30. Januar 2007

Join us, come, join us

Der Vollständigkeit halber: Nach den Italienern, Amerikanern, Franzosen, Polen und Deutschen nun die Briten. U.a. mit Catherine Pickstock (die es wissen muß), Dom Alcuin Reid, Lawrence Paul Hemming und Piers Paul Read.

British declaration in support of the liberalization of the 1962 Missale Romanum.

Symbolfiguren

Wolfgang Huber.

Georg Gänswein.

Zitat des Tages: "Die weiße Steppjacke und die Baseballmütze, die nehme ich auf meine Kappe."

2 min 38 Gospel im Bluegrass-Stil



"Jesus is the boat, you better get in!" - Jeanette Williams und Band sitzen schon drin.

29. Januar 2007

Chesterton pod-gecastet



Maria Lectrix hat begonnen, uns Chestertons "Everlasting Man" vorzulesen. (via In Illo Tempore)

Hier ist das mp3-Archiv.

Schönheit, Zufriedenheit und die Religionen

Martin Mosebach in der Tagespost über mehr als nur (s)ein Thema:

"Tagespost: Goethe schreibt Muslimen ein unverklemmtes Verhältnis zur Tradition zu und lässt Hafis sagen: „Weil in glücklichem Gedächtnis/ Des Korans geweiht Vermächtnis/ Unverändert ich bewahre.“ Sind traditionsbewusste Gläubige zufriedener mit ihrer Religion?

Mosebach: Zufriedenheit ist, glaube ich, kein typischer Gemütszustand des traditionsbewussten Gläubigen. Beunruhigung und Unglück über die eigene Unvollkommenheit, Sehnsucht nach der Erlösung aus den irdischen Fesseln, Leiden an Gottes Ferne und Glück über Gottes Nähe – das sind die Elemente, aus denen sich die Gemütszustände traditioneller Frömmigkeit mischen.

(...)

Tagespost: In Ihrem indischen Reisetagebuch vom 18. 9.2006 schreiben Sie: 'Die inzwischen der ganzen Welt bekannte Frage des Kaisers Manuel Paläologos, was Mohammed der Welt denn Neues gebracht habe, könnte beim Anblick von Qutb Minar die Antwort erhalten: ,Auf jeden Fall große Architektur.‘ Ist Schönheit nicht auch ein wichtiges religiöses Argument?' Und die anderen Argumente?

Mosebach: Man tue nicht so, als ob die Schönheit ganz selbstverständlich ein religiöses Argument wäre – im Westen, zumal im protestantisch geprägten Deutschland jedenfalls nicht. Schönheit wird in den religiösen Milieus Deutschlands mit stumpfem Widerwillen betrachtet oder hämisch denunziert. Wenn die religiöse Wahrheit, dass Schönheit eine Eigenschaft und Wirkungsform Gottes ist, in unserer Sphäre wirklich begriffen worden wäre, hätten die Verwüstung der Liturgie, die Schändung unzähliger Kirchen bis jüngst die des Freiburger Münsters und die Katastrophe der neuen religiösen Musik niemals stattfinden können. Ich vermag die makellose Schönheit der roten Moschee oder des Grabes von Humayun in Dehli nur als Zeugnisse göttlicher Inspiration zu begreifen. Welche Konsequenz ergibt sich daraus theologisch? Die Antwort auf diese Frage interessiert mich offen gestanden nicht besonders. Dazu ist mein Eindruck von dieser evident gottgewirkten Schönheit zu stark."

28. Januar 2007

What happened the day the music died?

Autopsy of 'Big Bopper' to Address Rumors About 1959 Plane Crash (Washington Post)

Irische Käferchen und leichte Lieder



Von kindgerechten Holzkreuzen hatten wir es an dieser Stelle schon öfters. Der Weltbildversand bietet allen, die ihren Kindern den Sinn für Schönheit und ernsthaft-frohe Religion austreiben möchten, ein "Holzkreuz »Glück«" an, ein "dekoratives Symbol für Gottvertrauen, Glück und Freude an der Schöpfung Gottes".

Das obligatorische "irische Segenswort" darf nicht fehlen; es lautet:

"Jeder Tag möge glücklich für dich werden.
Deine Gedanken sollen fröhlich sein wie die irischen Marienkäfer;
dein Herz so leicht wie ein kleines Lied."
Paulus' dritter Brief an die Korinther:
Bemalt mir Kreuze für die Kinder.

Im ersten klang er noch anders.

Kommentar eines Wochenkommentars

"Vermutlich wird Papst Benedikt bald die Erlaubnis geben, die Eucharistie wieder häufiger im überlieferten oder klassischen oder tridentinischen Ritus zu feiern. Es wäre aber völlig falsch, wenn sich die Katholiken darüber in die Haare kämen, die einen voll Freude über diese Rückkehr, die anderen voll Ärger."
- D'accord. Wobei dann nicht die im Unrecht sind, die sich darüber freuen, wohl aber die, die "voll Ärger" polemisieren und protestieren und überhaupt den nächsten rollback befürchten. Im Unrecht und völlig falsch sind weiterhin auch jene, die diesen Schritt als Sieg des alten über den neuen, des ewig-gültigen über den postkonziliar-vergänglichen Ritus ansehen und feiern.
"Der Papst will die alte Liturgie keineswegs allgemein einführen oder dazu verpflichten. Er ist nur der Überzeugung, dass das Verbot dieses klassischen Ritus nach dem Konzil der kirchlichen Tradition widerspricht, denn Riten werden seiner Überzeugung nach zwar fortentwickelt, aber nicht einfach abgeschafft."
Das stimmt wohl, aber von den Schriften des Kardinal Joseph Ratzinger her hat BXVI noch andere Intentionen, nämlich die einer heilsamen Rückwirkung des überlieferten auf den neuen Ritus, wie ich es hier einmal anzudeuten versuchte. Mag sein, daß dieser Gedanke den Kontinentalkatholiken aufgrund alter Frontstellungen fern liegt - er findet sich aber in Schriften z.B. englischer Theologen wie Aidan Nichols OP oder Jonathan Robinson.
"Es dreht sich bei dem Ganzen vor allem nicht ums Latein und um die Zelebration mit Rücken zum Volk. Denn beides kann auch im neuen Ritus geschehen."
- Kann wohl, passiert aber fast nie. Im Gegenteil, Latein und Zelebration zum (liturgischen) Osten hält die Mehrheit in ihrer Unwissenheit für unvereinbar mit dem neuen Ritus. Ja: zum Osten, ad orientem, nicht "mit Rücken zum Volk", lieber Pater.
"Die genauen Unterschiede zwischen dem alten und dem neuen Ritus sind minimal und fast überhaupt nicht zu erkennen, wenn der neue Ritus – wie erlaubt und gewünscht - auf Latein gefeiert wird und sogar mit dem Rücken zum Volk."
- Diesem Satz würden außer den Traditionalisten vor allem nicht die Messreformer aus den 60ern, den 70ern und allen anderen nachkonziliaren Jahrzehnten zustimmen.
"Unser eigentliches Problem jedenfalls in Europa ist meines Erachtens, dass Gläubige heutige Messfeiern manchmal zu banal finden, zu wenig vom Mysterium geprägt – manchmal auch in den Riten zu beliebig."
- Manchmal? Manchmal oft! Auf jeden Fall zu oft. Aber wie war das noch eben mit den marginalen Unterschieden zwischen beiden Riten? Woher dann diese Beliebigkeit, trotz aller päpstlichen Ermahnungen, trotz Redemptionis Sacramentum, trotz der Worte der Deutschen Bischofskonferenz zur rechten Feier der Gottesdienste?
"Daher wünschen sich vor allem Christen mit Stilgefühl wieder mehr klassische Verbindlichkeit und das Mysterium. Dahinter steht vermutlich auch eine Sehnsucht nach dem verbindlich hochstehend Europäischem."
- Hier klingt es wieder an: das Killerargument: Nur eine aussterbende, überkultivierte Oberschicht mit "Stilgefühl". Aber vielleicht sind es ja wirklich nur noch wenige, die wissen, daß das katholische Christentum und katholische Liturgie Architekten und Baumeister, Komponisten und Dichter, Schriftsteller und bildende Künstler zu Meisterwerken getrieben und beflügelt hat? Vielleicht sind es - und wenn es stimmt, ist es wahrhaft schrecklich - wirklich ein paar kulturelle Eliten, die sich nach Schönheit sehnen? Schönheit, auch liturgische Schönheit als Geburtsrecht eines Katholiken, einer Katholikin?
"Damals wusste man: eine katholische Messe wird von Lissabon bis St. Petersburg überall gleich gefeiert. Man war vor Überraschungen sicher."
- Überraschungen, die auf das Konto der aktuellen Laune, der Individualtheologie des Zelebranten, des Lektors, der lokalen Liturgiekreise gehen. Überrschungen, die uns das Konzil ersparen wollte.
"Aber geben wir es zu: Millionen haben damals nur brav und auch gläubig teilgenommen, aber fast nichts verstanden und daher Rosenkranz gebetet. Nur deutsche Intellektuelle hatten den Schott, den es in anderen Ländern nicht gab."
- Ich besuche nachher meinen Vater, 1934 geboren, Hauptschulabschluß, Papiermacherlehre, Pfadfinder, musikalisch interessiert, dichterisch begabt, aber leider nicht in einer begüterten oder gebildeten bürgerlichen Familie groß geworden, sondern als Sohn eines Industriearbeiters, eines Invaliden aus dem Ersten Weltkrieg. Ich werde ihm sagen, daß er ein "deutscher Intellektueller" war, denn einen Schott hatte er!!!!!
"Der Wunsch, die Messe aktiv und verstehend mitzufeiern, ist gut und wichtig. Daher kommt es meines Erachtens heute nur darauf an, dass wir Priester wieder lernen, das Mysterium richtig zu feiern, sodass Glaube, Herz und Verstand gleichzeitig angesprochen werden."
- D'accord. [Nachtrag am 29.1.: Nicht d'accord, denn ich hatte das "nur" überlesen. Inzwischen sind so viele falsche Erwartungen geweckt worden, so viele (imho) schlechte Gewohnheiten eingerissen, daß die "Reform der Reform" oder wie P. von Gemmingen wahrscheinlich sagen würde: "die rechte Implementierung der Reform" von den Priestern allein nicht geschultert werden kann. Und schon gar nicht in überschaubarer Zeit.]
"Wenn wir dann freilich einen Blick in die wachsenden Kirchen Afrikas und Asiens werfen, dann ist die Frage nach der richtigen Messfeier in Europa nur ein Nachhutgefecht. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass in den jungen Kirchen sich jemand nach dem alten Ritus sehnt."
- Kann ich nicht beurteilen, der Pater vom Radio Vatikan wird's schon wissen. Aber mit Philip Jenkins bin ich für Überraschungen offen, besonders für solche, die auch P. von Gemmingen SJ überraschen...

Naja, liebe Leute, mit der Liturgie jedenfalls haben sie's nicht so, die Jesuiten.

27. Januar 2007

Hut auf den Schultern

"Ja, ist er noch so fröhlich? Der Papst mag ihm einen Hut senden, wenn er mag, aber ich werde dafür sorgen, daß, wann auch immer er kommet, er ihn auf seinen Schultern tragen soll, denn einen Kopf soll er nimmer haben, ihn darauf zu setzen."
So sprach Heinrich VIII. und ermöglichte es John Fisher, zum ersten und einzigen Kardinal-Märtyrer der römischen Kirche zu werden. (via Hermeneutic of Continuity)

Zur Ehre der anderen Kardinäle sei gesagt, daß andere kurz davor waren, sich ihm beizugesellen.

Blogger-Probleme

Jetzt, nach 2.979 Postings, bietet Blogger endlich die Möglichkeit, Postings zu "taggen" bzw. zu "labeln".

Da werde ich mal ganz vorsichtig damit anfangen. Und wieder, wie vor viereinhalb Jahren, fallen mir nur lateinische Tags ein...

26. Januar 2007

Immer diese Deutschen. Nicht mal das kriegen sie hin.

Denn jetzt haben wir die Messe-Wirrnis.

245 und immer noch zu wenig

Ralf hat sich für sich und uns die Mühe gemacht, aus dem "Ott" 245 Glaubenssätze mit sozusagen höchster Verbindlichkeit zusammenzustellen. Es sind quasi konzentrierte Extrakte, katholisches Christentum in hochkonzentrierter Essenz bzw. als hochkonzentriertes Trockenpulver, die Stahlträger der Dorfkirche, die Säulen des Petersdoms.

So, wie sie dastehen - und das soll jetzt keine Kritik an Ralf sein -, leiden sie natürlich an der Krankheit des "Asyndetons", einer unverbundenen Aneinanderreihung, wie sie Catherine Pickstock als Krankheit modernisierter Liturgien ausgemacht hat:

"In a 1994 essay, Catherine Pickstock examines two translations of the Nicene Creed - one published in 1549 and one in 1980 - and demonstrates how the contemporary version's tendency toward asyndeton defeats its own doctrinal purpose. Do the separate, independent clauses of this version imply separate and independent articles of faith, any one of which may be omitted at will? By making the sentence structure simpler and clearer, the translators sought to assist the worshiper in apprehension of the text. But there is no evidence to support the notion that the simple structures of asyndeton are more readily apprehensible. Since meaning resides not only in things themselves but also in the connections between them (in this case, conjunctions), asyndeton can be seen, not as the syntax of simplicity and clarity, but, rather, that of opacity and disorientation."(Quelle)

[Catherine Pickstock untersucht zwei Übersetzungen des Nizänischen Glaubensbekenntnisses - die eine 1549 veröffentlicht, die andere 1980 - und zeigt, wie die Tendenz der zeitgenössischen Version zum Asyndeton ihre lehrhafte Absicht vereitelt. Schließen die getrennten, unabhängigen Abschnitte getrennte und unabhängige Glaubensartikel in sich, von denen jeder nach Belieben weggelassen werden kann? Indem sie die Satzstruktur einfacher und klarer machten, suchten die Übersetzer dem Beter beim Verständnis des Textes zu helfen. Aber es gibt keine Evidenz, die die Auffassung unterstützt, daß die einfachen Strukturen des Asyndetons leichter verständlich sind. Da die Bedeutung nicht nur in den Dingen selbst, sondern auch in ihren Beziehungen wohnt (in diesem Fall ihren Verknüpfungen), kann man das Asyndeton nicht als die Syntax der Einfachheit und Klarheit sehen, sondern eher als die der Undurchsichtigkeit und Desorientierung.]
Glaubt, wer jeden einzelnen Satz als einzelnen glaubt, nicht zu wenig? Wenn wir unserem Papst zuhören, der ein Meister der "Einfaltung" (Hans Urs von Balthasar) ist und gleichzeitig für die Gültigkeit der 245 einsteht, dann merken wir, daß es mindestens für uns Normalkatholiken nicht auf die Vollständigkeit und aufs Auswendiglernen ankommt, sondern auf die Begegnung, die Freundschaft, die Hingabe an den, den diese Sätze eigentlich meinen: Jesus von Nazareth, den Messias, den Sohn Gottes und Erlöser der Welt, und den drei-einen GOtt, das Alpha und das Omega für uns und für die Welt.

13 von 50

Über den Daily Eudemon zur "Liste der 50 Biere, die man vor seinem Tod getrunken haben sollte" gekommen. Sie hat zwar eine Schlagseite über den Atlantik hinweg und ist aus "fun" aufgestellt worden, aber ganz so schlecht bin ich nicht dabei:

1, 7, 9, 10, 16, 26, 31, 33 (eine wieder im Keller), 34, 35 (gerade vorletzte Woche), 36, 41 und natürlich die 50. Die 38 wäre grundsätzlich machbar, besonders wo seit einiger Zeit mein Lieblingsneffe mit seinen Eltern in Munich wohnt...

Und dann war da noch ...

die Frage nach der "Qualität von Amtshandlungen", die umso wichtiger wird, je mehr der Klerus (auch wenn er unklerikal und ohne eigenes Sakrament daherkommt) in den Mittelpunkt rückt.

Schweigegebote

"Zuweilen hat man den Eindruck, wir könnten leichter über Sexualität reden als über die letzte Predigt." (Welt)

Bei evangelischen Pfarrern mag das so sein, bei katholischen Laien ist es umgekehrt.

25. Januar 2007

Noch einmal das Manifest zur Wiederzulassung der überlieferten lateinischen Messe

Diesmal nicht nur im Wortlaut, sondern auch mit einer Auswahlliste von Unterzeichnern und einem Formular zum Selberunterschreiben und Einschicken.

Leider komme ich diese Tag nicht groß zum Bloggen, obwohl es einiges zu schreiben gäbe. Habt Geduld.

24. Januar 2007

In den Worten von Oma Weh

"Man muss denen helfen, die sich nicht selbst helfen können. Und manchmal muss man für die sprechen, die keine Stimme haben." (Terry Pratchett: Kleine freie Männer, S. 194)

Abbé Pierre - ruhe in Frieden!

21. Januar 2007

Effiziente Kirche Deutschlands

Die FAZ: "Die evangelische Kirche möchte so reden, wie alle reden, denen vor allem daran gelegen ist, sich selbst und ihre Geschäfte zu 'optimieren'."

"Besser als Katholisch geht's nicht"

Alipius berichtet von seiner heutigen Sonntagsmesse in Rom, genauer aus St. Agnes vor den Mauern und lässt sich zum obigen Glaubensbekenntnis hinreißen.

Ich habe meinen Sonntagsgottesdienst noch vor mir und freue mich im gleichen Wissen wie er auch schon drauf. Mehr Jesus Christus gibt es nirgends, Ritus hin oder.

20. Januar 2007

20. Januar

Heute ist nicht nur der Festtag der Heiligen Märtyrer Fabian und Sebastian, der in unserer Familie mit einer gewissen Festlichkeit begangen wird. Vor 65 Jahren, am 20. Januar 1942 entschied sich P. Joseph Kentenich nach Wochen der Einzel- und Dunkelhaft im Gestapo-Gefängnis von Koblenz, nach langem inneren Ringen und Beten, und "aus dem Glauben an die Realität der Übernatur", auf eine weitere Untersuchung auf "Lagerfähigkeit" zu verzichten - ein Arzt hatte ihm einige Tage vorher die Tauglichkeit fürs Konzentrationslager bescheinigt. Er legte damit sein Leben, aber auch das Schicksal seiner Gründung, der Apostolischen Bewegung von Schönstatt und ihrer Gemeinschaften, in die Hand Gottes.

Realität der Übernatur. Ja. Das ist es.

Champions of the Church

Clericus-Cup

Fehler des Tages:

Ohne Buch an einem ausgedehnten Einkaufsbummel teilnehmen.

Immerhin habe ich es aber geschafft, so entspannt in der Regungslosigkeit zu verharren, daß man mich für eine Modellpuppe hielt.

19. Januar 2007

What's your Starbucks name?

Ganz klar: Scipio. Muß ich das nächste Mal wirklich sagen. Meinen richtigen kann auch keiner richtig schreiben.

Nur "vermeindlich"* kompetent

Martin hat ihn schon verlinkt, aber der Kommentar der TAZ zu den schon unheimlichen, derzeitigen wie künftigen Kompetenzen der EKD ist zu schade, um an dieser Stelle verschwiegen zu werden.

Luther würde heutzutage auf der Wartburg Selbstmord begehen, weil jetzt nicht nur seine Theologie, sondern auch noch seine Sprache völlig für die Katz war. Oder würde er doch, hoffend wider alle Hoffnung, "eine Diskussion zur Qualität kirchlichen Handelns zunächst im Blick auf die" (EKD-Papier, S. 102) kirchliche Amtssprache "anstoßen"? Oder wo würde er denen helfen, die ihn wie Philippus fragen: " Herr / wir wolten Jhesum gerne sehen."

* EKD-Papier "Kirche der Freiheit, Vorwort, S. 7

Tradition und Wahrheit

"Eine Tradition, die völlig transparent ist, ist eine Tradition, die völlig am Ende ist." (Leon Wieseltier: Kaddisch, S. 100)

"Die Wahrheit wird nicht verletzt durch Falschheit. Sie wird verletzt durch Lässigkeit." (ebd., S. 325)

18. Januar 2007

Von Adoptianismus bis Valentinianismus

Eine kurze Liste der "gewaltigen Hindernisse" bei Ignatius Insight, die beim frühkirchlichen Wagenrennen rechts und links liegen blieben.

17. Januar 2007

How long, baby, how long

Elsa ist in Endzeitstimmung und ich wollte, um sie zu beruhigen, mal kurz auf den Rapture Index schauen, der aber auch bei beunruhigenden 160 Punkten liegt.

Zum Glück sagt uns der Herrn unten via YouTube, daß wir noch fünf Jahre Zeit haben. Genug, um ein Bäumchen zu pflanzen und ein paar andere Dinge zu erledigen, die man immer schon mal tun wollte.

Nun auch im deutschen Sprachraum:

Manifest zur Wiederzulassung der überlieferten lateinischen Messe

Die Welt bringt den ganzen Text, der aber im Gegensatz z.B. zu seinem französischen Bruder nicht innerkatholisch, mit Bezug aufs Konzil, auf die Einheit der Kirche, auf die Bedeutung der "alten" Messe für so viele Heilige, argumentiert, sondern im vorkirchlichen Raum bleibt: Die traditionelle katholische Messe als "überragendes Werk der Weltkultur", als Mutterboden für den Gregorianischen Choral, als Inspiration für große Musik, als "Anstoß für eine breitere Beschäftigung mit den kulturellen Wurzeln des Abendlandes" und - mit Bezug auf ein Schreiben Johannes' XXIII. - als förderlich für "die Kultur der Menschlichkeit".

Da hat Paul Badde wohl recht, wenn er in seinem Kommentar als Adressaten des Textes eher "deutsche Intellektuelle und Prominente" sieht als den Papst, die Kurie - und schon mal gar nicht den deutschen Episkopat und Kirchenapparat, der diesem Anliegen auch nicht unbedingt offen gegenübersteht und wohl auch dieses Manifest "nicht so ohne weiteres [für den] Wille[n] des Volkes Gottes" halten wird, sondern für eine weitere Verlautbarung "ganz wenige[r] Leute", für die "die Ästhetik der Liturgie eine Rolle spielt" (Zitate von Kardinal Lehmann).

Aber ist es nicht auch wieder typisch für den traurigen Niedergang des katholischen Sinnes für eine GOtteswürdige Schönheit der Liturgie, wenn Intellektuelle wie Botho Strauß und Ulla Hahn retten müssen, was die Kinder von Mutter Kirche schon gar nicht mehr kennen und kaum vermissen? Und was ihnen ihre Priester und Liturgiebeauftragten aus dem "neuen" Ritus oft genug gründlich ausgetrieben haben?

Nicht nur nächste Woche,

..., aber da ganz besonders: Die Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 18. - 25. Januar:

"Herr Jesus Christus, du Sieger über Sünde und Tod,
schau nicht auf unsere Sünden,
sondern auf den Glauben deiner Kirche
und schenke ihr nach deinem Willen Einheit und Frieden."

2mal Bernanos

Georg Alois Oblinger stellt Bernanos in der Tagespost gleich zweimal vor: Einmal in der Reihe der "50 besten Romane" mit seinem "Tagebuch eines Landpfarrers" und dann am gleichen Tag noch einmal mit einer Rezension der im Johannes-Verlag neu herausgegebenen Briefsammlung "Das sanfte Erbarmen/Die Geduld der Armen".

Even if

Hatten wir diesen Satz schon mal?

"If Christianity is untrue, no honest man will want to believe it, however helpful it might be; if it is true, every honest man will want to believe it, even if it gives him no help at all." (C. S. Lewis)

16. Januar 2007

Die wahre Blogozesen-Reform...

... ist natürlich immer die der Herzen, besonders die des eigenen (und meine damit meines, nicht das anderer Brüder und Schwestern). Und so lese ich mit Freude die Einladung und den lieben Gruß von Zuzanna und ihrem Kompendium.

Siebenundsiebzigmal. Und dann vergessen. Und nicht nachtragen.

"Eingeweide, Chef!"

Wird's Frühling oder muß man jetzt schon zu den Waffen des Dichterinnenwortes greifen, um im Lebenskampf zu bestehen? So oder so, heute jedenfalls Woche der Poesie bei Strizz.

Dummies für BXVI und alle anderen auch



Bei kath.net stand dieses Buch vor Weihnachten in den TopTen, der Verlag ist einer der größten Wissenschaftsverlage der Welt - und nun hat es auch noch den Sixteenischen Segen. Dann müsste ich es doch auch weiterempfehlen können, obwohl ich es (noch?) nicht kenne:

Emoticon


Mißverständnisse.

Gibt es ein Emoticon für "Ganz fest die Lippen zusammenpressen und keinen Ton sagen, weil man es sich so vorgenommen hat"?

15. Januar 2007

Die wilde Wahrheit über die Dogmengeschichte

So sieht Chesterton die "Relikte aus der Zeit, in der es noch feste Gewißheiten gab" - ich nehme den Text so, wie ihn Hans Urs von Balthasar in "Katholisch: Aspekte des Mysterium" zitiert:

"Ich meine die ungeheuerlichen Kriege im Zusammenhang mit kleinen Fragen der Theologie, die Erdbeben der Erregung wegen einer Gebärde oder eines Wortes. Es handelt sich nur um Fingerbreite, aber die Breite eines Fingers ist alles, wenn das Ganze in der Waagschale liegt. Wenn man eine Idee abschwächt, wird gleich die andere machtvoll. Es war ja nicht ein Trüpplein Schafe, die der christliche Hirte zu lenken hatte, sondern eine Herde von Stieren und Tigern, von schrecklichen Idealen und gefährlichen Lehren – jede einzelne von ihnen stark genug, in eine falsche Religion umzuschlagen und die Welt zu verwüsten. Man erinnert sich, dass die Kirche besonders für gefährliche Ideen eintrat; sie war ein Löwenbändiger. Die Ideen von der Empfängnis durch den Heiligen Geist, vom Tod eines göttlichen Wesens, von der Sündenvergebung, der Erfüllung von Prophetien sind Ideen, die, wie leicht ersichtlich, im Nu in etwas Blasphemisches oder Verrücktes ausarten können. Ein Fehlgriff in der Definition und der Reigen wäre abgebrochen, alle Christbäume wären verdorrt, alle Ostereier zerschlagen...
In den ersten Zeiten warf sich die Kirche wild und feurig wie ein Schlachtroß in jeden Kampf; doch es ist äußerst unhistorisch, zu behaupten, sie sei wegen jeder Idee aus dem Häuschen geraten wie ein gewöhnlicher Fanatiker. Sie bog nach rechts und nach links, um gewaltige Hindernisse knapp zu umgehen. Sie ließ auf der einen Seite den mächtigen Klotz des Arianismus liegen, der unterstützt war von allen weltlichen Mächten, die das Christentum zu weltlich machen wollten. Im nächsten Augenblick schwenkte sie ab, um einen Orientalismus zu vermeiden, der es zu weltfern machen wollte. Es ist leicht, verrückt zu sein; leicht, ein Häretiker zu sein. Es ist immer leicht, die Welt überhandnehmen zu lassen; schwierig ist, selbst die Vorhand zu behalten. Es ist immer leicht, Modernist zu sein, wie es leicht ist, ein Snob zu sein. In irgendeine dieser offenen Fallen des Irrtums und der Übertretung zu geraten, die eine Modeströmung nach der andern dem Christentum auf seinen geschichtlichen Weg gelegt hatten – das wäre in der Tat leicht gewesen. Auf irgendeine Liebhaberei vom Gnostizismus bis zur Christian Science hereinzufallen, wäre nahe liegend und zahm gewesen.

Sie alle vermieden zu haben, ist ein wirbelndes Abenteuer; und in meiner Vision fliegt der himmlische Wagen donnernd durch die Jahrhunderte – die langweiligen Häresien straucheln und fallen der Länge nach zu Boden, die wilde Wahrheit aber hält sich schwankend aufrecht."

13. Januar 2007

Relikte und das, was zählt

Schön, daß Burkhard Jürgens von der/für die KNA so einladend von der "wohl spektakulärste Neugründung einer klösterlichen Gemeinschaft in Italien" berichtet. Schön auch, daß Vize-Prior Guido den Lesern des Würzburger Katholischen Sonntagsblattes berichten kann, was heute zählt:

"Dogmen sind für ihn ein Relikt aus der Zeit, als es noch feste Gewissheiten gab; was heute zähle, sei der Kern der christlichen Botschaft, sei die Rückkehr zu den Wurzeln der ungeteilten Kirche."
Ich könnte mir gut vorstellen, daß der Herr Papst, der offensichtlich gaaaaanz weit weg von Bose wohnt und thront, darauf entgegnen würde, daß es den Kern und die Wurzeln "heute" nur noch gibt, weil im Laufe der Kirchengeschichte sich die Dogmen wie eine schützende Hülle darum gelegt haben.

Ich glaube, es wird einmal wieder Zeit, Chestertons Vision der Dogmengeschichte zu bloggen.

12. Januar 2007

Aus der amerikanischen Blödelzese

Der Ironic Catholic hat den wahren Grund entdeckt, warum die Konversionen in den USA zunehmen: Die Katholysatoren-Verschwörung.

Das Heilige den Heiligen - und den Neugierigen auch

Abgesehen davon, der der Journalist wohl auch sehr selten in die katholische Kirche geht - sonst würde er nicht von "religiösem Symbol" oder "geweihter Hostie" sprechen, aber interessant ist sein Bericht allemal:
Gerangel um eine verschwundene Hostie - Handgreiflichkeiten in der katholischen Kirche St. Bonifatius / Die Staatsanwaltschaft ermittelt

Kein Stollen mehr

Für die einen endete die Weihnachtszeit am letzten Sonntag, dem Fest der Taufe des Herrn, für die andern dauert sie noch bis Mariä Lichtmeß.

Gemäß dem scipionischen Kalender endet sie mit dem Verzehr des letzten Stücks Christstollen. Das war heute morgen der Fall. Nun heißt es warten und noch 348mal schlafen (wenn ich mich nicht verzählt habe), bis es wieder Weihnachten wird und die Allerliebste wieder den besten Christstollen der Welt kredenzt.

11. Januar 2007

Gute-Nacht-Lektüre für St. Leibowitz-Jünger

Thomas Hibbs: Apocalypse Now: The enduring significance of A Canticle for Leibowitz (National Review)

Päpstliche Sportkleidung



Im Gegensatz zum Curt Jester tippe ich auf klerikales Schwarz als vatikanische Fußballtrikotfarbe. Benedetto ist Ersatztorwart und hält notfalls den Kasten sauber, sozusagen als Levadas Kahn. Weltmeister der Herzen ist er ja schon.

Vorschläge für eine Blogozesenreform

Durch eine Gruppe katholischer Internet-Nutzer, die sich selbst in überheblicher Weise „Blogozese“, „Blogözese“ o.ä. nennt, kommt es immer wieder zu Irritationen und Auseinandersetzungen, die der Außendarstellung und dem Selbstverständnis der katholischen Kirche in keiner, ja, keinster Weise angemessen sind. Im folgenden daher einige Vorschläge für eine weitreichende Blogozesenreform:

1. „Die Nutzung zeitgemäßer Medien zur Mission, etwa das Internet, erfordert besondere Obacht.” (Q)
2. Gerade das sogenannte Bloggen (aka Weblog schreiben) birgt Risiken, umso mehr als bei entsprechender Verlinkung mit anderen Weblogs ein sehr gutes Ranking bei Suchmaschinen wie Google erreicht wird, das dem unbedarften Internet-Nutzer den angemessenen Zugang zu fundierter Glaubensinformation de facto erschwert.
3. Bestehende Weblogs der sogenannten „Blogozese“ sollten deshalb zu einem zu bestimmenden Zeitpunkt eingestellt und gelöscht werden. Die Autoren sollten veranlassen, dass allgemein zugängliche Archiv-Versionen (z.B. im Google-Cache) ebenfalls gelöscht werden.
4. Es wird eine Römisch-katholische Weblog-Lizenz (RKWL) eingeführt.
5. Die RKWL wird grundsätzlich durch den zuständigen Ortsbischof bzw. durch von ihm Beauftragte erteilt.
6. Es wird empfohlen, für den deutschen Sprachraum eine zentrale RKWL-Agentur zu gründen und diese mit erfahrenen und spirituell wie theologisch zuverlässigen Mitarbeitern zu besetzen. Selbstverständlich steht die Agentur unter priesterlicher Leitung.
7. Katholiken, die bloggen bzw. (im Fall früherer Blogozesen-Blogger) weiterbloggen möchten, bewerben sich formlos bei der RKWL-Agentur um eine Lizenz.
8. Der Erteilung der RKWL, die zum Bloggen im allgemein zugänglichen Internet berechtigt, geht eine Probephase von sechs Monaten voraus. In dieser Zeit darf der Bewerber in einem sogenannten Blogspot-Privatblog bloggen. Dieser Privatblog darf nur ihm und einem Mitarbeiter der RKWL-Agentur zugänglich sein.
9. Die RKWL wird für einen begrenzten Zeitraum – anfänglich auf ein halbes, später auf jeweils ein Jahr – erteilt und bei Bedarf verlängert.
10. Die RKWL-Agentur hat das Recht, dem Blogger die Lizenz jederzeit zu entziehen.
11. Der Blogger hat den Stellungnahmen bzw. der Verkündigung seines Ortsbischofs, des Apostolischen Stuhls und anderer offizieller kirchlicher Stellen einen angemessenen Raum in seinem Weblog zu gewähren. Dies geschieht am besten durch ausführliche Übernahme der betreffenden Texte von der offiziellen Webpräsenz der jeweiligen kirchlichen Stelle.
12. Der Blogger hat das Recht, zu den Laien vorbehaltenen Themenbereichen, für die er aufgrund seiner beruflichen Bildung und Tätigkeit sowie seiner persönlichen Interessen qualifiziert ist, frei zu bloggen. Solche Themenbereiche können z.B. sein: der Außenhandel Paraguays zwischen 1920 und 1930; die Entwicklung der Bluegrassmusik von Bill Monroe bis zum New Grass; deutsche abstrakte Malerei in der Weimarer Republik.
13. Stellungnahmen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Fragen sollten nach Möglichkeit unterbleiben.
14. Stellungnahmen zu strittigen innerkirchlichen oder theologischen Fragen fallen nicht in die Kompetenz katholischer Laien und haben daher grundsätzlich zu unterbleiben.
15. Auf jeder Seite des Weblogs ist deutlich Name und Anschrift des Bloggers anzugeben. Ein Link zu einer Impressum-Seite genügt nicht.
16. Auf jeder Seite des Weblogs ist deutlich anzugeben, dass es sich hier um eine persönliche Meinungsäußerung des jeweiligen Bloggers handelt und der Weblog nicht notwendigerweise mit der offiziellen Linie der katholischen Kirche übereinstimmt.
17. Satire, Ironie und ähnliches stellen generell keine zulässigen Stilmittel dar. Um jedoch katholische Weblogs für Außenstehende nicht als humorlos erscheinen zu lassen, wird jeweils ein Blogger beauftragt, einen gewissen Anteil an aufbauendem Humor in seinen Weblog einzubauen.
18. Der sogenannte „Traffic“ (die Nutzung der Weblogs durch Internet-Nutzer) soll in angemessener Weise überwacht werden. Zieht ein Weblog zu viel Traffic auf sich bzw. gar Traffic von der offiziellen Webpräsenz der katholischen Kirche ab, soll der Blogger die Posting-Frequenz auf ca. 50 % verringern.
19. Es wird angeregt, dass die RKWL-Agentur einen eigenen Blog betreibt bzw. ein eigenes Internet-Angebot aufbaut.

10. Januar 2007

Schönes Fundstück

Zufällig ergoogelt:

"Wie soll man das eucharistische Staunen, den Sinn für das Wunderbare vor dem Geheimnis der Eucharistie wieder erwecken, wenn es nicht gelingt, ihre Schönheit wieder zu entdecken? In der postmodernen Kultur, die geprägt ist von der Relativität bezüglich der Wahrheit und des Guten, die aber noch immer fasziniert ist von der Ästhetik, der Schönheit, gibt es wirklich einen Weg oder eine Tür, um die Eucharistie als Geheimnis der Schönheit zu entdecken. Die Eucharistie ist in der Tat die höchste Ikone der Schönheit Gottes, die in Christus offenbar geworden ist, weil sie die Realpräsenz des “Schönste[n] von allen Menschen” (Ps 45, 3) in der Totalität seiner Präsenz als Auferstandenem und in der Gänze seines Geheimnisses ist: die Schönheit der Liebe, die sich gibt, uns erlöst und verklärt, uns den Blick des Vaters offenbart, der uns in permanenter Weise schafft und uns gut und schön macht." (Bischof Antonio Augusto Dos Santos Marto von Viseu(Portugal) - Quelle)

Tröstlich

Immerhin hat die Menschheit kurz nach dem Automobil und den verstopften Autobahnen auch mobile Musikabspielgeräte erfunden. "On the Road to Escondido" lässt den "Highway to Aschaffenburgh" erträglich werden.

Bernanos mal wieder

Vielleicht übertreibt er ein bißchen, der alte Hitzkopf, aber irgendwie ... hat er doch recht. Denk' ich.

"Lieber sehe ich einen im Aufruhr als enttäuscht, denn die Auflehnung ist zumeist nur ein Durchgang, während die Enttäuschung schon nicht mehr zu dieser Welt gehört; sie ist voll und dich wie die Hölle."

9. Januar 2007

Aufwachen mit Wilde

"Wir wollen in gewissen katholischen Kreisen ein Aufwachen stimulieren. Das Christentum war als Radikalkur gedacht, nicht als Hausmittel für gewöhnliche Erkältungen. Unsere Rolle ist es, ein Dorn im Fleische zu sein."

Das Buch, in dessen Vorwort dieser Satz steht, heißt "Provokationen: Aphorismen für ein anti-konformistisches Christentum" und ist laut Welt von P. Leonardo Sapienza (Vatikan) herausgegeben wurden. Ob dort jetzt eine offiziöse Rehabilitation von Oscar Wilde vorgenommen wird, wie Thomas Kielinger meint, bleibe hier einmal dahin gestellt.

PS: Das Wilde-Buch von Joseph Pearce soll im April 2007 bei nova et vetera
erscheinen.)

8. Januar 2007

Crossing the Tiber

Den Tiber überquert haben in den letzten Jahren einige der profiliertesten protestantischen US-Theologen - und zwar vor jedem Benedetto-Effekt.

In Christian Century, dem - wie es so schön heißt - publizistischen Flaggschiff der Mainline-Protestanten, gibt es nun eine Übersicht über sechs Tiberüberquerungen, den die Tagespost für deutschsprachige Leser aufgreift. ("Anfällig" sind offensichtlich nicht nur Episkopale und Lutheraner, sondern auch: Mennoniten.)

"Man spricht bereits von einem „brain drain“, von einer intellektuellen Abwanderung bei den lutherischen Glaubensgemeinschaften. Sicherlich ist auch die katholische Kirche in den Vereinigten Staaten mancherorts in Ruinen – nicht wegen Kindesmissbrauchs allein, sondern auch wegen Unterschlagung, Unwahrhaftigkeit und Verwässerung der Glaubensinhalte. Dennoch: Es sind die Ruinen einer Kathedrale, in der der Herr auf eine unvergleichliche Weise gegenwärtig ist und die deswegen auch immer wieder neu aus ihren Ruinen wächst, blüht und gedeiht – auch das sieht man in den Vereinigten Staaten an allen Ecken und Enden. Die Heimkehr dieser sechs Theologen in den „Schoß“ der Mutter Kirche ist ein hoffnungsvolles Zeichen."

Voll ins Gesicht

"Ratlos" "fragt" Eduard Nagel, Chefredakteur von 'Gottesdienst', der Zeitschrift des Deutschen Liturgischen Instituts, warum der Altar zur Ablage von diversen Gottesdienstmaterialien mutiert und warum es "die wenigsten Zelebranten, die hinter dem Altar stehen, nicht spätestens zur Schlussformel [schaffen, das Tagesgebet] den Leuten ins Gesicht zu beten". (Quelle)

Tja. Da ist einiges im Argen, und immerhin hat man das auch in Trier gemerkt. Wobei man auch vom Ambo aus den Gläubigen alles ins Gesicht beten kann...

7. Januar 2007

"... our enthusiastic support for any papal initiative to the same end"

Nach den Italienern, Franzosen und Polen nun die öffentliche Vorabunterstützung für das erwartete Motu Proprio zugunsten einer erleichterten Zelebration der "Alten" Messe durch die Native English Speakers, unter ihnen bekannte Theologen (Aidan Nichols, Laurence Paul Hemming), Schriftsteller und Publizisten(Alice von Hildebrand, Joseph Pearce) und Blog's-Parish-Blogger (Amy Welborn, Shawn Tribe, Tim Finigan).

Hier geht es zum Text der Epiphany Declaration.