22. Dezember 2008

Das kritische Kirchenvolk und ich im Exil

"kritisch" - die positive Aufladung dieses populären Adjektivs ist inzwischen auch im katholischen Volk bzw. dem, was davon noch übrig ist, angekommen. Nicht daß das eine neue Erkenntnis wäre, aber es fiel mir letztens wieder einmal auf.

"Die nehmen die Kirche auch mal kritisch auf die Schippe", heißt es über "kirchliches Kabarett", "eine kritische Predigt" hat von vornherein eine hervorragende B-Note, bezahlte Laien im Gemeindedienst sehen vieles "kritisch" und "üben endlich einmal Kritik" an dem und jenem. Und selber dürfen wir ja seit einigen Jahrzehnten auch kritisch sein.

Es gibt natürlich auch Tabuzonen der Kritik, Themen und Personen, die ausgespart werden sollten - will man kritisch bleiben: Christliche Liedermacher, bezahlte Laien im Gemeindedienst, Anselm Grün, der "Volksaltar", das neue geistliche Lied, Handkommunion, Kindermetten, Kardinal Lehmann, kirchliches Kabarett, Yoga, die Ökumene an sich und in ihren jeweiligen lokalen Erscheinungsformen.

Selber fühle ich mich dann ganz plötzlich im Exil. Einer spricht das Zauberwort mit dem K aus, und schwupps! husche ich durch den geheimen Eingang ins ferne Land, wo ich mich überhaupt nicht daheim fühle, sondern als exul filius Mariae.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Hört, hört!

Anonym hat gesagt…

Schwacher Trost, aber lohnt daran zu erinnern:

Dieses Exil = Die Heimat und Wirklichkeit im globalen Katholizismus, und wird es auch bleiben! Der deutsche Kritisier-Muff ist nur ein transalpiner Begriffs-Bodennebel.

Sonnige Gruesse aus der nebelfreien katholischen (universalen) Kirche im Sueden!