3. August 2008

Zur großen Krise

Heute morgen, im Nachgang zu einem Frühstücksgesprach kam mir die Einsicht, daß die Haltung der Kirche zu all den handelsüblichen Fragen, die wir deutschen Katholiken an "Rom", an die "Amtskirche" so haben, gerade in Fragen der "Sexualmoral", aber auch sonst, daß die Halsstarrigkeit und der Wille, im Europa des 20. und 21. Jahrhunderts unverständlich zu bleiben, aus dem Glauben der Kirche folgt, daß Gott, GOtt, GOTT, wirklich, wahrhaftig existiert, daß ER Mensch war und ist, daß ER da und gegenwärtig ist, daß es ein Jenseits, ein Dahinter, ein Innerstes in allem, ein Ewig-Unvergänglich gibt und daß das die einzige, volle Realität ist, daß alles andere abgeleitete, abgeschwächte Wirklichkeit ist. Nicht die Schwäche meines und unseres Glaubens ist das Maß SEINER Wirklichkeit und misst ihm zu, welche Ansprüche ER an uns stellen darf, sondern SEINE Wirklichkeit ist der Maßstab meines Glaubens, meines und unseres Unglaubens, meiner und unserer alltäglichen Schlappheit, Schwäche, Begrenzheit, Halsstarrigkeit, Sündigkeit.

Es ist keine Kirchenkrise, die wir durchmachen, sondern eine GOTTeskrise: Gott ist ein Gespenst, ein Schemen, ein Gedanke, ein Gefühl - keine "Wirklichkeit", gegen deren Dichte und Da-Sein, gegen deren Existenz und Mir-gegenüber-stehen die Materialität des Tisches vor mir nur eine schwache ist.

1 Kommentar:

Philipp hat gesagt…

Dieser und der nächste Post sind sehr schön und interessant. Ich würde es keine Gottes- sondern eine Glaubenskrise nennen: Einerseits hat die Trennung von Vernunft und Glauben für viele - Nichtchristen wie Christen - aus dem Glauben nur noch ein schemenhaftes Gefühl gemacht. Wir glauben nicht an ein flaues Gefühl im Bauch, sondern an IHN, den lebendigen Gott.
Andererseits ist der Glaube - wenn wir von einem teilweise lächerlichen Empörungskatholizismus und wirklich bewundernswerten Missionaren mal absehen - für viele eine Privatsache geworden. Da schließe ich mich gar nicht aus; klar, man steht zum Glauben, aber letztlich ist dem nichtchristlichen Gegenüber doch egal, ob man Sonntags zur Kirche oder zum Fußball geht. Es ist halt für viele eine Marotte, die man vielleicht nicht versteht, aber respektiert.
Man darf mich nicht falsch verstehen; ich danke Gott, daß ich in einer Zeit wohne, in der ein Atheist mit einem Christen reden kann, ohne eine gewischt zu kriegen und umgekehrt. Aber irgendwie müssen wir den Glauben anders verkaufen. Nicht nur, um zu missionieren, sondern um uns selbst wieder klar zu werden, was wir eigentlich da tun. Und hier ist der erste Punkt streng unter die Lupe zu nehmen.