31. Oktober 2009

Schnellkurs "Bekannte und unbekannte Heilige"

... mit einem kleinen Exkurs nach Halloween, mit P. Jim Martin sj (in einem schönen amerikanischen Englisch und sympathischem Lächeln):


Friedensnobelpreisträger bei der Arbeit

An eine revolutionäre Initiative wagt sich derzeit Präsident Obama.

Näheres bei ONN:


Obama To Enter Diplomatic Talks With Raging Wildfire

Warum auch nicht mit einer Urgeißel der Menschheit in einen produktiven, konstruktiven, positiven Dialog eintreten? Einen Versuch ist es wohl wert.

Verschiebung

In 40 Jahren wird China das Land mit den meisten Christen sein. Und mit den meisten Muslimen.

Das sagte Kardinal Pell (Sydney) vor dem 4. Weltweiten Pastoral- und Evangelisierungskongress von Überseechinesen (WOCPEC) in Sydney.

Katholische Schriftsteller, nicht bei der Arbeit - Folge 2



Ruhiger als Georges Bernanos ließ es ingesamt Walker Percy angehen - auch wenn er wie Bernanos seinen Anteil an Verzweiflung und Depression zu tragen hatte.

Das Foto zeigt ihn auf einer Schaukel, vielleicht auf dem Backporch seines eigenen Hauses in Covington, LA, vielleicht auch woanders. Vor ihm steht wahrscheinlich ein Schluck Wild Turkey oder ein Mint Julep. Gearbeitet wird morgen wieder...

Katholische Schriftsteller, nicht bei der Arbeit - Folge 1

Als ich letzthin auf dem Buch von Sébastien Lapaque: "Georges Bernanos encore une fois" ("Noch einmal Georges Bernanos") das coole Foto des Autors der "Sonne Satans" sah, mußte ich es unbedingt haben.

Es zeigt M. Bernanos auf seinem geliebten Motorrad im Jahr 1933, offensichtlich kurz vor seinem Unfall, der ihm ein Bein zerschmetterte und ihn für den Rest des Lebens zum Krüppel machte.


28. Oktober 2009

Regenprophet



Statue von Sören Kierkegaard an der "Marmorkirche" in Kopenhagen





Kierkegaards Grab auf dem Assistens Friedhof

"Es gibt einen Vogel, der Regenprophet heißt, und so bin ich; wenn in der Generation ein Ungewitter sich zusammenzuziehen beginnt, zeigen sich solche Individualitäten, wie ich bin." (Aus dem Tagebuch)

Passenderweise hat es bei meinem heutigen Besuch in Kopenhagen-Nørrebro geregnet. Kierkegaard im strahlenden Sonnenschein - das wäre wie Bischöfin Käßmann beim Zelebrieren der Messe in der außerordentlichen Form...

Die Frischgewählte

Der neuen Ratsvorsitzenden der EKD wünschen wir an dieser Stelle und von ganzem ehrlichen Herzen GOttes Segen - bei aller Skepsis, die wir Margot Käßmann gegenüber immer an den Tag gelegt haben.

Unvermeidlich fühlen wir uns in beidem - dem Segenswunsch und der Skepsis - durch das "Medienecho" bestätigt, das durch den Zeitungswald hallt. Zum Beispiel durch die FAZ, wo der F.W. Graf-Schüler Reinhard Bingener Formulierungen einsetzt, die in evangeliumsgeschulten Ohren eher die Alarmglöckchen klingeln lassen:

"... die 51 Jahre alte Bischöfin ist mehr eine öffentlich Fromme, eine exemplarisch Religiöse ... Ihr Aufstieg in der kirchlichen Hierarchie ist das Ergebnis von Ehrgeiz, Machtinstinkt und großem Fleiß."

Wer mag, kann in der Bibel auf die Suche nach den entsprechenden Kontraststellen gehen.

Beruhigend für uns Katholiken ist, daß sich der HErr auch in der Evangelischen Kirche Deutschlands sehr menschlicher Werkzeuge bedient. Wäre ja auch zu ärgerlich, wenn es dort zuhauf telegene Heilige gäbe und GOtt dort auf geraden Zeilen gerade schriebe...

27. Oktober 2009

In memoriam Dylan Thomas

Dylan Thomas würde heute seinen 95. Geburtstag feiern. Zum Gedächtnis an den großen Dichter ist hier via youtube seine Stimme zu hören, mit dem Gedicht "In my craft or sullen art", in dem er uns sagt, für wen er arbeitet und in Wehen liegt: für die Liebenden mit all ihrer Trauer:

26. Oktober 2009

Ohne Worte


Orientierungslos

Die Überschrift im Tagesanzeiger war wohl unvermeidlich: "Jesuiten verlieren die 'Orientierung'".

Die "Orientierung", eine Zeitschrift der Schweizer Jesuiten, befasste sich nach ihrer Gründung 1937 "mit der Gottlosenbewegung, mit dem Marxismus, Nationalsozialismus und dem Sektenwesen", wurde zum Sprachrohr des "reformorientierten Katholizismus", kommentierte prominent das Konzil, unterstützte später heftig die Befreiungstheologie und veranstaltete - laut Michael Meier - den schlechthinnigen Event der helvetischen Kirche:

"An der ultimativen Party im Schweizer Kirchenjahr gaben sich jeweils hundert Journalisten und kirchliche Meinungsmacher ein Stelldichein bei Wurst und Brot."

Geholfen hat das alles nichts - es ist halt so eine Sache mit dem Fortschritt, dem windigen Bräutigam, der sich bekanntlich gerne anderen Liebschaften an die Brust wirft.

24. Oktober 2009

Anglikanisches

Aus "Roamin' Anglicans" können jetzt "Roman Catholics" werden, was eine gute Sache ist. Dahinter steht freilich eine Krise, die damit nicht endet, höchstens kurzzeitig entschärft wird: die Krise der Anglikanischen Kirche und der Anglican Communion.

Der Erzbischof von Canterbury ist nicht um seinen Job zu beneiden und braucht auch katholisches Gebet.

Ob die Ökumene zwischen Canterbury und Rom jetzt schwerer wird? Manche Beobachter meinen ja, der Papst ließe die Panzer auf dem cantuarischen Rasen auffahren. Die beiden Erzbischöfe, Rowan Williams hier und Vincent Nichols hier, waren jedenfalls sehr bemüht, diesen Eindruck zu vermeiden.

Eine Rundumbetrachtung der Auswirkungen der Apostolischen Konstitution, die Anglikanern nicht nur als Einzelnen, sondern als Gemeinschaft(en) die Gemeinschaft mit Rom und den katholischen Bischöfen weltweit ermöglichen wird, stellt Damian Thompson im Telegraph an. Sehr lesenswert!

Die hl. Therese von Lisieux war am ganzen Geschehen auch nicht unbeteiligt, wie man hier nachlesen kann.

Gespannt darf man auch sein, was aus dem päpstlichen Staatsbesuch in England im nächsten Jahr wird - umso mehr wo das Gerücht geht, daß nicht das Staatsoberhaupt (und gleichzeitige Oberhaupt der Church of England) den Papst eingeladen hat, sondern PM Gordon Brown, der bis dahin vermutlich nicht mehr im Amt sein wird.

Überhaupt hat es der Papst mit seinem Entgegenkommen nur wenigen recht gemacht. Besonders nicht der, nennen wir sie heute bewußt so: "Journaille": "Bald verheiratete Priester unter dem Dach Roms?" schrieb meine Lokalzeitung, als ob das die ersten wären!! Und logisch musste dann natürlich von "abtrünnigen Anglikanern" die Rede sein, Verrätern quasi an der antirömischen Sache...

"Anglikaner sollen nach dem Papsterlass ihre Eigenheiten wie spirituelle und liturgische Traditionen innerhalb der katholischen Kirche beibehalten können", schreibt ex-Radio Vatican-Redakteurin Bettina Gabbe im epd, um fortzufahren: "Indem der Erlass die Aufnahme von Gläubigen anderer Konfessionen unter Beibehaltung ihrer Eigenheiten erleichtert, wirkt er vor dem Papstbesuch in Großbritannien ... wie eine neue Hürde für die Ökumene." So kann man alles drehen, wie man will: Benedikt, der Papst überhaupt und der Vatikan sind und bleiben Todfeinde der Ökumene - egal ob sie auf einem Catholicismus romanissimus bestehen oder ob sie die "Eigenheiten" als Bereicherung der Una Sancta anerkennen.

Magendrückendes

Die Details haben hier nichts zu suchen, wohl aber die Schlußfolgerung:

Die Vergreisung des Vaterlandes bereitet mir schweres Unbehagen, wenn ich die gelebte Alterssturheit in ihren (spezifisch deutschen?) Ausprägungen um mich herum betrachte, als da wären Intoleranz und die stete, wachsame und wehrhafte Bereitwilligkeit, Mitmenschen zu korrektem Verhalten zu erziehen.

Zeit für das Richtige

"Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun." - Was da auf der Plakatwand fast wie die Bekehrungsaufforderung für eine alternde Bevölkerung aussah, entpuppte sich bei näherem Heranfahren doch nur als Werbung für Aronal und Elmex, frei nach dem Motto "Hope I die 'fore my teeth get old".

In der hora mortis werden die meisten von uns dann doch andere Prioritäten haben. Es gibt ein Leben nach dem letzten Zähneputzen. Zum Glück, wenn wir bis dahin das Richtige getan haben.

22. Oktober 2009

Existenzialismuswoche

Daß es hier wieder einmal ruhig zugeht, hat mit den Ausflügen zu tun, die ich momentan absolviere: Hatte ich gestern das Vergnügen, in Sartres Lieblingsbrasserie zu speisen, geht es demnächst ans Grab des großen Dänen.

Ich bitte daher um Nachsicht.

Geburt des Wiki aus dem Geiste der Romantischen Philosophie

"Vielleicht würde eine ganz neue Epoche der Wissenschaften und Künste beginnen, wenn die Symphilosophie und Sympoesie so allgemein und so innig würde, daß es nichts Seltnes mehr wäre, wenn mehrere sich gegenseitig ergänzende Naturen gemeinschaftliche Werke bildeten."
(Friedrich Schlegel: Athenäum-Fragment 125)

18. Oktober 2009

Distanzen

Scott Cairns:

"Receiving it, you apprehend how near
the Holy bides. You cannot know how far.

Empfängst es und verstehst, wie nah
das Heilige weilt. Kannst nicht wissen, wie fern."


(von hier)

Unter diesem Hut steckt ein religiöser Kopf

Das ideale Abschieds-, Weihnachts- oder Jubiläumsgeschenk für eine gewisse Sorte humorloser Kleriker bietet der St. Benno-Verlag an: Sammlung Philippi: Kopfbedeckungen in Glaube, Religion und Spiritualität. 4 kg Papier mit 672 Seiten und 1.000+ Farbbildern für 79 €.



Kultbuch und Deal des Jahres zugleich. Und wie gesagt: das ideale Geschenk.

(Danke, Alipius!)

Schnaps und Gotteswort

Dr. Ralph Stanley in seiner kürzlich erschienenen Autobiographie (laut WSJ):

"Now some might say the gospel and liquor don't go together, but they can work fine if you know the proper amounts.

Jetzt sagen ja manche, daß Evangelium und Schnaps nicht zusammenpassen, aber das kann funktionieren, wenn man die passende Menge kennt."

17. Oktober 2009

Heute vor 195 Jahren ...

... am 17. Oktober 1814 in der Tottenham Court Road: The London Beer Flood mit mehr als einer Million Liter Bier und neun Toten.

(via Garrison Keilors Writer's Almanach)

Evolution

"Homo sum; nihil humanum a me alienum puto. - Ein Mensch bin ich; nichts Menschliches ist mir fremd." (Terenz)

"Alles Absurde - Unaufgeklärte, Infantile, Hinterwäldlerische, Reaktionäre - ist mir fremd." (Hans Küng)

Da kann ich nur gespannt sein, wie die Evolution des homo sapiens sapiens weiterläuft.