27. Januar 2009

- ohne Überschrift -

Ein besonders gutes Beispiel, wie viele Kinder man jetzt auf einmal aus der Badewanne kippen kann, gibt Salomon Korn in seinem FAZ-Interview. Verdenken kann man es ihm nicht.

Da nützt es nichts, Montags einen Leitartikel im Osservatore zu bringen. Den nimmt nämlich keiner zur Kenntnis - was man vorher hätte wissen können.

(Weiterbeten!)

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Warum sollte uns eigentlich die Meinung des Herrn Korn hierzu interessieren? Exkommunikation ist ein innerkirchlicher Vorgang mit genauen Voraussetzungen - und auf noch so idiotische Ansichten zu historischen Fragen ist die nun einmal nicht vorgesehen, genausowenig wie als politische Maßnahme zur Förderung des interreligiösen Dialoges.

Johannes hat gesagt…

Salomon Korns Beiträge zur Debatte find ich eher dummdeutsch. Das Lamento über die Karfreitagsliturgie ist ein anschauliches Beispiel. Die katholischen Christen, die der amtierenden Vorsitzenden des Zetralrats das Leben retteten, beteten ganz selbstverständlich die große Fürbitte für die Juden und zwar in der Fassung vor der von Johannes XXIII veränderten Form. Kein Mensch wäre damals und auch lange Zeit nach dem Krieg auf die idiotische Idee gekommen, dies sei blanker Antisemitismus. Die Nachkriegsgeneration der Juden wußte sehr wohl, was sie an den frommen Katholiken, die hundertausenden das Leben retteten hatten. Das Frau Knobloch und Herr Korn das vergessen haben, ist der eigentliche Skandal.

Scipio hat gesagt…

@Anonym: Das mag ja alles stimmen, aber muß man Leuten einen Vorwand geben, ihre Fähigkeit zu undifferenziertem Denken zur Schau zu stellen und andere damit zu infiltrieren?

Leider können wir das Medienecho imho dies Mal nicht einfach auf die bösen Medien, die bornierte Öffentlichkeit oder die immer gleich beleidigten Juden abschieben. Holocaustleugnung ist vielleicht kein Grund zur Exkommunikation, aber in der Art und Weise, wie +Williamson sie betreibt, ein Grund, mit ihrer Aufhebung zu warten. Und es kann mir keiner erzählen, daß er aus rein historischem Interesse sich damit befasst. Ich bin üblicherweise schon vorsichtig mit PC-Keulen, aber das ist ein Antisemit. Punkt.

@Johannes: Stilistische Einwände, inhaltlich weitgehend d'accord.

Condottiere hat gesagt…

Der Generalobere der FSSPX, Bischof Fellay, entschuldigt sich beim Papst:

http://www.fsspx.info/news/news.php?show=5216


Mit großem Schmerz stellen wir fest, welch großen Schaden die Überschreitung dieses Auftrages unserer Sendung zufügt. Die Aussagen von S. E. Bischof Williamson spiegeln in keiner Weise die Position unsere Gemeinschaft wider. Deshalb habe ich Bischof Williamson bis auf weiteres jedwede öffentliche Stellungnahme zu politischen oder historischen Fragen untersagt.
Wir bitten den Heiligen Vater und alle Menschen guten Willens um Entschuldigung für die verheerenden Auswirkungen einer solchen Tat. Mit Trauer stellen wir fest, dass diese unangebrachten Aussagen unsere Bruderschaft in direkter Weise berühren, weil sie die Aufgabe unserer Gemeinschaft in Verruf bringen.

Anonym hat gesagt…

Oh, daran dass Williamson ein Antisemit ist zweifle ich nicht - dass geht meist Hand in Hand mit der Leugnung des Holocaust... mich nervt bloß die Reaktion. Man kann Williamson als Antisemiten bezeichnen, ohne Papst und Kirche gleich damit in einen Topf zu werfen, oder? Ich meine - die Kirche besteht nunmal auch aus Mördern und sonstigen Sündern - das heißt doch noch lange nicht, dass wir Mord (oder Antisemitismus) gutheißen, oder?

Anonym hat gesagt…

P.S.: übrigens war soweit mir bekannt die Entscheidung über die Aufhebung der Exkommunikation gefallen, bevor die schwachsinnigen Äußerungen des Herrn Williamson überhaupt gefallen, jedenfalls bevor sie bekannt waren.