3. Oktober 2006

Der Blogozesen-Roman-Kanon

Dann machen wir uns also mal gemeinsam an eine Romanliste großer "christlicher Romane", im Sinn von Romanen erklärter Christen, die dezidiert christliche Themen zur Sprache bringen - mit allen Vorbehalten, wie sie Martin Mosebach letzthin in "Was ist katholische Literatur" (in: Schöne Literatur; München: Hanser, 2006, S. 105ff) wieder vorgebracht hat.

Tagespost (T), Fingo (F), Petra (P) und fr. Benedikt (B) haben vorgelegt; ich füge meine Kandidaten hinzu:

Frans G. Bengtsson: Abenteuer des Röde Orm (B)
Robert Hugh Benson: Come Rack, Come Rope (F)
Robert Hugh Benson: Lord of the World (F)
Georges Bernanos: Tagebuch eines Landpfarrers (P)
Georges Bernanos: Die Freude
Gilbert Keith Chesterton: Das fliegende Wirtshaus
Gilbert Keith Chesterton: Der Mann, der Donnerstag war (P)
Fjodor M. Dostojewski: Der Idiot
Fjodor M. Dostojewski: Die Brüder Karamasoff
Fjodor M. Dostojewski: Schuld und Sühne
Julien Green: Ein Mensch in seiner Nacht (P)
Graham Greene: Die Kraft und die Herrlichkeit (P)
Graham Greene: Monsignor Quixote (P)
Gunnar Gunnarsson: Die Leute auf Borg
Gunnar Gunnarsson: Jon Arasson
Ron Hansen: Atticus
Ron Hansen: Mariette in Ekstase
Oscar Hijuelos: Mr. Ives' Christmas
Joris-Karl Huysmans: En route (P)
Elisabeth Langgässer: Das unauslöschliche Siegel
Elisabeth Langgässer: Märkische Argonautenfahrt
C.S. Lewis: Die große Scheidung
C.S. Lewis: Perelandra-Trilogie (DS)
C.S. Lewis: Narnia-Erzählkreis (DS)
Walter M. Miller Jr.: Lobgesang auf Leibowitz (P)
David Lodge: How Far Can You Go? (P)
Carlo Manzoni: Die Brautleute (ER)
Bruce Marshall: Keiner kommt zu kurz (B)
Michael D. O'Brien: Sophia House (B)
Michael D. O'Brien: Father Elijah (B)
Flannery O'Connor: Die Gewalt tun
Flannery O'Connor: Wise Blood
Walker Percy: Liebe in Ruinen
Walker Percy: Die Wiederkehr
Adrian Plass: Tagebuch eines frommen Chaoten (DS)
Adrian Plass: Die rastlosen Reisen des frommen Chaoten (DS)
J. F. Powers: Ein Zweig im frischen Triebe
Marilynne Robinson: Gilead
Edzard Schaper: Der vierte König (B)
Reinhold Schneider: Las Casas vor Karl V.
Muriel Spark: The Prime of Miss Jean Brodie (P)
Sven Stolpe: Frau Birgitta lächelte (B)
Sven Stolpe: Leicht, schnell und zart (B)
Jón Sveinsson: Nonni und Manni
Sigrid Undset: Kristin Lavranstochter (P)
John Updike: Ehepaare
John Updike: Gott und die Wilmots
Evelyn Waugh: Helena (P)
Evelyn Waugh: Wiedersehen mit Brideshead (T)
Charles Williams: Die Stätte des Löwen

Da kommen bestimmt noch mehr?

[4. 10.: In der Tat: Aus den Anmerkungen habe ich einiges hochgeholt und selber noch ein paar Werke hinzugefügt, vorurteilsfrei, ohne Wertung, ob es wirklich alles kanonfähige Klassiker sind. Aber Novellen, Biographien und Erzählungen bleiben außen vor. Irgendwo muß ja mal Schluß sein.]

Kommentare:

Dybart Simpson hat gesagt…

Hm, mir fallen nur noch evangelikale Anglikaner ein:

C.S. Lewis, Perelandra-Trilogie
C.S. Lewis, Narnia-Erzählkreis
Adrian Plass, Tagebuch eines frommen Chaoten
Adrian Plass, Die rastlosen Reisen des frommen Chaoten.

Petra hat gesagt…

Julien Green: Un homme dans sa nuit (Ein Mensch in seiner Nacht)
Sigrid Undset: Kristin Lavransdotter (habe ich aber nicht gelesen)
Jeremias Gotthelf: Die schwarze Spinne (ok, kein Roman, aber eine schöne Novelle über das Böse)

Der deutsche Titel vom Leibowitz ist: Lobgesang auf Leibowitz

Echo Romeo hat gesagt…

Manzoni, Die Brautleute

(In älteren Auflagen: »Die Verlobten«)

(Unbedingt lesen!)

FingO hat gesagt…

Come Rack, Come Rope von Robert Hugh Benson sicherlich
Zählt "Das Silmarillion" etc. von Tolkien? In dem Sinne besonders "The Lost Road" - Schade eigentlich, daß er es abgebrochen hat...

Peretti - der Schwur für die eher evangelikalen unter uns ;)

Falls gute Biographien auch zählen, dann müssen
Chestertons Biographien von Thomas v. Aquin und Franz von Assisi erwähnung finden!

Fr. Benedikt hat gesagt…

Dann will ich mal meiner skandinavischen Herkunft alle Ehre machen und Romane aus diesen Ländern beisteuern:

Konvertitenromane:
Sven Stolpe: Frau Birgitta lächelte (eine hervorragende literarische Aufarbeitung der Reformation in Schweden)
Sven Stolpe: Leicht, schnell und zart (die Geschichte eines krebskranken Schweden in Paris)
Sigrid Undset gehört ebenfalls in diese Liste rein, Petra hat sie ja schon genannt.
Katholisch ist meines Wissens auch Frans G. Bengtsson gewesen. Seine "Abenteuer des Röde Orm" beschreiben die Verhältnisse in Südschweden zur Zeit der Christianisierung.
Nicht vergessen darf man auch den isländischen Jesuiten Jón Svensson. Seine Kindheitserzählungen "Nonni und Manni" sind unbeschreiblich.

Auf evangelischer Seite wäre vor allem zu nennen:
Gunnar Gunnarsson, Die Leute auf Borg
Gunnar Gunnarsson, Jon Arasson (über den letzten kath. Bischof vor der Reformation)
Selma Lagerlöf, Christuslegenden

Kein Skandinavier, aber Skandinavien eng verbunden ist Edzard Schaper, der auch einige Werke Gunnarssons übersetzte. Von ihm wäre vor allem "Die Legende vom vierten König" zu nennen.

Echo Romeo hat gesagt…

Hallo Scipio!

Es ist Alessandro Manzoni. (Ich war gestern nicht ganz sicher.)

Dafür ist er aber (literatur-)kanonisch - und wie!

dilettantus in interrete hat gesagt…

Aus dem Urlaub wieder da:

Ein Muß (obwohl lutherisch, dafür aber auch Skandinavisch)

Bo Giertz. etliches viel auf den Fels


dann natürlich
Nikolai Ljesskow, Die Klerisei/die Domherren
und
derselbe, der ungetaufte Pope
derselbe, der versiegelte (Erz)
Engel
(Die deutschen Titel schwanken sehr)

Von Bruce Marshall fehlt zumindest noch:
Das Wunder des Malachias
und
Alle Herrlichkeit ist innerlich

und natürlich
Giovanino Guareschi
Genosse Don Camillo
und
Don Camillo und die Rothaarige
(Beides Romane auch wenn als Erzählungsreihe getarnt!)