13. März 2007

Dreierlei zu "Sacramentum Caritatis"

Die dämlichste Überschrift des Tages stammt von der Financial Times Deutschland: "Wer beten will, muß Latein pauken".
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Dem Soundbite des emeritierten Liturgiewissenschaftlers Klemens Richter, den die dpa in ihrem von der FTD übernommenen Aritkel zitiert:
"Was hilft ein Gottesdienst auf Latein, wenn die Leute kein Latein verstehen - das kann den Glauben nicht fördern."
stelle ich ebenso soundbitish einen Satz von Günther Eich gegenüber:
"Was ich verstehe, interessiert mich nicht." (zitiert von Hans Zender, u.a. hier)
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Interessante "Reflections on the response to Sacramentum Caritatis - The Motu Proprio's Role" bei The New Liturgical Movement.

Kommentare:

Stefan Bolli hat gesagt…

Noch einen dümmeren Titel habe ich gelesen: "Papst, der 'Latin Lover'"

Leider hab ich es als so dumm eingestuft, dass ich den Link nicht mehr habe :-)

Phil hat gesagt…

Ähm, mich interessiert erstens schon, was ich verstehe, und war nicht vor ewigen zeiten auf diesem Blog die abstrakte Kunst in Kirchen lamentiert worden, da die Fensterbilder im Mittelalter den Menschen beim verstehen des Glaubens halfen? Aber ist denn nicht Gott so viel größer als faßbare Bilder, so daß wir lieber Abstrakt sein sollten? Sounds like a contradiction, my friend.

Scipio hat gesagt…

Hat ein bißchen gedauert...

OK. Ein bißchen klarer vielleicht: Das, was ich durchschaue, wird uninteressant, verliert das Geheimnisvolle, seinen Reiz... Und es gibt "Dinge", die wir eben nicht durchschauen können. Und da _kann_ es durchaus angebracht sein, in der Darbietung sie dann auch anders zu behandeln, eine Sprache zu verwenden, die wir nur halb durchschauen oder verstehen - wo die eigene Sprache doch immer dazu tendiert, als Instrument zu dienen, das "Dinge" reduziert, erklärt, durchschaubar und verfügbar macht.

Und was die Kunst angeht: GOtt ist größer als jedes Bild, das wir uns von ihm machen. Das macht nicht jedes Bild von IHm richtig. Das verbietet uns auch nicht, Bilder von IHm zu machen (mindestens nachdem ER uns Jesus als SEin Eigenbild geschenkt hat), gebietet uns aber, IHn jenseits dieser Bilder zu suchen. (Ich weiß, daß es gültige, gute kath. Spiritualität gibt, die nicht in Bilder schwelgt, die bilderkarg lebt - vor noch längeren Zeiten hatte ich mal Bilder dieses neuen Trappistenklosters in Novi Dur/CZ. Sehr schön, aber irgendwie wurde mir bei aller Faszination schon anders...