8. September 2007

Exul filius Hevae in Germania

Den letzten Tropfen Bitterkeit ließ jener Ministrant in meine "exules filii Hevae"-Tasse fallen, der in der Abendmesse seinen Arm entspannt ein paar Minuten auf dem Altar ablegte, während er wartete, bis er mit seinem Wasser bei der Kelchreinigung zum Zug kam. (Oder war es jener Pfarrer, der nichts dazu sagte? Oder die Mutter, die zwar den Kragen richtete, aber der das Herumgehampel egal ist?)

Doch vorher hatte schon der unerbittliche Kollege vom "Catholic Church Conservation" Blog zugeschlagen - mit Fotografien der "Kapelle der Deutschen Bischofskonferenz" im Haus der Katholischen Akademie in Berlin. Ich hoffe ja immer noch, daß er nicht recht hat und daß die Bilder von woanders stammen. Denn wenn es stimmt, dann sehen wir die ganze deutsch-katholische Misere auf einen Blick vor uns: Wenn die Hirten schon nicht dafür sorgen, daß da, wo sie gemeinsam die Hl. Messe feiern, der Glaube ins Herz, ins Gemüt dringen - wo soll es dann erst uns, dem "dürren Holz", ergehen? Wenn sich die Nachfolger der Apostel mit so wenig Schönheit begnügen, wie wollen sie uns "die Kraft und Schönheit des katholischen Glaubens neu sichtbar machen"?

Müssen die Kölner da nicht sogar froh sein über den Mut des Herrn Richter zur Farbe? Über seine Entscheidung zum "Intelligent Design" (Zufall + menschliches Eingreifen = Aussehen a la Zufall)?

Und ich, mir muß genügen, daß meine Gemeinde nicht nur gut holländisch "Brot und Wein im Gebet teilt", sondern den lebendigen, ganzen, liebenden Herrn Jesus Christus in ihrer Mitte hat und ich IHN in ihr, der menschlich-allzu-menschlichen, als Brot bekomme.

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ich widerspreche Dir nur ungern, scipio, aber die Kapelle erscheint mir nicht unkatholischer als die Kirche von Novy Dur, der neuen Trappistenabtei in Tschechien (kennst Du bestimmt).

Es ist die Kargheit, die auch sehr schön sein kann.

Mir liegt bspw. das Barocke nicht so, aber jeder Jeck ist anders, wie man hier sagt.

Was übrigens auch zeigt, daß dieser amerikanische Blog a) natürlich die rheinische Karnevalskultur nicht verstanden hat (die man ja auch in Mainz pflegt) und b) schon deswegen nicht mein Gutheißen genießt, da man so nicht mit Bischöfen umgeht wie dort. Dabei ist es egal, was man von ihnen denkt - so sollte es innerhalb der Kirche nicht zugehen.

Scipio hat gesagt…

Cathcon gehört auch nicht zu meiner täglichen Lektüre, und seine Hidden (and not so hidden) Agenda ist noch mal ein ganz anderes Kapitel, und sein Umgang mit Bischöfen auch. (Wobei Du und ich wissen, daß unsere Hirten, wie wir selbst, manchmal ein ziemlich schlechtes Bild abgeben. Ich selbst versuche, auf jeden entsprechenden Blogeintrag ein passendes Gebet zu setzen.)

Und doch: Bei den Zisterziensern handelt es sich um eine Kargheit im Kirchenraum, die Teil einer ganzen Spiritualität ist, eingebettet in einen Lebensstil der Armut und des Verzichts. Der dann ja auch wieder zu einer reichen, von Bildern überfließenden Sprache geführt hat, um die LIEBE und das LICHT in Worte zu fassen.

Ich bin mir ganz und gar nicht sicher, wo da die bischöfliche Kapelle ihren Sitz im Leben hat. Es heißt immer, daß Kunst heutzutage nicht mehr ernsthaft figürlich, darstellend sein könne. Zuletzt haben wir es im Zusammenhang mit dem Kölner Domfenster gehört. Vielleicht ist das so. Aber was das für die Kirche (und die Masse der Gläubigen in ihr) bewirkt, ist Verarmung, Verkopfung, Entwurzelung des Glaubens aus dem Herzen; ich würde sogar sagen: Desinkarnation.

Wenn wir an den Menschen glauben, wie GOtt an ihn glaubt (und wir wissen, was ER sich das kosten ließ und lässt) und wir ER ihn will, dann müssten wir, die das wissen, darauf drängen und daran arbeiten, daß wir, wenigstens wir, eine Kunst (und eine Gebrauchskunst) haben, die dem Menschen entspricht und die z.B. auch Menschen darstellen kann, lebendige, nahe Menschen: Jesus, seine Mutter, Bonifatius (in der Berliner Kapelle z.B.) und die ganzen anderen, nach denen wir heißen: Karl, Georg, Friedhelm, Radulf, Matthias.

Wenn ich das Bild dieser Kapelle sehe, sehe ich Mangel, nicht Fülle. Schwäche, nicht Kraft. Kitsch, nicht Schönheit. (Denn auch Kargheit kann kitschig sein: wenn sie falsche, unechte Gefühle hervorrufen will, wenn sie sich einreden lässt, man könne nur so, wenn sie sich arm und sprachlos fühlen will, statt mit dem Stammeln anzufangen und weiterzumachen: "Weh mir, wenn...")

FingO hat gesagt…

Scipio, entschuldige, wenn ich etwas schärfer bin, aber hast Du irgendwann daran gedacht, daß das Gesagte wirklich nur auf der Basis DEINES PERSÖNLICHEN GESCHMACKS steht?
Mir wird ob der dicken Engel, ob des ganzen Kitsches in manchen Barock-Kirchen wirklich eher schlecht als daß ich mich zum Herrn hingezogen fühle! Und um ehrlich zu sein, finde ich, ja, auf der Basis meines persönlichen Geschmacks, diese damals passierte Verkitschung des Glaubens weitaus schlimmer als das karge Aussehen mancher Kirchen. Ich mag halt moderne Kunst und modernes Design auch recht gerne, weshalb mir manches, was andere Leute schlicht nennen, ich einfach wunderschön und genial finde. Und es gibt auch andere Leute, die das mögen, nicht wenige. Und nicht alle davon sind sofort für Frauenpriestertum und schon gar nicht alle davon sind gegen gotische Kirchen.

Abpropos "gegen": Ich kann nicht sagen, daß ich gegen neue gotische Kirchen bin, absolut nicht, aber letztlich muß man sagen, daß die gesamte Kirchenarchitektur anscheinend in einer Krise steckt: Die einen experimentieren zugegebenermaßen manchmal zu viel rum, die anderen schreien nur nach dem gestern und wollen eigentlich Stilkopien der Kirchen von vor über hundert Jahren - oder ärgern sich, daß es keinen zweiten Gaudi gibt (ja, das ist schade, aber Genies sind nunmal keine Massenware). Ich würde das schade finden, wenn die kirchliche Kunst stehen bleiben würde. Und so, wie es eben im Barock wirklich übertriebenen Kitsch gab, aber er eben auch zu einer Entwicklung zu neuem und auch schönem war (nein, ich lehne Barock-Bauten nicht allgemein ab), so wird auch aus diesem teilweise wirklich wirren schönes entstehen.

Und allgemein abstrakten Künstlern/Kunstwerken Verkopfung des Glaubens zu unterstellen, wie man es jetzt beim Glasfenster im Kölner Dom macht, zeigt, daß man, was abstraktes betrifft, einfach voreingenommen ist. Bei solchen Abstrakten Festern ist der Lichteinfall einfach schon ein emotionales Erlebnis, meines Erachtens ein schöneres und (man verzeihe mir das abgedroschene Wort) spirituelleres als bei Glasfenstern, die Figuren darstellen. Nein, ich bin nicht gegen die Darstellungen per se, finde jedoch, daß die Abstrakten Glasfenster, die Schlichtheit AUCH seinen Platz in der kirchlichen Architektur hat. Letztlich träume ich davon, daß mehr und mehr Künstler beides miteinander verbinden; ich denke, dann kann etwas wirklich wunderbares entstehen.

Und um mich weiterhin unbeliebt zu machen: Ich finde die abgebildeten Kirchen gar nicht mal so häßlich; es wird viel mit Licht gearbeitet, und mein Glaube wäre, wenn ich still in so einer Kirche beten würde, keineswegs verkopft. Nicht jede Kirche sollte so aussehen, Gott behüte uns davor, aber es darf auch Oasen der Schlichtheit geben.

Scipio hat gesagt…

Phil,

das Schöne, wenn man sich kennt, ist, daß es viel schwerer ist, sich unbeliebt zu machen. In Deinem Fall sogar unmöglich. ;;--))

Ich habe auch nichts gegen modernes oder sparsames Design und bin auch total FÜR Dein Programm eines AUCH. Deshalb habe ich auch keine Einwände gegen das Kölner Domfenster (außer daß es eine Misere aufzeigt und daß der Herr Richter so schön den Zufall - durchaus auch ein bißchen ideologisch-spitz, wenn ich genau hinhöre - betont.

Aber trotzdem bleibe ich bei dem, was ich zu sagen versuchte:
- wenn Kunst in der Kirche nur abstrakt ist und es nicht schafft, Menschen darzustellen, ob das unser Herr Jesus am Kreuz, seine Allerheiligste Mutter oder sonst einer der Apostel, Propheten, Märtyrinnen ist, dann fehlt ihr was. Und dann geht in den Köpfen und Herzen der Beter etwas kaputt.
- ich nehme keinem das Recht, eine Kapelle wie die Berliner schön zu finden. (Ich gebe auch zu, daß ich noch nicht dort war.) Aber: Diese Kapelle zusammengenommen mit der Art der Verkündigung, wie wir sie so manchesmal von den dort feiernden Hirten hören und wie sie uns leider so manche Priester und so manche (hier könnte man sogar sagen: die meisten, und würde wohl immer noch richtig liegen) Einrichtungen der Erwachsenenbildung bescheren, zeigt mir jetzt (und zeigte mir, als ich es schrieb, sehr sehr deutlich), daß hier was nicht stimmt.

Aber wie Du sagst: One man's opinion, und mit begrenzter Reichweite.

Gregor Kollmorgen hat gesagt…

Ach, dann mach ich mich doch mal unbeliebt (ich hoffe aber nicht ;-): Ich finde, es gibt an dem ursprünglichen post gar nichts abzuschwächen. Desinkarnation, das bringt es auf den Punkt. Et caro factum est. Gott ist eben nicht reine Abstraktion geblieben. Und auch hier gilt zwar daß katholisch immer weit ist und dementsprechend eine Fülle von Stilen umfassen kann. Aber andererseits gibt es auch in der Kunst, wenn sie denn christlich sein soll (und in einer Kirche muß sie das), unaufgebbare Prinzipien - und es geht um die Wahrheit. Der Dreiklang vom Wahren, Schönen, Guten kommt nicht von ungefähr, das gehört unauflösbar zusammen. Darüber ist ja schon so unendlich viel geschrieben worden, und besser als ich es jemals könnte. Aber insofern ist die Forderung nach bildhaft-inkarnierter Schönheit eben keine reine Geschmacksfrage, die jeder nach seiner Façon beantworten kann.

Und der große Unterschied zwischen dem vielgeschmähten Barock und dieser "Kapelle": Das Barock war eine zuninnerst katholische organische Entwicklung (die Bedeutung dieses Prinzips sehen wir ja überdeutlich in der Liturgie) der christlichen Baukunst. Daß vielen von uns heute der Zugang zum Barock fehlt, sagt mehr über unsere geistig verarmte Zeit aus, deren lebendiger Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschichte abgerissen (bzw. gewaltsam abgeschnitten worden) ist, als über das Barock selbst, das, wenn es echt und nicht billiges Katalog-"neo" ist, mit Kitsch (=unwahre Kunst) aber auch gar nichts zu tun hat (übrigens gibt es auch authentisches und hochwertiges Neobarock, das viel eigenes hatte und eben kein bloßes Nachäffen war, wie die Kunstgeschichte inzwischen unumstritten anerkennt, was aber leider nocht nicht in das populäre Bild durchgedrungen ist). Moderne Kirchenkunst ist dagegen der Moderne, der modernen Kunst verpflichtet anstatt Gott - sie hat, wie Mosebach schreibt, ihr "non serviam" gesprochen und ihr Credo ist die Bildverweigerung. Sie ist in die altheidnische Vorstellung zurückgefallen, daß der menschliche Verstand zu Gott und zur Wahrheit gar nicht vorzudringen vermag. Deshalb hält sie alles bildhafte für unecht. Aber ist nicht offenkundig daß dies die künstlerische Variante dessen ist, was der Papst in der Ethik die Diktatur des Relativismus nennt? Solange nicht wieder eine Kunst ersteht, die sich an der ewigen Wahrheit und ihren Prinzipien orientiert, wird es bei der Trennung von Kunst und Kirche bleiben (die mich übrigens auch sehr schmerzt, denn natürlich ist es nicht gut, wenn sich kirchliche Kunst nicht weiterentwickelt). Oder es kommt zu Kirchen, die zwar dieser Funktion dienen, aber keine heiligen Räume mehr sind.

Wie hier: Diese Kapelle hier hat hingegen nichts genuin christliches. Sie hat ja nicht einmal ein Kruzifix, nur ein beinahe unbemerkbares abstraktes Kreuz. Die Beleuchtung ist nicht das Problem: solche Alabasterfenster (wenn es, wie ich hoffe, echt ist) sind altehrwürdig- man denke an S. Miniato del Monte in Florenz. Aber seht doch wie der Tabernakel als unauffälliges Wandschränkchen verschämt in die Ecke gerutscht ist - was sagt das aus? Wie der Hl. Vater gerade gestern in Heiligenkreuz (auf die Liturgie bezogen, aber die Bedeutung für die ars sacra ist evident) gesagt hat: "Entweder ist sie opus Dei mit Gott als dem eigentlichen Subjekt oder sie ist nicht. Ich bitte an dieser Stelle: Gestaltet die heilige Liturgie aus dem Hinschauen auf Gott in der Gemeinschaft der Heiligen, der lebendigen Kirche aller Orte und Zeiten so, daß sie zu einem Ausdruck der Schönheit und Erhabenheit des menschenfreundlichen Gottes wird!"

FingO hat gesagt…

@berolinensis:
1.) "Daß vielen von uns heute der Zugang zum Barock fehlt, sagt mehr über unsere geistig verarmte Zeit aus, deren lebendiger Zusammenhang mit ihrer eigenen Geschichte abgerissen ist..."

Papst Apodikt der erste sprach, oder wie? Darf man keinen anderen Geschmack haben, ohne ein Modernist zu sein? Wenn, gut - ich bin dann Modernist. Über die ganzen selbstherrlichen Traditionsverliebten habe ich mich oft genug aufgeregt, um zu wissen, daß ich dort jedenfalls nicht hingehöre. Für meinen Teil sind Engel keine Babies, allgemein kann ich mit vielen Vernielichungen im Glauben nichts anfangen, und die Heiligen und Apostel sind auch keine Herkulesse, wie sie im Petersdom stehen (letzteres ist wirklich Geschmackssache, ich kann mir einfach manche Heilige nicht als kernige Schwarzeneggers vorstellen - manche schon, aber das ist ein anderes Thema.

2.) Ich finde es immer interessant, daß man einerseits gebetsmühlenartig die Demut Christi in der Eucharistie betont, daß er sich ganz klein und unscheinbar in einem Stück Brot versteckt, andererseits aber über jeden auch nur etwas in der Ecke stehenden Tabernakel erzürnt, denn der müsse ja mindestens aus Gold sein und in der Mitte stehen. Verzeihung. Natürlich NICHT in der Mitte, sondern so, daß man brav-brav ad orientem feiern kann.
Mir macht beides eine andere Wirklichkeit Jesu klar: Tabernakel, die wirklich prunkvoll sind, weisen mich auf den königlichen Christus, den sie enthalten, hin, schlichte Tabernakel, die "in der Ecke" stehen, unterstreichen für mich die Demut christi, die Tag für Tag in allen katholischen und orthodoxen Kirchen der Welt er an den Tag legt. Dabei ist es scheißegal, ob die Kirche aus Gold, Diamanten und Alabaster oder aus Beton ist. Daß man diesen Aspekt in der Verkündigung und Liturgie mehr rausstreichen könnte, ist ein anderes Thema. Mehr noch: Wer denkt, er braucht eine prunkvolle Kirche, um den Herrn zu verehren, hat etwas nicht verstanden.
Und wenn die Kirche mal selbst für meine, wie man sieht, etwas großzügigere Meinung, zu schlicht/erbärmlich ist, wie die Kapelle am Canisius? Dann bete ich trotzdem oder deshalb den Herrn an, denn GERADE HIER, in DIESER ABSOLUT ERBÄRMLICHEN KIRCHE, zeigt mir der Herr eine Lektion, was wahre Demut ist, denn auch an solchen Orten, wo der Herr fast vergessen scheint, ist er da. (Daß es trotzdem nicht mehr Exempel dafür geben muß,ist ein anderes Thema)

@scipio: "wenn Kunst in der Kirche NUR abstrakt ist und es nicht schafft, Menschen darzustellen, ob das unser Herr Jesus am Kreuz, seine Allerheiligste Mutter oder sonst einer der Apostel, Propheten, Märtyrinnen ist, dann fehlt ihr was."

100% Agreement. Wir haben, anders als andere Religionen, das Privileg, daß wir den Herrn auch darstellen dürfen. Daß wir das Heilsgeschehen in Bildern darstellen können. Das darf und soll auch genutzt werden.
Wieder sehe ich hier eine wunderbare Möglichkeit der Ergänzung, denn wie die Bildliche Darstellung uns zeigen kann, daß das Wort Fleisch wurde, kann etwas dezent abstraktes (wie ich das umstrittene Fenster sehe) uns zeigen, daß der Dreieine auch immer noch größer ist, daß wir eher das Meer auslöffeln könnten als ihn vollständig erfassen.
In einer Orthodoxen Kirche sah ich eine abstrakte Darstellung par excellence (und orthodoxen Kirchen kann man nicht vorwerfen, modern zu sein), nämlich drei Löcher in der Decke, so daß drei Lichtstrahlen auf den Kirchenraum als Bild für die Heilige Dreifaltigkeit fielen. Mir hats, eben als "auch" gefallen.

Wann biste denn mal Durchreise?

Anonym hat gesagt…

Möchte mich da auch noch zum Wort melden - als eigentlich recht altmodischer (d.h. der Schönheit verpflichteter) künstlerisch (Musiker/Maler) tätiger Gläubiger: Also diese ominöse Kapelle - ich muss sagen, die Bilder gefallen mir recht gut. Es sich vorzustellen, wie in dieser "optischen Stille" die Farben schön gewebter und grosszügiger Messgewänder reich und bedeutugsvoll wirken können und wie da - eine musikalisch gute Akustik mal vorausgesetzt - die archaischen Gregorianischen Gesänge der Liturgie eine ganz besondere Ausdruckskraft entfalten dürften! Doch, hier gewinnt, vermute ich stark, liturgische Schönheit wirkliche Strahlkraft. Schlimm wären da (wie in solchen Räumen leider häufig) Moltonwände, doofe Kinderzeichnungen oder irgendwelches symbolisches Flecht- und Knüpfwerk aus Angst vor einer freien Fläche, vielleicht auch aus Angst vor eigener, innerer Bilderlosigkeit. Und noch schlimmer hier erklingende musikalische (resp. unmusikalische) Plattheiten sich modern dünkender KatechetInnen und belehrender Schreibtischtäter. Doch nur mit diesen kleinen Bildern vor Augen dürfen wir uns hier drin getrost eine optimales, wirklich frommes und dennoch modernes Gottesdienstleben vorstellen und wünschen!

Scipio hat gesagt…

@ phil:

Ich schätze mal: 2007 nicht mehr. Aber mutlich nächstes Jahr...

@ anonym: Ja, und diesen Wünschen für das, was in dieser Kapelle geschehen möge, schließe ich mich an. Auch wenn für mich die Grenzen zwischen optischer Armut (um die Schönheit und Herrlichkeit Gottes besser wahrnehmen zu können) und einer sinnlichen Knauserigkeit im Namen irgendwelcher nur noch so funktionierender Kunstverständnisse, eine Knauserigkeit, die zwar very fashionable, aber nicht unbedingt auf katholischem Boden zuhause, sondern von anderswoher eingeschleppt ist - ziemlich fließend sind heutzutage. Und mir imho der besagte Fall eher Symptom dieser Krise als Ausdruck einer einigermaßen ihrer selbst sicheren Ausdrucksfähigkeit eines saft- und kraftvollen katholischen Glaubens ist.

Lassen wir's dabei...