25. Mai 2005

Keine Protestanten auf dem Areopag

Nachdem ich gerade die heutigen Postings meiner Kollegen (hier und da) überflogen haben, scheue ich mich fast, ein paar Sätze des (atheistischen) Philosophen Norbert Hoerster zu posten. Aber wie schon der hl. Bernhard dem Teufel sagte, als der ihn während einer richtig feurigen Predigt stolz auf sich selbst machte: "Ich habe wegen dir nicht angefangen, und höre wegen dir nicht auf."

Meine evangelischen Leserinnen und Leser werden es mir in diesem Sinn nicht übel nehmen.

Hoerster also schreibt in der Einleitung zu seinem neuen Buch "Die Frage nach Gott" (München: Beck, 2005), in der er der Vernünftigkeit des Gottesglaubens nachgeht:

"Wenn ich in diesem Buch Beispiele christlicher Glaubensinhalte anführe, sind es zumeist solche katholischer Provenienz. Denn vom katholischen Glauben gibt es immerhin - in Form der Verkündigung durch das päpstliche Lehramt - eine authentische Lesart. Wer die Gottesfrage etwa auf dem Hintergrund eines christlichen Protestantismus (zu dem inzwischen der Sache nach auch viele katholische Theologen jedenfalls in Deutschland übergetreten sind) erörtern möchte, sieht sich seit langem mit Lehren konfrontiert, die in ihrer Vielzahl und Unterschiedlichkeit keinen gemeinsamen Nenner mit hinreichend klaren Konturen mehr erkennen lassen." (S. 11)
Ein Grund zur Freude oder Schadenfreude ist das auch für die RKler nicht, wenn eine der großen Traditionen der Christenheit auf dem Areopag nicht mehr ernst genommen wird.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich denke, hier sind wir uns einig:
http://www.bibel-online.net/buch/46.1-korinther/13.html#13,9

Lila

Scipio hat gesagt…

Lila, wir sind uns bei noch ganz vielem einig. Bestimmt auch bei dem Vers, der danach kommt: "Ich werde erkennen, wie auch ich erkannt bin." Das Licht sehen, und im Licht alle und alles sehen - ich hoffe, ich bin dabei.

Viele Grüße nach Israel!