4. Februar 2011

Lokalkirche im präschismatischen Zustand

Nun, nach Lammert und Kollegen und dem Mainzer Kardinal die nächste Eskalationsstufe des "Dialogs":

Kirche 2011: Ein notwendiger Aufbruch"

Danach kommt eine entsprechende Initiative des Diözesan- und Ordensklerus und eine offizielles und gemensames Statement von ZdK und allen Diözesanräten.

Anschließend wird ein Bischof, der nichts mehr zu verlieren hat, unter dem Beifall der katholischen und anderen Massen einen ersten "mutigen" Schritt gehen und hoppla: Wir sind im Schisma angekommen!

Oremus.

Kommentare:

Rosenkranz-Atelier hat gesagt…

Gut, dass ich noch nichts gegessen hatte....dieser Artikel provoziert ja Brechreiz!

Yiska hat gesagt…

Das ist leider ganz und gar nicht aus der Luft gegriffen. Das einzig Gute bei einem solchen Szenario: es müßte jeder endlich mal Farbe bekennen, Bischöfe eingeschlossen.

Gabriel hat gesagt…

Der letzte von dir imaginierte Schritt wird aber von keinem Bischof getan. Und das weißt du doch auch ganz genau. Und genau deswegen ist all das Gerede von Schisma etc. völlig abwegig und alles andere als hilfreich. Ergo lass es sein. Das Wichtigste immoment ist, dass WIR die Nerven behalten und ganz cool bleiben. Das Geifern sollten wir der anderen Seite überlassen. Im Übrigen hat kath.net seine Meldung zu dieser Erklärung mal tatsächlich treffend illustriert: Gähn.

Scipio hat gesagt…

Lieber Gabriel,
da bin ich mir nicht so sicher.

Und selbst wenn wir beide über die Erklärung gähnen: Im worst case wird sich über die nächsten Monate hin das Empörungspotential aufstauen, die Stimmung an der Basis, z.B. über eine bundesweite Unterschriftenaktion des Klerus, eine Aktion von WsK oder Kirchenvolksbegehren, oder eben eine entsprechende Stellungnahme von ZdK und anderen Räten... Nehmen wir mal dazu an, wir haben diverse Coming Outs: homosexuelle Priester oder Priester in irgendwelchen Partnerschaften, und zwar gute und beliebte Priester in ihren Gemeinden.

Wenn ich mich umschaue, halte ich das alles nicht für völlig unrealistisch.

Was wird denn sein, wenn ein Bischof (und sei es Lehmann selber) kurz vor dem 75. und mit Unterstützung seines Pastoralrats und seiner Laien anfängt mit den Weihen von viri probati?

Lass uns das doch mal "cool" anschauen. (Geifern sieht anders aus.)

Scipio hat gesagt…

Ergänzung:
Welche Szenarien spielt denn "die andere Seite" durch?

Und ans Rosenkranz-Atelier: Mein Artikel provoziert Brechreiz? Ich hoffe nicht. Ich wollte nur - wie Ingeborg Bachmann - "klar sehen", und das in allzu knapper Form sicherlich.

Gabriel hat gesagt…

Tja, ein Prophet bin nich auch nicht. ;-) Aber wenn Kardinal Lehmann zu so etwas schreiten sollte, dann schicke ich dir eine Mail, damit du mir deine Kontonummer zukommen lässt; ich werde dir umgehend drei meiner Monatsgehälter überweisen. ;-)
Natürlich wird es für uns in den nächsten Monaten hier und da ungemütlich. Andererseits auch anregend, da es viele Gelegenheiten gibt, in anregenden Gesprächen aufzuklären und Argumente anzubringen.
http://www.youtube.com/watch?v=d97odMy3Vi0#t=1m10s
Die Verfasser der Erklärung haben keine Argumente (vom Evangelium und der geistlichen Tradition der Kirche her), deshalb schimpfen sie herum, "unbarmherziger Rigorismus" etc.
Im Vergleich zu dem Wirbel um die Kölner Erklärung seinerzeit ist das jetzt alles nur ein laues Lüftchen. Das Pontifikat von Johannes Paul II. zwigt auch in Deutschland langsam die Wirkung, die es in anderen Teilen des Orbis Catholicus längst gehabt hat.

Scipio hat gesagt…

Drei Monatsgehälter sind ein bißchen viel, sowohl für dich wie für mich. Außerdem weiß ich nicht, wieviel Du verdienst. :-))

Warten wir's ab; für mich bietet sich die Lage, auch was die Folgen von JPII angeht, anders dar, aber ich habe vielleicht auch einen zu engen Horizont.

Und wegen des Windes: wir sind erst am Tag 2 nach diesem Papier. Ich befürchte, das wird jetzt tüchtig aufgeblasen, auch an der pastoralen Basis, in Diözesen und Pfarreien.
Let's see.

Anonym hat gesagt…

Ach, da trennt sich halt die Spreu vom Weizen... jetzt wird offenkundig, dass ein hoher Anteil derer, denen von Berufs wegen die Bildung des katholischen Nachwuchses obliegt schon lange gar nicht mehr katholisch sind... Zeit, den Stall auszumisten. Auch im Episkopat. Schisma? Wäre keines... das würde voraussetzen, dass man hier wenigstens dogmatisch noch von Orthodoxie sprechen könnte. DIE sind nicht mehr orthodox katholisch, sondern gehören längst in die EKD. Sollen sie - weg mit Schaden.

Akatair hat gesagt…

Der Mainzer Kardinal schickt für riskante Unternehmen wie ein guter Schachspieler natürlich "Bauern" vor. Wenn eine Auseinandersetzung dann ausgetragen ist, versucht er, egal wie es aussieht als der Mann der Mitte dazustehen. Für so eine Aktion, wie hier in den Kommentaren geschildert, gäbe es in Mainz keinen ausreichenden Rückhalt

blogger hat gesagt…

Ich befürchte auch, dass das so kommt. Manchmal wünsche ich mir, dass es endlich zum offenen Schisma kommt. Dann wären die Fronten klar und jeder müßte sich öffentlich dafür oder dagegen bekennen.

Was die andere Seite betrifft, wso ist mein (durch persönliche Kontakte untermauerter Eindruck), dass sie unsereiner einfach als verbohrte, ewiggestrige Extremisten abtut, auf die es nicht ankommt und die entweder zur Einsicht gebracht oder marginalisiert wserden müssen.

Gabriel hat gesagt…

Drei Monatsgehälter schrieb ich ja auch nur, weil meines nicht so hoch ist. ;-) Aber im Ernst: Die erste Aufregung um das "Menno!-randum" (Alipius) hat sich doch schon gelegt.

gregoriusbraun hat gesagt…

In Tchechien wurden zur Zeit des Kommunismus verheiratete Männer und, wenn ich mich richtig erinnere, auch Frauen geweiht. Die Weihen wurden dann einfach als ungültig erklärt und damit hatte sich die Sache wieder. Man kann ja auch nicht von jetzt auf gleich verheiratete Männer weihen, die müssen auch erstmal die Ausbildung haben. Wäre sicher lustig, wenn ein Bischof sagt, so ich weih jetzt mal welche und dann keine da sind. ;)