29. November 2004
27. November 2004
100.000 € Preisgeld
... gehen an Ian Wilmut. Wir finanzieren den Klonskandal. Nein: nicht wir, unsere Regierung mit unserem Geld und gegen den Willen des Bundestags.
... gehen an Ian Wilmut. Wir finanzieren den Klonskandal. Nein: nicht wir, unsere Regierung mit unserem Geld und gegen den Willen des Bundestags.
Auch ein Jesuit
Reto nannte kürzlich drei Fragen,"auf die sogar der Papst keine Antwort weiß". Eine davon sei: ""Was denken die Jesuiten?"
Manchmal lassen uns einige davon ungeschminkt daran teilhaben, z.B. der Anfang des Jahres verstorbene P. Cyril Barrett SJ, offensichtlich trotz seines Philosophen- und Kunstkritikerstatus ein eher roher Geselle (vgl. diese Würdigung).
Von ihm berichtet die Times im Nachruf, den die britische SJ anscheinend zustimmend zitiert:
Na gut, schwarze Schafe gibt es überall. (via R.J. Neuhaus im Dezemberheft von First Things, S. 78f.)
Reto nannte kürzlich drei Fragen,"auf die sogar der Papst keine Antwort weiß". Eine davon sei: ""Was denken die Jesuiten?"
Manchmal lassen uns einige davon ungeschminkt daran teilhaben, z.B. der Anfang des Jahres verstorbene P. Cyril Barrett SJ, offensichtlich trotz seines Philosophen- und Kunstkritikerstatus ein eher roher Geselle (vgl. diese Würdigung).
Von ihm berichtet die Times im Nachruf, den die britische SJ anscheinend zustimmend zitiert:
"Wie viele Jesuiten durch die Zeiten machte Barrett keinen Versuch, seine Wut über die hierarchische Politik und den sozialen Konservatismus des Vatikan zu verbergen - und ging so weit, am Tag des Attentatversuchs auf den Papst im Gegröle, das ein Londoner Restaurant füllte, zu erklären, daß ''das einzig Verkehrte an diesem verdammten Türken gewesen sei, daß er nicht gerade schießen könne'. Doch konnte er bereitwillig seine priesterliche Erscheinung annehmen und war in dieser Eigenschaft ein mitfühlender und feinsinniger Ratgeber und herausragend praktischer Moralist, letztlich überzeugt von der Intelligenz wie der Güte des Heiligen Geistes und fähig, diesen Glauben auch anderen einzuflößen." (Catholic World News)Wie war das noch mit dem "vierten Gelübde"?
Na gut, schwarze Schafe gibt es überall. (via R.J. Neuhaus im Dezemberheft von First Things, S. 78f.)
26. November 2004
Das Wesen des Christentums
Das muß ganz klar die vielbeschworene Cafeteria-Religion sein:
Das muß ganz klar die vielbeschworene Cafeteria-Religion sein:
"'We didn't want a churchy feeling,' said Bonanno.
Starbucks, church leaders say, is a natural addition to the environment.
'People drinking coffee, relating to one another, loving each other,' Jerry Cook, a pastor visiting last Sunday from a Foursquare Gospel church in Seattle, where Starbucks is also sold. 'That's the essence of Christianity.'
Grace Capital Church has grown quickly. It started in a living room eight years ago, later relocated to a school, and last July moved into a new building overlooking the Suncook River. The beige-walled sanctuary holds 600 and is regularly near capacity. About half its congregants are former Catholics, according to church officials.
'Growing up Catholic, the whole thing about church was about not being allowed to do much of anything -- having to stand, kneel,' said Jon Berger, 34, a corporate driver, as he entered the sanctuary with a tall Starbucks in hand. 'Here you can have a cup of coffee and be relaxed.'
Still, Berger and others noted that the allure of the church runs deeper than Starbucks.
'Christians like coffee,' said Rick Bagley, 39, a general contractor. ''But what draws us here is Jesus Christ.'"(Boston.com)
Apropos Google Scholar
Ich äußere mich hier selten bis nie über Dinge, mit denen ich beruflich zu tun habe. Heute muß es mal sein:
Nicht alles glauben, was aktuell über Google Scholar zu lesen ist! Dieser Artikel der dpa, der heute in den Zeitungen zirkuliert, ist z. B. ziemlich daneben. Denn:
Wer einen Einstieg in die Journalistik sucht, sollte besser mit einem guten Journalisten reden oder eine gute Einführung lesen statt in Google oder Google Scholar "Journalism" einzugeben.
Daß englischsprachige Treffer bei den Antworten überwiegen, liegt an der bevorzugten Publikationssprache in vielen Fächern und an der Publication Policy der deutschen Fachverlage, die zurückhaltender waren und sind, wenn es um E-Journals-Versionen ihrer Druckzeitschriften geht.
Wenn Ein-Wort-Anfragen rückläufig sind, sollte man sich klar machen, daß Zwei-Wort-Anfragen auch nicht besser sind. Wofür gibt es eigentlich all die "sophisticated search interfaces", die die Experten seit Jahren benutzen und die z.B. mit Pubmed (dank der Großzügigkeit der US-Administrationen und -Bürger) weltweit zur Verfügung stehen?
Ich äußere mich hier selten bis nie über Dinge, mit denen ich beruflich zu tun habe. Heute muß es mal sein:
Nicht alles glauben, was aktuell über Google Scholar zu lesen ist! Dieser Artikel der dpa, der heute in den Zeitungen zirkuliert, ist z. B. ziemlich daneben. Denn:
Wer einen Einstieg in die Journalistik sucht, sollte besser mit einem guten Journalisten reden oder eine gute Einführung lesen statt in Google oder Google Scholar "Journalism" einzugeben.
Daß englischsprachige Treffer bei den Antworten überwiegen, liegt an der bevorzugten Publikationssprache in vielen Fächern und an der Publication Policy der deutschen Fachverlage, die zurückhaltender waren und sind, wenn es um E-Journals-Versionen ihrer Druckzeitschriften geht.
Wenn Ein-Wort-Anfragen rückläufig sind, sollte man sich klar machen, daß Zwei-Wort-Anfragen auch nicht besser sind. Wofür gibt es eigentlich all die "sophisticated search interfaces", die die Experten seit Jahren benutzen und die z.B. mit Pubmed (dank der Großzügigkeit der US-Administrationen und -Bürger) weltweit zur Verfügung stehen?
Bei Husten hilft nur ...
Chocolate more effective than codeine for stopping coughs. (Medical News Today)
Chocolate more effective than codeine for stopping coughs. (Medical News Today)
"Leute, schnallt Euch an, jetzt geht es rund!"
Ein deutscher Soziologe bei amerikanischen Baptisten: in der Welt.
Ein deutscher Soziologe bei amerikanischen Baptisten: in der Welt.
P. Laufer: November-Aphorismen
"Jenseits eines gewissen Alters oder einer gewissen inneren Schwelle sind wir alle Überlebende.
Suizid: der letzte Versuch, die Kontrolle über unser Leben zu behalten.
Drei Alternativen:
- Selbstverstümmelung durch Kastration unserer Hoffnung;
- Selbstmord;
- Ergebung = Religion."
"Jenseits eines gewissen Alters oder einer gewissen inneren Schwelle sind wir alle Überlebende.
Suizid: der letzte Versuch, die Kontrolle über unser Leben zu behalten.
Drei Alternativen:
- Selbstverstümmelung durch Kastration unserer Hoffnung;
- Selbstmord;
- Ergebung = Religion."
25. November 2004
Too blog to ignore
Laut Richard Herzinger der "einhellig und zu Recht als der beste Artikel über Weblogs aller Zeiten" gefeierte Text von Katharina "Lyssa" Borchert: Die Nacht der langen Messages. (Weltwoche)
Laut Richard Herzinger der "einhellig und zu Recht als der beste Artikel über Weblogs aller Zeiten" gefeierte Text von Katharina "Lyssa" Borchert: Die Nacht der langen Messages. (Weltwoche)
Engel in der ersten Reihe
"Nur wer substanziell fragt, findet auch substanzielle Antworten." (Karl Kardinal Lehmann) Am Fragen hat es wohl am Dienstag bei Johannes B. Kerner gehapert, und ich jedenfalls habe ein Fernsehereignis erster Güte verpasst.
"Ich schließe die Augen, dann sehe ich mehr ... Ich ziehe mich innerlich zurück und beobachte und höre zu, was der Engel vermittelt. Und das fasse ich in Worte." Und Kerner, Fliege et al. waren ergriffen. (Christian Geyer kommentiert im FAZ.NET)
"Nur wer substanziell fragt, findet auch substanzielle Antworten." (Karl Kardinal Lehmann) Am Fragen hat es wohl am Dienstag bei Johannes B. Kerner gehapert, und ich jedenfalls habe ein Fernsehereignis erster Güte verpasst.
"Ich schließe die Augen, dann sehe ich mehr ... Ich ziehe mich innerlich zurück und beobachte und höre zu, was der Engel vermittelt. Und das fasse ich in Worte." Und Kerner, Fliege et al. waren ergriffen. (Christian Geyer kommentiert im FAZ.NET)
24. November 2004
"Der Papst ist ein menschlicher Fels - Klicken Sie hier!"
"Daß Bibel und BILD zusammengehen, ist nur auf den ersten Blick erstaunlich. Denn auch BILD zeigt jeden Tag die guten und fröhlichen wie die dunklen und traurigen Seiten des Lebens. Das ganze Spektrum unserer Gesellschaft, lebensnah, anschaulich und fern aller Theorie." Sagt Kai Dieckmann von der Bxxx-Zeitung.
Dümmer geht's nümmer. Absolvierend wirken dann weder wortreiche Confessiones noch die kürzliche Papstaudienz, und sein Einschleimen beim DBK-Chef ("Ein großer Gewinn für die deutsche Geisteswelt!") schon mal gar nicht. (Via Bildblog).
"Daß Bibel und BILD zusammengehen, ist nur auf den ersten Blick erstaunlich. Denn auch BILD zeigt jeden Tag die guten und fröhlichen wie die dunklen und traurigen Seiten des Lebens. Das ganze Spektrum unserer Gesellschaft, lebensnah, anschaulich und fern aller Theorie." Sagt Kai Dieckmann von der Bxxx-Zeitung.
Dümmer geht's nümmer. Absolvierend wirken dann weder wortreiche Confessiones noch die kürzliche Papstaudienz, und sein Einschleimen beim DBK-Chef ("Ein großer Gewinn für die deutsche Geisteswelt!") schon mal gar nicht. (Via Bildblog).
"Gott bleibt am Rand"
Interview mit Kardinal Ratzinger zu ziemlich vielem, nicht nur zur Randstellung GOttes in Europa.
Interview mit Kardinal Ratzinger zu ziemlich vielem, nicht nur zur Randstellung GOttes in Europa.
Papageien, der zweite
In Ergänzung zum Papageienwitz weiter unten ein well-not-really-but somehow-still-catholic Parrot Joke aus Lamland.
In Ergänzung zum Papageienwitz weiter unten ein well-not-really-but somehow-still-catholic Parrot Joke aus Lamland.
Bestenlistenzeit
Das Jahr ist noch lange nicht um, aber Christanity Today hat schon die Liste mit den Best Christian Albums of 2004 veröffentlicht. Wenn Buddy Millers Universal United House of Prayer auftaucht, dürfte der Rest auch nicht soo schlecht sein, wie diesseits des Atlantik beim Thema "Christliche Pop/Rock/...-Musik aus den U.S. of A." oft vermutet wird.
Das Jahr ist noch lange nicht um, aber Christanity Today hat schon die Liste mit den Best Christian Albums of 2004 veröffentlicht. Wenn Buddy Millers Universal United House of Prayer auftaucht, dürfte der Rest auch nicht soo schlecht sein, wie diesseits des Atlantik beim Thema "Christliche Pop/Rock/...-Musik aus den U.S. of A." oft vermutet wird.
Völlig wertfrei
Daß unser Bundeskanzler als Person mit Religion eher wenig bis nichts anfangen kann, haben wir inzwischen alle mitbekommen. Das ist vorerst, bis zur hora mortis nämlich, auch ganz allein seine Sache.
Bedenklicher finde ich, wenn er anderen vorschreibt, wie sie sich politisch zu motivieren haben bzw. was Religion für sie zu bedeuten habe:
Wer religiöse oder andere letztgültige Werte (die ja genauso unter Schröders Verdikt fallen) anerkennt, weiß überhaupt erst, worüber er diskutieren kann. Oder haben Sie schon mal mit einer Karotte und einem Kieselstein Weltprobleme erörtert, Herr Bundeskanzler?
Mindestens erklärt der Kanzler-Spruch Schröders eigenen Ziele: Die liegen nämlich frei nach J.J. Cale "anywhere the wind blows".
Daß unser Bundeskanzler als Person mit Religion eher wenig bis nichts anfangen kann, haben wir inzwischen alle mitbekommen. Das ist vorerst, bis zur hora mortis nämlich, auch ganz allein seine Sache.
Bedenklicher finde ich, wenn er anderen vorschreibt, wie sie sich politisch zu motivieren haben bzw. was Religion für sie zu bedeuten habe:
"Der Kanzler hat den US-Präsidenten kritisiert, weil der Politik mit Religion vermische.Man muß absolut kein Freund der Bush'schen Politik sein, um diesen Satz zutiefst abzulehnen. Nicht nur weil auch andere Politiker, die er, ich und wir alle gemeinsam bewundern, ihre Politik religiös motivieren und motiviert haben - denken wir nur an die Großen wie Martin Luther King Jr. und Gandhi -, sondern weil GS schlicht nicht verstanden hat, daß jeder, der an etwas/jemanden glaubt und theoretisch wie praktisch (religiöse oder andere) letztgültige Werte hat, sich davon zu seinem Handeln motivieren lässt - daß diese Werte ihm überhaupt erst helfen, seine Ziele und die richtigen Wege dorthin zu entdecken.
'Mir ist das fremd. Ich habe Schwierigkeiten damit', sagte Gerhard Schröder (SPD) in der ARD bei Beckmann laut Vorab-Bericht vom Montag auf die Frage nach der Bewertung des Religions-Aspekts in der Bush-Politik. 'Wenn Sie Politik mit religiösen, also letztgültigen Werten motivieren, dann gibt es darüber keine ausreichenden Diskussionsmöglichkeiten.'" (FOCUS Online)
Wer religiöse oder andere letztgültige Werte (die ja genauso unter Schröders Verdikt fallen) anerkennt, weiß überhaupt erst, worüber er diskutieren kann. Oder haben Sie schon mal mit einer Karotte und einem Kieselstein Weltprobleme erörtert, Herr Bundeskanzler?
Mindestens erklärt der Kanzler-Spruch Schröders eigenen Ziele: Die liegen nämlich frei nach J.J. Cale "anywhere the wind blows".
Umkehr
Thanksgiving steht vor der amerikanischen Tür und bei uns kommt danach direkt der Advent - jede Menge Gelegenheiten, bei denen wir unseren Umgang mit anderen überdenken und zum Besseren verändern können und sollten - im privat-kleinen und global-großen... Sonst tun die das nämlich von sich aus (Thanks, Jim!):
Thanksgiving steht vor der amerikanischen Tür und bei uns kommt danach direkt der Advent - jede Menge Gelegenheiten, bei denen wir unseren Umgang mit anderen überdenken und zum Besseren verändern können und sollten - im privat-kleinen und global-großen... Sonst tun die das nämlich von sich aus (Thanks, Jim!):
The Parrot
A young man named John received a parrot as a gift. The parrot had a bad attitude and an even worse vocabulary. Every word out of the bird's mouth was rude, obnoxious and laced with profanity. John tried and tried to change the bird's attitude by consistently saying only polite words, playing soft music and anything else he could think of to "clean up" the bird's vocabulary.
Finally, John was fed up and he yelled at the parrot. The parrot yelled back. John shook the parrot and the parrot got angrier and even ruder. John, in desperation, threw up his hand, grabbed the bird and put him in the freezer.
For a few minutes the parrot squawked and kicked and screamed. Then suddenly there was total quiet. Not a peep was heard for over a minute. Fearing that he'd hurt the parrot, John quickly opened the door to the freezer.
The parrot calmly stepped out onto John's outstretched arms and said, "I believe I may have offended you with my rude language and actions. I'm sincerely remorseful for my inappropriate transgressions and I fully intend to do everything I can to correct my rude and unforgivable behavior."
John was stunned at the change in the bird's attitude. As he was about to ask the parrot what had made such a dramatic change in his behavior, the bird continued, "May I ask what the turkey did?"
23. November 2004
"..., die ich liebe"
Der Maler Gerhard Richter erhielt am Samstag den "Kunst- und Kulturpreis der Deutschen Katholiken". Bei der Deutschen Bischofskonferenz gibt es eine ausführliche Dokumentation.
Für Kardinal Lehmann zeigt das Werk Richters nichts von dessen Gefundenhaben, sondern stellt nur die Fragen, die zu den christlichen Antworten passen. Da ist man ja als Bischof heute schon mal richtig glücklich mit:
Der Maler Gerhard Richter erhielt am Samstag den "Kunst- und Kulturpreis der Deutschen Katholiken". Bei der Deutschen Bischofskonferenz gibt es eine ausführliche Dokumentation.
Für Kardinal Lehmann zeigt das Werk Richters nichts von dessen Gefundenhaben, sondern stellt nur die Fragen, die zu den christlichen Antworten passen. Da ist man ja als Bischof heute schon mal richtig glücklich mit:
"Von den Antworten, die der Glaube anbietet, erfahren wir bei ihm nichts im unmittelbaren Sinn, wohl aber sehr viel von den Fragen, die diesen Antworten entsprechen. Aber was wären Antworten, ohne dass jemand fragt? Das Fragen sei die Frömmigkeit des Denkens, sagt Martin Heidegger. Nur wer substanziell fragt, findet auch substanzielle Antworten."Laudator Friedhelm Hofmann (Bischof von Würzburg) kennt Richter besser und wagt sich weiter vor:
"Es gelinge Gerhard Richter überzeugend, in seinem Schaffen auf subtile Weise mit den Widersprüchen von Präsentation und Repräsentation, Präzision und Unschärfe zu balancieren, ohne je die Hoffnung aufzugeben, dass es außerhalb seiner selbst eine diese Gegensätze im Letzten versöhnende Dimension des Absoluten gibt. Dieser hoffnungs- und trostreiche Beiklang schwinge in seinen Werken mit.Ober-Zentral-Laie H.-J. Meyer sagt es dann bei der Preisübergabe lieber betroffen-moralistisch und auch für den sonntäglichen Kindergottesdienst verständlich:
Hofmann verweist auf das besondere Taktgefühl, mit dem sich Richters Malerei der als „Welt“ chiffrierten Realität nähere und dieser eine eigene Dignität zuerkenne, indem er ihre Unverfügbarkeit und auch Rätselhaftigkeit respektiere. Im Prozess des Malens lasse sich Richter durch das Überraschende seiner Intuition berühren. In diesem außerhalb der Künstlerpersönlichkeit liegenden „Mehr“, das sich in der Werkgenese Bahn bricht, werde die Anwesenheit eines transzendenten Anderen erahnbar."
"Dass es zwei Kerzen sind, konnte zugleich ein gedanklicher Anstoß sein: Niemand ist allein und nur für sich da, sondern wir sind immer mit Anderen da und müssen darum auch für Andere da sein – eine Aufgabe, vor der Menschen schon oft versagt haben, aber die sich ihnen immer wieder und ganz unausweichlich stellt."Da hat Regina Einig in der Tagespost schon recht:
"Die Grenzen zwischen Banalität und Aussagekraft sind auf einer Preisverleihung der katholischen Kirche oft ebenso fließend wie die Konturen auf den Bildern Gerhard Richters."Und Richter selber? Der bleibt schlicht, herzlich und dankbar:
"Dass dieser Preis mir zugesprochen wird, sehe ich zum einen als eine Anerkennung und Bestätigung meiner Arbeit an, und so ist es für mich eine Auszeichnung, die ich beglückt und dankbar annehme.
Zum anderen erfreut es mich zutiefst, dass ich mich mit dieser Entgegennahme zu meiner christlichen Kultur bekenne, zu dieser Glaubensgemeinschaft, die mich fundamental prägte, deren Teil ich bin und die ich liebe."
22. November 2004
Minderheitenstatus
Daß sie zu einer Minderheit gehören, ist laut Reuters in den Köpfen und Herzen der europäischen Kirche angekommen.
Da gibt es allerdings Ungleichzeitigkeiten. In meinem vorstädtischen Heimatort nahmen die katholischen Pfarreien eher überrascht zur Kenntnis, daß eines ihrer Gemeindemitglieder am 1. Adventsssonntag die Öffentlichkeit incl. Zeitung, Radio und Fernsehen zum feierlichen Anknipsen seines üppig geschmückten "Weihnachtshauses" einlud - ohne Rücksicht auf das parallel stattfindende Adventskonzert in seiner Pfarrkirche. Eher peinlich statt "proud to be catholic".
Daß sie zu einer Minderheit gehören, ist laut Reuters in den Köpfen und Herzen der europäischen Kirche angekommen.
Da gibt es allerdings Ungleichzeitigkeiten. In meinem vorstädtischen Heimatort nahmen die katholischen Pfarreien eher überrascht zur Kenntnis, daß eines ihrer Gemeindemitglieder am 1. Adventsssonntag die Öffentlichkeit incl. Zeitung, Radio und Fernsehen zum feierlichen Anknipsen seines üppig geschmückten "Weihnachtshauses" einlud - ohne Rücksicht auf das parallel stattfindende Adventskonzert in seiner Pfarrkirche. Eher peinlich statt "proud to be catholic".
Babel ist überall
Gibt es in dieser Pfarrgemeinde wirklich einen "Babeltreff"? Und was machen die dann, wenn sie sich treffen?
Oder handelt es sich eher um einen "Babbeltreff", der nicht so unüblich wäre? Der Pfarrgemeinderat kann damit nicht gemeint sein - der hat eine eigene Seite.
Gibt es in dieser Pfarrgemeinde wirklich einen "Babeltreff"? Und was machen die dann, wenn sie sich treffen?
Oder handelt es sich eher um einen "Babbeltreff", der nicht so unüblich wäre? Der Pfarrgemeinderat kann damit nicht gemeint sein - der hat eine eigene Seite.
Visualisierung
Abendmesse am Christkönigstag. Während sich der Priester in der Barockkirche mühte, der großteils älteren Gemeinde in der Nachfolge Pauli und Teilhard de Chardins den HErrn als Alpha und Omega der Welt nahezubringen - "auf ihn hin geschaffen", "in ihm alles zusammenzuführen" etc. -, schweifte mein Blick zwischen der Figur des Lammes auf dem Hauptaltar und der Pieta am Seitenaltar hin und her: der sterbende König in den Armen seiner Mutter.
Abendmesse am Christkönigstag. Während sich der Priester in der Barockkirche mühte, der großteils älteren Gemeinde in der Nachfolge Pauli und Teilhard de Chardins den HErrn als Alpha und Omega der Welt nahezubringen - "auf ihn hin geschaffen", "in ihm alles zusammenzuführen" etc. -, schweifte mein Blick zwischen der Figur des Lammes auf dem Hauptaltar und der Pieta am Seitenaltar hin und her: der sterbende König in den Armen seiner Mutter.
19. November 2004
Hosenalbe
Wie oft wurde und wird den "Klerikern" (Drewermann) ihre vergleichsweise feminine Arbeitskleidung vorgehalten! Diese Neuentwicklung aus der Scottish Episcopalian Church entzieht solcher Kritik ein für alle Mal den Boden. (Taking the Episcopalian)
Wie oft wurde und wird den "Klerikern" (Drewermann) ihre vergleichsweise feminine Arbeitskleidung vorgehalten! Diese Neuentwicklung aus der Scottish Episcopalian Church entzieht solcher Kritik ein für alle Mal den Boden. (Taking the Episcopalian)
Mülltourismus
"Am Anfang war es den Einheimischen noch nicht einsichtig, dass Müll sammeln wichtig ist. Aber bald halfen sie mit Begeisterung mit."
Wo die Deutschen hinkommen, machen sie erst mal Ordnung, scheint's. Und werden mit Küssen empfangen.
"Am Anfang war es den Einheimischen noch nicht einsichtig, dass Müll sammeln wichtig ist. Aber bald halfen sie mit Begeisterung mit."
Wo die Deutschen hinkommen, machen sie erst mal Ordnung, scheint's. Und werden mit Küssen empfangen.
18. November 2004
Schnee auf dem Kilimandscharo
Nach 20 Jahren ist Band Aid wieder aktiv und hat den 1984er Hit "Do They Know It's Christmas?" upgedatet und "rerecorded" - diesmal zugunsten der Opfer des Genozids in Darfur/Sudan.
Die löbliche Absicht macht freilich die Musik nicht besser und der Text bleibt "absolutely idiotic" (Christianity Today).
Nach 20 Jahren ist Band Aid wieder aktiv und hat den 1984er Hit "Do They Know It's Christmas?" upgedatet und "rerecorded" - diesmal zugunsten der Opfer des Genozids in Darfur/Sudan.
Die löbliche Absicht macht freilich die Musik nicht besser und der Text bleibt "absolutely idiotic" (Christianity Today).
"There won't be snow in Africa this ChristmastimeNoch einmal Christianity Today:
The greatest gift they'll get this year is life
Where nothing ever grows
No rain or rivers flow
Do they know it's Christmastime at all?"
"Well, it's true that there won't be much snowfall in Africa this Christmas. But given that the only part of the continent in the northern hemisphere is also in the tropics, that's hardly surprising. There won't be snow in Australia this Christmas time, either. In winter, South Africa does get some snow. And of course Tanzania's Mount Kilimanjaro is perpetually covered in snow and ice.
Things do actually grow there, including coffee, cotton, and cocoa. In fact, most Africans work in agriculture. That's partly because of the rain and rivers that flow there.
Oh, and as for them knowing whether it's Christmas — 'Millions of devout African Christians celebrate Christmas with a zeal unmatched by its often commercialized version in the rich world,' reports Reuters. 'Countless churches have sprung up across the continent and Africans are even exporting missionaries to the West who might ask if Europeans 'know it's Christmas.''
Indeed. Do they even know where Africa is?"
ULF vom Käsetoast
"Virgin Mary Grilled Cheese Back Up on EBay
MIAMI - The Internet auction house eBay Inc. reversed itself Tuesday and is allowing bids for half of a 10-year-old grilled cheese sandwich that its owner says bears the image of the Virgin Mary.
Diana Duyser, of Hollywood, put the sandwich up for sale last week, drawing bids as high as $22,000 before eBay pulled the item Sunday night. The page was viewed almost 100,000 times before being taken down." (Yahoo)
Ist das jetzt POD oder blasphemisch? (POD = pious and overdevotional, also: fromm und überandächtig)
"Virgin Mary Grilled Cheese Back Up on EBay
MIAMI - The Internet auction house eBay Inc. reversed itself Tuesday and is allowing bids for half of a 10-year-old grilled cheese sandwich that its owner says bears the image of the Virgin Mary.
Diana Duyser, of Hollywood, put the sandwich up for sale last week, drawing bids as high as $22,000 before eBay pulled the item Sunday night. The page was viewed almost 100,000 times before being taken down." (Yahoo)
Ist das jetzt POD oder blasphemisch? (POD = pious and overdevotional, also: fromm und überandächtig)
Selbstbilder
"Manchmal geht mir dieses Gerede mit Selbstbild und ding schon auf die Nerven, wo sich die Leute, denen man ihr viel zu gutes Selbstbild schon an der Nasenspitze ansieht, immer über ihr viel zu schlechtes Selbstbild beklagen. Dabei hat ein negatives Selbstbild in den meisten Fällen durchaus seine Berechtigung, und negatives Selbstbild sogar oft das einzig Positive an einem Menschen, und das will er auch noch ablegen." (Wolf Haas: Das Ewige Leben, S. 82)
"Manchmal geht mir dieses Gerede mit Selbstbild und ding schon auf die Nerven, wo sich die Leute, denen man ihr viel zu gutes Selbstbild schon an der Nasenspitze ansieht, immer über ihr viel zu schlechtes Selbstbild beklagen. Dabei hat ein negatives Selbstbild in den meisten Fällen durchaus seine Berechtigung, und negatives Selbstbild sogar oft das einzig Positive an einem Menschen, und das will er auch noch ablegen." (Wolf Haas: Das Ewige Leben, S. 82)
16. November 2004
Trotz allem weiterträumen
Radio Vatikan: Was ist Ihr größter ökumenischer Traum, und ist er realisierbar?Wenn man sich eine einigermaßen vollständige Liste christlicher Denominationen wie diese hier anschaut, wird einem so recht deutlich, wie verwegen und unrealistisch der Traum des Kardinals ist. Eschatologisch sozusagen.
Kardinal Walter Kasper: Mein größter ökumenischer Traum ist die volle Kirchengemeinschaft aller Christen – das wird sicher ein weiter und schwieriger Weg sein, ich denke dass wir in absehbarer Zeit mit dem orthodoxen Christen, die uns sehr nahe sind, erhebliche Schritte weiterkommen werden, auch mit einzelnen Gruppen evangelischer Christen. Aber bis zu einer vollen Einheit aller Christen, wenn es überhaupt verwirklichbar ist, ist es ein langer und weiter Weg, aber wir wissen, der Heilige Geist hat diesen Prozess der Ökumene angestoßen, deshalb haben wir die Hoffnung trotz aller Schwierigkeit auf unserer Seite." (Quelle)
Leute, lest Lyrik!
"Und wer jetzt aufschreit: 'Ich lese keine Gedichte!', dem sei gesagt: Keine Gedichte zu lesen ist ein Charakterfehler, etwa so unappetitlich wie sich nicht die Zähne zu putzen, nur mit weit schlimmeren Folgen für Seele und Verstand." So Dennis Scheck in einer Besprechung von Les Murrays "Fredy Neptune".
Wie wäre es mit einem Lyrik-Bonusheft? Wer jeden Monat mindestens ein Gedicht liest, bekommt nach 10 Jahren einen ermäßigten Krankenversicherungssatz?
"Und wer jetzt aufschreit: 'Ich lese keine Gedichte!', dem sei gesagt: Keine Gedichte zu lesen ist ein Charakterfehler, etwa so unappetitlich wie sich nicht die Zähne zu putzen, nur mit weit schlimmeren Folgen für Seele und Verstand." So Dennis Scheck in einer Besprechung von Les Murrays "Fredy Neptune".
Wie wäre es mit einem Lyrik-Bonusheft? Wer jeden Monat mindestens ein Gedicht liest, bekommt nach 10 Jahren einen ermäßigten Krankenversicherungssatz?
Annahme verweigern
Vor einiger Zeit wies mich ein Freund auf dieses potentielle Weihnachtsgeschenk hin - ob als Warnung oder Empfehlung, weiß ich nicht...
Cyberniklas Niklas Roy könnte damit bestimmt in Serie gehen.
Vor einiger Zeit wies mich ein Freund auf dieses potentielle Weihnachtsgeschenk hin - ob als Warnung oder Empfehlung, weiß ich nicht...
Cyberniklas Niklas Roy könnte damit bestimmt in Serie gehen.
15. November 2004
Beten Männer anders? - Klar.
Außer mir meint das auch Peter Modler , der sich nicht lange mit Ursachenforschung aufhält, sondern stattdessen "Für Wanderer und Krieger", eine Sammlung alter, vergessener und neuer Männergebete zusammengestellt hat.
Irgendwie ist es tröstlich, daß ich jede Menge eigener Erfahrung darin wiederfinde. ("Und wenn nötig / gib mir einen Tritt / damit ich nicht im Selbstmitleid ersaufe")
Außer mir meint das auch Peter Modler , der sich nicht lange mit Ursachenforschung aufhält, sondern stattdessen "Für Wanderer und Krieger", eine Sammlung alter, vergessener und neuer Männergebete zusammengestellt hat.
Irgendwie ist es tröstlich, daß ich jede Menge eigener Erfahrung darin wiederfinde. ("Und wenn nötig / gib mir einen Tritt / damit ich nicht im Selbstmitleid ersaufe")
Rote Karte
"Ich werde mich also auch in Zukunft eher an das Rot halten, das meinen Dienst als den eines Kardinals der katholischen Kirche symbolisiert." So schließt Kardinal Meißner sein Antwortschreiben auf eine Rote-Karten-Kampagne von Publik-Forum. (Text bei kath.net)
Ich habe beim Lesen des Schreibens vergeblich auf den Widerhall von Angstzuständen gehorcht, wie sie Hanno Helbling in der NZZ kürzlich katholischen Hochklerikern andiagnostizierte. Mir kommt Kardinal Meißner eher wie ein Amtsträger vor, der seinen Job, sein Amt, seine Berufung ernst nimmt - zum Ärger all jener, die dadurch nicht mehr so können, wie sie gerne wollen.
Spaßbremsen haben's schwer. Gut, wenn sie dabei noch so viel Humor aufbringen, wie der Kölner Kardinal.
"Ich werde mich also auch in Zukunft eher an das Rot halten, das meinen Dienst als den eines Kardinals der katholischen Kirche symbolisiert." So schließt Kardinal Meißner sein Antwortschreiben auf eine Rote-Karten-Kampagne von Publik-Forum. (Text bei kath.net)
Ich habe beim Lesen des Schreibens vergeblich auf den Widerhall von Angstzuständen gehorcht, wie sie Hanno Helbling in der NZZ kürzlich katholischen Hochklerikern andiagnostizierte. Mir kommt Kardinal Meißner eher wie ein Amtsträger vor, der seinen Job, sein Amt, seine Berufung ernst nimmt - zum Ärger all jener, die dadurch nicht mehr so können, wie sie gerne wollen.
Spaßbremsen haben's schwer. Gut, wenn sie dabei noch so viel Humor aufbringen, wie der Kölner Kardinal.
Stabile Zustände
"Zwar besagt in der Tat 'Öffentlichkeit' heutigentags vor allem den Ort der Massen-Reaktionen, also der jubelnden Selbstpreisgabe des Einzelnen, des urteilslosen Mitmachens, der bloßen Macht von Lautstärke und Quantität.
Sie ist ferner der Ort schrankenloser Neugier, einer aus der unendlichen Langeweile genährten, mit einem gewaltigen technischen Instrumentarium bewaffneten Neugier, die alles zu sehen verlangt, die aber an nichts Anteil nimmt und die, genau genommen, nicht einmal etwas gewahr werden, sondern nur sehen will.
Und schließlich ist die Öffentlichkeit der Jagdgrund von Interesse und Geschäft; es gibt nicht Öffentliches, das nicht 'zu Markte stünde'!" (Josef Pieper 1960; Quelle: J. Pieper: Erkenntnis und Freiheit.- München: dtv, 1964, S, 77)
"Zwar besagt in der Tat 'Öffentlichkeit' heutigentags vor allem den Ort der Massen-Reaktionen, also der jubelnden Selbstpreisgabe des Einzelnen, des urteilslosen Mitmachens, der bloßen Macht von Lautstärke und Quantität.
Sie ist ferner der Ort schrankenloser Neugier, einer aus der unendlichen Langeweile genährten, mit einem gewaltigen technischen Instrumentarium bewaffneten Neugier, die alles zu sehen verlangt, die aber an nichts Anteil nimmt und die, genau genommen, nicht einmal etwas gewahr werden, sondern nur sehen will.
Und schließlich ist die Öffentlichkeit der Jagdgrund von Interesse und Geschäft; es gibt nicht Öffentliches, das nicht 'zu Markte stünde'!" (Josef Pieper 1960; Quelle: J. Pieper: Erkenntnis und Freiheit.- München: dtv, 1964, S, 77)
12. November 2004
'Lectrífy My Soul
I wanna sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I want to sing that rock and roll.
I want to reach that glory land,
I want to shake my Saviour's hand,
And I wanna sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I wanna sing that rock and roll.
I been a traveling near and far,
but I want to lay down my old guitar.
And I wanna to sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I wanna sing that rock and roll.
(Gillian Welch)
Mehr über Gillian Welch und ihren Partner David Rawlings im New Yorker.
I wanna sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I want to sing that rock and roll.
I want to reach that glory land,
I want to shake my Saviour's hand,
And I wanna sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I wanna sing that rock and roll.
I been a traveling near and far,
but I want to lay down my old guitar.
And I wanna to sing that rock and roll,
I want to electrify my soul,
Cause everybody been making a shout,
So big and loud, been drownin' me out,
I wanna sing that rock and roll.
(Gillian Welch)
Mehr über Gillian Welch und ihren Partner David Rawlings im New Yorker.
11. November 2004
Deutsche Spezialitäten
"In Deutschland kennt man seine Politiker in allen Lebenslagen – beim Tanzen, beim Joggen, beim Küssen, beim Kochen. Nur beim Beten, da sehen wir sie nie. Tun sie es nicht?" fragt Bernd Urich in der Zeit und legt nach:
"In Deutschland kennt man seine Politiker in allen Lebenslagen – beim Tanzen, beim Joggen, beim Küssen, beim Kochen. Nur beim Beten, da sehen wir sie nie. Tun sie es nicht?" fragt Bernd Urich in der Zeit und legt nach:
"Den eigenen Glauben nicht zu zeigen, diese recht deutsche Besonderheit, kann man mögen oder auch nicht. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass es sich im historischen und globalen Vergleich eben um eine Spezialität handelt. Polen, Brasilianer, Inder oder Afrikaner verstehen uns da nicht. Wir Deutschen und mit uns ein Teil der Europäer sind in Sachen Religion und Öffentlichkeit Exoten. Grob geschätzt, fünf Milliarden Menschen sehen die Sache entspannter. (...)
Ein Blick ins Geschichtsbuch und einer auf die religiöse Weltkarte der Gegenwart machen das Gegenteil viel plausibler: Glaubensferne ist ein Minderheitenprogramm, eher eine Episode in der Geschichte als ihr Ziel- und Endzustand. Darüber kann man froh oder unglücklich sein, je nach Belieben. Aber eines ist offenkundig: Die wichtigsten geistigen Kämpfe unserer Zeit finden nicht zwischen Atheismus und Religion, sondern zwischen verschiedenen Glaubensrichtungen statt."
9. November 2004
"It's everybody's business"
Dieses Jahr denke ich rechtzeitig (=vorab) dran: Am 19. November ist World Toilet Day! Die globale Lobby trifft sich parallel zum World Toilet Summit in Peking.
Dieses Jahr denke ich rechtzeitig (=vorab) dran: Am 19. November ist World Toilet Day! Die globale Lobby trifft sich parallel zum World Toilet Summit in Peking.
"At this premier event where the experts and industry stalwarts will converge, you will meet key practitioners, business strategists, planners and senior executives globally including government officials, municipal officers, universities researchers and senior managers from organizations that influence the toilet industry."
Aus der Freiheitstraum
Mark Siemons' Kommentar zur Lage im freien Deutschland.
60 % der Ostdeutschen stimmen in einer aktuellen Befragung dem Satz zu: "Man weiß nicht mehr, was man tun soll."
Mark Siemons' Kommentar zur Lage im freien Deutschland.
60 % der Ostdeutschen stimmen in einer aktuellen Befragung dem Satz zu: "Man weiß nicht mehr, was man tun soll."
"So scheint die gesamtdeutsche Gesellschaft kein gemeinsames Projekt zu haben, das ihren Freiheitsbegriff mit Inhalt und Emotion füllen könnte. Die Ziele erschöpfen sich darin, daß alles nach Möglichkeit so bleibt, wie es ist. Kein Wunder, daß die Bewältigung der gegenwärtigen ökonomischen Schwierigkeiten zäh und schleppend verläuft. Die Ziellosigkeit, die die andere Seite des mangelnden Freiheitsbewußtseins ist, taucht alles in ein trübes Licht."
Les Murray
Pietà once Attributed to Cosmè Tura
This is the nadir of the story
His mother's hairpiece, her sheitel,
is torn away, her own cropped hair looks burnt.
She had said the first Mass
and made Godhead a fact
which his strangeness had kept proving,
but what of that is still true
now, with his limp weight at her knee?
Her arms open, and withdraw,
and come back. That first eucharist
she could have been stoned to death for
is still alive in her body.
Quelle
Pietà once Attributed to Cosmè Tura
This is the nadir of the story
His mother's hairpiece, her sheitel,
is torn away, her own cropped hair looks burnt.
She had said the first Mass
and made Godhead a fact
which his strangeness had kept proving,
but what of that is still true
now, with his limp weight at her knee?
Her arms open, and withdraw,
and come back. That first eucharist
she could have been stoned to death for
is still alive in her body.
Quelle
8. November 2004
Ein Gedicht
"'I joined the Catholic Church because it is the best poem.' And later he adds: 'You can never exhaust it. It was the mysticism, the mystery that appealed to me.'"
Der dies bekennt, ist Les Murray, laut Tablet der führende und populärste Dichter Australiens.
"'I joined the Catholic Church because it is the best poem.' And later he adds: 'You can never exhaust it. It was the mysticism, the mystery that appealed to me.'"
Der dies bekennt, ist Les Murray, laut Tablet der führende und populärste Dichter Australiens.
Umzug
Richard Herzinger bloggt seine Ideen und Irrtümer nicht mehr für die Zeit, sondern für die Schweizerische Weltwoche.
Richard Herzinger bloggt seine Ideen und Irrtümer nicht mehr für die Zeit, sondern für die Schweizerische Weltwoche.
7. November 2004
Sitz der Seele
"'Seele' benennt das geistige Lebensprinzip im Menschen" - sagt der Katechismus der Katholischen Kirche.
Als ich in der Samstag Vorabendmesse von meinem Sitzplatz aus die Menge der Gläubigen so vor mir sah, dachte ich, daß genau hier dieser schlichte Satz seinen "Sitz im Leben" haben muß: Da, wo die "Heiligen" und zur Kirche (ekklesia) Her(aus)gerufenen vor sich hindösen und mit keinem Blick aufmerken, keine innere Bewegung spüren lassen angesichts des ungeheuren Geheimnisses, das wir in jeder Messe feiern - da bleibt der Kirche nichts übrig als die verzweifelte Hoffnung auf die unsichtbare, unverwüstliche "Seele". Die Seele als "elpizologisches Postulat" (oder heißt das dann "sperologisch"?). (Only joking, of course.)
"'Seele' benennt das geistige Lebensprinzip im Menschen" - sagt der Katechismus der Katholischen Kirche.
Als ich in der Samstag Vorabendmesse von meinem Sitzplatz aus die Menge der Gläubigen so vor mir sah, dachte ich, daß genau hier dieser schlichte Satz seinen "Sitz im Leben" haben muß: Da, wo die "Heiligen" und zur Kirche (ekklesia) Her(aus)gerufenen vor sich hindösen und mit keinem Blick aufmerken, keine innere Bewegung spüren lassen angesichts des ungeheuren Geheimnisses, das wir in jeder Messe feiern - da bleibt der Kirche nichts übrig als die verzweifelte Hoffnung auf die unsichtbare, unverwüstliche "Seele". Die Seele als "elpizologisches Postulat" (oder heißt das dann "sperologisch"?). (Only joking, of course.)
Engel in den Wassern
Ein schlicht-schönes Bilderbuch über unser aller Weg in die Welt. Und über eines jeden Rech auf das donum vitae, das Geschenk des Lebens. (via Catholicism Wow - danke!)
Ein schlicht-schönes Bilderbuch über unser aller Weg in die Welt. Und über eines jeden Rech auf das donum vitae, das Geschenk des Lebens. (via Catholicism Wow - danke!)
5. November 2004
Reise ins böse(?) Herz Amerikas
James M. Ault Jr.: Spirit and Flesh: Life in a Fundamentalist Baptist Church.
Könnte genauso spannend sein wie die inzwischen schon 10 Jahre alte Reportage von Dennis Covington über die Snake Handlers in den Südlichen Appalachen (Salvation on Sand Mountain: Snake Handling and Redemption in Southern Appalachia).
James M. Ault Jr.: Spirit and Flesh: Life in a Fundamentalist Baptist Church.
Könnte genauso spannend sein wie die inzwischen schon 10 Jahre alte Reportage von Dennis Covington über die Snake Handlers in den Südlichen Appalachen (Salvation on Sand Mountain: Snake Handling and Redemption in Southern Appalachia).
"“It is vital that we learn to see fundamentalists in all traditions as vulnerable human beings like ourselves. If we simply dismiss them as either evil or hopelessly irrational, we contribute to the polarization that is putting us all in such deadly peril. James Ault has traced his own journey from disbelief to understanding and will take his readers with him. This book has made an important contribution to one of the greatest problems facing the world today.”
—Karen Armstrong, author of The Battle for God
“I was swept into Ault’s absorbing narrative right away. The book is a superb combination, a sympathetic portrayal of real people involved in a fundamentalist Baptist Church woven together with a well-informed portrayal of an increasingly important element in the religious and political life of America. His brave and courageous inclusion of his own journey as he worked on this project deepens and enriches the story.”
–Harvey Cox, author of Fire From Heaven
De morituro nihil nisi bene?
Vorgezogene Nachrufe auf Arafat, z.B. in der Süddeutschen aus einer palästinensischen Feder.
Vorgezogene Nachrufe auf Arafat, z.B. in der Süddeutschen aus einer palästinensischen Feder.
"Als ein Palästinenser sagte, dass der Dichter, den Arafat gerade erwähnte, der größte seiner Zeit gewesen sei, entgegnete der Palästinenserführer überzeugt: Nein, er war nur einer unter den Großen seiner Zeit.Über seine Seele möge sich Ein ANderer erbarmen - aber die Welt wird ohne ihn nicht ärmer, denke ich so bei mir.
Niemand erwartete, dass Arafat ein Literaturexperte war, keiner schien daran interessiert, historische Fakten zu prüfen. Schließlich sahen die Besucher jenen Mann, den sie seit drei Jahrzehnten aus dem Fernsehen kannten: mal als Guerilla-Führer, mal als Erzterroristen, aber auch als ranghohen Besucher im Weißen Haus oder als Friedensnobelpreisträger.
Für die Palästinenser war es selbstverständlich, dass Arafat selbst in einer Diskussion über Literatur Recht hatte."
4. November 2004
Salonfähig
Hans Magnus Enzensberger will sich mit Kardinal Ratzinger unterhalten. Was für Zeiten...
Hans Magnus Enzensberger will sich mit Kardinal Ratzinger unterhalten. Was für Zeiten...
"Ich verfolge alles, was er sagt, habe einiges von ihm gelesen und finde, er ist wirklich eine Leuchte. Ich kann mir aber kaum vorstellen, dass er Zeit findet für solche Unterhaltungen. Wissen Sie, ich bin auch ein bisschen öffentlichkeitsscheu und fühle mich dieser Sache vielleicht auch gar nicht gewachsen. Aber jedenfalls würde ich Kardinal Ratzinger mit Freunde in irgendeinem Zusammenhang begegnen. Dann müsste man sehen, ob er überhaupt ein Interesse an den Meinungen eines Schriftstellers hat... Ich könnte mir schon vorstellen, dass es sehr interessant wäre, wenn ich auch der Subtilität seines theologischen Denkens nicht gewachsen wäre. Aber das muss man in Kauf nehmen." (radio vatikan)
A Tale of Two Worlds
Patrick Bahners geht mit dem Manichäismus der europäischen Anti-Manichäer ins Gericht - auf der Folie der aktuellen Geschehnisse in der EU. Facing reality ain't easy:
Patrick Bahners geht mit dem Manichäismus der europäischen Anti-Manichäer ins Gericht - auf der Folie der aktuellen Geschehnisse in der EU. Facing reality ain't easy:
"Merkwürdigerweise ist die Abwahl von George W. Bush außerhalb Amerikas mit einer Intensität herbeigewünscht worden, wie man sie nur aus ebenden religiösen Bewegungen kennt, auf deren schlichte Verheißungen man in aufgeklärten Kreisen herabschaut. (...) Heute sind die Bush-Austreiber nun in der Lage einer chiliastischen Sekte, die das Datum des Weltuntergangs verkündet hat und zur Kenntnis nehmen muß, daß die Geschichte weitergehen muß." (Wahl in Amerika: Der Krieg der Welten)
"George W. Bush ist nicht der Teufel"
Jeffrey Gedmin versuchte gestern, das deutsche Weltbild mit einem ausgewogenen Interview zur US-Wahl zu erschüttern. Dürfte im kollektiven Bewußtsein untergegangen sein.
Ich hatte gestern abend das Vergnügen, im Kreis von älteren, bürgerlichen, kirchlich engagierten Katholiken zu sitzen und endlich einmal wieder einmütige moralische Entrüstung zu erleben. Keiner hatte besondere Kenntnisse über den "wahren Stand der Dinge in Amerika" (J.F. Cooper), aber das muß uns ja nicht abhalten, den Sündenbock aus der Ferne zu steinigen.
Ebenfalls bemerkenswert fand ich den erfahrenen US-Korrespondenten, der sich absolut nicht vorstellen konnte, wie jemand (oder gar Millionen) eine Wahlentscheidung nicht nach dem Geldbeutel, sondern nach immateriellen Kriterien wie den berühmten "family values" treffen kann. Das F-Wort war die einzige Begründung dafür, die ihm zögernd über die Lippen über die Lippen kam. Er glaubte wohl selbst nicht, daß solche value-based decisions - die man im übrigen gar nicht richtig finden muß, um sie zu verstehen - nur von "Fundamentalisten" getroffen werden.
Jeffrey Gedmin versuchte gestern, das deutsche Weltbild mit einem ausgewogenen Interview zur US-Wahl zu erschüttern. Dürfte im kollektiven Bewußtsein untergegangen sein.
Ich hatte gestern abend das Vergnügen, im Kreis von älteren, bürgerlichen, kirchlich engagierten Katholiken zu sitzen und endlich einmal wieder einmütige moralische Entrüstung zu erleben. Keiner hatte besondere Kenntnisse über den "wahren Stand der Dinge in Amerika" (J.F. Cooper), aber das muß uns ja nicht abhalten, den Sündenbock aus der Ferne zu steinigen.
Ebenfalls bemerkenswert fand ich den erfahrenen US-Korrespondenten, der sich absolut nicht vorstellen konnte, wie jemand (oder gar Millionen) eine Wahlentscheidung nicht nach dem Geldbeutel, sondern nach immateriellen Kriterien wie den berühmten "family values" treffen kann. Das F-Wort war die einzige Begründung dafür, die ihm zögernd über die Lippen über die Lippen kam. Er glaubte wohl selbst nicht, daß solche value-based decisions - die man im übrigen gar nicht richtig finden muß, um sie zu verstehen - nur von "Fundamentalisten" getroffen werden.
2. November 2004
Zwei Minuten gegen liturgisches Fast Feeding
Es könnte so einfach sein, meint Eduard Nagel in Gottesdienst. Aber so, wie es ist, wäre Franz von Assisi nicht nur wegen seiner Armut ein Außenseiter in der Kirche, sondern genauso wegen seiner Frömmigkeit.
"Wo man sich nebeneinander in einer Reihe an der Stufe zum Chorraum aufstellt", ist es leider nicht automatisch besser. Da wird oft genug geschubst und gedrängelt, vorher wie nachher. Da wirkt soziale Kontrolle über etwaige Frömmigkeits-zur-Schausteller genauso wie in der Kommunionschlange. Mit dem "Mahlcharakter" sind inzwischen ganze Generationen von Kirchgängern groß geworden - ohne deswegen einen anbetenden Umgang mit dem "Leib des Herrn" zu pflegen.
Ich meine: Da ist innen, ja innen in uns Christen etwas verschwunden. Über Jahrzehnte hinweg. Da braucht es mehr als ein "Jahr der Eucharistie".
Es könnte so einfach sein, meint Eduard Nagel in Gottesdienst. Aber so, wie es ist, wäre Franz von Assisi nicht nur wegen seiner Armut ein Außenseiter in der Kirche, sondern genauso wegen seiner Frömmigkeit.
"Wo man sich nebeneinander in einer Reihe an der Stufe zum Chorraum aufstellt", ist es leider nicht automatisch besser. Da wird oft genug geschubst und gedrängelt, vorher wie nachher. Da wirkt soziale Kontrolle über etwaige Frömmigkeits-zur-Schausteller genauso wie in der Kommunionschlange. Mit dem "Mahlcharakter" sind inzwischen ganze Generationen von Kirchgängern groß geworden - ohne deswegen einen anbetenden Umgang mit dem "Leib des Herrn" zu pflegen.
Ich meine: Da ist innen, ja innen in uns Christen etwas verschwunden. Über Jahrzehnte hinweg. Da braucht es mehr als ein "Jahr der Eucharistie".
Liedzeile
"The blues is a bird which sings in the dark before the dawn." (Charlie Musselwhite auf Sanctuary)
"The blues is a bird which sings in the dark before the dawn." (Charlie Musselwhite auf Sanctuary)
1. November 2004
Situationsmoral
Was für Zeiten, wenn uns von den Kanzeln statt Wasser jetzt der Wein verordnet wird!
Was für Zeiten, wenn uns von den Kanzeln statt Wasser jetzt der Wein verordnet wird!
"Wenn die kleinen Leute noch weniger in der Tasche haben, wie soll dann der Konsum belebt werden? Eine Kirche, die bislang und durchaus sinnvoll den Konsumverzicht predigte, muss heute – vor allem den begüterten Mittelstand – dazu auffordern, mehr Geld auszugeben, statt sich bescheiden tot zu sparen.Glaubwürdig klingt das weder für die kleinen Leute noch für die "Besserverdienenden" (unter denen es ja auch einige geben soll, die um ihren Job bangen): Wenn die Wirtschaft boomt und wir Geld und Lust, es auszugeben, hätten, wettert der Kanzelmann gegen den Konsum. Werden wir endlich und notgedrungen vorsichtig und überlegen uns jede Anschaffung zweimal, ist es auch verkehrt. Kauft, Leute, kauft - egal was!
Die Kaufzurückhaltung bei den Besserverdienenden und ihre – vornehm ausgedrückt – nachlassende Spendenbereitschaft tragen dazu bei, dass unsere Wirtschaft in den Startlöchern sitzen bleibt."
30. Oktober 2004
3 Tage in "Big Easy"
TSO war kürzlich drei Tage in New Orleans und schrieb für seinen Blog einen imho sehr witzigen Reisebericht, der alle unsere Vorteile bestätigt...
TSO war kürzlich drei Tage in New Orleans und schrieb für seinen Blog einen imho sehr witzigen Reisebericht, der alle unsere Vorteile bestätigt...
"We ate at Mike Anderson’s that night, a seafood restaurant, and I had the obligatory alligator appetizer. I’d forgotten how it tasted. Not that great. Rather chewy. (I’ll avoid the ‘tastes like chicken’ gibe, which is now older than Methuselah, which, come to think of it, is a pretty old cliche itself.) The 'Big Easy' is in many ways our opposite: loose, spontaneous, heedlessly lustful. One gets the sense they don’t live in their head so much. At the restaurant I spotted a table that looked like four locals. Late 50s-something guy with a Southern ballcap with some strand (not hair) trailing from the back. 20-ish year old girl wearing lingerie and who looked like a hooker in the old timey brothel sense, rather than the Brittany Spears sense. Another woman in her 40s and a man in his 30s. Good mix of ages and there was warmth and listening and eye contact and toasts. A special occasion? Perhaps. Perhaps not? Travel is most interesting when we listen to what another culture is telling us.
Went to a hoppin’ Cajun music playing joint on Bourbon Street that night, which was okay except that audience participation was the rule, not the exception, and we were stiffer than a grove of knotty pines. The lead singer of the cleverly-named “Mitchell Cormier and the Can’t Hardly Playboys” eventually got around to personally inviting me to wear an aluminum washboard played with spoons but I declined and he said he would refuse to beg. Observers tend to like to observe rather than be observed. Or so I rationalized. Mark and Sandy were smart enough not to make eye contact and so weren’t asked."
29. Oktober 2004
Hexen würden Kerry wählen
"Allzu häufig wird übersehen, daß Kerry große Sympathien bei selbsternannten Hexen, Magiern, Schamanen, Wahrsagern und Anhängern vorchristlicher Gottheiten genießt. Nach einer Umfrage des Hexenforums „Witches Voice” wollen mehr als 65 Prozent der Spiritualisten für Kerry stimmen. Bush scheint dagegen bei Zauberern und Druiden eher unbeliebt zu sein. Er erhält in der Hexen-Umfrage nur 15 Prozent der Stimmen."
Und was will uns das jetzt sagen? (Wahl in Amerika: Bush vs. Kerry - FAZ.NET)
"Allzu häufig wird übersehen, daß Kerry große Sympathien bei selbsternannten Hexen, Magiern, Schamanen, Wahrsagern und Anhängern vorchristlicher Gottheiten genießt. Nach einer Umfrage des Hexenforums „Witches Voice” wollen mehr als 65 Prozent der Spiritualisten für Kerry stimmen. Bush scheint dagegen bei Zauberern und Druiden eher unbeliebt zu sein. Er erhält in der Hexen-Umfrage nur 15 Prozent der Stimmen."
Und was will uns das jetzt sagen? (Wahl in Amerika: Bush vs. Kerry - FAZ.NET)
Ökumenische Buchempfehlung für das katholische Jahr
Alexander Schmemann: Die Eucharistie: Sakrament des Gottesreichs.- Freiburg: Johannes, 2004, ca. 300 Seiten, ca. 17,- €
Verlagsinfo
Alexander Schmemann: Die Eucharistie: Sakrament des Gottesreichs.- Freiburg: Johannes, 2004, ca. 300 Seiten, ca. 17,- €
Verlagsinfo
Kandidatengucken
Nicht nur die aktuellen, sondern auch die verflossenen Kandidaten für den Titel "Mächtigster Mann der Welt" bringt uns The Living Room Candidate auf den Bildschirm. Jede Menge TV Ads seit 1952 (Ike vs. Adlai Stevenson). Absolutely remarkable.
Nicht nur die aktuellen, sondern auch die verflossenen Kandidaten für den Titel "Mächtigster Mann der Welt" bringt uns The Living Room Candidate auf den Bildschirm. Jede Menge TV Ads seit 1952 (Ike vs. Adlai Stevenson). Absolutely remarkable.
28. Oktober 2004
Anglikanische Gegenwart
Peter Akinola, Erzbischof von Lagos: "'Der Westen hat sich in eine neue Religion verwickelt, mit der wir keinen Umgang pflegen können', zitiert der britische Sender BBC den Primas, der derzeit ein Bischofstreffen im nigerianischen Lagos leitet. Niemand solle meinen, dass die Kirchen Afrikas wegen westlicher Gelder ihr Denken änderten. Die Ausbildung afrikanischer Priester in den Vereinigten Staaten und Europa müsse überdacht werden." (Eigene Theologie für Afrika? - Tagespost)
Peter Jensen, Erzbischof von Sydney: "The rift in Australia's Anglican church has deepened, with Sydney Archbishop Peter Jensen repeating his contentious warning that the church faces extinction without urgent action... "I stick to my belief that the national church has a short lifespan if action is not taken urgently." (news.com.au)
Rev. Glyn Ruppe-Melnyk, Malvern, PA, USA betätigt sich derweil neopagan als Druidin und verfasst gleicherweise Mondrituale (""In the Face of the Moon we honor Our Lady, who was of old called among humankind Isis, Artemis, Astarte, Aphrodite, Diana, Mary, and by many other Names.") und alternative Eucharistiemodelle, die mit Rosinenkeksen das Ewig-Göttlich-Weibliche verehren und auf den offiziellen Seiten der Episcopalian Church USA auftauch(t)en. (Christianity Today Weblog)
Und Rowan Williams, Erzbischof von Caterbury? "Stuck between the Rock of Ages and a hard place"! (slate)
Peter Akinola, Erzbischof von Lagos: "'Der Westen hat sich in eine neue Religion verwickelt, mit der wir keinen Umgang pflegen können', zitiert der britische Sender BBC den Primas, der derzeit ein Bischofstreffen im nigerianischen Lagos leitet. Niemand solle meinen, dass die Kirchen Afrikas wegen westlicher Gelder ihr Denken änderten. Die Ausbildung afrikanischer Priester in den Vereinigten Staaten und Europa müsse überdacht werden." (Eigene Theologie für Afrika? - Tagespost)
Peter Jensen, Erzbischof von Sydney: "The rift in Australia's Anglican church has deepened, with Sydney Archbishop Peter Jensen repeating his contentious warning that the church faces extinction without urgent action... "I stick to my belief that the national church has a short lifespan if action is not taken urgently." (news.com.au)
Rev. Glyn Ruppe-Melnyk, Malvern, PA, USA betätigt sich derweil neopagan als Druidin und verfasst gleicherweise Mondrituale (""In the Face of the Moon we honor Our Lady, who was of old called among humankind Isis, Artemis, Astarte, Aphrodite, Diana, Mary, and by many other Names.") und alternative Eucharistiemodelle, die mit Rosinenkeksen das Ewig-Göttlich-Weibliche verehren und auf den offiziellen Seiten der Episcopalian Church USA auftauch(t)en. (Christianity Today Weblog)
Und Rowan Williams, Erzbischof von Caterbury? "Stuck between the Rock of Ages and a hard place"! (slate)
27. Oktober 2004
Hey, Nostradamus
Kathy Shaidle von relapsed catholic empfiehlt den inzwischen erwachsenen Generation X-Lesern das inzwischen schon wieder vorletzte Buch von Douglas Coupland.
Kathy Shaidle von relapsed catholic empfiehlt den inzwischen erwachsenen Generation X-Lesern das inzwischen schon wieder vorletzte Buch von Douglas Coupland.
"I believe that what separates humanity from everything else in the world -- spaghetti, binder paper, deep-sea creatures, edelweiss and Mount McKinley -- is that humanity alone has the capacity at any given moment to commit all possible sins. Even those of us who try to live a good and true life remain as far away from grace as the Hillside Strangler or any demon who ever tried to poison the village well. What happened that morning only confirms this." (aus Hey, Nostradamus)
"Die Kirche bleibt ein Stachel"
- Paul Badde in der Welt über ein Podiumsgespräch zwischen Kardinal Ratzinger und dem italienischen Historiker Ernesto Galli della Loggia.
- Paul Badde in der Welt über ein Podiumsgespräch zwischen Kardinal Ratzinger und dem italienischen Historiker Ernesto Galli della Loggia.
Neuwort
Integration ausländischer Mitbürger ist ja immer beiderseitig: Auch die geborenen Deutschen passen sich an und freuen sich über jede Bereicherung ihrer Sprache und Kultur.
Entsprechend freute ich mich gestern beim Vorbeifahren an einem jener Läden, die billige Auslandstelefonate ermöglichen, über das Neuwort im Schaufenster: "Augapsst!" Ganz eindeutig ein kondensierter Aufruf zu stiller Aufmerksamkeit.
Integration ausländischer Mitbürger ist ja immer beiderseitig: Auch die geborenen Deutschen passen sich an und freuen sich über jede Bereicherung ihrer Sprache und Kultur.
Entsprechend freute ich mich gestern beim Vorbeifahren an einem jener Läden, die billige Auslandstelefonate ermöglichen, über das Neuwort im Schaufenster: "Augapsst!" Ganz eindeutig ein kondensierter Aufruf zu stiller Aufmerksamkeit.
26. Oktober 2004
Der Weihnachts-Chesterton
Georg Alois Oblinger hat in der Tagespost eine Chesterton-Sammlung empfohlen: 33 Texte von GKC über sein Lieblingsfest Weihnachten.
Mehr beim Verlag nova & vetera.
Georg Alois Oblinger hat in der Tagespost eine Chesterton-Sammlung empfohlen: 33 Texte von GKC über sein Lieblingsfest Weihnachten.
Mehr beim Verlag nova & vetera.
Der gute Bekannte
"Wer zu viel weiß, neigt dazu, den Boten Gottes kleiner zu machen als er ist. Ist das der Grund dafür, weshalb wir im Johannesevangelium und bei Paulus so wenig Persönliches und Biografisches über Jesus erfahren? Und imdem wir das überlegen, entdecken wir, dass hier eine Gefahr auch moderner Frömmigkeit liegt, die Jesus auf allerlei Weise als 'Bruder', als 'Kumpel' andienen möchte. Dann ist Jesus einer von uns, aber zugleich ist das Fremde, der Auftrag Gottes, das Heilige und Unvereinnahmbare wie weggepustet. (...) Nein, Jesus ist fremd und gefährlich. Wer ihn vereinnahmt, nimmt der christlichen Religion ihre Strahlkraft und ihre notwendige Faszination." (Klaus Berger: Jesus, S. 429 und 431)
"Wer zu viel weiß, neigt dazu, den Boten Gottes kleiner zu machen als er ist. Ist das der Grund dafür, weshalb wir im Johannesevangelium und bei Paulus so wenig Persönliches und Biografisches über Jesus erfahren? Und imdem wir das überlegen, entdecken wir, dass hier eine Gefahr auch moderner Frömmigkeit liegt, die Jesus auf allerlei Weise als 'Bruder', als 'Kumpel' andienen möchte. Dann ist Jesus einer von uns, aber zugleich ist das Fremde, der Auftrag Gottes, das Heilige und Unvereinnahmbare wie weggepustet. (...) Nein, Jesus ist fremd und gefährlich. Wer ihn vereinnahmt, nimmt der christlichen Religion ihre Strahlkraft und ihre notwendige Faszination." (Klaus Berger: Jesus, S. 429 und 431)
25. Oktober 2004
Kürbis und Hexen
Keine Chance, Halloween zu entgehen. Nicht einmal als Joghurtesser: Die aktuelle Bauer-Edition mit Blutorange-Kürbis-Geschmack schmückt sich mit einem orange-schwarzen Kürbisgeist und schmeckt doch wie die anderen Sorten .
In den U.S. of A. ist man wie üblich ein Stück weiter: Der Schulbezirk von Puyallup, WA möchte den weiblichen Klerus des Wicca-Kults nicht beleidigen und sagt deshalb die Halloween-Feierlichkeiten ab.
Keine Chance, Halloween zu entgehen. Nicht einmal als Joghurtesser: Die aktuelle Bauer-Edition mit Blutorange-Kürbis-Geschmack schmückt sich mit einem orange-schwarzen Kürbisgeist und schmeckt doch wie die anderen Sorten .
In den U.S. of A. ist man wie üblich ein Stück weiter: Der Schulbezirk von Puyallup, WA möchte den weiblichen Klerus des Wicca-Kults nicht beleidigen und sagt deshalb die Halloween-Feierlichkeiten ab.
"'Witches with pointy noses and things like that are not respective symbols of the Wiccan religion and so we want to be respectful of that,' said Hansen.Manchmal ist die ganze Political Correctness doch zu etwas nutze. (komo1000 news via Saintly Salmagundi)
The Wiccan, or Pagan, religion is growing in the U.S. and there are Wiccan groups in Puyallup.
Number eight on the district's guidelines related to holidays and celebrations reads as follows: 'Use of derogatory stereotypes is prohibited, such as the traditional image of a witch, which is offensive to members of the Wiccan religion.'
'I do lots of things that are not revolving around wearing a black outfit and stirring a cauldron,' said Wiccan Priestess Cheryl Sulyma-Masson in an interview with ABC News where she explained that Wiccans (or Pagan Clergy) celebrate nature, not Satan."
Hierarchie
"Im Finanzamt von X gab es in den 60er Jahren
a) den Vorsteher namens Priester,
b) den Abteilungsleiter namens Bischof und
c) den Pförtner namens Papst.
Das war noch die richtige Hierarchie - von Unten nach Oben ..."
Eine nette Anekdote - getrübt von der Tatsache, daß der, der sie schelmisch-kritisch erzählt, selber Priester ist - noch dazu einer, der seinen Claim hyperkritisch gegen alle Einmischungsversuche von oben bzw. unten absteckt.
"Im Finanzamt von X gab es in den 60er Jahren
a) den Vorsteher namens Priester,
b) den Abteilungsleiter namens Bischof und
c) den Pförtner namens Papst.
Das war noch die richtige Hierarchie - von Unten nach Oben ..."
Eine nette Anekdote - getrübt von der Tatsache, daß der, der sie schelmisch-kritisch erzählt, selber Priester ist - noch dazu einer, der seinen Claim hyperkritisch gegen alle Einmischungsversuche von oben bzw. unten absteckt.
22. Oktober 2004
Noch ein Kapitel Heiligenverehrung
Anthony Daniels im New Criterion über den Kult des Hl. Ernesto von Kuba.
Anthony Daniels im New Criterion über den Kult des Hl. Ernesto von Kuba.
Mind your own business
Wenn man sich in die inneren Angelegenheiten anderer einmischt, darf man sich nicht wundern, wenn die darüber nicht erfreut sind:
Der Guardian rief seine Leser auf, persönliche Briefe an Wahlberechtigte in Clark County, OH, USA zu schicken und ihnen die Wahl des einzig richtigen Kandidaten ans Herz zu legen. Jetzt kommen die Antwortbriefe der wenig erfreuten Ohioans. Der Guardian rudert nun zurück.
Wenn man sich in die inneren Angelegenheiten anderer einmischt, darf man sich nicht wundern, wenn die darüber nicht erfreut sind:
Der Guardian rief seine Leser auf, persönliche Briefe an Wahlberechtigte in Clark County, OH, USA zu schicken und ihnen die Wahl des einzig richtigen Kandidaten ans Herz zu legen. Jetzt kommen die Antwortbriefe der wenig erfreuten Ohioans. Der Guardian rudert nun zurück.
21. Oktober 2004
"My next novel shall be mainly given to ass-kicking for Jesus' sake."
Mein halbjährliches Ceterum Censeo: Im übrigen meine ich, daß Walker Percy gelesen werden sollte.
Mars Hill Review bietet einen interessanten Einstiegsartikel für den katholischen Percy-Novizen (und für alle anderen ebenso):
Mein halbjährliches Ceterum Censeo: Im übrigen meine ich, daß Walker Percy gelesen werden sollte.
Mars Hill Review bietet einen interessanten Einstiegsartikel für den katholischen Percy-Novizen (und für alle anderen ebenso):
"So why is man so sad in this present age? And how can the believing artist offer any hope of redemption? Percy knew that we must, first of all, carefully, honestly, unflinchingly, diagnose the sickness, declaring the bad news to the patient. This is Percy's concept of "ass-kicking for Jesus' sake." We are, in a sense, dead. Scientific humanism will provide interesting information but it will not bring us to life. Nor will a defunct, discredited Christendom. And yet, as Will Barrett discovers, knowing as much at least allows for the possibility of resurrection.
(...)
Will Barrett, the searcher and wrestler, also encounters God's surprising, grace. After Will's experiment, which was to prove conclusively whether God exists or not, is met with a maybe, it is God who woos Will. A young woman named Allison, a recent escapee from the mental hospital, becomes a symbol of God's presence. Will befriends her and the two fall in love. It is the first time for both of them that the word love, the most worn out word in the English language, has ever had any meaning. In the last paragraph of the novel, Will's own experiment having failed, he suddenly becomes aware that Allison may be the sign he was demanding. Will asks, "Is she a gift and therefore a sign of the giver?" Percy would like us to say yes.
But this gift of faith doesn't preclude all doubt. There will be wrestling with doubt, with unidentified despair, and particularly, with God. But there will also be signs, perhaps in the form of a deep longing, of God's grace. Tom More, the main character in Love in the Ruins, speaks for Percy and all those who are onto the search, when he prays:
Dear God, I can see it now, why can't I see it at other times, that it is you I love in the beauty of the world and in all the lovely girls and dear good friends, and it is pilgrims we are, wayfarers on a journey, and not pigs nor angels."
Clash of Cultures
Da hört doch die Ökumene auf! Fassungslos berichtet Carole Soland im Alt-Katholiken-Blatt Christen heute über eine ökumenische Frauenkonferenz in Volkos (Griechenland).
Da hört doch die Ökumene auf! Fassungslos berichtet Carole Soland im Alt-Katholiken-Blatt Christen heute über eine ökumenische Frauenkonferenz in Volkos (Griechenland).
"Ausgehend von dem, was die drei orthodoxen Frauen über ihre Heiligen erzählten, entwickelten sich angeregte Diskussionen. Vor allem eine Frage interessierte die Teilnehmerinnen: wie weit das Bild der heutigen Frau in den orthodoxen Ländern vom religiösen Heiligenbild ihrer Kirchen abweicht oder eben übereinstimmt. Die dadurch gewonnenen Einblicke waren sehr aufschlussreich und ließen - gerade aus der Perspektive nicht-orthodoxer, westeuropäischer Frauen - tief blicken. Sämtliche orthodoxen Referentinnen brachten klar zum Ausdruck, dass die Aufgabe der Frau das Muttersein, das Helfen und Dienen und Bedienen (vor allem des Ehemannes) sei. Als oberstes Vorbild steht für sie ganz klar Maria, die Mutter Gottes. Fällt eine Frau von diesem Ideal ab, ist der Schritt zur 'Hure', zur Sünderin, nicht weit.Liebe Frau Soland, Fortschritt ist nur gleichzeitig, nie gleichmäßig. Danken Sie Ihrem/r Gott/Göttin dafür, daß Er/Sie Sie bereits mit Einsichten beschenkt hat, die anderen noch bevorstehen. Die Aufgabe eines Dialogs, wie Sie und Ihre Kolleginnen ihn dankenswerterweise immer wieder mit den zurückgebliebenen Frauen der Orthodoxie führen, besteht doch gerade nicht darin, die Anderen zu verstehen, sondern sie geduldig in die Ihnen und uns allen schon geschenkte Helle zu führen. Sie kennen das Ziel, nun bitte ich Sie um etwas maternalistische Geduld!
Einzig die georgische Rednerin zeigte ein aus westlicher Sicht etwas progressiveres Bild auf, welches einer Frau durchaus auch ein eigenes Berufsleben attestiert, ohne sie gleich in den Topf der schlechten Frauen zu werfen, die nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht sind, statt sich um die Familie zu kümmern - Kunststück, die Georgierin ist selber berufstätig.
Ob solcher zum Teil recht konservativer Ansichten fielen die Reaktionen der übrigen Teilnehmerinnen ziemlich unterschiedlich aus: Sie reichten von Zustimmung über leichte Verwunderung bis hin zu absoluter Fassungslosigkeit."
20. Oktober 2004
Via Media
Die Lambeth Commission on Communion sollte den "Impact" der Bischofsweihe von Gene Robinson auf die Anglikanische Gemeinschaft untersuchen und hat nun ihren Report vorgelegt.
Eine bebilderte Kurzfassung präsentiert die wibsite.
Der Weblog von Christianity Today bringt den Report auf diese Punkte:
Deutsche Reaktionen kenne ich aktuell keine - nicht mal in der FAZ.
Die Lambeth Commission on Communion sollte den "Impact" der Bischofsweihe von Gene Robinson auf die Anglikanische Gemeinschaft untersuchen und hat nun ihren Report vorgelegt.
Eine bebilderte Kurzfassung präsentiert die wibsite.
Der Weblog von Christianity Today bringt den Report auf diese Punkte:
Ausgiebige Diskussionen auch bei den Thinking Anglicans mit jeder Menge Links.
- "Acting against Scripture, tradition, and church teaching isn't as bad as saying these things make you un-Anglican.
- A church going off on its own isn't as bad as saying a church is off on its own.
- Being apostate isn't as bad as calling someone apostate.
- Actions aren't so bad. Words matter more."
Deutsche Reaktionen kenne ich aktuell keine - nicht mal in der FAZ.
19. Oktober 2004
Mountain Stream
Außer 730 Schriftarten für 85+ Sprachen bietet Howard M. Berlin ein vermutlich ziemlich umfassendes Verzeichnis mit Bluegrass und Old Timey Audio Streams.
Außer 730 Schriftarten für 85+ Sprachen bietet Howard M. Berlin ein vermutlich ziemlich umfassendes Verzeichnis mit Bluegrass und Old Timey Audio Streams.
Identität
Fazit des Vortrages von Vinzenz Pfnür (Münster): Kirchengeschichte als Anwalt christlicher Identität
Fazit des Vortrages von Vinzenz Pfnür (Münster): Kirchengeschichte als Anwalt christlicher Identität
"Insgesamt gesehen, auch im Blick auf die Kirchen- und Theologiegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts mit ihren starken Ausschlägen von der liberalen Theologie zur dialektischen, oder vom Existenzialismus zur politischen Theologie, liegt die Kontinuität und durchgehende Identität mehr bei den christlichen Gemeinden, die Gottesdienst feierten und sich der Hilfebedürftigen annahmen. Ich persönlich gestehe auch, daß meine Sympathie mehr auf Seiten der einfachen Bauern ist, die die Wieskirche (jetzt Weltkulturerbe) vor dem Abriß bewahrten, als auf Seiten der aufgeklärten Säkularisierer, die das Kirchengebäude und das Inventar nur unter dem Aspekt der Verwertung und des Nutzens sahen und die den Kirchenglocken nur unter dem Gesichtspunkt Bedeutung zumaßen, daß man daraus Kanonen machen konnte."
18. Oktober 2004
Pavel Florenskij: Ikonostase
"Wie durch ein Fenster sehe ich die Gottesmutter, die Gottesmutter Selbst, zu ihr selbst bete ich, von Angesicht zu Angesicht, und keineswegs zu ihrer Abbildung ... Es gibt ein Brett mit Farben und es gibt die Mutter des Herrn Selbst. Ein Fenster ist ein Fenster, und das Brett der Ikone ist Brett, Farben, Firnis. Aber jenseits des Fensters ist die Gottesmutter Selbst zu schauen; jenseits des Fensters - die Vision der Reinsten Jungfrau."
"Die Ikonostase ist eine Vision. Die Ikonostase ist eine Erscheinung der Heiligen und der Engel, eine Angelophanie, eine Erscheinung der himmlischen Zeugen, und vor allem der Muttergottes und Christi Selbst im Fleisch - der Zeugen, die verkünden, was jenseits des Fleisches ist." (Quelle)
"Wie durch ein Fenster sehe ich die Gottesmutter, die Gottesmutter Selbst, zu ihr selbst bete ich, von Angesicht zu Angesicht, und keineswegs zu ihrer Abbildung ... Es gibt ein Brett mit Farben und es gibt die Mutter des Herrn Selbst. Ein Fenster ist ein Fenster, und das Brett der Ikone ist Brett, Farben, Firnis. Aber jenseits des Fensters ist die Gottesmutter Selbst zu schauen; jenseits des Fensters - die Vision der Reinsten Jungfrau."
"Die Ikonostase ist eine Vision. Die Ikonostase ist eine Erscheinung der Heiligen und der Engel, eine Angelophanie, eine Erscheinung der himmlischen Zeugen, und vor allem der Muttergottes und Christi Selbst im Fleisch - der Zeugen, die verkünden, was jenseits des Fleisches ist." (Quelle)
16. Oktober 2004
Zur Abwechslung: Ein Film
Ever wondered what the most important thing in life is?
Papal Cab shows you. A 10 minute cab ride full of divine wisdom! Go - watch!
Ever wondered what the most important thing in life is?
Papal Cab shows you. A 10 minute cab ride full of divine wisdom! Go - watch!
"It's the perfect ride for Catholics on the go who need to combine cab time with confessionals. It's Papal Cab! An overly-busy executive takes a spin in the Papal Cab and learns a valuable lesson about sacrifice and what's really important in life."(via Shrine of the Holy Whapping)
Ich geh meilenweit für eine katholische Messe
"Erst wenn die Eucharistie für die Gläubigen wieder das Herzstück des Sonntags wird, und sie sich für den Besuch des Messopfers dieselbe Mobilität abverlangen, die sie für Ausflüge selbstverständlich aufbringen, wird das törichte Gejammer um die geringere 'Gottesdienstdichte' verstummen. Die Vorstellung, der Messbesuch habe etwas mit der Nähe zur eigenen Haustür zu tun, mag Anhängern des zu Tode gerittenen Pfarrprinzips entgegenkommen, der mündige Laie kann sie getrost beiseite schieben.Zustimmungspflichtig - mit der Klarstellung, daß ich (vermutlich so wenig wie Regina Einig) "Mündigkeit" nicht für das/ein Top-Entwicklungsziel eines Christen/einer Christin halte... Die richtige Mündigkeit stellt sich höchstens indirekt ein; wer sie direkt erstrebt, wird sehr leicht zum Wichtigtuer, Rechthaber, Dauerquatscher, Großmaul - oder schlimmer zum Gebets- oder Gehorsamsverächter.
Für die gebührende Wertschätzung der Eucharistie ist nicht ausschlaggebend, ob die Ortskirche Konzessionen an die Bequemlichkeit der Gläubigen macht oder gar versucht, Pastoral über einen mittelalterlich anmutenden Pfarrzwang zu reglementieren. Viel entscheidender ist, dass die heilige Messe, wie der Papst schreibt, 'gut gefeiert wird'." (Regina Einig: Wofür es sich aufzustehen lohnt / Die Tagespost)
15. Oktober 2004
Maximal minimal
Wenn der Minimal-Architekt John Pawson im 21. Jahrhundert und in einer postkommunistischen Gegend ein neues Zisterzienserkloster baut, sieht das z.B. so aus:
Mehr Infos: Kloster Novy Dvur, BauNetz für Architekten und bei Godspy.
Wenn der Minimal-Architekt John Pawson im 21. Jahrhundert und in einer postkommunistischen Gegend ein neues Zisterzienserkloster baut, sieht das z.B. so aus:
Mehr Infos: Kloster Novy Dvur, BauNetz für Architekten und bei Godspy.
"Pawson has translated them into Novy Dvur, the first monastery to be built in the Czech Republic for more than half a century. 'In those places where the monks stay for a long time on their knees, make sure that the floor is not in stone,' the abbot's brief asked. If there were any stained glass windows, 'there should be no colour, according to our tradition'. In the library, the brief asked for 'doors that don't slam, and a floor that mustn't creak'.
In the dormitory, there should be 'a cubicle for each monk, closed by a curtain, with a special snorers' section 'for about a quarter of the total'. They take the form of white cubes."
Rot, nicht weiß
Erfolg ist keiner der Namen Gottes - aber Ferrari bedankt sich trotzdem bei Seinem Vikar.
Erfolg ist keiner der Namen Gottes - aber Ferrari bedankt sich trotzdem bei Seinem Vikar.
14. Oktober 2004
Die drei Berger
Wer einen Fachkollegen als "einen Theologen sonnigsten Gemüts ohne Feinde" bezeichnet, muß sich nicht wundern, wenn er bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls zweideutige Komplimente zurückbekommt.
Thomas Söding hat das "Jesus"-Buch von Klaus Berger für den "Christ in der Gegenwart" rezensiert. Fazit:
Ich selber habe mich bei Berger inzwischen bis S. 200 vorgelesen - weit genug für einen ersten Eindruck. Nicht die Personen Berger I (der Fachexeget) und Berger II (der bissige Kritiker, der das Außenseitertum nicht fürchtet) haben dieses Buch geschrieben, sondern vor allem Berger III: derjenige Klaus Berger, der andere zu Jesus bringen will und der dafür sein ganzes Wissen und seinen ganzen Biss, aber auch sein Herz und sein Leben einsetzt. Ein Berger, der ganz das Zeug hätte zum volkstümlichen christlichen Autor - wenn er denn Rücksicht nähme auf das übliche Aufnahmevermögen der Zeitgenossen.
700 Seiten sind eine Menge Holz für ein religiöses Buch - umso mehr als Berger III Berger I in seine Dienste nimmt: Er gestattet ihm zwar keinen wissenschaftlichen Apparat, dafür aber ein beständiges Aufblitzen-lassen exegetischer Einsichten. Ich bin fasziniert und möchte immer weiterlesen - ermüde aber doch nach 20 Seiten: zu vieles steht da, was bedacht sein will, was sich setzen muß.
Berger II wird ebenfalls eingespannt: Er sorgt für die Leichtigkeit des Stils, die flotte Schreibe, die "flapsigen Formulierungen"(Söding) - und darf seine Lieblingsthemen einfließen lassen: den erlösungswürdigen Zustand von Kirche, Theologie und Christen; die Vorurteile der Zeitgenossen und der Exegeten als ihrer Untergruppe; harmoniesüchtige Jesus-Liberalisierer und trostsuchende Christen, die sich allzu gern mit einem weichen Double des Jesus von Nazareth begnügen.
Und was macht Berger III? Er versucht schlicht und einfach zu sehen, was ist - in einer Umschreibung Edith Steins:
In diesem Buch gibt es keinen garstigen Graben mehr zwischen damals und jetzt, zwischen Bericht und Glauben, zwischen historischem Jesus und geglaubtem Christus, zwischen vor- und nachösterlich. Berger III beruft sich auf Berger I und seine Erkenntnisse, zur Evangeliendatierung z.B. oder zum Realitätsgehalt der Bibel. In einer Zeit, in der die kleinen Katholiken in der 7. Schulklasse schon mit einem abgestandenen Sud aus Formkritik getauft und gegen Zumutungen imprägniert werden, tut es gut, wenn ein Bibelwissenschaftler mit dieser "reflektierter Unbefangenheit" vorgeht. Und nicht schon vorab weiß, was er uns zu glauben übrig lässt.
Söding hat sich gewehrt - und andere Exegeten werden es ihm nachtun -, daß Berger einen Exegese-Popanz aufbaut, der dem aktuellen Stand des Fachs - "wir schreiben das Jahr 2004" - nicht gerecht wird. Solange aber in der kirchlichen und säkularen Öffentlichkeit mit Steinen der liberalen Theologie geworfen wird und man uns und unseren Kindern diese Steine als Brot verkauft - solange freue ich mich über den Lehm, den Berger schmeisst.
Klaus Berger hat sich in den letzten Jahren im Lager der "konservativen" Katholiken wiedergefunden - andere würden sagen: sich dorthin begeben. Welche Wirkung wird der "Jesus" dort haben? Eine befreiende - meine ich. Berger vertritt in den meisten Punkten, soweit ich es bisher sehen kann, eine orthodox-katholische Position oder schließt sie wenigstens nicht aus. Wir sehen also plötzlich: Es ist möglich, wissenschaftliche Exegese zu betreiben (und zu lesen) und nicht vom Glauben abzufallen! Und diese Exegese bereichert unseren Glauben und unser Leben. Sie ermöglicht einen Zugang zum LEbendigen, zum MEnschgewordenen, GEkreuzigten und AUferstandenen, indem sie uns durch die Zeiten zurückführt ins Dokument des Ursprungs und wir dort die schlichte Realität erkennen, die wir Christen allzu oft verkompliziert haben. Dabei stellen wir fest, daß der Jesus der Bibel und der Jesus unseres Glaubens ein und der selbe sind.
Wir stellen fest, daß wir nicht ängstlich an unseren Katechismussätzen festhalten müssen, sondern es dürfen - im Wissen, daß die Wahrheit darin noch viel größer, schöner, umgreifender ist. Eine Wahrheit, die den Reichtum biblischer Bilder, Geschichten, Briefe, Evangelien braucht, um sich auszudrücken und für uns und unsere Zeitgenossen attraktiv zu sein.
So viel für jetzt - die MiPau ist um.
Wer einen Fachkollegen als "einen Theologen sonnigsten Gemüts ohne Feinde" bezeichnet, muß sich nicht wundern, wenn er bei der nächsten Gelegenheit ebenfalls zweideutige Komplimente zurückbekommt.
Thomas Söding hat das "Jesus"-Buch von Klaus Berger für den "Christ in der Gegenwart" rezensiert. Fazit:
"Der 'Jesus' von Klaus Berger ist kein wissenschaftliches Buch. Es ist nicht für Universität und Schule geschrieben. Es ist ein Bekenntnis- und Meditationsbuch. Man kann es (ein Kompliment) wie einen neuen Jesusroman lesen, der, Umberto Eco hat es vorgemacht, weniger die Story seines Helden erzählt als die Impressionen seines Autors und die Geschichten seiner Leser. Die Teile sind mehr als das Ganze. Die Prozesse, die das Buch auslöst, sind wichtiger als die Aussagen, die es trifft. Die Provokation ist Teil der Inszenierung. Und auch, daß dies durchschaut wird, ist einkalkuliert.Unterm Strich nicht gerade viel Lob. Impulse zum Nachdenken geben - das kann fast jeder.
'Ich möchte Menschen antworten, die fragen, ob Jesus heute noch irgendeine Bedeutung hat.' Das ganze Buch mit seinem raffinierten Arrangement dient diesem schlichten Ziel. Wie stark auch immer sich viele über die vollkommen einseitige Kritik der Ökumene ärgern werden und wie wenig man dem Lamento über die katastrophale Lage des Glaubens und der exegetischen Wissenschaft zustimmen mag - am Ende ist doch nur eines wichtig: daß viele ihre Antwort finden, indem sie einen der vielen Impulse des Buches aufgreifen und anderes einfach beiseite lassen."
Ich selber habe mich bei Berger inzwischen bis S. 200 vorgelesen - weit genug für einen ersten Eindruck. Nicht die Personen Berger I (der Fachexeget) und Berger II (der bissige Kritiker, der das Außenseitertum nicht fürchtet) haben dieses Buch geschrieben, sondern vor allem Berger III: derjenige Klaus Berger, der andere zu Jesus bringen will und der dafür sein ganzes Wissen und seinen ganzen Biss, aber auch sein Herz und sein Leben einsetzt. Ein Berger, der ganz das Zeug hätte zum volkstümlichen christlichen Autor - wenn er denn Rücksicht nähme auf das übliche Aufnahmevermögen der Zeitgenossen.
700 Seiten sind eine Menge Holz für ein religiöses Buch - umso mehr als Berger III Berger I in seine Dienste nimmt: Er gestattet ihm zwar keinen wissenschaftlichen Apparat, dafür aber ein beständiges Aufblitzen-lassen exegetischer Einsichten. Ich bin fasziniert und möchte immer weiterlesen - ermüde aber doch nach 20 Seiten: zu vieles steht da, was bedacht sein will, was sich setzen muß.
Berger II wird ebenfalls eingespannt: Er sorgt für die Leichtigkeit des Stils, die flotte Schreibe, die "flapsigen Formulierungen"(Söding) - und darf seine Lieblingsthemen einfließen lassen: den erlösungswürdigen Zustand von Kirche, Theologie und Christen; die Vorurteile der Zeitgenossen und der Exegeten als ihrer Untergruppe; harmoniesüchtige Jesus-Liberalisierer und trostsuchende Christen, die sich allzu gern mit einem weichen Double des Jesus von Nazareth begnügen.
Und was macht Berger III? Er versucht schlicht und einfach zu sehen, was ist - in einer Umschreibung Edith Steins:
"Die Sache müsse sich vielmehr selbst zeigen, wie sie in sich selbst ist. Und wenn man fragt, wer ist Gott, dann muß man so lange auf sein Wort hören, bis er selbst zu sprechen beginnt. (...) Mit der Bibel ist es fast wie mit der Eucharistie, dem Abendmahl. Unter den Gestalten von Brot und Wein ist Jesus real gegenwärtig. Ähnlich, auch ein wenig anders ist es mit der Schrift. (...) Die Bibel ist kein Konsumartikel. Sie ist nicht mühelos zu vernaschen. Sie ist, so leid es mir tut, nicht zum Nulltarif zu haben. Man muss sie leben, ihre Fremdheit aushalten und geduldig, parallel zu ihrem Gewebe, selbst ein Gewebe des Verstehens erstellen. (...) Zuletzt möchte ich sagen: Die Bibel ist schön, wie uralte Menschen sehr schön sein können."(S.29 - 32)So seziert er nicht einen "wahren Jesus" aus Legenden, Formen, Überlieferungen, sondern stellt sich der Schrift - im Wissen um die Gegenwart Jesu hier und jetzt.
In diesem Buch gibt es keinen garstigen Graben mehr zwischen damals und jetzt, zwischen Bericht und Glauben, zwischen historischem Jesus und geglaubtem Christus, zwischen vor- und nachösterlich. Berger III beruft sich auf Berger I und seine Erkenntnisse, zur Evangeliendatierung z.B. oder zum Realitätsgehalt der Bibel. In einer Zeit, in der die kleinen Katholiken in der 7. Schulklasse schon mit einem abgestandenen Sud aus Formkritik getauft und gegen Zumutungen imprägniert werden, tut es gut, wenn ein Bibelwissenschaftler mit dieser "reflektierter Unbefangenheit" vorgeht. Und nicht schon vorab weiß, was er uns zu glauben übrig lässt.
Söding hat sich gewehrt - und andere Exegeten werden es ihm nachtun -, daß Berger einen Exegese-Popanz aufbaut, der dem aktuellen Stand des Fachs - "wir schreiben das Jahr 2004" - nicht gerecht wird. Solange aber in der kirchlichen und säkularen Öffentlichkeit mit Steinen der liberalen Theologie geworfen wird und man uns und unseren Kindern diese Steine als Brot verkauft - solange freue ich mich über den Lehm, den Berger schmeisst.
Klaus Berger hat sich in den letzten Jahren im Lager der "konservativen" Katholiken wiedergefunden - andere würden sagen: sich dorthin begeben. Welche Wirkung wird der "Jesus" dort haben? Eine befreiende - meine ich. Berger vertritt in den meisten Punkten, soweit ich es bisher sehen kann, eine orthodox-katholische Position oder schließt sie wenigstens nicht aus. Wir sehen also plötzlich: Es ist möglich, wissenschaftliche Exegese zu betreiben (und zu lesen) und nicht vom Glauben abzufallen! Und diese Exegese bereichert unseren Glauben und unser Leben. Sie ermöglicht einen Zugang zum LEbendigen, zum MEnschgewordenen, GEkreuzigten und AUferstandenen, indem sie uns durch die Zeiten zurückführt ins Dokument des Ursprungs und wir dort die schlichte Realität erkennen, die wir Christen allzu oft verkompliziert haben. Dabei stellen wir fest, daß der Jesus der Bibel und der Jesus unseres Glaubens ein und der selbe sind.
Wir stellen fest, daß wir nicht ängstlich an unseren Katechismussätzen festhalten müssen, sondern es dürfen - im Wissen, daß die Wahrheit darin noch viel größer, schöner, umgreifender ist. Eine Wahrheit, die den Reichtum biblischer Bilder, Geschichten, Briefe, Evangelien braucht, um sich auszudrücken und für uns und unsere Zeitgenossen attraktiv zu sein.
So viel für jetzt - die MiPau ist um.
12. Oktober 2004
Zu schnell zu schnell
Ist von den Holy Whappings, und die sind sehrsehr orthodox. Dann darf ich das hier auch bringen.
Ist von den Holy Whappings, und die sind sehrsehr orthodox. Dann darf ich das hier auch bringen.
The Killing Fields of Germany
Ein Lagebericht von Claudia Kaminski über Spätabtreibungen, deutsche Barbarei, nicht vorhandene Zivilcourage, den biopolitischen Herbst, feige CDU-Abgeordnete, bischöfliche Agenden und die Verdunkelungsmaßnahme namens Donum Vitae. (Die Tagespost: Töten, ein tägliches Geschäft)
Ein Lagebericht von Claudia Kaminski über Spätabtreibungen, deutsche Barbarei, nicht vorhandene Zivilcourage, den biopolitischen Herbst, feige CDU-Abgeordnete, bischöfliche Agenden und die Verdunkelungsmaßnahme namens Donum Vitae. (Die Tagespost: Töten, ein tägliches Geschäft)
"… und was war Ihr größtes Erfolgserlebnis?
Das war ein eher persönliches Erlebnis. Nach einem Lebensrechts-Vortrag kam eine Mutter mit ihrem Kind auf dem Arm am Ende zu mir und sagte: 'Dieses Kind verdankt Ihnen sein Leben. Als Sie vor drei Jahren schon einmal hier waren, war ich schwanger und wollte eigentlich abtreiben. Aber nach Ihrem Vortrag war mir das nicht mehr möglich. Heute bin ich dafür total dankbar!' So etwas wiegt einfach alles auf."
11. Oktober 2004
"Räume heilender Begegnung"
Guido Horst kann mit dem "Sensibilisieren" und dem "Zulehnern" nichts anfangen. Wetten, daß er sich auch in den "Räumen heilender Begegnung" nicht wohl fühlt, die zu schaffen an uns liegt - jedenfalls wenn es nach dem Prediger meiner vergangenen Sonntagsmesse geht.
Manchmal kann ich auch jene Männer früherer Jahrzehnte verstehen, die sich vorkonziliar während der Predigt zu einer Zigarre vor der Kirchentür versammelten, um rechtzeitig zum Sanctus wieder zurückzukommen....
Guido Horst kann mit dem "Sensibilisieren" und dem "Zulehnern" nichts anfangen. Wetten, daß er sich auch in den "Räumen heilender Begegnung" nicht wohl fühlt, die zu schaffen an uns liegt - jedenfalls wenn es nach dem Prediger meiner vergangenen Sonntagsmesse geht.
Manchmal kann ich auch jene Männer früherer Jahrzehnte verstehen, die sich vorkonziliar während der Predigt zu einer Zigarre vor der Kirchentür versammelten, um rechtzeitig zum Sanctus wieder zurückzukommen....
10. Oktober 2004
Aus dem pilgernden Gottesvolk
"Der Pfarrer N.N. [der aushilfsweise zum Messfeiern vorbeikam] ist cool! Bis zwei Minuten vorm Zusammenläuten hat er Witze erzählt, und dann hat er sich erst angezogen." (Ministrant nach der Vorabendmesse)
"Mittwoch, 16. März 2005: Frauenbund und Seniorengemeinschaft: Kreuzwegandacht in der Kirche, anschließend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim" (aktuelle Terminplanung)
"Der Pfarrer N.N. [der aushilfsweise zum Messfeiern vorbeikam] ist cool! Bis zwei Minuten vorm Zusammenläuten hat er Witze erzählt, und dann hat er sich erst angezogen." (Ministrant nach der Vorabendmesse)
"Mittwoch, 16. März 2005: Frauenbund und Seniorengemeinschaft: Kreuzwegandacht in der Kirche, anschließend gemütliches Beisammensein im Pfarrheim" (aktuelle Terminplanung)
4. Oktober 2004
Literaturgeschichte - Fortsetzung
Böll wollten noch ein paar andere - also ist die liebste aller Töchter doch bei der Konkreten Poesie gelandet. Da wird sie zeigen müssen, ob sie jandln kann.
Böll wollten noch ein paar andere - also ist die liebste aller Töchter doch bei der Konkreten Poesie gelandet. Da wird sie zeigen müssen, ob sie jandln kann.
3. Oktober 2004
Wer hätte das gedacht?
Dafür haben Steven Stack und Jim Gundlach den Ig Nobel Prize bekommen:
Dafür haben Steven Stack und Jim Gundlach den Ig Nobel Prize bekommen:
The Effect of Country Music on Suicide
Social Forces 1992; 71 (1): 211-218
This article assesses the link between country music and metropolitan suicide rates. Country music is hypothesized to nurture a suicidal mood through its concerns with problems common in the suicidal population, such as marital discord, alcohol abuse, and alienation from work. The results of a multiple regression analysis of 49 metropolitan areas show that the greater the airtime devoted to country music, the greater the white suicide rate. The effect is independent of divorce, southernness, poverty, and gun availability. The existence of a country music subculture is thought to reinforce the link between country music and suicide. Our model explains 51% of the variance in urban white suicide rates.
Literaturgeschichte
Selten genug sitzen Vater und Tochter allein beim Abendessen. Unerhört, daß sie dabei über deutsche Literatur sich unterhalten. Die Tochter hatte eine Liste mit Referatethemen für den Deutschunterricht: Barock, Goethe, Schiller, dann die neueren: Brecht, Borchert, Frisch, Böll, Lenz, Grass, Dürrenmatt , Walser, konkrete Poesie, und als Krönung die DDR-Literatur vor und nach 1970. Absolut kein "Burner" darunter, meinte die Tochter. Der Vater versuchte halbherzig dagegen zu halten; der Blick in den Glaser machte allerdings für die Tochter den ursprünglichen Favoriten Lenz obsolet. Das Argument, daß Bölls Bücher einen eher begrenzten Umfang hätten, gab letztlich den Ausschlag.
Zum Schluß ließ die Tochter zu, daß der Vater wie schon gelegentlich versuchte, ihr Lyrik schmackhaft zu machen. Über vorgetragene Beispiele konkreter Lyrik konnte sie jedoch nur den Kopf schütteln. Erst Robert Gernhards "Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs" entlockten ihr ein herzhaftes Lachen.
Als die Mutter heimkam, erzählte sie ihr davon. Und fügte an: "Aber nicht daß du denkst, daß ich jetzt Gedichte mag."
Selten genug sitzen Vater und Tochter allein beim Abendessen. Unerhört, daß sie dabei über deutsche Literatur sich unterhalten. Die Tochter hatte eine Liste mit Referatethemen für den Deutschunterricht: Barock, Goethe, Schiller, dann die neueren: Brecht, Borchert, Frisch, Böll, Lenz, Grass, Dürrenmatt , Walser, konkrete Poesie, und als Krönung die DDR-Literatur vor und nach 1970. Absolut kein "Burner" darunter, meinte die Tochter. Der Vater versuchte halbherzig dagegen zu halten; der Blick in den Glaser machte allerdings für die Tochter den ursprünglichen Favoriten Lenz obsolet. Das Argument, daß Bölls Bücher einen eher begrenzten Umfang hätten, gab letztlich den Ausschlag.
Zum Schluß ließ die Tochter zu, daß der Vater wie schon gelegentlich versuchte, ihr Lyrik schmackhaft zu machen. Über vorgetragene Beispiele konkreter Lyrik konnte sie jedoch nur den Kopf schütteln. Erst Robert Gernhards "Materialien zu einer Kritik der bekanntesten Gedichtform italienischen Ursprungs" entlockten ihr ein herzhaftes Lachen.
Als die Mutter heimkam, erzählte sie ihr davon. Und fügte an: "Aber nicht daß du denkst, daß ich jetzt Gedichte mag."
Die Sonntags-Bischofsmessen-Verhinderer
Erinnert sich noch jemand an den Disput der Kardinäle Ratzinger und Kasper zum Verhältnis von Universal- und Orts-/Teilkirche?
Der fiel mir ein, als ich in einem Gemeinde-Newsletter las:
"Ne disturbaveris circulos meos - störe meine Kreise nicht." Und komme mir schon gar nicht mit der ontologischen Vorgängigkeit der Universal- oder um ihren Bischof versammelten Teilkirche! Wir wollen unseren Weg aus der katholischen Kirche unbeirrt weitergehen. Wehe, du hältst uns dabei auf.
Erinnert sich noch jemand an den Disput der Kardinäle Ratzinger und Kasper zum Verhältnis von Universal- und Orts-/Teilkirche?
Der fiel mir ein, als ich in einem Gemeinde-Newsletter las:
"Am 10. Oktober erwartet die Region Schweinfurt den neuen Würzburger Bischof Dr. Friedhelm Hofmann.Was für eine Anmaßung dieses "reingeplackten" neuen Bischofs, mit seinen Diözesanen sonntags morgens die Eucharistie feiern zu wollen! Zu einer Zeit, wo sich die katholischen Gemeinden nicht um ihren Bischof versammeln, sondern um ihren Pfarrer (und um sich selbst?) kreisen!
Sozusagen in letzter Minute konnten wir verhindern, dass seine Vorstellung in der kleinsten Kirche Schweinfurts und noch dazu zu einer unmöglichen Zeit – Sonntagmorgen, 10.30 Uhr, stattfindet, dann wenn alle katholischen Gemeinden ihren Pfarrgottesdienst feiern.
Jetzt können wir Bischof Friedhelm am Nachmittag, 14.30 Uhr, in St. Kilian willkommen heißen; auf der Straße und im angrenzenden Kolping-Bildungszentrum findet dann der Empfang bei Frankenwein und Frischgebackenem statt."
"Ne disturbaveris circulos meos - störe meine Kreise nicht." Und komme mir schon gar nicht mit der ontologischen Vorgängigkeit der Universal- oder um ihren Bischof versammelten Teilkirche! Wir wollen unseren Weg aus der katholischen Kirche unbeirrt weitergehen. Wehe, du hältst uns dabei auf.
1. Oktober 2004
Benimm Dich!
Ausnahmsweise ganz ohne kirchenkulturkritische Anmerkungen ein schlichter Hinweis auf den Kirchenknigge. Gutes Benehmen schadet keinem nirgends und nie. (Hinweis von Felix Neumann*, den ich wegen Catholicism.wow's * Ferienlager-Erlebnis mal wieder besucht habe.)
* Wenn die beiden endlich mit irgendeiner Blogger-Software arbeiten würden, fiele das Verlinken leichter.
Ausnahmsweise ganz ohne kirchenkulturkritische Anmerkungen ein schlichter Hinweis auf den Kirchenknigge. Gutes Benehmen schadet keinem nirgends und nie. (Hinweis von Felix Neumann*, den ich wegen Catholicism.wow's * Ferienlager-Erlebnis mal wieder besucht habe.)
* Wenn die beiden endlich mit irgendeiner Blogger-Software arbeiten würden, fiele das Verlinken leichter.
Tagespremiere
Um 6.56 Uhr auf der A3. Ich zusammen mit heavenly Alison Krauss, Doc Watson und "Banks of the Ohio". Karaoke-Background provided by The Three Pickers.
Um 6.56 Uhr auf der A3. Ich zusammen mit heavenly Alison Krauss, Doc Watson und "Banks of the Ohio". Karaoke-Background provided by The Three Pickers.
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