19. Juni 2005

Dienende Kirche

"Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts" - so Vorzeige-Rebell Jacques Gaillot.

Die FAZ berichtet von einem weiteren interessanten Beispiel der Dienstbarmachung (vulgo "Funktionalisierung") des Christentums: Reuters zieht von der Fleet Street nach Canary Wharf und veranstaltet vorher einen Dankgottesdienst - mit Rupert Murdoch als Lektor von Jesus Sirach.

3 Kommentare:

Ralf hat gesagt…

Hm.

Den Spruch der dienenden Kirche, den ich zuerst in einer Biographie von Boff las - früher habe dessen Vater ihn verwendet, finde ich eigentlich sehr gut. Er wird leider funktionalisiert, denn Dienstbarmachung ist etwas ganz anderes als dienen.

Womit dient die Kirche dem Menschen? Ich denke, vielleicht anders als Bischof Gaillot, sie dient dem Menschen am ehesten mit der Verkündigung der geoffenbarten Wahrheit. Das Reich Gottes gibt es nur zu einem hohen Preis, dem Tod des alten Lebens.

Aber das macht den Spruch nicht schlecht, denn er ist wahr.

Scipio hat gesagt…

Der Spruch ist wahr, aber eben durchaus flexibel anwendbar und von denen, die ihn in der Regel auf deutsch zitieren, so verwendet, daß er mit anderen, ebenso wahren, nicht mehr zusammengeht, z.B. dem, daß die Kirche nur GOtt dient, oder dem, daß die Kirche den Menschen dient, insoweit sie Ebenbilder GOttes und durch Jesum Erlöste sind.

dodokref hat gesagt…

Das mit dem Dienen ist so eine Sache. Es ist auch schön, wenn Liturgie ein heiliges Spiel ist, dass Freude macht, ohne gleich Zwecken unterworfen zu werden. Es ist schön, gute Musik zu hören, Worten zu lauschen, die das Herz erreichen, einen großzügigen Raum zu betreten, der zum Staunen und betrachten einläd oder einfach in Stille zu verweilen. Dient das etwa zu nichts?
Für manchen mag es so sein. Für mich ist das erfüllte Zeit und manchesmal eine glückliche Stunde.