10. November 2009

Stop making sense

"So lange Gott nicht auch Mutter ist,
wie Johannes-Paul I. prophetisch sagte,
werden Gewalt und Unterdrückung
ihren Platz in der Kirche behaupten."

Diesen Satz eines unbekannten, ich vermute mal: "Kirchenrebellen" schickte mir ein Freund per Mail.

Es wird höchste Zeit, daß Gott sich ändert, wie es scheint, damit in der Kirche die herrlichen Zeiten ausbrechen. Bis dahin aber stellen wir uns gerne und eilfertig, durchs Rezitieren dieser vier Zeilen, auf die richtige Seite. Gerechtfertigt durch politische Korrektheit allein. Sola rectitudo politica.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Solches lesend, muss ich mich mal wieder sehr nachhaltig daran erinnern, dass Gott selbst solche Menschenkinder gewollt hat, in seiner gewohnt unergründlichen Art...

Alipius hat gesagt…

Solange Gott nicht Hähnchen ist, wird's nix mit der vegetarischen Bewegung.

Wolfram hat gesagt…

Nun - das biblische Zeugnis zeigt uns durchaus mütterliche Seiten Gottes auf. Insofern brauchen wir nicht nur keinen anderen Vater, sondern auch keine andere Mutter...

lediglich [sic] die menschliche Theologie tut sich schwer damit, und regt sich erstaunlicherweise gerade von sich als bibeltreu apostrophierenden Christen her erbitterter Widerstand. Ich verstehe die Einleitung dahingehend, nicht daß über eine Eigenschaft GOttes gesprochen wird, sondern über die menschliche Rezeption derselben.

Gewalt und Unterdrückung - nun, wo Christus am Werk ist, fuddelt der Teufel am liebsten dazwischen...

Phil hat gesagt…

Bei allem Respekt vor Johannes Paul I., aber wenn Jesus selbst von Gott als Vater spricht, wenn er nirgendwo etwas "mütterliches" erwähnt, dann frage ich mich, warum man immer mal wieder mit dem Spruch, daß Gott auch Mutter ist, ankommt.
Jesus brauch auch keine zweite Mutter, denn er hat Maria. Was wollen eigentlich die Frauen? Gott mag der Vater aller sein, aber eine Frau aus dem Heiligen Land ist die Mutter Gottes!

Desweiteren stört mich, zumindest in den Erklärungen, die ich sah, daß "Geborgenheit" etc. mütterliche Charakteristika sein sollen. Als Kind fühlte ich mich bei meinem Vater sehr wohl geborgen. Hart ausgedrückt scheinen einige ein ziemliches Problem mit Vaterfiguren zu haben, wenn sie den Aspekt des "für die Kinder da seins", "sich um sie kümmerns" etc. immer wieder mit mütterlichen Charakteristika interpretieren.

Wolfram hat gesagt…

Hat die Bibel, lieber Phil, ein Problem mit Vaterfiguren?

Wenn wir darüber nachdenken, was das Vatersein Gottes ausmacht, dann haben wir uns an das biblische Zeugnis zu halten, in dem Er selbst sich offenbart. Und da finde ich ziemlich deutlich beschrieben, was eine Mutter ausmacht, was eine gute Ehefrau ausmacht - und was einen Vater ausmacht sowie einen guten Ehemann. Da kann ich auch nicht daran vorbeigehen, daß Gott durch den Mund des Propheten Jesaja sagt: "ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet" (Jes.66,13). Ob das nun in meine menschengemachten Gottesvorstellungen paßt oder nicht...
Die Bemerkungen über "Jesus braucht keine zweite Mutter" würde ich an deiner Stelle lieber nicht von der Glaubenskongregation überprüfen lassen; sie halten nicht stand...
denn so gesehen, bräuchte Jesus auch keinen Vater im Himmel, weil ja Josef da ist und in den Stammbäumen durchaus als Vater bezeugt wird. Dagegen lesen wir in der Heiligen Schrift immer wieder, wie Jesus Maria von sich weist und offenbar gerade keine menschliche Mutter braucht: Da wären Mc.3,33f. et par., aber schon Lc.2,49. Auch Joh.2 wird Maria zurückgewiesen wie eine fremde Bettlerin: "Weib, was habe ich mit dir zu schaffen?"
Ein anderes Licht gibt lediglich die Szene unter dem Kreuz, wie sie Johannes beschreibt, aber sie steht doch arg vereinzelt unter allen gegenteiligen Bezeugungen und wird nicht gerade stärker dadurch, daß sie den "Jünger, welchen Jesus liebte" gegen Simon Petrus herauszuheben sucht.
Auch in der jungen Christengemeinde ist keine Marienverehrung zu finden, und in den apostolischen Briefen wird sie nicht erwähnt.

Und wenn ich nicht mit den Mitteln der Vernunft und aus der Heiligen Schrift überwunden werde, so bleibe ich bei dem, was ich geschrieben habe...

Phil hat gesagt…

Das sind Deine Argumente, aber ich finde immer noch einen Unterschied zw. exakten Aussagen über den Vater im Himmel und "WIE eine Mutter", was eben nur einen Vergleich, keine exakte Identität suggeriert. Ich kann auch wie ein Mädchen heulen, ohne ein Mädchen zu sein. Sozusagen.
Jesus sagt nicht, daß man sich an Gott WIE an an einen Vater wenden kann, er antwortet auf die frage, wie man beten soll Vater Unser im Himmel.

Den Absatz über den Vater und die Mutter Jesu finde ich echt interessant. Er regt zum Nachdenken an. Danke hierfür.

AAAABER (HARHAR, penibel sein macht spaß): Was ist eigentlich der Unterschied zw. Mitteln der Hl. Schrift und der Vernunft?