21. Mai 2011

Entrückung! (Doch der Papst bleibt cool.)

Wenn ich das richtig sehe, werden Katholiken nach der Lehre des dispensationalistischen Prämillenarismus US-amerikanischer Prägung nicht mitentrückt, sondern müssen die große Trübsalszeit auf Erden durchstehen. Manche nutzen die Zeit, um mit Astronauten zu telefonieren (via Elsas Nacht(b)revier).



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Der 21. Mai sei gar nicht der Tag der Entrückung, sagen Sie? Alles eine Erfindung christlicher Fundamentalisten? - Aber was fangen Sie dann mit diesem Cartoon an, dem Mimi-and-Eunice-Post-Rapture-Special?



Unterdessen, in Korea ...

Während wir in Deutschland uns mit Ästhetik, Attraktivität und Selbsterfülltheit eines Dirk Tänzler als katholischer "front figure" herumschlagen, haben die Katholiken in anderen Ländern ganz andere Aushängeschilder.

Das Bild zeigt Kim Tae-hee, 31 Jahre alt, Schauspielerin und "schönste Frau Süd-Koreas". Man sieht: Es geht auch anders. Und nur westliche Überheblichkeit hält sich selber angesichts solcher Bilder für kulturell-zivilisatorisch und aufgeklärt-konzilsgeist-katholisch überlegen. (via Western Confucian; vergleiche auch das Posting "The beauties of Korean Catholicism")

20. Mai 2011

Der Stoff, aus dem die Thesen sind

Wer nicht warten mag, bis die Thesen angeschlagen sind, oder wer noch Einschlaflektüre sucht, kann sich beim BdKJ schon einmal die "Altenberger Streitschrift" (als Beschlußvorlage) reinziehen oder sich quick über das Wordle dazu eine Meinung bilden.

Ich sach ma so: Nix überraschendes. Quod erat expectandum. Auf Tänzler et al. ist eben Verlaß.


19. Mai 2011

Facial Hair rules!


Der defensor fidei des 21. Jahrhunderts trägt Bart. Eindeutig.

Den sichtbaren Beweis gibt es bei den Acts of the Apostasy.

Dankeschön, Elsa, für den Hinweis!

Der ewige Jüngling auf der Walz

Herzhaft lachen musste ich über den Reisenden in Sachen Dirk Tänzler; ich sah ihn vor mir, wie er von Diözese zu Diözese tippelt, von Kirchturm zu Kirchturm, von Pfarrheim zu Pfarrheim. Aus dem Interview, das er in eigener Sache dem Domradio gab, lässt sich mittels des Methodenmixes der Historischen Kritik ganz easy die ipsissima vox Dirk Tänzlers rekonstruieren.

Dirk: "Hallo zusammen! Ich bin der Dirk und reise durchs Land."

Jugendliche: "Ja, und? Müssen wir dich kennen?"

Dirk: "Eigentlich schon. Ich bin seit 5 Jahren der BdKJ-Vorsitzende und Mitglied im Zentralkomitee. Ich will beides bleiben. Und biete mich wieder dafür an!"

Jugendliche: "Ja, ja, schon gut, Dirk. - Du siehst aber schon ein bißchen älter aus. Wie alt bist du denn? Darfst du überhaupt noch in den Kindergottesdienst? Oder ins Jugendhaus?"

Dirk: "Ich habe Kontakt zu jungen Menschen. Ich brauche den Kontakt zu jungen Menschen und ich kann auch damit umgehen, dass man mir sagt, du bist jetzt 42 und kannst aus deinem biologischen Alter heraus nicht mehr Jugend vertreten."

Jugendliche: "Aber ein bißchen mollig bist Du schon. Sogar wenn man dich aus deinem biologischen Alter heraus betrachtet."

Dirk: "Ich fühle mich noch durchaus jünger. Ich kann jetzt nicht sagen, ob ich mich 30 oder 35 Jahre alt fühle… Aber ich bin noch agil, ich bin noch fit, ich bin noch dabei."

Jugendliche: "Ok, ok, krieg dich ein. - Aber unsere Lebenswelt, wie du wohl sagen würdest - die kennst du doch überhaupt nicht?"

Dirk: "Katholische Jugendverbandsarbeit hat mich geprägt in meinen Jahren, ein gut Stück, und da weiß ich, wie ihr lebt und wie ihr tickt."

Jugendliche, endgültig die Augen verdrehend und zu Tode gelangweilt: "Wie wir ticken, das weißt du? - Wenn du das wüsstest, hättest du schon längst Leine gezogen, die Fliege gemacht, die Platte geputzt, oder wie damals sagte, als du noch so alt warst, wie du dich fühltest und auch noch so aussahst."

Dirk: Kein Ton mehr. Nix, nada, null. Blackout, schneeweiß bis zum hohen Haaransatz. Schnelle, oberflächliche Atmung. Kurz vor der Ohnmacht, wie es scheint.

Jugendliche: "Na gut, Alter, bevor du uns hier noch umfällst. Wir melden dir's mal anders zurück, ein bißchen höflicher: Ja, wir wollen das mit Dir weiter überlegen. Und so darfst du das auch gerne dem Domradio sagen!"

Bilder aus der alten und der neuen Welt

Kürzlich machte mich ein Freund auf das Fotoarchiv von Life aufmerksam, das spannende Schätze birgt, so zum Beispiel die Bilderserie:



Nicht aus Life, sondern von der Library of Congress stammt eine Bilderserie aus den frühen 40er Jahren, die das Amerika der Nach-Depressionsjahre und ersten Kriegsjahre zeigt:

In the Bleak Light of Depression (Daily Mail Online)

17. Mai 2011

Schleifung der Bastionen


"Schleifung der Bastionen" ist einer jener Slogans, die gerne zur Hand gehen, wenn es heißt Ordnung zu schaffen im Gewirre des innerkirchlichen Meinungsstreits. Zuletzt zum Beispiel der Frau Professorin Johanna Rahner in ihrem Beitrag über das "entscheidend Katholische" in den "Salzkörnern" des "Zentralkomitees der deutschen Katholiken".

"Schleifung der Bastionen" ist eine Schwester des "Geistes des Konzils", obwohl sie denselben Vater hat wie der "Antirömische Affekt", nämlich Hans Urs von Balthasar.

"Schleifung der Bastionen" ist eine kleine Schrift von 82 Seiten, die zuerst 1952 erschien, also 10 Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In einer Blütezeit der Katholischen Kirche, wie es manchen Nachgeborenen gelegentlich scheint.

"Schleifung der Bastionen" - Hans Urs von Balthasar wollte nicht die Kirche der Welt angleichen. Es ging ihm darum, daß die Kirche erkennt: Sie ist längst schon vor und in der Welt "exponiert", ihr ausgeliefert (wie ihr Herr übrigens). Sie ist zur Welt gesandt, um Zeugnis zu geben von der Liebe ihres HErrn. Selbstgenügsamkeit und Selbstbeweihräucherung sind Versuchungen und keine Spitzenleistungen des Christen. Wer an den GOtt glaubt, der das Heil aller will und dessen SOhn für das Heil aller am Kreuz starb, der kann "nur mit allen Brüdern und Geschöpfen zusammen vor den einen Gott, Vater, Sohn und Geist treten" wollen.

Das sind die Bastionen, die es zu schleifen gilt: Nicht die der größeren Liebe, nicht die des Unverstandenseins, nicht die des Gehorsams vor dem Wort GOttes. Sondern die, die uns genügsam werden lassen und selbstzufrieden, die uns in eine "splendid isolation" führen. Und sei es auch eine "splendid isolation" der vermeintlichen Offenheit und Liberalität, die im liberalen Innenraum bleibt, statt mit Sack und Pack unter die Heiden zu gehen. An der kath.-theologischen Fakultät und im Kirchendienst ist gut liberal sein, immer noch lebt und atmet man unter seinesgleichen, und ein paar Mal im Jahr geht es zum ZdK und ein paar Tagen der Selbstvergewisserung. Wer zusammen klagt (und sei es über den Papst), der ist immer noch innerhalb der Bastion.

Mich Petitionschristen freuen solche Nischen zwar, aber sie sind mir fremd: Ich lebe und arbeite 24/7 außerhalb der Bastionen und bin froh, ab und an ein paar Atemzüge gnaden- und weihrauchvoller Luft zu nehmen. Wo ich bin, stelle ich Kirche dar für viele um mich: als Underperformer oft genug, wenig glaubhaft. Aber es wollen ja auch nur wenige wissen, woraus ich lebe und Kraft und Freude schöpfe. Mein Gebet für sie mag genügen und ersetzen, was an meinem offenen Zeugnis mangelt.

Meine Exposition zur Welt: Ich bin froh um das Stück Brot, randvoll mit dem präsenten Jesus Christus, das ich am Sonntag empfangen darf. Ich bin froh um die Perlen des Rosenkranzes, die mir die Bitten um vermehrten Glauben, stärkere Hoffnung, glühende Liebe auf die Lippen treiben. Ich bin froh um das Glaubensbekenntnis, die Bibel, die Worte des Papstes - um all das, was mich kräftigt und hält. Ich habe keine Lust, mich permanent zu befragen, ob mir denn "die" Theologie noch zu glauben erlaubt, was ich im Elternhaus, in Kindergarten, im Kommunionunterricht oder in der Schönstattgruppe gelernt habe, gelernt mit Kopf und Herz. Vor allem nicht, wenn ich erlebe und erfahre: All das erlaubt mir den Blick auf den Glutkern, eröffnet mir den kurzen, direkten Weg ins Zentrum: dorthin, wo das durchbohrte Herz der Welt schlägt.

Wir stehen nicht nackt und als die "Loser" des 20. Jahrhunderts zwischen eingerissenen Mauern und geschleiften Befestigungen, sondern stehen Haut an Haut, Herzschlag an Herzschlag inmitten unserer Schwestern und Brüder, die nie glauben konnten, die ihren Kinderglauben ablegten wie ein klein gewordenes Kleidungsstück, die mit Sehnsucht Orientierung suchen, den Orient, den "Wahren Morgenstern".

Ein Traum geht in Erfüllung: Wir wachen auf und das geträumte Abenteuer ist wahr. Es findet statt. Hier und jetzt. Und wir sind nicht allein, sondern bestehen es, erleben es mit den großen Abenteurern der Kirchengeschichte (von denen es einige gab, auch unter denen, die scheinbar "hinter den Bastionen" in Sicherheit schienen. Siehe Therese von Lisieux!). Erleben es in Gemeinschaft mit dem SOhn GOttes, der in uns, SEiner Kirche, durch die Zeit geht, allen nahe, die ihn suchen, vor allem aber denen, die nach IHm rufen, und denen, die arm sind. Die nichts mehr erwarten und die alles erwarten: von IHm.

Bitte

"Gewähre uns die heilige Leidenschaft,
Die Zeit zu deuten und zu Dir sie heim zu führen!"


(Reinhold Schneider: Prolog)

16. Mai 2011

Mr. Johnsons Lieder

Robert Johnsons 100. Geburtstag am 8. Mai ging spurlos an diesem Blog vorüber. Bisher.

Ein würdiges, wenn auch leicht verspätetes Gedenken, und zwar ganz im Sinn des großen Bluessängers und -spielers, ist die Liste der Zehn Besten Robert Johnson-Cover auf der Website von Paste.

Mein Favorit ist Howlin' Wolfs Version von "Dust My Broom":

15. Mai 2011

Zur Lage

Vier der "Glaubensparadoxe" von Henri de Lubac (Einsiedeln: Johannes, 1972):

"Alle Formeln, alle Vorsichtsmaßnahmen der Orthodoxie, alle Skrupel, buchstäblich konform zu sein, kurz alle Schranken sind machtlos, die Reinheit des Glaubens zu bewahren. Fehlt der Geist, ist das Dogma nur noch ein Mythos und die Kirche nur noch eine Partei." (S. 12)

"Früher wollte man das Christentum 'verteidigen'. Heute will man es 'anpassen'. Zwei vorzügliche Absichten! Nur vergaß man damals vor lauter Sorge, es zu verteidigen, zuweilen zu fragen, was denn das Christentum sei. Die gleiche Gefahr droht heute einer allzuweit getriebenen Anpassung."
(S. 23)

"Wenn ich diese oder jene Institution, dieses oder jenes Symbol nicht mehr verstehe, kommt das vielleicht daher, daß die Institution, das Symbol überaltert sind. Vielleicht aber bin ich selber zu sehr Barbar und Neuling geworden.

Dann sind zwei konvergierende Anstrengungen notwendig, die einander begegnen müssen.
" (S. 26)

"Die Leidenschaft, alles in der Kirche reformieren zu wollen, ist zumeist umgekehrt proportional zum übernatürlichen Leben; das ist der Grund, weshalb die echten und wohltätigen Reformen fast nie davon ausgehen." (S. 106)

Seliger Georg

"Indem Wir den Wunsch Unseres Bruders
Friedhelm Hofmann,
Bischof von Würzburg,
vieler anderer Brüder im Episkopat
und vieler Gläubiger erhören
und nachdem Wir auch die Meinung
der Kongregation für die Heiligsprechung gehört haben,
gewähren Wir aufgrund unserer Apostolischen Autorität,
dass der Diener Gottes
Georg Häfner,
Priester und Märtyrer,
der mit Eifer und Klugheit das Evangelium bezeugte,
dessen Wahrheit er ohne Zweifel denen verkündete,
die seiner pastoralen Sorge anvertraut waren,
von nun an Seliger genannt werde,
und dass sein Fest gefeiert werden kann
an den Orten und nach den vom Recht festgesetzten Regeln
jedes Jahr am 20. August,
dem Tag seiner Geburt zum Himmel.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gegeben zu Rom,
im Jahr des Herrn 2011
im siebten Jahr unseres Pontifikats.

Papst
Benedikt XVI." (Quelle)

Einen Außenblick auf unseren neuen fränkischen Seligen, den Märtyrerpriester Georg Häfner, wirft die FAZ - und sieht das Wesentliche.

Mehr natürlich auf Georg-Haefner.de.

Ich sehe was, was Du nicht siehst, die Farbe ist egal!

"Eucharistische Gastfreundschaft gewähren" - das hört sich aus dem Mund einladender Amtsträger/innen anderer Konfessionen immer so gut an, das klingt so sehr nach dem inklusiven Ansatz Jesu Christi, der dem Vernehmen nach, und sofern wir für dieses Mal den vier Evangelien tatsächlich glauben dürfen, niemanden von seinen Speisungen und Banketten ausschloß.

Wer, der so jesuanisch eingeladen wird, mag da noch mit mittelalterlichen Sakramentstheologien antworten und sich um verwandelte aristotelische Substanzen streiten?

Als bei der näheren Erläuterung der Einladung die Priesterin dann aber ausführte, daß sich alle angesprochen fühlen sollten, die glauben, daß "dieses Brot und dieser Wein mehr sind, als was wir mit den Augen sehen", war die - zugegebermaßen eher kleine - Versuchung schon überwunden. Eine so reduzierte und verdünnte Theologie und Spiritualität der Eucharistie empfinde ich als Beleidigung meiner Vernunft. Und so katholisch ich auch bin: Meine kritische Vernunft springt bei Erreichen einer gewissen Schwelle immer noch an.

Lena and the Pious Brothers

Per Google-Ad haben sie sich reingeschmuggelt, die Pius-Brüder. Da müsste jetzt doch ein gepfefferter kreuz.net-Artikel kommen: "Dekadenz, Homoekel, Unzucht - wo die Piusbrüder werben".

14. Mai 2011

Für Alipius ...

... am Abend seines Weihetages und für uns alle, die wir uns in der Einladung des Paulus an Timotheus mitgemeint sehen, das Sonntagslied der Blind Boys of Alabama (und nicht vom Video schrecken lassen!):

11. Mai 2011

Zwei mehr

Daß Guido Horst das Bloggen beginnt, war überfällig. Möge ihm aus seiner "Römischen Warte" der exakte Blick ins nahe und weitere Umland lange gelingen. (Und wenn die RSS-Feeds, wie Alipius richtig bemerkte, eines Tages auch noch zur Verfügung stehen, sind alle alle glücklich.)

Und dann war da noch "Lass Liebe auf uns regnen", ein ruhiger Blog von mphc mit geistlichen Fundstücken aus dem Alltag, wie GOtt ihn so schenkt. Danke schön und weiter so!

Geistliche Regel

"Asceticism is utterly useless if it turns us into freaks."

Sagt Thomas Merton in "No Man Is An Island".

Das steht genau deshalb so apodiktisch da, damit wir uns nicht im Handumdrehen und aus Eigennutz zur Ausnahme erklären, die GOtt erschuf, um die Regel zu bestätigen.

10. Mai 2011

Die bessere Boygroup

Katholisches Unterholz

Ich würde mich gerne lauthals mit meinen Bloggerkollegen über Matusseks "Katholisches Abenteuer" freuen.

Leider bekomme ich momentan ein bißchen zu viel von den Gefahren des katholischen Unterholzes mit. Jenes Unterholz, das in den Abenteuererzählungen kaum auftaucht - vielleicht weil die üblichen Schemata dort nicht passen: hier der böse Rätekatholizismus mit seinen glaubensschwachen Meckerchristen, liberalen Gemeindereferenten und postkonziliaren Krawattenpriestern, auf der anderen Seite das tapfere Häuflein aufrecht Gläubiger, in Glauben und Sitten fest, dem Papst von Herzen verbunden und seinen großen Anliegen verpflichtet.

Es gibt nämlich noch die dritte Art Katholiken, die "Normalos", jene gutwilligen Immer-schon-und-nicht-anders-als-Katholiken, die glauben, so gut sie können, die zur Kirche stehen, wenn drauflos geschimpft wird, die mithelfen und mitanpacken, ohne auf Lob und Anerkennung zu schielen. Sie leben ihr katholisches Abenteuer im Alltag, in ihrer Familie und ihrem Beruf. Unauffällig und demütig (auch wenn sie das Wort nie auf sich anwenden würden). Sie haben vielleicht ihre Schwierigkeiten, den Zölibat zu akzeptieren oder die Verweigerung des Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Aber sie tragen ihre Zweifel und Bedenken nicht vor sich her, unterschreiben keine Petitionen. Solschenizyn würde sie vielleicht wie seine Matrjona zu "jene(n) Gerechte(n)" zählen, "ohne die, wie das Sprichwort sagt, kein Dorf bestehen kann. Und keine Stadt. Und nicht unser ganzes Land."

Tja, und dann sehe ich, wie dort der glimmende Docht, die kleine Flamme, die durchgehaltene Liebe gelöscht wird: Kleine Lügen, große Schummeleien, Verweigerung eines Gesprächs, freches Pochen aufs Amt. Natürlich sagt der an den Heiligen geschulte Blick: Habt Ihr anderes erwartet? Die Kirche kennt Licht und Schatten. Nehmt es als Schule der Heiligkeit, als Aufforderung, die Kirche und ihre Sünder auf allen Ebenen noch tiefer zu lieben.

Dieses Ärgernis, das die Menschen in der Kirche, nicht zuletzt auch Priester aller Facon und Kragenweite, geben, ja das auch ich gebe - das gehört leider für viele Katholiken zum "Katholischen Abenteuer" dazu. Und es sieht nicht so aus, als ob die Geduld GOttes es jemals enden lasse. Nicht diesseits des Jüngsten Tags.

The Show is over, as the FAZ enters

Definitiv der FAZ-Zeitrechnung (Beitrag 1, Beitrag 2) voraus war der Blogger von Credo ut Intelligam nicht nur bei Alison Krauss, sondern genauso sehr bei Bob Dylans legendärer Internet-Radioshow "Theme Time Radio Hour".

Hierzulande habe man in den drei Jahren, als die Show lief, kaum etwas davon mitbekommen, schreibt Jan Wiele. Ich dachte immer, es sei eine der Aufgaben unserer unersetzlichen Qualitätszeitungen, die Leser zum Wahren-Guten-Schönen zu führen.

Besser spät als überhaupt nicht.

Blogger vorm Screen und anderswo

Blogger brauchen keinen Pater Lombardi, der ihnen ihr u. U. aufgeblasenes Ego vorhält. Das machen sie schon selbst. Sehr deutlich z. B. The Crescat:

"Admittedly I was drained of the topic after 2 days. Bloggers are the heroes of the Church and defenders of Truth. We do such an amazing good. I wanted to ask if this good ever extended outside the computer monitor or in humbling acts of obedience. There is only so much of myself I can talk about.

I guess I have the luxury of honesty because my goal at blogging is not cross over journalism and for pay writing. Does that make me an honest whore?"

8. Mai 2011

Muttertagslied

"If I could hear my mother pray again" - ein Lied, das in der weißen wie in der schwarzen Gospeltradition gesungen wird.

Hier sind es die Zion Travelers, eine Gruppe aus Baton Rouge, LA, die in wechselnder Besetzung über vierzig Jahre die Gute Nachricht unter die Leute brachte.

Blogger-Ich und Blogger-Ego

Als ich den schönen Text von Elisabeth Scalia las, den sie beim 1. Vatikanischen Blognick am vergangenen Montag vorgetragen hat, konnte ich doch den Gedanken nicht unterdrücken: Über nichts sprechen Blogger so gerne wie über das Bloggen, über ihre Erfolge und MIßerfolge, über Chancen und Risiken.

Ob auch das schon überzogener Egozentrismus ist? Oder nur ein Überwältigtsein vom Charme einer sehr einfachen und sehr effektiven Publikationstechnik des "many to many", die so flexibel ist wie sonst wenige? Ob das nicht auch aus der Tatsache herrührt, daß es tausenderlei Gründe und Arten des Bloggens gibt, von denen keine die einzig-wahre oder ideale ist? Der Sportjournalist weiß, was er tut, der Kirchenredakteur desgleichen. Der Blogger befragt sich und vergewissert sich über sich selbst und sein Tun: Mein Blog ist, was ich will, was es sei. Und manchmal wird es mir unter der Hand zu etwas anderem, als ich will. Wenn mir dann mein Blog gelingt: Die Blogger neben mir führen das ihre ganz anders, mit anderen Intentionen, mit einer anderen Mixtur.

Daß sich Blogger nicht an die Kandare nehmen lassen, liegt nicht nur an einem starken Ego, an übertrieben non-konformistischem Individualismus, sondern an der Vielfalt des Bloggens und der Blogs, seiner Offenheit für verschiedenste Inhalte, Formen und Formate.

So wie die Dichter ein Ich sprechen lassen können, das nicht das ihre ist, sondern ein imaginiertes, wie die Komödianten ihre Meinung nicht unverblümt, sondern im "Schalksernst" vortragen, wie die großen Erzähler durch ihre Romane sprechen und nicht mit der Stimme einer einzigen Figur - so auch die katholischen Blogger:

Die einen schreiben offen und ungezwungen als sie selbst in aller Gebrochenheit und Unfertigkeit, die anderen gleichen sich in Tonfall und Inhalt dem Lehramt an, dritte sehen sich als Nachrichten- und Meinungslieferanten, alternativ zu und überlegen denen der traditionellen Massenmedien, die nächsten sind plakativ kirchenkämpferisch, papsttreu oder gänsweinverliebt. Die einen schreiben sich die Gefühle von der Seele, authentisch und unvermittelt oder in absichtlicher oder unbewusster Selbststilisierung. Andere halten Persönliches außen vor und treten objektiv, neutral, der Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtet auf.

Es gibt nicht DEN katholischen Blogger, genauso wenig wie es DAS katholische Blog gibt.

Wenn wir dann schon von "Egozentrismus" reden wollen, dann machen wir uns aber bitte auch klar, daß diese Versuchung oder dieses Laster sehr verschiedene Gesichter annimmt bei einem jeden von uns.

Dem Pressesprecher des Vatikan mögen die Sätze:

"Sagen wir es klar, ich bin ein totaler Feind des Ego und ich halte mich für einen Diener - jederzeit und ohne Vorbehalte. Das heißt: Ich glaube, dass in Sachen Kommunikation die Dimension des Dienstes an demjenigen, der mein Gesprächspartner ist, äußerst essentiell ist, an demjenigen, dem ich versuche, eine Botschaft zu vermitteln, die ihm nützlich sein kann, mit ihm etwas zu teilen, was von äußerster Wichtigkeit ist, und so also ein Diener am fruchtbaren Gedeihen einer menschlichen Gemeinschaft zu sein, gemäß der Demokratie, dem gegenseitigen Respekt und dem Dialog." (zitiert nach Elsa)

ein klares und zentrales Ideal vorgeben. Aber stimmen sie auch für mich, für meine Art zu schreiben, für meinen Dialog mit den Lesern, die sehr Unterschiedliches erwarten? Für meinen Dialog mit mir? Habe ich eine klare, feststehende Botschaft, die ich unidirektional vom Sender an den Empfänger geben will oder soll?

Ich muß gestehen: Ich mache mir selten Gedanken über meine Leserschaft und das, was sie von mir erwartet (abgesehen von regelmäßigen neuen Postings). Auch ist das wenigste, das ich zu teilen habe, von "äußerster Wichtigkeit", denn weder bin ich der einzige, der es sagt noch einer derer, die es am besten sagen. - und auch dieses Wenigste kommt oft genug noch "sub contrario" daher: als Zitat, ironisch, im Nebensatz, lateinisch, kondensiert.

Wie jeder Christ sollte der katholische Blogger seinem Ego grundsätzlich mißtrauen, denn es ist ja ach! so! leicht!, sich selbst zu betrügen. Aber sein Ich, seine ihm von GOtt geschenkte Berufung und Stimme, wie sie ihm am Schnittpunkt von "Sein, Zeit und Seele" (P. Joseph Kentenich) begegnet, aufzugeben - so weit darf ihn das Mißtrauen nicht führen.

6. Mai 2011

Jesus auf dem iPod





4. Mai 2011

Sonntag ...

... ist Muttertag. Wer nicht schon wieder was Süßes schenken will, wo doch das Osternest noch nicht leer ist, findet auf Mashable ein paar YouTube-unterstützte Bastelvorschläge.

Bluegrass für Dummies

Lesetipp: Die Entwicklung des Bluegrass von Grandpa Bill bis zu den Urenkeln wie der Yonder Mountain String Band, den Infamous Stringdusters und Railroad Earth.

Ohne honorary mention unser aller Alison Krauss geht es auch hier nicht.

MdB, röm.-kath.

Es gibt sie noch, die katholischen Politiker, die mit klarer Meinung und Rückgrat. Nicht sehr viele, aber manche eben doch sehr sichtbar und über die Jahre hinweg unverbogen, ohne die Angst, als klerikal und ultramontan abgestempelt zu werden.

Solche wie Norbert Geis eben. "Cicero" hat ihn jetzt porträtiert und nicht schlecht getroffen. Lücken gibt es in so einem kurzen Portrait immer. Hier kommt zum Beispiel der "fromme", gläubige Norbert Geis zu kurz, genau wie der MdB als Freund.

Ob Norbert Geis seinen Spagat wirklich zwischen Bibel und dem Autoren des "Kleinen Prinzen" und des "Nachtflug" vollzieht, halte ich persönlich für fraglich. Ich würde eher an den Saint-Exupery der "Stadt in der Wüste" denken...

2. Mai 2011

Hey Hey!



Anderthalb Minuten Big Bill Broonzy. Nichts Überflüssiges, keine Schnörksel, bloß noch Swing in blau.

Coole Blogger beim Gegengipfel?

Ich mag die Liste der 150 Blogger, die heute im Vatikan waren, nicht noch mal durchgehen, aber irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, daß es das Problem tatsächlich gab, das der "Focus" sieht:

"Vertreter konservativer und traditionalistischer Blogs fühlten sich jedoch systematisch ausgeschlossen und riefen für (den morgigen) Dienstag zu einem Gegengipfel auf. In einem Lokal in Rom gebe es Pizza und Bier und 'alle coolen Leute werden da sein', hieß es in der Einladung."

Irgendwelche K___z.net-Blog-alikes gibt's immer, lieber Focus. Auch bei "Pizza und Bier" kann man Unsinn verzapfen und ich kenne viele coole Leute, die heute da waren und morgen gewiss nicht da sein werden.

1. Mai 2011

"Ein Coenaculum in unserer Mitte"

Gerne weise ich auf die Initiative der deutschen Schönstattbewegung hin, die eine Pfingstnovene anregt.

Infos und Material hier.


Ein Edelblogger in eigener Sache

"Der professionelle Journalist ist ... eine Art Edelblogger." Dixit Prof. Dr.jur. Heribert Prantl, die Chef-Edelfeder der Süddeutschen Zeitung, "wenn man bei diesem Sprachgebrauch bleiben will" (Prantl).

Widerspruch.

Nicht jeder Journalist gehört zu den Edelfedern. Die meisten professionellen Journalisten sind einfach Standardfedern und manche sind Stinkefedern. Was macht Journalisten edel, nur weil sie (mehr oder weniger viel) Geld für ihre Text bekommen? Weil sie (vielleicht oder auch nicht) professionelle Maßstäbe erfüllen?

Den Bloggerbegriff so auszuweiten, daß er für alle gilt, die öffentlich schreiben, und dann ruckzuckhastdunichtgesehn die Journalisten zur Crème de la Crème des Bloggertums zu erheben, ist billig. Die verborgene Agenda? Wie können es Vulgärfedern nur wagen, dem Bloggeradel ans gutrasierte Bein zu pinkeln! Igitt.

Vorfreude auf die Abendmesse

Weißer Sonntag.
Sonntag der GÖttlichen Barmherzigkeit.
Maibeginn ("May is Mary's month and I muse at that and wonder why" (GMHopkins)).
Dank für den neuen Seligen.

Und das alles im Schatten des Kreuzes. Und im Licht der Auferstehung.

Gerard Manley Hopkins: Rosa Mystica


(Hybrid-Teerose "Papst Johannes Paul II" - via Jackson & Perkins)

The Rose is a mystery' - where is it found?
Is it anything true? Does it grow on the ground?
It was made of the earth's mould, but it went from men's eyes,
And its place is a secret, and shut in the skies.
In the Gardens of God, in the daylight divine
Find me a place by thee, Mother of mine.
But where was it formerly? Which is the spot
That was blest in it once, though now it is not?
It is Galilee's growth; it grew at God's will
and broke into bloom upon Nazareth Hill.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall look on thy loveliness, Mother of mine.
What was its season, then? How long ago?
When was the summer that saw the Bud blow?
Two thousands of years are near upon past
Since its birth, and its bloom, and its breathing its last.
I shall keep time with thee, Mother of mine.
Tell me the name now, tell me its name:
The heart guesses easily, is it the same?
Mary, the Virgin, well the heart knows,
She is the Mystery, she is that Rose.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall come home to thee, Mother of mine.
Is Mary that Rose then? Mary, the tree?
But the Blossom, the Blossom there, who can it be?
Who can her Rose be? It could be but One:
Christ Jesus, our Lord - her God and her Son.
In the Gardens of God, in the daylight divine
Shew me thy son, Mother, Mother of mine.
What was the color of that Blossom bright?
White to begin with, immaculate white.
But what a wild flush on the flakes of it stood,
When the Rose ran in crimsoning down the Cross wood.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall worship the Wounds with thee, Mother of mine.
How many leaves had it? Five they were then,
Five like the senses, and members of men;
Five is the number by nature, but now
They multiply, multiply, who can tell how.
In the Gardens of god, in the daylight divine
Make me a leaf in thee, Mother of mine.
Does it smell sweet, too, in that holy place?
Sweet unto God, and the sweetness is grace;
The breath of it bathes the great heaven above,
In grace that is charity, grace that is love.
To thy breast, to thy rest, to thy glory divine
Draw me by charity, Mother of mine.

Orientierung auf die Zukunft

Benedikt XVI. heute vomittag, in seiner Predigt anläßlich der Seligsprechung des Dieners Gottes, Johannes Paul II.:

Seine Botschaft war diese: Der Mensch ist der Weg der Kirche, und Christus ist der Weg des Menschen. Mit dieser Botschaft, die die große Hinterlassenschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils und seines „Steuermanns“, des Dieners Gottes Papst Paul VI. ist, hat Johannes Paul II. das Volk Gottes geleitet. So hat es die Schwelle des Dritten Jahrtausends überschritten, die er gerade mit Blick auf Christus die „Schwelle der Hoffnung“ genannt hat. Ja, mittels des langen Wegs der Vorbereitung auf das Große Jubiläum hat er den Christen eine neue Orientierung auf die Zukunft hin gegeben, auf eine Zukunft mit Gott, welcher die Geschichte übersteigt, doch ebenso auf die Geschichte einwirkt. Diesen Dienst der Hoffnung, der in gewisser Weise dem Marxismus und der Fortschrittsideologie überlassen worden war, hat er zu Recht wieder für das Christentum beansprucht, indem er ihm das authentische Aussehen der Hoffnung wieder gab, in der Geschichte in einem Geist der „Erwartung“ zu leben, in einer persönlichen wie gemeinschaftlichen Existenz zu leben, die sich an Christus orientiert, der die Fülle des Menschen und die Vollendung seiner Suche nach Gerechtigkeit und Frieden ist.

30. April 2011

Glaubt Ihr das?

Osterpredigt am Ende der Oktav:

Resurrection: Rob Bell from Rob Bell on Vimeo.



(via Hermeneutic of Continuity)

Selber schäbig

Wo ist die Solidarität, wo ist die Nächstenliebe, wo ist das christliche Verantwortungsbewusstsein? Denn noch einmal: Es sind auch Christen unter den Verfolgten, die Hilfe suchen. Und dass auf die Worte Papst Benedikts überhaupt nicht gehört wird, ist auch bemerkenswert schäbig!“ - Sagt zu Recht Frau Claudia Benedikta Roth.

Würde die Dame ihren Satz doch auch auf sich selber anwenden - da, wo sie den Papst ignoriert oder lautstark herunterputzt.

Himmlische Ironie: Luise Rinser zum 100. Geburtstag

"Sie, Herr Papst, werden diese Zeilen gewiß nicht zu lesen bekomme. Ihr geistliches Berufsbeamtenheer beschützt Sie vor solchen Reden und beraubt Sie damit des lebendigen Kontakts mit denen, deren Hirte Sie sein wollen.

Ein Hirte, von seinen Schafen getrennt durch theologische Aufpasser, kugelsicheres Glas und schwer bewaffnete Polizisten. Ein Hirte, den man vor seinen Schafen schützen muß, ein Hirte, der seine treuen Schafe für Wölfe hält und die echten Wölfe zu Verbündeten wählt. (...) Keiner Ihrer Vorgänger in diesem Jahrhundert brauchte ein derartiges Aufgebot an Polizei wie Sie. Daran ist nicht nur und nicht vordringlich die verschärfte politische Weltlage schuld. Daran sind Sie selber schuld mit Ihren [sic!
Scipio] undifferenzierten Antikommunismus, geboren aus dem alten politischen Ressentiment gegen Rußland, dieses Ihnen verständlicherweise hartnäckig anhaftende Relikt aus Ihrer polnischen Jugend, das Ihnen den echten Dialog mit dem Osten und den Linken verbietet, den Ihr großer Vorgänger Papst Johannes XXIII. eröffnete - in prophetischer Voraussicht auf das Notwendige: auf den Abbau des Feindbildes vom bösen Linken, von der absoluten Unvereinbarkeit zwischen Christentum und Marxismus. (...)

Wer hier so zu Ihnen spricht, auch wenn Sie nicht hören, ist eine Frau Ihrer Generation, älter als Sie, die in der Nazizeit, gleich Ihnen, Hitler Widerstand leistete, deren Bücher auch in Ihrem Vaterland gedruckt, in Ihrer polnischen Muttersprache gelesen und geschätzt werden, die nicht wie ihre Schriftstellerkollegen Ihre Kirche verließ, sondern in ihr aushält, obgleich sie diese Kirche kaum mehr ertragen kann (...)

Warum bleibt die Ruferin dennoch Glied dieser Kirche, obgleich sie deren Grenzen erkannt und überstiegen hat?"


Wer weiterlesen mag, was die legendäre "Ruferin" Luise Rinser am 31. Mai 1984 in "Publik-Forum" an Papst Johannes Paul II. schrieb, der kann das gerne hier tun.

Heute, zu ihrem 100. Geburtstag, steht die 2002 verstorbene Luise Rinser, "des großen Führers verschwiegene Gesandte" (LR) ziemlich armselig da: Ihre Bücher kaum noch bekannt, ihre Dikatorenfreunde geächtet und gehasst, ihre "prophetische Voraussicht auf das Notwendige" als gutmenschlich-naive Fata Morgana endgültig widerlegt.

Der angefeindete "Herr Papst" wird morgen, ganz ohne Papamobil und kugelsicheres Glas, dafür aber unter weltweiter Anteilnahme und Akklamation des Kirchenvolkes zum "santo subito", zum Seligen erklärt.

So kann es gehen mit dem "Wehen des Heiligen Geistes, ... das Menschen treibt, die Kirche nach vorne zu öffnen und eine Menschenkirche zu werden" (LR) statt eine Kirche nach Menschengeschmack.

Lasst uns also beten für unsere verstorbene Schwester Luise Rinser: Daß auf die Fürbitte des seligen Karol Woityła ihre irdische Sehnsucht gestillt werde und sie ins himmlische Reich GOttes gelange.

Lesehinweis: Nie sollst Du mich befragen (Rezension der neuen Rinser-Biographie in der FAZ vom 8. Aril 2011)

Servus servorum auf Gold

Bei Rocco Palmo gefunden:

So what?

Ich habe die ganze Woche im befreundeten Ausland mein Baguette verdient und bin erst am späten Freitag abend wieder heimgekommen. Nun stelle ich fest, daß mich nicht nur die Art und Weise kalt lässt, wie in der näheren Heimat die wirklich wichtigen Dinge des Lebens am Rande diskutiert werden, sondern daß mir auch das frische Eheglück von Kate und William nur ein müdes "So what?" entlockt.

Weiter stelle ich fest: Die Seligsprechung des großen JPII freut mich zwar ungemein, aber ich werde den Gedanken nicht ganz los, daß es eigentlich darauf überhaupt nicht ankommt. Wenn ein Papst "glückt" - und die Kirchengeschichte lehrt, daß das ganz und gar nichts Selbstverständliches ist -, dann weil er mit seiner ganzen Person ein "servus servorum Dei" wurde. Einen Dienenden, einen Demütigen feiern wir also dankbar als Geschenk GOttes an uns. Einen, der sich aktuell wohl am meisten freut, wenn wir in Sachen Glaube, Hoffnung, Liebe in seine großen Fußstapfen treten und uns sein, des Apostels und des HErrn "Dilexit ecclesiam" (Eph 5, 25) zu eigen machen.

26. April 2011

Das "Gebärender-Schöpfer-Vater-Mutter-des-Kosmos"Unser

Irgendwann, vor ein paar Jahren, habe ich auch einmal eine Randbemerkung zum Aramäischen Vaterunser gemacht - nun hat Lila es sich vorgenommen.

Die sancta simplicitas stirbt nie aus.

Es geht auch anders

Während der "Spiegel" in seiner Osterausgabe zum xten Mal post Rudolfi mortem Jesus Christus neu erfindet und doch wieder nur bei dem landet, was ins vergleichsweise kleine Hamburger Hirn passt, wartet der französische "L'Express" mit mehreren, interessanten und fairen Artikeln über "les cathos" und "les cathottes" auf.

Hier geht es zum Dossier. Allez, allez!

(Ohne daß ich die Artikel online und in Print alle en detail gelesen hätte, scheint es mir doch so, als ob die Journalisten des Express ganz ohne Verweis auf dissidente Theologen und murrendes Kirchenvolk auskämen. Unverschämt, gelt?)

24. April 2011

Ostersonntagslied

23. April 2011

Reinhold Schneider: Der Sieger

Die Blinden straft das Licht. Die Felsen halten
Den Herrn nicht mehr, der wie ein Strahl entfliegt;
Der Siegesfahne heiliger Schimmer liegt
Schon auf der Wächter schaudernden Gestalten.

Und Flammen wehen, wo sich Hände ballten,
Und Waffen splittern, die das Licht bekriegt:
Dies ist die Zeit, da Gott den Tod besiegt
Und in den Abgrund schleudert die Gewalten.

Das Licht ist offenbar. Es krönt das Wort
Und wird sich immer von der Erde trennen,
Ob sie's nicht will, und heiligt Gram und Streit.

In Deinem Flammensturme reiß uns fort!
Laß uns entbrennen, daß wir Dich erkennen!
Wenn wir erglühn, durchmächtigst Du die Zeit.


(Aus: Die Waffen des Lichts (1944))

Salvatore

So weit wie Andreas Maier würde ich nicht gehen und bei Arnold Stadlers Buch "Salvatore" von einem Pfingstereignis sprechen wollen. Auch nicht von einem geglückten literarischen Werk.

Aber intensiv, gerade in seiner Unmittelbarkeit, da, wo aus dem Bericht über den Himmelfahrtstag eines Vortragsreisenden mit Kinobesuch im norddeutschen B. eine Begegnung mit Pasolinis Jesusfilm und schließlich ein Glaubens(sehnsuchts)bekenntnis des Schriftstellers Stadler selber wird, ist der "Salvatore" auf jeden Fall und keine schlechte Karfreitagslektüre. Fast als habe Stadler mit einem Roman beginnen wollen, sei aber dann von seinem Sujet so hingerissen worden, daß er die Rede unmöglich einer Romanfigur auf die Zunge habe legen können. Wer spricht denn da? fragte ich mich kurz, als das erzählerische Ich schon wieder wechselte, aber dann war klar: Hier spricht der ehemalige Theologiestudent und jetzige Schriftsteller von sich, von seiner eigenen Sehnsucht, von seinen Begegnungen mit Jesus, von seinen Enttäuschungen und Hoffnungen. Und von seinem steten Staunen vor Sätzen wie:

"Ich bleibe alle Tage bei euch, bis ans Ende der Welt."

(Überhaupt ist es immer wieder erstaunlich, aus welchen Mündern der HErr sich Lob schafft. Aus denen von Kindern und Säuglingen sowieso, aber auch aus vielen anderen ... Und ich sage jetzt mal nicht, aus welchen Mündern wir das Lob eher nicht vernehmen.)

Umkehr

"Sentire cum ecclesia" - das scheint aus der Mode gekommen. Als Schlagwort nicht gefragt im aktuellen innerkirchlichen Streit. Nicht in Predigten eingefordert, nicht in Seminaren und Katechesen trainiert. Höchstens als vorhanden vorauszusetzen und deshalb in der Stoßrichtung umzukehren: Nicht ich sollte mich, mein Fühlen, mein Lieben, mein Glauben, mein Leben, mein Tun in die Kirche, in ihr Fühlen, Lieben, Glauben, Leben, Tun hineingeben, sondern andere, vor allem die Amtskirche, sollten sich an mich anschmiegen und einfühlen. Sentire mecum, sentire nobiscum.

Karfreitag

"Das Leiden Unseres Herrn Jesus Christus nach Johannes" und danach diesen Leib entgegennehmen, der "angeheftet, an dem Kreuze für uns starb, dieses Blut, das dort geflossen, aller Welt das Heil erwarb" - mehr als genug.

Nichts anderes mehr nötig.
Überreich beschenkt.
Tief erschüttert und beglückt.
Alles Glück, alles Heil, aller Schmerz, alle Hoffnung, alle Liebe.
Glaubhaft, weil Liebe und nichts als Liebe.
Keine Erklärung nötig.
Mitte und Wendepunkt.
Stunde und καιρος.
"All meine Quellen entspringen in Dir."

21. April 2011

Anstoß und Unsinn. Für uns aber...

"Denn als die Menschen in der Welt die Weisheit,
die Gott ihnen geschenkt hatte, nicht dazu nutzten,
um etwas von Gott wahrzunehmen,
beschloß Gott, das Heil denen zu schenken,
die auf dem Weg über den Unsinn der Kreuzesbotschaft
den Weg zum Glauben finden.
Juden fordern Wunderzeichen, um glauben zu können.
Griechen fragen nach Argumenten.
Wir Apostel aber verkündigen den gekreuzigten Messias.
Das ist für Juden ein Stein des Anstoßes, Heiden halten es für Unsinn.
Für die Christen aber, die Gott berufen hat, Juden- und Heidenchristen,
verkündigen wir den Messias als den,
an dem Gott seine Macht und seine Weisheit erwiesen hat."


(Paulus an seinem ersten Brief an die Korinther, 1, 21-24)

19. April 2011

Das letzte Ding

Ben Myers, von dessen Blog ich den Hinweis auf das Computerspiel habe, erzählt in aller Kürze eine Anekdote, die ich sehr treffend fand, gerade nach einer Pfarrbrieflektüre gestern, wo ich mir dachte: Letzte Dinge im Plural - das war einmal. Jetzt gibt es nur noch eins davon: den Himmel. Und zwar für alle. Direkt nach dem Leben. Nahtlos.

"Somehow all this reminds me of something my young daughter once said. A Sunday school teacher asked the children what they have to do in order to get to heaven, and my little girl raised her hand and replied meekly: "Die?"

Irgendwie erinnert mich das alles an etwas, das meine kleine Tochter einmal sagte. Der Lehrer in der Sonntagsschule fragte die Kinder, was sie tun müssten, um in den Himmel zu kommen, und mein kleines Mädchen hob die Hand und antwortete bescheiden: 'Sterben?'"


Keine Ahnung, von welchem alten weisen Mann oder welcher klugen Frau der Spruch stammt, der mir regelmäßig, gerade an gelungenen Tagen und schönen Stunden in den Sinn kommt. Zur Not schreibt ihn mir zu.

"Ungekreuzigt steht keiner auf."

Eschatologie leicht gemacht


Die Offenbarung Johannis als Computerspiel - der Teaser hier bei YouTube, die Homepage von "Heaven" hier.

In welchem Kreis der Hölle die Macher wohl landen werden? Siebter Kreis, dritter Ring?

18. April 2011

Das letzte Wort des Papstes

Mindestens in "Jesus von Nazareth", Band 2, lautet es:

"Freude"

Unklare Ansage zu Ostern 2011

Im Osterpfarrbrief steht geschrieben:

"Der Tod hatte auch da ganze Arbeit geleistet. Aber nach drei Tagen erwachte in denen, die ihn kannten, ein neues Erkennen von seiner Anwesenheit. Sie war weder der früheren völlig gleich- keine Wiederbelebung - noch nur eine vergeistigte Vorstellung, sondern so, dass die unverkennbare Persönlichkeit Jesu sich von den Jüngern wiederfinden ließ. Diese Erfahrung der ersten Zeugen ist die Grundlegung unserer Auferstehungshoffnung bis heute.

Natürlich mag in diesem Geschehen von damals, um der Göttlichkeit der Person Jesu willen eine Einmaligkeit verwahrt sein, die das eigentlich jenseitige österliche Geschehen dieseitig [sic!] transparent gemacht hatte. Aber das nimmt uns nichts von unserer Hoffnung: Hinter das Sterben gibt es für uns dieseitig [sic!] kein Zurück, aber jenseitig ein daraus Hervorgehen unserer wahren und idealen Persönlichkeit in eine Lebensart, die so Gott verbunden, weil Gott gewirkt, und die wir uns als geglückt, geheilt, unvergehbar, erfüllt uns vorstellen dürfen."


Ich vermute mal ganz stark, daß der Pfarrer, der dies schrieb, den zweiten Band von Ratzingers "Jesus von Nazareth" gewißlich nicht, und, falls doch, dann gewißlich nicht mit Zustimmung gelesen hat.

Früher wäre das wohl ein Fall für die Häresiepolizei gewesen, heute eher einer für die "Aschaffenburger Erklärung" ("So richten wir unsere Hoffnung auch nicht weiter darauf, wer für uns Pfarrer war, ist oder sein wird.").

17. April 2011

Journaille

Es wundert mich, daß Lila in ihrem Kampf gegen dummdeutsche Haßjournalisten nicht längst aufgegeben hat. Es scheint einfach aussichtslos.

Auch wenn klar ist, wer da einen Säugling, einen Vierjährigen, einen Elfjährigen und deren Eltern erstochen hat, auch wenn die beiden jungen Erwachsenen ihr Verbrechen zugeben, vielleicht sogar stolz zugeben, hält das deutsche Journalisten aus Hamburg nicht von der Schlagzeile ab:"Israel macht Teenager für Mord an Siedlern verantwortlich".

Merke: Wenn Juden ermordet werden, darf der Deutsche immer noch denken: Selber schuld!

Frauen, die für Alipius singen könnten

Alipius fragt nach Einstiegsdrogen, speziell nach "undepressivem, flockigem, entspanntem Material (vorzugsweise mit Frauenstimme)", aus der Acoustic-Americana-Bluegrass-Ecke - da gebe ich gerne ein paar Tipps aus meinen iTunes. Die musikalische Landschaft ist freilich noch viel weiter als ich sie kenne. Und immer wieder gibt es neue, junge Musiker, Sänger, Songwriter: Mindestens in den USofA blüht und grünt es!

Reiner Bluegrass und purer Country sollen einmal außenvor bleiben - also für den Anfang keine Rhonda Vincent, keine Dolly Parton, auch keine Miranda Lambert. Keine Angst, es bleiben noch genug übrig:

Alison Krauss herself: Auf den Alben gibt es immer auch typischen Bluegrass, immer dürfen auch ihre kongenialen Mitmusiker einige Lieder singen. Immer aber überschreitet sie die Genregrenzen: mal mit Swing, mal poppig, mal mit stärkerem Folkanteil. Vielleicht wäre ihr Best-of-Album "A Hundred Miles Or More" für den Anfang gut oder das 2004er "Lonely Runs Both Ways".

Mehr Folk, mehr Stimmakrobatik, mehr magische Klänge bringt Alela Diane in den Raum. "To Be Still", ihr zweites Album, oder "Headless Heroes", ein Projektalbum, dem sie ihre Stimme leiht, würde ich da für den Anfang empfehlen.

Traditionellen Folk mit einer guten Prise rollenden Country-Twangs und samtener Stimme produziert Caroline Herring. Ich kenne die Erstlinge "Twilight" und "Wellspring", beide mit wunderschönen, melodischen Ohrwürmern über Liebesglück und Liebesleid.

Laura Cantrell könnte eine Schwester Caroline Herrings sein. Jedenfalls für meine Ohren besetzt sie die gleiche musikalische Nische. "When the Roses Bloom Again" ist mein Favorit.

Dann gäbe es noch die "Wailin' Jennys" zu empfehlen, ein all female Folk-Trio aus Kanada. Natürlich gibt es nicht nur Folk, sondern auch Old Time-Stücke und -Melodik, mit gelegentlichem Jazz und Country. Die Harmonien sind schlechthin perfekt. "Firecracker" würde ich hier dem Einsteiger ans Herz legen.

Da Alipius nach "undepressiver" Musik gefragt hat, dürfte Gillian Welch eigentlich gar nicht auftauchen, sie, die Meisterin der todtraurigen, herzzerreißenden"Mountain & Murder Ballads". Aber "Time (The Revelator)" ist so originell, so aus einem Guß, so komplex hinter aller scheinbaren Einfachheit - zwei Sänger, zwei Gitarren, zehn Lieder -, daß es nicht nur die eingeschworenen Zuhörer hinreißen kann.

Von allen gibt es mehr als genug bei YouTube zu entdecken. Enjoy!

Sprachlos

Für manche und manches kann man sich einfach nur noch schämen. Und beten natürlich.

16. April 2011

AKUS live bei Letterman

"Lay my burden down".

Gerne. Für ein paar Minuten wenigstens.

Alles Gute!

"If you can't annoy somebody, there's little point in writing. - Wenn du keinen ärgern kannst, dann gibt es wenig Grund zu schreiben." - Dieser Satz stammt von einem, der heute, am 16. April, Geburtstag hat. Nicht von Joseph Ratzinger, sondern vom englischen Schriftsteller Kingsley Amis.

Dem Heiligen Vater wünsche ich, daß er weiterhin Zeugnis gibt vom HErrn Jesus und seiner erlösenden Liebe - und sich nicht schert, ob er damit jemanden ärgert.

Die eingeladenen 150

Nun ist es raus, wer beim Bloggertreffen im Vatikan dabei sein darf. Der Päpstliche Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel hat die Teilnehmerliste veröffentlicht. Außer für unsere Freunde aus der Blogozese (zum Beispiel für diesen, diesen, diesen und diese beiden) freut es mich besonders für Dylan, dessen damaliger Blog "more last than star" einer der ersten war, die ich regelmäßig las, und von dem überdies der Spruch stammt, der Catholicism Wow als Untertitel ziert: "Eine größere Sünde als häretisch zu sein, ist es langweilig zu sein." den ich vorhin mit dem Dylan mit "Reluctant Draggard" verwechselt habe, dessen damaliger Blog etc. etc.

Ganz sicher werden wir anschließend mit Posts überschwemmt werden.

Vorher werde ich mich allerdings noch eine ganze Weile fragen, welcher Praktikant diesen Button verbrochen hat:

15. April 2011

Engel trifft Enfant Terrible

Hat Alison Krauss jetzt den Linken Dietmar Dath bekehrt? - Man möchte es fast glauben, wenn man die letzten Sätze seines Berichts liest, den er jetzt anlässlich des neues Albums von AKUS in der FAZ veröffentlicht:

"Als Engel wäre sie eine Banalität: Klar, die singen so, die fiedeln so, im Himmel geht's nicht anders. Aber Alison Krauss ist kein Engel, sondern ein Mensch. Und dafür, dass ein endliches Geschöpf das auch zustandekriegt, was sonst die Engel tun, hat der liebe Gott, der nun mal einfach am besten weiß, wie Schöpfung geht, wie immer alles Lob verdient, das wir Menschen ihm singen können."

Auf jeden Fall ist "Paper Airplane" ein Must-listen.

14. April 2011

Zum guten Schluß und einfach so

(Rockin Acoustic Circus "Brand New Key" in a Cave from Sunday Town on Vimeo.)

Die Musiker von Rockin' Acoustic Circus sind ernsthaft bei der Sache und produzieren entspannende, frische Klänge, mit den üblichen, hierorts angesagten Saiteninstrumenten. Quod erat expectandum.

Zeitgemäß und theologisch-sauber taufen

Warum mit Bier statt Wasser getauft werden sollte, erklärt uns ein Protestkatholik - allerdings auf englisch - im Scriptorium. Er hat alle Autoritäten hinter sich, wenn er sich auf historisch-kritische Exegese, Pastoraltheologie, Ekklesiologie, Epidemiologie, Semiotik und Linguistik, Phänomenologie, Anthropologie, Gender-Theorien, Epistemologie sowie endlich auf irgendwie glaubensbezogene Argumente stützt. Am besten selber lesen. Und zwar hier.

Hört, hört!



Was Ihr da eigentlich macht, liebe Journalisten? - Das haben wir uns auch so angelegentlich gefragt in der letzten Zeit. Zu den Anworten gehörten u.a.: falsche Prognosen, Meinungsmache, Hysterie. Aber da wolltet Ihr es nicht hören. (Von den Exemplaren Eurer Zunft mal ganz abgesehen, denen tiefsitzender Haß die Ohren verkümmern ließ. Die wissen schon gar nicht mehr, was sie tun.)

O Verse Lebens, o wo trag ich euch?


Eine für die wenigen Gedichte-Liebhaber: Die POETRY iPhone App der amerikanischen Poetry Foundation.

Voller Gedichte, die zwar nicht alle von Nobelpreisträgern und Fixsternen des Dichterhimmels stammen, aber für den Preis von 0.00 US$ sollte keiner meckern.

13. April 2011

Lebende

"'Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben' (Joh 11, 25f). 'Ich lebe, und ihr werdet leben', sagt Jesus beim Abendmahl zu seinen Jüngern (Joh 14, 19) und zeigt damit noch einmal, dass es für den Jünger Jesu kennzeichnend ist, dass er 'lebt' - dass er also über das bloße Dasein hinaus das eigentliche Leben gefunden und ergriffen hat. Die frühen Christen haben sich von solchen Texten her einfach 'die Lebenden' (οι ζωντες) genannt. Sie hatten gefunden, was alle suchen - das Leben selbst, das volle und daher unzerstörbare Leben." (Jesus von Nazareth II, S. 101)


12. April 2011

Wenn Musik zur Nebensache wird



(Wie das Video sagt: Die Everly Brothers, vor allem aber die Shin-Diggers, das Fernseh-Balett von Shindig!)

Konvertiten im Wilden Westen


Nach dem Posting zum orthodoxen Russen Juri Gagarin von heute morgen schließe ich den Tag mit einem Hinweis auf zwei (mehr oder weniger) katholische Amerikaner.

In der St. Blog's Parish wurde in den letzten Wochen diskutiert, ob der Sioux-Häuptling Sitting Bull in seinen späten Jahren katholisch wurde. Mark Armstrong sagt: Nein, denn da gab es ein Hindernis, oder besser zwei:

“An unforeseen obstacle to his (Sitting Bull’s) reception has been met in the shape of two wives, neither of whom Sitting Bull can make up his mind to part with. (...) Until the red man brings himself to put aside one or the other of his marital companions he will be debarred entrance. (...) T]he famous warrior’s reception into the church, will be delayed for a time, if it ever takes place. Sitting Bull is at Fort Yates where he has been under the instruction of Bishop Marty for a long time.” (New York Times vom 27. 9. 1883)

Mit Sitting Bulls Eintritt in die Catholica wurde es offiizell nichts, dafür machte er ein paar Monate in Buffalo Bills Wild West Show mit, war aber beim Aufttritt der Show vor Papst Leo XIII. 1890 nicht mehr dabei. Im Dezember 1890 kam Sitting Bull bei den Auseinandersetzungen um die "Geistertanz"-Bewegung ums Leben, ein paar Tage vor dem Massaker von Wounded Knee.

Müßig zu spekulieren, ob diese kurze gemeinsame Zeit für die spätere Konversion von William "Buffalo Bill" Cody auf dem Totenbett im Jahre 1917 eine Rolle spielte...

Mark Armstrong schließt mit einem Hinweis auf zwei Glaubenshelden dieser Zeit:

"What we do know is that Father Pierre De Smet and Bishop Martin Marty were both heroic Catholic apostles for the faith. They both brought the faith to the great plains of the newly opening American west. They baptized thousands, if not tens of thousands of Indians. They were good, honest, holy men whom people like Sitting Bull trusted, even when he trusted no other white men. Many Indians only trusted the white men in the black robes. It is why today there are many vibrant Catholic communities on many Indian reservations across the Northern Plains."

Der Himmel, 50 Jahre danach



Juri Gagarin kam zurück aus dem All und soll seinen berühmten Ausspruch getan haben: Gott habe er nirgends gesehen. Überliefert sind die Worte nur durch Chruschtschow, der Partei war. So religionslos war Gagarin, wie ein Freund berichtet, nämlich nicht. Im Gegenteil.

Juri Alexejewitsch hätte sich vielleicht gefreut, daß das Google-Doodle zum 50. Jahrestag des ersten bemannten Weltraumflugs keinen leeren Himmel zeigt, sondern einen voller Kreuze. Eher einen Ausschnitt aus dem Mantel der Himmelskönigin als unermessliche und leere Weiten.

11. April 2011

Priester GOttes für die Menschen



Keine Ahnung, wo ich dieses Foto eines guten Hirten damals, in den 70ern, gefunden hatte. Jedenfalls pinnte es über meinem Schreibtisch, zwischen Fotos von P. Kentenich und P. Teilhard de Chardin und prägte mein Bild vom idealen Priester.

Information war damals vergleichsweise dünn gesät und so machte ich mich überhaupt nicht einmal auf die Suche nach irgendwelchen Fakten und Kontextinfos.

Heute habe ich es bei Elizabeth Scalia zufällig wieder gesehen, zusammen mit einem Link auf eine Seite mit Details.

Am 2. Juni 1962 kam es in der venezolanischen Stadt Puerto Cabello zu einem Gefecht zwischen Armee und Rebellen. 49 tote Soldaten meldete die Armee am Ende, aber insgesamt soll es mehr als 300 Todesopfer gegeben haben. Der Fotograf Hector Rondon war mittendrin und nahme dieses Bild des Padre Luis Maria Padillo und eines verwundeten Soldaten auf.

Hier sind noch weitere Fotos von diesem Tag, der in Venezuela als "El Porteñazo" bekannt ist.

Exodus 2.0



(via Joe Carter)

10. April 2011

Traumjob im Kirchendienst gesucht?

"Ja, ich habe meinen Platz in der Kirche gefunden, und diesen Platz, mein Gott, den hast du mir geschenkt... im Herzen der Kirche, meiner Mutter, werde ich die Liebe sein... so werde ich alles sein... so wird mein Traum Wirklichkeit werden!!!"

Wer will mit mir, weiblich, 23 Jahre, in einem virtuellen Team an zentraler Stelle und verantwortlich für ein traditionsreiches und prosperierendes Unternehmen tätig werden? Enge Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung, Identifikation mit Zielen und Strategie des Unternehmens sowie die Bereitschaft zu ständiger Verfügbarkeit sind selbstverständlich.

Sie bringen mit: Bereitschaft, sich überraschen zu lassen; Offenheit für einen ungewöhnlichen Karriereverlauf.

Junggebliebene werden bei gleicher Eignung bevorzugt.

Vergütung erfolgt nach individueller Vereinbarung in direkter Absprache mit der Geschäftsleitung.

Interesse? - Kontaktieren Sie mich direkt unter therese.martin@carmel-lisieux.fr.

9. April 2011

Devotionalienreportage

Von einer Reise zu den Devotionalienproduzenten der Republik berichtete vor ein paar Tagen Jan Grossarth: Glaube im Handel. Ein Ausschnitt:

Der Geschmack der "irgend-wo Gläubigen" ändert sich schneller. Zuletzt waren einige Jahre Engelsfiguren erfolgreich; seinen beliebtesten Bronzeengel verkaufte Butzon & Bercker rund zwei Millionen Mal. Der Höhepunkt der Engelwelle scheint nun überschritten, dafür sind derzeit Rosenkränze beliebt.

Wie die Glaubensformen, so wird hier die christliche Kunst unkonkreter: Gab es früher nur klassische Kruzifixe, so sind jetzt Schieferplatten im Angebot, auf denen eine Kreuzform angedeutet ist, worauf eine geschmeidige Figur klebt, die einer Engelsdarstellung ähnelt.

Zeit fürs Sonntagslied

Das Stück heißt "Little Liza Jane" und gehört zu den vielen Traditionals, mit denen über die Jahre ganz verschiedene Jazz-, R&D R&B- und Bluegrassmusiker glänzten. Ich habe es zuerst auf einem Album von Huey Piano Smith gehört, der es ganz im rollenden New Orleans-Pianostil spielt. Bei Alison Krauss & Union Station war die kleine Liza Jane dann schon um einiges schneller, und hier, bei Adam Steffey und den Seinen - naja, seht und hört selbst, wie sie davon saust:

... nichts im eigenen Lande


(Wie so oft von Pithless Thoughts)

Blogozesanes

Den Hinweis nehme ich gerne auf: Ein herzlichen Willkommensgruß in der Blogozese geht an Kaplan Andreas Britzwein aus Dinslaken, der auf "One Body in Christ" bloggt. (Sag' das bloß keiner der Gesellschaft für Deutsche Sprache!)

Auf langes und frohes und fruchtbares Bloggen!

Der "Aufbruch" geht weiter

Auch in der Heimat dieses Blogs bricht einiges. Mit etwas anderem Zungenschlag kommt die "Aschaffenburger Erklärung" heran. Ohne konkrete Forderungen nach Reformen, als Einladung zu basiskirchlichen Initiativen, als Aufforderung, sich nicht mehr zu kümmern. Daher nicht weniger einem "Aufbruch" als "Abbruch" das Wort redend.

Nein, ich werde sie nicht unterschreiben (was auch sonst?) - aber ich will nicht in Bausch und Bogen verwerfen, was dort steht. Fragen, Bedenken, Kritikpunkte habe ich viele, aber das muß noch ein wenig reifen.

Reinhold Schneider bei Toom

Man muß heutzutage weit gehen, um christlicher Literatur und katholischen Schriftstellern über den Weg zu laufen: Aus den Buchhandlungen sind sie verschwunden, aber in Supermärkten deutscher Arbeitervorstädte gelegentlich noch zu finden. Ich wollte nur etwas zu essen und zu trinken für den Abend im Hotelzimmer; der schnelle Blick in die Bücherramschkiste fand nur zweitklassige Saisonware des Jahres 2005.

Doch zwischendrin steckten sie: die "Gedichte" von Reinhold Schneider, als Suhrkamp-Taschenbuch von 1987, ohne "Mängelexemplar"-Stempel, wie neu. Die Dame an der Kasse ließ sich überzeugen, daß der Preis 2,99 € sein müsse, genau wie der der restlichen Bücher in der gleichen Kiste.

Schneider dichtet noch im hohen Ton, der uns (mir jedenfalls) fremd geworden ist, und zumeist in der strengen Form des Sonetts, dichtet in der Bedrängnis "innerer Emigration", dichtet mit apokalyptischem Blick auf die Welt.

Aus den 1944 veröffentlichten "Waffen des Lichts" stammt folgendes Sonett:

Entfremdet ist das Volk mir, nur sein Leiden
Bedrängt mich nachts, und furchtbar drückt die Not,
Daß ich nicht spreche nach des Herrn Gebot
Und schweigend seh' das Heilige verscheiden

Ob aller Augen sich am Glanze weiden,
Seh' ich die Nacht, das Unheil und den Tod,
Und wie der Untergang im Siege droht
Und sich in falschem Ruhm Verderber kleiden.

Verkehrt sind alle Zeichen, stumm die Dichter,
Es bannt das Wort nicht mehr die Todesmächte,
Die deine Seele, Volk, in Fesseln schlagen.

Mein Volk, mein Volk, wie wird der ewige Richter
Dereinst uns wägen nach dem ewigen Rechte,
Wenn er nicht zählte, was wir stumm getragen!

7. April 2011

Gütesiegel

Fragment eines geplanten Postings:

Immer das gleiche: Was ist diese Liberalisierung, diese Öffnung zur Welt? Mir scheint, jeder weiss, was die Kirche nicht tun soll. Und keiner sagt, wo es hingeht, was die Transmissonsriemen sein sollen und was da eigentlich von der Welt in die Kirche übertragen werden soll. Die Kirche als gelbweisse meinungsnivellierte Gesellschaft, die zwar keinem mehr sagen kann, warum er oder sie ausgerechnet bei ihr Mitglied sein soll. Oder vielleicht doch. So wie z. B. der Medizinische Dienst der Krankenkassen Alten- Und Pflegeheime bewertet und feststellt, welches das beste Haus am Platz ist, so könnte die Öffentlichkeit ein Konfessions- und Religionsrating einführen. Noten für interne Meinungsvielfalt, zielgruppenspezifische Rituale, opt-in/opt-out Moral, Leichtigkeit des Ein- und Austritts, return on investment aus Sicht des Beitragszahler und des deutschen Steuerzahlers ganz allgemein, eigener ästhetischer Stil bei gleichzeitiger Lizenz zum Stilmix für die Mitglieder, Bereitschaft, sich aktiv und ohne Klagen und Jammern ins soziale und legislative Korsett von Gesellschaft und Staat einzufügen, Fähigkeit zur Relativierung von traditionellen Wahrheitsansprüchen - dafür könnte es Noten geben, jeder wüsste, woran er ist. Das TÜV-Siegel für Transzendenz, der Öko-Test für Glaubens- und Sinnangebote.

6. April 2011

Abschied von der Naherwartung

Elsa bringt Ausschnitte aus einem Kommentar Monika Metternichs zur Website der "Katholischen Akademien Deutschlands".

Ich bin mit zunehmendem Alter von Leserbriefen und Protest-eMails abgekommen, hatte jedoch, weil ich ähnliches sah wie Monika Metternich, dem "Leiterkreis" der "Katholischen Akademien" - allesamt gestandene Prälaten und Doctores - das folgende Mail zukommen lassen:

Sehr geehrte Herren,

einigermaßen erstaunt nehme ich zur Kenntnis, daß Sie in der Dokumentation Ihrer Website zum "Gesprächsprozess" und zum "Memorandum Kirche 2011" unkommentiert und empfehlend die Website von Herrn Gunnar Anger einbinden.

Sind schon Ihre eigenen Links nicht unbedingt, nun, sagen wir: unparteiisch, schon weil sie "Gegenintitiaven" schlechthin verschweigen, so lässt sich Herrn Angers Site ziemlich eindeutig auf der einen Seite des "Dialogs" verorten - in einer Weise, die für den Dialog nicht viel hoffen lässt.

Vielleicht könnten Sie mich - als selbständig denkenden Katholiken und per Kirchensteuer auch Akademie-Mitfinanzierer - aufklären, ob diese Empfehlung beabsichtigt war und, falls nicht, wie Sie diese Einseitigkeit zu beheben gedenken.

Bis dahin erlaube ich mir davon auszugehen, daß der "Gesprächsprozess" auch jetzt schon Tabus und Sprechverbote kennt - von Seite derer ausgerechnet, die lautstark fordern, es dürfe sie keinesfalls geben. Das macht mich nicht hoffnungsfroh über das, was da auf uns zukommt.

Mit freundlichen Grüßen,

Scipio


Ich erhielt zwei Tage später die persönliche Antwort eines der Adressaten, der mir versicherte, meine Zuschrift gerne an den "mit der Dokumentation betrauten Mitarbeiter" weiterzuleiten. "Unser Anliegen ist in der Tat, den Dialogprozess insgesamt zu fördern und auf Einseitigkeiten und Polemiken zu verzichten." "Verbunden" sei man, und ich habe keinen Grund, es nicht zu glauben, "im Engagement für eine aus dem Geist Gottes immer erneuerte 'ecclesia sempre riformanda'!" - Freundlich habe ich mich bedankt!

Ich begann also zu hoffen, aber nach einem Besuch auf der Website der Akademien, wo inzwischen zwar der Link zur Petition Pro Ecclesia eingestellt wurde, aber sonst sich kaum etwas verändert hat, ist meine Naherwartung wieder geschwunden und hat einer eschatologischen Sicht Platz gemacht: Eher schafft die Kirche den Zölibat ab als daß die "Katholischen Akademien" uns eine faire Dokumentation bereitstellen. (Weil honni soit, qui mal y pense, nehme ich an, daß es schlicht an manpower oder technical skills mangelt - aber beides ändert nichts am eschatologischen Horizont des Ganzen.)

Über Post-Fukushima-Fegefeuer-Fans

Jürgen Kaube fragt in der FAZ, ob apokalyptische oder eschatologische Bilder und Begriffe helfen, gegenwärtige Katastrophen besser zu verstehen, und stellt nebenbei einiges zum Thema Fegefeuer klar - sozusagen für die Ungebildeten unter seinen Verächtern.

iBarroux



Ab dem 11. April soll es die App der Benediktiner von Le Barroux in Frankreich geben. Le Barroux ist ein "altritualistisches" Benediktinerkloster, eines, das seine Liturgien in der außerordentlichen Form des römischen Ritus feiert.

Ob der Nutzer damit tatsächlich "im Rhythmus der Mönche" mitleben kann, bleibt abzuwarten. Ein bißchen Werbung ist doch wohl auch den Konservativen erlaubt.

(via New Liturgical Movement)

5. April 2011

So sprach der alte Häuptling der Indianer

Gerade las ich Alipius' Kommentar zu einem Posting auf dem SWR-Religionsblog und musste ganz spontan an die legendären Worte des alten Cree-Häuptlings denken:

"Erst wenn der letzte Bischof abgewählt, die letzte Frau geweiht, der letzte Schwule getraut und das letzte NGL verklungen ist, werdet ihr feststellen, dass man an Reformen nicht glauben kann."

4. April 2011

Gutenachtlied



Nicht von ungefähr ist der "Joyful Kilmarnock Blues" meines Wissens der einzige Popsong, dem Hans Urs von Balthasar je eine Fußnote gewidmet hat. - Nun gut, "Beautiful Truth" derselben Brüder Craig und Charlie Reid hat er auch erwähnt.

In der Kirche leben (12)

Bücher fassen bekanntlich, wir wissen es spätestens seit dem hl. Johannes und seinem Evangelium, nicht all die Großtaten des HErrn. Es bräuchte mehr Bücher als diese unsere Welt fasst, um sie alle zu berichten. Nichts hindert uns, zu diesen Taten Jesu auch all das zu zählen, was ER seither - quicklebendig! - durch die Glieder SEines Leibes tut. Durch die Heiligen und durch die Männer und Frauen der Kirche.

Heute gibt es den letzten Absatz des Kapitels "Der Mensch der Kirche" aus Henri de Lubacs Buch "Die Kirche: eine Betrachtung"

"In seiner letzten Ausrichtung möchte er [der Mensch der Kirche; scipio] wahr und echt sein und 'geistige Armut' besitzen, wie ja 'heutzutage eine wohlgeratene Seele sich besonders vor jeder Art von Heuchelei hüten wird, im Bereich des Heiligen wie in jedem andern'. Weil er hintreten durfte zum heiligen Jerusalem, zur 'Stadt der Wahrheit', und dort dem 'Gott der Wahrheit', dem 'Gott ohne Lüge und voller Wahrhaftigkeit' begegnet ist, weil er sich erinnert, daß der Heilige Geist der Feind jeder Täuschung ist, und Jesus selber die Wahrhaftigkeit neben 'Gerechtigkeit und Erbarmen' unter die drei wichtigsten Vorschriften gerechnet hat, flieht er für seinen Teil die fromme Lüge in all ihren Formen. Er kennt indes denWert der Verschiegenheit. Er weiß auch, daß jedes Ding seine Zeit hat, daß beste Unternehmungen 'unzeitgemäß' sein können, und nicht er in letzter Instanz darüber zu urteilen hat. Er wundert sich nicht, daß er öfter 'in Tränen säen' muß. Und wenn man seinen Taten hohen Beifall spendet, will er eines nicht vergessen: wie das, was er erntet, immer von andern ausgesät wurde, so kann er nicht erwarten, zu ernten, was er ausgesät haben mag. Schließlich widersetzt er sich allen simplistischen Lösungen; selbst wenn sie nicht unmittelbaren den Glauben gefährden, beeinträchtigen sie doch irgendwo die Fülle, das Gleichgewicht und die Tiefe des Katholischen." (Freiburg: Johannes, 1968, S. 230-231)

Zum vorigen Absatz hier lang.

Das Unikum wird Landesbischof

Der frisch gewählte Lutherische Landesbischof für Bayern muß ein besonderer Mann sein.

Stellte die ZEIT in einem Interview mit dem Kandidaten Bedford-Strohm fest: "Herr Bedford-Strohm, neulich, auf einer Tagung deutscher Theologen, haben alle außer Ihnen das Wort Gott peinlich vermieden. Haben Akademiker Angst vor Gott?", schreibt die WELT heute über den Frischgewählten: "Bedford-Strohm hat sogar ein Buch über das ewige Leben geschrieben."

Steht es wirklich so schlimm um die evangelische Theologenschaft Deutschlands, daß beides so erstaunte Erwähnung verdient?