9. Januar 2007

Aufwachen mit Wilde

"Wir wollen in gewissen katholischen Kreisen ein Aufwachen stimulieren. Das Christentum war als Radikalkur gedacht, nicht als Hausmittel für gewöhnliche Erkältungen. Unsere Rolle ist es, ein Dorn im Fleische zu sein."

Das Buch, in dessen Vorwort dieser Satz steht, heißt "Provokationen: Aphorismen für ein anti-konformistisches Christentum" und ist laut Welt von P. Leonardo Sapienza (Vatikan) herausgegeben wurden. Ob dort jetzt eine offiziöse Rehabilitation von Oscar Wilde vorgenommen wird, wie Thomas Kielinger meint, bleibe hier einmal dahin gestellt.

PS: Das Wilde-Buch von Joseph Pearce soll im April 2007 bei nova et vetera
erscheinen.)

Kommentare:

str hat gesagt…

Ja, mir ist die Überschrift auch etwas schleierhaft, zumal Oscar Wilde ja niemals "verurteilt" war, so daß er einer Rehabilitierung bedürfte.

Manches was er geschrieben, war immer schon richtig.

Manches was er geschrieben, bleibt auch heute falsche (z.B. das mit der Versuchung).

Und vieles was er geschrieben, hat damals die Menschen entlarvt und könnte es wohl auch heute tun. (Aber nur, wenn man das von den Charakteren gesprochene nicht selbst zur Warheit erhebt.)

Was den Menschen (und nicht das Werk) Oscar Wilde betrifft, ist er ja schon drei Tage vor seinem Tod "rehabilitiert" (wie war das mit den Wohnungen) worden. Eine Tatsache, die ja von manchen gerne verdrängt würde, die ihn zu einem Märtyrer der Homosexualität verklären wollen (und vergessen, daß er blind in sein Verderben rannte - was er auch später selbst so sah.)

Petra hat gesagt…

Das Buch wird sicher spannend. Pearce, ein rechtgläubiger Katholik, hat ja schon ein sehr gutes Buch über "Literary Converts".