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"Der Katholik, den das Los der Kirche mit Besorgnis erfüllt, hat aufgehört, Katholik zu sein." (Nicolas Gomez Davila: Einsamkeiten.- Wien: Karolinger, 1987, S. 104)
11. Oktober 2003
Friedensnobelpreis 2003
Warum nicht der Papst? - Weil der Preis vielleicht doch zu klein ist für ihn, weil er sich nicht restlos als Friedensengel vereinnahmen lässt.
Bei Johannes Paul läßt sich der politische Einsatz nicht isolieren von seinem Amt und von seiner Botschaft; wer wie er unzweideutig dafür steht, daß erst im Geheimnis Jesu Christi das Geheimnis des Menschen ans Licht kommt, daß nur im bekehrten Herzen der Frieden dauerhaft wohnen kann - der stört immer auch die innerweltliche Harmonie. Und würde auf der Preisverleihung vielleicht auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Eine Mutter Teresa reicht, die unhöflich genug war, den feinen Damen und Herren in den Sekt zu spucken.
(Zur Erinnerung aus ihrer Rede vom 10.12.1979: "Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: 'Selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse es nicht.' Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm.
Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dies eine Kind nicht mehr haben wollen - nicht ein Kind mehr - und das Kind muss sterben.
Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm!")
Warum nicht der Papst? - Weil der Preis vielleicht doch zu klein ist für ihn, weil er sich nicht restlos als Friedensengel vereinnahmen lässt.
Bei Johannes Paul läßt sich der politische Einsatz nicht isolieren von seinem Amt und von seiner Botschaft; wer wie er unzweideutig dafür steht, daß erst im Geheimnis Jesu Christi das Geheimnis des Menschen ans Licht kommt, daß nur im bekehrten Herzen der Frieden dauerhaft wohnen kann - der stört immer auch die innerweltliche Harmonie. Und würde auf der Preisverleihung vielleicht auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Eine Mutter Teresa reicht, die unhöflich genug war, den feinen Damen und Herren in den Sekt zu spucken.
(Zur Erinnerung aus ihrer Rede vom 10.12.1979: "Ich habe eine Überzeugung, die ich Ihnen allen mitteilen möchte: Der größte Zerstörer des Friedens ist heute der Schrei des unschuldigen, ungeborenen Kindes. Wenn eine Mutter ihr eigenes Kind in ihrem eigenen Schoß ermorden kann, was für ein schlimmeres Verbrechen gibt es dann noch, als wenn wir uns gegenseitig umbringen? Sogar in der Heiligen Schrift steht: 'Selbst wenn die Mutter ihr Kind vergessen könnte, ich vergesse es nicht.' Aber heute werden Millionen ungeborener Kinder getötet, und wir sagen nichts. In den Zeitungen lesen wir dieses und jenes, aber niemand spricht von den Millionen von Kleinen, die empfangen wurden mit der gleichen Liebe wie Sie und ich, mit dem Leben Gottes. Und wir sagen nichts, wir sind stumm.
Für mich sind die Nationen, die Abtreibung legalisiert haben, die ärmsten Länder. Sie fürchten die Kleinen, sie fürchten das ungeborene Kind. Und das Kind muss sterben, weil sie dies eine Kind nicht mehr haben wollen - nicht ein Kind mehr - und das Kind muss sterben.
Und ich bitte Sie hier im Namen der Kleinen: Rettet das ungeborene Kind, erkennt die Gegenwart Jesu in ihm!")
10. Oktober 2003
Kirchen-ZEIT-ung
Überschriften:
„Das Absurde ist unsere Natur“"Der Mensch muss seine Seele retten"
Sehnsucht nach dem Messias
Wahlbekanntschaften: Hochwürden
Dazu Artikel über Ordensschwestern, die im Habit unterrichten, über Anti-Burn-Out-Oasen für müde Hirten und über Konfessionsschulen in Niedersachen.
Renaissance der Religion?
Überschriften:
„Das Absurde ist unsere Natur“"Der Mensch muss seine Seele retten"
Sehnsucht nach dem Messias
Wahlbekanntschaften: Hochwürden
Dazu Artikel über Ordensschwestern, die im Habit unterrichten, über Anti-Burn-Out-Oasen für müde Hirten und über Konfessionsschulen in Niedersachen.
Renaissance der Religion?
9. Oktober 2003
Das Gute im Menschen ist flüchtig
Oder wie es bei Josef Pieper heißt: Arche andra deixei - Die Herrschaft zeigt, was im Menschen ist.
Der Armenpriester bittet zur Kasse. In der SZ.
Oder wie es bei Josef Pieper heißt: Arche andra deixei - Die Herrschaft zeigt, was im Menschen ist.
Der Armenpriester bittet zur Kasse. In der SZ.
Auch eine Barbie
Sie fördert die muslimische Identität und dient als Vorbild für islamisches Verhalten. Es gibt sie blond, braun- und dunkelhaarig, mit heller, bräunlicher und schwarzer Hautfarbe. Und sie trägt einen Schleier - erst wenn sie zuhause ist, nimmt sie ihn ab.
Es ist Razanne, the Muslim Doll.
Und - hey! - es gibt sie sogar als Lehrerin: "Many girls study to become educators. Two-piece suits with jacket and skirt are popular styles for Muslim women who work outside the home as teachers or other professionals."
Darf man diese Barbie jetzt in die Schule mitnehmen oder nicht? (Via A Saintly Salmagundi)
Sie fördert die muslimische Identität und dient als Vorbild für islamisches Verhalten. Es gibt sie blond, braun- und dunkelhaarig, mit heller, bräunlicher und schwarzer Hautfarbe. Und sie trägt einen Schleier - erst wenn sie zuhause ist, nimmt sie ihn ab.
Es ist Razanne, the Muslim Doll.
Und - hey! - es gibt sie sogar als Lehrerin: "Many girls study to become educators. Two-piece suits with jacket and skirt are popular styles for Muslim women who work outside the home as teachers or other professionals."
Darf man diese Barbie jetzt in die Schule mitnehmen oder nicht? (Via A Saintly Salmagundi)
8. Oktober 2003
Für die Simplen
Keine Spekulationen über den Gesundheitszustand des Papstes und über die mutmaßlichen Nachfolgekandidaten an dieser Stelle. Und ob JPIIs Fahrt nach Pompeji wirklich ein "Abschied" (P. Badde) war, weiß ich nicht. Ich überlasse das (mit dem Papst - da bin ich mir ziemlich sicher) lieber den zuständigen höheren Stellen.
Immerhin aber zeigt Baddes Artikel in der Welt eine Wertschätzung des Rosenkranzgebetes, die ungewöhnlich und erfrischend ist:
"Doch was ist der Rosenkranz? Im Kern besteht das Gebet aus dem zärtlich wiederholten Gruß des Engels Gabriel an Maria in Nazareth, dazu aus dem Gruß der schwangeren Elisabeth an ihre schwangere Cousine Maria in Ein Karem (gerade unterhalb des heutigen Mahnmals von Yad Vaschem). Es sei ein Gebet für die Simplen, die zu ungebildet und oft auch Analphabeten waren, um wie christliche Mönche regelmäßig die 150 herrlichen Psalmen der hebräischen Bibel zu singen, sagen viele. Es sei eine geniale Weise, 'Jesus Christus mit den Augen seiner Mutter zu betrachten' sagte Johannes Paul II. im letzten Oktober."
Und wer steht letztlich nicht ungebildet, unwürdig, stotternd, überfordert, als Simpel, vor GOtt?
Keine Spekulationen über den Gesundheitszustand des Papstes und über die mutmaßlichen Nachfolgekandidaten an dieser Stelle. Und ob JPIIs Fahrt nach Pompeji wirklich ein "Abschied" (P. Badde) war, weiß ich nicht. Ich überlasse das (mit dem Papst - da bin ich mir ziemlich sicher) lieber den zuständigen höheren Stellen.
Immerhin aber zeigt Baddes Artikel in der Welt eine Wertschätzung des Rosenkranzgebetes, die ungewöhnlich und erfrischend ist:
"Doch was ist der Rosenkranz? Im Kern besteht das Gebet aus dem zärtlich wiederholten Gruß des Engels Gabriel an Maria in Nazareth, dazu aus dem Gruß der schwangeren Elisabeth an ihre schwangere Cousine Maria in Ein Karem (gerade unterhalb des heutigen Mahnmals von Yad Vaschem). Es sei ein Gebet für die Simplen, die zu ungebildet und oft auch Analphabeten waren, um wie christliche Mönche regelmäßig die 150 herrlichen Psalmen der hebräischen Bibel zu singen, sagen viele. Es sei eine geniale Weise, 'Jesus Christus mit den Augen seiner Mutter zu betrachten' sagte Johannes Paul II. im letzten Oktober."
Und wer steht letztlich nicht ungebildet, unwürdig, stotternd, überfordert, als Simpel, vor GOtt?
Kaufen!
So gut wie Cash-Biograph Franz Dobler in der Süddeutschen Zeitung könnte ich es nie sagen:
"Die Musik ist so schön klar wie ein Gebirgsbach 1492, und wenn man doch mal an das Gemälde 'Blumenwiese vor Alpenglühen' denkt, wird es gleich verjagt von einer bizarren Lee Marvin-Anekdote und von ihrem Gesang sowieso: weil er nicht nur gut, sondern alt und rau ist, nach viel Leben klingt, nicht immer mit totaler Präzision einsetzt oder jeden Ton trifft, man die Anstrengung spürt, wenn das Tempo anzieht. Weil der Chor nicht nur schön Gospel singt, sondern auch wie eine Bande von Strolchen, die feiern."
Die Rede ist von June Carter Cash und ihrem letztem Album "Wildwood Flowers". Für mich definitiv in der Jahresbestenliste.
So gut wie Cash-Biograph Franz Dobler in der Süddeutschen Zeitung könnte ich es nie sagen:
"Die Musik ist so schön klar wie ein Gebirgsbach 1492, und wenn man doch mal an das Gemälde 'Blumenwiese vor Alpenglühen' denkt, wird es gleich verjagt von einer bizarren Lee Marvin-Anekdote und von ihrem Gesang sowieso: weil er nicht nur gut, sondern alt und rau ist, nach viel Leben klingt, nicht immer mit totaler Präzision einsetzt oder jeden Ton trifft, man die Anstrengung spürt, wenn das Tempo anzieht. Weil der Chor nicht nur schön Gospel singt, sondern auch wie eine Bande von Strolchen, die feiern."
Die Rede ist von June Carter Cash und ihrem letztem Album "Wildwood Flowers". Für mich definitiv in der Jahresbestenliste.
7. Oktober 2003
So kann's gehen
BBC: "I keep asking: Why me? Maybe God was telling me something? I certainly went to church on Sunday and I will never mock Him as I did in my foolish youth."
BBC: "I keep asking: Why me? Maybe God was telling me something? I certainly went to church on Sunday and I will never mock Him as I did in my foolish youth."
6. Oktober 2003
Leerstelle für GOtt
5 vor 12 wachen alle auf und gestehen dem "höheren Wesen, das wir verehren" a.k.a. Gott doch die Aufnahme in die Europäische Verfassung zu. Sogar "Gerhard Schröder hätte nichts gegen einen Gottesbezug."
Vielleicht findet sich ja noch ein nettes Eckchen - beim gemeinsamen kulturellen und spirituellen Erbe wäre ER doch ganz gut aufgehoben und neutralisiert. Und Europa könnte zeigen, "dass [es] ein Gedächtnis hat". Verunsichern lassen müssen sich davon weder die "Mächtigen und Macher" (incl. der Meister des Zeitungswortes!) noch die Untertanen.
(Matthias Drobinskis Kommentar in der SZ: Das gefährliche Wort)
5 vor 12 wachen alle auf und gestehen dem "höheren Wesen, das wir verehren" a.k.a. Gott doch die Aufnahme in die Europäische Verfassung zu. Sogar "Gerhard Schröder hätte nichts gegen einen Gottesbezug."
Vielleicht findet sich ja noch ein nettes Eckchen - beim gemeinsamen kulturellen und spirituellen Erbe wäre ER doch ganz gut aufgehoben und neutralisiert. Und Europa könnte zeigen, "dass [es] ein Gedächtnis hat". Verunsichern lassen müssen sich davon weder die "Mächtigen und Macher" (incl. der Meister des Zeitungswortes!) noch die Untertanen.
(Matthias Drobinskis Kommentar in der SZ: Das gefährliche Wort)
3. Oktober 2003
New Blog on the Block
Von Berufswegen für mich interessant, aber vielleicht auch für den einen oder andern:
Der/das Researchblog - all things information, in Deutsch und hoffentlich langlebig.
Von Berufswegen für mich interessant, aber vielleicht auch für den einen oder andern:
Der/das Researchblog - all things information, in Deutsch und hoffentlich langlebig.
Das Wo und Wie des Glücks, Teil II
"Der Christ verlangt nicht nach Glück. Jesus lehrt ihn die Bitte, daß der Name des Vaters geheiligt werde, daß sein Reich komme, daß sein Wille geschehe.
Der Christ erwartet nicht Glück. Er erwartet den neuen Himmel und die neue Erde, 'wo die Gerechtigkeit wohnt'.
Der Christ begehrt nicht das Glück. Er hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit. Sein Durst wird gestillt vom ewigen Leben.
Der Christ erhofft nicht das Glück. Er hofft, Gott zu sehen. 'Ich werde gesättigt sein, wenn deine Glorie erscheint.'
... Und alles das, und vielleicht nur das, ist das Glück." (Henri de Lubac: Glaubensparadoxe, S. 93)
"Der Christ verlangt nicht nach Glück. Jesus lehrt ihn die Bitte, daß der Name des Vaters geheiligt werde, daß sein Reich komme, daß sein Wille geschehe.
Der Christ erwartet nicht Glück. Er erwartet den neuen Himmel und die neue Erde, 'wo die Gerechtigkeit wohnt'.
Der Christ begehrt nicht das Glück. Er hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit. Sein Durst wird gestillt vom ewigen Leben.
Der Christ erhofft nicht das Glück. Er hofft, Gott zu sehen. 'Ich werde gesättigt sein, wenn deine Glorie erscheint.'
... Und alles das, und vielleicht nur das, ist das Glück." (Henri de Lubac: Glaubensparadoxe, S. 93)
Ein starker, hohler Stamm
Als Ergänzung zu einem bemerkenswerten Post von Erich den passenden Aphorismus von P. Henri de Lubac SJ:
"Ein Glaube kann dem Nullpunkt zustreben, ohne daß ein Zweifel ihn anflöge. Sich höhlend, sich veräußerlichend, allmählich vom Leben zum Formalismus übergehend, kann er sich auch härten und den Anschein prächtiger Stärke gewinnen. Die Rinde ist erstarrt, der Stamm innen faul." (Glaubensparadoxe, S. 13)
Als Ergänzung zu einem bemerkenswerten Post von Erich den passenden Aphorismus von P. Henri de Lubac SJ:
"Ein Glaube kann dem Nullpunkt zustreben, ohne daß ein Zweifel ihn anflöge. Sich höhlend, sich veräußerlichend, allmählich vom Leben zum Formalismus übergehend, kann er sich auch härten und den Anschein prächtiger Stärke gewinnen. Die Rinde ist erstarrt, der Stamm innen faul." (Glaubensparadoxe, S. 13)
Das Wo und Wie des Glücks
Die BBC referiert eine Studie aus dem New Scientist und listet Meilensteine auf dem Weg zum Glück:
Die BBC referiert eine Studie aus dem New Scientist und listet Meilensteine auf dem Weg zum Glück:
- Genetic propensity to happiness
- Marriage
- Make friends and value them
- Desire less
- Do someone a good turn
- Have faith (religious or not)
- Stop comparing your looks with others
- Earn more money
- Grow old gracefully
- Don't worry if you're not a genius
Recht hat er.
Bischof Reinhard Marx (Trier) am 25. September in Fulda:
"... die Kirche ist auch nicht nur ein Untersuchungsobjekt der Geschichtswissenschaft und der Soziologie. Sie ist das Volk Gottes, das immer wieder den eigenen Weg im Licht des Evangeliums betrachtet und so bereit wird zur ständigen Erneuerung. Für uns als Kirche gilt es, in jeder Zeit neu die Herausforderung anzunehmen, mitten in der Welt das Evangelium vom auferstandenen Herrn Jesus Christus zu bezeugen. Und deshalb verbietet sich ein nostalgisches Zurückschauen in vergangene, scheinbar bessere Zeiten, genauso aber auch der Traum von einer Zukunftskirche, die mehr eine Flucht aus den gegenwärtigen Problemen ist als eine Hilfe zur Veränderung und Erneuerung. Wir sind hineingestellt in diese Zeitstunde und sollten das mit ganzem Herzen annehmen und bejahen. Das ist der notwendige Ausgangspunkt aller Neuorientierung. Vor allem hilft es nichts, die Gegenwart zu verteufeln, die moderne Welt als einen Irrweg hinzustellen und damit letztlich auch den universalen Anspruch des Evangeliums aufzugeben, der ganzen Schöpfung und allen Menschen das Wort Gottes zu verkünden.
Das bedeutet nicht, die Augen zu verschließen vor einer größer werdenden Differenz von Kirche und Gesellschaft. Das zeigen alle Untersuchungen, auch der jüngste Trendmonitor des Allensbacher Instituts für Demoskopie bestätigt diese Entwicklung der "beschleunigten Moderne" und es kann ja auch gar nicht anders sein. In einer Welt, in der die Freiheit des Einzelnen sich immer mehr erweitert und damit die Gesellschaft individualistischer wird und kaum noch ein gemeinsamer Wertehorizont gefunden werden kann, ist es für die Kirche immer schwieriger, deutlich zu machen, dass Glauben auch heißt, einer konkreten Gemeinschaft verlässlich und für immer anzugehören. Genauso schwer ist es, zu akzeptieren, dass der Glaube nicht nur persönliche Meinung ist, sondern einen Wahrheitsanspruch hat, der über mein eigenes Verstehen hinausgeht. Und: Im Glauben bekenne ich mich zu einer neuen Lebensweise, die sich oft genug unterscheiden muss von dem, was vordergründig für das Glück gehalten wird. Für mich ist die Kernfrage deshalb: Können wir auf der einen Seite profiliert und froh katholisch sein und gleichzeitig auf der anderen Seite mit Zuversicht in dieser Gesellschaft als moderne Menschen leben?
Wie aber kann die größer werdende Spannung ausgehalten werden? Wie können wir die Kraft des Glaubens neu erschließen? Ich bin überzeugt: Eine geistliche Erneuerung und ein Neuaufbruch in der Evangelisierung kann nur gelingen, wenn wir deutlich machen: Der Glaube an den dreifaltigen Gott, gelebt und gefeiert in dieser sichtbaren Kirche, ist die stärkste Alternative, das größte Abenteuer für Geist und Herz des Menschen. Nicht indem wir die Welt anklagen, sondern indem wir ihr zeigen, was stärker ist, können wir unseren Weg in die Zukunft gehen. Im Grunde ist das auch der viel beschworene Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils: Das Konzil wollte nichts abschaffen, wollte keine Relativierung der Glaubenswahrheiten und der katholischen Grundüberzeugung, aber es wollte – so hat es Papst Johannes XXIII. in seiner beeindruckenden Eröffnungspredigt gesagt – in besserer und überzeugenderer Weise den Schatz des Glaubens allen Menschen zugänglich machen.
Wenn wir doch in unserer Liturgie, in unserem gemeinsamen Zeugnis der Liebe, in unserer Freude am Gebet erfahrbar machen könnten, dass der christliche Glaube wirklich der große Schatz ist, für den es sich lohnt, alles zu verkaufen, die wertvolle Perle, die den ganzen Einsatz lohnt – wie es im Text aus dem Matthäusevangelium Jesus gesagt hat – dann wäre das möglich, was ich im Bistum Trier oft die "mentale Wende" nenne: Der Umbruch in unseren Köpfen und unseren Herzen, die neue Erkenntnis, wie reich wir beschenkt sind, wie wunderbar es ist, Christ zu sein!"
(Via Deutsche Bischofskonferenz (DBK))
Bischof Reinhard Marx (Trier) am 25. September in Fulda:
"... die Kirche ist auch nicht nur ein Untersuchungsobjekt der Geschichtswissenschaft und der Soziologie. Sie ist das Volk Gottes, das immer wieder den eigenen Weg im Licht des Evangeliums betrachtet und so bereit wird zur ständigen Erneuerung. Für uns als Kirche gilt es, in jeder Zeit neu die Herausforderung anzunehmen, mitten in der Welt das Evangelium vom auferstandenen Herrn Jesus Christus zu bezeugen. Und deshalb verbietet sich ein nostalgisches Zurückschauen in vergangene, scheinbar bessere Zeiten, genauso aber auch der Traum von einer Zukunftskirche, die mehr eine Flucht aus den gegenwärtigen Problemen ist als eine Hilfe zur Veränderung und Erneuerung. Wir sind hineingestellt in diese Zeitstunde und sollten das mit ganzem Herzen annehmen und bejahen. Das ist der notwendige Ausgangspunkt aller Neuorientierung. Vor allem hilft es nichts, die Gegenwart zu verteufeln, die moderne Welt als einen Irrweg hinzustellen und damit letztlich auch den universalen Anspruch des Evangeliums aufzugeben, der ganzen Schöpfung und allen Menschen das Wort Gottes zu verkünden.
Das bedeutet nicht, die Augen zu verschließen vor einer größer werdenden Differenz von Kirche und Gesellschaft. Das zeigen alle Untersuchungen, auch der jüngste Trendmonitor des Allensbacher Instituts für Demoskopie bestätigt diese Entwicklung der "beschleunigten Moderne" und es kann ja auch gar nicht anders sein. In einer Welt, in der die Freiheit des Einzelnen sich immer mehr erweitert und damit die Gesellschaft individualistischer wird und kaum noch ein gemeinsamer Wertehorizont gefunden werden kann, ist es für die Kirche immer schwieriger, deutlich zu machen, dass Glauben auch heißt, einer konkreten Gemeinschaft verlässlich und für immer anzugehören. Genauso schwer ist es, zu akzeptieren, dass der Glaube nicht nur persönliche Meinung ist, sondern einen Wahrheitsanspruch hat, der über mein eigenes Verstehen hinausgeht. Und: Im Glauben bekenne ich mich zu einer neuen Lebensweise, die sich oft genug unterscheiden muss von dem, was vordergründig für das Glück gehalten wird. Für mich ist die Kernfrage deshalb: Können wir auf der einen Seite profiliert und froh katholisch sein und gleichzeitig auf der anderen Seite mit Zuversicht in dieser Gesellschaft als moderne Menschen leben?
Wie aber kann die größer werdende Spannung ausgehalten werden? Wie können wir die Kraft des Glaubens neu erschließen? Ich bin überzeugt: Eine geistliche Erneuerung und ein Neuaufbruch in der Evangelisierung kann nur gelingen, wenn wir deutlich machen: Der Glaube an den dreifaltigen Gott, gelebt und gefeiert in dieser sichtbaren Kirche, ist die stärkste Alternative, das größte Abenteuer für Geist und Herz des Menschen. Nicht indem wir die Welt anklagen, sondern indem wir ihr zeigen, was stärker ist, können wir unseren Weg in die Zukunft gehen. Im Grunde ist das auch der viel beschworene Geist des Zweiten Vatikanischen Konzils: Das Konzil wollte nichts abschaffen, wollte keine Relativierung der Glaubenswahrheiten und der katholischen Grundüberzeugung, aber es wollte – so hat es Papst Johannes XXIII. in seiner beeindruckenden Eröffnungspredigt gesagt – in besserer und überzeugenderer Weise den Schatz des Glaubens allen Menschen zugänglich machen.
Wenn wir doch in unserer Liturgie, in unserem gemeinsamen Zeugnis der Liebe, in unserer Freude am Gebet erfahrbar machen könnten, dass der christliche Glaube wirklich der große Schatz ist, für den es sich lohnt, alles zu verkaufen, die wertvolle Perle, die den ganzen Einsatz lohnt – wie es im Text aus dem Matthäusevangelium Jesus gesagt hat – dann wäre das möglich, was ich im Bistum Trier oft die "mentale Wende" nenne: Der Umbruch in unseren Köpfen und unseren Herzen, die neue Erkenntnis, wie reich wir beschenkt sind, wie wunderbar es ist, Christ zu sein!"
(Via Deutsche Bischofskonferenz (DBK))
2. Oktober 2003
Guess who?
Solche Leute brauchen wir: "Als meine gute Eigenschaften kann ich nennen: Ich kann begeistern, ich will liebevoll und sanft mit den Menschen umgehen. Ich werde absolut meine Menschlichkeit bewahren, und ich kann sehr gut versöhnen. "
Nein, nicht Mutter Teresa, sondern Barbara Rütting, grüne Alterspräsidentin des Bayerischen Landtags. (Im
Interview der Süddeutschen Zeitung) Da atmen wohl nicht nur "Millionen Tiere" auf, sondern ganz Bayern. Oder?
Solche Leute brauchen wir: "Als meine gute Eigenschaften kann ich nennen: Ich kann begeistern, ich will liebevoll und sanft mit den Menschen umgehen. Ich werde absolut meine Menschlichkeit bewahren, und ich kann sehr gut versöhnen. "
Nein, nicht Mutter Teresa, sondern Barbara Rütting, grüne Alterspräsidentin des Bayerischen Landtags. (Im
Interview der Süddeutschen Zeitung) Da atmen wohl nicht nur "Millionen Tiere" auf, sondern ganz Bayern. Oder?
Frings-Frage zu Afri Cola-Nonnen
Aus einem Welt-Interview mit dem früheren Afri Cola-Werber Charles Wilp:
"Wilp: (...) Das war unsere Meßlatte: Wenn ich für ein Anzeigenmotiv oder einen Spot keine Resonanz in Form einer Anzeige oder einstweiliger Verfügung bekam, war das nichts wert.
DIE WELT: Wie beim Skandal-Motiv mit den geschminkten Nonnen.
Wilp: Genau, so etwas war damals absolut tabu. Wir hatten alle gegen uns, die etablierte Werbewirtschaft, einen Teil der Rundfunkanstalten, die Katholische Kirche. Die hat auch prompt eine einstweilige Verfügung beantragt. Flach hatte dann den Kölner Kardinal Frings zum Essen eingeladen, er war ja sehr gläubig. Und nach ein paar Kölsch gab Frings klein bei und sagte: Warum sollen unsere Nonnen keine geschminkten Lippen haben und Afri Cola trinken?"
Klar: Weil Lippenstift an Gläsern und Flaschen eklig aussieht. Es gibt Dinge, die nicht einmal eine moderne Nonne tun sollte. Aber wahrscheinlich denken Nonnen, die sich schminken, eh öko-, antiamerikanisch-friedens- und gesundheitsbewußt und verschmähen daher grundsätzlich Koffeinlimonaden? (Ausnahmen bitte melden.)
[Die richtige Antwort wäre natürlich: Erstens ist es nicht schlecht, wenn in unserer Gesellschaft - als eine Art "prophetisches Zeichen" - wenigstens die Nonnen vor allem "dem Herrn gefallen" (Paulus in einem Brief) wollen, und zweitens macht laut Jesus Christus nicht das den Menschen unrein, was er zu sich nimmt, sondern das, was er von sich gibt.]
Aus einem Welt-Interview mit dem früheren Afri Cola-Werber Charles Wilp:
"Wilp: (...) Das war unsere Meßlatte: Wenn ich für ein Anzeigenmotiv oder einen Spot keine Resonanz in Form einer Anzeige oder einstweiliger Verfügung bekam, war das nichts wert.
DIE WELT: Wie beim Skandal-Motiv mit den geschminkten Nonnen.
Wilp: Genau, so etwas war damals absolut tabu. Wir hatten alle gegen uns, die etablierte Werbewirtschaft, einen Teil der Rundfunkanstalten, die Katholische Kirche. Die hat auch prompt eine einstweilige Verfügung beantragt. Flach hatte dann den Kölner Kardinal Frings zum Essen eingeladen, er war ja sehr gläubig. Und nach ein paar Kölsch gab Frings klein bei und sagte: Warum sollen unsere Nonnen keine geschminkten Lippen haben und Afri Cola trinken?"
Klar: Weil Lippenstift an Gläsern und Flaschen eklig aussieht. Es gibt Dinge, die nicht einmal eine moderne Nonne tun sollte. Aber wahrscheinlich denken Nonnen, die sich schminken, eh öko-, antiamerikanisch-friedens- und gesundheitsbewußt und verschmähen daher grundsätzlich Koffeinlimonaden? (Ausnahmen bitte melden.)
[Die richtige Antwort wäre natürlich: Erstens ist es nicht schlecht, wenn in unserer Gesellschaft - als eine Art "prophetisches Zeichen" - wenigstens die Nonnen vor allem "dem Herrn gefallen" (Paulus in einem Brief) wollen, und zweitens macht laut Jesus Christus nicht das den Menschen unrein, was er zu sich nimmt, sondern das, was er von sich gibt.]
1. Oktober 2003
"Sehen, was ist, ist eine Gnade"
Ein Kurzportrait Romano Guardinis von seiner Biographin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in der Tagespost. Für mich ist RG einer von denen, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Unzeitgemäß zeitlos.
Ein Kurzportrait Romano Guardinis von seiner Biographin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz in der Tagespost. Für mich ist RG einer von denen, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Unzeitgemäß zeitlos.
"Helfen war wichtiger."
Klaus Harpprecht würdigt in der Zeit Harald Poelchau, Gefängnispfarrer in Tegel, Kreisauer Widerständler und Sterbebegleiter für Hunderte von NS-Opfern.
Klaus Harpprecht würdigt in der Zeit Harald Poelchau, Gefängnispfarrer in Tegel, Kreisauer Widerständler und Sterbebegleiter für Hunderte von NS-Opfern.
Monster - solche und solche
"Wollen Sie wissen, was sie innen für ein Monster ist?" - "Nein, geh wieder rein! Außerdem kenne ich Mrs. Buncombe und sie ist kein Monster. Sie ist eine gute Frau." - "Ich sag ja nicht, dass sie ein böses Monster ist!"
Die Basil Chapters bei CatholicismWow. Good fun und gar nicht so unweise. Danke!
"Wollen Sie wissen, was sie innen für ein Monster ist?" - "Nein, geh wieder rein! Außerdem kenne ich Mrs. Buncombe und sie ist kein Monster. Sie ist eine gute Frau." - "Ich sag ja nicht, dass sie ein böses Monster ist!"
Die Basil Chapters bei CatholicismWow. Good fun und gar nicht so unweise. Danke!
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