7. April 2010

Let's talk about Sex , aber wie!

Wäre die deutsche Kirche nicht vor allem damit beschäftigt, sich den Verfehlungen und Verbrechen einiger ihrer geweihten Vertreter zu stellen nach einer langen-allzu-langen Zeit des Ausweichens, dann könnte sie sich stattdessen den sexualpädagogischen Vorstellungen, Übungen, Anleitungen der KjG zuwenden, wie sie uns und vor allem natürlich den Multiplikatoren in deutschen Landen mit der neu erschienenen sexualpädagogischen Arbeitshilfe (hier als pdf) zugänglich gemacht werden.

Dort kann man z.B. schön sehen, wie man die kirchliche Lehre zur Sexualität in aller gebotenen Kürze und Neutralität abhandeln kann:

"Unsere Basis ist das christliche Menschenbild: Jeder Mensch ist als Ebenbild Gottes geschaffen und gewollt, und Gott hat den Menschen mit Freiheit und Vernunft begabt. Menschen sind daher in der Lage, Dinge zu hinterfragen, freie Entscheidungen zu treffen und müssen dafür auch Verantwortung übernehmen. Sexualität hat viel mit Verantwortung zu tun. Auf Fragen der Sexualität gibt es oft keine einfachen Antworten. Das Lehramt der Kirche gibt mit seiner Sexuallehre eine Möglichkeit vor, wie Sexualität verantwortungsvoll gelebt werden kann. Es reicht aber nicht aus, einfach nur einem Regelwerk zu folgen; kein Regelwerk kann so komplex sein wie das Leben."

Oder man bekommt Anregungen für nette Gruppenspiele wie den Sex-Salat, der noch vorhandene Hemmungen aus dem Gruppenzimmer entfernt (S. 21) und das "Wer bin ich denn?" (mit Vorschlägen für zu erratende Rollen wie "Ehemann, Ehefrau, Schwuler, Lesbe, Prostituierte, Transvestit, Freier, Nonne" (S. 83)), und lernt, seine Grüpplinge mittels des Malens von Riesenmandalas anzuleiten, sich "in unterschiedliche sexuelle Orientierungen" zu versetzen.(S. 74) Achtung: Intensitätsstufe Hoch!

Aber wie gesagt: Darüber schweigt man momentan besser.

Uns anderen wird ganz nebenbei vorgeführt, wo unsere Kirchensteuern eben auch einmal hinfließen können.

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Das Problem dieser ganzen Orga-Gremiums-Chose ist doch einfach nur, dass sie nicht EIN EINZIGES MAL einfach FICKEN sagen können.
Wenn sie einfach mal FICKEN - so richtig frei, wie sie es etwa schaffen, ganz frei Kumba YAH zu sagen während der Hl Messe - sagen könnten, dann müssten wir uns diesen Mist doch gar nicht mehr anhören. Wenn ich dreihunderttausendmal FICKEN ausgeübt, praktiziert und gesagt habe, dann ist es ja so was von gut, dann gehe ich freiwillig her und ergoogle mir Humana Vitae oder wie es auch immer nun heißt und neige demütig und liebend mein Haupt vor allem und jedem, der Sex noch mit treuer und göttlicher Liebe unauflöslich verknüpft haben möchte. So einfach ist das.

Wolfram hat gesagt…

Nicht nur Kirchensteuern - das Bundesprofamiliaministerium ist auch beteiligt.

Anonym hat gesagt…

Roflmao @Elsa für diesen Kommentar. Nach der deprimierenden Lektüre des Ausgangsbeitrages war ein bischen Fröhlichkeit bitter nötig!

Elsa hat gesagt…

Eh, danke, anonymus. In der Tat hatte ich schon ein schlechtes Gewissen wegen des ausgiebigen Gebrauchs des F-Wortes bei dem armen Scipio, obwohl es mir zu dem aktuellen Zeitpunkt gerade ein wirklich dringendes Bedürfnis war.
Schön, dass es richtig bei dir ankam.
Der Ausgangsbeitrag war nun aber so schlecht nun auch nicht!
PS: Es heißt natürlich richtig Humanae Vitae; Latein ist sehr wundervoll an und für sich, aber nervt ein bisschen...

Maria Magdalena hat gesagt…

Wenn ich mir das Profil einer der Verantwortlichen für dieses Machwerk ansehe, sagt das mehr als genug: http://tinyurl.com/yddw6ca

Wolfram hat gesagt…

Von der Unvereinbarkeit dieses ergebnisoffenen Menschenbildes mit dem christlichen mal abgesehen (und erst recht mit den moralischen Engführungen, die der CIC hinzugibt):
Nach eindringlicher Lektüre frage ich mich, wer eigentlich auf die Idee gekommen ist, dieses hochexplosive Heft in die Hände von psychologisch und seelsorgerlich völlig ungeschulten Menschen zu geben. (proFamilia? Die, die Menschen nach ihrem Bilde formen wollen?)
Diese Spielchen mit Kindern und Jugendlichen treiben nenne ich Kindesmißbrauch.