30. April 2007

Maienposting

Der Mai beginnt mit dem selben Wochentag wie der Januar des nächsten Jahres.

Kein anderer Monat im Jahr beginnt am gleichen Wochentag wie der Mai.

May Crowning (Maienkrönung) in der englischen Wikipedia.

"Wir bauen einen Maialtar" - eine Erinnerung des Aachener Hochschulpfarrers Christoph Stender

Maialtar 1939 in der Pfarre Kaisermühlen (im 22. Wiener Bezirk).

Maienblüten.

Maienblüten in Shakespeares 18. Sonett ("darling buds of May")

Liturgie als Gestaltgewinnung und Kampfansage

Klaus Berger in seiner Betrachtung über die Lesung aus der Johannes-Apokalypse am vergangenen Vierten Sonntag der Osterzeit (C) - eine Lesung, die mir und vielen anderen am wie üblich sparsam gedeckten Tisch des Wortes des letzten Sonntags entging.
"... die 'ideale' Situation des christlichen Gottesdienstes im Himmel und auf Erden: Die Kirche steht vor dem Thron Gottes. Alle haben demnach das Gesicht auf Gottes Thron gerichtet. Der Gottesdienst dauert 'Tag und Nacht'. Im Stundengebet der Klöster kommt dieses wenigstens prinzipiell zum Ausdruck. Und Gott 'zeltet', also wohnt, thront über der Gottesdienst feiernden universalen Kirche. Vom 'Bruder Jesus' ist hier nicht die Rede. Im Sinne des Sehers Johannes ist vielmehr zu präzisieren: Auf dem Thron sitzt neben Gottvater das Lamm. (...)

Die jubelnde Anbetung Gottes ist für den Seher Johannes aus folgenden Gründen elementar wichtig: Der Sinn des Daseins aller Kreatur erfüllt sich darin, den Schöpfer zu loben. Gerade dadurch, dass die Gegenseite statt Gott den Kaiser quasi-gottesdienstlich feiert (vgl. 13, 3f), offenbart sie ihre Verkehrtheit und Orientierung am Teufel, dem Mörder von Anbeginn. Für den Seher Johannes ist es nicht ausreichend, wenn die Christen still und selig in ihren Herzen glauben, nein, er hält das sichtbare liturgische Bekenntnis für unabdingbar, auch und vor allem wegen des Kaiserkultes der Gegenseite. Um genau zu sein: Liturgie ist für ihn Bekenntnis ersten Ranges.

Und so haben es auch gottlose Tyrannen seit Bestehen des Christentums aufgefasst. Nur die Christen selbst scheinen mittlerweile darüber nicht mehr die nötige Klarheit zu besitzen und fassen oft den Gottesdienst als eine Art Unterhaltungssendung in Konkurrenz zum Fernsehen auf, in der es auf witzige Gags ankommt. Nein, in der Liturgie geht es um eine Kampfansage gegenüber allen menschenverachtenden Tyrannen und Mördern in der Welt. Liturgie ist kein Gemeindefest im engeren Sinne, sondern ein öffentliches Bekenntnis zum Schöpfer und Erlöser, zu dem, der das Leben schenkt und der ewiges Leben verheißt. In der Anbetung gewinnt die Kirche die ihr angemessene Gestalt, und so ergeht es auch jedem Einzelnen dabei."
Im Vergleich zu Zimbabwe, China, der Türkei und anderen Orten üben wir momentan nur - just in case.

Gott hört den Schrei der Unterdrückten

Diesmal Zimbabwe, wo Priester bedroht werden.

Die Story u.a. beim National Catholic Reporter, der Hirtenbrief der Bischofskonferenz von Zimbabwe hier als Word-Dokument. (via Amy Welborn's Open Book)

... die eine Taufe zur Vergebung der Sünden ...

Angesichts menschlich-allzu-menschlicher Zentrifugalkräfte sollten sich auch ökumenische Skeptiker über die gemeinsame Erklärung von 11 Kirchen, kirchlichen Gemeinschaften und kirchlichen Arbeitsgemeinschaften zur wechselseitigen Anerkennung der Taufe freuen - was ich hiermit tue.

Protestantischer Sonderweg

Martin Schuck, Wissenschaftlicher Referent am Konfessionskundlichen Institut Bensheim zieht im Deutschen Pfarrerblatt ein Resümee der lutherischen Ordinationsdebatte 2004-6
"Kein VELKD-Lutheraner kann zukünftig in ökumenischen Kommissionen so tun, als wäre ein Konsens in der Theologie des Amtes in greifbarer Nähe, wie das in der Vergangenheit bisweilen suggeriert wurde."

"Dabei zeigten die Reaktionen auf die oben genannte Äußerung Kardinal Kaspers, dass Fragen der lutherisch/römisch-katholischen Konsensökumene (wie etwa die Bemühungen um Annäherungen in der Ämterfrage) spätestens dann zweitrangig werden, wenn es um handfeste Konflikte innerhalb der protestantischen Ökumene geht. (...) Die mit der Empfehlung von 2004 dokumentierte Absicht, die Ordination konsequent funktional und antisakramental zu verstehen, musste aus römisch-katholischer Perspektive als weiteres Indiz für den Willen zum protestantischen Sonderweg gewertet werden."

Nach der ersten Lektüre

Ein erstes exegetisches Feedback (von Seiten der Herren Söding, Berger und Lüdemann) zum Jesus-Buch des Papstes war schon zu lesen. (Zusammengestellt u.a. im MFThK)

Mit P. Werner Löser SJ hat nun auch ein Dogmatiker seine "Zehn Beobachtungen bei einer ersten Lektüre" (pdf) ins Netz gestellt - zusätzlich zu den Rezensionen von Jan-Heiner Tück in der NZZ und von Peter Hünermann im Kölner Stadt-Anzeiger.

28. April 2007

Frommes

Ich will mich nicht länger drücken und übernehme das Stöckchen von Amica:

1. Was ist Dein Lieblingsgebet bzw. Deine Lieblingsverehrung von Jesus?
Das Rosenkranzgesätz "der für uns Blut geschwitzt hat" und die vier nächsten.

2. Was ist Dein Lieblingsgebet bzw. Deine Lieblingsverehrung von Maria?
Das Weihegebet "O meine Gebieterin". Die Marianischen Antiphonen sind mir auch lieb, genau wie der Rosenkranz und einiges aus dem "Himmelwärts" von P. Kentenich.

3. Trägst Du ein Skapulier oder eine Medaille?
Keines davon. Auch kein Kreuz (Aus einem trivialen Grund: weil ich bisher kein Kettchen gefunden habe, das meinen Hals nicht grün werden lässt. Vielleicht echt Gold, oder so? Keine Ahnung.) Aber seit Rom habe ich eine Wunderbare Medaille mit Padre Pio-Bild im Scheckkartenformat im Geldbeutel. Ist das o.k.?

4. Hast Du Weihwasser in Deiner Wohnung?
Ja, haben wir.

5. Opferst Du Dein Leiden auf?
Manchmal, meistens im voraus. Wenn es dann so weit ist, fällt es mir ziemlich schwer.

6. Feierst Du die ersten Freitage und die ersten Samstage im Monat (Sühnesamstage etc.)?
No, not really.

7. Gehst Du zu Eucharistischen Anbetungen? Wie oft?
Ja, wenn es irgendwie klappt, einmal die Woche, mit der Liebsten zusammen.

8. Gehst Du eher in die Samstags-Vorabendmesse oder zur Sonntagsmesse?
Alle vier Wochen habe ich Kommunionhelferdienst am Samstag, manchmal springe ich auch samstags für andere ein. Ansonsten gehen wir meistens und am liebsten am Sonntag (abend).

9. Sprichst Du das Tischgebet?
Daheim immer. In der Kantine ab und an, wenigstens stoßweise.

10. Lieblingsheilige?
Maria.
Matthias und Paulus.
Therèse Martin
P. Kentenich und seine Jungs: Josef Engling, Karl Leisner, Mario Hiriart.
Und noch eine Menge anderer, die nicht kanonisiert sind - was mir und ihnen aber nichts macht.

11. Kannst Du das Apostolische Glaubensbekenntnis auswendig?
Klar.

12. Sprichst Du Stoßgebete über den Tag verteilt?
Ja. "Warum, mein Gott, warum?" ist doch auch eins, oder?

Gut integriert bleiben



(via American Papist)

Luzifers Lied

Gerard Manley Hopkins, Aufzeichnung während der Exerzitien am 14. November 1881:
"Dieses Lied Luzifers beharrte auf seiner eigenen Schönheit ... und wie ein Spiel auf Orgel und Instrument seines eignen Seins. Es war das Tönen ... seiner eignen Trompete und ein Choral zu seinem Ruhm. Und dehnte sich zu einer Anrufung; andere zog es herbei. Es wurde ein Konzert aus Stimmen, ein Konzert des Selbstlobs, eine Verzückung, Verzauberung ... Sie versammelten sich immer dichter ... unter der Führung Luzifers ... und stimmten eine Gegenmusik an, einen 'Kontrapunkt der Dissonanz'." (zit. nach D. Grünzweig: Gerard Manley Hopkins - Die Wortreiche der Augen.- Stimmen der Zeit 2006; 224(9): 611-628)

Nachfolge 2007

Wer mit der "Bäckerblume" oder dem "Lukullus"eine 8-tägige Studienreise in die Türkei unternimmt, tut das jetzt nicht mehr auf den Spuren des hl. Paulus, sondern auf denen von Papst Benedikt XVI. Der Völkerapostel wird's verschmerzen.

Wer im Lande bleiben und doch auf den Spuren des Papstes unterwegs sein will, kann das mit dem Radl zwischen Inn und Salzach tun. Für die Fernradler müsste es aber schon eine Tour von Marktl über Freising, Bonn, Tübingen nach Regensburg sein, denke ich mir.

Dem Papst wäre es bestimmt noch ein bißchen lieber, wenn sich die Touris und Biker abends vorm Einschlafen im 4-Sterne-Hotel oder in der Frühstückspension zusätzlich zum Weißbier oder dem Wein noch einen Absatz von Deus Caritas Est reinziehen. Und danach leben.

23. April 2007

Des Sonntäglichen Lebens Ernst und eine flüssige Freundin

Gestern hatte ich noch leichtfertig vom "Sonntäglich leben" getönt, gut 8 Stunden später wurde es ernst, als ich offensichtlich in einem anderen Flugzeug in Paris angekommen war als mein Gepäck. Das treibt sich momentan noch irgendwo auf dem Erdball herum. Endloses Warten und geduldiges Konversieren mit Air France-Personal stellen den besten Vorsatz auf die Probe.

Erst heute, nach einem petit pain, einem Camembert, einer Halbliterdose 1664 und ein paar Seiten Wodehouse geht es mir wieder gut. (Und behelfsmäßig eingekleidet bin ich auch. Mir kann keiner mehr sagen, Männer könnten nicht effektiv einkaufen gehen. 45 min reichen, und ich sehe aus wie neu.)

Wie das immer so ist: Lesen und Leben befruchten einander und lassen laue Lüfte... Schluß mit dem Stabreim und dem Quatsch. Stattdessen live aus Pelham Grenville Wodehouse: Schloß Blandings im Sturm der Gefühle (München, dtv, 1983, S. 159):
"Wenn die Hoffnungen eines jungen Mannes zusammenbrechen und seine Traumschlösser rings um ihn in Schutt und Asche liegen, kann nichts ihm diesen Zustand je wirklich angenehm gestalten, aber das Bier, das G. Ovens, Eigentümer des Emsworth Arms, bereitstellt, tut fraglos sein Bestes. Das Ovensche Hausgebraute ist eine flüssige Freundin, die immer wieder auf die positive Seite der Dinge hinweist und den Silberstreif am Horizont aufzeigt. Es legt seine kleine Hand in die deine und flüstert 'Kopf hoch!' Wenn König Lear einen Krug zur Hand gehabt hätte, hätten wir weitaus weniger von all jenem Blast-Wind-und-sprengt-die-Backen gehört."

Fragen zum Weltbuchtag

Ich nehme mal Thomas' Fragen auf - was Leichtes zum Tagesabschluß:

1. Gebunden oder Taschenbuch? Gebunden, wenn mir das Buch wichtig ist und ich nicht warten mag - also z. B. bei Ratzingers/B16s Jesus oder Cormac McCarthys Die Straße. Ansonsten warte ich, z. Zt. auf Mosebachs Das Beben.

2. Amazon oder Buchhandel? Beides, etwas fifty-fifty. Für ausländisches natürlich Amazon - ich erinnere mich noch an den Umstand, den es damals machte, in der Englischen Buchhandlung in FFM Jay Tolsons Biographie von Walker Percy zu bestellen, und natürlich die Kosten - Dollar * 2.

3. Lesezeichen oder Eselsohr? Nur Lesezeichen. Da bin ich eisern. Lieber mühsam suchen, wo ich aufgehört habe. Aber keine absichtlichen Eselsohren.

4. Ordnen nach Autor, Titel oder umgekehrt? Weder noch - nach Fachgebieten und so, daß möglichst viel in die Regale passt. Es ist sowieso schon Platzmangel und manches steht zweireihig oder ist in Kisten ausgelagert.

5. Behalten, wegwerfen oder verkaufen? Habe ich alles schon gemacht. Mit gutem Gewissen. Dazu auch schon verschenkt und für gute Zwecke (Tombolen) gestiftet. Und verliehen, was auch eine durchaus effektive Methode ist, gute Bücher endgültig loszuwerden. (Mir fehlt seit Jahren Rilkes Gesammeltes Werk.)

6. Schutzumschlag behalten oder wegwerfen? Behalten. Erst wenn er zerfleddert ist - nach ca. 25 Jahren - wegwerfen.

7. Mit Schutzumschlag lesen oder ohne? Ohne. Die Kunst ist, beides beim Lesen zu schonen, Buch und Schutzumschlag.

8. Kurzgeschichten oder Roman? Lieber Roman. Kurzgeschichten nur ausnahmsweise - wobei mir gerade einfällt, daß ich wieder mal Flannery O'Connors Short Stories lesen muß.

9. Harry Potter oder Lemony Snicket? Harry Potter kenn ich von der Trilogie ;-), aber wer ist der andere? (Nein, ich schaue nicht im Netz nach.)

10. Aufhören wenn man müde ist, oder wenn das Kapitel zu Ende ist? Außer im Bett lese ich immer bis zu einem Kapitelende oder sonst einem guten Moment zum Pausieren.

11. “Die Nacht war dunkel und stürmisch” oder “Es war einmal”? It was a cold and stormy night, we were sitting around the fire and someone said to the storyteller: Tell us a story. And he began: "It was a cold and stormy night..." (frei nach David Jones: Anathemata)

12. Kaufen oder leihen? Früher mehr leihen, inzwischen mehr kaufen und fast nie leihen. Erfüllung von Lebensträumen.

13. Neu oder gebraucht? Lieber neu, aber wenn nicht zu bekommen oder zu teuer, gerne auch gebraucht. Unterstreichungen, Widmungen, Exlibris werden auch akzeptiert.

14. Kaufentscheidung: Bestsellerliste, Rezension, Empfehlung oder Stöbern? Durchaus Rezension, am liebsten Stöbern und zwar digital und in der echten Buchhandlung, kaum Empfehlung und fast nie Bestsellerliste.

15. Geschlossenes Ende oder Cliffhanger? Da gibt es aber auch noch andere Alternativen. Das Leben der Romanfiguren geht nach dem "Ende" noch weiter, oder?

16. Morgen, mittags, oder nachts lesen? Wie Thomas: Immer und überall. Geh nicht ohne Buch aus dem Haus. Wer weiß, wann du wieder zurückkommst.

17. Einzelband oder Serie? Was ist jetzt damit gemeint? Wenn das Personal und sein Autor gut ist, gerne Serie. Das Normale sind doch Bücher ohne Fortsetzung. Me thinks.

18. Lieblingsserie? Eine Serie ist es eigentlich nicht, denn die Reihenfolge ist vöööööllig egal und in allen passiert ziemlich das gleiche, und doch ist es für mich die beste: Jeeves.

19. Lieblingsbuch, von dem noch nie jemand was gehört hat? Da muß ich heftig nachdenken. Wie wär's mit Walker Percy: Loch im Kosmos? Mindestens in deutschen Landen eher exotisch.

20. Lieblingsbuch, dass Du letztes Jahr gelesen hast? Sucht euch hiervon eins aus.

21. Welches Buch liest Du gegenwärtig? P. G. Wodehouse: Schloß Blandings im Sturm der Gefühle.

22. Absolutes Lieblingsbuch aller Zeiten? Echt nur eines? Geht nicht. Ehrlich nicht. Und wenn ich doch muß, nehme ich David Jones' Anathemata. Das wollte ich schon bei Nr. 19 nennen, aber jetzt ist es endgültig fällig.

22. April 2007

Sonntäglich leben

In ein paar ruhigen Minuten habe ich heute "Sacramentum Caritatis" fertig gelesen und mich besonders über den dritten Teil "Eucharistie, ein Geheimnis, das man lebt" gefreut, diejenige Passage, die am meisten nach Benedetto klingt.
"Der hl. Ignatius von Antiochien drückte diese Wahrheit aus, indem er die Christen als diejenigen bezeichnete, 'die zur neuen Hoffnung gelangt sind', und er stellte sie als diejenigen dar, die 'sonntäglich leben' (iuxta dominicam viventes). Diese Formulierung des großen antiochenischen Märtyrers hebt die Verbindung zwischen der eucharistischen Realität und der christlichen Existenz in ihrer Alltäglichkeit klar hervor. (...) 'Sonntäglich leben' heißt, im Bewußtsein der von Christus gebrachten Befreiung zu leben und das eigene Dasein zu entfalten als Selbsthingabe an Gott, damit sein Sieg durch ein von innen her erneuertes Verhalten allen Menschen gänzlich offenbar werde."
In diesem Geist mache ich mich jetzt für die neue Woche nach Paris auf, um meine Brötchen zu verdienen. Hier könnte es daher ein bißchen ruhiger werden.

Bonne semaine!

21. April 2007

Purgatoriumslimbo

"Jetzt hat der Vatikan das sogenannte Fegefeuer abgeschafft - es sei eine 'unzulässig eingeschränkte Sicht der Erlösung'." Sagt der Spiegel.

Ich hoffe nicht, daß das stimmt - denn wo sollte ich dann hin? Direkt dem lebendigen GOtt unter die Augen und SEeiner Güte und SEinem gekreuzigten Sohn? Das brennt mir doch alles weg - und hoppla, da ist es ja doch schon wieder durch die Hintertür hereingeschlüpft, das reinigende Feuer der Erlösung, das sagt: "Scipio, das geht aber noch besser. Achtung, es tut weh. Aber dafür bist du danach ganz gesund und strahlend weiß."

Aber klar, beim Spiegel (und bei Reuters? und bei AFP?) saß mal wieder jemand, der die katholische Eschatologie gründlich zusammenmixte. Und wenn dann Limbus und Fegefeuer schon mal das Gleiche (oder das Selbe) sind, dann taucht logischerweise im "1992 veröffentlichten Katechismus" weder das eine noch das andere auf.

Ein Blick in den KKK (Katechismus der Katholischen Kirche) belehrt uns, daß es da einerseits den Artikel 1283 gibt:
"Was die ungetauft verstorbenen Kinder betrifft, leitet uns die Liturgie der Kirche an, auf die göttliche Barmherzigkeit zu vertrauen und für das Heil dieser Kinder zu beten."
Aber zum Fegefeuer - oder auch Purgatorium - think Dante, Spiegel! - war da noch Art. 1030ff.

Jetzt aber auf in den neuen Tag - denn Eschatologie ist nichts fürs Ende der Tage, sondern erst einmal etwas für jetzt. Siehe Paulus.

Frohes Wirken und Schaffen! Tanzt den Limbo!

20. April 2007

Er will eine

Andrew von den Holy Whapping Shriners sucht einen netten Deutschen, der ihm die Papst Benedikt XVI.-Briefmarke zukommen lässt.

Ich bin ab Sonntag erstmal außer Landes und vorher schaffe ich es nicht ihm Gutes zu tun, aber vielleicht kann ihn ja jemand anders glücklich machen - er verspricht "to compensate howsoever I can".

Homoblogie

Homograph, aber nicht homophon - Blog der lustigsten Homonyme.

19. April 2007

Kleiner Stolperstein

Zum pontifikalen Jubiläum in Dankbarkeit:

"Wir feiern nicht Menschen, sondern preisen den Herrn, der die Kirche nicht verläßt und der sein Felssein durch Petrus, den kleinen Stolperstein, ausüben wollte: Nicht 'Fleisch und Blut' retten, aber der Herr rettet durch die, die aus Fleisch und Blut sind, hindurch. Das zu leugnen ist nicht ein Mehr an Glaube, nicht ein Mehr an Demut, sondern es ist das Zurückweichen vor der Demut, die Gottes Willen so anerkennt, wie er ist. Daher bleibt die Petrusverheißung und ihre geschichtliche Verwirklichung zu Rum im tiefsten immer neu Grund zur Freude: Die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen ..." (Joseph Kardinal Ratzinger: Zur Gemeinschaft gerufen.- Freiburg: Herder, 1991, S. 69

Schlechte Karten

"Every word - even every idle word - will be accounted for at the day of judgment, because the word itself has power to bring to judgment." (Dorothy Sayers im Untertitel von verbum ipsum)
Also doch mit dem Bloggen aufhören und danach wieder beichten gehen?

Wir sind seit zwei Jahren Papst...

... und bleiben es hoffentlich noch lange.

Wieder einmal tanti auguri ins Hauptquartier!

"Ratzinger-Code"

Fasziniert konstatiert die taz heute die "Binnensprache", das Selbstgespräch des Christentums (und wohl auch des Papstes) mit sich selbst.

Alles hat seine Zeit, liebe taz.