13. Juli 2007

Glück - aber wo ist es?

"Where is the source of your happiness? Look within yourself." (Die "Do something"-Aufforderung der Erie-Benediktinerinnen.)

"Und wenn du mich fragst: 'Soll ich jenen dort aufwecken oder ihn schlafen lassen, damit er glücklich sei', so würde ich dir antworten, daß ich nichts über das Glück weiß. Aber würdest du deinen Freund schlafen lassen, wenn ein Nordlicht am Himmel stünde? Keiner darf schlafen, wenn er es kennenlernen kann. Und gewiß liebt jeder seinen Schlaf und wälzt sich wohlich darin; du aber entreiße ihn seinem Glück und wirf ihn hinaus, damit er werde." (Antoine de Saint-Exupéry: Die Stadt in der Wüste, Abschnitt 49)

"Nicht ganz und gar erfunden"

"Aufregend und überraschend" sei es, sagt Michael Jursa von der Universität Wien, zu sehen, daß eine in der Bibel erwähnte Figur eine ganz normale Goldspende an den Tempel von Babylon macht, an einem genau bestimmten Tag. Jursa identifizierte den auf einer (Ton?)Tafel im British Museum erwähnten Einzahler.

Es handelt sich um Nebu-Sarsekim, einen der in Jeremia 39 erwähnten Hauptleute von Nebukadnezar, des Königs von Babel, der im neunten Tag des vierten Monats des elften Jahrs der Herrschaft von Zedekia, des Königs von Juda, Jerusalem eroberte.

Mehr hier. Mit herzlichem Dank und Gruß an Blogleser R.M.

11. Juli 2007

Lesen!

Ganz normal und unmodern katholisch, bitte.

Dieses Posting von elein hat mich gefreut und berührt - weil es mir seit einigen Jahren und immer stärker genau so geht: Obwohl ich wohl eher zu der Generation ihrer Eltern gehöre, zu den Leuten, die vor 15, 20 Jahren gutmeinend und gutwillig auch mehr Abwechslung ins religiöse Leben ihrer Kinder bringen wollten. Weil mir damals nicht klar war, was ich jetzt sehe.

Hatte ich den Text [pdf]von Esther Maria Stallmann schon erwähnt? Passt auch dazu.

10. Juli 2007

Harte Zeiten für Hinführer

Nicht daß das oder das irgendwie ernsthaft überraschen würde, noch weniger das, was demnächst hier zu lesen sein wird. Aber bei diesem Satz bin ich dann schon hängen geblieben:
"Die erneute katholische Stellungnahme der Glaubenskongregation mag besonders in ihrer Knappheit und Dichte hart erscheinen, aber sie lässt grundlegend Raum, die anderen Kirchen nicht nur moralisch, sondern theologisch als Kirchen zu achten." (Q)
In einem strohtrockenen, fast nur referierenden "Statement", das sich jeder Wertung - positiv wie negativ - enthält, fällt er umso mehr auf - gerade weil er die von Rom getrennten christlichen Gemeinschaften einfachhin, im landläufigen Sinne, unterschiedslos als "Kirchen" zusammenfasst. Denn nicht um die moralische oder theologische Achtung geht es der Glaubenskongregation, sondern um die Frage, ob man sie im Sinne des katholischen Glaubens (und wohl auch der dazu gehörigen Theologie) als "Kirchen" verstehen kann.

Ist es nicht gerade dieses undifferenzierte Reden von Kirchen, Bischöf/inn/en, Ämtern etc., das in den Köpfen der Normalgläubigen jene ökumenische Wurstigkeit schafft, die dann auch nicht mehr hinhören will und kann, wenn einmal genau hingeschaut und unterschieden wird - und die dann als vox populi die quasi-vox-et-voluntas Dei oecumenica sein darf?

(Aber vielleicht sollten wir ehrlich dankbar sein, daß kardinaler Dissens hier nicht öffentlich gemacht wird? Ja, vielleicht.)
Raus-, hin- und reingezogen

Aus gegebenem Anlaß ein Zitat - die 18. Fußnote des "Kommentars" zu den heutigen "Antworten auf Fragen":
"Die Vereinigung mit Christus ist zugleich eine Vereinigung mit allen anderen, denen er sich schenkt. Ich kann Christus nicht allein für mich haben, ich kann ihm zugehören nur in der Gemeinschaft mit allen, die die Seinigen geworden sind oder werden sollen. Die Kommunion zieht mich aus mir heraus zu ihm hin und damit zugleich in die Einheit mit allen Christen."
Wobei das - ich weiß sehr wohl! - nicht nur ein ekklesiologische Aussage ist, sondern eine, die den Kern unseres, meines Christseins betrifft.

Autor: der übliche Verdächtige - der HErr segne ihn.
Die alleinsubsistierende Kirche

Antworten auf Fragen zu einigen Aspekten bzgl. der Lehre über die Kirche gibt die Glaubenskongregation mit Billigung des Heiligen Vaters.

9. Juli 2007

Gedanken zu "Summorum Pontificum"

Über "Summorum Pontificum" wird momentan viel Schlaues geschrieben, dazu von viel berufeneren Leuten als mir. Aber ein paar Anmerkungen gestatte ich mir doch:
  • Mit den ersten beiden Worten schon stellt der Papst die Kontinuität her, bindet sein Schreiben zur Gebrauch des Missale von 1962 ein in die päpstliche "Sorge" um den würdigen Kult - "Hermeneutik der Kontinuität" statt einer des "Bruches", des Abbruches, des Abreißens der Tradition.
  • Tradition geht nicht nur rückwärts, in die Vergangenheit, zum Ursprung, sondern auch in die Zukunft, nach vorne. Für mich klingt dieses Motiv mit an, seit ich den ersten Absatz las. Wie wird es weitergehen? Nicht kurzfristig im Sinne einer "Reform der Reform" des Usus Pauli VI. zum Beispiel, sondern langfristig? Liturgie leistet nicht nur die Rückbindung an die Kirchengeschichte und die Geschichte ihres Ursprungs im Mysterium Paschale, den Drei Tagen von Jesu Leiden und Auferstehen, sondern auch ihre Kontinuität, ihr Ausstrecken nach vorne, hin zum HErrn, der kommen wird, den wir in jeder Heiligen Messe als Kommenden feiern. Warum nicht annehmen, daß der Papst sein Schreiben, guter Theologe, der er ist, in diesem Horizont weiß - nicht beschreibend, sondern handelnd, Weichen stellend. Die "Kirche Christi" soll "der Göttlichen Majestät" den "würdigen Kult" nicht nur heute, morgen, übermorgen darbringen, sondern auch noch in 200 oder 2000 Jahren.
  • Liturgie als Kultur prägende Kraft - daß der Papst ein Thema kurz antippt, das Verfechter der "alten Messe" immer wieder für ihre Sache ins Feld geführt haben, zeigt, daß für ihn Liturgie durchaus eine gesellschaftliche Dimension hat - nicht im Sinn einer politischen Aktivierung und sozialreformerischen Mobilisierung, sondern über die Stärkung des geistlichen Lebens, das Hervorbringen von Heiligen, die Gestaltung der Gottesbeziehung "so viele(r) Völker".
  • Die Anpassung des Gottesdienstes an die "Erfordernisse der Zeit" - was vielen unserer liturgischen Kreativlinge als Begründung für alles Mögliche diente und dient, wird vom Papst hier ohne Problem als Hauptanliegen des 2. Vatikanischen Konzils aufgegriffen und mit dem Begriffspaar "gebotene Achtsamkeit und Ehrfurcht" spezifiziert. Er resümiert die positive und bereitwillige Rezeption der "neuen Messe", ohne ihre Mängel zu erwähnen, der er an anderer Stelle durchaus klar benannt hat: Offensichtlich geht es ihm darum, diesen gewöhnlichen, normalen "Usus" der katholischen Messe in seiner grundsätzlichen "Würde und Harmonie" wahrzunehmen und vorzustellen. Die "Reform der Reform" kann warten - und kommt von allein, wenn "sich beide Formen des Usus des Ritus Romanus gegenseitig befruchten".
  • Im Motu Proprio erwähnt der Papst vor allem jene Gläubigen, die von der "alten Messe" in ihre(r) Kultur und ihre(m) Geist" geprägt wurden. Man könnte bei oberflächlicher Sicht meinen, es handele sich dabei um eine aussterbende Rasse und um eine Frage der Zeit, bis sich der alte "Usus" von alleine erledigt hat. In seinem Begleitbrief erwähnt der Papst explizit "die jungen Menschen", die "diese liturgische Form entdecken, sich von ihr angezogen fühlen und hier eine ihnen besonders gemäße Form der Begegnung mit dem Mysterium der heiligen Eucharistie finden".
  • Die Einheit des römischen Ritus in seinen zwei Anwendungsformen, in seinen zweierlei Arten des "Usus" - der Papst betont diese Einheit immer wieder, nicht umsonst: Denn ansonsten wäre der neue "Usus" ohne Wurzeln, ein neu geschaffener Ritus - und die Schismatiker hätten recht. Nur wer den alten und den neuen Usus gleichermaßen anerkennt, ist katholisch. Das verlangt einiges von beiden Seiten, von denen, die den alten "Usus" lieben wie von denen, die den neuen "Usus" als das Gelbe des liturgischen Eis sehen. Da wird Gebet nötig sein, denke ich...
  • Die 12 Artikel geben den liturgischen Kasuisten einiges zum Kauen - auch hier müssen wir hoffen und selber alles tun, daß in ihrer Anwendung der Geist von "Summorum Pontificum" (wie ihn das Begleitschreiben explizit macht) nicht verfälscht wird, von den einen wie den andern. Man kann die falschen Zwischentöne schon hören, von den einen wie den andern, den geweihten wie den ungeweihten. Reibungslos wird wohl nicht viel gehen - und doch geht es um "innere Versöhnung in der Kirche", um die "volle communio", der alle und vor allem die Bischöfe als die lokalen Garanten der liturgischen Ordnung mit "Liebe und pastorale(r) Klugheit" zu dienen habben.
So viel einmal für jetzt.

Wieder einmal sollte die ganze Kirche dem HErrn für diesen Papst danken, für seine Festigkeit, seine "pastorale Klugheit", seine Fähigkeit, Brücken zu bauen, seine klare Sicht der Lage und seinen Mut, auch unerwartete und riskante Schritte zu gehen - im Vertrauen auf den verheißenen Advokat, den Beistand, den GEist. Und vor allem sollten wir ihn in diesem Einsatz nicht allein lassen.
Ferien und sonstige Geschenke

"Die Ferienzeit ist ein Geschenk Gottes", so unser Summus Pontifex, diesmal ganz irdisch, und vergaß auch die anderen nicht, die "durchmachen" müssen:
"Denen, die die Arbeit nicht unterbrechen können – ich denke vor allem an die mit der Ernte beschäftigten Landwirte –, wünsche ich, dass sie in den Genuss der Früchte ihrer Mühen kommen können. Auch sie mögen bei dieser Arbeit einige Zeit des Ausruhens und der Freude haben."
(Unsere Familienlegende, der in diesem Fall zu trauen ist, erzählt, daß meine Großmutter morgens heiratete und mittags mit ihrer Familie wieder aufs Feld zur Ernte zog. Was der Großvater in dieser Zeit machte, ist nicht bekannt. Aber ich hoffe doch, daß er sich über das "Geschenk Gottes" freute, das die Tochter des Bürgermeisters von H. für ihn war, und daß beide jetzt die "Früchte ihrer Mühen" ernten können, zusammen mit denjenigen ihrer Kinder, die der HErr auch schon in die himmlische Großfamilie geholt hat, wie wir hoffen.)
Überläufer

Am 7. Juli verbrachte ich den Tag eifrig Kisten und Möbel schleppend in München und meine Gedanken waren bei allem anderen eher als bei "Summorum Pontificum", was ich grundsätzlich für ein Zeichen seelischer Gesundheit halte.

Erst abends, nach getanem Umzug konnte ich einen schnellen Blick in die Süddeutsche Zeitung zu werfen, wo unser Papst mit seinem Begleitbrief schon abgedruckt stand und wo Alexander Kissler die "Post aus Rom" auf ihrem geschichtlichen Hintergrund begrüßte. Am meisten prägte sich aber der letzte Satz der Antwort ein, die Wilfried Stroh, seiner Konfession nach Protestant und Autor des Buches "Latein ist tot, es lebe Latein", auf die Frage gab: "Warum ist Latein so wichtig für die Kirche?" ein:
"... meque promitto etam saepius quam antea catholicas missas aditurum esse - sive ut speculatorem sive ut transfugam -
... verspreche, dass ich selber noch öfter als früher die katholische Messe besuchen werde - als Spion oder als Überläufer."

6. Juli 2007

Berichterstattung

Daniel Deckers zweimal in der FAZ anläßlich des MP777:

Heiliges Spiel
Brückenbauer Benedikt

Im Windschatten

Nach dem 7. Juli kommt der 10. Juli, und damit das Schreiben "Ecclesia subsistens":

Zenit: "Am Dienstag der nächsten Woche wird die Kongregation für die Glaubenslehre ein wichtiges Dokument über das Wesen der Kirche veröffentlichen. Mit diesem Schreiben wird die Einzigartigkeit der katholischen Kirche bestimmt und in ihrem Sinn und Inhalt ausgeführt. Gleichzeitig kommt es zu einer Erklärung des Verhältnisses der katholischen Kirche zu den orthodoxen Ostkirchen und den protestantischen kirchlichen Gemeinschaften. Die Gemeinschaft der katholischen Kirche mit der orthodoxen Kirche sei durch die ununterbrochene apostolische Sukzession gewährleistet; gleichzeitig aber fehlt zur vollen Einheit der Bezug der Ostkirchen zum Nachfolger Petri. Die protestantischen Gemeinschaften hingegen könnten nicht als Kirchen im eigentlichen Sinn bezeichnet werden.

Ausgangspunkt der Arbeit der Glaubenskongregation waren die über viele Jahre hinweg eingegangenen Nachfragen zu einem Kernpunkt der dogmatischen Konstitution Lumen Gentium. In der Nummer 8 der Konstitution über die Kirche ist in der deutschen Fassung zu lesen: 'Dies ist die einzige Kirche Christi, die wir im Glaubensbekenntnis als die eine, heilige, katholische und apostolische bekennen (12). Sie zu weiden, hat unser Erlöser nach seiner Auferstehung dem Petrus übertragen (Joh 21,17), ihm und den übrigen Aposteln hat er ihre Ausbreitung und Leitung anvertraut (vgl. Mt 28,18 ff), für immer hat er sie als ‚Säule und Feste der Wahrheit‘ errichtet (1 Tim 3,15). Diese Kirche, in dieser Welt als Gesellschaft verfasst und geordnet, ist verwirklicht in der katholischen Kirche, die vom Nachfolger Petri und von den Bischöfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird (13). Das schließt nicht aus, dass außerhalb ihres Gefüges vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden sind, die als der Kirche Christi eigene Gaben auf die katholische Einheit hindrängen.'

Die Frage, die Theologen seit 40 Jahren beschäftigt und von deren Beantwortung die Methode der Ökumene abhängt, ist, was es bedeutet, dass diese Kirche 'verwirklicht ist in der katholischen Kirche'. Der lateinische Urtext lautet: 'Haec Ecclesia … subsistit in Ecclesia catholica' – die Kirche 'subsistiert' in der katholischen Kirche."

Motu-Hype

Und zum Summorum Pontificum-Blog war es auch nur eine Frage der Zeit: http://www.summorumpontificum.net/.

Stell Dir vor, es heißt doch noch anders...

Aus unserer Reihe Positivissima

Neben Buddy Miller (s.u.) eine weitere Empfehlung: Robert Spaemanns neues Buch "Das unsterbliche Gerücht" versammelt eine Reihe kürzerer Beiträge zur Lage, Funktion und Begründung von Religion, speziell der christlich-katholischen, und zu theologischen Themen (Erbsünde, Sinn des Leidens). Im ersten, eher fachphilosophischen Teil, brauchte es Konzentration und Anstrengung, während es dem Ende zu etwas leichter und durchaus - im positiven Sinn - erbaulich wird. Ein Interview mit David Seeber von der Herder-Korrespondenz bildet so etwas wie einen leicht humoristischen Abschluß, wenn sich Spaemann gegen den Vorwurf von Pessimismus und Dualismus (hie schlechte Welt, dort gute Christen) verteidigt und genüßlich (stelle ich mir vor) Johannes, Paulus und Jesus zitiert: "Nennen Sie es ruhig Dualismus, Pessimismus, wie Sie wollen - aber dann müssen Sie sehen, was sie mit Jesus, Johannes, Paulus ... machen."

Link: Im Klett-Cotta-Blog drei MP3-Dateien aus einem Gespräch von Michael Klett mit Robert Spaemann im Stuttgarter Literaturhaus von Anfang Mai.

Ihr wisst nicht den Tag...

"Some say the world will end in fire,
some say: in ice" (Robert Frost)

An einem Morgen wie diesem gibt es noch die dritte Fraktion, für die die Welt in Unmengen von Wasser ertrinken wird. Auf der A3 unterwegs, mit 30 Meter Sicht nach vorne, stellte ich mir vor, wie hinter mir die Wasser steigen und jenes untrügliche Zeichen der baldigen Apokalypse, die B__D-Zeitung auf der Bäckertheke, erfassen und mit einem leichten Schwappen davontragen.

Passenderweise hatte ich gerade Buddy Millers sensationelles Album "Universal United House of Prayer" im Player und war bei "Shelter Me" angekommen. Da ging es mir schon viel besser - denn einen Vorgeschmack der Apokalpyse allein im Auto zu erleben, ist ziemlich übel, geschweige denn "the real thing", wenn es zu meinen Lebzeiten einmal so weit wäre.

Tagestipp also für alle Leser: Eine passende CD im Auto haben, z.B. eben Buddy Buddys "House of Prayer". Und die restliche Vorbereitung auf den Jüngsten Tag (Keep your soul trimmed and burning...) nicht vernächlassigen. Klar.
the earth can shake the sky come down
the mountains all fall to the ground
but i will fear none of these things
shelter me lord underneath your wings

dark waters rise and thunders pound
the wheels of war are going round
and all the walls are crumbling
shelter me lord underneath your wings

(shelter me lord)
hide me underneath you wings
hide me deep inside your heart
in your refuge - cover me
the world can shake
but lord i'm making you my hiding place

the wind can blow the rain can pour
the deluge breaks the tempest roars
but in the storm my spirit sings
(when you) shelter me lord underneath your wings

(shelter me lord)
hide me underneath you wings
hide me deep inside your heart
in your refuge - cover me
the world can shake
but lord i'm making you my hiding place

now on the day you call for me
someday when time - no more shall be
i'll say oh death where is your sting
you shelter me lord underneath your wings

4. Juli 2007

Summorum Pontificum

Motu proprio-mäßig war ich in den letzten Tagen ein wenig stiller als in der Zeit vorher, denn 1. hatte es der Rest der Welt incl. großen Medien und der breiten kirchlichen Öffentlichkeit auch gemerkt, daß sich da was vorbereitet, 2. macht das Bloggen über ein Thema nicht mehr so viel Spaß, wenn jeder drüber schreibt und 3. hatte ich genug zu tun - zu viel, um die verschiedenen Gerüchte, Nachrichten, Berichte mitzuverfolgen.

Aber heute verlinke ich doch mal auf Rorate Caeli, wo unter Berufung auf eine italienische Agentur der vermutete MP-Titel genannt wird: Summorum Pontificum.

Wäre ein durchaus Ratzingerscher Titel: Kontinuität statt Diskontinuität.

Wir werden sehen.

Gut gegeben

"Schon Talleyrand mußte sich Überlegungen eines Zeitgenossen anhören, der über die Gründung einer zeitgemäßen, den Bedürfnissen der Gesellschaft angepaßten Religion des höchsten Wesens räsonierte. Talleyrand antwortete: 'Es gab einen bekannten Religionsstifter. Er predigte wenige Jahre, ließ sich kreuzigen und stand am dritten Tage wieder auf. Sie sollten etwas dieser Art zu tun versuchen.'" (Robert Spaemann: Das unsterbliche Gerücht.- Stuttgart: Klett-Cotta, 2007, S. 120)

3. Juli 2007

Fremd in der Heimat

"In der Kirche ist keiner ein Fremder." So BXVI in seinem Brief an die Katholiken an China (Nr. 5).

Ja, eigentlich und wirklich schon. Aber nicht immer fühlt man das auch. Denn genauso gibt es die Entfremdung von einer konkreten Gemeinde, in der sich die Kirche verwirklicht. - Dann ist in ihr für mich, für uns alle immer noch alles und mehr als alles da, als wir ersehnen und brauchen. Aber es gelingt einem nicht, mit den anderen "ein Herz und eine Seele" zu sein.

Man gehört dazu, vielleicht schon lange. Aber die Sprache, die gesprochen wird, die Träume, die geträumt , die Ziele, die verfolgt werden, sind nicht die meinen. Man versteht alles, man hat sich ja an die Sprache gewöhnt - aber es ist nicht mehr die eigene.

Man könnte nicht sagen, woran es liegt. Keine Erinnerung an die Weggabelung, wo der eigene Pfad abgezweigt ist - aber plötzlich findet man sich abseits. Der große Tross marschiert ein Stück weiter drüben. Die Stimmen hört man, sie sind vertraut, gehören zu Gesichtern, zu Lebensgeschichten, zur eigenen Lebensgeschichte sogar - aber es ist, als ob sie eine fremde Sprache sprächen.

Fremd in der eigenen Kirche - im Wissen, nicht stehen bleiben zu können, nicht hinter die eigenen Erkenntnisse, Erfahrungen zurück zu können. Erkenntnisse, die immer mehr in die Mitte des Glaubens, ins Herz der Kirche zu führen scheinen. An jenen Ort, wo sich alles entscheidet: jenen Ort, an dem Nazareth, Betlehem, Gethsemani, Golgota, Emmaus zusammenfallen.

1. Juli 2007

Feedback

"You're holding our group together".

A "katholischer Blogger" does want more, but not necessarily while blogging. There's life outside the blogocesis.

Schwellenpastoral

Ein Ökumenischer Wortgottesdienst vor der Zeugnisüberreichung an Abiturientinnen und dem anschließenden Abi-Ball soll natürlich nicht nur nostalgisch auf die letzten 9 Jahre Gymnasium zurückblicken, sondern wird fast unvermeidlich Mut machen wollen auf die neue Lebensphase der jungen Frauen.

Und doch.

Allzu gerne hätte ich gewusst, ob sich bei der zweiten Strophe von "Herr, Deine Liebe"
Wir wollen Freiheit, um uns selbst zu finden,
Freiheit, aus der man etwas machen kann.
Freiheit, die auch noch offen ist für Träume,
wo Baum und Blume Wurzel schlagen kann.
noch jemand im Kirchenraum von St. Peter und Paul umsah und dabei über die Freiheit einiger dort abgebildeter Personen meditierte, z.B. über den hl. Bruder Konrad, den Pförtnerbruder von Altötting (41 Jahre an der Pforte!), über den hl. Sebastian an seiner Säule (die Pfeile konnte ich aus der Ferne nicht zählen), dann natürlich über den hl. Petrus kopfunter am Kreuz, geführt, wohin er nicht wollte - und die allerheiligste Jungfrau mit dem toten Sohn im Schoß.

"Ich hab mich gebunden in Freiheit an dich - dies ist ein Bündnis, nicht nur für mich." (Wilhelm Willms) Und manchmal nimmt ER's ernst, dieses Bündnis. Und wer es nicht eingeht, ist auch nicht vor ernstgenommener Freiheit sicher. Das wissen auch 19jährige Mädchen, mit ihrem Drang zu heftigen Emotionen, Magersucht, vielleicht in kaputten oder zerteilten Familien lebend, mit Zukunftsängsten und Liebeskummer. Und das vergessen sie auch nicht in den 60 rosaroten Minuten eines Wortgottesdienstes, wenn sie und wir alle von Selbstverwirklichung träumen dürfen.

What goes up, must come down. Heute morgen wird die Halle aufgeräumt.