26. Juli 2008
Kirche und Kunst
"Wir haben ein großes Problem mit der Sprache. Welche Sprache sollen wir sprechen? Die Worte erscheinen heute alle abgenutzt und unbrauchbar. Wer aber keine lebendige Sprache hat, kann keinen Dialog führen. Die Kirche ist sehr in sich verschlossen. Sie hat eine gewisse Furcht, sich mit der Welt der Ratio einzulassen. Auch die Sprache der Symbole hat ihre Kraft verloren. Man darf den Künstlern nichts vorschreiben, aber ich sehe doch, dass sie heute vor allem zwei Dinge scheuen, die in der Vergangenheit einmal große Bedeutung hatten. So wird nicht mehr nach dem ästhetisch Schönen gesucht. Im Gegenteil, man will das Unästhetische. Und dann schließen die Künstler, vielleicht aus Furcht, sich festzulegen, die letzten Fragen aus, Fragen nach dem Göttlichen, nach der Transzendenz. Es gibt auch kein Schuldgefühl mehr. Ohne das Gefühl der Schuld wäre das gesamte Werk von Dostojewskij nicht denkbar. Die großen Religionen haben diese Aufgabe. Sie müssen die Menschen an die metaphysischen Dinge erinnern. Die Kunst hat nie aufgehört, sich der großen Themen anzunehmen. Vielleicht ist es doch eher die Kirche, die den Kontakt zur Kreativität verloren hat."
Was mich wundert (oder vielleicht bei jemandem, der es tagtäglich mit Spitzenkunst und Spitzenkünstlern zu tun, nicht wundert), ist, daß der Erzbischof gar nicht auf den Gedanken kommt, daß es auch Christen geben könnte, die Künstler sind. Er spricht, als ob die Welt schön sauber aufgeteilt wäre: hier die Kirche, vor allem die sichtbare, institutionalisierte, und dort die Kunst-, Bauwerks-, Literaturschaffenden. (Und dazwischen die Kluft.)
Daß es große und gute christliche Künstler, Architekten, Schriftsteller geben könnte und müsste - wie wäre das? Und wenn es keine gibt, warum nicht? Gerade der Katholizismus mit seiner "Catholic Imagination" müsste es doch nicht nur Pavillons, Ausschreibungen, Museen bieten, sondern auch Nährboden, Material, Vorbilder...
Das beunruhigt mich noch viel mehr, muß ich sagen.
25. Juli 2008
Jagger et al.
Infos zu einer Petition bekannter englischer Katholiken (Mitunterzeichnerin eben auch Ms. Jagger) bei Damian Thompsons Holy Smoke.
(Gerade sehe ich, daß Summorum Pontificum ein bißchen schneller war als ich.)
Grimmiges zum Tag
Joseph Bottum: The Anniversary of Humanae Vitae (vom FT-Blog):
Simply as a piece of argumentative prose, the 1968 encyclical was badly constructed. It lacked the romantic elements that Pope John Paul II would later put in his far more persuasive Theology of the Body, and it appealed to the authority of Christian tradition at a moment in which hardly anyone was willing to listen to authority. Still, along the way, Paul VI issued four general prophecies in Humanae Vitae, and on about all four of them, he seems to have been right.
Mary Eberstadt: The Vindication of Humanae Vitae (aus dem aktuellen Heft von First Things), und zwar durchaus mit grimmigem Humor:
Considering the human spectacle today, forty years after the document whose widespread rejection reportedly broke Paul VI’s heart, one can’t help but wonder how he might have felt if he had glimpsed only a fraction of the evidence now available—whether any of it might have provoked just the smallest wry smile.
After all, it would take a heart of stone not to find at least some of what’s now out there funny as hell. There is the ongoing empirical vindication in one arena after another of the most unwanted, ignored, and ubiquitously mocked global teaching of the past fifty years. There is the fact that the Pill, which was supposed to erase all consequences of sex once and for all, turned out to have huge consequences of its own. There is the way that so many Catholics, embarrassed by accusations of archaism and driven by their own desires to be as free for sex as everyone around them, went racing for the theological exit signs after Humanae Vitae—all this just as the world with its wicked old ways began stockpiling more evidence for the Church’s doctrine than anyone living in previous centuries could have imagined, and while still other people were actually being brought closer to the Church because she stood exactly as that “sign of contradiction” when so many in the world wanted otherwise.
Yet instead of vindication for the Church, there is demoralization; instead of clarity, mass confusion; instead of more obedience, ever less. Really, the perversity is, well, perverse. In what other area does humanity operate at this level of extreme, daily, constant contradiction? Where is the Boccaccio for this post-Pill Decameron? It really is all very funny, when you stop to think about it. So why isn’t everybody down here laughing?
In der deutschen Presse war weitgehend Ruhe angesagt. Barack "I don't want my daughters punished with a baby" Obama beschäftigte die Federn...
Narr auf der Weltbühne
"Ich glaube nämlich, Gott hat uns Apostel auf den letzten Platz gestellt, wie Todgeweihte;
denn wir sind zum Schauspiel geworden für die Welt, für Engel und Menschen.
Wir stehen als Toren da um Christi willen, ihr dagegen seid kluge Leute in Christus." (1 Kor 4, 9-10a)
24. Juli 2008
Nachrevolutionäres zu Humanae Vitae
Wohlan, wagen wir uns mit Zittern und Zagen an das Thema von morgen, jenes Thema, mit dem man sich nur lächerlich machen kann, drinnen wie draußen: 40 Jahre Humanae Vitae.
Eine Enzyklika aus einer anderen Zeit.
Wäre es auch anders gegangen damals, 1968? Oder war da das Kind schon ins Wasser gefallen und der 25. Juli 1968 nur der Moment, wo der ratlose Großpapa aus Rom rief: "Tut's nicht. Lasst es nicht fallen. Werft es nicht ins Wasser!" Nun, die partyline sagt uns: Ja, es wäre anders gegangen, Paul VI. hätte dem Mehrheitsvotum seiner Expertenkommission zustimmen und den katholischen Eheleuten künstliche Empfängnisverhütung erlauben können - so wie die Anglikaner schon 1930 in Lambeth und andere Konfessionen in der Folge.
Ich würde sagen: Ja, er hätte zustimmen können und dabei die lange Tradition über Bord geworfen. Geändert hätte es nichts. Er hat nichts aufgehalten; mit einer anderen Entscheidung wäre es genauso gelaufen.
Wie das so ist mit gesellschaftlichen Revolutionen: Erst sehen sie nur wenige kommen. Wenn sie vor der Tür steht, übersieht sie keiner. Danach ändert sich mehr als man sich vorstellenkonnte, bis sich am Ende keiner mehr vorstellen kann, wie es früher einmal gewesen ist, vor der großen Zeitenwende. Und auf die positiven Errungenschaften wollen wir alle nicht mehr verzichten. Ans Negative haben wir uns gewöhnt.
Erstaunlich finde ich dabei die Naivität, mit der man damals glaubte, es ginge nur um die Familienplanung in der Ehe. Paul VI. war in Nr. 17 seiner Enzyklika weniger naiv, sondern ganz realistisch: Folgen der Pillenfreigabe seien
1. die Einladung zu ehelicher Untreue,
2. allgemein niedrigere moralische Standards,
3. weniger Respekt der Männer vor den Frauen und
4. staatlicher Zwang zum Einsatz empfängnisverhütender Mittel.
(Kleine Pause zum Nachdenken)
Eine Stellvertreteranekdote aus dem Jahr 2007 - nicht zur moralischen Empörung, sondern nur, weil man "klar sehen" (I. Bachmann) muß: Der Junge aus einer gutkatholischen, stark kirchlich engagierten Familie wurde von seinen Eltern gefragt, ob er denn Frl. X seine Freundin sei. - "Wie kommt ihr denn darauf?" - "Ja, ihr hängt dauernd zusammen, übernachtet im selben Bett." - "Ja und?" - "Ja, schlaft ihr denn auch miteinander?" - "Jaaa." - "Und dann ist sie nicht deine Freundin?" - "Muß doch nicht. Es macht doch auch so Spaß miteinander zu schlafen."
Pastoraltheologen freuen sich an dieser Stelle immer über die hohen ethischen Maßstäbe junger Leute auf anderen Gebieten (et nos cum iis). Ein bißchen pfeifen wir dabei allerdings schon im Wald der moralfreien Sexualität, um uns selbst zu beruhigen. Und stimmen als Eltern, ob wir wollen oder nicht, Barack Obama zu: "I don't want [my daughters] punished with a baby."
Und dann die katholischen Eheleute. Die Scheidungsrate ist ein bißchen niedriger als bei den nicht-katholischen, die Kinderzahl etwas höher, wenn ich mir die letzten Statistiken richtig gemerkt habe. Neue kommen nur wenige nach: "In den Pfarrgemeinden sind Trauungen inzwischen zu seltenen Ereignissen geworden." (Katholische Kirche in Deutschland: Statistische Daten 2004)
Die katholische Kirche gibt, wie wir wissen, Positionen nicht auf, nur weil sie damit auf Widerstand, Unverständnis, Spott und Gelächter stößt. Dann hätten Paulus & Cie. gar nicht erst mit ihrer Mission anfangen brauchen. Sie gibt Positionen auch nicht deshalb auf, weil die Mehrzahl ihrer Gläubigen sich nicht drum schert. Dann müsste sie auch einiges andere aus den Zehn Geboten kürzen. ("Meine letzte Lüge war vor x Minuten.")
Ob sie dabei zum "Schauspiel für Engel und Menschen" (Paulus irgendwo) wird, in ihrer typischen und unübersehbaren Mischung von Verderbtheit, Mittelmäßigkeit und glühender Liebe, kümmert sie wenig. Zum Glück. Sonst gibt es ja nicht viel organisierten Widerstand gegen so manchen untergründigen Sog.
Wenn ich ein Gedicht schreiben könnte
dann müsste es die beiden alten Männer zeigen
Langsam schlurfenden Schritts
die Rampe hinauf
einer wie der andere
im grauen Anzug
der weite Hemdkragen um den
Faltenhals offen
hinaus zu den bunten Schirmen
und dem Akkordeon
Seemann laß das Träumen
Möchten Sie eine Schorle
oder doch einen Kaffee
Vor sich schiebt jeder
einen Rollstuhl
und darin mit leerem Blick
seine Frau
Drinnen im Zimmer das Bild
des Soldaten mit seiner Braut
Kein Krieg mehr
aber tapfer jede Minute
Wandernder Sog
"Fünfundvierzig. Es ist seltsam, wie wenig man sich verändert. Die Psychologen haben vollkommen unrecht mit der Pubertät. Die Pubertät verändert nichts. Heute morgen bin ich mit genau der gleichen kosmischen sexuell-religiösen Sehnsucht aufgewacht wie damals, als ich zehn Jahre alt war. Nichts verändert sich außer Nebensächlichkeiten: die Zehen kreisen und zeigen mehr Haut. Jedes Molekül im Körper ist ausgetauscht, aber man ist noch genau der gleiche.
Die Wissenschaftler haben unrecht: der Mensch ist nicht definiert durch seine eigenen Säfte, sondern er ist ein Strudel, ein wandernder Sog in seinen Säften." - Dixit Dr. Thomas More in Walker Percys Liebe in Ruinen (Frankfurt: Suhrkamp, 1980, S. 180)
Worauf die Neurowissenschaftler und Entwicklungspsychologen erwidern könnten: Das denkst Du Dir nur, Tom. Du erzählst Dich immer wieder, und mit jeder Erzählung veränderst Du Dich. Du baust neue Erfahrungen ein, stellst andere, ältere in den Hintergrund und schichtest dabei Deine Deine Autobiographie um. Zentrale Motive, bestimmte Farben Deines Ichs mögen gleich bleiben, wichtige sogar, aber andere ändern sich Dir unter der Hand, ohne daß Du es merkst. Du ziehst alles, was Dir begegnet, in Dich hinein, filterst, kombinierst, suchst passende Puzzlestückchen, dockst sie an an das, was Du schon in Dir hast, an das begonnene Puzzle, ersetzt manches, nimmst manches weg ohne Ersatz zu haben. Du bist nicht mehr genau der gleiche. Das Ich ist nicht der Kern, es ist die beständige Schale, deren Inhalt sich wandelt, sich immer weiter und immer wieder konstruiert. Du siehst Deinen Moment und Deine Erinnerung ist ein Teil dieses Deines Moments, doch wenn Du Dich über die Zeit hin sehen könntest: Du würdest nicht mehr leichthin sagen: Ich bin der gleiche wie vor 35 Jahren.
Und wieder Tom: Das mag alles stimmen, aber das meine ich nicht. Ich bin auf etwas gestoßen, I am on to something. Diese Sehnsucht, dieser Sog - das ist es. Hatte ich ihn nicht schon mit zehn oder zwölf, an jenen Sommerabenden, wo durchs offene Fenster der Lärm der Grillen drang, in der Nase noch der Chlorgeruch vom Schwimmbad, die vom Sonnenbrand rote Haut begann zu brennen, Gesichter, Satzfetzen wehten mir durch den Sinn? Ich war genau da und hier und jetzt, und doch woanders. Offenstehend, hinausragend nicht in kosmische Kälte, sondern in medias res, in die Mitte der Dinge. Erfüllt und doch dahinter ein Raum, der auf Erfüllung wartete, der sich mit jeder Erfüllung neu weitete?
22. Juli 2008
Grenzen unseres Wissens und ein Sommerrezept
TS zitiert und bedenkt den grandiosen Satz "A man knows even less about his reading habits than he does about his sex habits", während ich lieber die Rezeptur weitergebe, die der ungenannte Time-Redakteur für ein ungetrübtes, bildendes, erfreuliches, beeindruckendes Leseerlebnis empfiehlt:
"The secret of vacation reading, as of most other activities, lies in striking a felicitous balance between mental pleasure and intellectual profit. A formula that works for many readers is to blend: 1) a favorite book of verse, such as the love poems of John Donne, that can be dipped into at easy intervals; 2) a novelist read long ago, say an early Evelyn Waugh or a Graham Greene "entertainment"; 3) a meaty current novel—perhaps John Cheever's The Wapshot Scandal; 4) a sprinkling of suspense and frivolity; 5) a serious but unformidable history or biography, such as Lady Longford's Queen Victoria or Is Paris Burning?; 6) one tome they have no intention of opening, such as A History of the Jewish People; and 7) a book related to summer pastimes, such as Bill Robinson's Book of Expert Sailing or, for the compleater-than-thou angler, Walbaum's classic Life History of the Striped Bass (Roccus saxatilis)."
Auf Deutsch also:
1. ein Band gute Lyrik für zwischendurch (sagen wir also: Hopkins, Cummings, Frost)
2. einen nicht zu schweren Roman, den man vor langer Zeit einmal gelesen hat (Walker Percy vielleicht)
3. einen gehaltvollen, neueren Roman (Köhlmeiers Abendland z.B.)
4. ein Spritzer Spannung und Erotik (Are we Cathlick or what?)
5. etwas Historisches oder eine Biographie, aber lesbar bitte (Lützens GOttes-Biographie könnte man hier einschmuggeln)
6. einen umfangreichen Band, den man garantiert nicht aufschlagen wird (da kommt Finnegans Wehg zum Zuhg, klar)
7. ein Buch zu einem typischen Sommerhobby (Mortimer Adlers How To Read A Book - gibt's jetzt auch auf Deutsch bei 2001...)
Alas! Leider, leider zu spät, ich war ja schon.
Worst Case in der Jugendpastoral
Da wenden "deutsche Kapläne und Jugendpfarrer" Zeit, Energie und Kreativität auf, um "mühevoll" wenigstens ein bißchen "Gemeinschaftssinn" aufzubauen - und dann ist Weltjugendtag (den man leider, leider ja nicht verhindern konnte), wo der Papst die Kommunion gerne an Jugendliche "reichen" möchte, die knien und Mundkommunion - wie sagt man? Sagen wir also: praktizieren.
Alles, aber auch alles wieder hin. Bloß weil B16 die "Ehrfurcht wahren" möchte, die doch zuhause, vorher eher wie eine katholische Sekundärtugend gehandelt wurde - wir wissen ja, damit lässt sich auch eine vorkonziliare Kirche führen und so...
Shit.
Aber vielleicht sieht der Kölner Stadtanzeiger auch wieder mal alles zu schwarz. Mit vereinten Kräften wird das schon wieder. In zwei, drei Wochen sind sie resozialisiert, die Jungs und Mädels, und praktizieren widerspruchslos die "Riten" des "deutschen Gemeindelebens".
Alles katholische Dokumente
Wer Latein beherrscht, ist logischerweise klar im Vorteil. Erst aus neuerer Zeit gibt es einiges in Deutsch, Englisch, Italienisch oder Französisch. Vieles fehlt noch, doch die Schubladen sind schon eingehängt und warten auf Befüllung.
Wer hinter der Cooperatorum Veritatis Societas steckt, wird nicht ganz klar - das Material scheint wenigstens teilweise von EWTN zu kommen.
Kriegerische Franzosen und Gottesräuber
Stuart A. Kauffman: "Wir müssen das Wort Gott gebrauchen, denn meine Hoffnung ist es, daß wir ehrenhaft seine Aura stehlen, um die Heiligkeit der Kreativität in der Natur zu legitimieren." -- "We must use the God word, for my hope is to honorably steal its aura to authorize the sacredness of the creativity in nature." (zitiert nach der Besprechung seines Buches "Reinventing the Sacred" in: Science 2008; 320 (20 Jun 2008): 590)
21. Juli 2008
Geblendet, um zu sehen
in such a blinding light it struck me down,
with it's brilliance, took away my sight,
then the Man in White in gentle loving tone spoke to me,
and I was blinded so that I might see the Man in White.
Johnny Cash und Paulus - da gibt es den doppelten "Man in White":
Einmal seinen Song, elf Strophen und Refrain, auf der Sony-Compilation "God" und wohl auch sonstwo zu finden, und dann das Buch, ebenfalls aus den 80ern, ein Roman über den Apostel, der die sechs Jahre um seine Bekehrung herum darstellt. Da hat sich einer Gedanken gemacht und war vom eifernd-eifrigen Saulus beeindruckt - und vom Man in White nicht minder.
20. Juli 2008
The Greatest Entschleuniger of Them All
Gut, kann man sagen: Wenn er für den einen The Greatest Cowboy of Them All ist, warum soll er dann nicht für den anderen The Greatest Decelerator of Them All sein dürfen? Unterschied war bloß, daß ich den mit dem Cowboy im Auto gehört hatte, also unterwegs in die Messe, und der andere die Messe mit der Entschleunigung einleitete, die Jesus uns gebracht hat, damit sich jeder gleich auf Lesung und Evangelium einstellen konnte.
Und wo er schon dabei war, konnte er gleich das Kyrie entsprechend abschließen: "Der Herr erbarme sich unseres Mangels an Zeit und führe uns zum ewigen Leben." Novus Ordo, da kann man auch ändern, was einem der Geist eingibt, Hauptsache respektvoll, sag ich immer. Tagesgebet war auch anders, länger, quasi entschleunigt, weil da kann ruhig ein paar Worte mehr machen, wenn sie passen.
Ich aber, gespannt aufs Evangelium, war ja sechzehnter Sonntag A. Kam also Matthäus und das Unkraut, zusammen mit dem Feind, der sät, Teufel, klar, und der Ofen, wo die Verführer und Übeltäter knirschen und heulen. Alles entschleunigt, dachte ich mir, aber am Ende geht's rund. Echt ein challenge für die Predigt.
Hat er aber gut hingekriegt, jesuitisch könnt man fast sagen. Weil wenn der Matthäus hinschreibt: "Dies alles sagte Jesus der Menschenmenge durch Gleichnisse; er redete nur in Gleichnissen zu ihnen", meint er das so. Ist also ipsissima vox, kann man sagen. Heißt dann aber auch, daß das andere mit dem Menschensohn und Engeln und Kindern und natürlich auch Teufel und Hölle alles Erklärung vom Matthäus ist, nicht mit ipsissima mehr, Markus schreibt was anders und dann kann ich, wenn ich predige, auch interpretieren für euch. Würd ja sonst nicht in Rätseln reden, wenn wir uns nicht eine Lösung ausdenken sollten, oder?
Bloß kurz vorm Schluß bin ich zusammengezuckt. Sagt er: "Lasst uns noch einmal beten." Einmal. Hm. Ich jetzt zu mir: Doch schon apocalypse now, oder was? Kam aber doch nicht, war bloß das Schlußgebet.
Ich dann heim, weil die warteten schon mit der Wurst auf dem Tisch. Mich dann schleunigst gesetzt. Muß ich aber jetzt nicht beichten, oder?
R. S. Thomas: Still Point
world beneath cloud
foliage. In that world
a town. In the town
a house with a child,
who is blind, staring
over the edge of the universe
into the depths of love.
[Ruhepunkt
Im Universum eine
Welt unter einer Decke
von Wolken. In dieser Welt
eine Stadt. In der Stadt
ein Haus mit einem Kind,
das blind ist und blickt
über den Rand des Universums
in die Tiefen der Liebe.]
aus: R. S. Thomas: Collected Later Poems 1988 - 2000.- Highgreen: Bloodaxe, 2004, S. 215)
19. Juli 2008
Und dann war da noch...
Nun denn also, let's have Sister Marlene Redwing speak for herself:
Dearest in christ,
I greet you in the name of our Lord Jesus Christ our Lord, I am Mrs Marlene Redwing, from Kuwait I am married to Mr. William Redwing who worked with Kuwait embassy in Ivory Coast for nine years before he died in the year 2004.
We were married for eleven years without a child. He died after a brief illness that lasted for only four days.Before his death we were both born again Christian. Since his death I decided not to remarry or get a child outside my matrimonial home which the Bible is against.
When my late husband was alive he deposited the sum of US$1.5M One Million,Five hundred Thousand United States Dollar in a Bank in Abidjan Cote d'Ivoire West Africa. Presently, this money is still in bank.Recently, my Doctor told me that I would not last for the next Eight months due to cancer problem. The one that disturbs me most is my stroke sickness. Having known my condition I decided to donate this fund to a charity organization that will utilize this money the way I am going to instruct herein.
I want an organization that will use this fund for orphanages, school and church ,widows, propagating the word of God and to endeavor that the house of God is maintained. The Bible made us to understand that "Blessed is the hand that giveth".
I took this decision because I don't have any child that will inherit this money and my husband relatives are not Christians and I don't want my husband's efforts to be used by unbelievers. I don't want a situation where this money will be used in an ungodly way. This is why I am taking this decision. I am not afraid of death hence I know where I am going. I know that I am going to be in the bosom of the Lord.Exodus 14 VS 14 says that "the lord will fight my case and I shall hold my peace".
I don't need any telephone communication in this regard because of my health hence the presence of my husband's relatives around me always. I don't want them to know about this development.With God all things are possible. As soon as I receive your reply I shall give you the contact of the Bank in Abidjan Cote d'Ivoire west africa
I will also issue you an authority letter that will prove you the present beneficiary of this fund from kuwait federal High Court of Justice. I want you and the church to always pray for me because the lord is my shephard. My happiness is that I lived a life of a worthy Christian.
Whoever that Wants to serve the Lord must serve him in spirit and Truth. Please always be prayerful all through your life.Contact me on the this email (sistermarlenekn19@yahoo.co.th)
any delay in your reply will give me room in sourcing another church for this same purpose.
Please assure me that you will act accordingly as I Stated herein. Hoping to receive your reply.
Remain blessed in the LordTake care,
In Christ's Holy Love
Sister Marlene Redwing.
Naive is the hand that respondeth.
Transzendentales Obdach
Bibelstechen führte nicht weiter, die Heilung des Gelähmten am Teich Betesda fand kein Echo - also kann es ja wohl nicht GOttes Stimme gewesen sein, oder?
Erst heute morgen, im Auto sitzend und das Digipak der Johnny Cash-Compilation Life betrachtend, kam die Himmelsstimme, vermittelt durch Mr. Cash himself, der noch zu Lebzeiten für die Rückseite 2 Korinther 5, 1 (KJV) ausgewählt hatte:
"For we know that if our earthly house of this tabernacle were dissolved, we have a building of God, an house not made with hands, eternal in the heavens."
("Denn wir wissen: wenn unser irdisches Haus, diese Hütte, abgebrochen wird, so haben wir einen Bau, von Gott erbaut, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist im Himmel.")
17. Juli 2008
Und dann war da noch...
Es soll da "sehr erdig" zugehen, aber dafür gibt es auch "Raum für Fragen, Austausch und Tee und Kuchen".
Mitzubringen sind zusätzlich zu den üblichen Dingen (Kieselstein, Trinkwasser, Blume etc.) ein "Ausgleich für dieses erlebnisreiche Wochenende" von € 130.
Eigentlich noch günstig, wenn man's recht bedenkt.
Kath Fu-Fighter
"Im Mittelpunkt steht die Figur des jungen Mönches Lasko(Mathis Landwehr), der auch Meister traditioneller Kampfkünste ist. Er greift ein, wenn alle anderen zögern. Für ihn zählt allein die Nächstenliebe und das christliche Gebot. Lasko hilft Bedrohten und Bedrängten. Er nimmt die Nöte seiner Nächsten an. Lasko riskiert eigene Verletzungen und mit seinem Glauben in Konflikt zu kommen. Er hilft vorbehaltlos und gibt Hoffnung." (PresseEcho)
Better emails = more moneys
Die im November 2003 stattgehabte 3rd Annual NigerianEMail Conference - ein herrliches Stück Parodie, wie ich finde.
In Erwartung des Engels
Die Tagespost hat es jedenfalls pünktlich getan und lässt ihn auch selbst zu Wort kommen:
"Gott begehrt sein Geschöpf mit einem Verlangen, das wir uns nicht vorstellen können, ohne zu Staub zermalmt zu werden. Darum hat er dieses Verlangen in der Tiefe des sanften, leidenden Herzens Jesu Christi verborgen."
In Bayern2Radio würdigte ihn Georg Denzler; mp3 hier . Obwohl andernorts der condottiere schon seine Vorbehalte gegenüber der/einer BR-Kirchenredaktion ausgedrückt hat, scheint mir diese Sendung eine gelungene Hinführung zum Menschen, Schriftsteller und Christen Bernanos.
Die in beiden Würdigungen erwähnte Zeichnung von Bernanos sieht übrigens so aus:

Das Französisch kann ich nicht recht entziffern ("priere à l'ange ... jouer fort... le défunt ... oreille") - auf Deutsch heißt es (laut der rowohlts monographie von Albert Béguin):
„Der Engel des Jüngsten Gerichtes wird gebeten, die Posaune kräftig zu blasen. Der Verstorbene ist schwerhörig.“






