Wie sah Jesus aus?
Die Frage ist uralt - und die Antwort nicht überlebenswichtig.
Das wahre Gesicht Jesu - Artikel von Paul Badde in der Welt.
20. September 2004
Deutsch
Hugo Hamilton im Guardian über The loneliness of being German.
Hugo Hamilton im Guardian über The loneliness of being German.
"On a visit to Dublin some time ago, Bernhard Schlink was asked if he could explain what was so special about the German concept of Heimat, or home, to which he answered simply that he was born in Hamburg and went to school there. Maybe it is not a priority for German writers, and his extraordinary book The Reader demonstrates this contemporary German view best of all, a book in which the main character's parents are unseen.
Could it be that the Germans are way ahead of other pre-modern societies where nationalism and homeland are still seen as virtues? Could the use of dreaming simply be obsolete in Germany? Artists such as Joseph Beuys famously mocked the German sense of home and home furnishings. But the intensity of German longing for Ireland also suggests that they still possess the same homing instinct as anyone else, only that they have trained themselves to suppress any potential patriotic links to their own origins. It's a rear-view blind spot which has erased their country from the emotional map.
Maybe that's a progression. Maybe German humility and remorse have become the new German virtues to replace love of your country and your people. Maybe this is what it means to be German, to have a clear, patriotism-free conscience. In Berlin's Potsdamer Platz, the ambitious new architectural plans were scaled down deliberately for fear of appearing too arrogant and mighty. With time, this quiet code of humility may have become the emotional core of the new German being. A sense of place no longer applies to the ground where you have your feet, but to a collection of books you've read, films you go to, people you meet, and what you remember."
17. September 2004
"Absolut papsttreu"
Hey, er gehört in seinem Bistum zur gleichen Randgruppe wie ich: mein neuer Bischof Friedhelm Hofmann.
Ich hör' die Mainströmer schon quietschen. Nach dem Sonntag ist die Jagd frei gegeben - bis dahin üben die Jäger nur mit Platzpatronen das Bedenkentragen.
Aktuelle Interviews:
Hingehen zu den Menschen (Mainpost / Sonntags-Merkur)
"Ich setze Entscheidungen durch" (Boulevard)
Hey, er gehört in seinem Bistum zur gleichen Randgruppe wie ich: mein neuer Bischof Friedhelm Hofmann.
Ich hör' die Mainströmer schon quietschen. Nach dem Sonntag ist die Jagd frei gegeben - bis dahin üben die Jäger nur mit Platzpatronen das Bedenkentragen.
Aktuelle Interviews:
Hingehen zu den Menschen (Mainpost / Sonntags-Merkur)
"Ich setze Entscheidungen durch" (Boulevard)
16. September 2004
15. September 2004
Hitler sehen?
Was mich vom "Untergang" fernhält? - Daß ich mit Adolf Hitler Mitleid haben könnte.
Die letzten Tage Hitlers in der "Tagespost"
Das Ende des Schwarzweiß-Phantoms in der "Welt"
Die zweite Erfindung des Adolf Hitler in der "FAZ"
Was mich vom "Untergang" fernhält? - Daß ich mit Adolf Hitler Mitleid haben könnte.
Die letzten Tage Hitlers in der "Tagespost"
Das Ende des Schwarzweiß-Phantoms in der "Welt"
Die zweite Erfindung des Adolf Hitler in der "FAZ"
Das kleinere Übel?
"One clergyman asserts that most bishops would 'rather have a child molester in their diocese than a weeping statue of the Virgin Mary.' It's less work. " (Washington Times via Otto-da-Fe)
So viel ist wohl richtig dran: Eine weinende Statue macht keinen Bischof glücklich.
"One clergyman asserts that most bishops would 'rather have a child molester in their diocese than a weeping statue of the Virgin Mary.' It's less work. " (Washington Times via Otto-da-Fe)
So viel ist wohl richtig dran: Eine weinende Statue macht keinen Bischof glücklich.
Schwarze Kirchenlieder des 21. Jahrhunderts
Die Alternativen: Reich werden, fluchen, sterben - oder beten. Gospel-Rap im Online-Spiegel bzw. vorher in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Die Alternativen: Reich werden, fluchen, sterben - oder beten. Gospel-Rap im Online-Spiegel bzw. vorher in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
14. September 2004
Alles beim Alten
"Hier ist zum Glück alles noch treu und brav beim Alten." - So resümierte der 70jährige Pfarrer sein Wirken in der Lokalzeitung.
Abgesehen davon, daß das (glücklicherweise) nicht stimmt, reizt ein solcher Satz geradezu zur Gemeinplatz-Exegese a la Léon Bloy.
"Zum Glück" - das deutet auf eine Einschätzung der Vergangenheit als eines goldenen Zeitalters, einer harmonischen Ära vor dem Fall - eine Vergangenheit, die des guten Pfarrers Einschätzung nach in den Mauern seiner Gemeinde noch existiert, ja der er mit seinem seelsorglichen Wirken überleben half. Ein Stück Paradies auf Erden, mag man auch überm Tor manchmal die Spitze des Engelsschwertes aufblitzen sehen.
Aber da meldet sich der kleine Zweifler, der ein bißchen was von Kant weiß: Wo sich nichts ändert - lebt da überhaupt noch etwas? Gibt es die ewige Ruhe, den dauerhaften Frieden nicht doch nur - auf dem Friedhof? Bleibt nicht erst 10 cm unter dem Grabschmuck alles beim Alten?
Nein, würde der gute alte Léon jetzt hineinpoltern: Der Satz ist vom Teufel. Denn nur in seinem Reich, tief unten, wo die letzte Glut längst verglüht ist und nur noch Verzweiflung, Langeweile, Ödnis herrscht - dort bleibt auf immer und ewig alles beim Alten. Wer dort landet, der ist wirklich und wahrhaftig beim Alten - dem Ältesten der Engel, dem Ausgebrannten, Hohlen, dem Erwartungslosen, dem ohne Zukunft. Dem ohne Hoffnung.
So tief wollte der Geistliche freilich nicht schürfen. Um Gottes Willen - schütteln würde es ihn beim Gedanken ans teuflische, ewig-alte Loch. Nicht in die Tiefe zog ihn sein Satz - auf der Höhe der Zeit ist er stets geblieben. Denn er gehört nicht zu den Konzilsverweigerern und zeigt im vertrauten Kreis seine Sympathie für die unvermeidliche Zukunft: Priesterweihe für Frauen - warum nicht? Kommunion für Zweitverheiratete - klar! Redemptionis Sacramentum - Teufelswerk sturer Römer.
Wollte er nicht immer nur das eine: Ruhe - Frieden - Harmonie? Leiste dem Zeitgeist keinen Widerstand - und du wirst die ewige Ruhe finden. Nicht jeder ist zum Paulus geboren. Es muß auch die leisen Verkünder der Botschaft geben, die ihre Lippen fast nicht bewegen. Einverstanden sein mit dem, was geschieht - und siehe, es wird alles beim Alten bleiben: im Garten deiner Seele und im Garten der Kirche, der dir anvertraut ist.
Bloß kommt irgendwann der Moment, wo nichts mehr geht. Wo der göttliche Croupier sein letztes "Rien ne vas plus" spricht. Wohl dem unnützen Knecht, der seine Talente dann gesetzt hat.
"Hier ist zum Glück alles noch treu und brav beim Alten." - So resümierte der 70jährige Pfarrer sein Wirken in der Lokalzeitung.
Abgesehen davon, daß das (glücklicherweise) nicht stimmt, reizt ein solcher Satz geradezu zur Gemeinplatz-Exegese a la Léon Bloy.
"Zum Glück" - das deutet auf eine Einschätzung der Vergangenheit als eines goldenen Zeitalters, einer harmonischen Ära vor dem Fall - eine Vergangenheit, die des guten Pfarrers Einschätzung nach in den Mauern seiner Gemeinde noch existiert, ja der er mit seinem seelsorglichen Wirken überleben half. Ein Stück Paradies auf Erden, mag man auch überm Tor manchmal die Spitze des Engelsschwertes aufblitzen sehen.
Aber da meldet sich der kleine Zweifler, der ein bißchen was von Kant weiß: Wo sich nichts ändert - lebt da überhaupt noch etwas? Gibt es die ewige Ruhe, den dauerhaften Frieden nicht doch nur - auf dem Friedhof? Bleibt nicht erst 10 cm unter dem Grabschmuck alles beim Alten?
Nein, würde der gute alte Léon jetzt hineinpoltern: Der Satz ist vom Teufel. Denn nur in seinem Reich, tief unten, wo die letzte Glut längst verglüht ist und nur noch Verzweiflung, Langeweile, Ödnis herrscht - dort bleibt auf immer und ewig alles beim Alten. Wer dort landet, der ist wirklich und wahrhaftig beim Alten - dem Ältesten der Engel, dem Ausgebrannten, Hohlen, dem Erwartungslosen, dem ohne Zukunft. Dem ohne Hoffnung.
So tief wollte der Geistliche freilich nicht schürfen. Um Gottes Willen - schütteln würde es ihn beim Gedanken ans teuflische, ewig-alte Loch. Nicht in die Tiefe zog ihn sein Satz - auf der Höhe der Zeit ist er stets geblieben. Denn er gehört nicht zu den Konzilsverweigerern und zeigt im vertrauten Kreis seine Sympathie für die unvermeidliche Zukunft: Priesterweihe für Frauen - warum nicht? Kommunion für Zweitverheiratete - klar! Redemptionis Sacramentum - Teufelswerk sturer Römer.
Wollte er nicht immer nur das eine: Ruhe - Frieden - Harmonie? Leiste dem Zeitgeist keinen Widerstand - und du wirst die ewige Ruhe finden. Nicht jeder ist zum Paulus geboren. Es muß auch die leisen Verkünder der Botschaft geben, die ihre Lippen fast nicht bewegen. Einverstanden sein mit dem, was geschieht - und siehe, es wird alles beim Alten bleiben: im Garten deiner Seele und im Garten der Kirche, der dir anvertraut ist.
Bloß kommt irgendwann der Moment, wo nichts mehr geht. Wo der göttliche Croupier sein letztes "Rien ne vas plus" spricht. Wohl dem unnützen Knecht, der seine Talente dann gesetzt hat.
13. September 2004
"Kicking and screaming"
Eltern, die ihre schwangeren Töchter zu einer Abtreibung drängen - gibt's wirklich. Z. B. die Schauspielerin Ellen Barkin. Liberal. Legal. Egal.
Eltern, die ihre schwangeren Töchter zu einer Abtreibung drängen - gibt's wirklich. Z. B. die Schauspielerin Ellen Barkin. Liberal. Legal. Egal.
12. September 2004
Lieder des deutschen Verbandskatholizismus, Folge 1
Heute frisch aus "Impuls", dem offiziellen Mitgliedermagazin der KAB Deutschlands, Auszüge aus dem ZASS-Song "Ganz nah dran" von Dirk Schulte:
Klingt das nach a) Volksfront, b) klassenlosem Paradies auf Erden, c)aktualisierter katholischer Soziallehre oder d) eschatologischem Vorbehalt (Erik Peterson)?
Heute frisch aus "Impuls", dem offiziellen Mitgliedermagazin der KAB Deutschlands, Auszüge aus dem ZASS-Song "Ganz nah dran" von Dirk Schulte:
"Unsre Kräfte sind geballt:
Frauen, Männer, Jung und Alt
Chancengleich in eine neue Zeit
Umverteilen, reformier'n
Aber ohne zu verlier'n
Wir wissen, dass es geht, wir sind so weit
Ist der Mut auch klein
Lasst uns gemeinsam streiten
Niemand bleibt allein
Wir werden uns befrei'n!
Gemeinsam haben wir die Kraft
Aufzubau'n, was Hoffnung schafft
Zur Erneuerung ist es nie zu spät
Wir geben unsrer Zukunft Raum
Wir leben heut' schon unsern Traum
Von kämpferischer Solidarität
Das Morgen fest im Blick
Lasst uns gemeinsam streiten
Wir schauen nicht zurück
Denn vor uns liegt das Glück!"
Klingt das nach a) Volksfront, b) klassenlosem Paradies auf Erden, c)aktualisierter katholischer Soziallehre oder d) eschatologischem Vorbehalt (Erik Peterson)?
3. September 2004
No Non-Stop
24-7-365 (auf deutsch: Non-Stop rundum-die-Uhr-und-die-Woche-und-das-Jahr) ist unmenschlich und daher unchristlich. Meint die Welt.
Ich auch. Daher ist hier bis zum 13. September Blogpause. Der Berg ruft. Adieu!
24-7-365 (auf deutsch: Non-Stop rundum-die-Uhr-und-die-Woche-und-das-Jahr) ist unmenschlich und daher unchristlich. Meint die Welt.
Ich auch. Daher ist hier bis zum 13. September Blogpause. Der Berg ruft. Adieu!
1. September 2004
Empörende Torheit
Die Linzer Kirchenbananen sind ja völlig an mir vorbei gegangen. Den Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit, beiden aber statt Gottes Kraft und Weisheit lieber eine Banane... Hauptsache, wir kommen mal wieder ins Gespräch. (via Catholic Church Conservation; mehr mittels Google)
Die Linzer Kirchenbananen sind ja völlig an mir vorbei gegangen. Den Juden ein Ärgernis, den Heiden eine Torheit, beiden aber statt Gottes Kraft und Weisheit lieber eine Banane... Hauptsache, wir kommen mal wieder ins Gespräch. (via Catholic Church Conservation; mehr mittels Google)
Blutzeugen
Christian Martyrs of the 21st Century: The Reckoning Continues von Sandro Magister auf www.chiesa.
Christian Martyrs of the 21st Century: The Reckoning Continues von Sandro Magister auf www.chiesa.
Aus dem unbekannten Leben des Medienpapstes
Arturo Mari, der als Fotograf den Papst schon lange begleitet hat, erzählt im aktuellen Cicero ein bißchen aus den letzten 26 Jahren.
(Gelobt sei an dieser Stelle, daß für cicero Religion nicht nur Skandal- oder Bedrohungsfaktor ist, sondern ganz offensichtlich ein wichtiger und unersetzlicher Bestandteil der "politischen Kultur". Wenn ich es richtig sehe, gab es in jedem der mittlerweile 5 Ausgaben einen Beitrag zum Thema.
Wie schrieb Chefredakteur Wolfram Weimer im August-Heft: "Womöglich kann eine Gesellschaft, die an nichts glaubt, weder an ihre Zukunft noch an sich selber glauben. Insofern würde uns ein bisschen mehr Religion im Leben gar nicht schaden. Mal abgesehen davon, dass es dem lieben Gott gefallen könnte.")
Arturo Mari, der als Fotograf den Papst schon lange begleitet hat, erzählt im aktuellen Cicero ein bißchen aus den letzten 26 Jahren.
"Er lebt wie ein einfacher Landpfarrer. Ich glaube, die Menschen wissen nicht, wie demütig dieser Papst ist. Er besitzt eine Demut, die nur Gott kennt. Für ihn existiert nur das Gebet, seine Arbeit und leider auch das körperliche Leiden."
(Gelobt sei an dieser Stelle, daß für cicero Religion nicht nur Skandal- oder Bedrohungsfaktor ist, sondern ganz offensichtlich ein wichtiger und unersetzlicher Bestandteil der "politischen Kultur". Wenn ich es richtig sehe, gab es in jedem der mittlerweile 5 Ausgaben einen Beitrag zum Thema.
Wie schrieb Chefredakteur Wolfram Weimer im August-Heft: "Womöglich kann eine Gesellschaft, die an nichts glaubt, weder an ihre Zukunft noch an sich selber glauben. Insofern würde uns ein bisschen mehr Religion im Leben gar nicht schaden. Mal abgesehen davon, dass es dem lieben Gott gefallen könnte.")
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