6. November 2008

Mit dem Spiegel ins Delta

Helmut Schelsky erzählt in seinem Buch "Die Arbeit tun die anderen" (1975), daß ein Spiegel-Leser seine Bekannten zur Zuverlässigkeit jenes Magazins für Deutschland befragte und von jedem zu hören bekam:

"Der 'Spiegel' ist ein außerordentlich verläßliches Organ. Alle Themen, von denen ich nicht allzuviel verstehe, werden aufs beste abgehandelt. Nur das Thema, von dem ich etwas verstehe, wurde recht fehlerhaft behandelt."

Nach unseren jüngsten Erfahrungen hat sich daran seither nicht viel geändert.

Wenn ich also hier auf den Spiegel-Artikel über den "Blues Trail" in Mississippi hinweise, dann gewiß nicht, weil ich Experte bin und den Wahrheitsgehalt beurteilen könnte. Nein, ich tue das nur, weil er so schön all das bestätigt, was wir je über diese Teufelsmusik zu wissen glaubten. Und natürlich wegen des Fotos jener Kreuzung von Highway 61 und 49, wo Robert Johnson dem Teufel seine Seele verkauft haben soll, und wegen der Aufnahme, die das Grab desselben Robert Johnson zeigt.

Hier ist er selber und singt den Travelin' Riverside Blues:


1 Kommentar:

Harki hat gesagt…

"Alle Themen, von denen ich nicht allzuviel verstehe, werden aufs beste abgehandelt. Nur das Thema, von dem ich etwas verstehe, wurde recht fehlerhaft behandelt."

Das hat aber wirklich soooonen Bart. ;-)

In den 20ern war das der klassische Historiker-Spruch über den damals berühmten Geschichts-Scharlatan Oswald Spengler: "Also, was er über mein Gebiet sagt, ist ja wirklich Unsinn, aber alles andere ist wirklich sehr geistreich."