26. April 2009

Das Geheimnis von Ostern - oder auch nicht

Immer begierig, etwas dazuzulernen, vor allem, wenn zur Information auch noch geistlicher Gewinn winkt, hörte ich heute in der Messe ganz genau zu. Und wurde mit Aufklärung über das Geheimnis von Ostern belohnt.

Die dritte, vom Zelebranten selbst formulierte Fürbitte, passend zum Grundtenor der vorhergehenden Predigt, lautete:

"Lass uns erkennen, daß das Geheimnis von Ostern darin besteht, daß im Brechen des gewöhnlichen Brotes [oder hieß es: im gewöhnlichen Brechen des Brotes?] der lebendige Christus erfahrbar werden kann."

Nicht daß Jesus im Brechen des Brotes, in der Messe wie im Alltag, nicht erfahren werden kann - aber erschöpft sich das Geheimnis von Ostern wirklich darin?? Ist Ostern eine Möglichkeit zu einer Erfahrung - oder eine Wirklichkeit? Eine Wirklichkeit, an der die Getauften - nebenbei - schon teilhaben. Eine Wirklichkeit, die wirkt, ob wir es erfahren oder nicht. Eine Wirklichkeit, so bglückend, daß es völlig gleichgültig ist, ob wir sie erfahren oder nicht.

1 Kommentar:

locojustloco hat gesagt…

Eine Wirklichkeit, die nicht erfahren wird, ist auch keine. Die Wirklichkeit des Ostergeschehens muß sogar erfahren werden, um überhaupt glaubhaft zu werden. Sonst bleibt sie hohles Gerede.
Ich vermute, die Homelie bezog sich auf die Emmaus-Jünger: sie hatten alles gehört, was von Ostern gemeinhin erzählt wird: leeres Grab, weiße Männer im Grab, Petrus am Grab... aber sie glaubten nicht.
Glaubbar wird der Auferstandene erst durch die Begegnung mit Ihm. Vielleicht in Brot und Wein. Vielleicht anders - schon die Apostelgeschichte bietet da ja gewisse Möglichkeiten. Nicht zuletzt auch durch die Begegnung mit Menschen, aus denen der Geist Gottes leuchtet, die überfließen von Seiner Liebe.

Eine kleine Anmerkung von einem Evangelen (die sind gar nicht so schwankend - man muß nur genauer hinsehen!): "Prüfet alles, aber das Gute behaltet", schreibt der Apostel. Wir Menschen neigen bei unseren Prüfungen allerdings dazu, uns am Schlechten aufzuhängen, Negativkritik zu üben - und das Gute gerade nicht zu behalten, sondern zu vergessen. Denken wir doch auch an Jesu Mahnung: "Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet!"