22. Dezember 2009

Unterschiede im Amtsverständnis

Man kann über unsere Bischöfe sagen, was man will, aber den Halbsatz "Mein Weg führt mich..." aus einem Zeitungsfragebogen würden sie nie ergänzen mit

"... langsam auf die Pensionsgrenze zu." (faz.net)

Durchaus instruktiv auch die Darstellung der Käßmannschen Ochsentour hinauf zum höchsten Amt einer synodal verfassten Kirche:

"Doch mit dem Amt reifen auch die Beziehungen heran – friedensbewegte Kirchentagsfunktionäre sind behilflich. (...) Nun ist es ihr Ehemann, der zurücksteckt, er bleibt bei den Kindern, während seine Frau an ihrem wichtigsten Karrieresprung arbeitet. Sie scheint zu wissen: Wer in jungen Jahren Einfluss in der Kirche gewinnen will, muss über die Funktionsstellen abseits der Gemeinden gehen. Die Ochsentour, vom Landpfarramt ins Stadtpfarramt, von der Superintendantur zur Landessuperintendantur, dauert Jahrzehnte. 1995, mit Mitte dreißig hat es Käßmann ins Schaufenster für das Bischofsamt geschafft: Sie wird Generalsekretärin des Kirchentags und kann sich so bei zahlreichen Gelegenheiten präsentieren.
Die erste Voraussetzung, um Bischöfin zu werden, ist damit erfüllt: Das Funktionärsmilieu, das maßgeblichen Einfluss auf die Ausarbeitung der Wahlvorschläge in den Landeskirchen ausübt, kennt ihr Gesicht. Und sie beherrscht – Voraussetzung Nummer zwei – virtuos den Umgang mit solchen Beziehungen, die Amerikaner als 'weak ties' bezeichnen: Sie kann Kontakte im Vorübergehen pflegen und dem Beruflichen den Mantel des Privaten umlegen. Sie tritt freundlich, aber nicht unbestimmt auf und nimmt Menschen rasch für sich ein – was von entscheidender Bedeutung ist, wenn die Mehrheit in einem Kirchenparlament erreicht werden soll, dessen Mitglieder man kaum kennt."
(faz.net)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Und was sagen katholische Bischöfe bei "Familie und Beruf sind . . ."? ;-)

Scipio hat gesagt…

Vielleicht so was wie "... im Fall eines katholischen Bischofs und idealerweise deckungsgleich" ? Oder "... vereinbar, außer für einen katholischen Bischof und seine Priester: Der hat sich für den Zusammenfall von Berufung und Beruf entschieden"?