Kein kiss&tell
Die Memoiren des Papstes erscheinen am 8. März, schreibt die Welt. Aber wenn ich richtig mitgezählt habe, wird das eher der dritte Band sein.
23. Januar 2005
Ohne Fragezeichen
Wenn eine Lokalzeitung wie die meine eine ganze Seite ihrer Wochenendbeilage christlicher Rock-, Pop- and Americana-Musik widmet, ist das erst einmal erfreulich, dann aber auch sehr aufschlußreich. Denn es sind die nebenbei fallenden Bemerkungen, die einiges über den Status des Christentums bei den schreibenden unter seinen Betrachtern verraten. (Der Text ist aktuell im Web zugänglich.)
Unser Redakteur reißt in zwei Sätzen die Neuentdeckung von Religion durch Rock-etc.-Stars an und empfiehlt anschließend die auch in diesem Blogs schon erwähnten CDs von Buddy Miller ("Universal united house of prayer"), Ben Harper & The Blind Boys of Alabama ("There will be a light"), Alison Krauss And The Union Station ("Lonely runs both ways") sowie "Consider the birds" von David Eugene Edwards alias Wovenhand. So weit, so gut.
Nun sind ja weder für AKUS und Ben Harper die religiösen Pfade neu, auch wenn es im Artikel so klingt:
Alison Krauss hat sich schon vor Jahren einen Traum erfüllt und mit der Cox Family ein ganzes, wunderschönes Gospelalbum aufgenommen; ihre Band Union Station hat mit Ron Block einen bekennenden Christen am Banjo; und Gitarrist Dan Tyminski kam auf seinem Solo-Album wie die meisten Bluegrasser ebenfalls nicht ohne Gospelsongs aus. Ben Harper wiederum wandelte bekanntermaßen des öfteren mit den Blind Boys in Gospelland umher.
Was aber sagt uns ein Satz wie:
Wenn aber in dieser Sicht Religion kein kommunizierbarer und kommunikationswürdiger "Inhalt" mehr ist, dann bleibt anscheinend als Grund ihres plötzlichen Auftauchens in der U-Musik nur noch, daß sie als Vokabular für die Entschlüsselung und Übersetzung innerseelischer Erfahrungen herangezogen wird. Bist du verliebt: "O Jesus, how great to be in love!" Verlassen vom Partner - "Nobody knows the trouble I've seen." Zu spät dran - "We're gonna make it to the church on time"(B. Harper).
Im Arsenal der Religion finden sich Melodien und Worte für jede Stimmung - Worte, die sich nicht auf eine - für den Gläubigen - objektive Realität beziehen, sondern frei benutzbar sind für die Referenz auf: mich, den Musiker, oder mich, den Zuhörer.
Was stört mich noch? Natürlich ein Ausdruck wie:
Zwei kleine Sätze nur - nebenhin gesprochen und damit Teil des beim Leser Vorausgesetzten, des vom Schreiber und seinem Idealleser nicht weiter Hinterfragten. Teil des Bildes von Religion in der deutschen Öffentlichkeit 2005. Wirklichkeitsfilter, gegen den christliche Musiker und Sänger wahrscheinlich eher vergebens ansingen - denn ihre Botschaft wird beim Empfänger neutralisiert. Die Fragezeichen werden genauso herauskorrigiert wie die Ausrufezeichen. Und übrig bleiben die Gefühle.
Wenn eine Lokalzeitung wie die meine eine ganze Seite ihrer Wochenendbeilage christlicher Rock-, Pop- and Americana-Musik widmet, ist das erst einmal erfreulich, dann aber auch sehr aufschlußreich. Denn es sind die nebenbei fallenden Bemerkungen, die einiges über den Status des Christentums bei den schreibenden unter seinen Betrachtern verraten. (Der Text ist aktuell im Web zugänglich.)
Unser Redakteur reißt in zwei Sätzen die Neuentdeckung von Religion durch Rock-etc.-Stars an und empfiehlt anschließend die auch in diesem Blogs schon erwähnten CDs von Buddy Miller ("Universal united house of prayer"), Ben Harper & The Blind Boys of Alabama ("There will be a light"), Alison Krauss And The Union Station ("Lonely runs both ways") sowie "Consider the birds" von David Eugene Edwards alias Wovenhand. So weit, so gut.
Nun sind ja weder für AKUS und Ben Harper die religiösen Pfade neu, auch wenn es im Artikel so klingt:
Alison Krauss hat sich schon vor Jahren einen Traum erfüllt und mit der Cox Family ein ganzes, wunderschönes Gospelalbum aufgenommen; ihre Band Union Station hat mit Ron Block einen bekennenden Christen am Banjo; und Gitarrist Dan Tyminski kam auf seinem Solo-Album wie die meisten Bluegrasser ebenfalls nicht ohne Gospelsongs aus. Ben Harper wiederum wandelte bekanntermaßen des öfteren mit den Blind Boys in Gospelland umher.
Was aber sagt uns ein Satz wie:
"Dabei entdecken Rockmusiker tatsächlich Religion - und nutzen sie als Ausdrucksmöglichkeit für Gefühle."Rockmusiker mögen tatsächlich Religion entdecken, aber bestimmt nicht als optimale Ausdrucksmöglichkeit ihres sonstigen Gefühllebens. Daß mit Religion, mit christlicher Religion zumal, eine neue Dimension von Wirklichkeit ins eigene Leben tritt, daß - zumindest die christliche - Religion mit dem Anspruch daherkommt, der Alltagswirklichkeit ihren eigentlichen Kontext zu geben - anscheinend kein Faktor für einen deutschen Durchschnittsjournalisten. Daß die Erfahrung dieser neuen, umfassenden Wirklichkeit - auch GOtt genannt - zu ihrem eigenen Ausdruck drängt, zur Weitergabe als schlichtes Zeugnis oder als missionarisches Bekenntnis - unvorstellbar. Daß diese neuentdeckte Wirklichkeit sogar der vorhandenen Gefühlswelt ihren Platz zuweist, sie in Dienst nimmt, sie je nachdem bestätigt, zügelt, beseelt, umleitet, neu ausrichtet - unbekannt.
Wenn aber in dieser Sicht Religion kein kommunizierbarer und kommunikationswürdiger "Inhalt" mehr ist, dann bleibt anscheinend als Grund ihres plötzlichen Auftauchens in der U-Musik nur noch, daß sie als Vokabular für die Entschlüsselung und Übersetzung innerseelischer Erfahrungen herangezogen wird. Bist du verliebt: "O Jesus, how great to be in love!" Verlassen vom Partner - "Nobody knows the trouble I've seen." Zu spät dran - "We're gonna make it to the church on time"(B. Harper).
Im Arsenal der Religion finden sich Melodien und Worte für jede Stimmung - Worte, die sich nicht auf eine - für den Gläubigen - objektive Realität beziehen, sondern frei benutzbar sind für die Referenz auf: mich, den Musiker, oder mich, den Zuhörer.
Was stört mich noch? Natürlich ein Ausdruck wie:
"Eine zeitgemäß klingende, weil kritische Hymne zu Ehren des Herrn ist so entstanden..."Abgesehen, daß mir nicht recht klar ist, wo bei Ben Harper, auf den sich der Satz bezieht, das "Kritische" liegt - wo steht geschrieben, daß erst das "Kritische" zur "Zeitgemäßheit" qualifiziert? Und wenn schon "kritisch" - gegen wen oder was? Liege ich verkehrt an der Annahme, daß "kritisch" hier eher "religionskritisch" meint? Wie überhaupt "kritische Religiosität" vor allem "selbstkritisch" ist - ein "kritischer Journalist" aber weniger "selbstkritisch" als "kritisch gegen alles Etablierte"?
Zwei kleine Sätze nur - nebenhin gesprochen und damit Teil des beim Leser Vorausgesetzten, des vom Schreiber und seinem Idealleser nicht weiter Hinterfragten. Teil des Bildes von Religion in der deutschen Öffentlichkeit 2005. Wirklichkeitsfilter, gegen den christliche Musiker und Sänger wahrscheinlich eher vergebens ansingen - denn ihre Botschaft wird beim Empfänger neutralisiert. Die Fragezeichen werden genauso herauskorrigiert wie die Ausrufezeichen. Und übrig bleiben die Gefühle.
20. Januar 2005
Fred Allen: The Knife of My Desire
Give me a creed that's raw
Unleavened by balance
Unbuffered by civilities
Rude to the bone
A creed that outrages me
Stuns my sensibilities
Galls my good taste
Flays my moderation
A creed that's ravenous
And implacable and scrapes
Me alive
Give me contusion
Give me a God
Who never apologizes
For anything
Ever
Who soils milky white
Orthodoxies with spit
And wild disregard
A God who has no ear
For my exceptions
Or soothing balms for
My rebellious brow
Or deals to cut
Give me a blade
To fall on
A sweet injury
that finishes me off
for good."
(In Communique: An Emergent Arts Journal
Give me a creed that's raw
Unleavened by balance
Unbuffered by civilities
Rude to the bone
A creed that outrages me
Stuns my sensibilities
Galls my good taste
Flays my moderation
A creed that's ravenous
And implacable and scrapes
Me alive
Give me contusion
Give me a God
Who never apologizes
For anything
Ever
Who soils milky white
Orthodoxies with spit
And wild disregard
A God who has no ear
For my exceptions
Or soothing balms for
My rebellious brow
Or deals to cut
Give me a blade
To fall on
A sweet injury
that finishes me off
for good."
(In Communique: An Emergent Arts Journal
Banjo Boy
Im Katholischen Notizbuch den Nr. 1-Finder entdeckt.
Mein Geburtstagshit war Banjo Boy von Jan & Kjeld. Da muß ich mich doch glatt auf die Suche nach einem soundfile machen. The complete recordings bei Bear Family müssens zum Einstieg nicht gerade sein.
Hier die Lyrics:
Im Katholischen Notizbuch den Nr. 1-Finder entdeckt.
Mein Geburtstagshit war Banjo Boy von Jan & Kjeld. Da muß ich mich doch glatt auf die Suche nach einem soundfile machen. The complete recordings bei Bear Family müssens zum Einstieg nicht gerade sein.
Hier die Lyrics:
"Jeden Abend geht er durch die Straßen
in der kleinen Stadt in Tennessee
und die großen und die kleinen Leute
singen alle seine Melodie.
Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy, Banjo Boy
So ein Lied, so ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy ist unser Glück.
So ein Sing-sage-dige-dage-ding-dong
unterm blauen Himmelzelt
ist das Sing-sage-dige-dage-ding-dong
allerschönste von der Welt.
Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy, Banjo Boy.
So ein Sing-sage-dige-dage-ding-dong
unterm blauen Himmelzelt
ist das Sing-sage-dige-dage-ding-dong
allerschönste von der Welt.
Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy, Banjo Boy.
Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy, Banjo Boy.
So ein Lied, so ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy ist unser Glück.
So ein Sing-sage-dige-dage-ding-dong
unterm blauen Himmelzelt
ist das Sing-sage-dige-dage-ding-dong
allerschönste von der Welt.
Sing ein Lied, sing ein Lied, little Banjo Boy,
Banjo Boy, Banjo Boy."
Rungholt-Briefe
Die Letters from Rungholt lese ich nicht immer und nicht alle, aber oft sind sehr schöne dabei. Und warmherzige dazu!
Grüße nach Israel!
Die Letters from Rungholt lese ich nicht immer und nicht alle, aber oft sind sehr schöne dabei. Und warmherzige dazu!
Grüße nach Israel!
Verschwundener Heiliger
Heute ist unter anderem der Tag des hl. Sebastian.
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, daß im Zug einer der postkonziliaren Säuberungsaktionen seine Statue aus einer Waldkapelle entfernt wurde - mich hat sie schon als kleinen Jungen immer tief beeindruckt.
Nun gibt es nichts mehr Drastisches mehr zu sehen für die kleinen Christenkinder - die Kleinen sollen ja gut schlafen können. Und wenn sie schon Alpträume haben, dann wegen ihrer Computerspielchen oder der Scheidung ihrer Eltern. Aber nicht wegen uns.
Heiliger Sebastian, bitte für sie und uns.
Heute ist unter anderem der Tag des hl. Sebastian.
Vor ein paar Tagen fiel mir auf, daß im Zug einer der postkonziliaren Säuberungsaktionen seine Statue aus einer Waldkapelle entfernt wurde - mich hat sie schon als kleinen Jungen immer tief beeindruckt.
Nun gibt es nichts mehr Drastisches mehr zu sehen für die kleinen Christenkinder - die Kleinen sollen ja gut schlafen können. Und wenn sie schon Alpträume haben, dann wegen ihrer Computerspielchen oder der Scheidung ihrer Eltern. Aber nicht wegen uns.
Heiliger Sebastian, bitte für sie und uns.
Nützlicher Idiot
Ein Schwarm meiner Katholiken-Generation wird 80. Ob die Freunde, die das mehrbändige Evangelium von Solentiname in den Regalen stehen hatten, es je gelesen haben?
Ein Schwarm meiner Katholiken-Generation wird 80. Ob die Freunde, die das mehrbändige Evangelium von Solentiname in den Regalen stehen hatten, es je gelesen haben?
19. Januar 2005
Fröhliche Philosophie
Im Januar-Heft von First Things bestreitet der orthodoxe Theologe David B. Hart, daß Sören Kierkegaard der witzigste und "most amusing" aller Philosophen sei (wie Thomas C. Oden belegen will).
Sein Kandidat ist der obskure, ungelesene, nicht verstandene, vergessene Johann Georg Hamann.
Im Januar-Heft von First Things bestreitet der orthodoxe Theologe David B. Hart, daß Sören Kierkegaard der witzigste und "most amusing" aller Philosophen sei (wie Thomas C. Oden belegen will).
Sein Kandidat ist der obskure, ungelesene, nicht verstandene, vergessene Johann Georg Hamann.
"... it is worth noting that Kierkegaard’s theory of comedy—at least as Oden has explicated it—is far easier to reconcile with Hamann’s writings than with Kierkegaard’s. The special logic of this theory, after all, is that the Christian philosopher — having surmounted the “aesthetic,” “ethical,” and even in a sense “religious” stages of human existence — is uniquely able to enact a return, back to the things of earth, back to finitude, back to the aesthetic; having found the highest rationality of being in God’s kenosis — His self-outpouring — in the Incarnation, the Christian philosopher is reconciled to the particularity of flesh and form, recognizes all of creation as a purely gratuitous gift of a God of infinite love, and is able to rejoice in the levity of a world created and redeemed purely out of God’s “pleasure.”Wenn mal wieder etwas Ruhe in mein Herz einkehrt, werde ich mir Hamanns Aesthetica in nuce vornehmen. In der Hoffnung, Bruchstücke davon zu entziffern. Oder wenigstens mich geistreich zu erfreuen.
Of no philosopher could this be truer than Hamann. He was a man of the deepest, most fervent and adoring piety, and yet of an almost Nietzschean irreverence (“My unrefined imagination has never been able to conceive a Creative Spirit without genitalia”); he was practically a Christian mystic, and yet he delighted in the world of the senses, especially in the joys of sexual love (his repeated and most disdainful accusation against the apostles of Enlightenment was that they were spiritual eunuchs piping their dreary abstractions in shrill falsetto voices). This was so (however scandalous it might occasionally seem) because in the Christian evangel he had encountered a God whose creatures are the work of delight, who is pleased to reveal his majesty in total abasement, and who is Himself always “the Poet in the beginning of days.” For Hamann, the return to finitude was unreserved and utterly charitable; everything he wrote or did was touched with a spirit of festivity; his humor contained no lingering residue of fatalism, irony, or rancor."
Dialektik der christlichen Aufklärung
"Luk. XVIII, 13. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig.
Andächtiger Zuhörer, die verlesenen heiligen Worte sind, wie du weißt, aus dem Evangelium vom Pharisäer und Zöllner. Der Pharisäer ist der Heuchler, welcher sich selbst betrügt und Gott betrügen möchte, der Zöllner der Aufrichtige, der von Gott gerechtfertigt wird.
Indes, es gibt auch eine andre Art von Heuchelei, Heuchler, welche dem Pharisäer gleichen, hingegen zum Vorbild den Zöllner gewählt haben,
Heuchler, die, nach dem Wort der Schrit über den Pharisäer, 'sich selbst vermessen, daß sie fromm sind und andre verachten', indessen sie doch ihre Gestalt dem Zöllner gleich bilden,
scheinheilig weit von ferne stehen, anders als der Pharisäer, der stolz für sich stand,
scheinheilig das Auge niederschlagen, anders als der Pharisäer, der stolz den Blick gen Himmel kehrte,
scheinheilig seufzen 'Gott sei mir Sünder gnädig', anders als der Pharisäer, der stolz Gott dankte, daß er fromm sei
- Heuchler, welche, gleich wie der Pharisäer gotteslästerlich in seinem Gebete sprach 'ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie dieser Zöllner', scheinheilig sprechen: ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie dieser Pharisäer.
Ach ja, freilich, es ist so; das Christentum kam in die Welt und lehrte Demut, aber nicht alle lernten Demut vom Christentum, die Heuchelei lernte die Maske ändern und blieb die gleiche, oder richtiger, ward noch ärger.
Das Christentum kam in die Welt und lehrte, du sollest beim Gastmahl nicht stolz und eitel nach dem obersten Platz trachten, sondern dich untenan setzen
- und flugs saßen Stolz und Eitelkeit eitel untenan bei Tische, der gleiche Stolz und die gleiche Eitelkeit, o, nicht die gleiche, nein, noch ärgere." (Sören Kierkegaard: Der Hohepriester - der Zöllner - die Sünderin)
"Luk. XVIII, 13. Und der Zöllner stund von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust, und sprach: Gott sei mir Sünder gnädig.
Andächtiger Zuhörer, die verlesenen heiligen Worte sind, wie du weißt, aus dem Evangelium vom Pharisäer und Zöllner. Der Pharisäer ist der Heuchler, welcher sich selbst betrügt und Gott betrügen möchte, der Zöllner der Aufrichtige, der von Gott gerechtfertigt wird.
Indes, es gibt auch eine andre Art von Heuchelei, Heuchler, welche dem Pharisäer gleichen, hingegen zum Vorbild den Zöllner gewählt haben,
Heuchler, die, nach dem Wort der Schrit über den Pharisäer, 'sich selbst vermessen, daß sie fromm sind und andre verachten', indessen sie doch ihre Gestalt dem Zöllner gleich bilden,
scheinheilig weit von ferne stehen, anders als der Pharisäer, der stolz für sich stand,
scheinheilig das Auge niederschlagen, anders als der Pharisäer, der stolz den Blick gen Himmel kehrte,
scheinheilig seufzen 'Gott sei mir Sünder gnädig', anders als der Pharisäer, der stolz Gott dankte, daß er fromm sei
- Heuchler, welche, gleich wie der Pharisäer gotteslästerlich in seinem Gebete sprach 'ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie dieser Zöllner', scheinheilig sprechen: ich danke dir, Gott, daß ich nicht bin wie dieser Pharisäer.
Ach ja, freilich, es ist so; das Christentum kam in die Welt und lehrte Demut, aber nicht alle lernten Demut vom Christentum, die Heuchelei lernte die Maske ändern und blieb die gleiche, oder richtiger, ward noch ärger.
Das Christentum kam in die Welt und lehrte, du sollest beim Gastmahl nicht stolz und eitel nach dem obersten Platz trachten, sondern dich untenan setzen
- und flugs saßen Stolz und Eitelkeit eitel untenan bei Tische, der gleiche Stolz und die gleiche Eitelkeit, o, nicht die gleiche, nein, noch ärgere." (Sören Kierkegaard: Der Hohepriester - der Zöllner - die Sünderin)
18. Januar 2005
Ein Christ der Pfarrei
"Mir gefällt sein bodenständiger Antiklerikalismus", sagt Kardinal Etchegaray über den in Deutschland kaum bekannten und fast vergessenen Charles Peguy.
30Giorni hat einige (alle?) Beiträge eines Buches über Peguy online gestellt.
"Mir gefällt sein bodenständiger Antiklerikalismus", sagt Kardinal Etchegaray über den in Deutschland kaum bekannten und fast vergessenen Charles Peguy.
30Giorni hat einige (alle?) Beiträge eines Buches über Peguy online gestellt.
Full frontal Christianity
"Zeitgemäß, leidenschaftlich und radikal" beschreibt sich selber "Art for God". Key products sind sicherlich der "Ungeschlagene Jesus" und die Nazareth(R) Life Filters. (via Fr. Bryce)
"Zeitgemäß, leidenschaftlich und radikal" beschreibt sich selber "Art for God". Key products sind sicherlich der "Ungeschlagene Jesus" und die Nazareth(R) Life Filters. (via Fr. Bryce)
2005er Version von "Wo dein Schatz ist, da ist dein Herz"
"Nicht ich kontrollierte meine Besitztümer, sie kontrollierten mich. Deshalb möchte ich alle jungen Menschen warnen: Beneidet nicht jene, die großen Reichtum besitzen. Denkt nicht, ihr Leben sei einfach. Besitz schafft neue Möglichkeiten, aber er lähmt die Kreativität, er verwässert die Persönlichkeit. Die Tyrannei des Besitzes ist grausam." (Ex-Yukos-Chef Michail Chodorkowski in der SZ)
15. Januar 2005
Vorösterliche Grundausstattung
Ostern ist ja recht früh dieses Jahr, und entsprechend beginnt in Bälde die Fastenzeit. Am besten jetzt schon bestellen: Asche und Palmzweige. In den USA noch versandkostenfrei bis 21. Januar!
Dazu noch ein Glas "Taste of Heaven Jellybeans": "The Jellybean Prayer's inspiration and the great taste of Jellybeans make this item a fun and ideal gift for Easter celebrations."
Ostern ist ja recht früh dieses Jahr, und entsprechend beginnt in Bälde die Fastenzeit. Am besten jetzt schon bestellen: Asche und Palmzweige. In den USA noch versandkostenfrei bis 21. Januar!
Dazu noch ein Glas "Taste of Heaven Jellybeans": "The Jellybean Prayer's inspiration and the great taste of Jellybeans make this item a fun and ideal gift for Easter celebrations."
Kurzer, flacher Sprung
Die typische Schulsporterfahrung: Einen Riesenanlauf beim Weitsprung nehmen, um sein Leben rennen und auf dem Brett ausrutschen - "Ein Meter fünfzig!"
Daran mußte ich denken, als ich diese Gedanken zum Sonntagsevangelium las. Da ist diese wunderbare Stelle aus dem Johannesevangelium, ein feierliches Zeugnis der Epiphanie GOttes in Jesus von Nazareth - und dem guten Geistlichen fällt nicht viel mehr ein als:
"Wir wollen Jesus sehen!" (WJT 2005 [Korrektur: WJT 2004 - aber ich gehöre auch nicht mehr zur primären Zielgruppe...])
Die typische Schulsporterfahrung: Einen Riesenanlauf beim Weitsprung nehmen, um sein Leben rennen und auf dem Brett ausrutschen - "Ein Meter fünfzig!"
Daran mußte ich denken, als ich diese Gedanken zum Sonntagsevangelium las. Da ist diese wunderbare Stelle aus dem Johannesevangelium, ein feierliches Zeugnis der Epiphanie GOttes in Jesus von Nazareth - und dem guten Geistlichen fällt nicht viel mehr ein als:
"Ich stelle mir vor, dass der Täufer Johannes gerade durch seine Hellsichtigkeit und Hellhörigkeit in einer recht intensiven Gottesbeziehung gelebt hat. Dass er viel von Gott „gesehen“ hat.Ist das die viel beschworene Mystagogie? Oder läuft das unter Alltagsspiritualität? Werden wir hier zu "Ganzheitlichkeit" eingeladen oder zu "sinnenhaftem Glauben"?
Das „Sehen können“ des Täufers ist für mich eine Aufforderung, dass ich mich treffen lasse von den verschiedensten Eindrücken. Es lädt mich ein, dass ich die Wirklichkeit um mich und in mir mit allen Sinnen wahrnehme und erwäge. Und es sagt mir, dass ich schließlich das, was ich gesehen und als wahr erkannt habe, mit meinem Reden und Tun bezeuge."
"Wir wollen Jesus sehen!" (WJT 2005 [Korrektur: WJT 2004 - aber ich gehöre auch nicht mehr zur primären Zielgruppe...])
Wenn schon, dann tapfer sündigen und tapfer beten
"Vice will always be with us. It is a fact those concerned with the future of virtue ought to remember. But better that it be rare, exotic, and expensive than common, pedestrian, and cheap. We need sins that affirm us as spiritual beings in all of our fallenness. Therefore sinner, sin boldly, but, as Luther also admonished, pray boldly too. For you are human after all." (Caleb Stegall: Plastic Sinners, Plastic Sins bei Godspy)
"Vice will always be with us. It is a fact those concerned with the future of virtue ought to remember. But better that it be rare, exotic, and expensive than common, pedestrian, and cheap. We need sins that affirm us as spiritual beings in all of our fallenness. Therefore sinner, sin boldly, but, as Luther also admonished, pray boldly too. For you are human after all." (Caleb Stegall: Plastic Sinners, Plastic Sins bei Godspy)
Gott in der Katastrophe
Der "Christ in der Gegenwart" referiert Deutungstrategien der Flutkatastrophe und bezieht sich für die (west-)christlichen Varianten auf Alexander Kissler von der Süddeutschen:
Der "Christ in der Gegenwart" referiert Deutungstrategien der Flutkatastrophe und bezieht sich für die (west-)christlichen Varianten auf Alexander Kissler von der Süddeutschen:
"In christlichen Zusammenhängen wird dagegen schärfer mit Gott gerechtet. Dabei ist auffallend, wie Alexander Kissler (in der „Süddeutschen Zeitung") bemerkt, daß die Zeitungskommentatoren und die Politiker vielfach theologisch-sakrale Deutungsmuster wählen und beispielsweise von einer 'apokalyptischen Sintflut', einer 'Heimsuchung' sprechen oder ganz direkt die Frage nach dem abwesenden Gott stellen, während sich Bischöfe und Theologen mit einer solchen Deutung eher zurückhalten. Sie würden die kritische Frage nach der Allmacht Gottes ausblenden und eher psychologisch als theologisch den Überlebenden Trost und Mut zusprechen. Aber an wen richtet sich das Gebet der Christen? An einen Gott, der das Leid hätte verhindern können und müssen, oder an einen Gott, der es - mitleidend und traurig - zulassen muß? Dann aber stellt sich die Frage, warum er überhaupt eine derart imperfekte Schöpfung geschaffen und zugelassen hat. Das religiöse Dilemma läßt sich weder dadurch lösen, daß man Gott die Allmächtigkeit abspricht und ihn selber als leidenden Gott betont, noch dadurch, daß man wieder unbefangen vom über allem thronenden „Herrn des Schicksals" spricht. Die Rede vom mitleidenden Gott ist zwar in der modernen Theologie ein oft beschrittener Weg, zerstört aber wiederum die ganzheitliche Welterklärung vom gütigen und allmächtigen Schöpfergott. Kisslers Fazit: 'Man kann nicht beides haben: die Anschlußfähigkeit der Gottesrede und zugleich die alles erklärende Erzählung.'" (Wo war Gott, als er nicht da war - CiG)
Stell Dir vor, Du machst Werbung und keiner soll's merken
Ein saftiger Kommentar von Guido Horst in der Tagespost - vielleicht ungerecht, aber wer eine Kampagne beginnt, ohne irgendwas davon verlauten zu lassen, hat es nicht anders verdient.
Ein saftiger Kommentar von Guido Horst in der Tagespost - vielleicht ungerecht, aber wer eine Kampagne beginnt, ohne irgendwas davon verlauten zu lassen, hat es nicht anders verdient.
"Schlampig redigiert, schlecht vorbereitet, für den Papierkorb gedruckt und in der Öffentlichkeit erst gar nicht bekannt gemacht: Wackere Katholiken, die dem dramatischen Verfall einer Kultur, die Ehe und Familie hochhält und stärkt, nicht tatenlos zusehen wollen, könnte angesichts eines solchen Dilettantismus die kalte Wut packen. Da ergreift auch einmal die katholische Bischofskonferenz eine Initiative – bedient aber die in Gesellschaft und Arbeitswelt tätigen Gläubigen mit einem solchen Rohrkrepierer. Jetzt rächt sich, dass die katholische Kirche in Deutschland an zentraler Stelle einen Apparat von Bürokraten und Funktionären aufgebaut hat, die hin und wieder ein Dokument fabrizieren, und dann um vier Uhr nach Hause gehen. Mit dieser Art von 'Establishment' ist die katholische Kirche in diesem Land nun wirklich nicht 'Kampagne-fähig'.
Es gibt auch in diesen Breitengraden engagierte Christen, motivierte Gläubige und tatkräftige Laien, Priester oder Ordensleute, die Austrahlungskraft besitzen. Man findet sie in vielen Gemeinschaften, Bewegungen und Orden, aber auch in Pfarreien und Verbänden. Es wird Zeit, dass die Kirchenführung ihnen wichtige Initiativen anvertraut. Deutschland braucht Kampagnen zugunsten von Ehe und Familie. Was das Land nicht gebrauchen kann, ist eine Kaste von – mit Charles Péguy gesprochen – 'Klerikern', die ihre Pfründe wahren und das Christentum wie eine kafkaeske Bürokratie verwalten."Und mit "Klerikern" meint er nicht (nur) die "geweihten". (Zuerst bei Fono gesehen)
14. Januar 2005
Spielchen
Spielen wir das book game weiter?
- Vom Vorgänger eine Liste mit 10 Autoren übernehmen.
- Die Namen derer, von denen kein Buch in der eigenen Bibliothek steht, durch Autoren ersetzen, die dieses Glück genießen.
- Die neuen Namen fett markieren.
Here we go:
1. Thomas Merton
2. Henri Nouwen
3. Flannery O'Connor
4. Georges Bernanos
5. C.S. Lewis
6. J.R.R. Tolkien
7. Augustinus
8. Thomas von Kempen
9. Hans Urs von Balthasar
10. William Shakespeare
Spielen wir das book game weiter?
- Vom Vorgänger eine Liste mit 10 Autoren übernehmen.
- Die Namen derer, von denen kein Buch in der eigenen Bibliothek steht, durch Autoren ersetzen, die dieses Glück genießen.
- Die neuen Namen fett markieren.
Here we go:
1. Thomas Merton
2. Henri Nouwen
3. Flannery O'Connor
4. Georges Bernanos
5. C.S. Lewis
6. J.R.R. Tolkien
7. Augustinus
8. Thomas von Kempen
9. Hans Urs von Balthasar
10. William Shakespeare
Lutherischer Abschied (Fortsetzung)
Das Weihe- bzw. Nicht-Weihe-Papier der VELKD führt nicht weiter, sondern zurück, spaltet innen und außen, reißt Gräben auf und Brücken ein, ist unökumenisch und macht "einfach traurig", stellt Walter Kardinal Kasper lapidar fest. (Tagespost)
Das Weihe- bzw. Nicht-Weihe-Papier der VELKD führt nicht weiter, sondern zurück, spaltet innen und außen, reißt Gräben auf und Brücken ein, ist unökumenisch und macht "einfach traurig", stellt Walter Kardinal Kasper lapidar fest. (Tagespost)
"Dieser Schatz ist ja nicht alles"
Hat eigentlich schon jemand zum Weihnachtsinterview verlinkt, das Klaus Berger der Berliner Zeitung gab? Es ist prä-Tsunami, aber ich glaube nicht, daß er auch nur ein Wort zurücknehmen würde.
Hat eigentlich schon jemand zum Weihnachtsinterview verlinkt, das Klaus Berger der Berliner Zeitung gab? Es ist prä-Tsunami, aber ich glaube nicht, daß er auch nur ein Wort zurücknehmen würde.
"KB: Ich weiß nicht, ob ich nicht auch einmal in die Situation kommen werde, in der ich sagen muss: 'Mein Gott, mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?' Aber so viel weiß ich inzwischen, dass ich mich dann an diesen Gott wenden kann. Die meisten Menschen sagen, wenn ihnen das Konto gesperrt wurde, wenn es ihnen, auf Deutsch geredet, dreckig geht: Jetzt treten wir aus der Kirche aus. Gestern kam jemand zu mir, der erklärte mir: 'Unsere Schwiegermutter ist gestorben. Ein Gott, der Schwiegermütter sterben lässt, den kann ich nicht auch noch durch die Zahlung von Kirchensteuer unterstützen.' Ich habe ihm geantwortet: 'Wir kriegen keinen anderen Herrgott rein. Wenn Sie einen finden, der Schwiegermütter nicht sterben lässt, ich wäre der Erste, der überträte.' Wenn es einem wirklich dreckig geht, dann kann man schon so verzweifelt sein wie Jesus am Kreuz und dann ruft man 'Mein Gott, wozu hast Du mich verlassen?' Aber das ist doch eigentlich die flehentliche Bitte: Zeige Dich! Am Kreuz erfuhr Jesus die letzte Versuchung, die Versuchung zum Atheismus und er übersteht sie, indem er sich an den Einzigen wendet, der ihn davon abhalten kann. Das würde ich - ehrlich gesagt - auch tun. Darin besteht für mich der Trost meines Glaubens.
BZ: Sie sprechen immer wieder von der Erfahrung des Lichtes. Im Tunnel der Katastrophe ist das Licht der Erlösung sichtbar. Aber die Toten können es nicht mehr sehen. Den Niedergemetzelten scheint kein tröstendes Licht mehr. Sie werden niedergemetzelt.
KB: Genau das ist die Frage nach Gott. Werden die Niedergemetzelten nur niedergemetzelt oder ist da ein Herrgott, der sagt: Euch nehme ich ganz besonders in die Arme? Das ist der Glaube. Er weiß und sagt: Lazarus gibt es millionenfach. All die Verhungerten und Abgetriebenen, die auf der Flucht Erschlagenen, die Kinder, die nicht älter als drei Jahre wurden ... Da gibt es sehr viele, die Gott dann in die Arme schließen und zu denen er sagen wird: Ihr seid meine Wunschkinder. Und gerade nicht die reichen und satten Leute."
13. Januar 2005
Bibliotheken
Wunderschöne Bibliotheken gibt es auf der Welt. Für alle, die woanders lesen müssen, erscheint ersatzweise jedes Jahr der "Renaissance Library Calendar". Ab morgen hängt er in meinem Büro.
Wunderschöne Bibliotheken gibt es auf der Welt. Für alle, die woanders lesen müssen, erscheint ersatzweise jedes Jahr der "Renaissance Library Calendar". Ab morgen hängt er in meinem Büro.
Der 75er Syllabus von Hartford
Achtzehn "Thinkers" aus verschiedenen christlichen Konfessionen und "Denominationen" stellten 1975 eine Liste mit dreizehn Häresien zusammen, von denen auch dreißig Jahre später einige noch quicklebendig scheinen:
Achtzehn "Thinkers" aus verschiedenen christlichen Konfessionen und "Denominationen" stellten 1975 eine Liste mit dreizehn Häresien zusammen, von denen auch dreißig Jahre später einige noch quicklebendig scheinen:
"1. Modern thought is superior to all past forms of understanding reality, and is therefore normative for Christian faith and life.John Navone SJ beschreibt "The consequences of bad theology" auf Ignatius Insight.
2. Religious statements are totally independent of reasonable discourse.
3. Religious language refers to human experience and nothing else, God being humanity's noblest creation.
4. Jesus can only be understood in terms of contemporary models of humanity.
5. All religions are equally valid; the choice among them is not a matter of conviction about truth but only of personal preference or lifestyle.
6.To realize one's potential and to be true to oneself is the whole meaning of salvation.
7.Since what is human is good, evil can adequately be understood as failure to realize human potential.
8. The sole purpose of worship is to promote individual self-realization and human community.
9. Institutions and historical traditions are oppressive and inimical to our being truly human; liberation from them is required for authentic existence and authentic religion.
10. The world must set the agenda for the Church. Social, political and economic programs to improve the quality of life are ultimately normative for the Church's mission in the world.
11. An emphasis on God's transcendence is at least a hindrance to, and perhaps incompatible with, Christian social concern and action.
12. The struggle for a better humanity will bring about the Kingdom of God.
13. The question of hope beyond death is irrelevant or at least marginal to the Christian understanding of human fulfillment."
Wenn ich eine Frau wäre,
wäre ich wie Audrey. Naja, vielleicht.
Who is your inner bombshell?
brought to you by Quizilla via Shrine of the Holy Whapping.
wäre ich wie Audrey. Naja, vielleicht.
Who is your inner bombshell?
brought to you by Quizilla via Shrine of the Holy Whapping.
"Werde ich meine Position ... revidieren müssen?"
Heinz-Jürgen Vogels meint schon. Kardinal Ratzinger wird unterstützend zitiert. Und Karl Rahner dürfte es inzwischen besser wissen, kann aber nichts mehr ändern: "Was ich geschrieben, habe ich geschrieben."
Heinz-Jürgen Vogels meint schon. Kardinal Ratzinger wird unterstützend zitiert. Und Karl Rahner dürfte es inzwischen besser wissen, kann aber nichts mehr ändern: "Was ich geschrieben, habe ich geschrieben."
12. Januar 2005
Vorschlag zur Güte
Vielleicht sollte Karl Kardinal Lehmann diese Predigt von Joachim Kardinal Meisner am 6. Januar 2006 einmal im Mainzer Dom halten. So wie Ignatz Bubis damals die Jenninger-Rede ohne Aufruhr wiederhielt.
Let's talk about it in a year or so.
Vielleicht sollte Karl Kardinal Lehmann diese Predigt von Joachim Kardinal Meisner am 6. Januar 2006 einmal im Mainzer Dom halten. So wie Ignatz Bubis damals die Jenninger-Rede ohne Aufruhr wiederhielt.
Let's talk about it in a year or so.
"Würde jemand dem Herrn Pfarrer eine Ohrfeige geben, bitte ?"
"Mass is a ritual, so let it be one. Let Him increase and you decrease. If you break the ritual, and if you step out of character, it tells us that you don't believe in the role you're playing. And God forbid, if you make a joke out of it, you're adopting an ironic stance toward the Most Holiest thing that happens on earth. Reflect." (Catholic Light: Would somebody please slap Father? - im Katholischen Notizbuch gefunden)
Würde das auch für eine Ohrfeige reichen? Oder sind das einfach nur Gutmenschen, denen nicht mehr zu helfen ist und die auch nicht kritisiert werden dürfen, weil sie ja anderen helfen?
"Mass is a ritual, so let it be one. Let Him increase and you decrease. If you break the ritual, and if you step out of character, it tells us that you don't believe in the role you're playing. And God forbid, if you make a joke out of it, you're adopting an ironic stance toward the Most Holiest thing that happens on earth. Reflect." (Catholic Light: Would somebody please slap Father? - im Katholischen Notizbuch gefunden)
Würde das auch für eine Ohrfeige reichen? Oder sind das einfach nur Gutmenschen, denen nicht mehr zu helfen ist und die auch nicht kritisiert werden dürfen, weil sie ja anderen helfen?
10. Januar 2005
No smoking please
Harald Martenstein vor ein paar Wochen in der Zeit:
Harald Martenstein vor ein paar Wochen in der Zeit:
"Ich habe vor einigen Tagen einen Leitartikel in der ZEIT gelesen. In dem Leitartikel stand, dass man im heutigen Europa drei Gruppen gefahrlos und guten Gewissens diskriminieren darf: Jäger, Raucher und Katholiken. Genauer gesagt: strenggläubige Katholiken, nicht etwa so Folklore-Katholiken wie Harald Schmidt, die findet natürlich jeder süß und möchte sie streicheln."Wie auch immer es sich mit der Diskriminierung verhalten mag ("That goes with the territory", wie es im Amerikanischen so schön heißt) - zur Solidarisierung führt das nicht. Im Gegenteil: In manchen katholischen Gemeinden sind Raucher so unerwünscht, daß man denken könnte, dort gäbe es andere 10 Gebote. Im "Gemeindezentrum" zu rauchen führt die automatische Exkommunikation mit sich...
Katholisch leben üben
Gaudium et spes, luctus et angor - Freude und Hoffnung, Trauer und Angst - so beginnt die Pastorale Konstitution des 2. Vatikanischen Konzils über die Kirche in der Welt von heute.
Wenigstens zum Angor-Teil gibt es jetzt ein gleichnamiges Online-
Spiel, auf das mich ein guter Freund hingewiesen hat. Natürlich nicht ganz realistisch und nicht ganz auf der Höhe der modern-katholischen Zeit ;-) Und ich habe keine Ahnung, wie es hinter dem Level 4 weitergeht... Aber unter der geneigten Leserschaft gibt es bestimmt den einen oder die andere, die so weit kommt.
Gaudium et spes, luctus et angor - Freude und Hoffnung, Trauer und Angst - so beginnt die Pastorale Konstitution des 2. Vatikanischen Konzils über die Kirche in der Welt von heute.
Wenigstens zum Angor-Teil gibt es jetzt ein gleichnamiges Online-
Spiel, auf das mich ein guter Freund hingewiesen hat. Natürlich nicht ganz realistisch und nicht ganz auf der Höhe der modern-katholischen Zeit ;-) Und ich habe keine Ahnung, wie es hinter dem Level 4 weitergeht... Aber unter der geneigten Leserschaft gibt es bestimmt den einen oder die andere, die so weit kommt.
8. Januar 2005
Doppelexistenz
Tage, in denen nicht nur J.B. Kerner Margit Sponheimer befragt, sondern auch jeder Lokalredakteur von jeder Faschingsgarden-Leiterin wissen möchte: "Ist Fasching angesichts der Trauer der Betroffenen nicht pietätlos?"
War denn die Silvesterfete des Redakteurs nicht weniger pietätlos? Und was ist mit seinem allwöchentlichen Restauranttipp oder den fröhlich-romantischen Stunden mit der Freundin im Bett?
Tage, in denen nicht nur J.B. Kerner Margit Sponheimer befragt, sondern auch jeder Lokalredakteur von jeder Faschingsgarden-Leiterin wissen möchte: "Ist Fasching angesichts der Trauer der Betroffenen nicht pietätlos?"
War denn die Silvesterfete des Redakteurs nicht weniger pietätlos? Und was ist mit seinem allwöchentlichen Restauranttipp oder den fröhlich-romantischen Stunden mit der Freundin im Bett?
Die Gegenwart Gottes in Lappland
Auf dem Rückweg vom Bäcker - Samstag ist Brötchentag - hörte ich im Radio ein kurzes Stück eines Interviews mit zwei Frauen in Lappland. Venke Toermoenen aus dem Volk der Samen sprach über ihr Leben in der Natur, ihre Heilbegabung, ihre Gabe, künftige Ereignisse vorauszusehen und überhaupt ihre "Spiritualität". No surprises here.
Zu denken gab mir nur die Frage des Interviewers: "Wo ist Gott? Er ist doch nicht dort, wo die katholische Kirche sagt, daß er sei? Oder?" (Antwort Frau Toermoenen: "No, no, God is everywhere.")
Was sagt denn die katholische Kirche, wo ER sei? Wo ER gar ausschließlich sei? Und warum um Himmels willen fragt der Herr Reporter nach der katholischen Kirche? Lappland ist doch kein Missionsland der katholischen Kirche! Gibt es da oben im Norden nicht Lutheraner und andere Evangelische? Wo ist denn deren GOtt? Hebt sich deren Theologie der "Gegenwart GOttes" so deutlich von der unseren ab, daß sie als Bezugspunkt einer Frage ausfällt?
Oder ist es nicht einfach a matter of fact, daß die Sancta Romana (im Westen) die einzige Kirche ist, an der sich die kritische Öffentlichkeit noch reibt? Mit der sie noch streiten kann? So sehr sogar, daß Habermas Thomas von Aquin liest, Enzensberger Ratzinger treffen möchte und Dario Fo den Papst bewundert?
Auf dem Rückweg vom Bäcker - Samstag ist Brötchentag - hörte ich im Radio ein kurzes Stück eines Interviews mit zwei Frauen in Lappland. Venke Toermoenen aus dem Volk der Samen sprach über ihr Leben in der Natur, ihre Heilbegabung, ihre Gabe, künftige Ereignisse vorauszusehen und überhaupt ihre "Spiritualität". No surprises here.
Zu denken gab mir nur die Frage des Interviewers: "Wo ist Gott? Er ist doch nicht dort, wo die katholische Kirche sagt, daß er sei? Oder?" (Antwort Frau Toermoenen: "No, no, God is everywhere.")
Was sagt denn die katholische Kirche, wo ER sei? Wo ER gar ausschließlich sei? Und warum um Himmels willen fragt der Herr Reporter nach der katholischen Kirche? Lappland ist doch kein Missionsland der katholischen Kirche! Gibt es da oben im Norden nicht Lutheraner und andere Evangelische? Wo ist denn deren GOtt? Hebt sich deren Theologie der "Gegenwart GOttes" so deutlich von der unseren ab, daß sie als Bezugspunkt einer Frage ausfällt?
Oder ist es nicht einfach a matter of fact, daß die Sancta Romana (im Westen) die einzige Kirche ist, an der sich die kritische Öffentlichkeit noch reibt? Mit der sie noch streiten kann? So sehr sogar, daß Habermas Thomas von Aquin liest, Enzensberger Ratzinger treffen möchte und Dario Fo den Papst bewundert?
6. Januar 2005
Der moralische Zeigefinger
Schluß nicht nur mit lustig, sondern auch mit "mobil, schön und jung", meint Johannes Röser im Christ in der Gegenwart. Nein, keine Sintflut sei die Riesenwelle gewesen, die die säkularen "Taufbecken" der Spaßbäder und Traumküsten Südostasiens heimgesucht habe, aber doch - endlich, möchte man ergänzen - ein "Anlaß ..., unbequeme Gedanken zuzulassen, kritisch unsere konsumorientierten Leitbilder und unsere eindimensionalen Leitkulturen von 'mobil, schön und jung' zu überprüfen."
Umkehr ist nie schlecht, aber dieser Text klingt verdammt moralistisch.
What would have Jesus said? A guess, anybody?
Schluß nicht nur mit lustig, sondern auch mit "mobil, schön und jung", meint Johannes Röser im Christ in der Gegenwart. Nein, keine Sintflut sei die Riesenwelle gewesen, die die säkularen "Taufbecken" der Spaßbäder und Traumküsten Südostasiens heimgesucht habe, aber doch - endlich, möchte man ergänzen - ein "Anlaß ..., unbequeme Gedanken zuzulassen, kritisch unsere konsumorientierten Leitbilder und unsere eindimensionalen Leitkulturen von 'mobil, schön und jung' zu überprüfen."
Umkehr ist nie schlecht, aber dieser Text klingt verdammt moralistisch.
What would have Jesus said? A guess, anybody?
5. Januar 2005
4. Januar 2005
In allem
"Das Höchste ist, überall in allen Dingen Gott zu suchen und zu finden, und seine Spur webt in allem Natürlichen und Wirklichen." So zitiert heute der Perlentaucher-Medienticker Jacob Grimm.
"Das Höchste ist, überall in allen Dingen Gott zu suchen und zu finden, und seine Spur webt in allem Natürlichen und Wirklichen." So zitiert heute der Perlentaucher-Medienticker Jacob Grimm.
Feuer anmachen
Und damit hier nicht nur gespottet, sondern das Allein-Wichtige wenigstens angedeutet wird: der Vallendarer Glaubenskurs "Das Feuer neu entfachen - Zündende Impulse für einen lebendigen Glauben". (via Rheinischer Merkur)
Und damit hier nicht nur gespottet, sondern das Allein-Wichtige wenigstens angedeutet wird: der Vallendarer Glaubenskurs "Das Feuer neu entfachen - Zündende Impulse für einen lebendigen Glauben". (via Rheinischer Merkur)
Was Wissenschaftler glauben
"Als christlicher Monotheist halte ich allem voran zwei unbewiesene Annahmen für wahr. Erstens: Es gibt einen Gott. Zweitens: Ich bin es nicht (und Sie sind es auch nicht)." Sagt David Myers bei edge.org.
Das und anderes, was Wissenschaftler glauben, ohne es beweisen zu können, in der FAZ und im Weltfragenzentrum von edge.
"Als christlicher Monotheist halte ich allem voran zwei unbewiesene Annahmen für wahr. Erstens: Es gibt einen Gott. Zweitens: Ich bin es nicht (und Sie sind es auch nicht)." Sagt David Myers bei edge.org.
Das und anderes, was Wissenschaftler glauben, ohne es beweisen zu können, in der FAZ und im Weltfragenzentrum von edge.
Freudkomplex
Nachdem jetzt schon zwei meiner Kinder, die die Sekundarstufe II eines bayerischen Gymnasiums besuchen, im Religionsunterricht ein Referat über Sigmund Freud halten mussten, denke ich so bei mir:
Mögen auch die Fachleute über Freuds Beerdigung diskutieren - im katholischen Religionsunterricht ist er noch quicklebendig und wird richtig ernstgenommen - ganz ohne "Tiefenschwindel". "Freud's presence often appears to loom larger in the eyes of its critics than its adherents." (J. Holmes)
Nachdem jetzt schon zwei meiner Kinder, die die Sekundarstufe II eines bayerischen Gymnasiums besuchen, im Religionsunterricht ein Referat über Sigmund Freud halten mussten, denke ich so bei mir:
Mögen auch die Fachleute über Freuds Beerdigung diskutieren - im katholischen Religionsunterricht ist er noch quicklebendig und wird richtig ernstgenommen - ganz ohne "Tiefenschwindel". "Freud's presence often appears to loom larger in the eyes of its critics than its adherents." (J. Holmes)
Mehr Fort als Schritt in der Ökumene
Heinz Schütte, einer der profiliertesten deutschen Ökumeniker, sieht in einem neueren Papier der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zum Verständnis des "Amtes" in der Kirche eine Gefahr für die Ökumene - zusammen mit Dorothea Wendebourg, der Vorsitzenden des Theologischen Ausschusses der VELKD. (Abschied von der Ökumene? /Die Tagespost)
Letzere erklärt in einem Votum:
Wetten, daß zu dieser "innerprotestantischen" Angelegenheit kein besorgtes Wort der Herren Hasenhüttl, Küng etc. und der organisierten Neokatholiken kommen wird?
Heinz Schütte, einer der profiliertesten deutschen Ökumeniker, sieht in einem neueren Papier der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD) zum Verständnis des "Amtes" in der Kirche eine Gefahr für die Ökumene - zusammen mit Dorothea Wendebourg, der Vorsitzenden des Theologischen Ausschusses der VELKD. (Abschied von der Ökumene? /Die Tagespost)
Letzere erklärt in einem Votum:
"Ich stimme dem Papier in seiner jetzt vorliegenden, überarbeiteten Form nicht zu. Die entscheidenden Gründe dafür sind: 1. Das Papier widerspricht dem evangelisch-lutherischen Bekenntnis. Konkret, es widerspricht, indem es Artikel 14 der Confessio Augustana nicht nur für die Ordination, sondern auch für davon terminologisch wie sachlich unterschiedene beschränkte Beauftragungen mit Predigt und Sakramentsverwaltung in Anspruch nimmt, dem Sinn eben dieses Artikels. 2. Das Papier widerspricht sich selbst. 3. Das Papier hat zur Folge, dass die gegenwärtige inkonsistente, für evangelische Gemeinden und Amtsträger gleichermaßen undurchsichtige und auch ökumenisch unglaubwürdige Praxis bestehen bleibt. Gerade so ist es nicht geeignet, den Veränderungen, die auf die evangelischen Kirchen zukommen, in einer theologisch verantwortlichen Weise gerecht zu werden."Unseren ökumene-verliebten, harmonie-orientierten Basischristen werden solche Feinheiten entgehen; sie müssen auf das Konto der (mit selbstproduzierten und daher per se unwichtigen Problemchen beschäftigten) wirklichkeitsfremden Theologie gebucht werden. Hauptsache, gemeinsames Abendmahl. Egal, wer vorne steht.
Wetten, daß zu dieser "innerprotestantischen" Angelegenheit kein besorgtes Wort der Herren Hasenhüttl, Küng etc. und der organisierten Neokatholiken kommen wird?
3. Januar 2005
Konkret, jetzig, verfügt
"Der Glaube ist ein Realismus, wir aber machen oft eine Abstraktion daraus, ein ganzes System von Abstraktionen - und das zu Unrecht.
Wir machen daraus eine - abstrakte - Lebenskunst, eine philosophische Theorie oder ein Denksystem: Wir folgern Ideen daraus oder machen uns eine Idee davon. Nun ist der Glaube aber eine praktische Wissenschaft: das „Gewusst-Wie“ des Lebens, und zwar heute und hier.
Unaufhörlich täuschen wir uns über ihn: Es gibt keinen Glauben in Reinkultur; der Glaube ist für einen konkreten Menschen da, für ein menschliches Leben, und um dieses Leben in Christus dem Heil aller Menschen zu weihen, um es in der Kirche dem Heil der ganzen Welt zu weihen.
Der Glaube ist in der Zeit und für die Zeit: jene Zeit nämlich, in der sich dieses menschliche Leben abspielt. Man könnte sagen: Der Glaube ist die Liebe Gottes, die sich in diese Zeit einbringt; der Glaube ist der zeitliche Einsatz der Liebe Gottes.
Und insofern es sich um unsere Zeit handelt, so wird der Glaube von uns nur dann kraftvoll gelebt, wenn er uns erleuchtet und stärkt im Jetzigen, Augenblicklichen, Unmittelbaren.
Denn der Glaube ist da für die Liebe. Das Leben, das er von innen her verwandelt, wird dann ein Leben, das die Liebe Gottes ausstrahlt und verwirklicht, das sie so trägt, wie ein Baum seine Früchte trägt; ein Leben, in dem die beiden Gebote untrennbar und unteilbar sind." (Madeleine Delbrel, zit. nach der WJT-Arbeitshilfe, S. 65)
"Der Glaube ist ein Realismus, wir aber machen oft eine Abstraktion daraus, ein ganzes System von Abstraktionen - und das zu Unrecht.
Wir machen daraus eine - abstrakte - Lebenskunst, eine philosophische Theorie oder ein Denksystem: Wir folgern Ideen daraus oder machen uns eine Idee davon. Nun ist der Glaube aber eine praktische Wissenschaft: das „Gewusst-Wie“ des Lebens, und zwar heute und hier.
Unaufhörlich täuschen wir uns über ihn: Es gibt keinen Glauben in Reinkultur; der Glaube ist für einen konkreten Menschen da, für ein menschliches Leben, und um dieses Leben in Christus dem Heil aller Menschen zu weihen, um es in der Kirche dem Heil der ganzen Welt zu weihen.
Der Glaube ist in der Zeit und für die Zeit: jene Zeit nämlich, in der sich dieses menschliche Leben abspielt. Man könnte sagen: Der Glaube ist die Liebe Gottes, die sich in diese Zeit einbringt; der Glaube ist der zeitliche Einsatz der Liebe Gottes.
Und insofern es sich um unsere Zeit handelt, so wird der Glaube von uns nur dann kraftvoll gelebt, wenn er uns erleuchtet und stärkt im Jetzigen, Augenblicklichen, Unmittelbaren.
Denn der Glaube ist da für die Liebe. Das Leben, das er von innen her verwandelt, wird dann ein Leben, das die Liebe Gottes ausstrahlt und verwirklicht, das sie so trägt, wie ein Baum seine Früchte trägt; ein Leben, in dem die beiden Gebote untrennbar und unteilbar sind." (Madeleine Delbrel, zit. nach der WJT-Arbeitshilfe, S. 65)
Website des Monats
Das Jahr fängt ja schon gut an: Mein Weblog wurde zu einer der beiden "KATH.NET-Websites des Monats Jänner 2005" gekürt. Herzlichen Dank!
Der andere Preisträger ist die Site von "Human Life International Schweiz", die sich materialreich, engagiert und praktisch für den "Schutz eines jeden Menschen von der Befruchtung bis zum natürlichen Tode" einsetzt. Die haben's wirklich verdient!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal auf die Spendenbitte von kath.net hinweisen. Wer in diesen Tagen noch was zum Verschenken übrig hat: Hier ist es gut angelegt!
Das Jahr fängt ja schon gut an: Mein Weblog wurde zu einer der beiden "KATH.NET-Websites des Monats Jänner 2005" gekürt. Herzlichen Dank!
Der andere Preisträger ist die Site von "Human Life International Schweiz", die sich materialreich, engagiert und praktisch für den "Schutz eines jeden Menschen von der Befruchtung bis zum natürlichen Tode" einsetzt. Die haben's wirklich verdient!
Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal auf die Spendenbitte von kath.net hinweisen. Wer in diesen Tagen noch was zum Verschenken übrig hat: Hier ist es gut angelegt!
2. Januar 2005
Gotteswort in der PET-Flasche
Mit dem "Wort zum Sonntag" verbinde ich nur die ehemalige Sprecherin Oda-Gebbine Holze-Stäblein - irgendwann in den 90ern trat sie eines Samstag abends in mein Leben, um dort als Name in meinem Unterbewußten weiterzuexistieren.
Ansonsten habe ich mich nie zur Zielgruppe dieser Sendung gezählt und tue es auch jetzt nicht, da ich in der Regel sowieso eine ausführliche Sonntagspredigt abbekomme.
Im Magazin für Theologie und Ästhetik analysiert Birte Platow das "Scheitern" dieses Fernseh-Oldtimers. Lesenswert!
Mit dem "Wort zum Sonntag" verbinde ich nur die ehemalige Sprecherin Oda-Gebbine Holze-Stäblein - irgendwann in den 90ern trat sie eines Samstag abends in mein Leben, um dort als Name in meinem Unterbewußten weiterzuexistieren.
Ansonsten habe ich mich nie zur Zielgruppe dieser Sendung gezählt und tue es auch jetzt nicht, da ich in der Regel sowieso eine ausführliche Sonntagspredigt abbekomme.
Im Magazin für Theologie und Ästhetik analysiert Birte Platow das "Scheitern" dieses Fernseh-Oldtimers. Lesenswert!
"Übertragen auf das "Wort zum Sonntag" heißt das, dass es in der Art von Gott und dem Glauben sprechen soll, dass die Menschen sich angesprochen fühlen und das Gesagte verstehen. Der Alltag darf und muss also inhaltlich und sprachlich einbezogen werden. Gott und die Religion sollten aber nicht völlig auf die Ebene des Alltags gebracht werden. Das wäre, als ob man sozusagen Wein aus der PET-Flasche tränke.
Es gilt also - um bei dem eben benutzten Bild zu bleiben - ein Gefäß zu finden, das die Menschen vor dem Fernseher öffnen können und dessen Inhalt ihnen köstlich schmeckt. So könnte das "Wort zum Sonntag" tatsächlich eine Möglichkeit sein, den Glauben an Menschen vor dem Fernseher weiterzugeben und ihnen Orientierung im Alltag zu bieten."
31. Dezember 2004
Liturgielos
Zur besseren Orientierung in der liturgischen Zeit gibt es in meinem Bistum jetzt das Direktorium im Web.
Nichtsdestotrotz begehen wir in meiner Heimatpfarrei das morgige Hochfest der Gottesmutter Maria ohne Eucharistiefeier. Das bürgerliche Jahr hat Vorrang: In einer Stunde beginnt der nicht als Vorabendmesse deklarierte "Jahresschlußgottesdienst", mit Weihrauchopfer zum Totengedenken, Te Deum und Eucharistischer Aussetzung. Schön feierlich und gemütsergreifend.
Ohne mich. Ich gehe morgen fremd.
Zur besseren Orientierung in der liturgischen Zeit gibt es in meinem Bistum jetzt das Direktorium im Web.
Nichtsdestotrotz begehen wir in meiner Heimatpfarrei das morgige Hochfest der Gottesmutter Maria ohne Eucharistiefeier. Das bürgerliche Jahr hat Vorrang: In einer Stunde beginnt der nicht als Vorabendmesse deklarierte "Jahresschlußgottesdienst", mit Weihrauchopfer zum Totengedenken, Te Deum und Eucharistischer Aussetzung. Schön feierlich und gemütsergreifend.
Ohne mich. Ich gehe morgen fremd.
Jahresendlektüre
Robert Spaemann zur Vernünftigkeit des Glaubens an Gott. (Am Anfang / Welt - von Fono)
Robert Spaemann zur Vernünftigkeit des Glaubens an Gott. (Am Anfang / Welt - von Fono)
Im 3. Jahr: Highlights
Musik:
Laura Cantrell: When the Roses Bloom Again
Buddy Miller: Universal United House of Prayer
Ben Harper & The Blind Boys of Alabama: There Will Be a Light
Bücher:
Klaus Berger: Jesus
Jasper Fforde: The Eyre Affair
Peter Hoffmann: Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Brüder
Musik:
Laura Cantrell: When the Roses Bloom Again
Buddy Miller: Universal United House of Prayer
Ben Harper & The Blind Boys of Alabama: There Will Be a Light
Bücher:
Klaus Berger: Jesus
Jasper Fforde: The Eyre Affair
Peter Hoffmann: Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Brüder
30. Dezember 2004
Morituri TE salutant
Was ist es, das die Flutkatastrophe zu diesem einmaligen Schreckensereignis macht - auch für uns Deutsche, uns Nicht-Betroffene? Die riesige Zahl der Todesopfer? Das Ausmaß der Zerstörung und des menschlichen Leids? Die Plötzlichkeit des Geschehens? Das timing am 2. Weihnachtstag, mitten in die allgemeine Feststimmung? Die Blindheit, mit der "die Natur" zuschlägt? Oder ist es das Erlebnis des Ausgeliefertseins an ein Schicksal, das so gar nicht gütig oder sinnvoll sich zeigt?
Wir hätten es gern heimelig auf dieser Erde, aber damit ist es nichts. Nicht nur nach solchen Katastrophen, sondern grundsätzlich und immer. Die "Natur", das Leben, die Vorsehung, das Schicksal, der Allmächtige Gott - sie sind nicht gerecht. Nicht so, wie wir Gerechtigkeit verstehen.
"Gibt es Gott?", "Wie konnte Gott das zulassen?" - unvermeidlich werden die uralten Fragen wieder lauter gestellt. Uralte, nie verstummte Fragen, nie ein für allemal und endgültig beantwortete Fragen. Wäre die Antwort so offensichtlich oder so naheliegend ein "Nein, es gibt ihn nicht", wie es jetzt wieder scheint - dann hätte es in der menschlichen Katastrophengeschichte nie ein "Ja" geben dürfen.
Mein "Ja", mein "Nein" - beide kosten mich nichts. Nicht in diesem Augenblick, in dem ich satt in einem warmen Zimmer sitze, inmitten einer gesunden und intakten Familie, mit einem festen Einkommen, in einem der sichersten, reichsten, ungefährdetsten Länder der Erde. Aber die Opfer dieser Tage - nicht nur in Südasien, nicht nur im Irak, nicht nur drüben im Krankenhaus auf der anderen Talseite -, die Opfer früherer Tage und die Opfer von morgen und übermorgen geben ihre Antwort, schreien oder flüstern ihr "Ja", ihr "Nein", ihr "Vielleicht", ihr "Ich weiß es nicht". Und einmal werde ich zu ihnen gehören.
Ich hoffe, hoffe inständig, daß ER mir dann begegnet wie ER allen anderen Opfern begegnen möge. Und daß dann, wenigstens dann alle unsere Leiden, unsere Sorgen, unsere Schmerzen, unser Tod ihren Sinn finden und aufgehoben sind in IHM.
(Für jetzt schließe ich mich Daniel an - und Ihr alle am besten auch.)
Was ist es, das die Flutkatastrophe zu diesem einmaligen Schreckensereignis macht - auch für uns Deutsche, uns Nicht-Betroffene? Die riesige Zahl der Todesopfer? Das Ausmaß der Zerstörung und des menschlichen Leids? Die Plötzlichkeit des Geschehens? Das timing am 2. Weihnachtstag, mitten in die allgemeine Feststimmung? Die Blindheit, mit der "die Natur" zuschlägt? Oder ist es das Erlebnis des Ausgeliefertseins an ein Schicksal, das so gar nicht gütig oder sinnvoll sich zeigt?
Wir hätten es gern heimelig auf dieser Erde, aber damit ist es nichts. Nicht nur nach solchen Katastrophen, sondern grundsätzlich und immer. Die "Natur", das Leben, die Vorsehung, das Schicksal, der Allmächtige Gott - sie sind nicht gerecht. Nicht so, wie wir Gerechtigkeit verstehen.
"Gibt es Gott?", "Wie konnte Gott das zulassen?" - unvermeidlich werden die uralten Fragen wieder lauter gestellt. Uralte, nie verstummte Fragen, nie ein für allemal und endgültig beantwortete Fragen. Wäre die Antwort so offensichtlich oder so naheliegend ein "Nein, es gibt ihn nicht", wie es jetzt wieder scheint - dann hätte es in der menschlichen Katastrophengeschichte nie ein "Ja" geben dürfen.
Mein "Ja", mein "Nein" - beide kosten mich nichts. Nicht in diesem Augenblick, in dem ich satt in einem warmen Zimmer sitze, inmitten einer gesunden und intakten Familie, mit einem festen Einkommen, in einem der sichersten, reichsten, ungefährdetsten Länder der Erde. Aber die Opfer dieser Tage - nicht nur in Südasien, nicht nur im Irak, nicht nur drüben im Krankenhaus auf der anderen Talseite -, die Opfer früherer Tage und die Opfer von morgen und übermorgen geben ihre Antwort, schreien oder flüstern ihr "Ja", ihr "Nein", ihr "Vielleicht", ihr "Ich weiß es nicht". Und einmal werde ich zu ihnen gehören.
Ich hoffe, hoffe inständig, daß ER mir dann begegnet wie ER allen anderen Opfern begegnen möge. Und daß dann, wenigstens dann alle unsere Leiden, unsere Sorgen, unsere Schmerzen, unser Tod ihren Sinn finden und aufgehoben sind in IHM.
(Für jetzt schließe ich mich Daniel an - und Ihr alle am besten auch.)
29. Dezember 2004
Postrelativistische Theologie
"Wer dies etwas anders sieht, mag sich mit der in Bendel-Maidls Studie oft genug hervorgehobenen Tatsache trösten, dass nicht nur die Thomasdeutung, sondern auch ihre Historiographie mittlerweile um die eigene Historizität weiß. Man braucht kein Prophet zu sein um vorauszusagen, dass nach der derzeitigen Euphorie für das Fragmentarische, Kontingente und Subjektive in der katholischen Theologie auch wieder eine Zeit kommen wird, in der man aufs Neue diejenigen Themen entdeckt, um die Autoren vieler Jahrhunderte mit und gegen, aber nie ohne Thomas von Aquin gerungen haben: objektive Wahrheitserkenntnis, die Harmonie von Vernunft und Glaube und eine an tragfähigen metaphysischen Grundprinzipien orientierte Systematik. Das Interesse, mit dem eine Theologie der Zukunft ihre thomistische Vergangenheit rekonstruiert, könnte dann durchaus anders aussehen." (Thomas Marschler: Transformationen des Thomismus)
Der verborgene Gott
"'Es kann nichts geschehen, was Gott nicht will. Was immer er aber will, so schlimm es auch scheinen mag, es ist für uns dennoch wahrhaft das Beste.' – Tröstende Worte des heiligen Thomas Morus an seine Tochter, kurz vor seinem Martyrium. Darauf zu bauen, sozusagen mit dem eigenen Henker im Nacken, setzt einen tiefen Glauben voraus. Es ist der Glaube an einen Gott, der – trotz allem – eben nicht verborgen, sondern der uns nahe ist. 'Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir' (Apg 17, 28). Und es ist auch der Glaube an einen liebenden Gott, der seinen Sohn Jesus Christus gesandt hat, um das Übel und das Böse in der Welt – das der Natur und das von Menschen angerichtete – durch seinen Tod und seine Auferstehung zu besiegen." (K.-G. Michel in der Tagespost)
"'Es kann nichts geschehen, was Gott nicht will. Was immer er aber will, so schlimm es auch scheinen mag, es ist für uns dennoch wahrhaft das Beste.' – Tröstende Worte des heiligen Thomas Morus an seine Tochter, kurz vor seinem Martyrium. Darauf zu bauen, sozusagen mit dem eigenen Henker im Nacken, setzt einen tiefen Glauben voraus. Es ist der Glaube an einen Gott, der – trotz allem – eben nicht verborgen, sondern der uns nahe ist. 'Denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir' (Apg 17, 28). Und es ist auch der Glaube an einen liebenden Gott, der seinen Sohn Jesus Christus gesandt hat, um das Übel und das Böse in der Welt – das der Natur und das von Menschen angerichtete – durch seinen Tod und seine Auferstehung zu besiegen." (K.-G. Michel in der Tagespost)
28. Dezember 2004
Praying backwards
Ist Gebet in die Vergangenheit zurück wirksam? J.P. Bishop und V. J. Stenger sichten im British Medical Journal die Literatur und meinen:
Ist Gebet in die Vergangenheit zurück wirksam? J.P. Bishop und V. J. Stenger sichten im British Medical Journal die Literatur und meinen:
- "Claims have been made that prayer can act distant in space and time, including retroactively
- Very few studies have been done on retroactive prayer
- Studies on the effects of distant prayer are poorly designed and have weak results
- Current scientific theory does not support effectual benefit of prayer distant in space or time"
- The 7 Great Prayers - Pray these 7 prayers everyday for an abundant & blessed life. www.prayerpower.com
- May we pray with you? - Immediate, confidential prayer 24/7 for people of all faiths. www.unityonline.org
- Liturgy of Hours Editions - ACP offers you many versions. Online orders get free shipping! www.booksite.com/texis/scripts
- PrayerSurfers - Make your requests, and/or join our Christian people of faith in prayer. www.prayersurfers.org
Die Päpste des 20. Jahrhunderts
"'Noch niemals hat irgendwer auf der Welt einen Ratschlag aus der Zeitung befolgt', sagte die Frau, 'jeder Leser weiß instinktiv, dass jede Art von Artikel meilenweit von jeder Art von Realität entfernt ist, reine Unterhaltung.'
'Es ist nicht so schlimm, wie du denkst. Ich bemühe mich jedenfalls unablässig, Maßstäbe zur Erfassung der Wirklichkeit einfließen zu lassen. Jetzt, wo sich das Pontifikat Johannes Pauls II. seinem Ende entgegenneigt, wäre es lohnend, einmal zu untersuchen, wie sich mit welchem Ergebnis unter den Päpsten des 20. Jahrhunderts die Brillenträger von den Amtsträgern ohne Brille unterschieden haben. Jeder sieht sofort, dass die hohe, spitze Mitra des Papstes mit einer Brille schlecht zusammenpasst. Das Jahrhundert begann mit Pius X. zwar noch ohne Brille, der Weltkriegspapst allerdings trug schon Brille, Pius XI. und Pius XII. waren in einem Ausmaß Brillenträger, dass der Letztere auf seinem Denkmal sogar noch eine Bronze-Brille trägt, Johannes XXIII. zwar ohne Brille, dafür aber Paul VI. und Johannes Paul I. wieder mit Brille, und erst mit Johannes Paul II. klingt das Jahrhundert brillenlos aus.'"(aus Martin Mosebach: Wozu braucht man eine Zeitung? / taz 4.12.04)
"The Holy Apostolic Cafeteria"
Den richtig römisch-katholischen Kaffee gibt es nur da: im, nein: auf dem Petersdom. (via TSOTHW)
Den richtig römisch-katholischen Kaffee gibt es nur da: im, nein: auf dem Petersdom. (via TSOTHW)
27. Dezember 2004
"O nein"
Wer "gut, ganz und schön" zur Welt kommt, braucht keine Taufe mit sakramentaler Weißwaschwirkung. Vielleicht früher, aber nicht heute, wo das schreckliche, blutige, wüste 20. Jahrhundert vorüber und das schöne, neue Millennium angebrochen ist. Da reicht angenehm vorgewärmtes und psychohygienisch verdünntes Taufwasser:
Wer "gut, ganz und schön" zur Welt kommt, braucht keine Taufe mit sakramentaler Weißwaschwirkung. Vielleicht früher, aber nicht heute, wo das schreckliche, blutige, wüste 20. Jahrhundert vorüber und das schöne, neue Millennium angebrochen ist. Da reicht angenehm vorgewärmtes und psychohygienisch verdünntes Taufwasser:
"Publik-Forum: Das Wasser der Taufe soll also keine Sünden mehr abwaschen?
Moltmann-Wendel: O nein. Der Sinn der Taufe ist aus heutiger Sicht ein anderer: Das Wasser ist ein Ursinnbild des Lebens, wie es fließt, wie es sich ergießt. Das Taufwasser ist also ein Symbol dafür, dass das Kind hineingenommen wird in dieses Leben, mit seiner Familie und seinen Paten. Und es kann in diesem Strom des Lebens aufwachsen, sich entfalten und gedeihen und damit Gottes nährende Kräfte erfahren. Die alten Vorstellungen, nach denen das Kind von der Erbsünde reingewaschen wird, sollten wir aus unserem christlichen Gedankengut tilgen. Und wir können wieder bei dem Gedanken ansetzen, dass wir gut, ganz und schön auf diese Welt gekommen sind.
(...)
Publik-Forum: Was wäre das Christliche an einer so verstandenen Taufe?
Moltmann-Wendel: Es hieße, das neugeborene Kind und uns selbst als Geborene mit all unseren göttlichen Segensgaben anzunehmen – wie wir es auch an Weihnachten feiern: der Geborene in der Krippe." (Ein ganz anderes Bild vom Leben - Interview mit Elisabeth Moltmann-Wendel)
Wie das Christentum zum zweiten Mal nach Deutschland kam
Deutsche fischen für Gottes Botschaft (Welt)
Deutsche fischen für Gottes Botschaft (Welt)
24. Dezember 2004
"Lasset uns beten
nein
nie mehr
nicht beten
auch nicht an
Weihnachten
nie mehr
ich bin nämlich
gestorben
weißt du
mein Schöpfer
Geliebter
du weißt es
ich starb
das weißt du
am besten
es ist aus
mit dem Beten
etwas anderes
etwas ganz anderes ist
dein immer
Türauf
und Hereinkommen
von Ewigkeit
zu Ewigkeit
Amen"
(Silja Walter: Eintreten - wohin Eintreten: keine Messgebete)
"Und wegen seiner Herabkunft dürfen wir uns Gott nicht länger unvollkommen wünschen, unsere Erlösung ist nicht mehr eine Frage des Strebens nach ihm, sondern eine der Hingabe an ihn, der immer und überall gegenwärtig ist. Deshalb beten wir jeden Augenblick, daß wir, ihm folgend, aus unserer Angst in seinen Frieden scheiden dürfen." (W. H. Auden: Hier und jetzt: ein Weihnachtsoratorium)
Allen regelmäßigen Lesern und zufälligen Besuchern, allen Freunden und Blogkollegen - Euch und Euren Lieben frohe und gesegnete Weihnachten!
nein
nie mehr
nicht beten
auch nicht an
Weihnachten
nie mehr
ich bin nämlich
gestorben
weißt du
mein Schöpfer
Geliebter
du weißt es
ich starb
das weißt du
am besten
es ist aus
mit dem Beten
etwas anderes
etwas ganz anderes ist
dein immer
Türauf
und Hereinkommen
von Ewigkeit
zu Ewigkeit
Amen"
(Silja Walter: Eintreten - wohin Eintreten: keine Messgebete)
"Und wegen seiner Herabkunft dürfen wir uns Gott nicht länger unvollkommen wünschen, unsere Erlösung ist nicht mehr eine Frage des Strebens nach ihm, sondern eine der Hingabe an ihn, der immer und überall gegenwärtig ist. Deshalb beten wir jeden Augenblick, daß wir, ihm folgend, aus unserer Angst in seinen Frieden scheiden dürfen." (W. H. Auden: Hier und jetzt: ein Weihnachtsoratorium)
Allen regelmäßigen Lesern und zufälligen Besuchern, allen Freunden und Blogkollegen - Euch und Euren Lieben frohe und gesegnete Weihnachten!
22. Dezember 2004
Deutsche Christen 2004
Wenn Sechst-Klässer in Anwesenheit von mindestens zehn Lehrern über Kirchenbänke turnen und der Schulleiter kurz danach dem Ortspfarrer dankt, daß er den "sakralen Raum" für das Konzert zur Verfügung gestellt hat - dann wird es Weihnachten in Deutschland.
Wenn der Fineliner, den das Pfarramt den Ehrenamtlichen zu Weihnachten schenkt, auf der Schutzkappe eine komplette Darstellung der Geburtsszene trägt - dann trauert man dem Bilderverbot anderer Monotheisten nach.
Wenn Sechst-Klässer in Anwesenheit von mindestens zehn Lehrern über Kirchenbänke turnen und der Schulleiter kurz danach dem Ortspfarrer dankt, daß er den "sakralen Raum" für das Konzert zur Verfügung gestellt hat - dann wird es Weihnachten in Deutschland.
Wenn der Fineliner, den das Pfarramt den Ehrenamtlichen zu Weihnachten schenkt, auf der Schutzkappe eine komplette Darstellung der Geburtsszene trägt - dann trauert man dem Bilderverbot anderer Monotheisten nach.
Weihnachten und Wahrheit
Die Rezension von Klaus Bergers Jesus-Buch in der Zeit:Eckard Nordhofen: Das Wort ist Fleisch geworden (via Katholisches Notizbuch)
Die Rezension von Klaus Bergers Jesus-Buch in der Zeit:Eckard Nordhofen: Das Wort ist Fleisch geworden (via Katholisches Notizbuch)
"Wenn der Alltagsverstand und die empiristischen Konzepte der Realität darauf geeicht sind, nur physische Realität zu akzeptieren, dann sprengt die Intention der biblischen Erzählungen gezielt diesen Grenzzaun. Berger zeigt überzeugend, dass die Speerspitze der Wundererzählung ins Herz der Normalität zielt. Ein Dornbusch, der brennt und nicht verbrennt, ist eine Manifestation gegen den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik. Genauso wenig kann eine Jungfrau ein Kind bekommen. Der Herr Kaplan wusste es übrigens in der letzten Weihnachtspredigt besser. Es handele sich um eine junge Frau, nicht um eine Jungfrau. »Was regt ihr euch auf?«
Weil solche verbilligenden Rationalisierungen genau das beseitigen, worauf die Erzähler der Wundergeschichten hinauswollen, stoßen sie die Realpräsenz Gottes, die in diesen paradoxen Ereignissen enthalten war, ab wie ein fremdes Implantat. Sind die Berichte des Neuen Testaments wahr?, so lautete 2002 ein anderer Buchtitel Bergers. Dort redet er von der »Dimension der mystischen Fakten«.
Was ist ein mystisches Faktum? Im Unterschied zu dem, was wir sonst ein Faktum nennen, ist es nichts zum Anfassen. »Fass mich nicht an!«, sagt der Auferstandene zu Maria Magdalena am Ostermorgen. Was sich entzieht, kann dennoch Spuren hinterlassen. Dann ist es wirklich geworden. Berger: »Verklärung halte ich nicht für eine physikalische Realität, und ich mache nicht die potenzielle Fotografierbarkeit zum Maßstab dessen, was ich für wirklich halten darf. Es ist aus meiner Sicht eine Erfahrung in Raum und Zeit, aber an deren Rande, denn mit den Mitteln der Kausalität ist dieses Geschehen nicht zu erklären.«
Die Zeichenpraxis der christlichen Kirche hat als spezielle Antwort auf das Medienproblem des Monotheismus ein eigenes Alphabet ausgebildet. Es ist nach der Grammatik der Inkarnation konstruiert. Jesus, das Fleisch gewordene Wort, ist, anders als Schrift, das, was es bedeutet. Zeichen und Bedeutung fallen zusammen. Das ist die Definition des Sakraments. In diesem Sinn könnte die Art, wie Klaus Berger die Wirklichkeit der Wunder deutet, sakramental genannt werden."
21. Dezember 2004
Gräfin Schönfeldt empfiehlt: Hauptsache Mantel!
"DIE WELT: Welche Kleidung sollte man beim Besuch der Christmette in der Kirche tragen?
Schönfeldt: Es empfiehlt sich ein warmer Mantel, denn die meisten Kirchen sind nicht oder ungenügend geheizt. Sonst ist die Kleidung völlig egal. Allerdings ist der Kirchenbesuch am Heiligen Abend keine Modenschau. Es geht um den religiösen Kern." (Der kleine Weihnachts-Knigge in der Welt)
"DIE WELT: Welche Kleidung sollte man beim Besuch der Christmette in der Kirche tragen?
Schönfeldt: Es empfiehlt sich ein warmer Mantel, denn die meisten Kirchen sind nicht oder ungenügend geheizt. Sonst ist die Kleidung völlig egal. Allerdings ist der Kirchenbesuch am Heiligen Abend keine Modenschau. Es geht um den religiösen Kern." (Der kleine Weihnachts-Knigge in der Welt)
20. Dezember 2004
Web-Anbetung
Only in America: Eine Webcam als Beitrag zum Jahr der Eucharistie.
Das "Ich schaue IHn an - ER schaut mich an" jenes französischen Bauern - "funktioniert" das hier auch?
Only in America: Eine Webcam als Beitrag zum Jahr der Eucharistie.
Das "Ich schaue IHn an - ER schaut mich an" jenes französischen Bauern - "funktioniert" das hier auch?
2005 - Balthasar-Jahr
Nach dem Rahner-Jahr 2004 kommt 2005 der 100. Geburtstag seines großen Antipoden Hans Urs von Balthasar auf uns zu. Das öffentliche Medien-Tamtam wird um einiges leiser sein - HUvB war nicht zeitgenössisch wie Rahner und trieb sich seltener an den bekannten Frontabschnitten der innerkirchlichen Auseinandersetzungen (Vat II, Würzburger Synode, Katholikentage) herum - und wenn doch, dann meistens auf der verkehrten Seite.
Manfred Lochbrunner, ein ausgewiesener Balthasar-Kenner, stellt in der Tagespost vier neu aufgelegte Werke des Priester-Theologen-Gemeinschaftsgründer-Verlegers Balthasar vor. Zum Kennenlernen sind diese vier imho aber weniger geeignet. Meine Empfehlungen für diesen Zweck:
Nach dem Rahner-Jahr 2004 kommt 2005 der 100. Geburtstag seines großen Antipoden Hans Urs von Balthasar auf uns zu. Das öffentliche Medien-Tamtam wird um einiges leiser sein - HUvB war nicht zeitgenössisch wie Rahner und trieb sich seltener an den bekannten Frontabschnitten der innerkirchlichen Auseinandersetzungen (Vat II, Würzburger Synode, Katholikentage) herum - und wenn doch, dann meistens auf der verkehrten Seite.
Manfred Lochbrunner, ein ausgewiesener Balthasar-Kenner, stellt in der Tagespost vier neu aufgelegte Werke des Priester-Theologen-Gemeinschaftsgründer-Verlegers Balthasar vor. Zum Kennenlernen sind diese vier imho aber weniger geeignet. Meine Empfehlungen für diesen Zweck:
18. Dezember 2004
Neues vom Märtyrer der professoralen Lehrfreiheit
Weil das Katholisches Notizbuch gefragt hat und der Herr Professor Küng aktuell wieder ein paar Nebelkerzen ("juristisch anfechtbar, theologisch unbegründet und politisch kontraproduktiv") in die Vergangenheit wirft: Kuckst Du hier, wenn Du wissen willst, warum er damals die Kirchliche Lehrbefugnis verloren hat.
Ich stell mir immer mal wieder gerne eine Kirche vor, in der Hans Küng Papst wäre. Jede Wette, daß die nicht liberal wäre... Von rechtgläubig ganz zu schweigen.(Neuhaus' Law: "Where orthodoxy is optional, orthodoxy will sooner or later be proscribed.")
Weil das Katholisches Notizbuch gefragt hat und der Herr Professor Küng aktuell wieder ein paar Nebelkerzen ("juristisch anfechtbar, theologisch unbegründet und politisch kontraproduktiv") in die Vergangenheit wirft: Kuckst Du hier, wenn Du wissen willst, warum er damals die Kirchliche Lehrbefugnis verloren hat.
Ich stell mir immer mal wieder gerne eine Kirche vor, in der Hans Küng Papst wäre. Jede Wette, daß die nicht liberal wäre... Von rechtgläubig ganz zu schweigen.(Neuhaus' Law: "Where orthodoxy is optional, orthodoxy will sooner or later be proscribed.")
17. Dezember 2004
Politisch korrekte Weihnachtskarten
Jens Jessen liest in der Zeit die Partei-Karten.
Klar, daß die Parteien das gleiche Problem haben wie wir in der freien Wirtschaft Tätige: Was wünschen wir anderen zu Weihnachten? Dürfen wir das überhaupt? Sind "Weihnachtstage" noch in der Schnittmenge gesellschaftlich geteilter Begriffe enthalten? Bleibt dem wohlgesitteten Deutschen, der keinem zu nahe treten möchte, nicht doch nur der Gruß zum Jahreswechsel?
Jens Jessen liest in der Zeit die Partei-Karten.
Klar, daß die Parteien das gleiche Problem haben wie wir in der freien Wirtschaft Tätige: Was wünschen wir anderen zu Weihnachten? Dürfen wir das überhaupt? Sind "Weihnachtstage" noch in der Schnittmenge gesellschaftlich geteilter Begriffe enthalten? Bleibt dem wohlgesitteten Deutschen, der keinem zu nahe treten möchte, nicht doch nur der Gruß zum Jahreswechsel?
16. Dezember 2004
Oooh, wie schön
Von 18.00 - 22.00 Uhr Mountain Standard Time (GMT-8) kann man bei Alek und seiner Familie in Boulder, CO, die Lichter am Weihnachtshaus an- und ausschalten.
Von 18.00 - 22.00 Uhr Mountain Standard Time (GMT-8) kann man bei Alek und seiner Familie in Boulder, CO, die Lichter am Weihnachtshaus an- und ausschalten.
Let's dance
Weg mit diesem nüchternen, wortzentrierten Christentum! Der Curt Jester zeigt uns, wie der dominikanische Vespertanz geht.
Weg mit diesem nüchternen, wortzentrierten Christentum! Der Curt Jester zeigt uns, wie der dominikanische Vespertanz geht.
Reiche junge Männer
Jesus und Juwelen - Wie amerikanische Rapper mit Gospel und Glaube flirten im heutigen NZZ-Feuilleton.
Dürfen die das? Neben money for nothing and chicks for free auch noch das Heil geschenkt?
Irgendwann kommt für jeden der Moment, wo er die Wahl hat, traurig wegzugehen.
Aber das muß beim sonstigen Ausmaß der göttlichen Geduld auch wieder nicht das letzte Wort sein.
Jesus und Juwelen - Wie amerikanische Rapper mit Gospel und Glaube flirten im heutigen NZZ-Feuilleton.
Dürfen die das? Neben money for nothing and chicks for free auch noch das Heil geschenkt?
Irgendwann kommt für jeden der Moment, wo er die Wahl hat, traurig wegzugehen.
Aber das muß beim sonstigen Ausmaß der göttlichen Geduld auch wieder nicht das letzte Wort sein.
Der Gottesbeweis des Futur Exakt
Dorothea Treder referiert einen Vortrag von Robert Spaemann: Hinweise auf den göttlichen Ursprung in der Tagespost.
Dorothea Treder referiert einen Vortrag von Robert Spaemann: Hinweise auf den göttlichen Ursprung in der Tagespost.
15. Dezember 2004
Adamstränen in Evas Plastikschoß
Harte Männer weinen nicht, und falls doch, importieren sie vorab am besten einen Frauenschoß aus Japan. (BBC)
Harte Männer weinen nicht, und falls doch, importieren sie vorab am besten einen Frauenschoß aus Japan. (BBC)
14. Dezember 2004
Wasser auf, einfach bereuen und - sauber
Lutherischer Beichtersatz - unaufwendig im Einsatz, mit angenehmem Weihrauchduft und 98,9 %iger Schuldreduktionswirkung. Besser machen's nur die papistischen Pfaffen.
Im Old Lutheran Shop gibt es noch ein ganze Anzahl anderer nützlicher Dinge für die "catholically handicapped".
Lutherischer Beichtersatz - unaufwendig im Einsatz, mit angenehmem Weihrauchduft und 98,9 %iger Schuldreduktionswirkung. Besser machen's nur die papistischen Pfaffen.
Im Old Lutheran Shop gibt es noch ein ganze Anzahl anderer nützlicher Dinge für die "catholically handicapped".
Mehr Kohle durch weniger Dummheit
Kultur des Todes: Die freiwillige Bewegung zur Ausrottung der Menschheit. (via Shrine of the Holy Whapping)
Kultur des Todes: Die freiwillige Bewegung zur Ausrottung der Menschheit. (via Shrine of the Holy Whapping)
"Die langsame Ausrottung der menschlichen Rasse durch freiwilliges Aufgeben der Fortpflanzung wird es dem Leben auf der Erde ermöglichen, wieder einen gesunden Zustand zu erreichen. Die Enge und die Rohstoffknappheit werden nachlassen, wenn unsere Zahl und unsere Dummheit zurückgehen."
Engelsmusik
Der Schallplattenmann bewertet das Album als "potentiellen Meilenstein", bei HR2 ist es die "CD der Woche" und die Experten der Country Music News greifen zu theologischen Begriffen, um das Phänomen Alison Krauss zu verstehen: eine "kleine Offenbarung" sei auch ihre und ihrer Band Union Station jüngste CD "Lonely Runs Both Ways".
So ähnlich wie Alison müssen die Engel wohl klingen, und perfekter als Ron, Dan, Jerry und Barry können auch die Seraphim ihre Saiten kaum zupfen.
Irdischer Lohn für die himmlische Musik waren bisher 17 Grammies - mehr als jede andere Künstlerin. Und die Dame ist gerade mal 33 Jahre.
Der Schallplattenmann bewertet das Album als "potentiellen Meilenstein", bei HR2 ist es die "CD der Woche" und die Experten der Country Music News greifen zu theologischen Begriffen, um das Phänomen Alison Krauss zu verstehen: eine "kleine Offenbarung" sei auch ihre und ihrer Band Union Station jüngste CD "Lonely Runs Both Ways".
So ähnlich wie Alison müssen die Engel wohl klingen, und perfekter als Ron, Dan, Jerry und Barry können auch die Seraphim ihre Saiten kaum zupfen.
Irdischer Lohn für die himmlische Musik waren bisher 17 Grammies - mehr als jede andere Künstlerin. Und die Dame ist gerade mal 33 Jahre.
13. Dezember 2004
Literarische Hochfeste
"Lust, Last und eine Portion List sind die Zutaten jährlich wiederkehrender Feiertage, die im Familienkreis begangen werden. Familiäre (Selbst-)Täuschungen als Versuche, den Lebenskampf mittels eines religiös abgesicherten Rituals für einen Moment festlicher Entspannung zu unterbrechen, sind auch ein beliebtes literarisches Motiv. Drei Romane aus den USA zeigen exemplarisch, wie in Zeiten weitgehender Verweltlichung christliche Inhalte mit der Familienthematik verwoben werden." (Thomas Hermann: Familien - Feste - Feiern: Literarische Verarbeitungen christlicher Feiertage -NZZ Online)
"Lust, Last und eine Portion List sind die Zutaten jährlich wiederkehrender Feiertage, die im Familienkreis begangen werden. Familiäre (Selbst-)Täuschungen als Versuche, den Lebenskampf mittels eines religiös abgesicherten Rituals für einen Moment festlicher Entspannung zu unterbrechen, sind auch ein beliebtes literarisches Motiv. Drei Romane aus den USA zeigen exemplarisch, wie in Zeiten weitgehender Verweltlichung christliche Inhalte mit der Familienthematik verwoben werden." (Thomas Hermann: Familien - Feste - Feiern: Literarische Verarbeitungen christlicher Feiertage -NZZ Online)
11. Dezember 2004
Für mehr als einen guten Zweck
Weil sich so manche Wölfe schon klammheimlich die Hände reiben und auf ungestörtes Weiterjagen im Schafspelz freuen: Jetzt erst recht für kath.net spenden!
kath.net ist für mich eine der wichtigsten Stimmen eines Katholizismus von unten - umso mehr als sie von außerhalb der Apparate und Establishments kommt. Deshalb muß es weitergehen.
Weil sich so manche Wölfe schon klammheimlich die Hände reiben und auf ungestörtes Weiterjagen im Schafspelz freuen: Jetzt erst recht für kath.net spenden!
kath.net ist für mich eine der wichtigsten Stimmen eines Katholizismus von unten - umso mehr als sie von außerhalb der Apparate und Establishments kommt. Deshalb muß es weitergehen.
Die letzte Vision
Peter Seewald in Chrismon und kath.net:
Peter Seewald in Chrismon und kath.net:
"In unseren Tagen erwarten wir von den Hirten der Kirche zu Recht unübersehbare Zeichen, die der Geschichtlichkeit der Stunde entsprechen. Eine Art Perestroika des Christentums. Schließlich ist mit der Sache Jesu die letzte Vision verbunden, die uns noch geblieben ist. Die Frage ist ja gar nicht: Hat das Christentum noch eine Chance in dieser Gesellschaft? Die Frage ist in Wahrheit: Hat die Gesellschaft noch eine Chance ohne das Christentum? Das Ding ist nur: Wir haben aus dem Evangelium eine Veranstaltung gemacht, die sich mit allem anfreundet, was das Leben irgendwie bequemer macht. Es ist ein Wir-tun-nur-noch-so-als-ob-Christentum. (...)
Es gibt einen Traum: Könnte man nicht auch, um ein Wort Willy Brandts zu nutzen, wieder mehr Glauben wagen? Wieder damit beginnen, zusammenzufügen, was zusammen gehört? Glauben und Leben. Gott und die Welt. Die Botschaft des Evangeliums neu zu entdecken. Als Hilfe zur Selbsthilfe. Seine unendliche Kraft. Seine unendliche Weisheit. Seine unendliche Barmherzigkeit. "Rufe mich, und ich werde dir antworten", heißt es im Buch der Bücher. Dann könnte sich auch herumsprechen, dass wir längst nicht mehr nur in der Zeit nach Christus leben, sondern bereits wieder, mehr und mehr, in der Zeit vor ihm. Und wer weiß, möglicherweise bekommen wir dann nach den ideologischen Verkrampfungen des letzen Jahrhunderts endlich wieder einen klareren Blick auf die ganze Größe des Mysteriums Jesu. Mehr erschrecken als über die uns so plagenden Zweifel könnten wir dann freilich über die Feststellung: Ja, es stimmt. Alles ist wahr. "
Nicht E!
Definitiv ein erweitertes Verständnis von klassischer Musik hatte jener Angestellte im Plattenladen, der die Best-of-CD von Buckwheat Zydeco in die E-Sektion einsortierte. Beim nächsten Mal besser aufs Bild statt auf den Titel ("Classics") achten! Die Wahrscheinlichkeit, daß so ein Bild eine Klassik-CD ziert, geht gegen Null.
Definitiv ein erweitertes Verständnis von klassischer Musik hatte jener Angestellte im Plattenladen, der die Best-of-CD von Buckwheat Zydeco in die E-Sektion einsortierte. Beim nächsten Mal besser aufs Bild statt auf den Titel ("Classics") achten! Die Wahrscheinlichkeit, daß so ein Bild eine Klassik-CD ziert, geht gegen Null.
9. Dezember 2004
Never-Ending Tour
Das "belief system" des Bob Dylan: Nach den ersten drei Teilen nun der 30-Seiten-Artikel über die 90er Jahre in Jewsweek.
Das "belief system" des Bob Dylan: Nach den ersten drei Teilen nun der 30-Seiten-Artikel über die 90er Jahre in Jewsweek.
"It would be, no doubt, a difficult task to divorce Dylan's essence as an artist from the biblical tradition. His composition 'Things Have Changed' was, according to Rolling Stone, 'one of those grim, intense Book of Deuteronomy howls he comes up with whenever he's in the mood to make all other rock & roll singers sound like scared kittens.'
That's the thing with Bob Dylan. How many rock and rollers are doing what he's doing Who else is raising support for an Orthodox Jewish organization, or singing about Jesus, or continually mining the depths of American roots music, or performing within the confines of a county fairground, or before the Pope, or in a casino in Atlantic City, or is the subject of academic theses?"
Religiös, missionarisch, eifernd
- so sieht eine liberale Muslimin, die u.a. Kolumnistin der New York Times ist, West-Europas öffentliche Religion, den Säkularismus. Nur das F-Wort vermeidet sie noch gerade. Dafür sieht sie in der Religion "gerade für die Rationalisten unter uns" einen "Segen". (Nochmal in der Welt)
- so sieht eine liberale Muslimin, die u.a. Kolumnistin der New York Times ist, West-Europas öffentliche Religion, den Säkularismus. Nur das F-Wort vermeidet sie noch gerade. Dafür sieht sie in der Religion "gerade für die Rationalisten unter uns" einen "Segen". (Nochmal in der Welt)
"Wo hat denn überhaupt ein ernsthafter Dialog stattgefunden?"
Deutliche Kardinalsworte zum interreligiösen "Gequatsche" (O-Ton Lehmann - wieder in der Welt)
Deutliche Kardinalsworte zum interreligiösen "Gequatsche" (O-Ton Lehmann - wieder in der Welt)
"Was macht das Leben lebenswert?"
3,5 MB Antworten bekannter deutscher Normalos. (Welt)
Bemerkenswert ist schon einmal, daß die Damen und Herren das Leben immerhin für lebenswert halten - was ja an sich nicht selbstverständlich ist. Aber da mag die Stichprobe nicht repräsentativ sein. Jennifer Nitsch z.B. konnte nicht mehr befragt werden.
3,5 MB Antworten bekannter deutscher Normalos. (Welt)
Bemerkenswert ist schon einmal, daß die Damen und Herren das Leben immerhin für lebenswert halten - was ja an sich nicht selbstverständlich ist. Aber da mag die Stichprobe nicht repräsentativ sein. Jennifer Nitsch z.B. konnte nicht mehr befragt werden.
8. Dezember 2004
"To die by light"
"Because my will is simple as a window
And knows no pride of original birth,
It is my life to die, like glass, by light:
Slain in the strong rays of the bridegroom sun.
Because my love is simple as a window
And knows no shame of original dust,
I longed all night, (when I was visible) for dawn my death:
When I would marry day, my Holy Spirit:
And die by transsubstantiation into light."
(Thomas Merton: The Blessed Virgin Mary Compared to a Window (1944))
Mehr Mariengedichte von Thomas Merton gibt es hier.
"Because my will is simple as a window
And knows no pride of original birth,
It is my life to die, like glass, by light:
Slain in the strong rays of the bridegroom sun.
Because my love is simple as a window
And knows no shame of original dust,
I longed all night, (when I was visible) for dawn my death:
When I would marry day, my Holy Spirit:
And die by transsubstantiation into light."
(Thomas Merton: The Blessed Virgin Mary Compared to a Window (1944))
Mehr Mariengedichte von Thomas Merton gibt es hier.
7. Dezember 2004
Basteln am Märtyrermythos
Si TAZuisses, Hasenhüttl, non ridiculus fuisses.(Auf deutsch: Hättste bloß den Mund gehalten, Gotthold, wärest Du nicht lächerlich geworden.)
Wer Bücher mit Titeln wie "Formen kirchlicher Ketzerbewältigung" oder "Freiheit in Fesseln" schreibt - muß der sich nicht ganz tief innen danach sehnen, ernst genommen zu werden? Will der nicht auch selber einmal als gefesselter Ketzer am katholischen Pranger stehen? Wo keiner mehr den Scheiterhaufen schichtet, bleibt unserem Helden nur noch das Beinahe-Martyrium: die Flucht in die kritische Öffentlichkeit.
Doch "mein Gerechter" wird noch mehr leiden müssen, unweigerlich: Die letzte und höchste Stufe des Martyriums besteht im Vergessenwerden, im Verschwinden aus ebendieser Öffentlichkeit. Auch die TAZ wird ihn verlassen, und "Wir-sind-auch-noch-irgendwie-Kirche" findet bald andere Gallionsfiguren. Die Auslöschung des Ketzers durch Verschweigen - bald, allzu bald wird ihn dies Schicksal treffen, fürchte ich. Und wir alle werden gähnen, wenn wir seinen Namen hören: "Gotthold Nathan Ambrosius Hasenhüttl".
Si TAZuisses, Hasenhüttl, non ridiculus fuisses.(Auf deutsch: Hättste bloß den Mund gehalten, Gotthold, wärest Du nicht lächerlich geworden.)
Wer Bücher mit Titeln wie "Formen kirchlicher Ketzerbewältigung" oder "Freiheit in Fesseln" schreibt - muß der sich nicht ganz tief innen danach sehnen, ernst genommen zu werden? Will der nicht auch selber einmal als gefesselter Ketzer am katholischen Pranger stehen? Wo keiner mehr den Scheiterhaufen schichtet, bleibt unserem Helden nur noch das Beinahe-Martyrium: die Flucht in die kritische Öffentlichkeit.
Doch "mein Gerechter" wird noch mehr leiden müssen, unweigerlich: Die letzte und höchste Stufe des Martyriums besteht im Vergessenwerden, im Verschwinden aus ebendieser Öffentlichkeit. Auch die TAZ wird ihn verlassen, und "Wir-sind-auch-noch-irgendwie-Kirche" findet bald andere Gallionsfiguren. Die Auslöschung des Ketzers durch Verschweigen - bald, allzu bald wird ihn dies Schicksal treffen, fürchte ich. Und wir alle werden gähnen, wenn wir seinen Namen hören: "Gotthold Nathan Ambrosius Hasenhüttl".
Cur Deus Homo?
Beim Abendspaziergang durch die von tausenden kleinen Lichtern erhellten Straßen denke ich mir, daß sich doch schon allein deswegen die Inkarnation des Gottessohnes gelohnt hat.
Beim Abendspaziergang durch die von tausenden kleinen Lichtern erhellten Straßen denke ich mir, daß sich doch schon allein deswegen die Inkarnation des Gottessohnes gelohnt hat.
Mater Ecclesiae
Rechtzeitig zum morgigen Hochfest ein Artikel von Achim Dittrich in der Tagespost: Ist Maria die "Mutter der Kirche"?
Fazit: Mancherorts ja, in deutschen Landen eher weniger. Matthias Josef Scheeben und Ulrich Wilckens stimmen in ökumenischer Eintracht zu, während Karl Rahner zögert. Hat eigentlich mal jemand die Dame selber gefragt? Ich stelle mir vor, daß sie mit einem weiblich-kräftigen "Sehr gerne!" die Einladung annimmt und gleich mit der Erziehung beginnt.
Rechtzeitig zum morgigen Hochfest ein Artikel von Achim Dittrich in der Tagespost: Ist Maria die "Mutter der Kirche"?
Fazit: Mancherorts ja, in deutschen Landen eher weniger. Matthias Josef Scheeben und Ulrich Wilckens stimmen in ökumenischer Eintracht zu, während Karl Rahner zögert. Hat eigentlich mal jemand die Dame selber gefragt? Ich stelle mir vor, daß sie mit einem weiblich-kräftigen "Sehr gerne!" die Einladung annimmt und gleich mit der Erziehung beginnt.
"Das Zweite Vatikanum hat in „Lumen Gentium“ VIII die Beziehungseinheit von Christus – Maria – Kirche dargelegt, Paul VI. hat diesen Zusammenhang im Titel „Mutter der Kirche“ zusammengefasst. Kann Maria nicht heute, vierzig Jahre nach der Proklamation der „Mater Ecclesiae“ und in Zeiten starker zentrifugaler Kräfte, auch im deutschen Sprachbereich ohne Ressentiment als „Mutter der Kirche“ angesprochen werden, um zusammenzuhalten, was zusammengehört: Christus, Maria, Kirche? Um den strittigen Titel theologisch annehmen zu können, wäre es nötig, ohne Abstriche die Lehre von der Unbefleckt Empfangenen und ihrer Aufnahme in den Himmel zu rezipieren, da diese die sichere Basis des durch das Zweite Vatikanum dargelegten Mariengeheimnisses ist."
Gegenstände auf der Autobahn
Eine Website, die eingestandenermaßen auf einen "kuriosen Gedanken" zurückgeht: Ladungsverlust.de.
Eine Website, die eingestandenermaßen auf einen "kuriosen Gedanken" zurückgeht: Ladungsverlust.de.
4. Dezember 2004
Ein Fall für Catholicism Wow
"Heilige als Comic-Helden", eine Zeitschriftenkritik von Georg Alois Oblinger in der im Jungen Freiheit über das NET-Magazin.
Oder hab ich das überlesen?
"Heilige als Comic-Helden", eine Zeitschriftenkritik von Georg Alois Oblinger in der im Jungen Freiheit über das NET-Magazin.
Oder hab ich das überlesen?
I'll never get out of this world alive
Wer hätte das gedacht? Karl Rahner coverte 1966 Hank Williams!
Wer hätte das gedacht? Karl Rahner coverte 1966 Hank Williams!
"Wir sind lebenslang im Advent, denn wir Christen erwarten den, der da noch kommen soll. Erst dann werden wir recht bekommen. Vorher aber scheint die Welt recht zu haben. Sie wird lachen, ihr werdet weinen, sagte der Herr. Wir sitzen auch im Kerker: im Gefängnis des Todes, der unbeantworteten Fragen, der eigenen Schwäche, der eigenen Erbärmlichkeit, der Not und der Lebenstragik. Wir kommen lebendig nicht heraus. Aber die Boten unseres Glaubens und unseres Gebetes wollen wir jeden Tag dem entgegenschicken, der von dannen kommen wird zu richten die Lebendigen und die Toten. Diese adventlichen Boten werden immer zurückkommen mit der Antwort: Siehe, ich komme; selig, wer an mir nicht irre wird." (Karl Rahner: Festzeit des Glaubens - eine Predigt zu Mt 11, 2-10.- in: Glaube, der die Erde liebt.- Freiburg: Herder, 1966, S. 16)
3. Dezember 2004
"Dein Reich komme" - aber bitte all-inclusive!
Und ist es nicht auch schon da, gegenwärtig unter uns, zum Bespiel in solchen von der römischen Amtskirche verachteten und überhaupt nicht ernst genommenen Kirchen wie der Internationalen Liberal-Katholischen Kirche? (via Fr. Bryce)
Ist nicht Gottes Reich vor allem da, wo Menschen nicht mehr geknechtet und zu einem Bekenntnis gezwungen werden, das sie nicht teilen und in ihrem Herzen und Leben erleben? Gottes Reich ist dort, wo Christen über sich sagen können:
Und ist es nicht auch schon da, gegenwärtig unter uns, zum Bespiel in solchen von der römischen Amtskirche verachteten und überhaupt nicht ernst genommenen Kirchen wie der Internationalen Liberal-Katholischen Kirche? (via Fr. Bryce)
Ist nicht Gottes Reich vor allem da, wo Menschen nicht mehr geknechtet und zu einem Bekenntnis gezwungen werden, das sie nicht teilen und in ihrem Herzen und Leben erleben? Gottes Reich ist dort, wo Christen über sich sagen können:
"Die Liberal-Katholische Kirche erlaubt ihren Laien völlige Freiheit in der Interpretation der Glaubensbekenntnisse, der Schrift und der Tradition, und der Freiheit. Sie bittet nur darum, daß Unterschiede in der Interpretation höflich ausgedrückt werden. (...) Eine Wahrheit ist für einen Menschen keine Wahrheit, und eine Offenbarung keine Offenbarung, bis er erkennt, daß sie für ihn selbst wahr ist."Cool!
Tagesimpuls
Ein Kalender, der Weltjugendtag, eine Predigt, die Frühschicht - oft wollen sie uns vor allem eines geben: Spirituelle Impulse.
Ob es sich da nicht um ein Angebot handelt, das sich seinen Bedarf erst schafft? Ein Angebot, das nur in religiösen Konsumgesellschaften denkbar ist? Die Langeweile im geistlichen Leben, der Verlust der Attraktivität des "Heiligen" und des "HEiligen", das Lauwerden der Ersten Liebe sind altbekannte Phänomen, und Techniken zu ihrer Bewältigung gab es durch die Jahrhunderte viele. Jeder unserer christlichen Vorfahren, der seinen Weg zu GOtt ernst nahm, musste sich damit auseinandersetzen. Aber ob sie unsere Rede von "spirituellen Impulsen" verstanden hätten?
So wie wir für den kleinen Hunger zwischendurch wählen zwischen Dextroenergen, YumYum-Suppe, ferrero-Küsschen oder einem Whopper, so unverbindlich und beliebig reihen sich die "spirituellen Impulse" in unserm Tages-, Wochen-, Lebenslauf aneinander. Heute nippen wir unter WJT-Kreuz vom päpstlichen Charisma, morgen fließt göttliche Energie im christianisierten Zen, und übermorgen lesen wir bei P. Anselm über die Engel der Langeweile und der stillen Stunden.
Stellt Euch vor: Der EIne tritt auf und spricht: "Kommt alle zu mir, die ihr unmotiviert und gelangweilt seid: Ich will Euch gute Ideen verpassen. Denn mein Joch ist spannend und meine Last interessant." Oder im nächsten Evangelium: "Ich bin der Impuls der Welt! Wer zu mir kommt, wird nie mehr ohne Bock sein, und wer an mich glaubt, dessen Leben wird bunt und aufregend."
Ein Kalender, der Weltjugendtag, eine Predigt, die Frühschicht - oft wollen sie uns vor allem eines geben: Spirituelle Impulse.
Ob es sich da nicht um ein Angebot handelt, das sich seinen Bedarf erst schafft? Ein Angebot, das nur in religiösen Konsumgesellschaften denkbar ist? Die Langeweile im geistlichen Leben, der Verlust der Attraktivität des "Heiligen" und des "HEiligen", das Lauwerden der Ersten Liebe sind altbekannte Phänomen, und Techniken zu ihrer Bewältigung gab es durch die Jahrhunderte viele. Jeder unserer christlichen Vorfahren, der seinen Weg zu GOtt ernst nahm, musste sich damit auseinandersetzen. Aber ob sie unsere Rede von "spirituellen Impulsen" verstanden hätten?
So wie wir für den kleinen Hunger zwischendurch wählen zwischen Dextroenergen, YumYum-Suppe, ferrero-Küsschen oder einem Whopper, so unverbindlich und beliebig reihen sich die "spirituellen Impulse" in unserm Tages-, Wochen-, Lebenslauf aneinander. Heute nippen wir unter WJT-Kreuz vom päpstlichen Charisma, morgen fließt göttliche Energie im christianisierten Zen, und übermorgen lesen wir bei P. Anselm über die Engel der Langeweile und der stillen Stunden.
Stellt Euch vor: Der EIne tritt auf und spricht: "Kommt alle zu mir, die ihr unmotiviert und gelangweilt seid: Ich will Euch gute Ideen verpassen. Denn mein Joch ist spannend und meine Last interessant." Oder im nächsten Evangelium: "Ich bin der Impuls der Welt! Wer zu mir kommt, wird nie mehr ohne Bock sein, und wer an mich glaubt, dessen Leben wird bunt und aufregend."
Georges Bernanos spricht:
"Ich rühme mich nicht, ein Philosoph, ein Kenner der Wirtschaft, noch weniger ein Theologe zu sein. Ich bin ein schlichter Beobachter. Ich sage bloß, was ich sehe. Ich sage es so, wie ich will, wann ich will."
"Ich war nie eine suchende Seele, und entgegen dem, was die armen Priester denken, fühle ich mich mitsamt meiner ganzen groben Natur grob zuhause in Gehorsam und Disziplin; sie haben für mich weder den Reiz noch die Beruhigung einer überwundenen Schwierigkeit, einer bejahten Demütigung. Das ist ja wohl der Grund, warum ich so wenig Aufhebens davon zu machen scheine. Ich fühle mich in der Kirche daheim, ich habe keine Angst, unversehens die Frucht der Anstrengung zu verlieren, die es mich kostete, in sie einzutreten, denn ich bin ja darin geboren."
"Ich rühme mich nicht, ein Philosoph, ein Kenner der Wirtschaft, noch weniger ein Theologe zu sein. Ich bin ein schlichter Beobachter. Ich sage bloß, was ich sehe. Ich sage es so, wie ich will, wann ich will."
"Ich war nie eine suchende Seele, und entgegen dem, was die armen Priester denken, fühle ich mich mitsamt meiner ganzen groben Natur grob zuhause in Gehorsam und Disziplin; sie haben für mich weder den Reiz noch die Beruhigung einer überwundenen Schwierigkeit, einer bejahten Demütigung. Das ist ja wohl der Grund, warum ich so wenig Aufhebens davon zu machen scheine. Ich fühle mich in der Kirche daheim, ich habe keine Angst, unversehens die Frucht der Anstrengung zu verlieren, die es mich kostete, in sie einzutreten, denn ich bin ja darin geboren."
2. Dezember 2004
Respekt, Bewunderung, Liebe
"Our respect, admiration and love for the leadership of the Catholic Church from the pope himself to the lowest ranking priest or nun is ever growing." Und die Gründe dafür listet das Editorial der "Post" ( Lusaka, Sambia - online bei allAfrica.com) auch auf.
"Our respect, admiration and love for the leadership of the Catholic Church from the pope himself to the lowest ranking priest or nun is ever growing." Und die Gründe dafür listet das Editorial der "Post" ( Lusaka, Sambia - online bei allAfrica.com) auch auf.
1. Dezember 2004
Gottesurteil Papstwahl?
Auf der indischen Newsseite rediff klingt es ganz stark so:
Auf der indischen Newsseite rediff klingt es ganz stark so:
"To elect a Pope, cardinals from all over the world meet at the Vatican for a week-long conclave, when they remain closeted in prayer and meditation before creating a panel of candidates.
Pieces of paper containing the names are then burned in a stove. The candidate whose name appears on the paper that emits white smoke is made the Pope."
Spiegel-Leser wissen's später!
Spiegel-Leser mussten über 13 Monate auf die Vorstellung von Razanne, der Barbie für muslimische Mädchen (ich nehme mal an, daß muslimische Jungs genauso wenig mit Barbies spielen wie ihre non-muslimischen Brüder) warten, wo die Leser dieses und anderer Blogs schon längst Bescheid wussten...
Klar ist der kleine Blogger da stolz!
Spiegel-Leser mussten über 13 Monate auf die Vorstellung von Razanne, der Barbie für muslimische Mädchen (ich nehme mal an, daß muslimische Jungs genauso wenig mit Barbies spielen wie ihre non-muslimischen Brüder) warten, wo die Leser dieses und anderer Blogs schon längst Bescheid wussten...
Klar ist der kleine Blogger da stolz!
Four Letter Word G***
Im November-Cicero trauerte Klaus Harpprecht den verlorenen Tabus hinterher - traurig vor allem, weil ohne Verbote Lust langweilig geworden ist. Reicht das, um z.B. FAZ und NZZ zum Verzicht auf Four-Letter-Words zu bewegen?
Im aktuellen Heft jetzt eine Replik von Hans Christoph Buch, der nun nicht sexualtherapeutisch-funktional Tabus wieder einführen möchte, sondern uns das Ausmaß des Umbruchs drastisch vor Augen führt. Nebenbei bleibt der "Fels Petri" für den Protestanten Buch der einzige verbleibende Bezugspunkt:
Im November-Cicero trauerte Klaus Harpprecht den verlorenen Tabus hinterher - traurig vor allem, weil ohne Verbote Lust langweilig geworden ist. Reicht das, um z.B. FAZ und NZZ zum Verzicht auf Four-Letter-Words zu bewegen?
Im aktuellen Heft jetzt eine Replik von Hans Christoph Buch, der nun nicht sexualtherapeutisch-funktional Tabus wieder einführen möchte, sondern uns das Ausmaß des Umbruchs drastisch vor Augen führt. Nebenbei bleibt der "Fels Petri" für den Protestanten Buch der einzige verbleibende Bezugspunkt:
"Gott ist heute ein Four Letter Word, und Begriffe wie Heiligkeit und Sünde gelten als Provokation. (...) Muss das Christentum sich der veränderten Situation anpassen, und hat es das nicht schon immer getan? Ja, gewiss, solange die Anpassung nicht an die Substanz der religiösen Botschaft geht. Es ist nicht wünschenswert, daß der Papst zum Nachbeter des Zeitgeistes wird..."
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