10. August 2006

Beannachd!

Mit dem Segen über die Erdnußplätzchen, den Joseph Bottum auf dem Square von First Things postet, verabschiede ich mich für ein langes Wochenende, in dem ich voraussichtlich den Segen über mindestens ein Guiness sprechen und vor dem Anwesen 7 Eccles Street in Dublin für das Seelenheil von Mr. J. Joyce beten werde:
"All-powerful Father, bless these peanut butter crackers, and make of them good food for Your humble sons. Let the inability of these crackers to fill one remind us of the insufficiency of earthly pleasures to slake our thirst for joy. Let the salty-to-the-point-of-pain flavor of these crackers remind us of the inevitable sorrow mixed into our earthly life. Let the similarity of these crackers to the rocks Satan mentioned in the temptation not break our teeth. We ask this through Christ our Lord, who lives and reigns with You in the Holy Spirit, one God, forever and ever, amen.

[Allmächtiger Vater, segne diese Erdnußkekse und lasse sie zu einer guten Nahrung für Deine demütigen Söhne werden. Diese Kekse, die uns nicht sättigen, mögen uns erinnern, daß alle irdischen Vergnügungen unseren Durst nach Freude nicht stillen können. Der salzige Geschmack dieser Kekse, der bis an die Grenze des Schmerzes reicht, lasse uns jener unvermeidlichen Sorge gedenken, die sich in unser tägliches Leben mischt. An diesen Keksen, die jenen Felsen ähnlich sehen, die der Versucher in der Wüste erwähnte, lass unsere Zähne nicht zerbrechen. Darum bitten wir durch Christus,unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit Dir lebt und herrscht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.]"
Aus der Abteilung POD



Nicht nur "soft saints", auch diesen unseren HErrn und HIrten gibt es bei Soft Saints.

Mehr in der LA Times.
GOtt und die Honky-Tonk Angels

New wave of country singers find religion can inspire, sell (ParamusPost)

9. August 2006

Schadenfreude

"In diesem Moment, wenn man da abgesondert von allen anderen sitzen und warten muß, fühlt man sich auf eine unglaubliche Weise erniedrigt." (FAZ)
Pienz' mal nicht so rum, Udo! Wieso soll es Dir anders gehen als mir und vielen anderen? Im Gegensatz zu Dir saß ich meistens nicht mit Geschäftsleuten, sondern mit Hispano-Küchenhilfen und Touristen aus China und Japan im Immigration Office. Und was die Dauer angeht: Es hat halt nun mal nicht jeder VIP-Status bei der Swiss Air und eine Dame an der Hand, die "denen draußen die Hölle heiß [macht]" und den Beamten erklärt, wie wichtig und berühmt doch der Herr Bockelmann sei...
Der Bücher kein Ende

Ich mache da weiter, wo der Western Confucian und Video meliora aufhörten. Es fällt mir allerdings schwer, immer nur EIN Buch zu nennen, aber ich versuch's mal:

1. One book that changed your life: Hans Urs von Balthasar: Klarstellungen (In Reserve: Die gesammelten Brief des Apostels Paulus, die es allerdings nicht separat, sondern nur in einem größeren Sammelwerk gibt.)

2. One book that you have read more than once: Walker Percy: Liebe in Ruinen (Alternativ von WP: Der Kinogeher, Die Wiederkehr, Lancelot, Das Thanatos-Syndrom)

3. One book you'd want on a desert island: P. Joseph Kentenich: Himmelwärts (Meine eigene, leicht angegilbte Ausgabe mit allen Heiligen- und sonstigen Bildchen und zusätzlich zur Bibel natürlich...)

4. One book that made you laugh: John Kennedy Toole: Ignaz oder die Verschwörung der Idioten (P. G. Wodehouse und "Handling Sin" von Michael Malone folgen dicht an dicht...)

5. One book that made you cry: Cormac McCarthy: Draußen im Dunkel

6. One book you wish would have been written: Sören Kardinal Kierkegaard: Apologia pro vita mea

7. One book you wish had never been written: Die Autobiographie eines gewissen Landsberger Gefangenen

8. One book you are currently reading: Ralf Rothmann: Stier

9. One book you have been meaning to read: James Joyce: Ulysses

10. Tag some others: Alle, die Zeit und Lust haben.

8. August 2006

Notiz: Sinnstiftermag

"Sinnstiftermag ist ein Zusammenschluss von Zeitanalytikern, Werbern, Designern und Fotografen, die von einer gemeinsamen Beobachtung ausgehen: dem enormen Sinnstiftungspotential der alten und neuen Medien.

Medien transportieren sinnhafte Inhalte und sind in dieser medialen Funktion vor allem selbst sinnhaft. Sie können gar nicht anders. Damit sind sie religionsproduktiv. In Partnerschaft mit Akteuren aus Kommunikation und Kirche sucht sinnstiftermag nach den Analogien religiöser und medialer Kommunikation."

Schreiben über Totgesagte

Das SZ-Feuilleton katholisiert, nein: es dialogisiert im Sommerloch. Ich bin nicht ganz tagesaktuell, aber was soll's:

4.8.2006: Warum wir doch eine Religion brauchen - Lob des Glaubens
21.7.2006: Modeerscheinung Glaube - Lob der Gottlosigkeit
Yours Truly als Linksaußen

I made it into TS' International Bloggers All Star Team and I am deeply honored! Zu viel der Ehre.

Not sure what qualifies me for the job of a left fielder though ("A left fielder, abbreviated LF, is an outfielder in the sport of baseball who plays defense in left field. Left field is the area of the outfield to the left of a person standing at home plate and facing towards the pitcher's mound. Outfielders must cover large distances, so speed, instincts and quickness in reacting to the ball are key. They must be able to catch fly balls above their head and on the run ... Of all outfielders, the left fielder often will have the weakest arm..."(Wikipedia)). But trying to discard as many myths about German Catholics I do indeed. (And looking around I can see a host of more-than-I-am orthodox bloggers "auf Deutsch".)

7. August 2006

Chesterton zum Tag danach

"Ich freue mich richtig, wenn ich Dich sagen höre, daß ... , in Deinen eigenen Worten, 'es gut ist, daß wir hier sind' - da, wo Ihr momentan seid. Die gleiche Bemerkung wurde, wenn ich mich richtig erinnere, auf dem Berg der Verklärung gemacht. Es war immer eine der Laienpredigten an mich selbst, daß diese Bemerkung, die Petrus nach einer einstündigen Vision machte, von uns allen gemacht werden müßte, wenn wir die Veränderungen in der langen Vision überschauen, die wir Leben nennen - anderes oberflächlich, aber das tief in uns. "Es ist gut, daß wir da sind; es ist gut, daß wir da sind", und so wiederholt es sich auf ewig. Und wenn es, nach vielen Freuden, Festen, Frivolitäten, unser Schicksal sein sollte, zuzusehen, wie einer von uns, im furchtbarsten Sinn des Wortes, "vor unseren Augen verwandelt" wird und von der Weißheit des Todes erstrahlt - dann wenigstens, denke ich, können wir uns nicht einfach wünschen, nicht auf unserem Posten zu sein. Ich sicher nicht. Es war gut für mich, da zu sein.

[I am so glad to hear you say... that, in your own words 'it is good for us to be here' - where you are at present. The same remark, if I remember right, was made on the mountain of the Transfiguration. It has always been one of my unclerical sermons to myself, that that remark which Peter made on seeing the vision of a single hour, ought to be made by us all, in contemplating every panoramic change in the long Vision we call life - other things superficially, but this always in our depths. 'It is good for us to be here - it is good for us to be here,' repeating itself eternally. And if, after many joys and festivals and frivolities, it should be our fate to have to look on while one of us is, in a most awful sense of the words, 'transfigured before our eyes': shining with the whiteness of death - at least, I think, we cannot easily fancy ourselves wishing not to be at our post. Not I, certainly. It was good for me to be there.
11 Warwick Gardens (postmarked July 11, 1899.)]"
(Brief an Maisie Ward, nach Curt Jester)
Augustinus zum Tag danach

"Das hatte Petrus noch nicht begriffen, als er mit Christus auf dem Berge zu leben wünschte [Vgl. Lk 9,33.]. Er hat dir, Petrus, das für die Zeit nach seinem Tod vorbehalten. Jetzt aber sagt er selbst: Steige hinab, um auf Erden dich abzumühen, auf Erden zu dienen, auf Erden verachtet, gekreuzigt zu, werden. Das Leben steigt hinab, um sich töten zu lassen; das Brot steigt hinab, um zu hungern; der Weg steigt hinab, um auf dem Wege müde zu werden; die Quelle steigt hinab, um zu dürsten - und du weigerst dich, dich abzumühen?" (serm. 78,6, nach KKK Nr. 556)

4. August 2006

Und sie erkannten, daß es...



Zum guten Tagesschluß zwei Links zu Texten über den, der uns sein Fleisch und Blut gab:

Is Jesus mean?
Cool Jesus
Les Murray: Church
in memoriam Joseph Brodsky

The wish to be right
has decamped in large numbers
but some come to God
in hopes of being wrong.

High on the end wall hangs
the Gospel, from before he was books.
All judging ends in his fix,
all, including his own.

He rose out of Jewish,
not English evolution
and he said the lamp he held
aloft to all nations was Jewish.

Freedom still eats freedom,
justice eats justice, love—
even love. One retarded man said
church makes me want to be naughty,

but naked in a muddy trench
with many thousands, someone's saying
the true god gives his flesh and blood.
Idols demand yours off yours.

[Kirche
Joseph Brodsky zum Gedächtnis

Der Wunsch nach Rechthaben
ist zuhauf abmarschiert,
aber ein paar kommen zu Gott
in der Hoffnung, im Unrecht zu sein.

Hoch an der Stirnwand hängt
das Evangelium, als er noch kein Buch war.
Alles Richten kommt in ihm zum Halt,
alles, seins inclusive.

Er erhob sich aus jüdischer,
nicht englischer Evolution
und sagte, die Lampe, die er hoch
über alle Nationen halte, sei jüdisch.

Freiheit frisst immer noch Freiheit,
Gerechtigkeit frisst Gerechtigkeit, Liebe -
sogar Liebe. Ein Schwachsinniger sagte:
Kirche - da werde ich immer bösartig,

Aber nackt in einem schlammigen Graben
mit tausend anderen, sagt einer:
Der wahre Gott gibt sein Fleisch und Blut.
Die Götzen fordern sie von dir.

3. August 2006

GOtt ist kein metaphysisches Sparbrötchen...

... und benutzt daher einen anderen Rasierer als Wilhelm von Ockham:

"Was soll man halten vom hauchdünnen Schleierbild? Die Volksfrömmigkeit von Manoppello rechnet nach der Tabelle der katholischen Heilsökonomie. Diese ist keine Lehre der Knappheit, sondern eine Lehre der Verschwendung. Ihr Hauptsatz ist kein Sparmodell. Er lautet: Gott kann durch vieles bewirken, was auch durch weniges zu bewirken wäre. Das 'Volto Santo“ hätte sich der Himmel also auch schenken können. Hat er aber nicht, scheint der Papst zu denken und will dem Bild ins Auge sehen." (Christian Geyer: 'Benedikt XVI.: Runter von der Wunderbremse - FAZ.NET - Feuilleton via Commentarium Catholicum)

Das Beste aus der Tragödie machen

Der Deutschlandfunk berichtete gestern über den Helfer "Mr. Hizbollah", der allüberall in Kana als Helfer auftauchte - hier sind die Originalpostings aus dem UK-Blog EU Referendum:
- Milking it?
- Who is this man?
- Game, set and match
Flannery O'Connor (25.3.1925 - 3.8.1964)

Amy Welborn gedenkt Flannerys 42. Todestag und setzt einige interessante Links.
It is when the individual's faith is weak, not when it is strong, that he will be afraid of an honest fictional representation of life; and when there is a tendency to compartmentalize the spiritual and make it resident in a certain type of life only, the supernatural is apt to become lost. (FOC, Mystery and Manners)
Biersegen

Michael Novak bloggt "on the square" den Biersegen des Rituale Romanum (Nr. 58 - ich übernehme die Zitation einfach mal):
Bene+dic, Domine, creaturam istam cerevisae, quam ex adipe frumenti producere dignatus es: ut sit remedium salutare humano generi: et praesta per invocationem nominis tui sancti, ut, quicumque ex ea biberint, sanitatem corporis, et animae tutelam percipiant. Per Christum Dominum nostrum. Amen

Herr, segne dieses Bier, das durch Deine Gnade aus dem Kern des Getreides hervorgegangen ist, daß es dem Menschengeschlecht ein Heilmittel sei. Gewähre durch die Anfrufung Deines heiligen Namens, daß jedermann, der davon trinkt, Gesundheit des Leibes und Schutz für seine Seele erlange, durch Jesus Christus, unseren Herrn.
(Übersetzung nach Bier und wir)

2. August 2006

Die letzten Vier

Der Zeitgeist sagt: "Eine religiöse Gemeinschaft aus lauter zölibatär lebenden Menschen muß ja irgendwann aussterben. Adoption und Konversion sind eben nun mal keine verläßlichen Mittel der Nachwuchsgewinnung. Kein Wunder also, daß es nur noch vier Shaker gibt..."

Erschüttern lassen sie sich nicht großartig, wie es scheint: Sie sorgen dafür, daß ihr Erbe so gut als möglich erhalten bleibt und verlassen sich für alles andere auf IHn:
"But for those who think the Shakers don't have a chance of resurrecting the faith, he has this comeback. 'I don't know the mind of God,' Hadd says. 'However, I do believe that if we live in faith - as we do - that, as we have been called and chosen, there will always be others who will also be called and chosen to this life. So, our intention is that there will be more Shakers.'" (Boston Globe)
Die Homepage des Sabbathday Lake Shaker Village: hier.
Raum und Religion im theomag

[Ein weiteres Posting, das eigentlich ins Kirchenschwinden-Blog gehört und dort landen wird, sobald wir wieder dort publizieren können.]

Die Ausgabe 42 von ta katoptrizomena - Magazin für Theologie und Ästhetik ist erschienen - Titelthema: Religion und Raum.

Beginnend mit einigen Artikeln zum "Umgang mit Kirchenbauten in der Nachkriegszeit", speziell den aktuellen Umgangsformen Stilllegung und Umnutzung, gibt es einiges Grundsätzliches zum Thema.
"Was soll der Besucher glauben?"



Für sich allein werden Gerhard Richters Bunte Quadrate für den Kölner Dom bestimmt ganz nett, aber man kann mit der Welt schon einmal fragen, ob da nicht letztlich das Bilderverbot aus Richtung J***E in die Richtung der geschaffenen Welt incl. des nach SEinem Bild geschaffenen Menschen ausgedehnt wird - wieder einmal.

"'Die Bilder der Fenster sollen den Besuchern der Kirche zeigen, was sie glauben sollen.' Abt Suger von Saint-Denis hat das gesagt. Vor 900 Jahren. Ist das überholt? Ist es eine Weisheit (oder Weisung) von gestern? Was soll der Besucher glauben, der demnächst im Kölner Dom auf 11 500 Quadrate aus farbigem Glas blickt, die Gerhard Richter als Dekor für das mehr als 100 qm große Fenster im Südquerhaus entwickelt hat? Abstraktion, weil sich die Imagination der Figürlichkeit versagt? Oder weil Glaube etwas Abstraktes ist?

Dieser Ausweg wird von den Kirchen seit langem gewählt. Gegenständlichkeit scheint ihnen kitschverdächtig. Lediglich einem Chagall wurden märchengleiche Bilderfenster zugebilligt..."

1. August 2006

"I hate having ethics"

Einführung in die Problematik der Stammzellenforschung und ähnlicher Aktivitäten mit Stephen Colbert. Auf englisch. (via Ironic Catholic)