Typisch deutsch
Der lieben Elisabeth ist das Tagesereignis wirklich in die Tastatur gefahren, aber da war sie im "Heimatland" garantiert nicht die einzige:
"Das aus JR nun Benedikt XVI. am heutigen Dienstag wurde, ist nicht nur für uns Deutsche ein ziemlicher Schock, auch andere Nationen, insbesondere unsere Glaubensgeschwister in Südamerika ,Afica und Asien dürften sehr getroffen sein!"
Die Weltkirche freut sich, und wir deutschen Christen scharen uns um unser Trauermücken Küng, Drewermann und Hasenhüttl. Alles wie gehabt. Jetzt bloß nicht ultramontan werden.
(Ich sehe schon, meinereins wird demnächst ganz schön viel Spaß haben. ;-))
19. April 2005
Die Wahrheit, nichts als die schmutzige Wahrheit...
Die ersten Google-Suchen nach "Ratzinger NS-Vergangenheit" oder "Ratzinger Liebesverhältnis" sind schon auf meinen Seiten gelandet...
Liebe Leute, lest doch einfach seine Autobiographie, da steht ein bißchen was. Oder John L. Allen, solange dessen Buch noch nicht vergriffen ist. Garantiert mehr, als ihr jemals wissen wolltet. Und Allen ist sogar einigermaßen kritisch...
Die ersten Google-Suchen nach "Ratzinger NS-Vergangenheit" oder "Ratzinger Liebesverhältnis" sind schon auf meinen Seiten gelandet...
Liebe Leute, lest doch einfach seine Autobiographie, da steht ein bißchen was. Oder John L. Allen, solange dessen Buch noch nicht vergriffen ist. Garantiert mehr, als ihr jemals wissen wolltet. Und Allen ist sogar einigermaßen kritisch...
Welcher Benedikt?
Nun, vielleicht der des Alasdair McIntyre?
"Diesmal [in Abhebung zur Spätantike und dem Untergang des Römischen Reiches, zu der AM gewisse Parallelen in der Gegenwart sieht; scipio] warten die Barbaren allerdings nicht jenseits der Grenzen; sie beherrschen uns schon seit einer ganzen Weile. Und gerade das mangelnde Bewußtsein dessen macht einen Teil unser mißlichen Lage aus. Wir warten nicht auf einen Godot, sondern auf einen anderen, zweifelsohne völlig anderen heiligen Benedikt." (Der Verlust der Tugend.- Frankfurt: Suhrkamp, 1995, S. 350)
Nun, vielleicht der des Alasdair McIntyre?
"Diesmal [in Abhebung zur Spätantike und dem Untergang des Römischen Reiches, zu der AM gewisse Parallelen in der Gegenwart sieht; scipio] warten die Barbaren allerdings nicht jenseits der Grenzen; sie beherrschen uns schon seit einer ganzen Weile. Und gerade das mangelnde Bewußtsein dessen macht einen Teil unser mißlichen Lage aus. Wir warten nicht auf einen Godot, sondern auf einen anderen, zweifelsohne völlig anderen heiligen Benedikt." (Der Verlust der Tugend.- Frankfurt: Suhrkamp, 1995, S. 350)
Il Papa nuovo
Der neue Papst ist eine öffentliche Person, einer, der allen gehört.
Lassen wir Joseph Ratzinger doch noch einmal selbst zu Wort kommen, und helfen damit vielleicht sogar, Vorurteile abzubauen. ("Was, das soll er gesagt haben?"):
"Wenn die Kirche vor allem Gott verkündet, spricht sie nicht von einem unbekannten Gott, sondern von dem Gott, der in seinem Sohn Fleisch angenommen und uns sein Herz offenbart hat, das uns liebt bis zum Ende, bis zum Tod am Kreuz. In der christlichen Verkündigung läßt sich alles auf Gott zurückführen, aber Gott ist in Christus der wahre Immanuel.
Die Kirche verkündet nicht eine Anhäufung von Dogmen und Geboten, deren Joch zu schwer für die Menschen ist, sondern sie verkündet ein 'süßes und leichtes Joch': Gott, der in Christus bei uns ist, der uns führt und uns mit seiner Liebe trägt." (Sondersynode zu Europa, 30Tage, Januar 1992, S. 19)
"Mit demselben Realismus, mit dem wir heute die Sünden der Päpste aussagen, ihre Disproportion zur Größe ihres Auftrags, müssen wir auch anerkennen, daß immer wieder Petrus der Fels gegen die Ideologien war; gegen das Auflösen des Wortes in die Plausibilitäten einer Zeit; gegen die Unterwerfung unter die Mächtigen dieser Welt.
Indem wir dies in den Fakten der Geschichte sehen, feiern wir nicht Menschen, sondern preisen wir den Herrn, der die Kirche nicht verläßt und der sein Felssein durch Petrus, den kleinen Stolperstein, ausüben wollte: Nicht 'Fleisch und Blut' retten, aber der Herr rettet durch die, die aus Fleisch und Blut sind, hindurch. Das zu leugnen ist nicht ein Mehr an Glaube, nicht ein Mehr an Demut, sondern es ist das Zurückweichen vor der Demut, die Gottes Willen so anerkennt, wie er ist.
Daher bleibt die Petrusverheißung und ihre geschichtliche Verwirklichung zu Rom im tiefsten immer neu Grund zur Freude: Die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen." (Zur Gemeinschaft gerufen.- Freiburg: Herder, 1991, S. 69)
"Die grundlegende Befreiung, die die Kirche uns geben kann, ist das Stehen im Horizont des Ewigen, der Ausbruch aus den Grenzen unseres Wissens und Könnens. Der Glaube selbst in seiner ganzen Größe und Weite ist daher immer wieder die wesentliche Reform, die wir brauchen; von ihm her müssen wir die selbstgemachten Ordnungen in der Kirche immer wieder überprüfen. (...)
Es gibt heute auch in höheren kirchlichen Kreisen da und dort die Meinung, ein Mensch sei um so mehr ein Christ, je mehr er in kirchliche Aktivitäten eingebunden ist. Man treibt eine Art kirchliche Beschäftigungstherapie; für jeden wird ein Gremium oder jedenfalls irgendeine Tätigkeit in der Kirche gesucht. Irgendwie - so denkt man - müsse immer kirchlicher Betrieb sein, müsse irgendwie über Kirche geredet oder etwas an oder in ihr gemacht werden. Aber ein Spiegel, der nur sich selber zeigt, ist kein Spiegel mehr; ein Fenster, das nicht den Blick ins Weite freigibt, sondern sich dazwischenstellt, hat seinen Sinn verloren." (ebd., S. 135)
Ich kann mir denken, daß dieser Theologenpapst vielleicht sogar Karl Rahner posthum glücklich machen wird, indem er die bislang vermißte Enzyklika über den Atheismus schreibt...
Der neue Papst ist eine öffentliche Person, einer, der allen gehört.
Lassen wir Joseph Ratzinger doch noch einmal selbst zu Wort kommen, und helfen damit vielleicht sogar, Vorurteile abzubauen. ("Was, das soll er gesagt haben?"):
"Wenn die Kirche vor allem Gott verkündet, spricht sie nicht von einem unbekannten Gott, sondern von dem Gott, der in seinem Sohn Fleisch angenommen und uns sein Herz offenbart hat, das uns liebt bis zum Ende, bis zum Tod am Kreuz. In der christlichen Verkündigung läßt sich alles auf Gott zurückführen, aber Gott ist in Christus der wahre Immanuel.
Die Kirche verkündet nicht eine Anhäufung von Dogmen und Geboten, deren Joch zu schwer für die Menschen ist, sondern sie verkündet ein 'süßes und leichtes Joch': Gott, der in Christus bei uns ist, der uns führt und uns mit seiner Liebe trägt." (Sondersynode zu Europa, 30Tage, Januar 1992, S. 19)
"Mit demselben Realismus, mit dem wir heute die Sünden der Päpste aussagen, ihre Disproportion zur Größe ihres Auftrags, müssen wir auch anerkennen, daß immer wieder Petrus der Fels gegen die Ideologien war; gegen das Auflösen des Wortes in die Plausibilitäten einer Zeit; gegen die Unterwerfung unter die Mächtigen dieser Welt.
Indem wir dies in den Fakten der Geschichte sehen, feiern wir nicht Menschen, sondern preisen wir den Herrn, der die Kirche nicht verläßt und der sein Felssein durch Petrus, den kleinen Stolperstein, ausüben wollte: Nicht 'Fleisch und Blut' retten, aber der Herr rettet durch die, die aus Fleisch und Blut sind, hindurch. Das zu leugnen ist nicht ein Mehr an Glaube, nicht ein Mehr an Demut, sondern es ist das Zurückweichen vor der Demut, die Gottes Willen so anerkennt, wie er ist.
Daher bleibt die Petrusverheißung und ihre geschichtliche Verwirklichung zu Rom im tiefsten immer neu Grund zur Freude: Die Mächte der Hölle werden sie nicht überwältigen." (Zur Gemeinschaft gerufen.- Freiburg: Herder, 1991, S. 69)
"Die grundlegende Befreiung, die die Kirche uns geben kann, ist das Stehen im Horizont des Ewigen, der Ausbruch aus den Grenzen unseres Wissens und Könnens. Der Glaube selbst in seiner ganzen Größe und Weite ist daher immer wieder die wesentliche Reform, die wir brauchen; von ihm her müssen wir die selbstgemachten Ordnungen in der Kirche immer wieder überprüfen. (...)
Es gibt heute auch in höheren kirchlichen Kreisen da und dort die Meinung, ein Mensch sei um so mehr ein Christ, je mehr er in kirchliche Aktivitäten eingebunden ist. Man treibt eine Art kirchliche Beschäftigungstherapie; für jeden wird ein Gremium oder jedenfalls irgendeine Tätigkeit in der Kirche gesucht. Irgendwie - so denkt man - müsse immer kirchlicher Betrieb sein, müsse irgendwie über Kirche geredet oder etwas an oder in ihr gemacht werden. Aber ein Spiegel, der nur sich selber zeigt, ist kein Spiegel mehr; ein Fenster, das nicht den Blick ins Weite freigibt, sondern sich dazwischenstellt, hat seinen Sinn verloren." (ebd., S. 135)
Ich kann mir denken, daß dieser Theologenpapst vielleicht sogar Karl Rahner posthum glücklich machen wird, indem er die bislang vermißte Enzyklika über den Atheismus schreibt...
Gaudium maximum
Aus gutem Anlaß: I'm gonna get personal.
Da saß ich in einem Vorstadtstau fest und höre im Radio Kardinal Medina Estevez den "dominum Josephum" nennen. Ich habe gleichzeitig den Kopf geschüttelt, gelacht und geweint. Nein, ich hätte es nicht gedacht. Nie im Leben. Trotz des Geredes von den "50 Stimmen", die er schon im Vorfeld gesammelt habe. Als Favorit rein, als Papst raus. Ein Deutscher, ein Bayer noch dazu. Ein weltbekannter Intellektueller, ein Kontrapol zu JPII. Einer, bei dem es mir leicht fällt, auch weiterhin an der pästlichen Unfehlbarkeit festzuhalten. Ein Vielschreiber und Vielverleumdeter. Lover and Fighter. Ein geistlicher Mensch und einer, der ganz gewiß nicht umsonst den Namen Benedikt gewählt hat. (Immerhin hat der österreichische Standard schon den 15. Benedikt entdeckt... Kompliment!)
Gott segne ihn, den Benedikt, den Gesegneten! Ihn und die "ganze heilige Kirche" und all die, denen er begegnen wird!
Aus gutem Anlaß: I'm gonna get personal.
Da saß ich in einem Vorstadtstau fest und höre im Radio Kardinal Medina Estevez den "dominum Josephum" nennen. Ich habe gleichzeitig den Kopf geschüttelt, gelacht und geweint. Nein, ich hätte es nicht gedacht. Nie im Leben. Trotz des Geredes von den "50 Stimmen", die er schon im Vorfeld gesammelt habe. Als Favorit rein, als Papst raus. Ein Deutscher, ein Bayer noch dazu. Ein weltbekannter Intellektueller, ein Kontrapol zu JPII. Einer, bei dem es mir leicht fällt, auch weiterhin an der pästlichen Unfehlbarkeit festzuhalten. Ein Vielschreiber und Vielverleumdeter. Lover and Fighter. Ein geistlicher Mensch und einer, der ganz gewiß nicht umsonst den Namen Benedikt gewählt hat. (Immerhin hat der österreichische Standard schon den 15. Benedikt entdeckt... Kompliment!)
Gott segne ihn, den Benedikt, den Gesegneten! Ihn und die "ganze heilige Kirche" und all die, denen er begegnen wird!
"Liebe Brüder und Schwestern, nach dem großen Papst Johannes Paul II. haben die Kardinäle mich, einen einfachen und schlichten Arbeiter im Weinberg des Herrn, erwählt. Mich tröstet, dass Gott durch unzureichende Werkzeuge zu arbeiten weiß, und ich vertraue mich eurem Gebet an. In der Freude des Herrn und mit seiner beständigen Hilfe, arbeiten wir mit Maria, seiner Mutter, die an unserer Seite ist."
Es gibt sie noch, die echten Protestanten...
Aus dem amerikanischen Heartland: Controversy continues over pope reference on church sign.
Aus dem amerikanischen Heartland: Controversy continues over pope reference on church sign.
"Möglicherweise gab es dafür schon Anzeichen - in den beiden weiteren Wahlgängen heute vormittag"
Wortwahl der armen Teufel, die etwas sagen müssen, ohne etwas sagen zu können:
"die Unterschiede ... waren wohl zu groß", "Bis zuletzt war unklar gewesen", "wird spekuliert", "Dort geht man davon aus", "in dem Ratzingers Anhänger erst mal ihre Stimmen in die Waagschale geworfen hätten", "Damit hätten sie die absolute Mehrheit zumindest gestreift", "Das könnte die zögerlichen Kandidaten überzeugen", "denn aktuelle oder bestätigte Informationen gibt es keine" (tagesschau.de)
Wortwahl der armen Teufel, die etwas sagen müssen, ohne etwas sagen zu können:
"die Unterschiede ... waren wohl zu groß", "Bis zuletzt war unklar gewesen", "wird spekuliert", "Dort geht man davon aus", "in dem Ratzingers Anhänger erst mal ihre Stimmen in die Waagschale geworfen hätten", "Damit hätten sie die absolute Mehrheit zumindest gestreift", "Das könnte die zögerlichen Kandidaten überzeugen", "denn aktuelle oder bestätigte Informationen gibt es keine" (tagesschau.de)
"Dauerbrenner auf niedrigem Niveau"
"Sie werden lachen - die Bibel." (B. Brecht)
Ich würde nicht sagen, daß mich das wundert.
"Zeitgemäßer ist für viele Menschen jedoch religiöse Literatur, die sich konkret auf ihre Lebensphase und Probleme bezieht." (Wolfgang Neumann, Lembeck-Verlag)
Aha: zeitgemäßer; konkret; Lebensphase; Probleme. Um den 1968 33jährigen Theologieprofessor sinngemäß zu zitieren, der weiter unten schon einmal zu Wort kam: Gottes Wort ist nicht die Antwort auf alle Fragen, sondern die Frage hinter allen Antworten.
"Sie werden lachen - die Bibel." (B. Brecht)
Ich würde nicht sagen, daß mich das wundert.
"Zeitgemäßer ist für viele Menschen jedoch religiöse Literatur, die sich konkret auf ihre Lebensphase und Probleme bezieht." (Wolfgang Neumann, Lembeck-Verlag)
Aha: zeitgemäßer; konkret; Lebensphase; Probleme. Um den 1968 33jährigen Theologieprofessor sinngemäß zu zitieren, der weiter unten schon einmal zu Wort kam: Gottes Wort ist nicht die Antwort auf alle Fragen, sondern die Frage hinter allen Antworten.
18. April 2005
Reformgegner
"Die wirklich Glaubenden messen dem Kampf um die Reorganisation kirchlicher Formen kein allzu großes Gewicht bei. Sie leben von dem, was die Kirche immer ist. Und wenn man wissen will, was Kirche eigentlich sei, muß man zu ihnen gehen. Denn die Kirche ist am meisten nicht dort, wo organisiert, reformiert, regiert wird, sondern in denen, die einfach glauben und in ihr das Geschenk des Glaubens empfangen, das ihnen zum Leben wird.
Nur wer erfahren hat, wie über den Wechsel ihrer Diener und ihrer Formen hinweg Kirche die Menschen aufrichtet, ihnen Heimat und Hoffnung gibt, eine Heimat, die Hoffnung ist: Weg zum ewigen Leben - nur wer dies erfahren hat, weiß, was Kirche ist, damals und heute."
So Joseph Ratzinger in der "Einführung in das Christentum" (München: dtv, 1977, S. 254)
[Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich halte Kardinal JR nicht für einen Reformgegner, sondern wollte das Bild, das unsere Öffentlichkeit von ihm hat, mit einem Originalzitat korrigieren, das ihn als "Reformskeptiker" ausweist, und zwar als einen mit sehr guten Gründen...; sc/19.4.]
"Die wirklich Glaubenden messen dem Kampf um die Reorganisation kirchlicher Formen kein allzu großes Gewicht bei. Sie leben von dem, was die Kirche immer ist. Und wenn man wissen will, was Kirche eigentlich sei, muß man zu ihnen gehen. Denn die Kirche ist am meisten nicht dort, wo organisiert, reformiert, regiert wird, sondern in denen, die einfach glauben und in ihr das Geschenk des Glaubens empfangen, das ihnen zum Leben wird.
Nur wer erfahren hat, wie über den Wechsel ihrer Diener und ihrer Formen hinweg Kirche die Menschen aufrichtet, ihnen Heimat und Hoffnung gibt, eine Heimat, die Hoffnung ist: Weg zum ewigen Leben - nur wer dies erfahren hat, weiß, was Kirche ist, damals und heute."
So Joseph Ratzinger in der "Einführung in das Christentum" (München: dtv, 1977, S. 254)
[Um Mißverständnissen vorzubeugen: Ich halte Kardinal JR nicht für einen Reformgegner, sondern wollte das Bild, das unsere Öffentlichkeit von ihm hat, mit einem Originalzitat korrigieren, das ihn als "Reformskeptiker" ausweist, und zwar als einen mit sehr guten Gründen...; sc/19.4.]
Was bleibt
Ganz und gar nicht panzerkardinale Sätze aus der heutigen "Missa pro eligendo papa":
"Alle Menschen wollen eine Spur hinterlassen, die bleibt. Aber was bleibt? Das Geld nicht. Auch die Gebäude bleiben nicht; ebenso wenig die Bücher. Nach einer gewissen, mehr oder weniger langen Zeit verschwinden all diese Dinge.
Das einzige, was ewig bleibt, ist die menschliche Seele, der von Gott für die Ewigkeit erschaffene Mensch. Die Frucht, die bleibt, ist deshalb diejenige, die wir in den menschlichen Seelen gesät haben - die Liebe, die Erkenntnis; die Geste, die es schafft, das Herz zu berühren; das Wort, das die Seele öffnet, hin zur Freude des Herrn. (...) Nur so wird sich die Erde vom Tal der Tränen in den Garten Gottes verwandeln." (Quelle)
Ganz und gar nicht panzerkardinale Sätze aus der heutigen "Missa pro eligendo papa":
"Alle Menschen wollen eine Spur hinterlassen, die bleibt. Aber was bleibt? Das Geld nicht. Auch die Gebäude bleiben nicht; ebenso wenig die Bücher. Nach einer gewissen, mehr oder weniger langen Zeit verschwinden all diese Dinge.
Das einzige, was ewig bleibt, ist die menschliche Seele, der von Gott für die Ewigkeit erschaffene Mensch. Die Frucht, die bleibt, ist deshalb diejenige, die wir in den menschlichen Seelen gesät haben - die Liebe, die Erkenntnis; die Geste, die es schafft, das Herz zu berühren; das Wort, das die Seele öffnet, hin zur Freude des Herrn. (...) Nur so wird sich die Erde vom Tal der Tränen in den Garten Gottes verwandeln." (Quelle)
17. April 2005
Sixtina
"'Alles ist vor den Augen Gottes nackt und offen!' hat ihnen Johannes Paul II. vor zwei Jahren eigens zu dieser Stunde geschrieben. Die Wahl seines Nachfolgers ist nicht nur urdemokratisch; es ist vor allem ein liturgischer Akt: ein Gottesdienst." (Paul Badde)
"'Alles ist vor den Augen Gottes nackt und offen!' hat ihnen Johannes Paul II. vor zwei Jahren eigens zu dieser Stunde geschrieben. Die Wahl seines Nachfolgers ist nicht nur urdemokratisch; es ist vor allem ein liturgischer Akt: ein Gottesdienst." (Paul Badde)
Wir haben etwas mitzuteilen
„Wir wollen kein Reich der Macht gründen, aber wir haben etwas mitzuteilen, dem eine Erwartung unserer Vernunft begegnet. Es ist mitteilbar, weil es zu unserer gemeinsamen menschlichen Natur gehört, und es gibt die Pflicht der Mitteilung für den, der einen Schatz der Wahrheit und der Liebe gefunden hat. Die Vernünftigkeit war also Postulat und Bedingung des Christentums, und es bleibt ein europäisches Erbe, mit dem wir uns friedlich und positiv sowohl mit dem Islam als auch mit den großen asiatischen Religionen konfrontieren. Diese Vernünftigkeit wird gefährlich und zerstörend für den Menschen, wenn sie positivistisch wird und die großen Werte unseres Seins auf die Subjektivität reduziert. Sie wird so zu einer Amputation des Menschen.“ „Ich will betonen“, fuhr Ratzinger fort, „Europa muss die Vernünftigkeit verteidigen. An diesem Punkt müssen auch wir Gläubigen dem Beitrag der säkularen Gesellschaft, der Aufklärung dankbar sein. Sie muss ein Dorn in unserem Fleisch bleiben. Aber auch die säkulare Gesellschaft muss den Dorn in ihrem Fleisch akzeptieren, das heißt die gründende Kraft der christlichen Religion für Europa.“ (Tagespost )
„Wir wollen kein Reich der Macht gründen, aber wir haben etwas mitzuteilen, dem eine Erwartung unserer Vernunft begegnet. Es ist mitteilbar, weil es zu unserer gemeinsamen menschlichen Natur gehört, und es gibt die Pflicht der Mitteilung für den, der einen Schatz der Wahrheit und der Liebe gefunden hat. Die Vernünftigkeit war also Postulat und Bedingung des Christentums, und es bleibt ein europäisches Erbe, mit dem wir uns friedlich und positiv sowohl mit dem Islam als auch mit den großen asiatischen Religionen konfrontieren. Diese Vernünftigkeit wird gefährlich und zerstörend für den Menschen, wenn sie positivistisch wird und die großen Werte unseres Seins auf die Subjektivität reduziert. Sie wird so zu einer Amputation des Menschen.“ „Ich will betonen“, fuhr Ratzinger fort, „Europa muss die Vernünftigkeit verteidigen. An diesem Punkt müssen auch wir Gläubigen dem Beitrag der säkularen Gesellschaft, der Aufklärung dankbar sein. Sie muss ein Dorn in unserem Fleisch bleiben. Aber auch die säkulare Gesellschaft muss den Dorn in ihrem Fleisch akzeptieren, das heißt die gründende Kraft der christlichen Religion für Europa.“ (Tagespost )
"Dich führen, wohin du nicht willst"
Was mag in den Männern vorgehen, die sich morgen zur Papstwahl in die Klausur zurückziehen? Erinnern sie sich an den 16. Oktober 1978? An den Moment, von dem George Weigel schreibt:
Ich kann ihn mir als Papst vorstellen, aber es ihm "wünschen", für seine Wahl - die wahrscheinlich eine gute wäre - beten? Welche Verantwortung, die per Wahl dem einen Mann aufgebürdet wird, welche Verantwortung, im Namen GOttes über das Leben eines anderen zu verfügen! Und gleichzeitig: welches Zeichen für den fordernden, überfordernden Ruf GOttes, dem es nicht um Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung geht, sondern um das Hingeben des Lebens für die Freunde, für die Brüder und Schwestern, um das Einstehen für die ganze Wahrheit über GOtt und den Menschen!
Es wäre nicht schlecht, wenn sich wenigstens die Katholiken klar machen würden - denn von "den anderen" können wir es nicht erwarten -, daß es nicht um Macht geht, nicht um Reformen, um meine und unsere Erwartungen, sondern um Gehorsam: gegenüber dem Ruf, der in der Wahl ergeht, gegenüber dem wählenden GOtt, der SEin Volk mit Hilfe von sündigen, brüchigen Menschen durch die Jahrhunderte führt, gegenüber Jesus Christus, der kein Mythos, keine Idee, kein Prinzip ist, sondern GOtt und Mensch, lebendig und gegenwärtig.
Wer auch immer unser nächster Papst sein wird: er wird den Titel "servus servorum DEi" nicht stolz, sondern demütig tragen. Und er wird ihn mit größerem Zittern annehmen, als wir es uns vorstellen können. (Glaube ich jedenfalls.)
Was mag in den Männern vorgehen, die sich morgen zur Papstwahl in die Klausur zurückziehen? Erinnern sie sich an den 16. Oktober 1978? An den Moment, von dem George Weigel schreibt:
"At a certain point in the tally [Auszählung], Wojtyla put his head in his hands. Cardinal Hume remembered feeling 'desperately sad for the man.' Jerzy Turowicz later wrote that, at the moment of his election, Karol Wojtyla was as alone as a man can be. For to be elected Pope meant 'a clear cut off from one's previous life, with no possible return. (...)" (Witness of Hope, p. 254)Vor über zwanzig Jahren habe ich einen der heutigen Kardinäle näher kennen gelernt, einen Mann, der sich ganz in den Dienst GOttes gestellt hatte (und hat), einen unbestechlichen, bescheidenen, liebenswürdigen, stillen, frohen, geistlichen, betenden, dynamischen, klugen Mann, auch damals schon mit dem Zeug zu Großem und gleichzeitig einer, auf den in puncto Karriere die Maxime des hl. Franz von Sales passte (und passt, nach allem, was ich höre): "Nichts verlangen, nichts verweigern".
Ich kann ihn mir als Papst vorstellen, aber es ihm "wünschen", für seine Wahl - die wahrscheinlich eine gute wäre - beten? Welche Verantwortung, die per Wahl dem einen Mann aufgebürdet wird, welche Verantwortung, im Namen GOttes über das Leben eines anderen zu verfügen! Und gleichzeitig: welches Zeichen für den fordernden, überfordernden Ruf GOttes, dem es nicht um Selbstverwirklichung und Selbstentfaltung geht, sondern um das Hingeben des Lebens für die Freunde, für die Brüder und Schwestern, um das Einstehen für die ganze Wahrheit über GOtt und den Menschen!
Es wäre nicht schlecht, wenn sich wenigstens die Katholiken klar machen würden - denn von "den anderen" können wir es nicht erwarten -, daß es nicht um Macht geht, nicht um Reformen, um meine und unsere Erwartungen, sondern um Gehorsam: gegenüber dem Ruf, der in der Wahl ergeht, gegenüber dem wählenden GOtt, der SEin Volk mit Hilfe von sündigen, brüchigen Menschen durch die Jahrhunderte führt, gegenüber Jesus Christus, der kein Mythos, keine Idee, kein Prinzip ist, sondern GOtt und Mensch, lebendig und gegenwärtig.
Wer auch immer unser nächster Papst sein wird: er wird den Titel "servus servorum DEi" nicht stolz, sondern demütig tragen. Und er wird ihn mit größerem Zittern annehmen, als wir es uns vorstellen können. (Glaube ich jedenfalls.)
Vanitas Vanitatum
Wenn Blogger - gleich von wem - bemerkt werden, freuen sie sich. Heute erwähnt uns der österreichische "Kurier": "Katholische Weblogger im Internet".
Wenn Blogger - gleich von wem - bemerkt werden, freuen sie sich. Heute erwähnt uns der österreichische "Kurier": "Katholische Weblogger im Internet".
"Im deutschen Sprachraum gibt es bei weitem weniger engagierte katholische Weblogs als in den USA, doch auch hier findet man Seiten wie etwa 'Catholicism Wow!', einen Blog, der sich insbesondere der Kultivierung von Comics und Musik mit katholischem Hintergrund verschrieben hat. Der Weblog zählt eine ganze Reihe katholischer Bands quer durch alle Sparten auf - von Rock über Heavy Metal bis Hip Hop."
Selbstreferenziell
Der "Guy who maintains the RatzingerFanClub" ist seinen Beobachtern immer einen Schritt voraus.
Der "Guy who maintains the RatzingerFanClub" ist seinen Beobachtern immer einen Schritt voraus.
Kirchenjournalisten bei der Arbeit
Wieder daheim, bringe ich mich auf den Stand der laufenden Debatten...
Mir kam gestern der Gedanke, ob nicht die (bis dato) übliche Vernachlässigung religiöser, christlicher und kirchlich-katholischer Themen im deutschen Journalismus eine eher lässliche Unterlassungssünde der Verantwortlichen ist, die sie vor schwererer Schuld wie übler Nachrede und Stolz bewahrt...
Fällt doch schon einem hauptamtlichen Kirchenjournalisten wie Daniel Deckers (auf der Titelseite der gestrigen FAZ) nicht viel mehr zu Joseph Kardinal Ratzinger , als Walter Kasper zu zitieren. Nein, nicht den Kardinal, sondern einen eher unbekannten 33jährigen deutschen Theologieprofessor, der 1968 schrieb:
C'mon, gimme a break.
Wieder daheim, bringe ich mich auf den Stand der laufenden Debatten...
Mir kam gestern der Gedanke, ob nicht die (bis dato) übliche Vernachlässigung religiöser, christlicher und kirchlich-katholischer Themen im deutschen Journalismus eine eher lässliche Unterlassungssünde der Verantwortlichen ist, die sie vor schwererer Schuld wie übler Nachrede und Stolz bewahrt...
Fällt doch schon einem hauptamtlichen Kirchenjournalisten wie Daniel Deckers (auf der Titelseite der gestrigen FAZ) nicht viel mehr zu Joseph Kardinal Ratzinger , als Walter Kasper zu zitieren. Nein, nicht den Kardinal, sondern einen eher unbekannten 33jährigen deutschen Theologieprofessor, der 1968 schrieb:
"Dem theologisch nicht Informierten ist es deshalb wohl nicht immer deutlich, was sichere These und was bloße Hypothese, was gemeinsame kirchliche und theologische Lehre und was persönliche Theologie des Verfassers ist."Was soll das? Hat Walter K. 1968 schon gesehen, was Daniel D. uns als auch 2005 noch gültig suggeriert: Ratzingersche Privattheologie unter dem Deckmantel der Glaubenskongregation?
C'mon, gimme a break.
12. April 2005
Pause
Wenn hier die nächsten drei Tage wenig oder nichts passiert, dann nur, weil ich einen kleinen Trip nach Südfrankreich machen darf. Nein, kein Urlaub. Beruflich.
Der christlichen Leserschaft empfehle ich, die gewonnene Zeit im Sinne des Novendiale und des nächsten Konklave zu verbringen. Die nicht-gläubigen Leser machen nichts verkehrt, wenn sie wieder mal ein gescheites Gedicht lesen.
Wenn hier die nächsten drei Tage wenig oder nichts passiert, dann nur, weil ich einen kleinen Trip nach Südfrankreich machen darf. Nein, kein Urlaub. Beruflich.
Der christlichen Leserschaft empfehle ich, die gewonnene Zeit im Sinne des Novendiale und des nächsten Konklave zu verbringen. Die nicht-gläubigen Leser machen nichts verkehrt, wenn sie wieder mal ein gescheites Gedicht lesen.
Mein Beitrag zur päpstlichen "To Do-List"
Wie alle meine deutschen Mitbürgerinnen und -bürger überlege ich schon die ganze Zeit, was der nächste Papst Sinnvolles tun könnte.
Eine Idee wäre auf jeden Fall, daß er "Themenhefte" wie dieses aus der Kolpingjugend verbieten könnte.
"Mit unserer vom Heiligen Geist verliehenen Autorität verkünden wir, Johannes Paulus III., daß jeder mit dem Bann belegt (anathema) sei, der Themenhefte schreibt, zusammenstellt, druckt, vertreibt und verbreitet,
Wie alle meine deutschen Mitbürgerinnen und -bürger überlege ich schon die ganze Zeit, was der nächste Papst Sinnvolles tun könnte.
Eine Idee wäre auf jeden Fall, daß er "Themenhefte" wie dieses aus der Kolpingjugend verbieten könnte.
"Mit unserer vom Heiligen Geist verliehenen Autorität verkünden wir, Johannes Paulus III., daß jeder mit dem Bann belegt (anathema) sei, der Themenhefte schreibt, zusammenstellt, druckt, vertreibt und verbreitet,
- in denen "religiöse Elemente" und "religiöse Erlebnisräume" propagiert werden;
- in denen das Brot der Heiligen Eucharistie nur als 'ein Symbol für Wandlung (vom Korn zur Ähre, zum Weizen, zum Teig, zum Brot, zum Zeichen der Nähe Gottes), (...), für Gemeinschaft (Brot teilen), [und] für Leben' beschrieben wird und der Wein nicht das Allerheiligste Blut unseres Herrn ist, sondern nur 'das Symbol für das Fest, für Freude, für Heiterkeit und Erlösung' darstellt;
- in denen junge Katholiken angeleitet und aufgefordert werden, 'mit dem Wald [zu] schmusen';
- in denen mehr als 10 Wege der Bibelarbeit beschrieben werden, nur nicht die persönliche oder gemeinsame Lektüre der Heiligen Schrift;
- in denen die Mehrzahl von Tip 'Tip's' lautet und somit die Apostrophenkatastrophe befördert wird."
11. April 2005
Entscheidung
"Der neue Papst wird sich zu entscheiden haben, wo er seine Prioritäten setzt: bei den reichen Kirchen des Nordens - oder in der vitalen Not der Katholiken Afrikas oder Südamerikas." (Otto Kallscheuer in der FAZ)
Vielleicht keine ganz schwere Entscheidung, wenn man z.B. bedenkt, daß es in Manila mehr Katholiken gibt als in den Niederlanden, und daß in den Philippinen jährlich mehr Kinder getauft werden als in Frankreich, Polen, Italien und Spanien zusammen.
"Der neue Papst wird sich zu entscheiden haben, wo er seine Prioritäten setzt: bei den reichen Kirchen des Nordens - oder in der vitalen Not der Katholiken Afrikas oder Südamerikas." (Otto Kallscheuer in der FAZ)
Vielleicht keine ganz schwere Entscheidung, wenn man z.B. bedenkt, daß es in Manila mehr Katholiken gibt als in den Niederlanden, und daß in den Philippinen jährlich mehr Kinder getauft werden als in Frankreich, Polen, Italien und Spanien zusammen.
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