosse ist ja kein Bein,
essen Garnelen, die Beine haben,
die zählen als Flossen, da aus dem Meer,
und schmecken so gut in einer Newburg-Soße.
Austern sind zweifelhaft, ohne Beine und aus dem Meer,
doch meistens lebendig verzehrt, genau wie Karotten.
Wenige verzichten auf Eier, wegen des latenten Beinpotentials,
doch Pasta ist gewöhnlich o.k.,
das Potential kaum zu entdecken unter der Marinara.

Ein Freund trinkt keine Milch,
doch fragt nach extra "au jus"
für sein Kartoffelpüree. Ich bring's nicht übers Herz
ihm zu erklären, welches Gemüse das "au" ist
und wie viele man zerpresste für eine Tasse voll "jus".

Versteht mich nicht falsch.
Ich bewundere alle, die treu zu Prinzipien stehen,
wie vage auch immer. Wer bewundert denn nicht
die Entschlossenheit, sagen wir, von Jerry Falwell,
das Gewicht von so viel Überzeugung zu tragen,
daß er's kaum zu Fuß in die Kirche schafft.
Gepriesen sei der Herr für Limousinen!
Wie meine Mutter sagte:
"Leben und leben lassen -
aber behalte die Einzelheiten für dich.
Und reich bitte mir das Ketchup rüber."
(via Writer's Almanac vom 23. Juli 2010)

22. Juli 2010

Nicht mehr in Eden

Und dann war da noch das nette, gut geführte Seniorenheim, mit ansprechender Deko im Eingangsbereich: ein Schaukelstuhl, zum Ausruhen einladend, mit Sommerlektüre. Der ausgewählte Titel, "Die andere Seite von Eden", hatte bestimmt nichts zu bedeuten. Doch wer, wenn nicht die Alten, weiß, daß der Abschied von Eden lange zurückliegt und wir uns alle jenseits von Eden aufhalten? Für jetzt mindestens. Für jetzt.

"Aus der Büchse der Pandora weicht das Öl mit aller Macht"

Meine Urlaubstage nutze ich für lange Aufgeschobenes und nie Erlebtes:

Weihnachten im Hochsommer zum Beispiel, bei einem Durchlauf durch "Käthe Wohlfahrt" in Rothenburg ob der Tauber, einem Laden, der vermutlich in amerikanischen und japanischen Deutschland-Reiseführern als einziges deutsches Weltwunder unter den Must-sees-in-Europe aufgeführt wird.

Oder Entsorgen alter Papierstapel, heute einmal von vielem, was mit der Mensch-Clemens-Aktion zusammenhing - was mich fragen ließ: Was macht Clemens Bittlinger eigentlich so den lieben langen Tag? - Bei YouTube wurde ich fündig: Er waltet seines Songwriter-Amtes, ist voll auf der Höhe der Zeit, findet es nicht gut, daß keiner die richtigen Bücher liest, und verzweifelt an der Menschheit, d.h. an den Bösen, die dort tiefbohren, wo es kalt und dunkel ist. Man mag ihm kaum widersprechen, aber besonders tiefgründig oder irgendwie poetisch ist das ganz auch nicht. Fünf Minuten vierzig fürs gute kollektive Öko-Gewissen. Eine moderne Form des Ablasses, scheint mir.

19. Juli 2010

Depublizieren

Ich las im Google-Reader:

"Erst werden die Beiträge produziert, dann ins Netz gestellt, dann wieder gelöscht..."

und dachte: Was weiß die FAZ vom Gotteslob-Blog? - Es ging dann aber doch nur ums Internetverhalten der ARD.

(Für die Nicht-Eingeweihten der Einstiegslink zum Hintergrund)

18. Juli 2010

Weibliche Führungskultur post Jepsen

"Stünden wir als katholische Kirche heute vielleicht nicht anders da, hätten auch die Frauen in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten an verantwortlicher Stelle mitentscheiden können, wie im Falle sexuellen Missbrauchs vorzugehen ist?" fragte Wunibald Müller jüngst in München. Nach dem Rücktritt von Maria Jepsen hat er sich diesbezüglich noch nicht wieder gemeldet, aber gut Ding darf gern Weile haben.

Eine mögliche Rückzugslinie für Müller testete gestern Martin Flenner, mein Leib- und Magenkolumnist aus dem Hause Main-Echo:

"Vielleicht gibt es ja doch so etwas wie eine weibliche Führungskultur, die die Abgabe von Macht weniger fürchtet als den Verlust an öffentlicher Glaubwürdigkeit. Das Beispiel der beiden Bischöfinnen [gemeint sind natürlich Jepsen und Käßmann; scipio] legt den Schluß jedenfalls nahe."

Was wiederum den Mißbrauchsopfern hier wie dort nicht entscheidend helfen würde. Und die Medien hätten auch weniger Spaß, sondern müssten sich schon eine Woche nach Skandalende Frauen wie Katharina B. zuwenden.

Fehlpaß, Flenner! würde ich sagen. Müller muß noch ein bißchen weiterreflektieren in Münsterschwarzach. Macht nichts, wie gesagt: Der Sommer ist noch lang und leer.

Kirche des schnell verstauten Wortes

Aus der Reihe "Leute, mit denen die Evangelischen Ökumene machen sollen" stellen wir heute vor: Jenen namenlosen Küster, der auf dem Rückweg von der Kollekte in die Sakristei im Vorübergehen das Evangeliar vom Ministrantensitz schnappte, um es schnell noch vor dem Sanctus im Schrank zu verstauen.

Nein, wir sind nicht Kirche des Wortes, auch wenn es der Priester stellvertretend für uns vor und nach dem Evangelium küsst.

Zehnfachsegnung

Aus der Reihe "Leute, mit denen wir Ökumene machen sollen" stellen wir heute vor: Johannes Oeters, 38 Jahre alt, evangelischer Pfarrer und verheiratet mit einer salvadorianischen Rechtsanwältin, die er während einer Dienstzeit dort kennen und lieben lernte.

"2008 traute sie der Bischof in El Salvador. 'Es war wie im Film', so Oeters. Nach Deutschland kehrte er alleine zurück. Tania und ihr Sohn, der heute elf Jahre alte Mario, kamen nach. In der Christuskirche heiratete das Paar erneut, damit die Gemeinde teilhaben konnte. 'In der evangelischen Kirche ist die Ehe kein Sakrament, sondern eine Segnung. Segnen lassen kann man sich auch zehn Mal.'" (Main-Echo, 17./18. Juli 2010)

Diese Art von Ehetheologie eröffnet ungeahnte Möglichkeiten und ist fähig, jede Menge praktischer und theologischer Dilemmata auf einen Schlag zu lösen, nicht wahr?

Eine wie aus dem Lehrbuch

Kirchgänger kennen diese Art superfrommer Katholikin inzwischen und wissen sie einzuordnen: Oft stammt sie aus Wolgadeuschland, von den Philippinen oder aus Südamerika.

Heute schien sie aus dem Afrika südlich der Sahara zu stammen. Sie ging an den Reihen vorbei ganz nach vorne, unverstellte Blickrichtung zum Altar. Das Alter war schwer zu schätzen (25? 30? 35?) unter dem einfarbig lila Baumwolltuch, das Kopf und Schultern bedeckte, nur das Gesicht und ein paar dicht am Kopf geflochtene Haarsträhnen freiließ. In der Hand das Gotteslob und ein Privatgebetbuch mit den unvermeidlichen Bildchen und Zetteln. In der Bank kniete sie sich, nahm den Rosenkranz um die linke Hand, keinen zurückhaltend hölzernen, sondern einen der silbern-perlmuttenen Sorte, behielt ihn dort die ganze Messe lang, folgte der Liturgie aufmerksam, doch auf eigene, leicht distanzierte Weise, betete zwischendurch ihre eigenen Gebete, verzichtete auf den Friedensgruß, blieb nach der Kommunion knien und strömte nach dem letzten Orgelton nicht mit Rest nach draußen in den blauen Sonntagmorgen, sondern blieb knien.

Wir kennen das ja, und haben es einzuordnen gelernt in unser Welt- und Kirchenbild. Aufrichtig fromm? Mag sein, aber doch vor allem tradionalistisch, unaufgeklärt, weltfremd.

So weit das Vorurteil und der Gedankenautomatismus.

Fragt sich nur, wie der "Whale Tail" dazu passt, der in einem unbedachten Moment zwischen beiger Hose und schwarzem Oberteil, weiß auf schwarzer Haut zu sehen war.

God's Radar Is Fixed On You

"God's Radar", eines der Lieder, die Nina Hagen auf ihrem "Personal Jesus" kavert, stammt von den Dixie Hummingbirds, einer der wahrhaft großen Gospelgruppen.

"God's Radar", in der Aufnahme vom 2003er Hummingsbirds-Album "Diamond Jubilation" und mit Levon Helm (ehemals "The Band", nun solo mit Americana-Musik unterwegs) am Schlagzeug, gibt es in einem liebevollen Video bei youtube und soll uns als Sonntagslied dienen. Gewidmet ist es hier wie dort Ira Tucker, dem langjährigen Leadsänger der Hummingbirds.

17. Juli 2010

So unnötig wie ein Kropf

Das war ja klar, daß der Familien-PC genau am ersten Tag des hart erarbeiteten Jahresurlaubs in die Knie geht. Also ob man nicht gerade dann Besseres zu tun hätte.

God's Radar was fixed on her

Nina Hagen hasn't been exactly my cup of tea. Nicht weiter verwunderlich.

Nun hat sie erstens gemerkt, daß Jesus sie schon immer geliebt hat und hat zweitens ein Americana-Album herausgebracht. Damit landet sie nicht nur auf GOttes, sondern auch auf meinem Radarschirm.

Hier zum Reinhören, hier rezensiert von Edo Reents.

Es spricht William Faulkner

Interessiert sich jemand für William Faulkner? - Hier ist Mr. Faulkner zu hören, in Aufnahmen aus seiner Zeit als "Writer in Residence" an der University of Virginia in Charlottesville 1957 und 1958. Mit einem schönen Non-Yankee-Englisch.

(via Paste Magazine)

Blütenlese - und zwar ganz schön depri

Die Weltmeere sind "flacher, als bisher angenommen", die Haarfarbe deutscher Studenten tendiert immer mehr gegen grau, einer der wenigen offiziell seriösen Blogger verspielt alle Glaubwürdigkeit, der Welttag der Philosophie wird von intellektuellen Handlangern des Teheraner Regimes hochgenommen und für den Papst gehen nur noch Senioren auf die Straße.

15. Juli 2010

Kein i fürs Stundengebet

Zwar ein iBreviary, ein iBreviario oder eine iLiturgia-das-horas, aber kein iStundenbuch, meint Zenit:

"Da kommt es für Nutzer aus dem deutschen Sprachraum zur ersten herben Enttäuschung: Auf Deutsch wird es das 'iBreviary' aus rechtlichen Gründen nicht geben können. Die Publikationsrechte für die liturgischen Texte nimmt die 'Ständige Kommission für die Herausgabe der gemeinsamen liturgischen Bücher im deutschen Sprachgebiet' des Verbandes der Diözesen Deutschlands (KöR) wahr."

Das klingt zwar angesichts des komplizierten deutschen Urheberrechts (das z.B. die ein-für-alle-Mal im Voraus vollzogene Übertragung aller an einem Werk bestehenden Urheberrechte an Dritte, so weit ich weiß, nicht kennt) nicht unplausibel, aber irgendwie ahnt man dahinter eine gewisse Erleichterung... Das ganze, sonst für gut 200 € käufliche "Stundenbuch" nun auch noch für'n Apple und'n i" über den AppStore vertreiben zu sollen - das kann weder den Verlag noch die Rechteinhaber so richtig erfreuen. Das Stundengebet der Kirche als "commodity", als banale "Handelsware" unter x-tausenden anderer Apps - wo kämen wir hin?

Was würde Thomas twittern?

Was für eine Frage!

Die Summa Theologiae natürlich.

In kleinen Portionen.

Etwa so.

(via The Hermeneutic of Continuity)

Vom Schicksal einer stolzen Frau

Da es von der katholischen Missbrauchsfront nichts Substanzielles zu berichten gibt, muss sich der SPIEGEL ergreifenden Einzelschicksalen zuwenden. Dem der Katharina B. z. B., die nicht nur Opfern stundenlang zuhört, sondern selber eines ist, wenn auch auf eine sehr vertrackte Weise. Nicht einmal ihren Stolz hat sie ihr gelassen, die böse römische Hure:

"B. kämpft gegen die Institution Kirche, die Betroffene mit dürren Worten abspeist und den Missbrauchsskandal 'aussitzen will', sagt sie. Sie kämpft gegen diese Kirche, weil sie 'ihre Kirche' retten will. Als junge Frau hatte sie geschworen, auszutreten, sollte Josef Ratzinger, dieser Konservative, je Papst werden. Am Tag des Konklaves saß sie fassungslos vor dem Fernseher, 'Habemus Papam', sagte Kurienkardinal Jorge Arturo Medina Estevez.

Und B. dachte: 'Um Himmels Willen, nicht Ratzi-Fatzi! Meine Kirche hat mich so enttäuscht.'

Mit ihrem Vorhaben musste sie trotzdem brechen, wenn auch sehr ungern, denn B. ist eine stolze Frau. Es war die Wahl zwischen Elend und Ohnmacht. Sie hat sich für das Elend entschieden: 'Wenn ich austrete, kann ich ihm ja gar nicht mehr ans Bein pinkeln.' Sie blieb."


Gestatte, daß ich über so viel künstlichen Schmalz, so viel falsches Pathos, so viel geheucheltes Mitleid lache, SPIEGEL!

14. Juli 2010

Tarkowski im Web

Allen Interessierten der kurze Hinweis, daß es nun alle Filme von Andrei Tarkowski kostenlos und legal im Internet zu sehen gibt.

Mehr bei Open Culture.

Becker im Götterreich

Die Welt lässt uns dankenswerterweise wissen, daß die Todesanzeige des unseligen Gerold Becker Zeilen aus einer Xenie von Goethe zierten:

"'Die Feinde, die bedrohen dich,
Das mehrt von Tage zu Tage sich;
Wie dir doch gar nicht graut!'
Das seh' ich alles unbewegt,
Sie zerren an der Schlangenhaut,
Die längst ich abgelegt.
Und ist die nächste reif genug,
Abstreif' ich die sogleich,
Und wandle neu belebt und jung
Im frischen Götterreich."

Da bleibt einem die Spucke weg vor so viel Ignoranz, Arroganz, Bereitschaft zur Mehrung der eigenen Schande und vor so wenig Reue, Fremdscham und Mitgefühl für die Opfer.

Aber vielleicht ersetzt der Goethe ja nur George-Verse. Und wir sehen tatsächlich die abeschwächte Variante vor uns...

12. Juli 2010

11. Juli 2010

Jeder ist besonders

Und jeder ist ein Grund zur Freude...

Nun also auch ein ständiger Diakon: Invitatorium. Herzlich willkommen!

Gut zu wissen

Shaka Zulu lebt, arbeitet allerdings nicht mehr als König der Zulu, sondern verschenkt als "als Chef Auditor der First National Bank of South Afrika" erbenloses Geld, dem Hörensagen nach 10 Mio USD.

Bei Interesse leite ich die Kontaktdaten gerne weiter. Besonders Naive dürfen auch direkt über shaka.zu@hotmail.com nachfragen.

Kirche im 2.0er Raum

Während das Communications Department der amerikanischen Bischofskonferenz schon bei Social Media Guidelines angelangt ist (via First Thoughts), tun sich unsere Amtskirchler - sit venia verbo - bekanntermaßen etwas schwerer in der virtuellen Welt.

Aber auch da tut sich einiges, Endlich! möchte man sagen. Vorreiter ist das Erzbistum Freiburg, wo das Referat Medienpastoral mit Dr. Norbert Kebekus und seinem Team unter dem durchaus missionarisch gemeinten Titel "Sende-Zeit" bloggt. Übrigens und erfreulicherweise ohne Berührungsängste mit der Blogozesen-Community. (Ich bleibe übrigens bei dieser Schreibweise statt dem dort und auch sonstwo öfter gebrauchten "Blogozöse", denn 1. heißt es ja auch Diözese, von dioikesis, und 2. wäre Blogözese in my humble ears ein Mißklang.)

Das Konradsblatt, ebensfalls Freiburg, zieht in kleinen Schritten nach.

Frage nach Erhalt eines Briefes



Können sie von früherer Größe nicht lassen, daß das "Large" jetzt explizit auf die Briefmarken muß?

(Das Web hilft: Anscheinend sind das Briefmarken für "Large Letters", nicht aus einem large country...)

Blogosphärisches

Die einen können's nicht lassen, die andern fangen erst an:

Ich freue mich, daß Lila (Letters from Rungholt) und Alipius (Klosterneuburger Marginalien) das Bloggen wieder aufgenommen haben - und genauso daß Michael (Quo vadis?) damit begonnen hat.

Seiberts Hunger und Durst

Man muß kein Steffen Seibert-Fan sein, um von der Offenheit seiner Worte beeindruckt zu sein. Und gleichzeitig von der Art, wie er das Allein-Wesentliche, die Perle sozusagen, enthüllt und verbirgt zugleich:

"Ich habe danach gehungert, es hat mich danach gedürstet, wenn Sie es alttestamentarisch hören wollen. Ich wollte an die Quelle." (Tagesspiegel via Zeit)

This Is the World We Live In

Wer Katzenjammer hat, braucht keinen Phil Collins & Cie.

Vermischte Gedanken aus einem akuten Zustand liturgischer Depression

Was sich in den zwei drei Jahren seit "Summorum Pontificum" geändert habe, wurde in dieser Woche gefragt. - Ich schaue um mich und sage: "Nichts."

"Beten allein ist zu wenig. Gottesdienst allein reicht nicht.... Gottesdienst ist nur richtig, wenn er uns hilft, den Nächsten zu lieben." - So der Zelebrant in seiner gutgemeinten "Hinführung" zum "Thema" der heutigen Liturgie. Was für eine tückische Kombination! Natürlich und keine Frage: Im Sinne Jesu und des Sonntagsevangeliums, des Gleichnisses vom barmherzigen Samariter, ist Beten nicht alles. Aber könnten wir uns vielleicht einigen, daß wir beten, wenn wir beten, und Eucharistie feiern, wenn wir sie feiern? Und nicht gleichzeitig einen Klaps auf den Hinterkopf bekommen, der uns ablenkt? Oder sagt der Priester auch jenen, die sich gerade als Samariter betätigen, daß das nur die halbe Wahrheit sei, daß Nächstenliebe allein zu wenig ist und leibliche Barmherzigkeit nicht reicht?

In seiner Predigt fand es der Zelebrant gar nicht gut, daß wir Zuständigkeiten und Delegationen einrichten für Dinge, die wir selber ungern tun. Die Caritas sei für die Nächstenliebe zuständig und der Priester sei der Experte fürs Seelenheil. Oho, dachte ich mir: Da taucht es also noch auf, das Seelenheil. Signal seiner fortdauernden, wenn auch ein wenig zombiehaften Existenz.

Immerhin wurde bei den Fürbitten auch meiner gedacht. Als für die Randgruppen gebetet wurde und für alle, die sich an den Rand gedrängt fühlen. Denn in der Tat, als CMBC (Conservative Male Bavarian Catholic), der in einem Frauenberuf und in einer Industrie arbeitet, die als Sündenbock für alles mögliche herhalten muß (Abzocke, tote Patienten, Misere des Gesundheitssystems etc.) gehöre ich doch gewisslich dazu, oder? - Zugegeben, ich fühle mich nicht so. Aber doch nur weil ich die Stimme meiner Mutter im Ohr habe, die mit Selbstmitleid bei ihren Kindern nichts anzufangen wusste. Eigentlich hätte ich alles Recht!

Aufgabe: Sie haben drei Sekunden Zeit, "Ihrer Verstorbenen" zu gedenken. Zeit läuft. 21, 22, 23. Aus! - Wie weit sind sie gekommen? Wie viele haben Sie erinnert? Wie viele Gesichter vor Augen gehabt? Konnten Sie für sie beten? - Genauso weit wie Sie kam ich heute morgen beim 3-sekündigen Totengedenken im Hochgebet. Gut, daß es den Ewigen Hohenpriester gibt, der auch diese zwar angesagten, aber nicht durchgeführten Gebete vor den Altar des HÖchsten bringt.

Einleitung zum Schlußsegen: "Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag im Schatten und eine gute Woche. Dazu segne uns der allmächtige Gott..." - Wozu genau, fragte ich mich? Zum Sonntag im Schatten? Zur guten Woche? - Und nebenbei: wo bleibt hier, wo es doch wohl um die Zeit nach dem Gottesdienst und die am Anfang, als sie gegen ein verkürztes Christentum, gegen überbetonte Liturgie und Innerlichkeit in Stellung gebracht wurde, so wichtige Nächstenliebe?

Versus populum ist liturgisches Zentraldogma. Alles, oder besser: fast alles ist erlaubt, solange es nur mit Blickrichtung zum Volk und für das Volk sichtbar geschieht. Ironischerweise drehte sich der Zelebrant das erste und einzige Mal in der heutigen Messe "mit dem Rücken zum Volk" und hin zum Hochaltar, als eigentlich versus Mariam angesagt gewesen wäre: während des Marienlieds zum Schluß. Wir lernen: Liturgie heißt Entkopplung.

Gibt es eigentlich schon eine empirische Untersuchung, wie oft die voll, bewußt und aktiv an der postkonziliaren Liturgie teilnehmenden Gläubigen während derselben tatsächlich in direkten, ich-zu-Du-Kontakt mit GOtt treten? Also tatsächlich in einem bis zu einem gewissen Grad gelungenen Zustand der Sammlung GOtt ansprechen? (Bloßes Mitsprechen zählt nicht.)

Noch ein Vorschlag für eine empirische Analyse, die man richtig breit anlegen könnte: Wie lange dauert es von dem Zeitpunkt an, zu dem der Zelebrant die Sakristeischwelle überschreitet, bis er zum ersten Mal GOtt anspricht? Gibt es eine direkte Relation zur Anzahl von Worten, die er während in dieser Zeitspanne über das liturgische Vorgeschriebene hinaus sagt? (Das Eingangslied und das Kreuzzeichen am Beginn zählen nicht, wegen meiner Hypothese, daß beides de facto eher Lippen- als Herzensgottesdienst ist.)

9. Juli 2010

WM-Quark

Zum zweiten Frühstück ein Früchtetraum von Ehrmann: die "Spanische Orange" aus der WM-Edition. "Locker leichter Quark auf erlesenen Früchten".

Dann müssen wir sie halt außerhalb des Spielfeldes hinmachen, die Spanier.

6. Juli 2010

Mahner Rahner, Neuheiden und Altchristen

Gerade bin ich über einen dieser prophetischen Sätze von Karl Rahner gestolpert, die der Jesuit vermutlich nicht so meinte, wie sie 40 Jahre später klingen. Aber so ist das mit Propheten: Nicht immer ist ihnen so ganz klar, was der Geist sie sagen lässt. Ihre Worte bekommen in einem späteren Kontext eine zusätzliche Bedeutung, eine neue Stoßrichtung - und überraschen daher umso mehr.

In "Strukturwandel der Kirche als Aufgabe und Chance" (1972) schreibt Rahner:

"Ein neu aus dem sogenannten Neuheidentum gewonnener Christ bedeutet mehr, als wenn wir zehn 'Altchristen' noch halten."

Sollte nicht die Kirche, sollte nicht gerade die dem Rahnerschen Geist und Erbe besonders verpflichtete deutsche Kirche dem aktuellen, dem 2010er Sinn dieses Satzes nachspüren?

Geht es wirklich darum, die letzten verbliebenen Schäfchen, die vor allem für die Kirchensteuer gebraucht werden, zu anästhesieren, ruhig zu stellen und keinesfalls zum Unzeitgemäß-werden aufzufordern? "Mitten in der Welt" solle die Kirche sein, sagt Ihr, liebe geweihte und ungeweihte Hauptamtliche - nun, da sind sie längst, Eure Schäfchen und da sollen sie "um Gottes und der Menschen willen", wie eine Eurer Redewendungen lautet, auch bleiben, nicht wahr? Kein "auserwähltes Volk", keine "kleine Herde", kein "Glaubt ihr nicht, so bleibt nicht!", kein "Folgt mir nach!"...

Wie wär's, wenn Ihr stattdessen einmal einige von den ehemaligen Neuheiden fragt. Ja, richtig: Das sind die besonders Eifrigen - weil sie nämlich ernst nehmen, was Ihr eher notgedrungen erwähnt. Daß der Glaube an Jesus rettet, daß Nachfolge etwas kostet, daß die Fülle der Wahrheit nur in der Kirche zu haben ist, daß ebendort, mit der Wahrheit, nein, als die Wahrheit der lebendige Jesus Christus begegnet, der nicht nur Mensch wie wir war und ist - davon gibt es aktuell mehr als 6,8 Milliarden, und sekündlich werden es mehr -, sondern der fleischgewordene GOtt, der menschgewordene Sohn des Vaters, der Retter Israels und der Heiden zugleich.

Ich weiß, sie klingen ab und an schrill für unsere harmoniebedürftigen Ohren, mir geht es genauso, ich verstehe Euch gut! Aber vielleicht wären sie ein bißchen leiser, wenn sie nicht das Gefühl hätten, in die verkehrte Gesellschaft geraten zu sein. Frisch getauft, mit neuem Leben bekleidet, mit blitzblanker Seele, hören sie nun, daß es in der Taufe eigentlich und bestenfalls um Aufnahme in die Gemeinde geht. Daß sie ihres alten Lebenswandels doch nicht hätten müde oder überdrüssig werden müssen - denn der ist ja Maßstab für Wiegenkatholiken oder doch wenigstens zu dulden. Daß sie sich mit allen anderen Katholiken den Erfahrungen fremder Religionen zu öffnen oder eine zeitgemäße, mystische, überkonfessionelle "Spiritualität" zu entwickeln hätten. Daß es nicht darauf ankomme, was man glaube, sondern daß man ganz allgemein ein anständiger Mensch sei, golden geregelt sozusagen.

Ein seltsames Spiel kann man da beobachten, und ich weiß nicht, was Karl Rahner dazu gesagt hätte: Ehemalige "Neuheiden" wollen so werden, wie die "Altchristen" eigentlich sein und leben sollten, während die "Altchristen", bitteschön mit bischöflichem Segen! endlich, endlich leben möchten wie "Neuheiden". Oder vielleicht besser: sie leben schon so, aber der Segen fehlt halt noch. A bisserl samma scho noch katholisch, göi?

5. Juli 2010

Eine musikalische Reise für die Kleinsten

Gar nicht früh genug kann man Kinder an gute Musik heranführen. Dafür brauchen wir keine Musikpädagogen; das wissen wir auch so.

Mein Beitrag zu dieser heroischen Aufgabe soll heute das neueste YouTube-Video der Bluegrass Babies sein, mit einer Reise auf dem Orangenblüten-Express quer durch die Vereinigten Staaten:

Funktion fürs Bloggerego

Für die Blogger.com-Nutzer in der Blogozese, und die gibt es ja reichlich, der Hinweis auf eine neue und recht ansehnliche Statistikfunktion, die Google in den letzten Tagen auf der Plattform draft.blogger.com eingeführt hat. Dort gibt es im Dashboard den Link "Statistiken".



Von Screen Captures

Bücherhimmel auf Erden

Hannes Hintermeier berichtet für die FAZ aus einem gelobten Land, einem Stück Himmel auf Erden, einem Ort, wo die Welt noch in Ordnung ist: aus der vatikanischen Bibliothek, die nach über zwei Jahren Umbau demnächst die Türen wieder öffnet.

Lesen heißt, die Zeit stillstehen zu lassen

4. Juli 2010

Vom Bild hinweggetragen

Irgendwie hatte es der Prediger heute morgen mit den Brücken, die die Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan gebaut hätten und auch selbst gewesen seien.

Ein bißchen sehr anschaulich war für meinen Geschmack dann freilich der Satz, sie hätten sich "wie Brückenpfeiler in den Schlamm ihrer Zeit rammen lassen".

Ohne Worte

Das gestrige Viertelfinale braucht ja wohl nicht zu kommentiert werden. Es spricht für sich.

Das Kindertheater im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit

Keine ganz neue Beobachtung, aber immer wieder verblüffend:

Da opfert man als Onkel - gerne! - einen halben Sonntagnachmittag, weil ein Kindergartenfest mitsamt kleiner Theateraufführung stattfindet - und stellt fest, daß die Eltern der vortanzenden Nichte gar nicht teilnehmen. Das heißt: Anwesend sind sie zwar, aber mit allen Sinnen beschäftigt, das Ereignis per Video- und Fotokamera für eine eventuelle, zukünftige Aufführung im heimischen Wohnzimmer festzuhalten.

3. Juli 2010

Sieben Blogger mit vier Blogs

Für euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Blogger. Franz-Josef Bode, der Bischof von Osnabrück, geht seine ersten Schritte in die Blogosphäre, zusammen mit drei seiner Diözesanen und nach dem Motto Pauli: "Ich wollte euch nicht nur am Evangelium teilhaben lassen, sondern auch an meinem eigenen Leben" (1 Thess 2,8).

Aus St. Ottilien meldet sich schon seit einiger Zeit P. Willibrord Driever OSB mit "Zwischenrufen".

Unter dem Motto "O Crux Ave Spes Unica" hat Cordulchen das Bloggen begonnen.

Und dann ist da noch Cornelia, Postulantin im Säkularinstitut St. Bonifatius, die aus der selben Position bloggt wie wir anderen Laien: mitten in der Welt, medio in mundo.

Ihnen allen ein herzliches Willkommen, allzeit das rechte Wort und Gottes Segen.

(Die Hinweise kamen von verschiedenen Blogozesenblogs - wie immer vielen Dank!)

Das könnte ich sein -

- aber nur, wenn das nicht unter falsche oder zur Schau gestellt Demut fällt:



(wieder einmal von Pithless Thoughts)

Google erklärt

How Does Google Work?

Infographic by PPC Blog

(via netbib weblog)

1. Juli 2010

Musik an den Wurzeln

Carolina Chocolate Drops nennen sich drei junge afroamerikanische Musiker - in Anlehnung an eine fast vergessene Gruppe aus Tennessee, die ihren Namen ebenfals von Schokodrops herleitete.

Sie spielen flotte und gekonnte Jug Band-Musik, in einer sehr traditionellen Vortrags- und Spielweise, die sie bei Überlebenden aus der guten alten Zeit gelernt haben. 3 Minuten Punk mit Banjo, Fiedel und Krug.

Statusmeldung

Ich konnte vorhin eher unerwartet in Saint-Pierre de Montrouge eine sehr besinnliche Heilige Messe mitfeiern. Durch die Kombination allgemeiner liturgischer Orientierungsfähigkeit, Französisch-Grundkenntnissen und der vorher per iBreviary heruntergeladenen Lesungen war die tätige Teilnahme kein Problem. In der richtigen "Stimmung" war ich auch - die kommt von allein, wenn man genug zu danken, zu bitten oder zu bereuen hat. Mindestens ist das meine Erfahrung.

Was ich dabei so richtig gut fand (als ob das zählen würde angesichts des Präsens, durch das wir in die reale Präsenz des EInen versetzt werden!), waren die wenigen Lieder: ein gregorianisches Sanctus und das gesungene "Je vous salue, Marie" am Ende. Keine Orgel.

Die Gemeinde bunt gemischt, wie das so ist in Weltstädten, und mit geschätzten 100 Seelen einigermaßen zahlreich.

Weitere magnalia DEi sollen hier unerwähnt bleiben.

Danach ein Sandwich, ein Kronenbourg, und zurück an die Arbeit.

Das Leben kann so schön sein - abgesehen davon, daß die restlichen scipiones woanders stecken als ich.

28. Juni 2010

Der Fall Belgien

Mindestens ein paar belgische Katholiken scheint es zu geben, die an der Razzia im Amtssitz des Mecheln-Brüsseler Erzbischofs und in der Krypta seiner Kathedrale nicht nur böse Kräfte eines kirchenfeindlichen Staates am Werk sehen, sondern auch den Fluch der bösen oder mindestens der unterlassenen guten Tat:

Alexandra Colen: The Fall of the Belgian Church

Chuzpe caro facta

Wenn mich im kathweb-Bericht über eine Umfrage bei 500 österreichischen Pfarrern etwas überrascht hat, dann nicht die Antworten, sondern die Chuzpe, mit der sich Theologe Zulehner jetzt hinstellt und warnt.

Was hat er eigentlich in den letzten Jahrzehnten getan? Welchen Anteil hat er denn an der Drift? In welchem Geist hat er gelehrt und jene Priester mitausgebildet, die er jetzt befragt?

Falls Prof. em. Zulehner für das ORF der aktuellen Studie eine Fortsetzung anhängen darf, würde ich anregen, die 500 österreichischen Priester einmal direkt zu dem zu befragen, was sie vom Credo noch glauben und das dann mit den Antworten aus Teil I zu korrelieren. (O.K., ich weiß, nachträglich darf man das nicht...) Wetten, daß wir ganz aufschlußreiche Erkenntnisse gewännen? Vielleicht wäre Zulehner dann gar ehrlich überrascht? Oder würde er immer noch sagen:

"Die überfällige Reform des Credo findet faktisch statt, in jenen Pfarrgemeinden mit aufgeschlossenen Pfarrern"?

27. Juni 2010

Frag Paul

Paul hatte recht. Wegen des Viertelfinales fragen wir im Lauf der kommenden Woche nach:

Alexia sine agraphia

Ein kurzes, animiertes Kapitel von NPR über Howard Engel, einen kanadischen Schriftsteller, der nicht mehr lesen, aber noch schreiben kann.

Boff im Kirchenfunk

Gut, daß es Radio Vatikan gibt. Sonst hätten wir ganz vergessen, daß Leonardo Boff auch noch unter uns weilt.

Boff ist nicht nur "Wahlvater" von fünf Kindern und teilt mit seiner Lebensgefährtin Marcia Maria Monteiro de Miranda die "Freuden und Sorgen verantwortlicher Elternschaft", sondern hat auch eine Meinung zu Mißbrauchsskandal und Kirchenkrise:

"Der Kirche muss meiner Ansicht nach geholfen werden, damit sie ihre Aufgabe und Funktion in der Welt weiterführen kann. Es wäre sehr schade, wenn die Kirche wegen dieser kritischen Situation herabgewürdigt oder ihre heilige Existenz als Vertreterin des Erbes Jesu in Frage gestellt werden würde. Deshalb muss sich die Kirche ihre Fehler eingestehen und transparent machen und um Verzeihung bitten. Und sich auch von Laien, von Fachmännern, wie Psychologen und anderen Experten, die verstehen, was da passiert ist, helfen lassen – um das künftig zu vermeiden, mit Maßnahmen, die solche Fälle schon im Vorfeld verhindern können." (Quelle)

Ist es der "idealist turn" - von wegen der Kirche "heilige Existenz" , die - selbstkritische? - Absage an ihre Herabwürdigung und ein selbstverständlich und unangefochten klingendes "Wir", was die Nicht-Nachricht für die deutsche Redaktion von Radio Vatikan qualifiziert?

Gut, daß unsereinen heutzutage fast gar nichts mehr überrascht...

Neben dem neuen: Das alte Deutschland feiert linke Urständ

Neben dem neuen, dem Sommermärchen-, dem Özil-Schweinsteiger-Podolski-Deutschland gibt es auch noch das alte Deutschland: unlocker, humorlos, ironiefrei, konsequent bis zur Gewalttätigkeit, engstirnig, totalitär.

Diesmal ist es die Berliner Linke Szene, die einen anscheinend wohl integrierten Handyladenbesitzer fragen lässt: "Darf ich nicht stolz auf Deutschland sein?"

"Linke bekämpfen vermeintlich zu deutsche Araber" (Welt)

Germany 4 - England 1

Während wir an diesem wunderschönen, sonnigen Sommersonntagabend mehr oder weniger lärmig im Glanze des Glückes blühen, macht sich England an erste Schmerzbewältigung:

"England's World Cup is over. Slowly, blinking, we get back to our lives. Whatever you use to block out the pain and disappointment, just know that it can't possibly get worse than this. Know that England were lucky that Germany only scored four. Know that the generation of footballers that did this to us will never play together at a World Cup again. Imagine, perhaps, that they feel as bad as you. Perhaps they do. It's for people more learned than me to try and pick through the footballing reasons for that defeat. My advice? The sun's still out. Try and enjoy it. And there's still two weeks of World Cup to go. Try and enjoy that, too." (Jonathan Liew im Daily Telegraph-Live Ticker)

Ich bin restlos begeistert von der deutschen Mannschaft, von ihrer ganzen Spielweise, ihrem Auftreten, ihrem Einsatz, ihrem Teamgeist und ihrer Freude, gerade nach dem Spiel: Podolski, Schweinsteiger, Müller - sie wissen, was sie können und was sie gerade vollbracht haben; sie erkennen an, daß zum Können Glück hinzu kam; sie sind selbstkritisch und bescheiden - und sie sind entschlossen, wie es scheint, so weiterzumachen wie es ihnen heute gelang. Und sie vergessen weder Oma noch Opa!

¡Qué simpáticos!

26. Juni 2010

Lied zum Sommersonnenabend



Die Girls Group heute heißt "Katzenjammer", kommt aus Norwegen und spielt einen forschen Mix aus verschiedenen Volksmusiken. "Ain't no thang" bleibt freilich im musikalischen Rahmen dieses Blogs...

Da waren's nur noch acht!

"Jeden Samstag Abend spricht einer der acht Frauen und Männer der Katholischen und Evangelischen Kirche in Deutschland das 'Wort zum Sonntag'. Heute spricht Ralf Meister, Berlin"

So liest sich der TV-Tipp zum Tag in der App der katholischen Fernseharbeit. So apokalyptisch und prophetisch, wie es sonst nicht einmal die Regenpfeifer der Presse sind, wenn sie über "die rapide ansteigende Zahl von Kirchenaustritten" dahertrillern. So radikal, wie es Joseph Kardinal Ratzinger auch in "Salz der Erde" nicht zu formulieren wagte, als er über die Kirche als kleine Herde extemporierte. Einzig Karl Rahner kommt an das obige Szenario ran - wenn er einmal sinngemäss sagt: Selbst wenn ich der letzte wäre - ich könnte nicht aufhören zu glauben und den HErrn zu lieben. (So ungefähr jedenfalls. Der Originalsatz klingt natürlich viel mehr nach Rahner...)

Noch sind wir ja nicht so weit, um uns leben Millionen von Getauften, und solche Gedankenspiele lassen sich ohne commitment durchführen - so ähnlich wie es die kindliche Heldin in einer von Flannery O'Connors Kurzgeschichten tut: "She could never be a saint, but she thought she could be a martyr if they killed her quick."

So ganz sollten wir sie uns dennoch nicht ersparen - schon weil wir dauernd einen Teil der Antwort geben. Ob wir's wissen und wollen oder nicht.

25. Juni 2010

Archäologischer Fund im Web

Ein Zitat aus einem anderen Zeitalter:

"Man muss mit dem Satan geflirtet haben, um die Sensation im Lager der Engel zu sein. Was also ist geschehen, damit der Papst neuerdings fast überall so viel Beachtung in der Öffentlichkeit findet, wahre Begeisterungsstürme für sich entfacht und sogar zum Liebling des Zeitgeistes avanciert? Hatte er sich in der entzauberten Welt von heute einfach nur verlaufen oder kommt der Applaus am Ende aus der falschen Ecke ihrer Oberflächensurfer?" (Michael Hochschild)

Und doch nur dreieinhalb Jahre alt...

(Fundort: Hier)

Ich liebe Thomas Meyerhöfer

Jeder Radiojournalist, der in selbstverständlichstem Ton und ohne weitere Erläuterung nach einem Lied von Luka Bloom bemerkt:

"Bloom ist offensichtlich ein typisch irischer Nachname. Schlag nach bei Joyce",

hat in diesen kulturfernen Zeiten alle Zuneigung und Ermutigung verdient, deren wir Radiohörer fähig sind.

24. Juni 2010

Sommer zwanzigzehn, irgendwo in Deutschland



"They were out for blood and rotten the core. Now they're back."

Die Rückkehr der Killertomaten, äh, nein: der Donatisten: Tarzisius mit einer Geschichte aus dem wahren Leben.

Bischöfe, wie wir sie erbitten und erhoffen

"Die Ausübung seiner Regierung wird pastoral nur fruchtbar, wenn sie durch eine hohe moralische Glaubwürdigkeit gestützt wird, die sich aus der Heiligkeit seines Lebens herleitet. Diese Glaubwürdigkeit bereitet die Seelen, das Evangelium willkommen zu heißen, das er in der Kirche verkündet, ja sogar die Normen, die er zum Wohl des Volkes Gottes erlässt.'

Möge daher ein jeder von Euch, innerlich vom Heiligen Geist geformt, 'allen alles' sein, indem er die Wahrheit des Glaubens vorstellt, die Sakramente unserer Heiligung feiert und die Liebe des Herrn bezeugt. Heißt mit einem offenen Herzen die vielen willkommen, die an Eurer Tür anklopfen: Führt sie, ermutigt sie auf dem Pfad Gottes, sucht einen jeden hinzuführen zu jener Einheit im Glauben und in der Liebe, deren Eckstein und sichtbares Fundament Ihr selbst in Eurem Bistum sein müsst.]

[The governance of the bishop will be pastorally fruitful only if 'it is sustained by a good moral credibility, one which derives from the sanctity of his life. This credibility predisposes minds to welcome the Gospel he announces in the church and even the norms he establishes for the good of the people of God.'

Therefore, formed internally by the Holy Spirit, may each one of you be 'all things to all,' proposing the truth of the faith, celebrating the sacraments of our sanctification, and witnessing to the Lord's love. Welcome with an open heart the many who knock at your door: guide them, comfort them along God's path, seek to lead everyone toward that unity in faith and love of which, through the will of God, you must be the cornerstone and visible foundation in your dioceses.]


So Papst Benedikt an eine Gruppe brasilianischer Bischöfe bei ihrem Ad limina-Besuch am 19. Juni 2010. (Englischer Text bei Whispers in the Loggia)

iNer für alle

Ein iPad zum Üben, zum Angeben, für Surfverweigerer, für Wanne, Pool und Dusche, zum Draufsetzen und Drunterstellen, zum erschwinglichen Preis. Für US$ 49: der iPadDummy.

Sind wir nicht alle ein bißchen geistlich?

Neuer Anlauf bei Tante Zeit: Nachdem ich nicht nur hier, sondern auch auf der Seite des fraglichen Artikels angemerkt hatte, daß allerhöchstwahrscheinlich keiner der abgebildeten Herren ein Priester sei, hat man bei der Zeit nachgebessert.

Allerdings eher so wie die Ghanesen/Ghanaenser/Ghaneen/Ghanaer gestern: mit einer gewissen Abschlußschwäche. Jetzt sehen wir nicht mehr "katholische Priester", sondern "katholische Geistliche". Umgangssprachlich macht das keinen Unterschied. Aber wenn es die Diakone freut und die Ministranten nicht mehr mitgemeint sein wollen, soll's mir recht sein. Irgendwie sind wir ja alle "πνευματικοὶ", "Geistliche" (Gal 6, 1).


23. Juni 2010

Wo man singt, lass dich ruhig nieder: Atheisten haben keine Lieder



Was Steve Martin mit den Steep Canyon Rangers da singt, ist nicht so ganz klar zu verstehen, aber eindeutig "plain fun". (Via Happy Catholic)

Hier hat mal jemand den Text versucht herauszuhören:

Christians have their hymns and pages
Hava nagila for the jews
Baptists have the rock of ages
Atheists just sing the blues

Romantics play Claire de Lune
Born again sing: He is risen
But no one ever wrote a tune
For Godless existentialism

For Atheists
there's no good news
they'll never sing
a song of faith

In their songs
they have a rule
The He is always lower case
The He is always lower case

Some folks sing a Bach Cantata
Lutherans get Christmas trees
Atheists songs add up to Nada
But they do have Sundays free

The gospels sing they sing to heaven
Coptics have the puka scrolls
Numerologists count, count to seven
Atheists have Rock and Roll

For Atheists
There's no good news
They'll never sing
A song of faith

In their songs
They have a rule
The He is always lower case
The He is always lower case

Atheists, Atheists, Atheists
Don't have no SONGS!

Christians have their hymns and pages
Hava nagilaa for the jews
Baptists have the rock of ages
Atheists just sing the blues

Catholics
dress up for mass
and listen to
Gregorian chants

Atheists
just take a pass
Watch football in
their underpants

Watch football in their underpants!

Floyds Schnäuzer

Die Radioreporterin sagte: "Floyd ist einer der Menschen, bei denen mir ein Schnäuzer nichts ausmacht, weil er selber so sympathisch ist."

Holla, dachte ich mir: Diesen Satz mitsamt der impliziten Abwertung einer Gruppe von Bartträgern kann sie nur über einen BP-geschädigten Fischer aus Grand Isle, Lousiana sagen. Und nicht über, sagen wir, Yüksel Ö., den Dönerbudenbesitzer in Bockenheim mit anatolischem Migrationshintergrund.

Manche Schnäuzer sind eben gleicher als andere. Und manche Oberlippen mehr tabu als andere.

Abschied- und Willkommensgruß

Alipius macht (erst einmal) Schluß mit dem Bloggen. Ich werde ihn vermissen, auch wenn die große Lücke, die er hinterlässt, nicht lange leerbleiben wird.

Die nächste Generation rückt nach, jetzt zum Beispiel Thysus mit "Zwischen den Stühlen", aber auch andere, die ich immer gerade dann entdecke, wenn ich gerade nicht selber bloggen kann und die ich hiermit summarisch begrüße.

21. Juni 2010

Schöne neue Welt mit schönen neuen Menschen

Von alleine geht die Evolution des Menschen nicht weiter. Da müssen die homines sapientes schon mithelfen.

Zum Beispiel indem gut eugenisch und gleichzeitig gut demokratisch schöne Menschen gemeinsam und nach allen Regeln der Reproduktionsmedizin für die Fortdauer ihrer idealen Nasen, schlanken Fesseln, straffen Ohrläppchen und silberblickenden blauen Augen sorgen.

BeautifulPeople.com macht es möglich.

Mehr bei Mashable.com.

-- Für die Kirche ist das ja eher ein Fall von "We done told you so. - Wir haben's euch doch gleich gesagt", den sie genüßlich ausschlachten könnte - falls Schadenfreude eine christliche Tugend wäre und sie nicht solche Sorgen hätte wie jetzt gerade.

20. Juni 2010

Kirche für Hartgesottene

Günther Nonnenmachers Kommentar in der FAZ

Priester und Burnout

(Nach längerer Zeit wieder einmal eine kleine Übung im Stil von Walker Percy und seinem Buch "Loch im Kosmos" -"Lost in the Cosmos")

Stellen Sie sich vor, Sie surfen im Frühsommer 2010 im Web und stoßen auf den folgenden Bericht:

"Priester sind immer größeren Belastungen ausgesetzt und drohen deshalb innerlich auszubrennen. Darauf hat der Theologe N. N. (Bamberg) auf der Jahrestagung des Priestervereins der Diözese Rottenburg-Stuttgart aufmerksam gemacht.

Insbesondere zusätzliche Dienste wie Religions- und Firmunterricht sowie Organisationsaufgaben in der Gemeinde empfänden viele Seelsorger als belastend. Sie hätten häufig nicht einmal mehr Zeit und innere Ruhe, ihre eigene Frömmigkeit zu pflegen. Hinzu kämen Anfechtungen von außen und die Enttäuschung darüber, dass sich immer mehr Menschen von der Kirche abwenden. N. N. hatte vor zehn Jahren für eine Studie etwa ein Zehntel der katholischen Pfarrer befragt. Davon sei rund die Hälfte von dem sogenannten Burnout-Syndrom bedroht gewesen. Eine jüngere Erhebung aus Baden-Württemberg zeige, dass mehr als zwei Drittel (69 Prozent) der Befragten die Arbeitsanforderungen als belastend für ihr Privatleben empfinden. 66 Prozent erklärten, dass der berufliche Stress die Wahrnehmung privater Verpflichtungen beeinträchtige."


Was denken Sie?

(a) Hört denn das nie auf? Muß denn alles dramatisiert werden? Gerade jetzt? Klar, Priestersein ist nicht einfach, heute nicht, und früher genauso wenig. Aber sind wir nicht alle vom Burnout bedroht?

(b) Genauso erlebe ich es auch. Unser Pfarrer hat mir letzthin von diesem Vortrag erzählt und daß es ihm genau so ginge. Er hetzt in unserer Pfarreiengemeinschaft von Termin zu Termin. Zum Verschnaufen kommt er gar nicht, und die Sonntagspredigt bereitet er nach Mitternacht vor. Sagt er.

(c) Hätten die Priester alle eine Partnerin oder einen Partner, und eine Familie, die sie auffängt, dann gäbe es das nicht. Bei den Evangelischen ist das anders. Schau Dir deren Pfarrer an: immer adrett, entspannt, nie nervös und depressiv. Da merkt man gleich, was das Zölibat mit einem Menschen anstellt. Dazu noch die hohen Erwartungen, die permanente Überforderung, von außen und durch die eigenen Ansprüche.

(d) Am Ursprung steht nicht-ausgelebte, nicht-angenommene, unterdrückte, unreife Sexualität, oft genug in Verbindung mit einer krankhaften Mutterbindung: Der eigenen Mutter und später dann der Mutter Kirche will man alles recht machen. Nur nicht als Versager da stehen! Hier gehört professionelle Hilfe her, durch ausgebildete Analytiker und Therapeuten. Und zwar um der Priester willen.

Wählen Sie!

Nach getroffener Wahl erfahren Sie auf der Website, daß sich diese Aussagen gar nicht auf katholische Priester beziehen, sondern auf evangelische Pfarrer. Sie lesen sie hier nach.

Was denken Sie nun über Ihre zwischen den Optionen (a), (b), (c) und (d) getroffene Wahl? Begründen Sie!

Beten Sie anschließend ein Vaterunser für die katholischen Priester, die Sie kennen, und zwei Ave Maria für die evangelischen Pfarrer, die Sie kennen.

Priester gesucht



Wäre zufällig einer der Kirchenexperten der ZEIT so nett und würde mir auf diesem Bild die "katholischen Priester" zeigen? Oder wenigstens einen? Bitte!

(Und das an einem Tag, wo ich auf mindestens zwei Websites gelesen habe, wie wichtig doch Qualitätsjournalismus sei! - Das ist er auch, doch - o weh! - warum ist er dann so selten zu finden?)

19. Juni 2010

Aufgepasst, Ihr Häresiejäger!

via Happy Catholic von xkcd:

John Zmirak und die Todsünden

John Zmirak wird seine "Bad Catholic's Guide"-Reihe fortsetzen. In den üblichen Läden ist "The Bad Catholic's Guide to the Seven Deadly Sins: A Vital Look at Virtue and Vice, with Quizzes and Activities for Saintly Self-Improvement" bereits angekündigt. Nach "Good Living" und "Wine, Whiskey and Song" nun also Tugend und Laster. Wer Zmiraks ausgelassenen, fast anarchischen katholischen Humor (mit einer gewissen konservativ-traditionsliebenden Schlagseite) mag, der wird wohl auch hier wieder seinen Spaß haben. Und fürs Leben lernen.

Rosenkranz und Jesusgebet

Aus den USA, der "Nation mit der Seele einer Kirche" (GKC), hören wir, daß an einigen Schulen Rosenkränze (oder wenigstens das offene Tragen derselben) verboten sind: Weil sie statt zum Beten dazu dienten, Gangmitgliedschaft zu signalisieren.

"Gangsters not only wear certain colors -- reds for Bloods, blues for Crips, for example -- they also arrange the beads to signal their rank in the gang, and teach young members to plead religious freedom if they're hauled into the principal's office, said Jared Lewis, a former police officer in California who worked in public schools.

"You are often dealing with gang members who have no inkling or cares about the religious significance of the rosary beads," said Lewis, who now runs Know Gangs, a training group for law enforcement officials. "They are just trying to skirt around school rules under the guise of a religious symbol."

No one is sure which gang started the trend of wearing rosaries, said Robert Walker, a former head of the gang identification unit for the South Carolina Department of Corrections. Like a lot of gang fads, he said, it likely started in California and migrated east."
(The Town Talk via Thunderstruck)

Ebenfalls aus den USA und ebenfalls über Thunderstruck kommt die Information über einen neuen Dokumentarfilm: Mysteries of the Jesus Prayer. Natürlich muß keiner bis Ostern 2011 warten, um die Geheimnisse des Jesus-Gebetes zu entdecken. Jeder kann jederzeit damit beginnen, jetzt schon. (Vgl. zum Beispiel zeitzubeten, eine Site unseres Mitbloggers Stefan Ehrhardt.)

Eine Runde Mitleid für Margot

Weil sie es öffentlich macht, bedenken wir Margot Käßmann mit einer Runde Mitleid:

"Einen neuen Job hat Käßmann, die am 24. Februar von ihren Ämtern als EKD-Ratsvorsitzende und Landesbischöfin zurückgetreten war, noch nicht gefunden: 'Ich habe keinen Arbeitsplatz, ich habe keine Wohnung, jetzt ist auch meine jüngste Tochter ausgezogen', sagte sie, 'ich werde ohne Familie irgendwo neu anfangen.'" (SPIEGEL)

Als Taxifahrerin in Hannover hätte sie bestimmt immer das Auto voll, und der Gasprom-Alt-Bundeskanzler würde gewiß gerne mal als Beifahrer mitfahren. Das geht aber aktuell nicht, weil Frau Käßmann ihren Führerschein erst zu Weihnachten wieder zurück bekommt. Schon übel.

Vielleicht kann sie sich mit Bob, Mick und anderen trösten, die auch schon wie Kiesel am Bachgrund trieben, ohne Richtung und ohne Daheim.


Bittlinger korrigiert das Darmstädter Echo (Chronistenpflicht)

Clemens Bittlinger distanziert sich von einem Artikel des Darmstädter Echo, der ihm Sätze in den Mund gelegt habe, die er so nicht gesagt habe. Anderes wiederum habe er nicht so gemeint, wie es dargestellt worden sei.

Ich hatte diesen Artikel hier im Blog mit einigen Anmerkungen versehen. Das Posting wird so stehen bleiben, jedoch mit Verweis auf den korrigierenden Text.

17. Juni 2010

Variation über Röm 3, 10

When a man he serves the Lord, it makes his life worthwhile.
It don't matter 'bout his position, it don't matter 'bout his lifestyle.
Talk about perfection, I ain't never seen none
And there ain't no man righteous, no not one.

Sometimes the devil likes to drive you from the neighborhood.
He'll even work his ways through those whose intentions are good.
Some like to worship on the moon, others are worshipping the sun
And there ain't no man righteous, no not one.

Look around, ya see so many social hypocrites
Like to make rules for others while they do just the opposite.

You can't get to glory by the raising and the lowering of no flag.
Put your goodness next to God's and it comes out like a filthy rag.
In a city of darkness there's no need of the sun
And there ain't no man righteous, no not one.
.
Done so many evil things in the name of love, it's a crying shame
I never did see no fire that could put out a flame.

Pull your hat down, baby, pull the wool down over your eyes,
Keep a-talking, baby, 'til you run right out of alibis.
Someday you'll account for all the deeds that you done.
Well, there ain't no man righteous, no not one.

God got the power, man has got his vanity,
Man gotta choose before God can set him free.
Don't you know there's nothing new that's under the sun?
Well, there ain't no man righteous, no not one.

When I'm gone don't wonder where I be.
Just say that I trusted in God and that Christ was in me.
Say He defeated the devil, He was God's chosen Son
And that there ain't no man righteous, no not one.

(Robert Zimmerman)

Wo kämen wir hin, wenn wir nicht gingen - Ein Experiment

Im Auto bin ich in das B2-Tagesgespräch geraten, mit Pfr. Hans Fischer aus Diedorf im Studio und vielen enttäuschten und empörten Anrufern in der "Leitung". "Erneuerung der Kirche" war die Tageslosung, wahrscheinlich sogar Jahreslosung.

Ich bin ja auch 100 pro dafür; ich vermute freilich, dass ich etwas anderes darunter verstehe als die Lufthoheiten. Aber egal... Auf jeden Fall dachte ich nach einer Weile: Warum wagt es die "deutsche Kirche" nicht mal für zwei Generationen ohne Rom und den Ballast aus gut 1.900 missglückten Jahren und erneuert sich so, wie sie will. In sechzig Jahren oder meinetwegen auch fünfzig schauen wir dann alle, wo wir stehen.

Dann gäbe es keinen Sündenbock jenseits der Alpen, keine Hierarchie, keine Mixas, die wie Adam und Eva selig am Ursprung der Misere stehen. Dann wäre Rechnung und Abrechnung ganz simpel und schnell aufgemacht: Euer Experiment ist geglückt oder gescheitert.

Natürlich sollten wir uns auf ein paar Kriterien des Erfolgs vorab einigen, was nicht ganz einfach wird. Ich schlage zum Diskussionseinstieg vor: 1000facher Wiedereintritt, intensives Glaubensleben in den Gemeinden, Nr. 1 in Sachen spontaner und organisierter Nächstenliebe (a. k. a. caritas), ausgeglichene Alterspyramide auf allen Ebenen und nach wie vor bestehende Kircheneinheit ebendieser dt.-kath. Kirche.

(Wer nicht dabei sein will, darf bei der RKK bleiben und ihrem kleinen, vermutlich vernachlässigenswerten deutschen Ableger, ihren verbleibenden Bischöfen und ihren männlichen zölibataren Priestern.)

- Auch jetzt, nachdem ich das aufgeschrieben habe, hat das Experiment nichts von seinem Charme verloren. Da die Umsetzung sicher nicht einfach wird, könnte es stattdessen einer der mutmaßlichen Profiteure in Form eines Zukunfsromans oder als Delphi-Studie detaillierter ausführen.

Könnte uns allen nur nützen...