12. August 2010

Der Beinahe-Bibliothekar

"He continued to speak until I, reflecting on what he was telling me, realized that he thought I knew a piece of news which was in fact then circulating within a restricted number in the Roman Curia: that, having turned 70 on April 16 that year, he had asked the Pope to relieve him of his burdensome task as prefect of the Congregation for the Doctrine of Faith and to grant his wish to spend his last years in the Vatican as cardinal librarian,” Cardinal Farina recounts. “In other words, he was asking me what I thought of his idea and what being archivist and librarian of the Holy Roman Church involved. When I realized what the Pope-to-be really meant, I gave him to understand that I had already heard the news, and I expressed clearly how happy I and the whole staff of the library were to have him join us." (CatholicCulture.org))

Ich hatte es ja schon immer geahnt, daß er in tiefstem Herzen u.a. einer von "uns" ist.

Kommentare:

Wolfram hat gesagt…

Ich vermute, die Arbeit als "Bücherwurm" hätte ihm im tiefsten Herzen mehr behagt als die Leitung der Congregatio... und ich könnte mir vorstellen, daß er die Worte Jesu an Petrus im Johannes-Epilog auf ganz eigene Weise liest.

Scipio hat gesagt…

Das hat er auch tatsächlich getan, in seiner eigenen Weise, wie Du sagst: Schon in seinem Bischofswappen taucht der Bär des hl. Korbinian auf; in seinen autobiographischen Aufzeichnungen verknüpft er ihn mit einer Psalmenmeditation von Augustinus und schreibt dann: "Der bepackte Bär, der dem heiligen Korbinian das Pferd oder wohl eher den Maulesel ersetzte, sein Maulesel wurde - gegen seinen Willen, war er so und ist er nicht ein Bild dessen, was ich soll und was ich bin?... Inzwischen habe ich mein Gepäck nach Rom getragen und wandere seit langem damit in den Straßen der Ewigen Stadt. Wann ich entlassen werde, weiß ich nicht, aber ich weiß, daß auch mir gilt: Dein Packesel bin ich geworden, und so, gerade so bin ich bei dir." (Aus meinem Leben. Erschienen 1998)