21. April 2009

Erleichterung weht durchs Land

"Deutschland ist im Ansehen der israelischen Bevölkerung gestiegen. Nach Großbritannien ist die Bundesrepublik das europäische Land, zu dem Israelis die engsten Beziehungen in Europa wünschen. Das ergab eine Umfrage, mit der die Konrad-Adenauer-Stiftung zwei israelische Forschungsinstitute beauftragt hat, die am Mittwoch in Jerusalem vorgestellt wird.

Die Vergangenheit spielt in den Beziehungen offenbar keine so große Rolle mehr: 31 Prozent sehen wegen des Holocausts mittlerweile keine besondere Verpflichtung Deutschlands mehr, Israel zu unterstützen."
(FAZ)

Durchs Land geht eine Welle der Erleichterung: Wieder einmal vorauseilend richtig gelegen. Sich im Ernstfall von den bösen Israelis distanzieren und gleichzeitig deren zunehmende Sympathie ernten - das muß uns erstmal ein anderes Land nachmachen. Beim nächsten Nahost-Konflikt müssen wir noch weniger Skrupel haben, wenn unsere Herzen nicht für die Kindern und Enkel unserer Opfer schlagen.

Kommentare:

Mcp hat gesagt…

Bei der Formulierung "unserer Opfer" musste ich stutzen.

Unsere Opfer?

Die Opfer unserer Großväter. Ja.

Über die sich aus einer solchen Formulierung ergebenden Verpflichtungen kann man sich verständigen. Aber ich bin kein Täter, nur ein Enkel. Verantwortung für mein eigenes Leben will ich gern übernehmen und darüber richten lassen, aber wie soll ich mich vor Gott rechtfertigen, wenn ich zum Zeitpunkt der Tat gar keine Möglichkeit hatte einzuschreiten? Ganz einfach deshalb, weil ich erst viel später geboren bin.

Die Erlösung machte überhaupt keinen Sinn mehr, wenn ich nur deshalb die Verantwortung trage, weil ich als Enkel geboren bin. Schuldig allein durch die Tatsache meiner Geburt und meines Blutes?

Tut mir leid, aber ich verstehe diesen Gedankengang nicht.

Scipio hat gesagt…

Na, ich denke mir, daß es diese Umfrage doch für den Teil unserer Landsleute eine Erleichterung sein muß, die z.B. kürzlich bei den Kämpfen in Gaza sich am liebsten klar auf die palästinensische Seite geschlagen hätten - die aber aus den bekannten Gründen noch Gewissensbisse hatten. Wenn nicht mal die Israelis unsere Solidarität wollen, die uns selbst schwer fällt, dann brauchen wir uns nicht weiter zu verrenken...

Mcp hat gesagt…

Das wiederum verstehe ich.

Die einseitige Parteinahme für die Palästinenser und die rüden Ausfälle gegen Israel, die man gegenwärtig in den Kommentarspalten zu lesen bekommt, sind widerlich.

Auf der anderen Seite stößt mich manches, was ich auf PI zu lesen bekomme, genauso ab.