15. April 2009

Namen wie Schall und Rauch

Die Magie der großen Namen wirkt nicht überall. Nicht dort jedenfalls, wo sich die Knie vor einem Ganz Anderen Namen beugen.

Papst lehnt Kennedy-Tochter als Botschafterin ab (FAZ)

Kommentare:

Mcp hat gesagt…

Ein Katholik beugt seine Knie vor niemanden anders als vor Gott. Vor keinem Kaiser, keinem König und schon gar nicht vor einem Demokraten.

Elsa hat gesagt…

Die Seite existiert nicht mehr, vermutlich weil der Vatikan die Meldung dementiert hat ...
Aber der Eintrag war schön :-)

Anonym hat gesagt…

Ach, lieber scipio! Woher wissen wir denn, vor wem Caroline Kennedy und ihr Präsident die Knie beugen?
Gewiß verdankt sich die politische Karriere der Caroline Kennedy nicht nur der Magie eines großen Namens - die verbraucht sich schnell, und mit 50+ ist davon selbst bei einer Kennedy nicht mehr viel übrig. Die Frage ist vielmehr, wie man (bzw. der Heilige Vater) die Aufgaben einer Botschafterin bei Heiligen Stuhl definiert. Ist in Rom schon automatisch persona non grata, wer nicht treu und zur Gänze, ohne Punkt und Komma, zur katholischen Lehre steht? Und, davon abgesehen: Eine zweite Mary Ann Glendon wird man in Obamas Mannschaft (und vermutlich auch anderswo) nicht so schnell finden. Da täte dem vatikanischen Staatssekretariat und seinem Haupt ein wenig gesunder Realismus vielleicht nicht schlecht.

Scipio hat gesagt…

@Mcp: Naja, gelegentlich schon mal.

@Elsa: Spricht sozusagen für die FAZ. Die anderen haben ihre Meldungen alle noch oben.

@Anonym: Ich habe gar nicht überlegt, vor wem Mr. President oder Ms. Kennedy die Knie beugen, sondern nur gesagt: Namen, nicht einmal der Name Kennedy, zählen nicht so viel, wenn der "Ganz Andere Name" (Vorsicht: Negative Theologie!) verehrt wird.

Ein Blick in den Wikipedia-Eintrag von C.K. zeigt übrigens, daß es mit ihrer politischen Karriere nicht so weit her ist. Da war wohl der Name Fluch und Segen zugleich. Übrigens ist selbst bei Onkel Ted der Name immer noch magisch besetzt - warum nicht bei der schönen und reifen Tochter des Großen Präsidenten.
Zusätzlich handelt es sich bei der Frage, die den Ausschlag oder - wenn wir den Dementis folgen - _nicht_ den Ausschlag gab, nicht um irgendeinen Punkt oder ein beliebiges Komma der katholischen Lehre.
Eine Mary Ann Glendon gibt es sonst nicht mehr, aber es muß ja nicht gleich eine tatsächliche oder potentielle Galionsfigur des amerikanischen Dissidenzkatholizismus sein. Es spricht für sich, daß Obama bisher niemanden findet oder finden will, der vatikankompatibel ist...

Anonym hat gesagt…

Anonym - sich für das straffreie Abschlachten ungeborener Menschen einzusetzen ist nicht einfach ein "nicht akzeptieren jedes Punkts und Kommas". Es bedeutet, dass jemand definitiv außerhalb der Kirche steht, ob sie das zugibt, oder nicht. Hochachtung vor dem Vatikan, endlich einmal Farbe zu bekennen. Der Pfarrer in der Gemeinde meiner Mutter, der den Obamamessias noch im Ostergottesdienst lobend erwähnte gehört geprügelt wegen Ahnungslosigkeit.