Ira Tucker, Leadsänger der Dixie Hummingbirds, starb am gestrigen Dienstag. 70 Jahre hat er mit seinen "Kolibris" gesungen. Definitiv einer der Großen Gospelsänger. Er ruhe in Frieden! (via Christianity Today)
Obituary u.a. in der NY Times.
Hier singt er für uns noch einmal den Klassiker "Standing on the Bedside of a Neighbor":
17. September 2008
On his way to the other side
16. September 2008
Beckstein katholisch?
Von der vordersten Wissenschaftsfront...
Wer das Video anschaut, weiß anschließend ganz genau, welche Gene wo genau herumlungern und auf ihren Einsatz warten. (via five feet of fury)
Sorry, Darwin
Hat sie schon, tut sie's noch - oder sollte sie bloß?
Charles Darwin hat mit der Church of England noch eine Rechnung offen, und die will das 150-Jährige des "Origin of Species" nutzen, sich bei ihm zu entschuldigen.
Laut Telegraph sind die Nachkommen Darwins not impressed:
"Andrew Darwin, a great-great grandson of the scientist, said: 'Why bother? When an apology is made after 200 years, it’s not so much to right a wrong, but to make the person or organisation making the apology feel better.'" (Quelle)
Ich verweise bei der Gelegenheit auf den inzwischen auch schon älteren, klassischen Text von Mary Ann Glendon: Contrition in the Age of Spin Control (Reue im Zeitalter der Meinungsproduktion):
"'What you actually seem to demand is that the Church put the kingdom of heaven on earth right here now. Christ was crucified on earth and the Church is crucified by all of us, by her members most particularly, because she is a church of sinners. . . . The Church is founded on Peter who denied Christ three times and couldn’t walk on the water by himself. You are expecting his successors to walk on the water.' [Ein Zitat von Flannery O'Connor; scipio]
Truly, it is right that we confess our sins and do penance. We never 'tire of repenting' because we and our pilgrim Church are on a trajectory—climbing Jacob’s Ladder, striving to "put on the new man," trying to be better Christians today than we were yesterday. Probably the best way to show that we are moving forward on that trajectory is simply, as the Pope says, to 'offer to the world the witness of a life inspired by the values of faith.'
But so far as our public acts of repentance are concerned, let us be vigilant to prevent them from being hijacked and exploited. Let us join with our sisters and brothers of other faiths to resist all those who peddle the poison of collective guilt. Let us make sure our expressions of sorrow are never permitted to denigrate the role of the Church in history as an overwhelmingly positive force for peace and justice. And above all, let us remember what they are not: they are not apologies for being Catholic."
15. September 2008
Deutschland, geteiltes Vaterland
Geahnt haben wir's schon immer, gewusst nicht:
In the genetic map of Europe as construed by Lao et al (Current Biology 2008, 18(16): 1241-1248),
"There is surprisingly little overlap between the northern and southern German populations, each of which has more in common with their other neighbours (Danish/Dutch/Swedish in the northern case, Austrian/Swiss/French in the other one)." (StrangeMaps)
Zu gemeinsamen Kommandounternehmen reicht es aber noch immer, gell?
Unerwartete Abendüberraschung nach einem interessanten Montag
Der 2002er Iphöfer Burgweg (Scheurebe Kabinett), den ich schon lange überfällig und verfallen glaubte, entpuppt sich als ein sehr anständiger Tropfen.
Lange nichts mehr gehört von:

Laut Paste Magazine macht der Maestro nach seinen Michigan- und Illinoise-Alben erst mal Pause und produziert stattdessen die Folk-Pop-Gospel-Church-Music-Gruppe The Welcome Wagon (Bild).
Bild einer katholischen Kindheit

Während A die Laufbahn des Kirchenmusikers ergriff, gehörte B in späteren Jahren zu einem Kommando von Glaubensfundamentalisten. (Sagt jedenfalls ein bekanntes deutsches Nachrichtenmagazin.)
Wenn das die Kindergartenschwester wüsste!
Wiedereintrittsverweigerung: in memoriam D. F. Wallace
David Foster Wallace habe ich nicht gelesen, aber als ich gestern, nach seinem Suizid, die Elogen auf dieses Prachtexemplar eines zeitgenössischen Schriftstellers las, musste ich an Walker Percy denken, genauerhin an seine Theorie des Transzendenzorbits, den Wissenschaft und Kunst auf je ihre Weise dem in der postreligiösen technisierten Welt heimatlos gewordenen Selbst bieten - und an seine Beschreibung der Wiedereintrittsmöglichkeiten nach dieser Reise: So viel bleibt da nicht an einem trägen Mittwoch nachmittag, nachdem der neueste Roman abgeschlossen ist. Sagt er.
Im folgenden einige Abschnitte aus "Loch im Kosmos: Das letzte Hilf Dir Selbst Buch" (Basel: Sphinx, 1991, S. 131 - 133)
"Transzendenz durch Kunst. Ist der Wissenschaftler der Fürst des postreligiösen Zeitalters, Beherrscher und Souverän des Kosmos durch dessen Transzendenz, so ist der Künstler der leidende Diener des Zeitalters, der durch seine eigene Transzendenz und seine Benennung der Dilemmata des Selbst zum Retter und Erlöser nicht nur der anderen Künstler wird, sondern überhaupt aller anderen Leidenden. Wie der Wissenschaftler transzendiert er, indem er Zeichen gebraucht. Anders als der Wissenschaftler spricht er nicht bloß zu einer kleinen Gemeinschaft anderer Künstler, sondern zur Welt aller Menschen, die ihn verstehen.
Es ist kein Zufall, daß der Künstler (Dichter, Romancier, Maler, Dramatiker) in den letzten hundert Jahren etwa zum Anzeiger eines Dissenses von der modernen These, das Los des Menschen werde sich direkt proportional zum Fortschritt von Wissenschaft und Technik verbessern, geworden ist. Die Entfremdung des Künstlers erstaunt viele, sowohl die Wissenschaftler und Techniker, die glücklich und fleißig sind, als auch die Laien und Nutznießer, die in der Immanenz des Konsums glücklich sind. (...)
Der Unterschied zwischen Einstein und Kafka, beide Söhne aus mitteleuropäischen Mittelschichtsfamilien, die beide das Leben in der normalen Welt unerträglich trostlos fanden:
Einstein entkam der Welt durch die Wissenschaft, das heißt, indem er nicht nur die Welt, sondern den Kosmos selbst transzendierte.
Kafka entkam seinem Dilemma - gelegentlich - auch, aber nicht durch die Wissenschaft, sondern durch die Kunst, das heißt, indem er sah und benannte, was bis dahin unsagbar gewesen war: das Dilemma des Selbst in der modernen Welt.
Die Erlösungswirkung der Kunst kommt in der Neuzeit im besten Fall daher, daß sie den Triumph des autonomen Selbst feiert - wie in Beethovens Neunter Symphonie -, und im schlechtesten Fall daher, daß sie das Unsagbare benennt: die seltsamen und zwecklosen Bewegungen des Selbst, das sich selbst zu entkommen versucht. (...)
Das Selbst in seinem Dilemma wird sowohl beim Schöpfen als auch beim Empfangen eines Zeichens mitgerissen - eine Zeitlang.
Nach einer Weile stecken beide, der Künstler und das Selbst, das das Zeichen empfängt, wieder in der gleichen Klemme oder einer noch schlimmeren - weil beide von der Transzendenz und der Gemeinschaft gekostet haben.
Wenn Dichter oft Selbstmord begehen, dann nicht, weil ihre Gedichte schlecht wären, sondern weil sie gut sind. Wer hätte je davon gehört, daß ein schlechter Dichter Selbstmord verübte? Der Leser ist nur wenig besser dran. Die mitreißende Wirkung eines guten Gedichts hält zwanzig Minuten an, höchstens eine Stunde.
Anders als der Wissenschaftler hat der Künstler Wiedereintritt sprobleme, und zwar häufig und mit katastrophalen Folgen."
O-Ton Aparecida und jesuitischer Kommentar
Benedikt XVI.: Ansprache zur Eröffnung der Arbeiten der V. Generalkonferenz der Bischofskonferenzen von Lateinamerika und der Karibik (13. Mai 2007)
Michael Sievernicht sj: Fauxpas in Aparecida? Benedikt XVI. und die Indianer AmerikasHerder Korrespondenz 2007 (7): 357-362
14. September 2008
Eine Runde Mitleid und jede Menge Morddrohungen
Spiegel Online: "Katholische Fundamentalisten bedrohen evangelischen Papstkritiker".
Keinerlei Sympathie mt Morddrohungen gegen trällernde evangelische Pfarrer, nicht einmal klammheimlich. Stattdessen meinerseits jede Menge Morddrohungen gegen Morddroher, ob katholisch, "katholisch" oder sonstwas.
Halten wir dennoch fest: Das Lied von Clemens Bittlinger wird keinen Deut weniger dümmlich, weil ihn jemand als "dreckige Protestantensau" bezeichnet.
Und wenn sich der zuständige Kirchenpräsident jetzt über vergiftetes ökumenisches Klima beklagt: Wo war er denn vorher, der Dienstherr des "Sonderbeauftragte(n) für musikalisch-kulturelle Verkündigung" und "Referent(en) für Mission und Ökumene"?
(Im Jahresbericht der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (pdf, 4,1 MB) läßt sich nachlesen, wo dort die aktuellen ökumenischen Schwerpunkte liegen: Nicht bei der evangelischen-katholischen Ökumene jedenfalls, aber nun gut. Und daß Präsident Steinacker dazu aufruft, "auf allen Ebenen unsere Identität herauszustellen", muß auch nicht unökumenisch gemeint sein. Honni soit... Bloß wenn BXVI oder einer der drei +Ms das sagen, dann darf aufgestöhnt und aufgeschrien werden. Sag ich mal so.)
Takup An Takup An Read
13. September 2008
Wieder einmal: Deutsche Killing Fields
"Selbst hartgesottene Geister" packt bei diesem Thema "das Entsetzen" (M. Spieker), Herta Däubler-Gmelin gebrauchte 1999 das Adjektiv "grauenvoll".
Die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Christel Humme, lässt sich 2008 nur zu einem lahmarschigen "nicht Usus und guter Stil" hinreißen, und meint damit nicht die wahrlich grauenvolle Praxis der Spätabtreibung, sondern den Gruppenantrag, den die CDU/CSU dazu vorbereitet. Aber klar, es ist ja "alles, was dazu zu regeln ist, ... geregelt".
Die Ärzteschaft ist - trotz der Behauptung Hummes - anderer Meinung. Und außerdem, o parlamentarisches Ruhmesblatt, geht es in dem Gruppenantrag ja nicht einmal um die Abschaffung des Rechts auf Kindestötung bis zur Geburt, sondern nur um eine Bedenkzeit von drei Tagen und um eine medizinische und psychosoziale Beratung:
"Der Gruppenantrag, dessen Ziel die Verringerung der Anzahl sogenannter Spätabtreibungen ist, wurde von Abgeordneten aus der Unionsfraktion erarbeitet, nachdem sich die große Koalition nicht auf ein gemeinsames Vorgehen in dieser Frage einigen konnte. Er ist ausformuliert und befindet sich zurzeit in der abschließenden Rechtsförmlichkeitsprüfung. Im Kern sieht der Antrag eine Bedenkzeit von mindestens drei Tagen vor, ehe die Abtreibung eines ungeborenen Kindes, bei dem eine Behinderung festgestellt wurde, nach der 22. Schwangerschaftswoche erlaubt ist. Außerdem wird eine medizinische und psychosoziale Beratung zur Voraussetzung gemacht. Eine Ordnungsstrafe von 10 000 Euro droht Ärzten, die gegen die Beratungspflicht verstoßen." (Welt)
Brüder im Schlamassel
Koinzidenzen, Gleichzeitigkeiten:
Da war zuerst zweimal Blaise Pascal:
"Der Mensch ist also nichts als Verstelllung, als Lüge und Heuchelei, sowohl in ihm selbst wie mit Rücksicht auf die anderen. Er will nicht, daß man ihm die Wahrheit sage; er vermeidet es, sie den anderen zu sagen; und alle diese so weit von der Gerechtigkeit und Vernunft wegführenden Neigungen haben eine natürliche Wurzel in seinem Herzen" (fr. 100 - Brunschwicg)
"Denn das ist sicher: je klarer die Menschen sehen, desto mehr Größe und Armseligkeit (zugleich) finden sie im Menschen." (fr. 416 - Brunschwicg)
Als nächstes diese Aufnahme zweier sehr verschiedener, aber in ihrer jeweiligen Art recht vollkommener Geschöpfe GOttes:
Und dann, als Nr. 3, ein Gespräch über die Gattung Mensch an sich, manche ihrer Vertreter im Einzelnen und lebende römisch-katholische im ganz Speziellen. Ich musste dem zu Recht empörten und tief verletzten Bekannten zustimmen: Unter aller Sau das ganze, verlogen, betrügend, heuchelnd, meuchelnd, kaum einer ohne Leiche im Keller oder im Schaufenster. Und in den Vorhallen des Tempels, in den Ordinariaten und Pfarrhäusern geht es nicht anders zu, eher noch schlimmer: superbia, avaritia, gula, ira, luxuria, invidia, acedia - allesamt clericalis atque catholica.
Ist es ein Trost, daß sich die Kleriker dabei kaum von den christgläubigen Laien, diese hinwiederum kaum von ihren ungläubigen Verwandten, Nachbarn und Kollegen unterscheiden?
Mein einziger Trost, und da wiederhole ich mich vielleicht, ist genau das, was dem Bekannten zu schaffen machte: Da steht einer vorne, der sich irgendwann einem bestimmten Ritual unterzogen hat, vielleicht damals schon karrieregeil, pädophil oder lebensuntauglich, jetzt geweihter Idiot, spricht süßlich-idealistisch-fromme Worte nach, verhüllt und verdeckt die blutige, schmerzhafte Realität, hat keine Ahnung vom wirklichen Leben (meinem und Deinem, heißt das), "weiht" und "wandelt" ein Brotstückchen, das damit zum einzigen, reinen, strahlenden Objekt inmitten der ganzen Versammlung (ekklesia) wird und das in den unreinen Mündern verschwindet, ohne Spuren zu hinterlassen. Ite, missa est - Geht hin und sündigt weiter, pardon: seid ganz normale Menschen.
Wenn ich das nicht glaubte - und das heißt: wenn ich nicht daran glaubte, daß die Gegenwart des Einen Reinen nicht, überhaupt nicht vom gelungenen Leben, der heilen Persönlichkeit oder gar der Heiligkeit des zelebrierenden Priesters und - zum Glück - auch nicht von meinem gelungenen Leben, meiner heilen Persönlichkeit und meiner schon mal überhaupt nicht vorhandenen Heiligkeit abhängt, sondern von einer unerhörten, vielleicht auch unverständlich-unverstandenen Berufung und der entsprechenden Besiegelung durch bischöflich-sündig-aber-geweihte Hände, der Priesterweihe also, dann wäre gar keine Hoffnung. Dann säßen wir fest, wir intelligenten Bestien. No way out. Brüder und Schwestern im Schlamassel.
Dabei geht es ja nicht einmal nur um Sünde und Sündigkeit, sondern auch um den allgemeinen Knacks, den jeder und jede mit sich herumträgt (es melde sich per Mail, wer jemanden kennt, der nicht...): Arroganz, Alkoholismus, Depression, Unsensibilität, machismo, Eitelkeit, Nicht-zuhören-können, Lampenfieber und Platzangst, Kindheitstraumata und verletzte Ehre, Ellbogen und Radfahrerrücken, unbemerkter Lächerlichkeit und gewollter Penetranz. Sind wir nicht alle süß, wie wir die Fassade aufrecht erhalten? nicht komisch, wie wir fröhlich aufwachen und durchs Leben stolpern, Tag für Tag? nicht bedauernswert, wie sich Tragik auf Unglück, Krankheit auf Scheitern häuft? nicht verrrückt, wie wir uns dennoch immer wieder Hoffnung machen: Es muß besser werden! So kann's nicht bleiben!
Wir haben uns daran gewöhnt. Es gibt immerhin sonnige Tage und Jahre. Nicht jeden trifft es gleich schlimm oder gleich öffentlich. Meistens klappt es einigermaßen mit der Solidarität: ein Auto hält an neben dem Pannenwagen, der Kollege hat ein gutes Wort, der Freund lässt sich rund um die Uhr anrufen. Meistens ganz erträglich das Ganze, mindestens bei reduzierter Hoffnung. "Danke der Nachfrage, mir geht es gut. Ich habe mich an mich, an euch, ans Leben im Hier und Jetzt und Gerade-so gewöhnt. Wenn es so bleibt, schlage ich mich schon durch."
Ich gebe es zu: So ähnlich denke ich auch meistens, wenn ich nicht groß nachdenke. Die liegt in der Luft, diese Denke. Die andere Weltsicht ist gar nicht einsichtig, zu sehr aus der Luft gegriffen und vom Himmel gefallen scheint sie - und dem lassen wir sie auch gerne, ihm und den Spatzen.
Aber es gibt dann eben doch die anderen Erfahrungen und aufblitzenden Erkenntnisse, seien sie auch noch so paradox: Diese Brüderlichkeit in den Schützengräben des Lebens ist nicht selbstverständlich und schon gar nicht töricht. Die Dankbarkeit dafür hat ihren Grund und ihre Empfänger, lässt sich nicht auflösen in evolutionär bedingte, überlebensförderliche Angewohnheiten. Die Hoffnung hat ein Ziel, der Glaube ans Gute eine Quelle. Sogar die Liebe (mit ihren Geschwistern Sex, Eros, amicitia, Begehren, amor, caritas, wie sie alle heißen) ist nicht nur gut gemeint oder erfreulich in Ausübung und Empfang, sondern ist eine Verheißung. Eine erfüllte Verheißung, eine mit Namen.
Jesus Christus.
Bald im Äther
Antworten auf Fragen, die dauernd jemand dazu stellt (Wer ist Eddie Gorodetzky? Wo steht das Abernathy Building? Wer sind die Deaf Poets?), gibt es bei Dreamtime.
Ich wünscht, ich wär in Indianola

Dort, im fernen Mississippi-Delta öffnet heute das B.B. King-Museum and Delta Interpretive Center feierlich und mit viel Musik seine Pforten.
But well...
11. September 2008
Gastprediger
Die Harthörigen können direkt mitlesen...
9. September 2008
Frage
Wenn die Agenturmeldung zur neuesten Umfrage "Wen würden Sie am 4. November wählen?" mit dem - wohl zutreffenden - Satz schließt:
"Allerdings sagten in der Vergangenheit Umfrageergebnisse nach Parteitagen nur in der Hälfte der Fälle das Ergebnis einer Präsidentenwahl zutreffend voraus."
- wer liegt dann aktuell vorne?
Woanders statt hier
Deshalb mit Verspätung: Wegen Anderweit-ziemlich-beschäftigt-seins zieht bis Donnerstag hier Stille ein.
7. September 2008
Sommerende
6. September 2008
Quite a difference
“What's the difference between Sarah Palin and Barack Obama?”
“One is a well turned-out, good-looking, and let's be honest, pretty sexy piece of eye-candy.
The other kills her own food.”
- so die Times (London) via Hermeneutic of Continuity.
Und ein Stück weiter unten, nicht ganz ernst:
"Not since Paris handed that apple to Aphrodite has a man's selection of a woman had such implications for the future of our civilisation."
Interessant, aber...
Der vor einiger Zeit von der Episkopal- zur Katholischen Kirche konvertierte Theologe R. R. Reno in der Antwort auf einen Leserbrief (First Things Aug/Sep 2008):
When historians claim to know what Jesus could and could not have said, they are engaging in a highly speculative project, one I sometimes enjoy observing from a distance, but the results of which I never invest very much in intellectually, to say nothing of spiritually. Moreover, it can't be the case that we need historical-critical information to read the Bible faithfully. For if that were true, then all Christian readers before the modern era were misguided, a conclusion that shipwrecks any notion of the apostolic continuity of the Church based on biblical teaching.
[Wenn Historiker beanspruchen zu wissen, was Jesus sagen hat können und was nicht, dann lassen sie sich auf ein hoch spekulatives Unternehmen ein - eines, das ich manchmal gerne aus der Ferne beobachte, auf dessen Ergebnisse ich aber intellektuell nie viel gebe, vom Spirituellen ganz zu schweigen. Es kann ja auch weiterhin gar nicht der Fall sein, daß wir historisch-kritische Information brauchen, um die Bibel gläubig zu lesen. Wenn das stimmte, dann wären alle christlichen Bibelleser aus der Zeit vor der Moderne fehlgeleitet gewesen - eine Schlußfolgerung, die jeden Begriff einer apostolischen Kontinuität der Kirche, die auf biblischer Lehre basierte, zum Scheitern brächte.]
5. September 2008
Nix war's
Stell dir vor, du suchst eine ganz bestimmte Person im Netz und machst dir die Mühe, 6 (sic!) Suchbegriffe (Achtung: Link vielleicht nicht unbedingt während der Arbeitszeit anklicken) in google einzugeben - und landest dann doch nur auf einem dieser völlig ungeilen Katholenblogs...
creaturam istam cerevisiae...
Tiberius macht die Blogozesanen auf drei neue Verwandte aufmerksam.
Ich revanchiere mich fürs erste mit einem Hinweis auf den St. Blog's Parish Blog Catholic Beer Review, wo sich u.a. auch der Biersegen aus dem Rituale Romanum findet.
Kontrastmäßig noch der Hinweis auf die japanischen Shinto-Mönche, die laut SpOn auch für Handys, PCs und andere digitale Geräte beten.
4. September 2008
Das faz.net schmiert mit
Wer so richtig unabhängigen und objektiven Journalismus erleben will, der gehe ins faz.net und schaue sich an, welches Bild von Sarah Palin man passenderweise als Nr. 1 der Bilderserie ausgewühlt, sorry: ausgewählt hat. (Vielleicht poste ich es später noch.)
Im Web findet sich ja ausreichend O-Ton, so daß sich jeder, der mag, auch ohne journalistische Assistenz seine Meinung bilden kann. Persönlich ist mir immer noch übel von dem Pamphlet, das Peter W. Schroeder, der berüchtigte US-Korrespondent meiner Heimatzeitung, gestern auf Seite 2 unterbringen konnte. Durchaus haßgesättigt.
[Nachtrag:
1. Ich bin dankenswerterweise auf den Unterschied zwischen FAZ und faz.net hingewiesen worden und habe das Posting entsprechend berichtigt.
2. Mein Punkt ist nicht, daß ich lieber Madonnenfotos gesehen hätte, sondern es bemerkenswert fand, daß man gerade dieses Foto auswählte. Aber nun gut: Wer sich als Pittbull mit Lippenstift profiliert, muß damit leben.
3. Es kamen im Laufe des Tages tatsächlich noch kenntnisreichere und neutralere Artikel als der erste, den ich kannte, als ich das schrieb.
4. Ein paar andere kleine Ergänzungen habe ich hinzugefügt.]
3. September 2008
Wie von dem schweigen, von dem man nur bigott reden kann?
Patrick Bahners in einem kurzen FAZ-Kommentar zu einer Veranstaltung mit dem Mainzer Kardinal:
Wenn Lehmann [den Mainzer Stadtschreiber Michael Kleeberg] nicht darüber aufklärte, dass Freiheit für den Christen zuerst und zuletzt bedeutet, dass er frei in Christus ist, so darf man darin keinen Kleinmut sehen. Der Kardinal möchte nicht bigott erscheinen, jeder Anklang eines bevormundenden Tons soll vermieden werden, wo Zuhörer nicht auf dem Boden des Glaubens stehen. Die christliche Botschaft wird dann verständlich gemacht durch einen Plausibilismus der Lebensökonomik. Haben wir nicht gerade heute allen Grund, uns von Meister Eckart mit Heidegger sagen zu lassen, dass der Verzicht nicht nimmt, sondern gibt? Solche Kulturkritik klingt nur leider vormundschaftlicher als alle Herz-Jesu-Lyrik.
Ich kenne das Problem; beim Schreiben eines Blogs, den ja auch alle möglichen Leute lesen (können), hält man gelegentlich inne und fragt sich: War ich zu deutlich oder zu opak, zu exo- oder zu esoterisch, zu platt oder zu abgehoben, zu erz-, rechts-, fundi- oder radikalkatholisch?
Da es für einen Blogger ohne feste Zielgruppe und ohne klaren Auftrag darauf keine eindeutige Antwort gibt, kann er sich immer darauf hinausreden, daß er nicht anders könne als er tue. Macht weiter wie gehabt. Und hofft dabei, daß es ihm gelegentlich gelingt, von GOtt zu reden, ohne bigott zu wirken. Und von IHm so zu schweigen, daß er keinen dabei bevormundet, indem er IHn verschweigt.
Mit ISDN macht Bloggen keinen Spaß
Dabei gäbe es da doch so viel: Tolkiens Geburtstag mitsamt Bemerkungen zu seinem Liturgieverständnis, Phils neues Missa Paulina-Blog, Sarah Palins Enkelkind, Zmiraks Graphic church novel vom Großinquisitor, die ich inzwischen gelesen habe, der Abschied vom evangelischen Pfarrhaus ("Die Pfarrfrau war der Haken, an dem das Pfarrhaus hing", sagt der Frankfurter Dekan Neuhaus), die zwei Briefe von der Telekom (die aber nur wissen wollte, ob wir mit unseren Telefonbucheinträgen zufrieden sind, wie sie sind).
Und im wirklichen, richtigen Leben die Christenverfolgung in Indien
31. August 2008
Propheten am Abend
Draußen, auf dem Stadtfest, singt Zimmermann, die Bob Dylan-Coverband, ihr "All Along the Watchtower", das Publikum wippt entspannt mit, nippt am Bier, legt der Liebsten den Arm um Taille, streckt sich in die letzten Strahlen der Abendsonne.
"So let us not talk falsely now, the hour is getting late."
Eine Viertelstunde später, drinnen in der Basilika, höre ich, meine Liebste neben mir, das Bier zuhause im Kühlschrank, die Klage des Jeremia: "Verführt hast Du mich, o Herr, und ich ließ mich verführen. Jetzt muß ich Not! Untergang! Umkehr! rufen und alles lacht über mich."
Äbbes Anneres
Schon schwierig für die Bayernpartei, im nordwestlichsten Eck Bayerns Wahlkampf zu treiben...
40 km östlich mag der Slogan "Dörf's a weng was annersch sei?" ja noch passen, aber bei uns, wo - ich wiederhole mich - Bayern nicht mal mehr fränkisch ist? Bei uns ist höchstens "äbbes e bissje annerschter". Aber wir Untermainer sind vielleicht auch nicht die Zielgruppe.
Die Schubladen des Vatikan
Wo wir gerade dabei sind, Wahrheiten aufzudecken:
Wo bewahrt eigentlich die Römische Kirche, in den Augen vieler-allzu-vieler Meuchel- und Gift- und Menschenmörderin von Anbeginn, ihr Gift auf? Da muß es doch riesige Läger geben, oder nicht? Messieurs Brown, Hitchens, Dawkins - habt ihr eine Ahnung? Du, Deschner Karl-Heinz, und du, Michael Schmidt-Salomon, Doctor philosophiae - wisst ihr es?
Die katholische Blogsphäre hat nach vielen anderen auch dieses Geheimnis endlich gelüftet.
Hier steckt es. Nicht einmal weggeschlossen.
Die Wahrheit über den Bibelcode
Jenes fast unerschöpfliche Werk menschlicher Weisheit, durch das ich mich seit ein paar Wochen kämpfe, "Dylan's Visions of Sin" des englischen Literaturwissenschaftlers Christopher Ricks (seinerseits kein Gottes-, aber ein Dylangläubiger), hat mir wieder einmal tiefe Einsichten beschert:
Auf Seite 420 schreibt er:
"The most famous question ever asked about truth, 'What is truth?', came from Pontius Pilate, who notoriously did not stay for an answer. But his question has been recognized for centuries as miraculously containing within itself its answer. For quid est veritas? is an anagram of est vir qui adest: 'it is the man who is here'. Christ, one of the three persons of the Trinity, can speak of himself in the third person, creator of the miracle by which a meaning may lurk as a marvel for those who have eyes to see or who have ears to hear."
[Die berühmteste je gestellte Frage nach Wahrheit, 'Was ist das, Wahrheit?', kam von Pontius Pilatus, der berüchtigterweise die Antwort nicht abwartete. Aber durch Jahrhunderte hindurch hat man erkannt, daß seine Frage wunderbarerweise ihre Antwort in sich enthielt. Denn quid est veritas? ist ein Anagramm von est vir qui adest, "der Mann, der hier ist, ist es". Christus, eine der drei Personen der Dreieinigkeit, kann von sich selbst in der dritten Person sprechen, er, Schöpfer des Wunders, durch das eine Bedeutung sich versteckt hält als Wunder für jene, die Augen haben zu sehen oder Ohren zu hören.]
Wundert es auf diesem Hintergrund noch jemanden, warum die lateinische Kirche an der Vulgata festhält? Hat jemand z.B. in des Doctoris Martini translatio solche codierte Offenbarung entdeckt?
30. August 2008
Palin, der Tag danach

(via somehavehats)
In Ergänzung zum Miss Vice-America-Posting:
John Allen liefert die religionssoziologische Analyse zu McCains Running Mate nach: Sarah Palin ist post-denominational, also keiner Konfession oder Denomination zuzuordnen, aber paradoxerweise gerade für bewusst katholische Katholiken wählbar, während die nominal-postdenominationellen Katholiken auf dem Biden-Ticket reiten:
Palin’s nomination, therefore, does not simply mark a breakthrough for women, or for western states. She also puts a face on the fastest-growing and most dynamic segment of global Christianity these days – even if it’s proving difficult for journalists and political handicappers to get their minds around.
Finally, there’s a bit of political irony for Catholics. Given Palin’s strong pro-life credentials, it’s likely she will appeal to the most strongly “denominational” Catholics, those most devoted to traditional Catholic identity and teaching. Meanwhile, what one might call “post-denominational Catholics,” meaning those for whom religious branding carries less theological significance, may embrace Palin’s Democratic rival, Delaware Senator Joseph Biden, the lone Roman Catholic on either ticket, because of his progressive stands on social and political matters.
In other words, the denominationalists on the Catholic side will back the post-denominationalist, while the Catholic post-denominationalists will probably pick the candidate who bears the Catholic denominational label.
Festvortrag, Faszination und Der Eine
Hanna-Barbara Gerl-Falkovitzens Festvortrag zum 60. Geburtstag der Tagespost findet sich leider nicht im kostenlosen Bereich ebenderer (neu gestalteten) Website, sondern bei Zenit.
Am Anfang dort ein Halbsatz von Botho Strauß:
"...wie sehr heute die Faszination des Rebellen grade von demjenigen ausgeht, der den Weg der Rechtgläubigkeit verteidigt."
und am Ende aus einem Gedicht Jan Twardowskis:
Nicht darum, weil du aus dem Grabe auferstanden,
nicht darum, weil du in den Himmel aufgefahren,
sondern darum, weil man dir ein Bein gestellt,
dich ins Gesicht geschlagen,
dich splitternackt ausgezogen hat,
weil du am Kreuz vor Schmerz den Kopf eingezogen hast
wie ein Reiher den Hals,
darum weil du gestorben bist wie ein Gott,
der kein Gott zu sein scheint,
ohne schmerzstillendes Mittel
und ohne ein feuchtes Handtuch um den Kopf, (...)
darum, weil dein Gesicht von Tränen verschmiert ist,
erhebe ich dich jeden Morgen in der Messe
wie ein Lamm,
das man an den Ohren hervorzieht.
29. August 2008
Miss Vice-America
John McCain strikes back.
Das sieht ja wie ein ganz geschickter Zug aus, so ganz aus der Ferne und nach der ersten schnellen Lektüre des Wikipedia-Artikels:
Sarah Palin als running mate.
Liedermachen, aber richtig
Einer, ders wirklich weiß und kann, hat gesagt:
"Dem aufstrebenden Liedermacher und Sänger sag ich: Ignorier das ganze Zeug von heute, vergiß es, dann bist du besser dran, lies John Keats, Melville, hör Robert Johnson und Woody Guthrie".
["To the aspiring songwriter and singer I say disregard all the current stuff, forget it, you're better off, read John Keats, Melville, listen to Robert Johnson and Woody Guthrie".]
Stern- und B___D-Phrasen nachdreschen ist also definitiv zu billig, auch wenns für die öffentliche Reputation oder für eine Einladung ins Bellevue reichen mag. Beim zweiten Dreschgang fliegt nämlich nur noch Spreu, leere Hülsen. Umso schlimmer, wenns dann auch noch ein christlicher Liedermacher ist.
28. August 2008
Zehn Tage. Auf jeden Fall.
Zehn Tage, sagte die Frau Martin vom Callcenter Saarbrücken der Telekom, das sei der Zeitraum, den die Telekom auf jeden Fall brauche, um nach Freigabe des Ports ihr DSL auf einem Anschluß freizuschalten. Definitiv.
Zehn Tage im Sinn von zehn Arbeitstagen natürlich. Natürlich. Das stehe auch in den Geschäftsbedingungen.
Die kenne ich nicht. Hat mir keiner geschickt. Habe ich da zugestimmt? Klar, ich habe ja nicht gekündigt innerhalb der zwei Wochen nach dem Anruf des netten Herrn im Mai.
Irgendwann komme auch noch eine schriftliche Info über den Termin, zwei Tage vor der Freischaltung etwa. Und wie lange vorher man der Telekom den Auftrag gegeben hätte, spiele überhaupt keine Rolle dabei.
Warum das die vielen anderen nettstimmigen, aber körperlosen Damen von den vorigen Telefonberatungen nicht gewusst oder gesagt hätten? Das wisse sie auch nicht, das könne sie nicht sagen. Keine Ahnung. Aber so sei es. Amen.
Gut, daß ich angerufen habe. Sonst wüsste ich gar nicht, was gespielt wird.
27. August 2008
Nimm das Gerede weg und gib mir Ernst
Beten mit Romano Guardini (Deutscher Psalter - Theologische Gebete, S. 338):
"Lehre mich einsehen, daß ohne Gebet mein Inneres verkümmert, und mein Leben Halt und Kraft verliert.
Nimm das Gerede von Erlebnis und Bedürftigkeit weg, hinter welchem sich Trägheit und Auflehnung verbirgt.
Gib mir Ernst und festen Entschluß und hilf mir, durch Überwindung zu lernen, was zum Heil not tut.
Führe mich aber auch in Deine heilige Gegenwart.
Lehre mich zu Dir zu sprechen im Ernst der Wahrheit und in der Innigkeit der Liebe."
Versus deam
Beim Online-Spiegel ein kleines Portrait der Junghexe Jenny.
Bei aller Naturnähe und weißen Magie: so ganz ohne Liturgie geht es auch bei Jenny nicht, da muß auch "ein heiliger Raum" markiert werden, bevor man sich der Göttin Aphrodite nähert. Nichts mit neu-katholischer Ehrfurchtslosigkeit in Gegenwart des Heiligen, wie mir beim Betrachten der (gestellten) Fotoserie scheint. Ganze Kindergottesdienstteams, alles ansonsten ältere Schwestern von Jenny mit ihrer Sehnsucht nach naturnaher und erlebnisgesättigter Religiosität, würden da glatt durchfallen.
Und nach versus populum sieht auch nicht aus, was man sieht.
Ansonsten trifft natürlich St. Gilbert von Kensington den Nagel auf den Plattkopf: Wenn die Leute nicht mehr an Gott glauben, glauben sie stattdessen nicht an nichts, sondern an alles mögliche.
26. August 2008
Hurrah -
- 1und1 hat mich vom Netz genommen, dann werden sie bestimmt auch bald den Port freigeben und die Telekom kann zeigen, ob sie es z.B. drauf hat, den Port schnell zu belegen oder ob doch lieber - unintendiert natürlich - die providentielle Rolle des Verzichteinübers und Heiligkeitsbeschleunigers spielt.
Wenigstens das ISDN funzt. (funzen - an dieses Verb werde ich mich wohl nie gewöhnen, aus irgendwelchen Gründen geht es mir gegen den Strich.)
Memorabilia Cashiana
Für die wahren Fans: Das chinesische Ehebett von Mr. und Ms. Johnny Cash - Ebenholz, handgeschnitzt, 10 ft x 10 ft x 10 ft - hat den Brand des früheren Hauses der Familie Cash überstanden und steht derzeit zum Verkauf.
Details beim Tennessean (via Twang Nation)
25. August 2008
Katechismus für Bittlinger?
Der Vorschlag von Johannes (Mater amata) klingt plausibel und vernünftig, allerdings will ich mir fairerweise den auf dem Katholikentag mit "standing ovations" (C. Bittlinger) bedachten Song anhören - vorher hätte ich allerdings gerne wieder ein breitbandiges Netz, wozu ein gewisses monstrum triviale eine bestimmte Aktion durchführen müsste...
Ansonsten natürlich ein allerfrommstes Willkommen hinüber ins nahe Südhessen!
Zum Thema: Religion und Gewalt
"Dem nächsten Republikaner, der mir sagt, ich wäre nicht religiös, dem stopfe ich meinen Rosenkranz in den Hals."
"The next Republican that tells me I'm not religious I'm going to shove my rosary beads down their throat."
(Aus dem Blog Catholics Against Joe Biden)
24. August 2008
Knecht, kein Herr
Indignation may sometimes be a good servant but is always a bad master.
(Christopher Ricks: Dylan's Visions of Sin, p. 227)
Die Tagespost - sie lebe hoch!
Die Tagespost feiert ihren 60. Geburtstag. Da kann ich mich als katholischer Blogger und Tagespost-im-Netz-gratis-Leser nur ganz schüchtern in die Reihe der hochrangigen Gratulanten einreihen, mich bedanken und für die Zukunft alles Gute und GOttes Segen wünschen.
Mit drei Zeitungen wurde ich groß: Neben dem Aschaffenburger Volksblatt - GOtt hab es selig, umso mehr wenn ich ans verbleibende Monopolblatt denke - und dem Bayernkurier - damals gratis für alle CSU-Mitglieder - lag dreimal in der Woche die Deutsche Tagespost im Briefkasten. Genauso konservativ wie die anderen beiden, so christlich-katholisch wie erstere, aber mit allem, was man als kleiner Katholik, der mit dem Selber-Denken begann, wissen wollte. (Und immerhin konnte man in den einschlägigen Diskussionen im Religionsunterricht scheißfreundlich fragen, ob denn die jeweiligen antirömischen Affekte auch in einer eigenen Lektüre der jeweils einschlägigen römischen Dokumente begründet seien...)
Später dann verlor ich sie aus den Augen, und als ich Ende Zwanzig mit eigener Familie ins Elternhaus zurückkehrte, hatte sie mein Vater, aus welchen Gründen auch immer, abbestellt. Zum Glück gab es ein paar Jahre später das Internet, und zum Glück bietet die Tagespost uns Kiebitzen immer noch einen Großteil ihres Content gratis im Netz.
Keine Zeitung ist unfehlbar, eine kleine Zeitung stößt schnell an ihre finanziellen und personellen Grenzen, aber nur wenige geben dem politischen und kirchlichen Mainstream so zuverlässig gründlich Grund zum Ärgern. Genau deswegen brauchen wir sie (und genau deswegen werde ich sie wohl irgendwann doch noch abonnieren) und genau deswegen wünsche ich der Tagespost viele gute, frohe, entschiedene und gedeihliche Jahre! GOtt segne sie.
23. August 2008
Die Mittagsschwere
Der Mittagsdämon mit den vielen Namen und Gesichtern: Trägheit, Faulheit, Lethargie, Überdrüß, Trübsinn, Langeweile, Verlust von Antrieb, Ziel und Mitte, Verzeiflung, ennui, acedia.
Christianity Today stellt das neue Buch von Kathleen Norris vor, die diesem Alb ins Auge geblickt hat (wie viele von uns).
Am Ende hat sie einfache Mittel gegen Acedie: Spazieren gehen. Schriftstellen auswendig lernen. Psalmen singen. Gemeinschaft suchen. Am Gottesdienst teilnehmen. Mist schaufeln. Ein Bücherregal abstauben. Das Geschirr spülen. Studieren. Lesen. Schreiben. Und gütig zueinander sein.
[In the end, her remedies for acedia are simple: Go for a walk. Memorize Scripture. Sing Psalms. Seek community. Worship. Shovel manure. Dust a bookshelf. Wash dishes. Study. Read. Write. And be kind to one another.]
22. August 2008
Maria Himmelfahrt in Zhengding ...
... und 1.000 Untergrundkatholiken trotzen den Polizeikontrollen und feiern die Messe mit ihrem Bischof. Aus Asianews.it (via Curt Jester):
More than a thousand underground Catholics defied police controls to meet in a church in Wuqiu (Hebei) to celebrate mass on the feast day of the Assumption of Mary with their bishop, Julius Jia Zhiguo, who has been under house arrest and police surveillance around the clock. Sources told AsiaNews however that the bishop is isolated and that priests and seminarians cannot see him in person. Monsignor Jia is bishop of the underground diocese of Zhengding (Hebei), which has more than 110,000 Catholics with 80 priests and more than 90 nuns.
For the Olympics public security officers warned Catholics in the diocese not to celebrate the feast in Wuqiu cathedral. Prelates and priests were placed instead under house arrest.
Mgr Jia Zhiguo himself has been under police surveillance around the clock since April. The police even build a small house in front of the bishop’s residence just to monitor him.
The solemnity of the Assumption is a major Catholic celebration in China. At least a thousand faithful peacefully flocked to the church in Wuqiu in defiance of police order.
The bishop’s residence is located just beside the place of worship.
To avoid conflict and other problems, the public security officers monitoring the cathedral allowed the large crowd to go in. The officers did not follow them into the church but maintained order in the courtyard.
The bishop was thus able to celebrate mass with the faithful.
Sources in Zhengding told AsiaNews that the bishop remains in isolation and cannot see or meet his seminarians or priests.
Pastoral activities are in the hands of priests who were warned however to keep a low profile when they held meetings.
At least six priests have been forced by the security forces to take “involuntary holidays” during the Olympic period.
A deacon was expected to be ordained but will likely have to wait until October after the Olympics and the Paralympics.
Monsignor Jia, 73, spent 15 years in prison (1963-1978). Since 1989 he has been closely monitored by police, and has been arrested and released 11 times.
In the past the Vatican has often pleaded his cases to Chinese authorities.
Unverbundene Schwesterkirchen
Eigentlich würde die geneigte Öffentlichkeit diese Sätze
"...er höre von X., eine Fusion sei erst am 'Jüngsten Tag' denkbar – 'und dann am späten Abend'. Er fügte hinzu: 'Es verbindet uns nicht viel'."
dem Papst und seinen Getreuen in den Mund schieben - geäußert natürlich zur katholisch-protestantischen Ökumene.
Stattdessen stammen sie von Sigurd Rink, dem evangelischen Propst für Süd-Nassau und beziehen sich auf eine mögiche Fusion evangelischer Schwesterkirchen, der in Hessen und Nassau und der von Kurhessen-Waldeck. (Quelle: FAZ)
Katholischerseits sind solche Sätze allerdings auch nicht ganz unbekannt; der eine oder andere kennt sie sicher aus Pfarreizusammenlegungen oder der Errichtung von Pfarreiengemeinschaften.
Doch möglich: Richtiges Leben im falschen
"Faktum ist: Nationalsozialistischer und kommunistischer Totalitarismus sind verantwortlich für Millionen Mordopfer und die größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte. Dennoch: Gerade auch im Jammertal dieser Diktaturen war es für jeden möglich, den Hungrigen zu essen zu geben, den Durstigen zu trinken zu geben, den Nackten zu kleiden, den Obdachlosen aufzunehmen und den Gefangenen im Gefängnis zu besuchen.
Die erlösenden Christus-Worte 'Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan' richten sich bekanntlich uneingeschränkt an alle Menschen - und für Christen ist ein richtiges Leben im falschen wohl sogar die einzig mögliche Lebensform überhaupt."
21. August 2008
Blick voraus, Blick zurück
Heißt glauben, daß "das Universum ... in einem metaphysischen Abenteuer begriffen ist" auch glauben, daß alles darin Teil dieses Abenteuers ist? Oder gibt es auch Triviales? Sinnfreie Entitäten, Wesen ohne Bedeutung, die sind, was sie sind, und nichts weiter. Ohne höhere, ohne irgendeine Bestimmung. Diffuse Gebilde reiner Faktizität. Objekte, nein: Nebel, die sind, was sie sind, weil sie sind, was sie sind.
Gestern habe ich dieses monstrum triviale erlebt. Es hat einen Namen. Es heißt Deutsche Telekom.
Wie Thomas habe ich einen Internet-Providerwechsel gewagt, der irgendwann nach dem 23. August stattfinden wird. Wenn er stattfindet. Momentan habe ich nichts, aber auch gar nichts schriftlich, nach immerhin kumulierten 3,5 Stunden Telefonat mit sehr netten, doch körper- und kompetenzlosen Frauen. Sicher ist nur, daß 1&1 übermorgen seinen Service für mich abstellt.
Sollte sich hier ab Samstag nichts mehr tun, sollte der Blogger auch auf e-Mails nicht mehr antworten: Dann hat nicht sein metaphysisches Abenteuer auf diesem Planeten ein plötzliches Ende gefunden. Dann ist er lediglich in jenes goldene Zeitalter zurückgekehrt, in dem er während der ersten 30 Jahre seines Lebens lebte, als es noch kein Internet und kein e-Mail für ihn gab.
Notiz für mich oder einen hier zufällig vorbeikommenden Mediziner: Zusammenhang zwischen Telekomkontakten und Depression belegt? Epidemiologische Studie? Bei Pubmed oder Embase recherchieren.
sprinz
"Sprache im technischen Zeitalter" oder kurz: spritz, so nennt sich eine der großen deutschen Literaturzeitschriften.
Eigentlich, so denke ich mir, wird allmählich sprinz fällig, "Sprache im neurowissenschaftlichen Zeitalter". Aktuell wird zwar vor allem debattiert, ob es Willensfreiheit gebe oder ob es sie nur ein nachgelagertes, kulturelles Konstrukt sei, aber machen wir uns nichts vor: Da steht letztlich das ganze menschliche Selbstverständnis auf dem Spiel.
"Die Sonne geht unter" - diesen Satz sagen wir nachkopernikanisch nur noch metaphorisch. Die Erde kreist um die Sonne und dreht sich um die eigene Achse, und dabei "verschwindet" die Sonne nun mal aus dem Blick. Sie sinkt nicht, sie "sinkt" höchstens. Und wer uns Erwachsene, Aufgeklärte belehren will: "Aber sie geht nicht unter, sie sinkt nicht. Das bildest du dir nur ein. Eigentlich dreht sich ja die Erde etc." - den schauen wir verständnislos an: "Ja, klar, weiß ich doch. Ich - und mit mir alle anderen - meinen das nicht wörtlich, sondern im Rahmen einer sprachlichen Konvention, die zwar unserem Sinneseindruck entspricht, aber keine kosmologischen Ansprüche erhebt."
Bei der aktuellen kopernikanischen Revolution steht uns eine entsprechende Revolutionierung der Sprache noch bevor. "Mir scheint der Satz 'Nicht das Ich, sondern das Gehirn hat entschieden!' korrekt zu sein", so Gerhard Roth, Philosoph und Hirnforscher. Und trotzdem sagt er morgens immer noch zu seiner Frau: "Ich hätte gerne die Butter." Selbst wenn er und seine Frau - keine Ahnung übrigens, ob er verheiratet ist, aber mir geht es ja um was anderes -morgens wissen, daß er eigentlich meint: "Mein Gehirn begehrt aus einem ganzen Komplex neuronaler Prozesse heraus, Butter aufs Brot zu schmieren und gibt deinem Gehirn ein Signal, mir, als dem zu meinem Gehirn gehörigen Körper, die Butter zu reichen - Deinem Gehirn, das aufgrund eines ebenso großen Komplexes neuronaler Prozesse heraus dieses Signal positiv beantworten wird, in der Regel jedenfalls, außer andere neuronale Prozesse überwiegen und Dein Gehirn lässt äußern: 'Hol sie dir doch selber' usw. usf.", also selbst wenn sie morgens ihre triviale Unterhaltung so führen und verstehen wie sie am Vorabend zueinander sagten: "Die Sonne geht gerade unter." "Ja, ich sehe sie sinken." - dann möchte ich doch wiederum wetten, daß sie in ihrer hoffentlich glücklichen Ehe viele Momente erleben und miteinander teilen, wo ihnen diese dauernde Entschärfung vermeintlich realistischer Ausdrucksweisen nicht gelingt.
"Ich liebe dich." - Diesen in einem bestimmten Moment von einem "Ich" zu einem anderen "Ich" gesagten Satz irgendwie hirnwissenschaftlich korrekt zu übersetzen, zu entrealisieren - das mag für einen Außenstehenden möglich sein, aber für Herrn und Frau Roth nicht, nicht in diesem Augenblick. Auch sie werden ihn immer noch so nehmen, wie Herr und Frau Scipio, und immer noch so reagieren wie diese beiden: mit einem Kuß zum Beispiel oder mit Dankbarkeit. (Und weder Kuß noch Dankbarkeit dabei entschärfen, entrealisieren, sozusagen in Gänsefüßchen setzen.) Sollte Herr Roth es dennoch wagen und mit Berufung auf seine wissenschaftlichen Erkenntnisse Kuß, Dankbarkeit oder beides verweigern, gibt ihm seine Frau einen Tritt, zickt zwei Tage oder reicht im Wiederholungsfall die Scheidung ein.
Das beweist nichts über die Richtigkeit hirnwissenschaftlicher Erkenntnisse und der daraus gezogenen Schlußfolgerungen. Und vielleicht findet sich ja für Herrn Roth ein guter Grund oder eine gute Begründung, beide Welten mit ihren zugehörigen Sprachen getrennt zu halten. (Roth an anderer Stelle: "Wir handeln aus Ursachen, aber wir erklären dieses Handeln mit Gründen.")
Sollten Werte wie Konsequenz, Aufrichtigkeit, Authentizität, Ehrlichkeit aber weiterhin gültig sein, was ja wiederum so sicher auch nicht ist, dann allerdings wäre die große Sprach- und Denkrevolution fällig. Dann müßte jedes Wort - oder jedes zweite - in Gänsefüßchen gesetzt werden. Dann würde wohl auch die ganze Konstruktion der Wirklichkeit, der Welt eine radikal andere. Dann würden sich unsere Enkel über die Naivität, mit der wir über Butter und Liebe reden, genauso amüsieren wie wir uns über jene Bürger der antiken Welt, die hinterm Horizont oder den Säulen des Herakles den gähnenden Abgrund am Rand der Erdscheibe vermuteten. Und über die Romane des Terry Pratchett dieses kommenden Äons mag ich lieber nicht spekulieren - sie wären wohl unerträglich zynisch, für mich, für uns und auch für die Herren Singer, Roth & Cie...
Posting Nr. 4000 ...
"Alles ist trivial, wenn das Universum nicht in einem metaphysischen Abenteuer begriffen ist." (Nicolás Gómez-Dávila in den Einsamkeiten, S. 14)
20. August 2008
'S ist wieder so weit
Demnächst dürfen wir wieder wählen, wir in Bayern.
Nimmt man den Gesichtsausdruck der hiesigen SPD-Kandidatin für bare Münze, dann ist die Landtagswahl schon gelaufen, die CSU bei 49+ und die SPD bei 20- gelandet.
So wie sie schaut, geht sie nämlich als Double der Muttergottes von Schmerlenbach durch.
Das Prager Christkind in voller Rüstung

John Zmirak rides again.
Nach seinen beiden Bad Catholic's Guides (wir berichteten mehrfach) tut er sich jetzt mit einem Vatikan-Thriller der besonderen Art hervor: geschrieben in Blankversen und präsentiert im Comicformat. Da muß sich die Konkurrenz ganz schön anstrengen.
Im Shrine of the Holy Whapping gibt es eine anständige Rezension; einen Bericht von der Vorstellung von "The Grand Inquisitor" - natürlich in Rom - finden wir auf den Seiten des Thomas More College (Merrimack, NH).
Die Shriners:
At first glance, it seems designed specifically to freak out everyone in its numerous potential overlapping markets--an intricately Gothic comic book, its dialogue written in elaborate blank verse, its plot inspired by and title borrowed from Dostoyevsky's heavy-going Grand Inquisitor, and filled with all manner of strange hellfire, Marian visions, doctrinal arguments, and one deeply creepy Infant of Prague statue. But the author knows all that, already, and it is to his credit he forged ahead to produce this suspensful theological roller-coaster ride of a graphic novel.
The brilliance of John Zmirak's first graphic novel, The Grand Inquisitor, is precisely that its genre-bending, everything-but-the-sacristy-sink extravagance works so well. Uptight crypto-Jansenists will probably initially dismiss it as frivolous, beige Catholics as a Traddy screed, but those who actually read the text, and consider the elaborately-drawn illustrations for more than five seconds, will be rewarded.
(Plus, the illustrations have all sorts of wonderful little surprises embedded within them--conclaves, Tridentine liturgies, Cardinal Mahony playing golf, and my favorite, the Infant of Prague in full armor.)
Ich weiß nicht, ob oder ob nicht...
Er nennt sich zwar godsbot, ist aber eigentlich ein Jesus-Bot. Wer sich mit ihm unterhält, kann eine ganze Menge Sätze hören, allesamt aus der Kategorie: "Was Jesus wirklich nicht sagte".
Meine Unterhaltung mit ihm:
Human: Are you Jesus, the son of God?
godsbot: I don't know whether or not I am Jesus the son of God. I am a clone.
Human: What is a clone
godsbot: You can download me and copy my brain, but alter the contents to create your own robot personality.
Human: I do not want an own robot personality
godsbot: What does want?
Human: What do you mean: "What does want?"
godsbot: , " You can download me and copy my brain, but alter the contents to create your own robot personality." What did I mean by it?
Mein zweiter, diesmal biblisch orientierter Versuch:
Human: Master, which is the great commandment in the law? (vgl. Mt 22, 36 (KJV)
godsbot: What else is the great commandment in the law?
Fragen, das lernen wir daraus, sind also ganz schlecht. Aber wie Johannes schon sagte: "Er muß wachsen, ich aber muß abnehmen." (Joh 3, 30) Was nicht ist, kann ja noch werden...
19. August 2008
Haben Sie die Würde irgendwo gesehen?
Somebody got murdered on New Year's Eve
Somebody said dignity was the first to leave
I went into the city, went into the town
Went into the land of the midnight sun
Searchin' high, searchin' low
Searchin' everywhere I know
Askin' the cops wherever I go
Have you seen dignity?
(...)
Someone showed me a picture and I just laughed
Dignity never been photographed
I went into the red, went into the black
Into the valley of dry bone dreams
So many roads, so much at stake
So many dead ends, I'm at the edge of the lake
Sometimes I wonder what it's gonna take
To find dignity
und dabei meinen, er sei etwas real und unabhängig von ihm und seiner Wahrnehmung Existierenden auf der Spur. Etwas, das ich durch meine Wahrnehmung nicht konstituiere, sondern das ich anerkenne, das ich respektiere, dessen Vorhandensein mich fordert.
(Gesamter Text mit Video bei Last FM)
18. August 2008
Ernst statt fun, doch zuvor der King
Ich weiß, ich sollte wieder ernster bloggen und mich wichtigen Themen zuwenden, statt zu nörgeln oder mich mit Abstrusitäten zu vergnügen. Umso mehr wo ich jetzt bei Hypotyposeis auch noch als "good German-language biblioblog" geführt werde.
Vielleicht komme ich bald wieder in den Ernsthaftigkeitsmodus...
Für jetzt verlinke ich aber doch noch mal auf den King, der der Queen ein Lied singt:
Kreuzlein, Kreuzlein an der Wand ...

17. August 2008
Neun von Zehn
There is a story of a country squire who, leaving church after having heard tell (once more) of the Ten Commandments, took some comfort to himself: "Well, anyhow I haven't made a graven image."
[Es gibt eine Geschichte von einem Gutsherrn, der sich, nachdem er wieder einmal eine Predigt über die Zehn Gebote gehört hatte, beim Verlassen der Kirche tröstete: "Naja, wenigstens habe ich kein Götzenbild verfertigt."]
16. August 2008
Lambeth in Zahlen
Lambeth 2008 ist vor gut zwei Wochen zu Ende gegangen. Erst heute entdecke ich diese Bilanz aus der Times:
500 pairs of holy socks bought by bishops during the conference
120 litres of Communion wine drunk during 25 hours of worship
3,610 pints of lager consumed
10 years between conferences
1,320 minutes spent in 16 “indaba” groups
50 copies of In the Eye of the Storm signed by Gene Robinson, the gay Bishop of New Hampshire, sold
2 copies of The Truce of God: Peacemaking in Troubled Times by the Archbishop of Canterbury, Dr Rowan Williams, sold
Für alles andere gilt wohl: Es ist diesmal nicht sicher, ob Nach Lambeth Vor Lambeth ist.
Polka on the Banjo Make That Five-String Hot
Nun, versuchen wir also, das letzte YouTube-Video wie erwartet zu toppen. Ob es gelingt, bleibt dem Urteil der Leser und Zuschauer überlassen.
Für mich hat jedenfalls diese Runde älterer Herren um Lester Flatt (mit der Gitarre um den Hals) und Earl Scruggs (mit diesem runden Dings), die scheinbar gleichgültig und offensichtlich technisch perfekt Polka on the Banjo spielt, ihren ganz speziellen Charme.
Dylan in den Händen der Exegese
"The song [Handy Dandy] summons the celebrities (the lavish people before whom we are slavish) about whom we yearn to learn the worst so that we will not be eaten up with envy about their having on the face of it the best, the best of all impossible worlds." (p. 81)
Klezgrass, Bluezmer...
Margot Leverett und die Klezmer Mountain Boys spielen das, was der Bandname verspricht: Einen lebhaften Mix aus Klezmer und Bluegrass, hier am Beispiel des "Lee Highway Blues":
Tagesheiliger

Für das Foto zu seinem Gedenktag durfte er in den Vorgarten, der Hl. Rochus.
Rochus von Montpellier ist einer jener hartnäckigen Heiligen: nicht kanonisiert, nicht einmal mit ausreichenden Beweisen für sein Leben ausgestattet, ist er doch höchst lebendig und hilfsbereit. (Vgl. diese Hausarbeit)
In diesem Sinne: Saint-Roch, priez pour nous! Sancte Roche, ora pro nobis!
15. August 2008
Nicht schlecht -
- jener Autoaufkleber, den dylan von more last than star in seiner Gegend entdeckte:
Extirpate Sesquipedalianism!
Wer ohne Nachschlagen weiß, was das bedeutet, ist richtig gut!
(Wäre eine gute Jauch-Frage:
Was ist Sesquipedalianismus?
a) eine frühchristliche Häresie
b) eine unkritische Vorliebe für überlange Wörter
c) eine psychische Störung
d) ein Sehfehler, der Entfernungen um ein Anderthalbfaches zu groß einschätzt)
Gliding Again
Außer Konkurrenz spielt Jerry Douglas seine Dobro. (Vgl. MySpace und YouTube) Das tut er auf eigene Rechnung, aber genauso gut und gern mit anderen wie Alison Krauss, Paul Simon, Bill Frisell, Eric Clapton. Und selbst wenn er mit Bluegrass angefangen hat und mit einem Bein immer noch mittendrin steht: Er spielt so ziemlich in jeder Musikrichtung mit, die den metallischen, klaren, ätherischen Klang einer Dobro gebrauchen kann.
In ein paar Tagen gibt es sein neues Album "Glide".
The Best of Us - Unsere Beste
Mit leichen Anpassungen lässt sich mit dem Text des Bombast-Videos unserer Freunde von der Olympischen Bewegung aus aktuellem Anlass das Magnificat beantworten:
"You all make us proud to be human beings
regardless religion or nationality
because if you are able
to achieve such greatness
nothing is unreachable -
Go and amaze us!"
Ich will jetzt nicht untertreiben, aber im Gegensatz zu den im Video auftretenden hochgezüchteten Prachtexemplaren der Spezies homo sapiens sapiens braucht es für den Erfolg in der einzigen Liga, die wirklich zählt, nur den rechten Gebrauch der Grundausstattung (vulgo: Gewissen, Verstand, Herz) und ein indivuell unterschiedliches Maß von GOttes frei gewährter und in der Abgabemenge nicht begrenzter Gnade, um im richtigen Moment (= am richtigen Ort) sein kleines oder großes Ja zu sagen oder zu wiederholen.
14. August 2008
Kleider machen Leute, so oder so
Ich weiß nicht, ob jetzt sagen soll: "Da hätte man ja viel zu tun, wenn man allen..." oder "Ziemlich idealistisch" oder nur "Danke. Gut, daß einer ab und zu nachfragt".
Au revoir, tristesse
Da lasse ich Mr. Bob gerne sein Abschiedslied zum Thema singen:
(Wie öfters der Text zum Mitsingen: Hier.)
12. August 2008
Vom Unterschied, den ein Komma macht
"Lassen Sie Ihre Kerze niemals, unbeaufsichtigt oder nur im Beisein von Kindern brennen."
Noch geistlicher leben
Aus dem "Referat Geistliches Leben" meiner Heimatdiözese kam in dieser Woche das Programmheft 2008/2009 (hier die Webversion). Erfreulicherweise findet sich kaum oder gar nichts Esoterisches, ebenso keine (unkritische) Übernahme östlicher Meditations- oder Gebetstechniken.
Dafür gibt es etliche Exerzitienangebote, Wochenenden zum Zu-sich-(selber-)kommen, meditatives Tanzen und Körperarbeit, Atemübungen, Wandern und Pilgern. Gott entgegengehen und sich selber finden, wie Abraham aufbrechen, die Enge des Alltags in die Weite Gottes überschreiten - das sind ein paar Streiflichter aus den thematischen Schwerpunkten, dazu kommt Adventliches, Fastenzeitliches, Österliches, Hilfe beim Suchen der eigenen Berufung und Rekreatives für Mitarbeiter in Pastoral und Caritas.
Trotzdem scheint mir das eine oder andere zu fehlen. Im Geiste dieses Blogs möchte ich den einen oder anderen - nicht ganz wörtlich gemeinten - Ergänzungsvorschlag machen.
"Das Unglück der Menschen kommt davon, daß sie nicht ruhig in einem Zimmer bleiben können." - Besinnungstage im Geiste Blaise Pascals.
Für alle, die genug davon haben, von Bildungshaus zu Bildungshaus zu hetzen und schon alle Körper-, Atem-, Achtsamkeits- und Heilarbeitstechniken ausprobiert haben. Wir werden uns an diesem Wochenende damit beschäftigen, falschen Ehrgeiz und falsche Hoffnungen zu demaskieren. Am Ende soll die Bereitschaft stehen, GOtt die eigenen Grenzen, Schwächen, Leiden und die eigene Lebenssituation im Geiste Christi dankbar anzubieten.
Einübung im Christentum - Ökumenische Exerzitien
Der bekannte dänische Exerzitienmeister S. Kierkegaard (Kopenhagen) wird uns in seine echt protestantische Frömmigkeit einführen. Themen der Einheiten sind: "In Furcht und Zittern - weil man das Wichtigste nicht vergessen darf", "Übles leiden in der Welt - Kennzeichen wahrer Spiritualität", "Es gibt eine Wahl - und der Gott-Mensch fordert sie" und "Zurück in die Gegenwart - Jesus heute, hier und jetzt".
"Religion braucht immer Unverheiratete - besonders in unserer Zeit"
Diese Tage wenden sich an Priester und andere Singles im pastoralen und caritativen Dienst der Kirche. Wer die Zeichenhandlungen Jesu ernst nimmt, der sieht im Unverheiratetsein des fröhlichsten und lebensbejahendsten aller Propheten den Ausdruck seiner Liebe zu seiner Braut, der Kirche. Wir stellen uns bewusst in seine Nachfolge und erkennen, daß wir gerade als zölibatäre Singles die Engen moderner Ideologie und bürgerlicher Bequemlichkeit sprengen - um im Ausgesetztsein zu Gott und den Menschen zu leben.
Benedikts Regel: Die Liebe Gottes hat einen Namen
Basierend auf dem Jesus-Buch Benedikts XVI. beschäftigen wir uns mit der Figur des Nazareners in allen seinen Dimensionen - nicht nur als Jude, Moralprediger, Heilpraktiker oder Therapeut, sondern wesentlich auch als Sohn des Vaters, als Gottes gekreuzigtes Wort. Wenn unsere Beziehung zu Jesus Christus trägt, dann stellen sich unsere Lebensfragen neu. Dann finden sich auch Antworten, die befriedigen und trösten. Und ermutigen.
De Maria semper satis? Über Maria immer zu viel?
Bloß nicht zu viel über Maria reden, bloß nicht zu ihr beten, bloß nicht hoffen, daß sie uns nahe ist: das schien lange die Devise in kirchlichen Kreisen. Wir verschaffen Ihnen in diesen fünf Abenden reichlich Gelegenheit, der Mutter des Herrn zu begegnen, die auch heute wie vor 2000 noch ihren Job erfüllt: mütterlich nahe zu sein und mit uns das Ja zu Gottes Wille einzuüben.
Jetzt und in der Stunde unseres Todes
Der Tod wird nicht mehr totgeschwiegen, aber es wünscht sich jeder, er treffe uns schnell und schmerzlos. Wer später nicht vom Sensenmann überrascht werden möchte, fängt am besten jetzt schon an sich vorzubereiten. Wir deuten das Ave Maria und den Lobgesang Simeons neu aus, zeigen Wege zur Befreiung von Schuld und Sünde und helfen, das eigene, noch unbekannte Schicksal in den Dienst anderer zu stellen.
You'll never walk alone
Mit Rock-, Folk- und Popsongs wollen wir die vielen Heiligen neu kennen lernen, die mit uns zusammen das Volk Gottes ausmachen. Wir werden sehen, daß Christsein nie abstrakt ist, sondern sich in Gemeinschaft mit anderen und mit der gesamten Kirche abspielt. In der abschließenden Eucharistiefeier werden wir einen Blick in den geöffneten Himmel werfen und spätestens beim Sanctus die Engel singen hören.
Übereinstimmung mit wem?
Der Kürzere Westminster Katechismus (1647):
14. Was ist Sünde?
Sünde ist jeder Mangel an Übereinstimmung mit dem Gesetz Gottes oder jede Übertretung
desselben.
Der Katechismus der Katholischen Kirche - Kompendium (2005):
392. Was ist die Sünde?
Die Sünde ist „ein Wort, eine Tat oder ein Begehren im Widerspruch zum ewigen Gesetz“ (hl. Augustinus).
Senator Barack Obama (2004):
Frage: Do you believe in sin?
Obama: Yes.
Frage: What is sin?
Obama: Being out of alignment with my values.
Keith Pavlischek kommentiert trocken: "Nicht daß da an Senator Obamas Messias-Komplex was dran wäre..."
11. August 2008
In the Midnight Hours - Shine On Me!
Ersatzweise der Abbot Kinney Lighthouse Choir mit "Shine On Me" und "Trouble of This World":
Der Name
Für ihn und für uns Anlaß, über unseren Gebrauch des Wortes Gott nachzudenken, den allzu leichtsinnigen, den allzu vereinnahmenden - so als ob wir IHN kennten und durchschauten -, den allzu anbiedernden, vom offensichtlichen Mißbrauch schon einmal ganz abgesehen.
Sehr richtig, sehr wahr und sehr schön imho das Zitat aus Karl Barths Kirchlicher Dogmatik, das die Wikipedia im Artikel über das Tetragramm bringt:
"Ich bin der, dessen eigentlichen Namen niemand nachspricht – das ist bedeutsam genug: Der offenbarte Name selbst soll durch seinen Wortlaut an die Verborgenheit auch und gerade des offenbarten Gottes erinnern."
Der Brief der Gottesdienstkongregation im pdf-Format hier. (via NLM)
1 Könige 19, 12
... ein stilles, sanftes Sausen (Luther, rev. 1984)
... ein ganz leiser Hauch (Gute Nachricht)
... der Ton eines leisen Wehens (Elberfelder, rev.)
... ein leises, sanftes Säuseln (Herder)
(mit Dank an more last than star)
10. August 2008
Sprache und Schweigen
"Sprache wird hier nicht bloß verstanden als reine Grammatik und Syntax, als Vokabular, sondern als die ganze Art und Weise des Sprechens, der Charakter dessen, wie gesagt wird, was gesagt wird. Gestik, Ausdruck, Zitierung, Wiederholung - auch das sind Teile von Sprache. Nicht der geringste von ihnen ist das Schweigen: was nicht gesagt wird in dem, was gesagt wird; was zu sagen bleibt; was noch gesagt werden muß; was nicht gesagt werden kann; was in seinem Gesagt-werden als verhüllt gesagt wird. Wenn unter Schweigen in der Kirche der Meßkanon (oder das Wandlungsgebet) vom Priester in bloßem Flüsterton gesprochen wird - wer weiß dann noch nicht und versteht instinktiv, was gesagt wird? Ich höre diese Worte kaum je laut, und doch kenn ich ein jedes ganz genau, und es spricht zu mir ein jedes Mal, wo es gebetet wird. Es muß nicht laut gesagt werden, um verstanden zu werden." (Laurence Paul Hemming: Worship as a Revelation.- London: Burns & Oates, 2008, 141 f., eigene Übersetzung)
Ach du lieber Himmel!
So viel zur Relevanz von Suchergebnissen.
9. August 2008
Duc in altum (oder so)
"Auch unsere Gemeinde muß immer wieder auf Meer hinaus, auch unsere Gemeinde muß das sichere Boot verlassen, auch wir müssen immer wieder einen abenteuerlichen Aufbruch wagen."
Ansonsten hatten wir heute wieder Katastrophenmesse.
Nun und auf immer
Nun hab ich dich,
und lasse dich nicht mehr.
Wo immer meines Lebens Straße geht,
du bist bei mir.
Nichts kann von deiner Liebe
je mich scheiden.
(Hl. Teresia Benedicta vom Kreuz)
8. August 2008
From Misery to Happyness Today
Variante I (normal): Das Sommerloch ist zu Ende. Zur leichteren Landung im Alltag empfahl sich heute morgen der Griff zu den Proclaimers.
Variante II (blogosphärisch): Von interessierter Seite wird in der Blogosphäre verbreitet, ich würde Blogprobleme durch das Einstellen von - ich zitiere - "Bluegrass-Video(s) ... mit unsäglichem Geschrammel auf Banjos, Waschbrettern, Esslöffeln und mit gottesfürchtigen Texten" lösen. Ganz so einfach ist es nicht; manchmal stelle ich nämlich auch richtig gute und konsensfähige Musik ein, heute einfach einmal die Proclaimers auf ihrem Weg aus tiefster Misere zu Glück. Ein Klassiker unter meinen persönlichen Oldies.
Variante III (autobiographisch): Es mag oberflächlichen Beobachtern dieses Blogs scheinen, daß die Kinder des Autors, in frühester Kindheit von links mit Banjos, von rechts mit Dobros beschallt, schwerste Traumata davon getragen haben müssen. Doch gab es im Haushalt von Familie Scipio nicht nur unsägliches Geschrammel amerikanischer Hinterwäldler. Schon früh hatten die drei Kleinen das Glück, My Toot Toot nicht in irgendeiner Cover-Version kennen zu lernen, sondern im Original von Rockin' Sidney (Simien) . Besondere Freude hatten die beiden Jungen und ihre Schwester an der schottischen Folkrockgruppe The Proclaimers der beiden eineiigen Zwillinge Craig und Charlie Reid.
Variante IV (theologisch): Fußnote aus: Hans Urs von Balthasar: Herrlichkeit - eine theologische Ästhetik Band II: Fächer der Stile, Teil 2: Laikale Stile.- 3. Aufl..- Freiburg: Johannes-Verlag, 1984, S. 808: "Besondere Beachtung verdient in diesem Zusammenhang das noch im Entstehen begriffene Werk der beiden schottischen Kryptokatholiken Charles und Craig Reid, die nicht nur eines ihrer Lieder ausdrücklich der "Beautiful Truth" gewidmet haben, sondern denen es im "Joyful Kilmarnock Blues" gelang, das Ineinander irdisch-weltlicher und himmlisch-mystischer Erfahrung sich schenkender Herrlichkeit im Bild der Rückfahrt eines Trampers von einem Auswärtsspiel von Hibernian F.C. überzeugend in Wort und Musik zu fassen."
Variante V (bündig): Um ein Proclaimers-Video zu posten, braucht man keinen Anlaß.
3. August 2008
Ankündigung
Zur großen Krise (2)
Als Ergänzung zum vorigen aus der Laudatio der Rheinischen Post auf das Geburtstagskind der nächsten Woche, auf Johann Baptist Metz:
"Gott, so sagte Metz einmal im Gespräch mit unserer Zeitung, ist stets ein Menschheitsthema – oder überhaupt kein Thema. Von einer Renaissance des Glaubens vermag er nichts zu sehen, eher eine Art religionsfreundliche Gottlosigkeit. Unsere Kirchenkrise sei darum in erster Linie eine Krise mit Gott, den wir nach seinen Worten wie einen Stock oder Hut einfach verloren hätten. Grauer, alltäglicher und trivialer kann ein Atheismus kaum sein.
Man könnte schreien. Und im Sinne von Johann Baptist Metz muss man es auch. Weil 'im lautlosen Schrei des Gebets sich der Gottesraum eröffnet und sich die Nähe Gottes ereignet'."
(Danke an Martina von glaubenssache für den Hinweis.)
Zur großen Krise
Heute morgen, im Nachgang zu einem Frühstücksgesprach kam mir die Einsicht, daß die Haltung der Kirche zu all den handelsüblichen Fragen, die wir deutschen Katholiken an "Rom", an die "Amtskirche" so haben, gerade in Fragen der "Sexualmoral", aber auch sonst, daß die Halsstarrigkeit und der Wille, im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts unverständlich zu bleiben, aus dem Glauben der Kirche folgt, daß Gott, GOtt, GOTT, wirklich, wahrhaftig existiert, daß ER Mensch war und ist, daß ER da und gegenwärtig ist, daß es ein Jenseits, ein Dahinter, ein Innerstes in allem, ein Ewig-Unvergänglich gibt und daß das die einzige, volle Realität ist, daß alles andere abgeleitete, abgeschwächte Wirklichkeit ist. Nicht die Schwäche meines und unseres Glaubens ist das Maß SEINER Wirklichkeit und misst ihm zu, welche Ansprüche ER an uns stellen darf, sondern SEINE Wirklichkeit ist der Maßstab meines Glaubens, meines und unseres Unglaubens, meiner und unserer alltäglichen Schlappheit, Schwäche, Begrenzheit, Halsstarrigkeit, Sündigkeit.
Es ist keine Kirchenkrise, die wir durchmachen, sondern eine GOTTeskrise: Gott ist ein Gespenst, ein Schemen, ein Gedanke, ein Gefühl - keine "Wirklichkeit", gegen deren Dichte und Da-Sein, gegen deren Existenz und Mir-gegenüber-stehen die Materialität des Tisches vor mir nur eine schwache ist.
2. August 2008
Sommerloch
Die Chinesen verhalten sich so, wie es wohl alle außer dem IOC erwarteten. Bsirske fliegt in die Südsee und Clement aus der SPD. Obama stellt sein Klagemauergebet der Presse zum Mitbeten zur Verfügung, mag dafür aber jetzt doch in geschützten Küstengewässern nach Öl bohren lassen. al-Sawahiri ist wohl nur gerüchteweise tot.
Das nennt man eine ganz normale Woche.
Probleme? - Keine mehr!
Der Code von sitemeter ist jetzt deaktiviert, sodaß es problemlos möglich sein müsste. Alle, die einen anderen Browser nutzen, waren eh fein raus.







