Zum Reiben
Ein Vortrag von Fulbert Steffensky, ex-OSB, Dorothee Sölle-Gatte, evangelischer Theologe: Das Recht lieben, Gott anbeten, die Form achten: Spiritualität in der Kirche von morgen.
Lesenswert, weil unkonventionell und ohne Angst, jemandem auf die Füße zu treten. Man muß ja nicht allem zustimmen. (via Katholisches Notizbuch)
30. April 2004
Die deutsche Kirche bei der Arbeit
In Würzburg hat sich jetzt die "Arbeitsgemeinschaft Begleitung und Fortbildung von Pfarrgemeinderäten in der Diözese Würzburg" gebildet. "Die älteste Form von Beratung und Begleitung" hat jetzt - endlich, endlich - "eine offizielle Struktur", so das "Würzburger Katholische Sonntagsblatt".
"Leitlinien und Standards" gibt es auch schon, und dort werden "als wichtige Ziele der Arbeit mit Pfarrgemeinderäten" "Mündigkeit der Christen, Subjektwerdung der Gemeinde sowie Ermächtigung und Befähigung der Verantwortlichen" genannt.
Warum nur finde ich das wieder mal lachhaft und typisch deutsche Kirche? Weil das wie Beschäftigungstherapie aussieht? Weil sich theologisch vollgebildete, aber in der klerikalen Kirche völlig unterforderte Pastoralassistenten immer neue Spielwiesen ausdenken? Weil so verdammt wenig von Jesus Christus, von Glaube, Hoffnung und Liebe die Rede ist, umso mehr aber von Räten, Verbänden, synodalen Strukturen? Weil die ganze Neugründung trotz des 3/4-seitigen Artikels mit Farbbild und der herauszuhörenden Dringlichkeit des Anliegens doch keinen Schwanz interessiert? Weil ich die wunderschönen und inwzischen altbekannten Wortblasen vor dem Hintergrund der Evangelien und der Briefe des ersten und größten Pastoralberaters Paulus so gern zerplatzen sehe?
In Würzburg hat sich jetzt die "Arbeitsgemeinschaft Begleitung und Fortbildung von Pfarrgemeinderäten in der Diözese Würzburg" gebildet. "Die älteste Form von Beratung und Begleitung" hat jetzt - endlich, endlich - "eine offizielle Struktur", so das "Würzburger Katholische Sonntagsblatt".
"Leitlinien und Standards" gibt es auch schon, und dort werden "als wichtige Ziele der Arbeit mit Pfarrgemeinderäten" "Mündigkeit der Christen, Subjektwerdung der Gemeinde sowie Ermächtigung und Befähigung der Verantwortlichen" genannt.
Warum nur finde ich das wieder mal lachhaft und typisch deutsche Kirche? Weil das wie Beschäftigungstherapie aussieht? Weil sich theologisch vollgebildete, aber in der klerikalen Kirche völlig unterforderte Pastoralassistenten immer neue Spielwiesen ausdenken? Weil so verdammt wenig von Jesus Christus, von Glaube, Hoffnung und Liebe die Rede ist, umso mehr aber von Räten, Verbänden, synodalen Strukturen? Weil die ganze Neugründung trotz des 3/4-seitigen Artikels mit Farbbild und der herauszuhörenden Dringlichkeit des Anliegens doch keinen Schwanz interessiert? Weil ich die wunderschönen und inwzischen altbekannten Wortblasen vor dem Hintergrund der Evangelien und der Briefe des ersten und größten Pastoralberaters Paulus so gern zerplatzen sehe?
29. April 2004
Sancta Katharina, ora pro nobis!
Absolut ungeeignet für desinkarniertes gnostisches Christentum: der Kopf der hl. Katharina von Siena, der allgemein sichtbar in der Dominikus-Basilika von Siena die Auferstehung des Leibes erwartet.
Heute ist ihr Festtag. (via A Saintly Salmagundi)
Absolut ungeeignet für desinkarniertes gnostisches Christentum: der Kopf der hl. Katharina von Siena, der allgemein sichtbar in der Dominikus-Basilika von Siena die Auferstehung des Leibes erwartet.
Heute ist ihr Festtag. (via A Saintly Salmagundi)
Trust me on the sunscreen
Die gefakede (schreibt man doch so, oder?) Commencement Speech, die nicht von Kurt Vonnegutgehalten, sondern von Mary Schmich geschireben wurde, gibt es jetzt auch vertont, mit Video und portugiesischen Untertiteln: Everybody's free (to wear sunscreen) (via [Rants])
Die gefakede (schreibt man doch so, oder?) Commencement Speech, die nicht von Kurt Vonnegutgehalten, sondern von Mary Schmich geschireben wurde, gibt es jetzt auch vertont, mit Video und portugiesischen Untertiteln: Everybody's free (to wear sunscreen) (via [Rants])
Francis Thompson: The Making of Viola
(Am Sonntag feiere ich eine Taufe mit; die Kleine heißt zwar nicht Viola, sondern Amelie, aber für den Namen habe ich kein passendes Gedicht gefunden.)
I.
THE FATHER OF HEAVEN.
Spin, daughter Mary, spin,
Twirl your wheel with silver din;
Spin, daughter Mary, spin,
Spin a tress for Viola.
ANGELS.
Spin, Queen Mary, a
Brown tress for Viola!
II.
THE FATHER OF HEAVEN.
Weave, hands angelical,
Weave a woof of flesh to pall -
Weave, hands angelical -
Flesh to pall our Viola.
ANGELS.
Weave, singing brothers, a
Velvet flesh for Viola!
III.
THE FATHER OF HEAVEN.
Scoop, young Jesus, for her eyes,
Wood-browned pools of Paradise -
Young Jesus, for the eyes,
For the eyes of Viola.
ANGELS.
Tint, Prince Jesus, a
Dusked eye for Viola!
IV.
THE FATHER OF HEAVEN.
Cast a star therein to drown,
Like a torch in cavern brown,
Sink a burning star to drown
Whelmed in eyes of Viola.
ANGELS.
Lave, Prince Jesus, a
Star in eyes of Viola!
V.
THE FATHER OF HEAVEN.
Breathe, Lord Paraclete,
To a bubbled crystal meet -
Breathe, Lord Paraclete -
Crystal soul for Viola.
ANGELS.
Breathe, Regal Spirit, a
Flashing soul for Viola!
VI.
THE FATHER OF HEAVEN.
Child-angels, from your wings
Fall the roseal hoverings,
Child-angels, from your wings,
On the cheeks of Viola.
ANGELS.
Linger, rosy reflex, a
Quenchless stain, on Viola!
All things being accomplished, saith the Father of Heaven.
Bear her down, and bearing, sing,
Bear her down on spyless wing,
Bear her down, and bearing, sing,
With a sound of viola.
ANGELS.
Music as her name is, a
Sweet sound of Viola!
VIII.
Wheeling angels, past espial,
Danced her down with sound of viol;
Wheeling angels, past espial,
Descanting on "Viola."
ANGELS.
Sing, in our footing, a
Lovely lilt of "Viola!"
IX.
Baby smiled, mother wailed,
Earthward while the sweetling sailed;
Mother smiled, baby wailed,
When to earth came Viola.
AND HER ELDERS SHALL SAY:-
So soon have we taught you a
Way to weep, poor Viola!
X.
Smile, sweet baby, smile,
For you will have weeping-while;
Native in your Heaven is smile, -
But your weeping, Viola?
Whence your smiles we know, but ah?
Whence your weeping, Viola? -
Our first gift to you is a
Gift of tears, my Viola!
(via Project Gutenberg)
(Am Sonntag feiere ich eine Taufe mit; die Kleine heißt zwar nicht Viola, sondern Amelie, aber für den Namen habe ich kein passendes Gedicht gefunden.)
I.
THE FATHER OF HEAVEN.
Spin, daughter Mary, spin,
Twirl your wheel with silver din;
Spin, daughter Mary, spin,
Spin a tress for Viola.
ANGELS.
Spin, Queen Mary, a
Brown tress for Viola!
II.
THE FATHER OF HEAVEN.
Weave, hands angelical,
Weave a woof of flesh to pall -
Weave, hands angelical -
Flesh to pall our Viola.
ANGELS.
Weave, singing brothers, a
Velvet flesh for Viola!
III.
THE FATHER OF HEAVEN.
Scoop, young Jesus, for her eyes,
Wood-browned pools of Paradise -
Young Jesus, for the eyes,
For the eyes of Viola.
ANGELS.
Tint, Prince Jesus, a
Dusked eye for Viola!
IV.
THE FATHER OF HEAVEN.
Cast a star therein to drown,
Like a torch in cavern brown,
Sink a burning star to drown
Whelmed in eyes of Viola.
ANGELS.
Lave, Prince Jesus, a
Star in eyes of Viola!
V.
THE FATHER OF HEAVEN.
Breathe, Lord Paraclete,
To a bubbled crystal meet -
Breathe, Lord Paraclete -
Crystal soul for Viola.
ANGELS.
Breathe, Regal Spirit, a
Flashing soul for Viola!
VI.
THE FATHER OF HEAVEN.
Child-angels, from your wings
Fall the roseal hoverings,
Child-angels, from your wings,
On the cheeks of Viola.
ANGELS.
Linger, rosy reflex, a
Quenchless stain, on Viola!
All things being accomplished, saith the Father of Heaven.
Bear her down, and bearing, sing,
Bear her down on spyless wing,
Bear her down, and bearing, sing,
With a sound of viola.
ANGELS.
Music as her name is, a
Sweet sound of Viola!
VIII.
Wheeling angels, past espial,
Danced her down with sound of viol;
Wheeling angels, past espial,
Descanting on "Viola."
ANGELS.
Sing, in our footing, a
Lovely lilt of "Viola!"
IX.
Baby smiled, mother wailed,
Earthward while the sweetling sailed;
Mother smiled, baby wailed,
When to earth came Viola.
AND HER ELDERS SHALL SAY:-
So soon have we taught you a
Way to weep, poor Viola!
X.
Smile, sweet baby, smile,
For you will have weeping-while;
Native in your Heaven is smile, -
But your weeping, Viola?
Whence your smiles we know, but ah?
Whence your weeping, Viola? -
Our first gift to you is a
Gift of tears, my Viola!
(via Project Gutenberg)
Can't get enough of a good thing
Das Spam-Museum in Austin, MN. (Delectable, not deletable im WSJ - Opinion Journal)
Das Spam-Museum in Austin, MN. (Delectable, not deletable im WSJ - Opinion Journal)
Being Human
Leider zu spät - durch First Things - davon erfahren: Being Human: Readings from the President's Council on Bioethics ist schon vergriffen. Über 600 Seiten literarische Annäherungen an verschiedene Aspekte des Mensch-seins - wahrscheinlich ein ziemlich einzigartiger Reader.
Leider zu spät - durch First Things - davon erfahren: Being Human: Readings from the President's Council on Bioethics ist schon vergriffen. Über 600 Seiten literarische Annäherungen an verschiedene Aspekte des Mensch-seins - wahrscheinlich ein ziemlich einzigartiger Reader.
They'll always come back
Wenn Ralf sich über den Aufstieg der Düsseldorfer Fortuna freut, dann kann ich nur die Rückkehr von Alexander Leipold in seine alte Ringerheimat daneben halten.
[Post geändert am 30.4. ;-)]
Wenn Ralf sich über den Aufstieg der Düsseldorfer Fortuna freut, dann kann ich nur die Rückkehr von Alexander Leipold in seine alte Ringerheimat daneben halten.
[Post geändert am 30.4. ;-)]
27. April 2004
Lesehilfe von Bischof Gerhard Ludwig Müller
Die Unverfügbarkeit der Eucharistie - Vollzug unserer Erlösung (Tagespost)
Die Unverfügbarkeit der Eucharistie - Vollzug unserer Erlösung (Tagespost)
Das Goldene Fladenbrot 2004 geht an:
Ich bin dafür, daß die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Liturgiker einen Preis für die originellste und kreativste Form von "participatio actuosa", von "tätiger Teilnahme" an der Liturgie vergibt. "Das Goldene Fladenbrot" wäre zwar nicht besonders orginell, aber vielleicht fällt den Jungs noch was besseres ein.
Heiße Kandidatin dafür wäre Mechtild Lill, die anläßlich der Bundesversammlung von "Wir sind Kirche" eine Art tätiger Teilnahme praktizierte, die gleichzeitig den Zankapfel Laienpredigt entschärft (oder verbietet Redemptionis Sacramentum den Laien das Schreiben und Verteilen von Flugblättern?), die Kantsche Form der Aufklärung (Ausgang aus unverschuldeter Unmündigkeit und so...) kreativ innerkirchlich umsetzt und theologisch von den streitbaren studierten Damen auch irgendwie begründet werden wird (am besten über Lk 14, 21):
"Die Kirchenvolksbewegung 'Wir sind Kirche' ist eine internationale Bewegung. 'Wir erleben eine Form von Gemeinschaft die wir in der Kirche oft vermissten', so Mechthild Lill, aus Ludwigshafen von der Diözese Speyer. Sie ist während des Gottesdienst eifrig am Verteilen der Informationsblättchen. 'Viele in der Aktion 'Lila Stola' haben Theologie studiert,' weiß Lill, ' deshalb können wir auch, wenn nötig, Paroli bieten.'
Das ständige Anliegen der 'Lila Stola' ist es, interessierte Passanten in den Gottesdienst mit einzubringen und aufzuklären. Viele Sonntagsspaziergänger haben sich neugierig auf die Veranstaltung gezeigt und die Meinungen waren alle sehr einheitlich. Viele finden es im Grunde eine 'gute Sache'. Zum Ende der fast 60 minütigen Feier wurde das Abendmahl mit Brot und Wein gefeiert." (Main-Rheiner: Aktuelle Nachrichten)
Ich bin dafür, daß die Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Liturgiker einen Preis für die originellste und kreativste Form von "participatio actuosa", von "tätiger Teilnahme" an der Liturgie vergibt. "Das Goldene Fladenbrot" wäre zwar nicht besonders orginell, aber vielleicht fällt den Jungs noch was besseres ein.
Heiße Kandidatin dafür wäre Mechtild Lill, die anläßlich der Bundesversammlung von "Wir sind Kirche" eine Art tätiger Teilnahme praktizierte, die gleichzeitig den Zankapfel Laienpredigt entschärft (oder verbietet Redemptionis Sacramentum den Laien das Schreiben und Verteilen von Flugblättern?), die Kantsche Form der Aufklärung (Ausgang aus unverschuldeter Unmündigkeit und so...) kreativ innerkirchlich umsetzt und theologisch von den streitbaren studierten Damen auch irgendwie begründet werden wird (am besten über Lk 14, 21):
"Die Kirchenvolksbewegung 'Wir sind Kirche' ist eine internationale Bewegung. 'Wir erleben eine Form von Gemeinschaft die wir in der Kirche oft vermissten', so Mechthild Lill, aus Ludwigshafen von der Diözese Speyer. Sie ist während des Gottesdienst eifrig am Verteilen der Informationsblättchen. 'Viele in der Aktion 'Lila Stola' haben Theologie studiert,' weiß Lill, ' deshalb können wir auch, wenn nötig, Paroli bieten.'
Das ständige Anliegen der 'Lila Stola' ist es, interessierte Passanten in den Gottesdienst mit einzubringen und aufzuklären. Viele Sonntagsspaziergänger haben sich neugierig auf die Veranstaltung gezeigt und die Meinungen waren alle sehr einheitlich. Viele finden es im Grunde eine 'gute Sache'. Zum Ende der fast 60 minütigen Feier wurde das Abendmahl mit Brot und Wein gefeiert." (Main-Rheiner: Aktuelle Nachrichten)
26. April 2004
Anti-Klerikalismus
Das verlinkt man doch gerne: den treffenden Kommentar von Mitblogger Poldi alias Jochen Scherzer zur Liturgie-Instruktion. (kath.net)
Je kreativer der geweihte Künstler hinterm Mikro und dem Mahltisch, desto klerikaler die Liturgie. Und den Zelebranten zum Exekutionsorgan eines Gottesdienst-Gestaltungs-Vorbereitungsteams zu machen, erweitert den Kreis der klerikal agierenden nur um ein paar Köpfe.
Das verlinkt man doch gerne: den treffenden Kommentar von Mitblogger Poldi alias Jochen Scherzer zur Liturgie-Instruktion. (kath.net)
Je kreativer der geweihte Künstler hinterm Mikro und dem Mahltisch, desto klerikaler die Liturgie. Und den Zelebranten zum Exekutionsorgan eines Gottesdienst-Gestaltungs-Vorbereitungsteams zu machen, erweitert den Kreis der klerikal agierenden nur um ein paar Köpfe.
"Als lege Gott keinen Wert auf Manieren."
Christian Geyer kommentiert Redemptionis Sacramentum in der FAZ: Liturgie als Kunstwerk, das Gottes würdig sein soll, ist nicht regellos, sondern fordert Manieren und handwerkliche Perfektion. (Kommentar: Gottes Form)
Christian Geyer kommentiert Redemptionis Sacramentum in der FAZ: Liturgie als Kunstwerk, das Gottes würdig sein soll, ist nicht regellos, sondern fordert Manieren und handwerkliche Perfektion. (Kommentar: Gottes Form)
22. April 2004
Doctor of the Soul
Greg Wolfe über den Seelen-Doktor Walker Percy. (Godspy)
"The man who had retired early as a doctor argued that the novelist ought to be like a doctor, becoming the diagnostician of the soul's predicament. Those who read Walker Percy will find not only a brilliant diagnosis of what ails modern man, but a prescription for a full and lasting cure."
Greg Wolfe über den Seelen-Doktor Walker Percy. (Godspy)
"The man who had retired early as a doctor argued that the novelist ought to be like a doctor, becoming the diagnostician of the soul's predicament. Those who read Walker Percy will find not only a brilliant diagnosis of what ails modern man, but a prescription for a full and lasting cure."
Ergänzung
Eine Verdeutlichung zum letzten Posting:
Natürlich geht es mir nicht (nur) um die "Sprache des Dogmas". Es gibt ja auch im traditionellen Christentum verschiedene Dialekte der Sprache des Glaubens: neben dem Dogma die des Katechismus, der Liturgie, der Theologie, des "gläubigen Volkes", der Heiligen und Geliebt-Liebenden (= christlichen Mystiker) ... Diese Sprachen haben sich über die Jahrhunderte hin verändert, externe Sprachen wurden übernommen, eingepasst, mit eigenem Inhalt gefüllt.
Man denke nur an die "Hellenisierung" des Christentums, bei der Begriffe und Konzepte der zeitgenössischen griechischen Philosophie übernommen, umgeformt und mit neuer Bedeutung versehen wurden.
Ist Ähnliches auch mit der Psychologie möglich? Wahrscheinlich. Vielleicht ist es heutzutage sogar notwendig (auch wenn mir persönlich und vielen anderen ebenfalls psychologisierendes Geschwätz auf die Nerven geht). Ich frage mich dabei aber nicht nur, ob sich der volle Glauben mit psychologischen Begriffen sagen lässt, sondern auch, ob die Perspektive der Psychologie - auf und in den Menschen - und die Zentralperspektive der Bibel und des christlichen Glaubens überhaupt zueinander passen.
Bei der Vortragsankündigung unten - gleich ob sie von Eugen Drewermann oder seinen Rezipienten stammt - sehe ich genau dieses Problem.
Für mich ist das Befreiende am Christenglauben und Christsein: daß ich endlich den Blick von mir weg, hin auf die Wirklichkeit richten kann, auf das Herz aller Wirklichkeit - auf GxTT.
Eine Verdeutlichung zum letzten Posting:
Natürlich geht es mir nicht (nur) um die "Sprache des Dogmas". Es gibt ja auch im traditionellen Christentum verschiedene Dialekte der Sprache des Glaubens: neben dem Dogma die des Katechismus, der Liturgie, der Theologie, des "gläubigen Volkes", der Heiligen und Geliebt-Liebenden (= christlichen Mystiker) ... Diese Sprachen haben sich über die Jahrhunderte hin verändert, externe Sprachen wurden übernommen, eingepasst, mit eigenem Inhalt gefüllt.
Man denke nur an die "Hellenisierung" des Christentums, bei der Begriffe und Konzepte der zeitgenössischen griechischen Philosophie übernommen, umgeformt und mit neuer Bedeutung versehen wurden.
Ist Ähnliches auch mit der Psychologie möglich? Wahrscheinlich. Vielleicht ist es heutzutage sogar notwendig (auch wenn mir persönlich und vielen anderen ebenfalls psychologisierendes Geschwätz auf die Nerven geht). Ich frage mich dabei aber nicht nur, ob sich der volle Glauben mit psychologischen Begriffen sagen lässt, sondern auch, ob die Perspektive der Psychologie - auf und in den Menschen - und die Zentralperspektive der Bibel und des christlichen Glaubens überhaupt zueinander passen.
Bei der Vortragsankündigung unten - gleich ob sie von Eugen Drewermann oder seinen Rezipienten stammt - sehe ich genau dieses Problem.
Für mich ist das Befreiende am Christenglauben und Christsein: daß ich endlich den Blick von mir weg, hin auf die Wirklichkeit richten kann, auf das Herz aller Wirklichkeit - auf GxTT.
21. April 2004
Nichts Neues von Eugen
Aus der Ankündigung von Eugen Drewermanns Betrachtungen zum Johannesevangelium am 17. Mai in Schweinfurt:
"Das Johannesevangelium konfrontiert seine Leser mit der Frage nach ihrer persönlichen Identität: Zu sich selbst finden, zu seiner Wahrheit stehen, kann demnach nur, wer auf ein Gegenüber trifft, das ihn leben lässt und ihn bedingungslos aus reiner Güte akzeptiert. Wer begreift, dass sein Leben noch einmal ganz neu beginnt unter der Perspektive, die Jesus vermittelt, lernt eine Menschlichkeit kennen, die anders kaum vorstellbar ist."
Die Sprache des Dogmas konsequent ersetzt durch Psychobabble. Nein, anders: Der Zuhörer erfährt sich nicht mehr ausgesetzt den Zumutungen einer zum Skelett erstarrten Formelsprache autoritärer Glaubensverwalter, sondern erlebt sich in der unvermutet erhellten Frage nach den menschlichen Konturen der Evangeliengestalt Jesu herausgefordert zu einer urfänglich-ewigen Reise in sein Inneres und vermag so die ihn bedrängenden Ängste an ihrer Wurzel zu erkennen und zu verwandeln.
Aus der Ankündigung von Eugen Drewermanns Betrachtungen zum Johannesevangelium am 17. Mai in Schweinfurt:
"Das Johannesevangelium konfrontiert seine Leser mit der Frage nach ihrer persönlichen Identität: Zu sich selbst finden, zu seiner Wahrheit stehen, kann demnach nur, wer auf ein Gegenüber trifft, das ihn leben lässt und ihn bedingungslos aus reiner Güte akzeptiert. Wer begreift, dass sein Leben noch einmal ganz neu beginnt unter der Perspektive, die Jesus vermittelt, lernt eine Menschlichkeit kennen, die anders kaum vorstellbar ist."
Die Sprache des Dogmas konsequent ersetzt durch Psychobabble. Nein, anders: Der Zuhörer erfährt sich nicht mehr ausgesetzt den Zumutungen einer zum Skelett erstarrten Formelsprache autoritärer Glaubensverwalter, sondern erlebt sich in der unvermutet erhellten Frage nach den menschlichen Konturen der Evangeliengestalt Jesu herausgefordert zu einer urfänglich-ewigen Reise in sein Inneres und vermag so die ihn bedrängenden Ängste an ihrer Wurzel zu erkennen und zu verwandeln.
"Hip. Influential. Out there."
Ein non-tech Artikel über Weblogs im Christian Science Monitor.
We gonna survive but oughta change. (via Thunderstruck)
Ein non-tech Artikel über Weblogs im Christian Science Monitor.
We gonna survive but oughta change. (via Thunderstruck)
Bloggerfahrt nach Rom
Die Holy Whappings waren in Rom und einen deutschen Kardinal getroffen, Ratzinger oder so. Das nette Foto ist leider ent-webt.
Zitat:
"I don't remember from whom we took communion, but I rather suppose this is appropriate. Even if it were the Pope, I would hope that we would have been sufficiently distracted by the God in his hands.. (well, perhaps not the Pope, but my point stands)."
Die Holy Whappings waren in Rom und einen deutschen Kardinal getroffen, Ratzinger oder so. Das nette Foto ist leider ent-webt.
Zitat:
"I don't remember from whom we took communion, but I rather suppose this is appropriate. Even if it were the Pope, I would hope that we would have been sufficiently distracted by the God in his hands.. (well, perhaps not the Pope, but my point stands)."
20. April 2004
Gewehre geladen!
Jetzt wird es heiß: Am 23. April wird das neue Liturgieschreiben des Vatikan (Redemptionis Sacramentum) veröffentlicht. Die KirchenVolksBewegung steht ja sozusagen schon in den Schützengräben.
Hoffentlich geht die Munition nicht aus: Denn schließlich kostet "unsere Vernetzungs- und Informationsarbeit ... trotz aller ehrenamtlichen Arbiet bis zu 10.000 Euro in jedem Monat", 'ne gute Viertel Million in altem Geld pro Jahr.
Vielleicht sollten die lieben Leutchen noch eine Art Ablaß dazuliefern - "Incentive" auf neudeutsch.
Jetzt wird es heiß: Am 23. April wird das neue Liturgieschreiben des Vatikan (Redemptionis Sacramentum) veröffentlicht. Die KirchenVolksBewegung steht ja sozusagen schon in den Schützengräben.
Hoffentlich geht die Munition nicht aus: Denn schließlich kostet "unsere Vernetzungs- und Informationsarbeit ... trotz aller ehrenamtlichen Arbiet bis zu 10.000 Euro in jedem Monat", 'ne gute Viertel Million in altem Geld pro Jahr.
Vielleicht sollten die lieben Leutchen noch eine Art Ablaß dazuliefern - "Incentive" auf neudeutsch.
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