30. Oktober 2004

3 Tage in "Big Easy"

TSO war kürzlich drei Tage in New Orleans und schrieb für seinen Blog einen imho sehr witzigen Reisebericht, der alle unsere Vorteile bestätigt...

"We ate at Mike Anderson’s that night, a seafood restaurant, and I had the obligatory alligator appetizer. I’d forgotten how it tasted. Not that great. Rather chewy. (I’ll avoid the ‘tastes like chicken’ gibe, which is now older than Methuselah, which, come to think of it, is a pretty old cliche itself.) The 'Big Easy' is in many ways our opposite: loose, spontaneous, heedlessly lustful. One gets the sense they don’t live in their head so much. At the restaurant I spotted a table that looked like four locals. Late 50s-something guy with a Southern ballcap with some strand (not hair) trailing from the back. 20-ish year old girl wearing lingerie and who looked like a hooker in the old timey brothel sense, rather than the Brittany Spears sense. Another woman in her 40s and a man in his 30s. Good mix of ages and there was warmth and listening and eye contact and toasts. A special occasion? Perhaps. Perhaps not? Travel is most interesting when we listen to what another culture is telling us.

Went to a hoppin’ Cajun music playing joint on Bourbon Street that night, which was okay except that audience participation was the rule, not the exception, and we were stiffer than a grove of knotty pines. The lead singer of the cleverly-named “Mitchell Cormier and the Can’t Hardly Playboys” eventually got around to personally inviting me to wear an aluminum washboard played with spoons but I declined and he said he would refuse to beg. Observers tend to like to observe rather than be observed. Or so I rationalized. Mark and Sandy were smart enough not to make eye contact and so weren’t asked."

29. Oktober 2004

Small is Beautiful is Catholic

Joseph Pearce: The Education of E.F. Schumacher (godspy)
Hexen würden Kerry wählen

"Allzu häufig wird übersehen, daß Kerry große Sympathien bei selbsternannten Hexen, Magiern, Schamanen, Wahrsagern und Anhängern vorchristlicher Gottheiten genießt. Nach einer Umfrage des Hexenforums „Witches Voice” wollen mehr als 65 Prozent der Spiritualisten für Kerry stimmen. Bush scheint dagegen bei Zauberern und Druiden eher unbeliebt zu sein. Er erhält in der Hexen-Umfrage nur 15 Prozent der Stimmen."

Und was will uns das jetzt sagen? (Wahl in Amerika: Bush vs. Kerry - FAZ.NET)
Dichterblog

Handke für den Tag
Blick aus dem Fenster

Zweifaches grau - ein helles und ein mittleres. Gebeugte Lampenmasten mit zerbröckelnden Schirmen. Über den schmutzigweißen Wolkenhimmel huschen blaue Schatten.
Ökumenische Buchempfehlung für das katholische Jahr

Alexander Schmemann: Die Eucharistie: Sakrament des Gottesreichs.- Freiburg: Johannes, 2004, ca. 300 Seiten, ca. 17,- €

Verlagsinfo
Kandidatengucken

Nicht nur die aktuellen, sondern auch die verflossenen Kandidaten für den Titel "Mächtigster Mann der Welt" bringt uns The Living Room Candidate auf den Bildschirm. Jede Menge TV Ads seit 1952 (Ike vs. Adlai Stevenson). Absolutely remarkable.

28. Oktober 2004

Anglikanische Gegenwart

Peter Akinola, Erzbischof von Lagos: "'Der Westen hat sich in eine neue Religion verwickelt, mit der wir keinen Umgang pflegen können', zitiert der britische Sender BBC den Primas, der derzeit ein Bischofstreffen im nigerianischen Lagos leitet. Niemand solle meinen, dass die Kirchen Afrikas wegen westlicher Gelder ihr Denken änderten. Die Ausbildung afrikanischer Priester in den Vereinigten Staaten und Europa müsse überdacht werden." (Eigene Theologie für Afrika? - Tagespost)

Peter Jensen, Erzbischof von Sydney: "The rift in Australia's Anglican church has deepened, with Sydney Archbishop Peter Jensen repeating his contentious warning that the church faces extinction without urgent action... "I stick to my belief that the national church has a short lifespan if action is not taken urgently." (news.com.au)

Rev. Glyn Ruppe-Melnyk, Malvern, PA, USA betätigt sich derweil neopagan als Druidin und verfasst gleicherweise Mondrituale (""In the Face of the Moon we honor Our Lady, who was of old called among humankind Isis, Artemis, Astarte, Aphrodite, Diana, Mary, and by many other Names.") und alternative Eucharistiemodelle, die mit Rosinenkeksen das Ewig-Göttlich-Weibliche verehren und auf den offiziellen Seiten der Episcopalian Church USA auftauch(t)en. (Christianity Today Weblog)

Und Rowan Williams, Erzbischof von Caterbury? "Stuck between the Rock of Ages and a hard place"! (slate)

27. Oktober 2004

Hey, Nostradamus

Kathy Shaidle von relapsed catholic empfiehlt den inzwischen erwachsenen Generation X-Lesern das inzwischen schon wieder vorletzte Buch von Douglas Coupland.

"I believe that what separates humanity from everything else in the world -- spaghetti, binder paper, deep-sea creatures, edelweiss and Mount McKinley -- is that humanity alone has the capacity at any given moment to commit all possible sins. Even those of us who try to live a good and true life remain as far away from grace as the Hillside Strangler or any demon who ever tried to poison the village well. What happened that morning only confirms this." (aus Hey, Nostradamus)
"Die Kirche bleibt ein Stachel"

- Paul Badde in der Welt über ein Podiumsgespräch zwischen Kardinal Ratzinger und dem italienischen Historiker Ernesto Galli della Loggia.
Neuwort

Integration ausländischer Mitbürger ist ja immer beiderseitig: Auch die geborenen Deutschen passen sich an und freuen sich über jede Bereicherung ihrer Sprache und Kultur.

Entsprechend freute ich mich gestern beim Vorbeifahren an einem jener Läden, die billige Auslandstelefonate ermöglichen, über das Neuwort im Schaufenster: "Augapsst!" Ganz eindeutig ein kondensierter Aufruf zu stiller Aufmerksamkeit.

26. Oktober 2004

Der Weihnachts-Chesterton

Georg Alois Oblinger hat in der Tagespost eine Chesterton-Sammlung empfohlen: 33 Texte von GKC über sein Lieblingsfest Weihnachten.

Mehr beim Verlag nova & vetera.
Der gute Bekannte

"Wer zu viel weiß, neigt dazu, den Boten Gottes kleiner zu machen als er ist. Ist das der Grund dafür, weshalb wir im Johannesevangelium und bei Paulus so wenig Persönliches und Biografisches über Jesus erfahren? Und imdem wir das überlegen, entdecken wir, dass hier eine Gefahr auch moderner Frömmigkeit liegt, die Jesus auf allerlei Weise als 'Bruder', als 'Kumpel' andienen möchte. Dann ist Jesus einer von uns, aber zugleich ist das Fremde, der Auftrag Gottes, das Heilige und Unvereinnahmbare wie weggepustet. (...) Nein, Jesus ist fremd und gefährlich. Wer ihn vereinnahmt, nimmt der christlichen Religion ihre Strahlkraft und ihre notwendige Faszination." (Klaus Berger: Jesus, S. 429 und 431)
Centenaire

Madeleine Delbrêl (24. Oktober 1904 - 13. Oktober 1964)

25. Oktober 2004

"We still don't know what was used for wiping in those days"

Luthers Toilette
Kürbis und Hexen

Keine Chance, Halloween zu entgehen. Nicht einmal als Joghurtesser: Die aktuelle Bauer-Edition mit Blutorange-Kürbis-Geschmack schmückt sich mit einem orange-schwarzen Kürbisgeist und schmeckt doch wie die anderen Sorten .

In den U.S. of A. ist man wie üblich ein Stück weiter: Der Schulbezirk von Puyallup, WA möchte den weiblichen Klerus des Wicca-Kults nicht beleidigen und sagt deshalb die Halloween-Feierlichkeiten ab.

"'Witches with pointy noses and things like that are not respective symbols of the Wiccan religion and so we want to be respectful of that,' said Hansen.

The Wiccan, or Pagan, religion is growing in the U.S. and there are Wiccan groups in Puyallup.

Number eight on the district's guidelines related to holidays and celebrations reads as follows: 'Use of derogatory stereotypes is prohibited, such as the traditional image of a witch, which is offensive to members of the Wiccan religion.'

'I do lots of things that are not revolving around wearing a black outfit and stirring a cauldron,' said Wiccan Priestess Cheryl Sulyma-Masson in an interview with ABC News where she explained that Wiccans (or Pagan Clergy) celebrate nature, not Satan."
Manchmal ist die ganze Political Correctness doch zu etwas nutze. (komo1000 news via Saintly Salmagundi)
Hierarchie

"Im Finanzamt von X gab es in den 60er Jahren

a) den Vorsteher namens Priester,
b) den Abteilungsleiter namens Bischof und
c) den Pförtner namens Papst.

Das war noch die richtige Hierarchie - von Unten nach Oben ..."

Eine nette Anekdote - getrübt von der Tatsache, daß der, der sie schelmisch-kritisch erzählt, selber Priester ist - noch dazu einer, der seinen Claim hyperkritisch gegen alle Einmischungsversuche von oben bzw. unten absteckt.

22. Oktober 2004

Noch ein Kapitel Heiligenverehrung

Anthony Daniels im New Criterion über den Kult des Hl. Ernesto von Kuba.
Mind your own business

Wenn man sich in die inneren Angelegenheiten anderer einmischt, darf man sich nicht wundern, wenn die darüber nicht erfreut sind:

Der Guardian rief seine Leser auf, persönliche Briefe an Wahlberechtigte in Clark County, OH, USA zu schicken und ihnen die Wahl des einzig richtigen Kandidaten ans Herz zu legen. Jetzt kommen die Antwortbriefe der wenig erfreuten Ohioans. Der Guardian rudert nun zurück.

21. Oktober 2004