30. April 2010

An die Vertuscher

OK, liebe Presseleute, ich habe ab sofort nichts mehr dagegen, wenn Ihr einen Aufmacher aus der Tatsache macht, daß ein Ex-Weihbischof öffentlich bekennt, er habe als junger Präfekt eines Internats in den 60er und beginnenden 70er Jahren Schüler geschlagen. Unter einer Bedingung: daß Ihr aufhört, Euren eigenen Dreck zu vertuschen.

Konkret: Ich will die volle und ganze Wahrheit über Euch, Eure Kollegen, jetzigen Chefredakteure und früheren Herausgeber. Alles aus den letzten, sagen wir: 40 Jahren.

Wer hat es wann und wie oft mit welcher Volontärin getrieben? Wer hat Journalistenethik verletzt? Einmal? Mehrmals? Permanent? Wer hat Mitarbeiter gemobbt, belogen, verführt, emotional oder physisch irgendwie mißbraucht? Wer hat die Wahrheit zurecht gebogen - und so das Vertrauen seiner Leser, von Kindern und Jugendlichen gar, geschändet? Welche Mißbrauchsnetzwerke gab und gibt es in den Agenturen und Redaktionen?

Wer von all dem schweigt, wer da nicht nachfragt, wer nicht den Mut, ja die Courage hat, das eigene Nest zu beschmutzen, der vertuscht. DER VERTUSCHT und ist mitschuldig, wenn solche Dinge auch heute und in Zukunft geschehen.

Auf geht's, denn sonst droht der Verlust Eurer moralischen Autorität. Ihr wisst ja: Wer mit hohem Anspruch auftritt, den trifft die Moralkeule umso härter.

29. April 2010

Alipius über Katholisches Bloggen

Alipius durfte sich in der Tagespost zum katholischen Bloggen ausführlich äußern und hat das glänzend getan.

Wer das Interview noch nicht kennt, kann es auf rom, römer, am römsten nachlesen.

Selber schicke ich ihm ein frohes Dankeschön - dafür, daß er Credo Ut Intelligam zusammen mit Elsas Nacht(b)revier und Thomas' Abendland besonders empfiehlt.

Dino-Talk

Ach, unsere Dinos. Lebendige Zeugen einer schrecklichen Vergangenheit. Nehmen wir z.B. Happisaurus aloisius, vulgo Alois Glück. Er hat noch eine ganz furchtbare Zeit erlebt, über die ihm erst die Begegnung mit der evangelischen Kirche hinweg geholfen hat. So wenigstens lässt sich sein Zeugnis bei evangelisch.de verstehen:

"Ich habe viel gelernt von der evangelischen Kirche. Ich teile heute vollkommen das Verständnis des barmherzigen Gottes, und dass die Liebe Gottes nicht auf unserem Verdienst beruht. In meiner Kindheit hatte ich noch eine Leistungsreligion gelernt – wer brav ist, bekommt dafür die Gnade Gottes."

Wir wissen nicht, wann er der evangelischen Kirche begegnet ist und wie. Wir wollen auch nicht daran zweifeln, daß er dort ein anderes Gottesverständnis vermittelt bekam, als er es aus seiner katholischen Kindheit und Jugend zwischen 1940 und 1960 mitbrachte.

Vielleicht kann er ja wirklich nichts dazu, wenn er aus der "Christenlehre" oder dem Religionsunterricht nur die Verdienstlichkeit guter Werke in einer verkürzten Fassung mit ins spätere Leben nahm und dachte, er könne sich die Gnade und Liebe GOttes verdienen.

Aber irgendwie wäre es ja schon auch nett gewesen und von einem Oberlaien nicht gar zu viel verlangt, wenn er wenigstens angedeutet hätte, wie sich die unverdiente barmherzige Liebe GOttes und unser Tun nach dem richtigen katholischen Verständnis zueinander verhalten. So ganz haben die Katholischen die Evangelischen ja auch nicht gebraucht, um den Popanz der Leistungsreligion zu entthronen. Auch als Popanz zu entthronen, der ihnen in interkonfessionellen Diskussionen entgegengehalten wird.

Hätte Alois Glück nicht etwas sagen können wie: "Jetzt weiß ich, daß es gut-katholisch ist, die übergroße Liebe GOttes, die all meiner Leistung und auch all meinem Glauben voraus geht, mit all meinem Glauben und all meinem Tun, mit all meiner Freiheit und aus tiefstem Herzen tätig zu beantworten. Und daß dieses mein Tun, mein Glauben, Hoffen und Lieben, vor GOttes liebevollem Blick nicht wertlos ist. Unvollendet, Bruchstück - ja, das schon. Aber nicht: umsonst. Sondern daß es zählt, weil es Jesus Christus mit auf SEine Rechnung nimmt, als Aktivposten. Weil mein Tun auch - wieder durch IHn, mit IHm und in IHm - anderen zugute kommen darf."?

25. April 2010

Einfach Musik

Die Coal Porters irgendwo in London auf offener Straße, mit ersichtlichem Dress Code und der nötigen Kombi von Ernst und Freude bei der Sache.

Die Jesuiten und die Schattenseiten von 68

Die ZEIT: "Ich war ein Täter", in Auszügen zitiert. Hervorhebungen und ein paar Kommentare von mir:

"Als Pater Godehard 1977 in die Societas Jesu eintrat, »waren wir ein führungsloser Orden«. Damals traten auch mehrere, heute bekannte Täter ein. [Das war also zur Hoch-Zeit der nachkonziliaren Kirche, kurz bevor JPII die Eiszeit brachte, richtig? Der beliebteste Theologe des deutschen Katholizismus hieß damals Hans Küng, sein "Christ sein" hatte sich tausendfach verkauft. Ratzinger war konservativ geworden, und Rahner hatte Küng auch gerade ein "Bis hierher und nicht weiter" entgegengehalten.] Der Hang zum autoritären Regime, der der Gemeinschaft stets innewohnte, war gerade an sein Ende gekommen. Die weltliche Wende von 68 hatte auch die Jesuiten erfasst. Pater Erhard, heute 76 Jahre alt, beschreibt den Wechsel als eine Umstellung von »einer fast aristokratischen Form von Führung« zu einer moderneren. »Dazwischen lag eine Zone der Unsicherheit.«

Gott in allen Dingen suchen, so lautet das Motto der Jesuiten. Wo aber sucht, wer so denkt, das Böse – erst recht, wenn es aus den eigenen Reihen kam? Kaum einer der Patres von heute wünscht sich die Zeit vor dem großen Aufbruch der sechziger Jahre zurück. Doch die Aufklärung der Missbrauchsfälle ist auch die Aufarbeitung der Schattenseiten von 68 im Orden. Missbrauch mag so ewig sein wie die Kirche, aber er hat immer einen zeitspezifischen Ausdruck. Das Böse ist, wie auch das Gute, konkret.

Pater Bernd, einst viele Jahre Provinzial, ist ein Vertreter jener Generation zwischen den Zeiten: als das alte Regime zwar abgeschafft war, ein neues aber noch nicht griff, als die Aristokratie nicht mehr und die Demokratie noch nicht galt. Von sich sagt er: »Ich habe den Wert von Verbindlichkeit erst neu entdeckt – für mich und den Orden.« [Schnellmerker sind sie also nicht unbedingt, die Jesuiten. Auch damals gab es genug Warnungen, das Kind nicht mit dem Bade auszuschütten.] Es gab ein Machtvakuum. Es entsprach nicht dem Geist der Zeit [wow, an unverdächtiger Stelle ein Beweis für seine Existenz und seine Dialektik...], verdächtige Patres zu kontrollieren oder harte Konsequenzen gegen Missbraucher durchzusetzen. Der Ordensgründer Ignatius von Loyola hätte in seiner militärisch brutalen Sprache wohl gesagt: Es fehlte damals am Mut zum Befehlen. [Es, es es... Eigentlich heißt das: Den Jesuiten fehlte der Mut zum Befehlen.]

Der Missbrauch war politisch – und im Musterorden von Gottestreue und Kirchengehorsam [So stellt sich die ZEIT und der Kulturprotestantismus wohl bis heute die Jesuiten vor. Sancta simplicitas...] scheint es auf erstaunliche Weise nicht so viel anders zugegangen zu sein als am reformpädagogischen Musterinternat: Die Ablehnung des althergebrachten Regimes, das mit autoritärem Missbrauch einhergegangen war, führte zu einer neuen Lockerheit, die antiautoritären Missbrauch hervorbrachte. [Gesetz des Pendels nennt das P. Kentenich mal, aber den muß man ja nicht kennen. Stattdessen darf man post factum erstaunt sein.] An die Stelle übergroßer Distanz trat übergroße Nähe, an die Stelle der fatalen Schläge das fatale Streicheln. [War das nicht auch die Zeit, in der die Streicheleinheiten aufkamen? - Mal sehen, ob wir von denen noch mal ein Lebenszeichen bekommen...] So habe etwa, heißt es im Orden, der Direktor des Aloisius-Kollegs in Bad Godesberg, Pater S., seine Schule ins Zwielicht einer ästhetisch überhöhten, aber derb missbräuchlichen Atmosphäre des pädagogischen Eros getaucht.

Und wie zum Hohn bestätigt der Orden auf seiner Klausur: Im Rahmen seiner Ausbildung habe der Pater einige Zeit an der Odenwaldschule zugebracht. Damit ist die letzte Mauer zwischen beiden Skandalen durchbrochen, die zwischen konfessionell-katholisch und reformerisch-kulturprotestantisch: Es gab eine Verbindung zwischen beiden Welten des Missbrauchs, sie hieß Pater S., ein Jesuit.

Die Missbraucher mögen profitiert haben vom fehlenden Mut ihrer Oberen zum Befehl. Die machthabenden Vertuscher dagegen konnten sich stützen auf ein Zuviel an Gehorsam ihrer Untergebenen."

Wetten daß davon nicht viel in der Kirchenpresse zu lesen sein wird? Daß ZdK und BdkJ, daß Glück undTänzler davon eisern schweigen werden?

Geschichtsklitterung, die xte

Vorurteile in Aktion, sich selbst verstärkend und vermehrend. Wenn sich ein Film "[als] leidenschaftliches Plädoyer für Vernunft und Humanismus gegen Fanatismus, Intoleranz und Machtstreben" versteht, darf er sich "einige Freiheiten" erlauben. Klar. Logo. Hauptsache: "Écrasez l'infâme!"

Da können sich noch so viele Historikerinnen in den Medien - hier dem "Spiegel" - äußern: Plausibel ist plausibel.

"Agora - Die Säulen des Himmels" ist also ein Film für die Zeitgenossen. Gerne sind auch kritische Katholiken willkommen oder solche, die sich mit dem Gedanken an Kirchenaustritt tragen. Danach fällt die Entscheidung sicher leichter.

Wer dagegen von den Stereotypen des säkularen Dummgeistes unbelehrt bleiben will, muß sich stattdessen mit "The Anchoress" begnügen:

Vatican funding adult stem cell research


Genesis, Evolution the Sistine Chapel

"Pilger sind wir, Reisende unterwegs..."

Ein Teil der katholischen Kirche ...



... quer durch den Spessart unterwegs ...



... zur Muttergottes von Mariabuchen ...



... die freilich dem frommen Beter eher ihr Herz öffnet als daß sie seinem Handy ihr Gesicht zeigt.



Die wirklich wichtigen Gebetsanliegen habe ich erst ab km 25 aufs Tapet gebracht, als das Laufen begann weh zu tun.

24. April 2010

Wieder: Die deutsche Presse

Wenn schon, dann richtig, BLÖD!

«αλσο δοχ: διε γριεχεν ουολλεν ουνσερ γελδ»!

Trauriges aus dem Innern der Kirche

"Seht, wie sie einander lieben" überschreibt das Gotteslob ein Posting. Eigentlich müsste es ironiefrei wohl heißen: "Seht, wie sie einander allein lassen."

Ein wichtiger Text!

23. April 2010

C&W ain't C&W

Und dann war da heute noch Father Z., der wissen wollte, welche Country & Western-Musiker gut sind, und warum. Damit fuhr er die sensationelle Zahl von 93 Kommentaren ein.

(Und ich bekomme keine einzige Rückmeldung auf einen ziemlich genialen Country-Song, der punktgenau auf den Tag und in diesen Blog passt, nicht mal von den Freunden eines guten katholischen Bieres ...)

Kondensierte Schrift

Man könnte es für eine typisch lutherische Idee halten: Die Bibel erfolgreich auf 66 Verse zu kondensieren.

Sarah Wilson hat es geschafft: The Bible in 66 Verses.

Makabritäten

Die "Gashlycrumb Tinies" von Edward Gorey fallen momentan fast unter Kindesmißbrauch. Eigentlich sind sie aber nur ein schwarzhumoriges ABC-Gedicht mit Kindernamen, mit ziemlich beeindruckenden, düsteren Illustrationen.

Hier geht es zum Kunstwerk.

(via more last than star)

Ans Main-Echo, meine Provinzzeitung

Ihr habt ja alles Recht der Welt, als Aufmacher schön fett zu schreiben: "Erleichterung über Bischof Mixas Rücktrittsangebot". Hätte ich an Eurer Stelle auch so gemacht. Ich hoffe aber - there but for the grace... -, daß ich die Untertitel nicht begonnen hätte mit "Noch keine Entscheidung des Vatikans".

Mit Verlaub: Ihr seid Idioten.

Aber nicht mal Ihr kriegt mich dazu, zu sagen, +Mixa hätte im Amt bleiben sollen.

(Wer einen Blauen Eimer möchte, muss heute nur den hyperdämlichen Kommentar von Martin Flenner auf Seite 3 kommentieren...)

22. April 2010

Nachwort

Zum Rücktrittsgesuch von Bischof Mixa: Nein, keine Freude.

"A man has to do what a man has to do". Demütigung und zum Großteil wohl selbstverschuldeter Verlust von Glaubwürdigkeit und Ansehen ist nichts, was Spaß macht. Auch nicht beim Zusehen. Schon einmal gar nicht bei einem Bischof der Una Sancta. Genauso wenig wie bei einer Bischöfin der Evangelisch-Lutherischen Kirche übrigens.

"There but for the grace of GOD go I."

(Das ist es eigentlich vor allem, was mich an einigen, zu vielen Berichten und Kommentaren stört: Sie scheinen allesamt von moralischen Übermenschen gesprochen, von Heiligen und perfekten Exemplaren der Gattung homo sapiens. Es muß doch möglich sein, über die ganze Ungeheuerlichkeit des von Kirchenmännern und -frauen begangenen Mißbrauchs zu schreiben, ohne diesen Tonfall moralischer Überlegenheit. Habt Ihr noch nie in Euren eigenen Abgrund geschaut? Nein, nicht relativieren sollt Ihr das Geschehene dann, sondern in seiner ganzen Schmerzlichkeit sagen.)

Hinweisen will ich noch auf den guten Kommentar von Jan Fleischhauer - man sieht: Der S_____L leistet sich ein paar Querschreiber, warum auch immer.

Ein Lied zum Tag des Deutschen Bieres

In 53 min begehen wir nicht nur den Welttag des Buches, sondern auch den Tag des deutschen Bieres.

Was passt da besser als ein Bierlied, das in einer Buchhandlung gesungen wird?

I am pleased to welcome on this here blog - directly from the Union Square Bookstore in Canton, Mississippi - Mr. Frazier Ridell and Mr. Allen Burrows with their song: "You Can Drink Beer and Also Love Jesus". Give'm a big hand!


Theologenpapst, aber richtig

Gianfranco Ravasi über Etiketten und das "Back to the roots" des "Theologenpapstes" (radio vatican):

"Theologenpapst, das ist schon auch eine Art Etikett, das ihm angeklebt wird, um zu sagen, was er nicht sei: dass er nämlich kein Papst wäre, der die Komplexität der pastoralen Situationen kennt, sondern der nur ganz allgemein um sie weiß.

Wir sollten stattdessen diesen Begriff vom Theologenpapst andersherum verstehen und sagen: Hier gibt jemand eine neue Interpretation der Geschichte und der kirchlichen Gemengelagen, indem er uns daran erinnert, dass wir immer zurück zu den Quellen müssen.

Das gilt für die Hirten wie für alle Gläubigen: Er wiederholt die Einladung des
Petrus in seinem ersten Brief, dass wir Rechenschaft ablegen sollen von der Hoffnung, die in uns ist. Und das sollen wir mit Sanftmut und Aufmerksamkeit tun – auch gegen die Provokationen. Rechenschaft ablegen von der Hoffnung bedeutet: die pastorale, soziale, kulturelle Funktion des Glaubens anzuerkennen."

Bernanos mit seiner schmerzlichen Liebe, wieder einmal

Aus Bernanos' "Fragment über Martin Luther", wo der Dichter GOtt folgendermaßen zum D. Martinus sprechen lässt:

"Seit Anbeginn war meine Kirche, was sie heute noch ist und was sie bis zum letzten Tag sein wird: das Ärgernis der Starken, die Enttäuschung der Schwachen, die Prüfung und der Trost der nach innen Gekehrten, die in ihr nur mich suchen. Ja, Bruder Martin, wer mich darin sucht, findet mich, aber man muß mich suchen, denn ich bin besser darin verborgen, als man denkt oder als gewisse meiner Priester euch glauben machen wollen; für die, die nicht demütig hinter den heiligen drei Königen und den Hirten auf mich zuschreiten, bin ich noch schwerer zu entdecken als im kleinen Stall von Bethlehem. Denn man hat mir zwar Paläste errichtet mit zahllosen Galerien und Säulenhallen, die Tag und Nacht herrlich erleuchtet und von Wächtern und Schildwachen erfüllt sind, aber um mich dort zu finden wie auf der alten, schneeverwehten Straße Judäas, braucht auch der Klügste nur von mir zu erbitten, was ihm einzig nottut: einen Stern und ein reines Herz."

20. April 2010

Successive eighth - is all yet intact?



It's that time of the year again. It's Mogo time.

And when you as a deeply open Christian parish want to prove that you are really open unto the last corner, then you offer of course a translation possibility on your web side.

What then comes out of that, can lead only bad willing persons to a "hämisches" laughter. All others stand full of worship and look forward to the next motorcycle worship. Again with Roland and with the band Intakt.

We see us on the 2nd May. With the motorcycles. Of course.

Dormeshelgen II

So, hier also die Bilder zum Posting. Die Qualität - nun, seht selbst. Meine dreifache Entschuldigung: 1. konnte ich noch nie fotografieren, 2. war es schon dämmerig bzw. wie man da sagt, wo der Bildstock steht: "femmelisch" und 3. hatte ich nur ein Siemens S65v.



Die Zwillinge vorm Abendhimmel, während sich Maria noch im Grün verbirgt.



Unsere Liebe Frau Hinterm Gitter (engl.: Our Lady Behind Bars)



Das Grablicht "Theresia" brennt noch. Unter ihm ist niemand begraben. Nicht daß ich wüsste.



"As I walked out tonight in the mystic garden..." (Bob Dylan)



"Wie grün war mein Tal doch und das Tal jener, die nicht mehr sind." (R. Llewellyn)

19. April 2010

Provokativer müssten sie mir sein, die Provokanten...

Der ökumenische Kirchentag soll provozieren, so ähnlich sagte es Katrin Göring-Eckardt im Interview mit meinem Provinzblatt. Die Beispiele, die sie dann brachte, stellten klar, wer da gewisslich nicht provoziert werden soll: Die Teilnehmer und die Organisatoren.

Eine katholische Meßfeier im außerordentlichen Ritus an prominenter Stelle mit prominentem Zelebranten unter Trägerschaft der Petrusbruderschaft - das hätte so richtig Zoff gegeben. Provocatio provocationum. Schon weil jeder denkt: "Das sind doch die mit dem Williamson!" Sind sie nicht, und siehst du schon: Vorurteile wie Pilze aus dem Boden.

Aber vielleicht ist das ja doch im Programm und ich habe es zwischen "Ökumenische[n] Gottesdienst[en] auf anglikanischer Basis" und "Röm.-Kath. Eucharistiefeier[n] in Leichter Sprache" übersehen. In diesem Fall lasse ich mich liebend gerne korrigieren.

Gelbe Galle oder entspannter Charme?

Mag das versöhnen, wer will: Für den einen, Gero von Randow, haben die Franzosen das Vertrauen in alles und jeden verloren, Mißtrauen zernagt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Für den anderen, Hans Ulrich Gumbrecht, dagegen waren sie nie so locker und entspannt wie in diesem Frühling, mindestens in Paris.

Ich kann mit meinen geringen Erfahrungen das eine wie das andere bestätigen. Und rätsele lieber über das deutsche Wesen, das mein eigenes ist, als über das noch unergündlichere fremder Nationen.

Angstfrei vorwärts in GOttes Zukunft

- so lässt sich der Titel von Benedettas Blog übersetzen:

Impavidi progrediamur

Ad multos etc.!

Es gibt sie noch, die guten Menschen!

18. April 2010

"Dormeshelgen"

Zwischen zwei imposanten Zwillingsrobinien, kurz bevor die offene Flur in den Wald übergeht, steht ein Bildstock. Noch haben die beiden Bäume nicht ausgeschlagen und scheinen abgestorben, wie so oft in den letzten Jahren. Was das mutwillig an einen der Bäume gelegte Feuer vor Jahren nicht fertig gebracht hat, das bewirkt die Zeit nun an beiden.

Neben mir fallen kleine Äste zu Boden. Ein Eichelhäher flattert in der Krone, zerrt an den Zweigen, Totes bricht ab, und was der Vogel mit dem Schnabel nicht halten kann, liegt unter dem Baum im Gras.

Der Bildstock selber ist schmucklos und ohne Inschrift. Vor 20, 30 Jahren wurde das alte Helgen durch eines aus Kunststein ersetzt. In der Aussparung des Aufsatzes steht seit ein paar Jahren eine Notre Dame de Lourdes, 30 cm hoch und in bemaltem Gips. Ein schwarzes Gitter schützt sie vor schnellem Diebstahl und impulsivem Vandalismus. Im kleinen Blumenbeet eine Friedhofslampe der Marke 08/15, darin ein 24-Stunden-Brenner mit dem großen Aufkleber "Theresia".

Feten sollen dort in der Dämmerung statt finden, heißt es im Dorf. Wenn es stimmt, sind davon nur ein paar Kronkorken geblieben. Ein aufgeschnittener Kinderball ist das größte Stück Abfall.

Im frühen Sonnenschein und unter einem marianisch blauen Himmel, am zweiten Sonntag nach Ostern im Jahr des Herrn 2010, sind die Allegorien kaum abzuwehren:

Rechts und links vom Bild jener Frau, die geschenkt wurde, das "unverdorbene Konzept" GOttes vom Menschen zu realisieren, scheinen die beiden uralten Bäume entsprungen. Ist es die gespaltene Kirche, die sie darstellen, ist es das Duo von Institution und Charisma oder jenes von Amt und Heiligkeit? Die Zeit scheint abgelaufen. Die Hülle steht noch und wird Jahrzehnte halten, doch das Leben scheint aus ihr gewichen; nur wer genau hinsieht, entdeckt ein paar kleine Knospen.

Der sonst alarmistische Eichelhäher ist beschäftigt, mit starkem Schnabel kleine Stückchen Totholz abzubrechen. Er tut seine Pflicht, ihn kümmert nicht der Baum, sondern das Fortbestehen der Art und das gemeinsame Nest mit der Häherin. Allein war er, und da endet seine Allegorie. Denn im wirklichen Leben fallen die eifrigen, auf ihren Lebensunterhalt bedachten Journalisten eher wie eine Schar von Staren ein, knicken und biegen, bis etwas bricht und fällt. Den Baum hat das Totholz nicht gekümmert. Holen sich die Stürme nicht eh, was der Eichelhäher vergaß oder nicht brechen konnte?

Natürlich, der Baum ist nicht tot. Er nimmt sich nur Zeit, und im Sommer wird er wieder seinen Schatten spenden, wenn die Sonne auf die Wiesenlandschaft herunterbrennt. Mir hat nie jemand von einer Zeit erzählt, in der er nicht da war, und er wird die jetzt Lebenden überdauern, machen wir uns nichts vor.

"N.D. de Lourdes" steht auf dem Sockel unter den Füßen Mariens, es könnte genauso gut "Maria von Nazareth", "Mater Ter Admirabilis" oder "Queen of Rio d'Oro" heißen. Maria hat viele Namen und sie wird noch viele bekommen, überall, wo sie sich inkultiert. Auf das Weiß-Blau der "Immaculada Councepciou" folgt irgendwann wieder glasierter Ton oder ein dauerhaftes Holz. Was tut's? Sie hat sich den Bewohnern, frommen wie weniger frommen, ins Herz geschlichen. Es wird sich immer einer finden, der ihr eine Kerze aufstellt.

Am Bildstock ist gut feiern: Kaffee und Kuchen gibt es einmal im Jahr nach der Maiandacht oder Bergmesse. Wohl öfters trifft sich dort eine Gruppe junger Leute zum Schwätzen und Schoppen, aus dem Auto dröhnt dann auch mal ein Baß in die Dämmerung. Kein Korken - "Sie haben keinen Wein mehr", heißt es schon bei Johannes -, nur zwei Kronkorken des lokalen Schlappeseppel-Bieres und drei mit Clausthaler-Aufschrift. Dahin geht es mit der katholischen Feierkultur...

Und der bunte Kinderball, zerschnitten, voll Staub und Dreck? - Manchen, die mißbraucht wurden, wurde die Kirche und der in ihr GEgenwärtige zu Zuflucht und Burg, zu Heimat und Heim, andere traf dort, genau dort, ihr Unglück. Perversion der Zuwendung GOttes zum Menschen.

In fünf Minute befindet sich, wer schnell geht, wieder im Wohngebiet. Bergab führt der Weg, und ohne es zu wollen, kommt mir das Regina Caeli auf die Lippen, wie es von dem Unerwarteten erzählt, der aufersteht und lebt, wie er gesagt hatte. Mit einem Echo des Hallelujah gehe ich an den Türen vorbei, hinter denen sich die Komödien und Tragödien des ganz normalen Sonntags zu entwickeln beginnen.

Papst der Ironien

Man muß John L. Allen nicht in allem zustimmen, aber hier ist einer, der differenziert und genau hinschaut und weiß, was er da schreibt. Sozusagen ein mögliches Vorbild für eine ganze Branche von Möchte-gern-Vaticanistas:

Can a teaching pope get his house in order?

17. April 2010

Einschätzung

Wahrscheinlich hatte Bischof Mixa von vornherein keine Chance, sauber und ungeschoren davon zu kommen - wenn auch nur irgendeine der Anschuldigungen teilweise stimmte. Nicht bei dem Ruf, den er hatte, nicht bei seinem Willen anzuecken.

Aber das tut dann nichts mehr zur Sache, wenn er so naiv? tollkühn? ignorant? schlecht beraten? in die Falle tappt.

Mein Rat: Zurücktreten. Schnell. Um der Kirche willen. Vor allem aber um der Wahrheit willen. (Oder warum rackert sich B16 in Rom ab, wenn ihm seine Kollegen alles, aber auch alles kaputt trampeln?????)

Es geht auch ohne Banjo -

- solange ersatzweise zwei Akkordeone dabei sind und bedient werden so wie hier bei den - Gott hab' sie selig - Texas Tornados von Flaco Jimenez und Augie Meyers.

Enjoy yourselves!


Allerfrömmstes Willkommen!

Wie meine Peergroup vor mir (zu viele schon, um sie einzeln hier zu verlinken), freue ich mich, daß Ulrich nach einer Zeit des Kommentierens nun selber bloggt.

Sensuum Defectui

Daß Dir die Sinne nur im rechten Moment abhanden kommen mögen und Du recht lange bloggst: Das sind die Wünsche an diesem strahlend-blauen Samstagmorgen, wo draußen das "Asche-Monster" (BLÖD) umgeht.

16. April 2010

Sci-Lingo

Muss außer mir noch jemand hier regelmäßig wissenschaftliche Literatur in englischer Sprache lesen?

Hier gibt es eine Anleitung zum Entschlüsseln. (via netbib. )

wasntag...

Küng auf allen Kanälen, Drewermann im "European" - da muss einem der 16. April ja wie ein Groundhog Day im Jurassic Park vorkommen.

Das 83-jährige Geburtstagskind ist derweilen der einzig Junggebliebene. Das kommt vom vielen Beten, da bin ich mir sicher. Und er ist der Einzige, der für Überraschungen gut ist, wo die hofierten Kontrahenten ihr ewiges Mantra murmeln und "in tiefer Sorge um diese unsre Kirche" sich ein paar Krokodilstränen abpressen.

Chestertons Definition von Gesundheit

"He is a sane man who can have tragedy in his heart and comedy in his head."

(Quelle via Ironic Catholic)

Benedikt zum Geburtstag

Heiliger Vater!

Zu Ihrem Geburtstag wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen und Seine Nähe bei all Ihrem Wirken für Seine Kirche!

Daß die Aufgabe, zu der Sie vor fünf Jahren Ja gesagt haben, eine unmögliche, den Träger überfordernde ist, das war Ihnen wohl bewusst. Daß auf das "Wir sind Papst" binnen kurzem das "Kreuzigt ihn" folgen würde - vielleicht haben Sie auch das geahnt.

"Die Narrheit des Wahren heiteren Herzens ohne Abstriche zu wagen" (Joseph Ratzinger) - wie das geht, dürfen wir immer wieder bei Ihnen ablesen: in Ihren so klar-bestimmten wie demütig-bittenden Worten, in Ihrem Ausgerichtetsein auf den Herrn hin, in Ihrem Vertrauen auf die Kraft des menschlichen und des Göttlichen Geistes, mit dem Sie sich wieder und wieder an alle Christen und alle Menschen guten Willens wenden.

Mit meinem Wünschen verbinde ich deshalb auch meinen Dank für alles, was Sie mir und so vielen Menschen über die Jahre gegeben haben. Möge es Ihnen der gütige Gott vergelten - und möge er Sie uns noch lange erhalten!

In Dankbarkeit Ihr

scipio

15. April 2010

Innenansicht

Benita berichtet von aufschlußreichen Wortwechseln zwischen journalistischen Herdentieren. So sieht eine Stampede von innen aus ..

14. April 2010

Die Fab Vier im Osservatore und hier

Nun haben es die popmusikalischen Top-Ten des italienischen (oder war es der englische?) Osservatore Romano auch in die deutsche Ausgabe geschafft. Und Radio Vatican teilt den Musikgeschmack der OR-Kollegen. So klingt es jedenfalls bei Elsa im Nacht(b)revier.

Der Weihrauch gilt offensichtlich vor allem den Beatles. Sei's drum. Wenn's Euch glücklich macht... Ain't my cup of tea really.

Mir kommen die vier Scousers höchstens in dieser Aufbereitung auf den Blog:


Die Geschichte eines "Trotz allem"


Eine Mißbrauchgeschichte in der "Welt"
. Eine wahre. Eine, wie man sie nicht oft hört dieser Tage. Eine, wie es sie vielleicht gar nicht so selten gibt.

Eine, die dankbar macht. Trotz allem.

13. April 2010

Der Pädophilie-Unterstützer des Tages ...

... heißt: Richard Dawkins.

"As soon as I could wriggle off his knee [er spricht von den Knien des Klein-Dawkins befummelnden Lateinlehrers], I ran to tell my friends and we had a good laugh, our fellowship enhanced by the shared experience of the same sad pedophile. I do not believe that I, or they, suffered lasting, or even temporary damage from this disagreeable physical abuse of power." (Quelle)

["Sobald ich mich von seinen Knien herunterschlängeln konnte, rannte ich zu meinen Freunden, um es ihnen zu erzählen und wir hatten viel Spaß dabei, und unsere Kameradschaft wurde durch die geteilte Erfahrung mit demselben traurigen Pädophilen vertieft. Ich glaube nicht, dass ich oder sie einen dauerhaften oder auch nur temporären Schaden durch diesen unliebsamen physischen Missbrauch von Macht davongetragen haben." (Übersetzung und Hinweis)]

Bloß gut, daß er die richtigen credentials hat. Da darf er denken, schreiben, vielleicht gar tun, was er mag. Alles scheißegal. Kümmert keinen.

Wir warten derweil bis zum Nimmerleinstag aufs Titanic-Cover: Dawkins knienderweise vor dem Hosenlatz eines Lateinschülers, dazu das Motto: "Hab dich nicht so - besser mißbraucht als religiös".

(Danke für den Hinweis an Elsa!)

Den Richtigen ausgesucht

Eines muß man den Herren Hitchens, Dawkins und Robertson lassen: Sie haben den richtigen Riecher.

Nicht Rowan Williams wollen sie vor den Kadi zerren oder George Carey, seinen Vorgänger auf dem Stuhl des hl. Augustinus in Canterbury. Nicht Margot Käßmann haben sie im Visier, schon gar nicht Nikolaus Schneider. Auch nicht Olav Fykse Tveit vom Ökumenischen Rat der Kirchen, oder einen Southern Baptist oder Pfingstler.

Der aktuelle servus servorum Christi muß als Objekt "moralischer Aggression" (Bahners) herhalten. Nur er scheint den atheistischen Rittern von der traurigen Gestalt wichtig und ärgerlich genug. Nur er wirkt als Stachel im Fleisch. An ihm und der Katholischen Kirche macht sich der Haß aufs Christentum fest, nicht an den harmlosen Leitfiguren harmloser Mainstream-Denominationen, die ihren Frieden mit der Zeit gemacht haben - und auch nicht an Kirchenführern, die es wie die Una Sancta nicht tun.

Wenn ich gerade dabei wäre, mich aus der Katholischen Kirche davon zu machen, und sei es mit guten Gründen: Ich würde es mir jetzt dreimal überlegen.

Die Unerlösten

Wieso fiel mir heute morgen zuerst der Zarathustra und sein Satz von den Jüngern ein, die erlöster aussehen müssten, als ich den berühmten Menschenrechtsanwalt Geoffrey Robertson bei der FAZ in voller Fahrt sah?

Eine Slideshow ("To Form a More Perfect Hitchens") des Vorzeigeatheisten Christopher Hitchens hat mir den Nietzsche-Satz nur noch stärker wie einen Ohrwurm implantiert, und nach Bildern des Atheismus-Mem-Multiplikators Richard Dawkins traue ich mich schon gar nicht mehr zu suchen.

Journaillistisches Taschenformat

Immer was zu meckern muß auch eine Provinzzeitung finden. Wenn man denn schon nichts daran aussetzen kann, daß der Vatikan jetzt seine seit 2003 geltenden Regeln bei sexuellem Missbrauch durch Priester veröffentlicht, dann lässt sich immer noch eine negativ tönende Überschrift wählen:

"Vatikan prescht vor"

und im Untertitel das Wörtchen "neu" unterbringen.

11. April 2010

Der polnische Papst zum Tag

"Und doch ist es nicht das letzte Wort des Bundes-Gottes: Dieses wird im Morgengrauen jenes Tages gesprochen, an dem zunächst die Frauen und dann die Apostel zum Grab des gekreuzigten Herrn kommen, es leer vorfinden und zum ersten Mal vernehmen: »Er ist auferstanden!«. Sie werden es weitersagen und Zeugen des Auferstandenen sein.

Dennoch ist auch in dieser Verherrlichung des Sohnes Gottes das Kreuz weiterhin gegenwärtig, welches - durch das gesamte messianische Zeugnis des Menschensohnes, der an ihm den Tod erlitten hat - unaufhörlich vom göttlichen Vater spricht, der seiner ewigen Liebe zum Menschen unverbrüchlich treu bleibt, der »die Welt so sehr geliebt hat« - und somit den Menschen in ihr - , »daß er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat«.

An den gekreuzigten Sohn glauben, heißt »den Vater sehen«, heißt glauben, daß die Liebe in der Welt gegenwärtig ist und daß sie mächtiger ist als jedwedes Übel, in das der Mensch, die Menschheit, die Welt verstrickt sind.

An diese Liebe glauben, heißt, an das Erbarmen glauben.

Dieses ist ja die unerläßliche Dimension der Liebe, ist sozusagen ihr zweiter Name und zugleich die spezifische Art, wie sie sich zeigt und vollzieht angesichts der Wirklichkeit des Übels in der Welt, das den Menschen trifft und bedrängt, sich auch in sein Herz einschleicht und ihn »ins Verderben der Hölle stürzen kann«" (Dives in Misericordia, Nr. 7)

Blogozesen-Blognick im Odenwald

Benita und P. Recktenwald FSSP laden zu einem Bloggertreffen am 8. Mai nach Oberflockenbach (ca. 20 km nördlich von Heidelberg) ein.

Es beginnt um 14.00 Uhr und endet (offiziell) mit einem Abendessen um 18.00 Uhr. Geplant sind außer dem üblichen zwanglosen Austausch eine Diskussion zur aktuellen Lage (Mißbrauchsfälle intra et extra und zugehörige Stampede) und eine Begegnung mit Walter Ramm, dem Gründer der Aktion Leben.

Wer mag, kann im Gästehaus der Aktion Leben, wo das Treffen stattfindet, übernachten und hat am Sonntag um 10.00 Uhr die Möglichkeit zur Mitfeier der Heiligen Messe in ihrer Außerordentlichen Form.

Anmeldung bitte an Benita oder P. Recktenwald.

Väterlesung

Kirchenvater Bonhoeffer über eine bestimmte Art von Undankbarkeit, als geistliche Lesung für den Tag genommen aus "Gemeinsames Leben" (28. Aufl.- Gütersloh: Gütersloher Verlagshaus, 2006, S. 25f):

"Es geht in der christlichen Gemeinschaft mit dem Danken, wie sonst im christlichen Leben. Nur wer für das Geringe dankt, empfängt auch das Große. Wir hindern Gott, uns die großen geistlichen Gaben, die er für uns bereit hat, zu schenken, weil wir für die täglichen Gaben nicht danken. Wir meinen, wir dürften uns mit dem kleinen Maß uns geschenkter geistlicher Erkenntnis, Erfahrung, Liebe nicht zufrieden geben und hätten immer nur begehrlich nach den großen Gaben auszuschauen. Wir beklagen uns dann darüber, daß es uns an der großen Gewißheit, an dem starken Glauben, an der reichen Erfahrung fehle, die Gott doch andern Christen geschenkt habe, wir halten diese Beschwerden für fromm. Wir beten um die großen Dinge und vergessen, für die täglichen, kleinen (und doch wahrhaftig nicht kleinen!) Gaben zu danken. Wie kann Gott dem Großes anvertrauen, der das Geringe nicht dankbar aus seiner Hand nehmen will? Danken wir nicht täglich für die christliche Gemeinschaft, in die wir gestellt sind, auch dort, wo keine große Erfahrung, kein spürbarer Reichtum, sondern wo viel Schwäche, Kleinglauben, Schwierigkeit ist, beklagen wir uns vielmehr bei Gott immer nur darüber, daß alles noch so armselig, so gering ist, so gar nicht dem entspricht, was wir erwartet haben, so hindern wir Gott, unsere Gemeinschaft wachsen zu lassen nach dem Maß und Reichtum, der in Jesus Christus für uns alle bereit liegt. Das gilt in besonderer Weise auch für die oft gehörte Klage von Pastoren und eifrigen Gemeindegliedern über ihre Gemeinden. Ein Pastor soll nicht über seine Gemeinde klagen, schon gar nicht vor Menschen, aber auch nicht vor Gott; nicht dazu ist ihm eine Gemeinde anvertraut, daß er vor Gott und Menschen zu ihrem Verkläger werde. Wer an einer christlichen Gemeinschaft, in die er gestellt ist, irre wird und Anklage gegen sie erhebt, der prüfe sich zuerst, ob es nicht eben nur sein Wunschbild ist, das ihm hier von Gott zerschlagen werden soll, und findet er es so, dann danke er Gott, der ihn in diese Not geführt hat. Findet er es aber anders, dann hüte er sich doch, jemals zum Verkläger der Gemeinde Gottes zu werden; sondern er klage viel mehr sich selbst seines Unglaubens an, der bitte Gott um Erkenntnis seines eigenen Versagens und seiner besonderen Sünde, der bete darum, daß nicht schuldig werde an seinen Brüdern, der tue in der Erkenntnis eigener Schuld Fürbitte für seine Brüder, der tue, was ihm aufgetragen ist und danke Gott.

Es ist mit der christlichen Gemeinschaft wie mit der Heiligung der Christen. Sie ist ein Geschenk Gottes, auf das wir keinen Anspruch haben. Wie es um unsere Gemeinschaft, wie es um unsere Heiligung wirklich bestellt ist, das weiß allein Gott. Was uns schwach und gering erscheint, das kann bei Gott groß und herrlich sein. Wie der Christ sich nicht dauernd den Puls seines geistlichen Lebens fühlen soll, so ist uns auch die christliche Gemeinschaft von Gott nicht dazu geschenkt, daß wir fortgesetzt ihre Temperatur messen. Je dankbarer wir täglich empfangen, was uns gegeben ist, desto gewisser und gleichmäßiger wird die Gemeinschaft von Tag zu Tag zunehmen und wachsen nach Gottes Wohlgefallen.

Christliche Bruderschaft ist nicht ein Ideal, das wir zu verwirklichen hätten, sondern es ist eine von Gott in Christus geschaffene Wirklichkeit, an der wir teilhaben dürfen. Je klarer wir den Grund und die Kraft und die Verheißung aller unserer Gemeinschaft allein an Jesus Christus erkennen lernen, desto ruhiger lernen wir auch über unsere Gemeinschaft denken und für sie beten und hoffen."

(Das Schöne, das wirklich Schöne an solchen Passagen ist, daß keiner sie ungestraft instrumentalisieren kann - weil sie sich an ausnahmslos alle wenden, die sich als der Gemeinde oder einer der Gemeinden zugehörig sehen. Jeder liest und versteht sie also nur richtig, wenn er sie auf sich bezieht. Und zwar jeweils jetzt und hier.)

Am frühen Morgen zu hören

Das hilft. Ich weiß es aus eigenem Erleben bzw. Lauschen.


10. April 2010

So wahr, daß schon banal

Horaz in einem Brief:

"Iliacos intra muros peccatur et extra. -
Innerhalb der trojanischen Mauern wird gesündigt und außerhalb."

Gut, wenn man's weder drinnen noch draußen vergisst...

Nachtrag am 11.4.2010: Horaz vergaß hinzuzufügen, daß "Homerus etiam peccator", daß auch Homer ein Sünder ist.

9. April 2010

Licht, mehr Licht und das, was bleibt

Zu mehr als einem Gedicht aus dem Writer's Almanac reicht es nicht:

Kate DiCamillo: Horses

Lux desiderium
universitatis:

light is the desire
of the universe; tonight
the moon
is on its side, partially lit,
and patiently waiting
for more light, while
Lucinda sings
that if wishes
were horses
she'd have a ranch; and
in an old storefront on 38th
the windows are bright
with the people inside
learning
to dance; the
street lamps shine on
November's last
stubborn leaves.

The dancers
are moving their mouths,
counting,
counting and wishing,
with each breath for
I don't know
what
horses, maybe,
or more light,
or something
gold
that will stay.

7. April 2010

Let's talk about Sex , aber wie!

Wäre die deutsche Kirche nicht vor allem damit beschäftigt, sich den Verfehlungen und Verbrechen einiger ihrer geweihten Vertreter zu stellen nach einer langen-allzu-langen Zeit des Ausweichens, dann könnte sie sich stattdessen den sexualpädagogischen Vorstellungen, Übungen, Anleitungen der KjG zuwenden, wie sie uns und vor allem natürlich den Multiplikatoren in deutschen Landen mit der neu erschienenen sexualpädagogischen Arbeitshilfe (hier als pdf) zugänglich gemacht werden.

Dort kann man z.B. schön sehen, wie man die kirchliche Lehre zur Sexualität in aller gebotenen Kürze und Neutralität abhandeln kann:

"Unsere Basis ist das christliche Menschenbild: Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen und gewollt, und Gott hat den Menschen mit Freiheit und Vernunft begabt. Menschen sind daher in der Lage, Dinge zu hinterfragen, freie Entscheidungen zu treffen und müssen dafür auch Verantwortung übernehmen. Sexualität hat viel mit Verantwortung zu tun. Auf Fragen der Sexualität gibt es oft keine einfachen Antworten. Das Lehramt der Kirche gibt mit seiner Sexuallehre eine Möglichkeit vor, wie Sexualität verantwortungsvoll gelebt werden kann. Es reicht aber nicht aus, einfach nur einem Regelwerk zu folgen; kein Regelwerk kann so komplex sein wie das Leben."

Oder man bekommt Anregungen für nette Gruppenspiele wie den Sex-Salat, der noch vorhandene Hemmungen aus dem Gruppenzimmer entfernt (S. 21) und das "Wer bin ich denn?" (mit Vorschlägen für zu erratende Rollen wie "Ehemann, Ehefrau, Schwuler, Lesbe, Prostituierte, Transvestit, Freier, Nonne" (S. 83)), und lernt, seine Grüpplinge mittels des Malens von Riesenmandalas anzuleiten, sich "in unterschiedliche sexuelle Orientierungen" zu versetzen.(S. 74) Achtung: Intensitätsstufe Hoch!

Aber wie gesagt: Darüber schweigt man momentan besser.

Uns anderen wird ganz nebenbei vorgeführt, wo unsere Kirchensteuern eben auch einmal hinfließen können.

Ich sehe was, was du auch sehen kannst...

Was Youtube so alles hat...

Hier kommt der von mir heiß geliebte E. C. Ball mit seiner Frau Orna und einem fast ignatianischen Lied über das Sehen und Suchen und Finden.


Das alljährliche Cummings'sche Frühlings-Liebes-Gedicht

who knows if the moon's
a balloon,coming out of a keen city
in the sky-filled with pretty people?
(and if you and i should

get into it,if they
should take me and take you into their balloon,
why then
we'd go up higher with all the pretty people

than houses and steeples and clouds:
go sailing
away and away sailing into a keen
city which nobody's ever visited,where

always
______it's
________Spring)and everyone's
in love and flowers pick themselves

(ed. Firmage, p. 202)

6. April 2010

Gut, daß es den Tänzler gibt!

Dirk Tänzler ist 41 Jahre alt und quasi von Berufs wegen Dauerjugendlicher.

Dirk Tänzler ist keiner, der je "Benedetto" rief, weder 2005 noch jetzt. Er ist nämlich "generell eher zurückhaltend" (Tänzler). Das macht aber nichts. Macht ihn höchstens sympathischer, noch sympathischer. Ein bedächtiger, stiller, leiser Typ ist er, der Tänzler.

Und weil Dirk Tänzler als "Chef der Katholischen Jugend" (S_____L) nicht ausgelastet ist, sucht er eine Mission. Dolmetscher wäre was, das hat er erkannt. Da gibt es Bedarf. Weil es nämlich so viele Mißverständnisse gibt.

Nehmen wir den Papst zum Beispiel. Den mag der Herr Tänzler zwar nicht so richtig und muß im Interview ein paar Mal über seinen breiten Schatten springen, um sich ein paar "leise kleine" (Tänzler) Lobeswörtchen abzuringen. Aber wo Not am Mann ist, wo zum Beispiel ein Intellektueller wie Benedetto nicht recht verstanden wird, ist ein Tänzler nicht weit: "Da braucht es wie in anderen Dingen immer wieder Übersetzer, die sagen: Was meint denn überhaupt der Papst? Da können und wollen wir uns anbieten."

Dirk Tänzler ist, und das qualifiziert ihn irgendwie schon auch als Übersetzer, ein Mann mit Geschmack fürs Banale. Banal - so wie in "ich weiß, dass sich nicht alle katholischen Jugendlichen den Papst zum Vorbild genommen haben." Oder auch wie in "Er hat gute Akzente gesetzt, die aber zum Teil ganz anders angekommen sind." Anders angekommen freilich nicht bei Tänzler, i wo. Denn sonst könnte er ja nicht übersetzen. Oder?

Freilich: Loyal muß ein Übersetzer schon sein. Und Tänzler ist es. Hat er doch nie mit dem Gedanken gespielt, die Kirche zu verlassen. Nicht in den letzten Wochen. Im Gegenteil: "Ich habe nie mit dem Gedanken gespielt, weil ich überzeugt bin, dass Kirche und Glaube für die Gesellschaft gut sind. Und weil man die Kirche auch verändern und weiterentwickeln muss, und das kann man nur von innen."

Ach ja, der zurückhaltende Herr Tänzler. Er sagt wie immer nicht alles, sagt vorsichtshalber nur das, was die liebe Tante vom S_____L hören will. Natürlich ist er überzeugt, daß Jesus Christus die Kirche gestiftet hat, daß ER seine Kirche liebt als seine Braut. Natürlich glaubt er, daß die Kirche Hüterin der Wahrheit ist, Heimat der Heiligen und Tempel des Gegenwärtigen. Natürlich glaubt er, daß vor aller Kirchenreform erst die Tänzler-Reform kommen muß, so wie ich glaube, daß sich Scipio dringend und grundlegend reformieren muß. Aber wieso die Journalistin und die vielen Leser/inn/en vor den Kopf stoßen? Dann lieber bescheiden tun und allein die gesellschaftliche Relevanz des Glaubens und die sempiterna reformatio erwähnen.

Denn wenn ein Tänzler in der falschen Ecke steht, hat keiner was davon: Dann weiß der S_____L nicht mehr, welchen Katholiken er guten Gewissens interviewen kann. Dann fehlt der Katholischen Jugend der Chef und sie wird am Ende wieder monarchistisch. Dann verstehen wir alle nicht, was der Papst eigentlich meint. Das kann keiner wollen.

Deshalb brauchen wir ihn. Und wünschen uns noch mehr von seinem Schlag. Schafft zwei, drei, viele Tänzlers!


Mehr Dirk Tänzler gibt es hier, beim S_____L.

4. April 2010

Keine Geographie der Sintflut ...

... sondern sozusagen die Weltkarte für Bischof Mixa und seine Gegner:

Hier der Link zu einer Weltkarte, die nur jene Länder zeigt, in denen das Schlagen von Kindern verboten ist. 23 sind es laut Zählung des Bloggers von Strange Maps, vor allem in Europa, dazu kommen Israel, Neuseeland und vier lateinamerikanische Staaten.

Fürchtet euch nicht, ich bin es!



Den Klassiker der Stanley-Brothers singen hier die Jungs von Newfound Road.

"They pierced me in the side
I am the Man
I died on the cross, Thomas
I am the Man

I am the Man, Thomas
I am the Man
Look at these nails scars
Here in my hand

They buried me in the tomb, Thomas
I am the Man
In three days I rose, Thomas
I am the Man

I am the Man, Thomas
I am the Man
Look at these nails scars
Here in my hand"
(Quelle)

Geschmarre

"Grün ist die Farbe des Lebens, und damit ist es auch die Farbe des Osterfestes, an dem Christen die Auferstehung Christi und wir alle den Frühling feiern." - Meine Lokalzeitung, mal wieder. Im ersten Satz des Aufmachers der Osterausgabe.

"Wir alle" und heute den "Frühling feiern"? - Mit Chuck Berry: "Must have been some other body, but oh oh son, wasn't me!"

Wünsche zum Ersten Tag

"Am ersten Wochentag aber, früh - noch dunkel war es..." (Joh 20, 1)

Am Ende der Nacht: ein Kommen und Gehen. Statt Grabesruhe beunruhigtes Fragen. Der Zweifel kommt vor der Überraschung, und nicht jeder, der ins leere Grab schaut, kommt auch gleich zum Glauben. Geliebt-Liebende sehen mehr, wagen zu glauben, bevor sie IHn sehen.

Euch allen ein frohes Osterfest! Urbi et orbi aller Segen und alle Nähe des auferstandenen HErrn!

3. April 2010

«Poetry is praise - Dichtung ist Lobpreis»

"Gedichte schreiben ist wie Gras, da kann man mit noch so vielen schlechten Romanen die Erde pflastern, irgendwo gibt es so einen Grashalm, der zersprengt alles. Und plötzlich sieht man einen Grasbüschel vor sich, der leuchtet." - So der Hanser-Verleger Michael Krüger in der Neuen Osnabrücker Zeitung.

Man könnte meinen, er spreche von Gerard Manley Hopkins und dessen "Wortkaskaden von lauterer Schönheit". Die Neue Zürcher hat die Neuübersetzung der Hopkins-Gedichte von Dorothea Grünzweig heute rezensiert.

Zweimal Wittgenstein

"Was neigt auch mich zu dem Glauben an die Auferstehung Christi hin? Ich spiele gleichsam mit dem Gedanken. - Ist er nicht auferstanden, so ist er im Grab verwest, wie jeder Mensch. Er ist tot und verwest. Dann ist er ein Lehrer, wie jeder andere und kann nicht mehr helfen; und wir sind wieder verwaist und allein."

"Es ist die Liebe, was die Auferstehung glaubt." - Sehende Liebe, füge ich hinzu.

Am Karfreitag mittag

In der gestrigen Liturgie hatte ich - weil direkt unter der mit Heiligenfiguren bestückten Kanzel sitzend - die ganze Zeit den hl. Andreas vor der Nase. Der hat dort zwischen sich und dem geöffneten Evangelium, das er dem Betrachter hinhält, ein Andreaskreuz, zwei zum X gebundene Holzstangen stehen. Nach einer Weile dachte ich mir: Martyrium hin oder her, als völlig Unschuldiger, als einzig schuldloses Lamm ist wirklich nur der Eine am Kreuz gestorben. Also Vorsicht, wenn wir uns selber so ohne weiteres Bedenken mit dem HErrn am Kreuz hängen sehen.

Das Allerheiligste ist in der Basilika passenderweise zu jenem Seitenaltar übertragen, der der heiligen Maria Magdalena geweiht ist. Gekommen, um die Sünder zu bekehren, gefällt es IHm bei der großen Liebenden besonders gut, denke ich mir.

Wenigstens 5 Minuten hatte ich Matthias Grünewalds "Beweinung Christi" für mich, während sich die Gemeinde trollte.

Daß in der Fußgängerzone gar viele auf den Tod und die Auferstehung Christi getaufte Christen die Sonne und die Schaufenster genossen, vermutlich ohne großes Passionsgedenken - was soll's? Das war in Jerusalem auch nicht anders. Da ging auch jeder seinen kleinen Privatopfern nach und diente seinen Privatgöttern*. Auch auf Golgata ließ es sich unbemerkt sterben.

* Nebenbei: Privatgötter lassen sich gerne beim Namen des EInen nennen. Die kennen keine Skrupel und finden das ganz natürlich.

2. April 2010

Warst du da?


Das "Für mich"

"... um Christus zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft an seinen Leiden, mich gleichgestaltend seinem Tod. Vielleicht gelange ich so heraus - zur Auferstehung von den Toten." (Phil 3, 10)

1. April 2010

Huhn-Ei-Frage

Was war zuerst?

Das Volk, das journalistische Drecksarbeit - nicht erst seit B__D und S_____L - ohne Aufmucken verschlingt? Oder jene Journaille, die sich - als selbstverständlich völlig unabhängige und nur vom Geldbeutel der Konsumenten immer wieder bestätigte Fünfte Gewalt - ihre Leserschaft schafft, nach eigenem Bild und Gleichnis?