29. April 2010

Dino-Talk

Ach, unsere Dinos. Lebendige Zeugen einer schrecklichen Vergangenheit. Nehmen wir z.B. Happisaurus aloisius, vulgo Alois Glück. Er hat noch eine ganz furchtbare Zeit erlebt, über die ihm erst die Begegnung mit der evangelischen Kirche hinweg geholfen hat. So wenigstens lässt sich sein Zeugnis bei evangelisch.de verstehen:

"Ich habe viel gelernt von der evangelischen Kirche. Ich teile heute vollkommen das Verständnis des barmherzigen Gottes, und dass die Liebe Gottes nicht auf unserem Verdienst beruht. In meiner Kindheit hatte ich noch eine Leistungsreligion gelernt – wer brav ist, bekommt dafür die Gnade Gottes."

Wir wissen nicht, wann er der evangelischen Kirche begegnet ist und wie. Wir wollen auch nicht daran zweifeln, daß er dort ein anderes Gottesverständnis vermittelt bekam, als er es aus seiner katholischen Kindheit und Jugend zwischen 1940 und 1960 mitbrachte.

Vielleicht kann er ja wirklich nichts dazu, wenn er aus der "Christenlehre" oder dem Religionsunterricht nur die Verdienstlichkeit guter Werke in einer verkürzten Fassung mit ins spätere Leben nahm und dachte, er könne sich die Gnade und Liebe GOttes verdienen.

Aber irgendwie wäre es ja schon auch nett gewesen und von einem Oberlaien nicht gar zu viel verlangt, wenn er wenigstens angedeutet hätte, wie sich die unverdiente barmherzige Liebe GOttes und unser Tun nach dem richtigen katholischen Verständnis zueinander verhalten. So ganz haben die Katholischen die Evangelischen ja auch nicht gebraucht, um den Popanz der Leistungsreligion zu entthronen. Auch als Popanz zu entthronen, der ihnen in interkonfessionellen Diskussionen entgegengehalten wird.

Hätte Alois Glück nicht etwas sagen können wie: "Jetzt weiß ich, daß es gut-katholisch ist, die übergroße Liebe GOttes, die all meiner Leistung und auch all meinem Glauben voraus geht, mit all meinem Glauben und all meinem Tun, mit all meiner Freiheit und aus tiefstem Herzen tätig zu beantworten. Und daß dieses mein Tun, mein Glauben, Hoffen und Lieben, vor GOttes liebevollem Blick nicht wertlos ist. Unvollendet, Bruchstück - ja, das schon. Aber nicht: umsonst. Sondern daß es zählt, weil es Jesus Christus mit auf SEine Rechnung nimmt, als Aktivposten. Weil mein Tun auch - wieder durch IHn, mit IHm und in IHm - anderen zugute kommen darf."?

Kommentare:

Elsa hat gesagt…

Eh ... Nein?

Aber ich hätte es schön gefunden!

Benedetta hat gesagt…

Hervorragende Definition. Kopier ich gleich mal in meinen blog :-)

Benedikt hat gesagt…

Ich bezweifel ja, dass Happisaurus die katholische Lehre in dieser Frage überhaupt bekannt ist.

Zagorka hat gesagt…

Danke, mit diesem Eintrag kann ich endlich auch formulieren, was mich am ZdK, wie ich es in den Medien erleben (anders kenne ich es nicht, so stört: die übliche Ahnungslosigkeit in wesentlichen Glaubensfragen. Aber insofern sind sie vielleicht wirklich repräsentatativ?!?!?!?

Scipio hat gesagt…

Ich würde sagen: wenn das katholische Volk zu wählen hätte zwischen dem ZdK und dem Papst, würde es sich klar fürs ZdK entscheiden. Und dann ganz am Schluss einen Schlenker machen, weil es merkt: Hoppla, die wpllen ja ganz woanders hin. Ein Teil vom Kirchenvolk jedenfalls.

Also so ganz unrepräsentativ sind die Damen und Herren nicht.

Wolfram hat gesagt…

Ähm... nein, wenn er seine Bibel gelesen hat, konnte er das nicht sagen.
Denn Menschenwerk hat nichts mit Rechtfertigung zu tun - wo doch, landet man in der Werkgerechtigkeit und damit außerhalb des Gnadenstandes.
Kindschaft kann man sich nicht verdienen, niemals. Auch nicht teilweise.

Elsa hat gesagt…

Ach Gott, jetzt habe ich das ganze Interview gelesen...