29. August 2008

Liedermachen, aber richtig

Weil wirs letzthin von Liedermachern hatten.

Einer, ders wirklich weiß und kann, hat gesagt:

"Dem aufstrebenden Liedermacher und Sänger sag ich: Ignorier das ganze Zeug von heute, vergiß es, dann bist du besser dran, lies John Keats, Melville, hör Robert Johnson und Woody Guthrie".

["To the aspiring songwriter and singer I say disregard all the current stuff, forget it, you're better off, read John Keats, Melville, listen to Robert Johnson and Woody Guthrie".]

Stern- und B___D-Phrasen nachdreschen ist also definitiv zu billig, auch wenns für die öffentliche Reputation oder für eine Einladung ins Bellevue reichen mag. Beim zweiten Dreschgang fliegt nämlich nur noch Spreu, leere Hülsen. Umso schlimmer, wenns dann auch noch ein christlicher Liedermacher ist.

Kommentare:

Phil hat gesagt…

Ach, man darf (und meiner Meinung nach sollte) als Liedermacher auch aktuelle Themen, ja, auch heiße Eisen anfassen. Ich habe auch nichts gegen ein kirchen- bzw. papstkritisches Lied per se, was mich jedoch stört, ist das, was Du sagst: Stern- und Blöd-Phrasen dreschen ist schwach. Und genau das sollte kein Text eines Liedermachers sein.

Scipio hat gesagt…

D'accord.

Ich lese ja immer noch meinen Christopher Ricks - gut 500 Seiten Wort für Wort-Analyse von Bob Dylan.

Wenn man dann bei Ricks an der Hand Dylans "Lonesome Death of Hattie Carroll" liest oder hörst, dann merkt man, was geht.

Aber janeisklar, jeder hat seine eigene Berufung, nur denkt man bei manchen halt doch, sie hätten die ihre verfehlt.