28. März 2007

Judasevangelium, vorverdaut

Und wieder ein neues Evangelium in den Schlagzeilen, diesmal das "Evangelium des Judas", in der Fassung von Jeffrey Archer, unter Mithilfe des Exegeten Francis J. Moloney und angepriesen u.a. in den Räumen des Päpstlichen Bibelinstituts.

Wer sich den Hype und die 14,9 Silberlinge sparen will, bekommt beim Guardian eine Judas lite-Version.
"Kapitel 1

1. Dieses Evangelium ist geschrieben, damit alle die Wahrheit über Judas Iskariot erfahren und über die Rolle, die er im Leben und beim tragischen Tod Jesu von Nazareth spielte.

2. Judas Iskariot war ein guter Mensch. Er war der schnellste Läufer auf der Erde, sagte immer die Wahrheit und war der beste Geschichtenerzähler, den Jesus je getroffen hatte.

3. Ich weiß, daß dies wahr ist, weil es die Schriftgelehrten nicht widerlegen können.

4. Daß ich in einem Stil schreibe, der hölzerner als üblich ist, dient als Gottes Zeichen für meine Aufrichtigkeit.

5. Alle anderen Evangelien sind falsch."

Kommentare:

str hat gesagt…

Ist der Guardian-Artikel jetzt Satire oder meinen die das wirklich ernst (beim Guardian weiß man nie)?

Scipio hat gesagt…

Satire.

Vgl. den letzten Vers:

"4. Ich, Benjamin, schwöre beim Allmächtigen Gott, daß das Evangelium, das ich schreibe, die Wahrheit, die ganze Wahrheit und nichts als die Wahrheit ist. Es wird vor der Welt verborgen sein, bis St. Jeffrey kommen wird, ein Licht, das die Heiden erleuchtet. -I, Benjamin, swear by Almighty God that the gospel I shall write will be the truth, the whole truth and nothing but the truth and will be kept hidden from the world until St Jeffrey becomes a light to lighten the Gentiles."