9. Juni 2010

Gedicht für die Lebensmitte

My fiftieth year had come and gone,
I sat, a solitary man,
In a crowded London shop,
An open book and empty cup
On the marble table top.

While on the shop and street I gazed
My body of a sudden blazed;
And twenty minutes more or less
It seemed, so great my happiness,
That I was blessèd and could bless.


Was genau es war, was William Butler Yeats da erlebt hat, wollen wir bei diesem eher unkonventionellen Esoteriker vielleicht nicht so genau wissen. Aber: Auch und gerade Fünfzig- und Einundfünfzigjährigen ist zu wünschen, daß sie in einem allzu wohlbekannten Alltag - unter dem Alias "Tretmühle" bekannt - ab und an die Erkenntnis durchblitzt, körperlich durchblitzt! daß alles Geschenk ist und wir selber Geschenk sein dürfen/können/sollen.

Kommentare:

Lora Veit hat gesagt…

Yeats ist wohl kaum ein passender Zeuge im Sinne der katholischen Lehre. Einige Zeilen weiter unten im gleichen Gedicht: I -- though heart might find relief Did I become a Christian man and choose for my belief What seems most welcome in the tomb -- play a pre-destined part. Homer is my example and his unchristened heart.

Scipio hat gesagt…

O ja, ganz sicher nicht... Aber wir können das Gedicht ja vorsichig in diesem Sinne lesen...

blueberry hat gesagt…

"...a solitary man..."

Das erinnert mich an die berühmte Predigt "One solitary life"...

Vieleicht sollten wir tatsächlich noch mehr Geschenk sein, und diese Geschichte öfter erzählen?

http://1000mal.wordpress.com/2010/06/04/5-wer-ist-wirklich-man-of-the-house/