2. März 2006

40 Tipps für eine bessere Fastenzeit

Die 40 Ways to Improve One's Lent aus Karen Marie Knapps "Anchor Hold" (im Original aus dem Catholic Herald (Milwaukee, WI)) müssten ja besser "40 Ways to Meet Your Own True Lover" heißen. Es ist garantiert für jeden etwas dabei.

Hier sind sie auf Deutsch - mit Anpassungen und Kommentaren:

1. Lernen Sie Ihren Namenspatron kennen.

2. Beten Sie - namentlich - für Menschen, gegen die Sie eine Abneigung haben und die Ihnen abgeneigt sind.

3. Nehmen Sie an einem Segnungsgottesdienst (oder gibt es einen treffenderen deutschen Begriff für "healing service") teil.

4. Lesen Sie jedes Mal, wenn Sie in die Bibliothek gehen, eine katholische Zeitschrift. (Oder fragen Sie am Auskunftsschalter danach.)

5. Nehmen Sie sich am 19. März, dem Tag des hl. Joseph, des Patrons der Väter und Zimmerleute, Zeit, die Beziehung zu einem Ihrer Kinder zu beleben oder zu vertiefen.

6. Kaufen Sie alles, was auf Ihrer Einkaufsliste steht, doppelt und geben Sie jeweils ein Exemplar an die örtliche Obdachlosenküche.

7. Finden Sie heraus, warum Sie am Sonntag "Laetare" lustig sein sollen, und verhalten Sie sich entsprechend.

8. Beginnen Sie mit einer "Schimpfwortbüchse": Jedesmal, wenn ihnen ein böses Wort über die Lippen kommt, werfen Sie einen Euro hinein, während der Karwoche jeweils zwei Euro. Geben Sie das Geld nach Ostern als Spende für "Deutschkurse für Ausländer "an die lokale Volkshochschule.

9. Nehmen Sie das Katechismus-Kompendium zu einem Treffen mit katholischen Freunden mit und fragen Sie einander ab. (Hm, der amerikanische Baltimore Catechism (hier als Word-Datei) mit seinen 100 Fragen und Antworten ist natürlich viel kürzer...)

10. Verschenken Sie einen Gegenstand, der Ihnen wirklich viel bedeutet.

11. Beten Sie für Menschen in ihrer Familie, die die Kirche verlassen haben: für Kinder, Eltern, Ehegatten, Geschwister.

12. Sprechen Sie mit einem Nachbarn, den Sie sonst nie oder selten ansprechen.

13. Stellen Sie einen Teller mit Asche an eine gut sichtbare Stelle in Ihrer Wohnung - als Erinnerung an die Fastenzeit.

14. Gehen Sie zur Beichte oder - wenn Ihnen das lieber ist: Empfangen Sie das Sakrament der Versöhnung.

15. Überprüfen Sie Ihr Wissen über die Bibel.

16. Lesen Sie eine Biographie von Erzbischof Romero und/oder sehen Sie sich den Film "Romero" an.

17. Eröffnen Sie einen Ratensparvertrag mit Einzugsermächtigung mit dem Ziel, das Geld der Caritas zu spenden.

18. Gehen bei einer Gelegenheit in die Kirche, wenn Sie es nicht müssen.

19. Belegen Sie eine Programmtaste Ihres Autoradios mit Radio Vatikan, Radio Horeb oder einer anderen christlichen Radiostation.

20. Beten Sie die Nachrichten - für die Menschen, deren Unglück oder schweres Leben Schlagzeilen macht.

21. Lesen Sie einen Artikel aus einem religiösen Nachschlagewerk.

22. Besuchen Sie die Messe in einer anderen als Ihrer eigenen Pfarrei. (Wenn Sie das sowieso schon tun, gehen Sie in die eigene Pfarrkirche.)

23. Spenden Sie einen Zehnten von Ihrer Steuererstattung.

24. [Entfällt, da es in Deutschland kaum katholische Schulen und Unis gibt - und darüberhinaus keinen im ganzen Land bekannten Hochschulsport. Dafür ist die deutsche Variante von Tipp 9 um einiges anspruchsvoller.]

25. Halten Sie täglich fünf Minuten Stille.

26. Statt sich die Oscar-Verleihung (5. März) oder den deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contest (9. März) im Fernsehen anzuschauen, legen Sie die DVD oder Videokassette mit der "Passion Christi" ein.

27. Dekorieren Sie einen Teil Ihrer Wohnung mit Motiven, die zur Fastenzeit passen.

28. Lernen Sie ein Sprichwort auswendig.

29. Nehmen Sie an einem Glaubenskurs für Erwachsene teil.

30. Erzählen Sie jemandem Ihre Glaubensgeschichte und davon, was GOtt für Sie bedeutet.

31. Ziehen Sie den Stecker Ihres Fernsehers oder PCs aus der Dose - nach dem Ausschalten natürlich.

32. Werden Sie sich Ihrer von Gott geschenkten Talente bewusst und bedenken Sie, was Sie damit anfangen - und anfangen könnten.

33. Kein Klatsch!

34. Holen Sie den Rosenkranz aus der Schublade und beten Sie ihn.

35. Ziehen Sie Ihre Uhr aus, bevor Sie am Palmsonntag in die Kirche gehen.

36. Stellen Sie eine Gebetssammlung für sich zusammen.

37. Lesen Sie ein Buch zur Geschichte des Papsttums.

38. Finden Sie heraus, wer Ragma, Putiel und Usa sind.

39. Opfern Sie Zeit, um anderen zu helfen.

40. Um es mit Franz von Assisi zu sagen: "Predigen Sie das Evangelium allezeit, und wenn nötig, auch mit Worten."

4 Kommentare:

born bin bøsn hat gesagt…

das ist eher lustig als hilfreich, oder? Es gibt einfach viel zu viel Hilfen für eine sinnvoll gestaltete *blabla* Fastenzeit. "AndereZeiten" zum Beispiel. Die ständige Falle, hipp sein zu müssen, einen Engel um den Hals tragen, 5 Minuten Zeit für ein Kerze, ... .
In der Fastenzeit bin ich immer ganz frog darüber, dass Verzichten gefordert ist und nicht am Besten-von-allen-verzichten.

Scipio hat gesagt…

Blogger haben natürlich - spätestens nach ein paar Jahren - das Gefühl, ständig "hip" sein und öfters was Neues bieten zu müssen.

Nachdem ich im letzten Jahr schon mal das Fastenfasten hatte, dachte ich mir, daß diese Liste durchaus hilfreich sein könnte. Irgendwas Spezielles muss es dieses Jahr für mich schon sein, sonst geht die Fastenzeit ganz unter. (Am Tag 2 halte ich mich noch ganz gut. *stolzstrahl*)

Einige Punkte in der Liste sind auf jeden Fall so, daß sie mich völlig abschrecken. Wenn ich z.B. den Namen "Romero" höre, gehe ich in die angriffslustige Defensive, was weniger am Erzbischof und Märtyrer liegt als an den Gutmenschen, die seinen Namen auf den Lippen tragen. Vielleicht sollte ich mir doch die Biographie besorgen?!

Echo Romeo (Tümpelritter) hat gesagt…

Mach das, Scipio! Anonsten habe ich die Liste mit Schmunzeln gelesen. Soweit ich sehe, fehlt das »Joggen« … Uff!

Ja: »Segnungsgottesdienst« oder »Heilungsgottesdienst« ist der richtige Begriff. Aber »Segnungsgottesdienst« finde ich schöner.

Statt die Frequenz von Radio Horeb oder Radio Vatikan kann man sich auch einen iPod zulegen und unterwges fromme Podcasts hören … oder selber einen machen.

reto hat gesagt…

Ein Vorschlag:

Mail mir mal deine Adresse. Ich schenke dir gerne das Tagebuch von Erzbischof Romero. (Oscar A. Romero, "In meiner Bedrängnis. Tagebuch eines Märtyrerbischofs 1978 - 1980.")

So schlagen wir grad' drei Fliegen auf einen Streich: du kannst Punkt 16 auf der Liste abhaken, ich Punkt 41 ;) und ausserdem gibt es auf meinem Büchergestell etwas Platz, den ich dringend benötige. Und das Tagebuch von Erzbischof ist vermutlich aussagekräftiger, als manches andere Buch über ihn.