Glaube und Erfahrung
Beim Kardinal habe ich heute eine Passage gelesen, die in seinem üblichen klassischen Stil eine schöne Zusammenfassung des Verhältnisses von Glaube und Erfahrung gibt:
"Das Christentum, der christliche Glaube, so sagt [Romano Guardini] uns, ist nicht Produkt unserer inneren Erfahrungen, sondern Ereignis, das von außen her auf uns zutritt. Der Glaube beruht darauf, daß uns etwas (oder jemand) begegnet, an das unsere Erfahrungsfähigkeit von sich aus nicht heranreicht. Nicht Erfahrung weitet sich aus oder vertieft sich ... sondern es geschieht etwas.
Die Kategorien 'Begegnung', 'Andersheit' (Lévinas: 'alteritè'), Ereignis beschreiben den inneren Ursprung des christlichen Glaubens und verweisen auf die Gerenzen des Begriffs Erfahrung. Freilich, was uns da berührt, bewirkt in uns Erfahrung, aber Erfahrung als Frucht eines Ereignisses, nicht einer Vertiefung ins Eigene.
Genau dies ist mit dem Begriff Offenbarung gemeint: Das Nicht-Eigene, im Eigenen nicht Vorkommende, tritt auf mich zu und reißt mich aus mir heraus, über mich hinaus, schafft Neues. Damit ist auch die Geschichtlichkeit des Christlichen gegeben, das auf Ereignissen beruht und nicht auf der Wahrnehmung der Tiefe des eigenen Inneren, die man dann 'Erleuchtung' nennt." (Glaube - Wahrheit - Toleranz)
30. April 2003
Der Gedanke an dich, Mutter
Vor allem in dem
dir geweihten Monat
begleitet mich der Gedanke an dich
wie eine Melodie,
die den ganzen Tag erfüllt
und ihm Farbigkeit und Schönheit schenkt.
Der Gedanke an dich
läßt mich nicht los,
wie ein sanfter Duft
prägt er sich in uns ein,
ohne sich von uns trennen zu wollen ...
Deine Gegenwart ist
beständig und so zurückhaltend,
daß es mir manchmal vorkommt
als sei ich dein Schatten, dein Diener ...
Wie wenn du einen Schatten hättest, Mutter,
die du doch ganz Licht bist.
(Helder Camara)
Vor allem in dem
dir geweihten Monat
begleitet mich der Gedanke an dich
wie eine Melodie,
die den ganzen Tag erfüllt
und ihm Farbigkeit und Schönheit schenkt.
Der Gedanke an dich
läßt mich nicht los,
wie ein sanfter Duft
prägt er sich in uns ein,
ohne sich von uns trennen zu wollen ...
Deine Gegenwart ist
beständig und so zurückhaltend,
daß es mir manchmal vorkommt
als sei ich dein Schatten, dein Diener ...
Wie wenn du einen Schatten hättest, Mutter,
die du doch ganz Licht bist.
(Helder Camara)
29. April 2003
Und nicht zum letzten Mal: Eucharistie-Enzyklika
Wolfgang Bullin, Chefredakteur des Würzburger Katholischen Sonntagsblatts: "Man sollte also vielleicht weniger den außer-, als vielmehr den innerkatholischen Blickwinkel einnehmen. Denn die keineswegs neuen, vom Papst dargelegten Kriterien der Zulassung zur Eucharistie gelten ja auch und in erster Linie nach innen, also für Katholiken. Ob die wohl alle das geforderte rechte Verständnis der Eucharistie mitbringen? Die Lektüre dieser Enzyklika wirft somit auch die Frage auf, ob und wie weit das, was der Papst auf 80 Seiten dargelegt hat, überhaupt bei den eigenen Gläubigen präsent und verstanden ist. Die Frage auch, ob es – abgesehen von der Vorbereitung auf die Erstkommunion – genügend und in auch für Nichttheologen verständlicher Form vermittelt wird. Der katholische Taufschein allein reicht für die Zulassung zur Eucharistie, so muss man wohl das Papstschreiben verstehen, nicht aus."
Die Frage des Chefredakteurs wirf die weitere Frage auf: Wenn das, was der Papst auf 80 Seiten dargelegt hat, bei den eigenen Gläubigen nicht präsent und verstanden ist, woran liegt das dann? An wem liegt das? Hat da jemand (Priester, Religionslehrer, Bischöfe, katholisches Milieu?) versagt? Wie läßt sich das ändern? Reicht die in Deutschland übliche Glaubenskatechese und -pädagogik? Glauben die Katecheten, Lehrer, Erzieher etc., was sie weitersagen sollten?
Daß der katholische Taufschein (und die monatliche Zahlung der Kirchensteuer - siehe vorheriges Posting) nicht reicht, war doch schon immer und überall nachzulesen. Woher die Verwunderung?
Wolfgang Bullin, Chefredakteur des Würzburger Katholischen Sonntagsblatts: "Man sollte also vielleicht weniger den außer-, als vielmehr den innerkatholischen Blickwinkel einnehmen. Denn die keineswegs neuen, vom Papst dargelegten Kriterien der Zulassung zur Eucharistie gelten ja auch und in erster Linie nach innen, also für Katholiken. Ob die wohl alle das geforderte rechte Verständnis der Eucharistie mitbringen? Die Lektüre dieser Enzyklika wirft somit auch die Frage auf, ob und wie weit das, was der Papst auf 80 Seiten dargelegt hat, überhaupt bei den eigenen Gläubigen präsent und verstanden ist. Die Frage auch, ob es – abgesehen von der Vorbereitung auf die Erstkommunion – genügend und in auch für Nichttheologen verständlicher Form vermittelt wird. Der katholische Taufschein allein reicht für die Zulassung zur Eucharistie, so muss man wohl das Papstschreiben verstehen, nicht aus."
Die Frage des Chefredakteurs wirf die weitere Frage auf: Wenn das, was der Papst auf 80 Seiten dargelegt hat, bei den eigenen Gläubigen nicht präsent und verstanden ist, woran liegt das dann? An wem liegt das? Hat da jemand (Priester, Religionslehrer, Bischöfe, katholisches Milieu?) versagt? Wie läßt sich das ändern? Reicht die in Deutschland übliche Glaubenskatechese und -pädagogik? Glauben die Katecheten, Lehrer, Erzieher etc., was sie weitersagen sollten?
Daß der katholische Taufschein (und die monatliche Zahlung der Kirchensteuer - siehe vorheriges Posting) nicht reicht, war doch schon immer und überall nachzulesen. Woher die Verwunderung?
Weltbestleistungen
"Zwei Weltprimate hält die Kirche in Deutschland: Sie ist die Kirche mit dem meisten Geld und sie ist die Kirche mit der größten Anzahl an Gläubigen, die sie Tag für Tag durch eine Unterschrift bei der staatlichen Behörde verlassen." - So Alexandra von Teuffenbach in der Tagespost.
Und ganz richtig stellt sie fest, daß jeder in den Kirchenbann gerät, der glaubt, aber nicht zahlt.
Das ist nur die eine Seite der Medaille: Die Rückseite ist, daß faktisch jeder bleibt, der zahlt - mag er auch glauben, was er will. Die Zahlung der Kirchensteuer gibt das Recht, Vollmitglied der Kirche zu sein. Da mag der Papst deutlich (und die deutschen Bischöfe meist ein bißchen weniger deutlich) dekretieren, was er, pardon: die Kirche glaubt und hofft. Umsonst, denn:"Wer zahlt, darf auch bestellen." Und die Macht liegt im Geldbeutel. Da der Apparat bezahlt werden muß und das Sein das Bewußtsein bestimmt, passt sich der ideologische Überbau langsam und sicher an.
"Zwei Weltprimate hält die Kirche in Deutschland: Sie ist die Kirche mit dem meisten Geld und sie ist die Kirche mit der größten Anzahl an Gläubigen, die sie Tag für Tag durch eine Unterschrift bei der staatlichen Behörde verlassen." - So Alexandra von Teuffenbach in der Tagespost.
Und ganz richtig stellt sie fest, daß jeder in den Kirchenbann gerät, der glaubt, aber nicht zahlt.
Das ist nur die eine Seite der Medaille: Die Rückseite ist, daß faktisch jeder bleibt, der zahlt - mag er auch glauben, was er will. Die Zahlung der Kirchensteuer gibt das Recht, Vollmitglied der Kirche zu sein. Da mag der Papst deutlich (und die deutschen Bischöfe meist ein bißchen weniger deutlich) dekretieren, was er, pardon: die Kirche glaubt und hofft. Umsonst, denn:"Wer zahlt, darf auch bestellen." Und die Macht liegt im Geldbeutel. Da der Apparat bezahlt werden muß und das Sein das Bewußtsein bestimmt, passt sich der ideologische Überbau langsam und sicher an.
Während ...
dyese Seyte dye eynes guten Freundes yst! (Er hat momentan glycklycherweyse andere Ynteressen, auch solche, dye sych nycht auf Marktgemeynde, CSU und Kronbergyanum bezyehen, und bytet nur eine Alyby-Netz-Präsenz.)
Mal sehen, wann Du den Lynk bemerkst, Georg.
dyese Seyte dye eynes guten Freundes yst! (Er hat momentan glycklycherweyse andere Ynteressen, auch solche, dye sych nycht auf Marktgemeynde, CSU und Kronbergyanum bezyehen, und bytet nur eine Alyby-Netz-Präsenz.)
Mal sehen, wann Du den Lynk bemerkst, Georg.
EnterBraynMent
Um komplett zu sein: AALFAA ist die Web Syte eines meyner Mytortsbewohner und lokalen Poeyten.
Y don't really get yt. Tryed. Tryed agayn.
No way.
Um komplett zu sein: AALFAA ist die Web Syte eines meyner Mytortsbewohner und lokalen Poeyten.
Y don't really get yt. Tryed. Tryed agayn.
No way.
Aber vorher!
Vor dem Chiemgau gibt es noch ein paar eher unangenehme Gespräche in der Dienstzeit und die Eröffnung der Freíluftfestsaison meines Heimatorts: Maibaumerrichtung am 30. April, das erste Steak des Jahres beim Gesangverein. Begleitend viel Tratsch und jede Menge Originale. Immer zwischen Dazugehören und Displaced Person, zwischen verlegenem Lachen und froher Gemeinschaft - jedenfalls so weit es mich angeht.
Vor dem Chiemgau gibt es noch ein paar eher unangenehme Gespräche in der Dienstzeit und die Eröffnung der Freíluftfestsaison meines Heimatorts: Maibaumerrichtung am 30. April, das erste Steak des Jahres beim Gesangverein. Begleitend viel Tratsch und jede Menge Originale. Immer zwischen Dazugehören und Displaced Person, zwischen verlegenem Lachen und froher Gemeinschaft - jedenfalls so weit es mich angeht.
Dr. Percy's Monat
"May is Mary's month" (Gerard Manley Hopkins), aber nicht nur. Es ist auch der von Walker Percy, Arzt-Schriftsteller-Diagnostiker-Philosoph-Gentleman. (Und natürlich: Katholik - sonst hätte er es nicht auf diese Seite geschafft...) Dieses Jahr wird wohl "Die Wiederkehr" auf meiner Wiederlese-Liste landen.
"May is Mary's month" (Gerard Manley Hopkins), aber nicht nur. Es ist auch der von Walker Percy, Arzt-Schriftsteller-Diagnostiker-Philosoph-Gentleman. (Und natürlich: Katholik - sonst hätte er es nicht auf diese Seite geschafft...) Dieses Jahr wird wohl "Die Wiederkehr" auf meiner Wiederlese-Liste landen.
Madeleine Delbrel (1904-1964) sagt:
"Durch sein Wort sagt uns Gott, was er ist und was er will; er sagt es endgültig und sagt es für jeden einzelnen Tag. Und was er uns Tag für Tag sagt, ist sein in den Ereignissen, in den eben durchlebten Umständen widerhallendes Wort. Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir bedenken, dass das Wort darin wohnt, das in uns Fleisch werden will, uns ergreifen möchte, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen menschlichen Umgebung sein Leben aufs neue beginnen." (via jahrderbibel)
Es gibt viele Arten, das lebendige und glühende Wort zu neutralisieren. Aber es will in unserem Leben, jeden Tag neu beleben und wärmen. Und wirken als das, was es ist: Wort des Lebens und Ort Gottes.
"Durch sein Wort sagt uns Gott, was er ist und was er will; er sagt es endgültig und sagt es für jeden einzelnen Tag. Und was er uns Tag für Tag sagt, ist sein in den Ereignissen, in den eben durchlebten Umständen widerhallendes Wort. Wenn wir unser Evangelium in Händen halten, sollten wir bedenken, dass das Wort darin wohnt, das in uns Fleisch werden will, uns ergreifen möchte, damit wir an einem neuen Ort, zu einer neuen Zeit, in einer neuen menschlichen Umgebung sein Leben aufs neue beginnen." (via jahrderbibel)
Es gibt viele Arten, das lebendige und glühende Wort zu neutralisieren. Aber es will in unserem Leben, jeden Tag neu beleben und wärmen. Und wirken als das, was es ist: Wort des Lebens und Ort Gottes.
Da waren's immer noch drei
Auch wenn die Europäer in Sachen Web immer hinterher hinken: Es ist schon erstaunlich, daß es außer dem Fonolog, Benedikts Zeit und Ewigkeit und dem meinigen keine katholischen Weblogs in deutscher Sprache gibt, und anderswie christliche auch nicht. Oder doch?
Auch wenn die Europäer in Sachen Web immer hinterher hinken: Es ist schon erstaunlich, daß es außer dem Fonolog, Benedikts Zeit und Ewigkeit und dem meinigen keine katholischen Weblogs in deutscher Sprache gibt, und anderswie christliche auch nicht. Oder doch?
28. April 2003
Dorothee Sölle - R.i.P.
Sie wollte "atheistisch an Gott glauben" und an Jesus festhalten, „ohne die Beruhigung und den Trost, den eine solche Vorstellung schenken kann: eine Art Leben also ohne einen metaphysischen Vorteil vor den Nicht-Christen, in dem trotzdem an der Sache Jesu in der Welt festgehalten wird." Jetzt ist Dorothee Sölle mit 73 Jahren gestorben.
Ich konnte mir nie vorstellen, wie dieser "gottlose Glauben" funktionieren sollte, und habe sie und ihresgleichen deshalb guten Gewissens links liegen gelassen.
Aber wenn man's recht bedenkt: Wir brauchen Korrektive wie sie, um nicht in die "Feuerbach-Falle" zu laufen. Wer erzählt uns denn noch vom wilden, unbeherrschbaren, souveränen, immer größeren Gott?
Sie wollte "atheistisch an Gott glauben" und an Jesus festhalten, „ohne die Beruhigung und den Trost, den eine solche Vorstellung schenken kann: eine Art Leben also ohne einen metaphysischen Vorteil vor den Nicht-Christen, in dem trotzdem an der Sache Jesu in der Welt festgehalten wird." Jetzt ist Dorothee Sölle mit 73 Jahren gestorben.
Ich konnte mir nie vorstellen, wie dieser "gottlose Glauben" funktionieren sollte, und habe sie und ihresgleichen deshalb guten Gewissens links liegen gelassen.
Aber wenn man's recht bedenkt: Wir brauchen Korrektive wie sie, um nicht in die "Feuerbach-Falle" zu laufen. Wer erzählt uns denn noch vom wilden, unbeherrschbaren, souveränen, immer größeren Gott?
27. April 2003
El gran Cardenal
Völlig gegen die Familientradition bin ich absolut kein Vereinsmeier, aber der Cardinal Ratzinger Fan Club kann mich doch zu seinen Mitgliedern zählen!
Das neue Buch des Kardinals: "Glaube - Wahrheit - Toleranz" ist wieder einmal ein sehr gelungenes. Sicher, es sind, wie der Benediktbeuerner Rezensent bei amazon feststellt, zum Großteil schon veröffentlichte Aufsätze, aber seit wann kann man Richtiges und Wahres nicht auch mehrfach sagen? Und wer liest schon in der Rahner-Festschrift von 1963 oder in der deutschen Communio nach?
Einige Lesefrüchte werde ich sicher noch posten. Aber jetzt rufen erst einmal Frau und Tatort.
Völlig gegen die Familientradition bin ich absolut kein Vereinsmeier, aber der Cardinal Ratzinger Fan Club kann mich doch zu seinen Mitgliedern zählen!
Das neue Buch des Kardinals: "Glaube - Wahrheit - Toleranz" ist wieder einmal ein sehr gelungenes. Sicher, es sind, wie der Benediktbeuerner Rezensent bei amazon feststellt, zum Großteil schon veröffentlichte Aufsätze, aber seit wann kann man Richtiges und Wahres nicht auch mehrfach sagen? Und wer liest schon in der Rahner-Festschrift von 1963 oder in der deutschen Communio nach?
Einige Lesefrüchte werde ich sicher noch posten. Aber jetzt rufen erst einmal Frau und Tatort.
26. April 2003
Und wieder: Ecclesia de Eucharistia
In den meisten deutschen Reaktionen auf EdE höre ich die typische Harmoniesucht meines Volkes heraus. Theologische Unterschiede sind nur theoretisch, sobald sie die große Gemeinschaftsveranstaltung des Abendmahles stören. Lieber hören wir mit dem Nachdenken auf, anstatt an getrennten Tischen zu speisen. Es lebe die Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners.
"Jesus Christus lädt ein, nicht die Kirche" - nicht falsch, sondern ganz richtig. Aber eben nur die halbe Wahrheit, und die ist vielleicht manchmal genauso schlimm wie die ganze Unwahrheit, weil sie sich als die volle und ganze Wahrheit ausgibt.
An einer eher unauffälligen Stelle der EKD-Reaktion auf Ecclesia de Eucharistia versteckt sich ein Satz, der - zu Ende gedacht - die vermeintliche Unwesentlichkeit der unterschiedlichen Eucharistie-Theologien in Frage stellt: "Nach evangelischem Verständnis haben Predigtgottesdienste den gleichen Rang wie Abendmahlsgottesdienste." Nach katholischem Verständnis ist das nicht so. (Gottseidank - angesichts der schlechten Predigten, die landauf und -ab zu hören sind.)
Daß sich die deutsche Diskussion auf deutsche Verhältnisse beschränkt - konkret auf die katholisch-evangelisch-protestantische Ökumene - mag verständlich und üblich sein. Aber die Enzyklika stammt vom Papst einer Weltkirche, in deren philipppinischem Teil jährlich mehr Kinder getauft werden als in Italien, Spanien, Frankreich und Polen zusammen und die nicht nur in Richtung der Luther-Calvin-Zwingli-Wesley-Henry-VIII-Enkel ökumenisch agieren muß, sondern genau so in Richtung der orthodoxen Kirchen.
In den meisten deutschen Reaktionen auf EdE höre ich die typische Harmoniesucht meines Volkes heraus. Theologische Unterschiede sind nur theoretisch, sobald sie die große Gemeinschaftsveranstaltung des Abendmahles stören. Lieber hören wir mit dem Nachdenken auf, anstatt an getrennten Tischen zu speisen. Es lebe die Ökumene des kleinsten gemeinsamen Nenners.
"Jesus Christus lädt ein, nicht die Kirche" - nicht falsch, sondern ganz richtig. Aber eben nur die halbe Wahrheit, und die ist vielleicht manchmal genauso schlimm wie die ganze Unwahrheit, weil sie sich als die volle und ganze Wahrheit ausgibt.
An einer eher unauffälligen Stelle der EKD-Reaktion auf Ecclesia de Eucharistia versteckt sich ein Satz, der - zu Ende gedacht - die vermeintliche Unwesentlichkeit der unterschiedlichen Eucharistie-Theologien in Frage stellt: "Nach evangelischem Verständnis haben Predigtgottesdienste den gleichen Rang wie Abendmahlsgottesdienste." Nach katholischem Verständnis ist das nicht so. (Gottseidank - angesichts der schlechten Predigten, die landauf und -ab zu hören sind.)
Daß sich die deutsche Diskussion auf deutsche Verhältnisse beschränkt - konkret auf die katholisch-evangelisch-protestantische Ökumene - mag verständlich und üblich sein. Aber die Enzyklika stammt vom Papst einer Weltkirche, in deren philipppinischem Teil jährlich mehr Kinder getauft werden als in Italien, Spanien, Frankreich und Polen zusammen und die nicht nur in Richtung der Luther-Calvin-Zwingli-Wesley-Henry-VIII-Enkel ökumenisch agieren muß, sondern genau so in Richtung der orthodoxen Kirchen.
2x Ronald
"Schill hatte seine Ablehnung des Staatskirchenvertrags mit der Nordelbischen Evangelischen Kirche mit der Worten begründet: 'Ein Hamburger kniet vor niemandem nieder, auch nicht vor der Kirche.'" (Welt)
"Innensenator Ronald Schill: 'Für mich beinhaltet das Osterfest zwei wesentliche Aspekte. Vordergründig steht die Sehnsucht der Menschen nach Frühling und Sonne im Mittelpunkt. Insofern ist das Osterfest für mich auch geprägt von Aufbruchstimmung und neuer Tatkraft für kommende Herausforderungen. Vor allem aber ist das Osterfest für mich ein Fest der Besinnlichkeit und des Nachdenkens, in dem ich Gelegenheit finde, das Vergangene zu reflektieren. Dies ist für mich auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil ich während der Ausübung meines Berufes nur wenig Gelegenheit finde, die auf mich einwirkenden Ereignisse des Tages zu verarbeiten.'" (Welt)
Wie es scheint, war das Osterwochenende zu kurz für ihn und die Zeit zum Reflektieren hat nicht gereicht. "
"Schill hatte seine Ablehnung des Staatskirchenvertrags mit der Nordelbischen Evangelischen Kirche mit der Worten begründet: 'Ein Hamburger kniet vor niemandem nieder, auch nicht vor der Kirche.'" (Welt)
"Innensenator Ronald Schill: 'Für mich beinhaltet das Osterfest zwei wesentliche Aspekte. Vordergründig steht die Sehnsucht der Menschen nach Frühling und Sonne im Mittelpunkt. Insofern ist das Osterfest für mich auch geprägt von Aufbruchstimmung und neuer Tatkraft für kommende Herausforderungen. Vor allem aber ist das Osterfest für mich ein Fest der Besinnlichkeit und des Nachdenkens, in dem ich Gelegenheit finde, das Vergangene zu reflektieren. Dies ist für mich auch deshalb von besonderer Bedeutung, weil ich während der Ausübung meines Berufes nur wenig Gelegenheit finde, die auf mich einwirkenden Ereignisse des Tages zu verarbeiten.'" (Welt)
Wie es scheint, war das Osterwochenende zu kurz für ihn und die Zeit zum Reflektieren hat nicht gereicht. "
25. April 2003
Kirchentag, Politiker und EdE
Wieder mal Guido Horst in einem Tagespost-Kommentar:
"Es ist Kirchentag – und alle gehen hin. Zumindest die Politiker. Der Kanzler kommt, der Bundespräsident sowieso, Ministerinnen und Minister sind da wie auch die Spitzen der Opposition. Angela Merkel lädt zu einer Bibelarbeit über einen Abschnitt aus der Schöpfungsgeschichte, die CDU-Abgeordnete Hildegard Müller interviewt „taz“-Chefredakteurin Bascha Mika. Ein Kirchentagsvolk will unterhalten werden.
Und auch die Länder lassen sich nicht lumpen. Ministerpräsident Bernhard Vogel predigt in einem der Eröffnungsgottesdienste. Seine Kollegen Teufel und Wulff schlüpfen in die Rolle des Schriftgelehrten. Das können sie. Allen alles werden – das sagte schon Paulus Ob Ostermarsch oder Christopher Street Day, ob Opernball oder Kirchentag: Keine Kulisse ist zu fremd, kein Podium zu schräg. Selbst unter Wasser könnten unsere Politiker tun, wozu man sie erzogen hat: reden, reden, reden.
Und das muss nicht immer Polemik sein. So halten in Berlin der protestantische Bürgermeister Henning Scherf aus Bremen und Kultusministerin Annette Schavan aus Baden-Württemberg „Lobreden auf die andere Kirche“. Ist das nicht süß? Otto Schily, Joschka Fischer, Olaf Scholz – die Liste ist beliebig fortsetzbar. Die „beiden großen Kirchen in Deutschland“ fahren alles an Sachverstand auf, was die heimische Politikerprominenz zu bieten hat. Wenn Oskar Lafontaine wie geplant über „Politik zwischen Popularität und Populismus“ doziert, dann hört man doch jemanden, der weiß, wovon er spricht. Es gab ja mal das Gerücht, die „beiden großen Kirchen in Deutschland“ wollten den Menschen im Lande von Berlin aus sagen, wo der Bartel den christlichen Most holt. Weit gefehlt. Mit einer leichten Anschubfinanzierung und viel Kirchenknete haben sich unsere Politiker ein weiteres Podium verschafft. Was ist das doch ein gerissenes Völkchen!"
Damit Kirchen- und Katholikentag nicht gar so überlaufen sind, schlage ich vor, nur diejenigen Politiker zu Wort kommen zu lassen, die ihren Amtseid ohne "so wahr mir Gott helfe" geschworen haben. Denn die sind es doch, die Milieus und Vorurteile aufbrechen, die frische Luft der säkularen Welt in die Gottesdienste und Bibelstunden hereinlassen und den Mut haben, ihren praktischen Atheismus bei Gelegenheit nicht zu verbergen...
Die ZdK-Mitglieder Teufel, Thierse, Schavan, Nickels und andere "Einzelpersönlichkeiten" sollten derweil eine Stunde still vor dem bestimmt irgendwo unseren Blicken und Gebeten ausgesetzten Herrn knien. Zusammen mit den Bischöfen, denen - nach Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25 "obliegt ..., auch im persönlichen Zeugnis dazu zu ermutigen, den eucharistischen Kult, insbesondere die Aussetzung des Allerheiligsten Sakramentes, sowie das anbetende Verweilen vor dem unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtigen Christus zu pflegen." Da wär' ich auch dabei.
Wieder mal Guido Horst in einem Tagespost-Kommentar:
"Es ist Kirchentag – und alle gehen hin. Zumindest die Politiker. Der Kanzler kommt, der Bundespräsident sowieso, Ministerinnen und Minister sind da wie auch die Spitzen der Opposition. Angela Merkel lädt zu einer Bibelarbeit über einen Abschnitt aus der Schöpfungsgeschichte, die CDU-Abgeordnete Hildegard Müller interviewt „taz“-Chefredakteurin Bascha Mika. Ein Kirchentagsvolk will unterhalten werden.
Und auch die Länder lassen sich nicht lumpen. Ministerpräsident Bernhard Vogel predigt in einem der Eröffnungsgottesdienste. Seine Kollegen Teufel und Wulff schlüpfen in die Rolle des Schriftgelehrten. Das können sie. Allen alles werden – das sagte schon Paulus Ob Ostermarsch oder Christopher Street Day, ob Opernball oder Kirchentag: Keine Kulisse ist zu fremd, kein Podium zu schräg. Selbst unter Wasser könnten unsere Politiker tun, wozu man sie erzogen hat: reden, reden, reden.
Und das muss nicht immer Polemik sein. So halten in Berlin der protestantische Bürgermeister Henning Scherf aus Bremen und Kultusministerin Annette Schavan aus Baden-Württemberg „Lobreden auf die andere Kirche“. Ist das nicht süß? Otto Schily, Joschka Fischer, Olaf Scholz – die Liste ist beliebig fortsetzbar. Die „beiden großen Kirchen in Deutschland“ fahren alles an Sachverstand auf, was die heimische Politikerprominenz zu bieten hat. Wenn Oskar Lafontaine wie geplant über „Politik zwischen Popularität und Populismus“ doziert, dann hört man doch jemanden, der weiß, wovon er spricht. Es gab ja mal das Gerücht, die „beiden großen Kirchen in Deutschland“ wollten den Menschen im Lande von Berlin aus sagen, wo der Bartel den christlichen Most holt. Weit gefehlt. Mit einer leichten Anschubfinanzierung und viel Kirchenknete haben sich unsere Politiker ein weiteres Podium verschafft. Was ist das doch ein gerissenes Völkchen!"
Damit Kirchen- und Katholikentag nicht gar so überlaufen sind, schlage ich vor, nur diejenigen Politiker zu Wort kommen zu lassen, die ihren Amtseid ohne "so wahr mir Gott helfe" geschworen haben. Denn die sind es doch, die Milieus und Vorurteile aufbrechen, die frische Luft der säkularen Welt in die Gottesdienste und Bibelstunden hereinlassen und den Mut haben, ihren praktischen Atheismus bei Gelegenheit nicht zu verbergen...
Die ZdK-Mitglieder Teufel, Thierse, Schavan, Nickels und andere "Einzelpersönlichkeiten" sollten derweil eine Stunde still vor dem bestimmt irgendwo unseren Blicken und Gebeten ausgesetzten Herrn knien. Zusammen mit den Bischöfen, denen - nach Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25 "obliegt ..., auch im persönlichen Zeugnis dazu zu ermutigen, den eucharistischen Kult, insbesondere die Aussetzung des Allerheiligsten Sakramentes, sowie das anbetende Verweilen vor dem unter den eucharistischen Gestalten gegenwärtigen Christus zu pflegen." Da wär' ich auch dabei.
24. April 2003
Ingwer und Enzyklika
Anläßlich von Ecclesia de Eucharistia macht John da Fiesole den Ginger-Faktor dingfest - bei sich und anderen.
Genau wie der nette kleine Spitz namens Ginger, der aus dem Satz: "Komm her, Ginger, und bringe dem Herrchen die Zeitung" die Tonfolge "blabla bla Ginger blablabla bla blabla bla" macht, haben wir (nicht nur, aber vielleicht besonders auch) bei lehramtlichen Verlautbarungen Schalter, bei denen die Aufmerksamkeit anspringt. Journalisten und deutsche Öffentlichkeit horchen fast ausschließlich bei Sätzen auf wie: "Wenn auch beim Nichtvorhandensein der vollen Gemeinschaft die Konzelebration in keinem Fall statthaft ist, ...".
Einer meiner Ginger-Sätze ist auf jeden Fall: "Dennoch ist es notwendig, diese wichtige Aufgabe der Anpassung immer im Bewusstsein des unaussprechlichen Mysteriums vorzunehmen, an dem Maß zu nehmen jede Generation aufgerufen ist. Der “Schatz” ist viel zu groß und zu kostbar, um das Risiko seiner Verarmung eingehen zu können ..." (Nr. 51)
Anläßlich von Ecclesia de Eucharistia macht John da Fiesole den Ginger-Faktor dingfest - bei sich und anderen.
Genau wie der nette kleine Spitz namens Ginger, der aus dem Satz: "Komm her, Ginger, und bringe dem Herrchen die Zeitung" die Tonfolge "blabla bla Ginger blablabla bla blabla bla" macht, haben wir (nicht nur, aber vielleicht besonders auch) bei lehramtlichen Verlautbarungen Schalter, bei denen die Aufmerksamkeit anspringt. Journalisten und deutsche Öffentlichkeit horchen fast ausschließlich bei Sätzen auf wie: "Wenn auch beim Nichtvorhandensein der vollen Gemeinschaft die Konzelebration in keinem Fall statthaft ist, ...".
Einer meiner Ginger-Sätze ist auf jeden Fall: "Dennoch ist es notwendig, diese wichtige Aufgabe der Anpassung immer im Bewusstsein des unaussprechlichen Mysteriums vorzunehmen, an dem Maß zu nehmen jede Generation aufgerufen ist. Der “Schatz” ist viel zu groß und zu kostbar, um das Risiko seiner Verarmung eingehen zu können ..." (Nr. 51)
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