Wo ist der katholische Nabel?
Weil Elisabeth auf meinen Kommentar hin nachfragt, was ich mit Süden und Osten in Bezug auf das Christentum meine, linke ich mal wieder auf den Artikel The Next Christianity von Philip Jenkins im Atlantic Monthly vom Oktober 2002. Hier geht es nämlich schlicht und einfach um einen - ääääh - Paradigmenwechsel. Oder anders: darum, daß der katholische Nabel nicht in Deutschland sitzt.
"The changes that Catholic and other reformers today are trying to inspire in North America and Europe (and that seem essential if Christianity is to be preserved as a modern, relevant force on those continents) run utterly contrary to the dominant cultural movements in the rest of the Christian world, which look very much like the Counter-Reformation. But this century is unlike the sixteenth in that we are not facing a roughly equal division of Christendom between two competing groups. Rather, Christians are facing a shrinking population in the liberal West and a growing majority of the traditional Rest. During the past half century the critical centers of the Christian world have moved decisively to Africa, to Latin America, and to Asia. The balance will never shift back. (...)
It may be true that from the liberal Northern perspective, pressure for a Reformation-style solution to critical problems in the Church—the crisis in clerical celibacy, the shortage of priests, the sense that the laity's concerns are ignored—seems overwhelming. Poll after poll in the United States and Europe indicates significant distrust of clerical authority and support for greater lay participation and women's equality. The obvious question in the parishes of the developed world seems to be how long the aloof hierarchy can stave off the forces of history. (...)
From Rome, however, the picture looks different, as do the "natural" directions that history is going to take. The Roman church operates on a global scale and has done so for centuries. Long before the French and British governments had become aware of global politics—and well before their empires came into being—papal diplomats were thinking through their approaches to China, their policies in Peru, their views on African affairs, their stances on the issues facing Japan and Mexico. To adapt a popular activist slogan, the Catholic Church not only thinks globally, it acts globally. That approach is going to have weighty consequences. On present evidence, a Southern-dominated Catholic Church is likely to react traditionally to the issues that most concern American and European reformers: matters of theology and devotion, sexual ethics and gender roles, and, most fundamentally, issues of authority within the Church."
6. August 2003
Bücher- und Körperkiste
Ist das ein Bücherregal, das "danach" als Sarg verwendet werden kann - oder ein Sarg, der schon vorab nützlich ist? (via netbib weblog)
Jetzt fehlt noch die Urne für die Zweitbuchbesitzer.
Ist das ein Bücherregal, das "danach" als Sarg verwendet werden kann - oder ein Sarg, der schon vorab nützlich ist? (via netbib weblog)
Jetzt fehlt noch die Urne für die Zweitbuchbesitzer.
Augustwetter a la Robert Musil
"Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913." (aus: Der Mann ohne Eigenschaften, ganz vorne)
"Über dem Atlantik befand sich ein barometrisches Minimum; es wanderte ostwärts, einem über Rußland lagernden Maximum zu, und verriet noch nicht die Neigung, diesem nördlich auszuweichen. Die Isothermen und Isotheren taten ihre Schuldigkeit. Die Lufttemperatur stand in einem ordnungsgemäßen Verhältnis zur mittleren Jahrestemperatur, zur Temperatur des kältesten wie des wärmsten Monats und zur aperiodischen monatlichen Temperaturschwankung. Der Auf- und Untergang der Sonne, des Mondes, der Lichtwechsel des Mondes, der Venus, des Saturnringes und viele andere bedeutsame Erscheinungen entsprachen ihrer Voraussage in den astronomischen Jahrbüchern. Der Wasserdampf in der Luft hatte seine höchste Spannkraft, und die Feuchtigkeit der Luft war gering. Mit einem Wort, das das Tatsächliche recht gut bezeichnet, wenn es auch etwas altmodisch ist: Es war ein schöner Augusttag des Jahres 1913." (aus: Der Mann ohne Eigenschaften, ganz vorne)
Lageberichte zu Mel Gibsons Passion
Heinrich Wefing: Wozu dienet dieser Unrat?, FAZ vom 6. August
Lorenz Jäger: Passionen, FAZ vom 4. August
Heinrich Wefing: Wozu dienet dieser Unrat?, FAZ vom 6. August
Lorenz Jäger: Passionen, FAZ vom 4. August
Schrein der Heiligen Schläge
In der katholischen Weblog-Szene hat sich blitzschnell der Shrine of the Holy Whapping einen herausragenden Namen gemacht, den einige Studenten der Universität of Notre Dame in Notre Dame, IN pflegen.
Obskurste Dinge werden uns da präsentiert; Paradebeispiel ist ein Posting über obskurste und wohl meist ausgestorbene katholische Gemeinschaften wie die Agonizanten, die Träger des Sterns, die Brüder vom Sack, die Regularkanoniker der Priorei der Zwei Liebenden, die Bedlam-Bettler, die Ritter vom Grünen Schild und die Blinden Schwestern vom Hl. Paulus ("some of whom can see, and still exist today").
Nicht schlecht auch die Legende vom Hl. Flutius von Bologna, von dem sich der Weblog-Name herleitet. (Oder ist es umgekehrt?)
Ernsthaftes gibt es auch, und nicht zu wenig.
Katholische Vielfalt at its best.
In der katholischen Weblog-Szene hat sich blitzschnell der Shrine of the Holy Whapping einen herausragenden Namen gemacht, den einige Studenten der Universität of Notre Dame in Notre Dame, IN pflegen.
Obskurste Dinge werden uns da präsentiert; Paradebeispiel ist ein Posting über obskurste und wohl meist ausgestorbene katholische Gemeinschaften wie die Agonizanten, die Träger des Sterns, die Brüder vom Sack, die Regularkanoniker der Priorei der Zwei Liebenden, die Bedlam-Bettler, die Ritter vom Grünen Schild und die Blinden Schwestern vom Hl. Paulus ("some of whom can see, and still exist today").
Nicht schlecht auch die Legende vom Hl. Flutius von Bologna, von dem sich der Weblog-Name herleitet. (Oder ist es umgekehrt?)
Ernsthaftes gibt es auch, und nicht zu wenig.
Katholische Vielfalt at its best.
5. August 2003
Die ultimative Religion
Suchen wir nicht alle eine Religion, die unsere Anlagen zur vollen Entfaltung bringt, die in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der Wissenschaft den persönlichen und gesellschaftlichen Fortschritt befördert, die den göttlichen Funken in allen lebenden Kreaturen erkennt und hegt, die die traditionellen Religionen ehrt und achtet - und doch gleichzeitig auf eine festes und vor allem gemeinsames Fundament stellt?
Es gibt sie. Es ist die Church of Spiritual Humanism. Und das schönste ist, daß sich dort jeder und jede jetzt und hier zum Priester weihen lassen kann.
Wie gewohnt, ist die Ordination lebenslang gültig. Das einzige Weihehindernis ist das Fehlen einer gültigen E-Mail-Adresse.
Cool.
Suchen wir nicht alle eine Religion, die unsere Anlagen zur vollen Entfaltung bringt, die in Übereinstimmung mit den Erkenntnissen der Wissenschaft den persönlichen und gesellschaftlichen Fortschritt befördert, die den göttlichen Funken in allen lebenden Kreaturen erkennt und hegt, die die traditionellen Religionen ehrt und achtet - und doch gleichzeitig auf eine festes und vor allem gemeinsames Fundament stellt?
Es gibt sie. Es ist die Church of Spiritual Humanism. Und das schönste ist, daß sich dort jeder und jede jetzt und hier zum Priester weihen lassen kann.
Wie gewohnt, ist die Ordination lebenslang gültig. Das einzige Weihehindernis ist das Fehlen einer gültigen E-Mail-Adresse.
Cool.
Vatikanisches Sommerloch
L'Espresso und kath.net spekulieren über einen bevorstehenden Rücktritt der Kardinäle Sodano und Ratzinger und bringen Angelo Amato, den jetzigen Sekretär der Glaubenskongregation als Ratzinger-Nachfolger ins Gespräch.
Amato ist seit Januar im Amt und zum Bischof geweiht - und dürfte damit doch ein bißchen zu "jung" für diese Aufgabe sein. Er gilt übrigens als Ko-Autor von Dominus Iesus, was ihn umgekehrt wieder passend werden lässt: für die, die vatikanische Prügelknaben brauchen...
L'Espresso und kath.net spekulieren über einen bevorstehenden Rücktritt der Kardinäle Sodano und Ratzinger und bringen Angelo Amato, den jetzigen Sekretär der Glaubenskongregation als Ratzinger-Nachfolger ins Gespräch.
Amato ist seit Januar im Amt und zum Bischof geweiht - und dürfte damit doch ein bißchen zu "jung" für diese Aufgabe sein. Er gilt übrigens als Ko-Autor von Dominus Iesus, was ihn umgekehrt wieder passend werden lässt: für die, die vatikanische Prügelknaben brauchen...
Flashy statt smart
Statt Smart Mobs beglücken uns im Jahrtausendsommer 2003 weniger smarte Flash Mobs. Die Leute haben Langeweile, scheint's.
Der nächste Winter kommt bestimmt.
Statt Smart Mobs beglücken uns im Jahrtausendsommer 2003 weniger smarte Flash Mobs. Die Leute haben Langeweile, scheint's.
Der nächste Winter kommt bestimmt.
4. August 2003
Wodehouse, reincarnated
Pelham Grenville Wodehouse´scheint der Hauptinspirator von Hinglish zu sein, eines Englisch, wie es in Indien gesprochen und vor allem wohl: geschrieben wird, ein Englisch, "a trifle too bizarre, sir, in my opinion” (Jeeves).
Pelham Grenville Wodehouse´scheint der Hauptinspirator von Hinglish zu sein, eines Englisch, wie es in Indien gesprochen und vor allem wohl: geschrieben wird, ein Englisch, "a trifle too bizarre, sir, in my opinion” (Jeeves).
Der Homer aus Illinois
"Kaum wohl möchte dir helfen der Stab, und der Lorbeer des Gottes!" schleudert Agamemnon dem Apollo-Priester Chryses gleich am Anfang der Ilias (1, 28) entgegen. Nachschlagen auf Griechisch, Englisch und Deutsch läßt es sich bei Chicago Homer, unterfüttert mit schönen Grammatik- und Analysefunktionen.
Skeptron, der Stab, kommt immerhin 27mal in der Ilias und 9mal in der Odyssee vor, in Hesiods Werken und Tagen dagegen nur einmal. Homer ist mir sympathischer. :-) (via BibLog)
"Kaum wohl möchte dir helfen der Stab, und der Lorbeer des Gottes!" schleudert Agamemnon dem Apollo-Priester Chryses gleich am Anfang der Ilias (1, 28) entgegen. Nachschlagen auf Griechisch, Englisch und Deutsch läßt es sich bei Chicago Homer, unterfüttert mit schönen Grammatik- und Analysefunktionen.
Skeptron, der Stab, kommt immerhin 27mal in der Ilias und 9mal in der Odyssee vor, in Hesiods Werken und Tagen dagegen nur einmal. Homer ist mir sympathischer. :-) (via BibLog)
Der größte Dogmatiker
"P. Wilhelm Klein SJ, der ehemalige Spiritual im Collegium Germanicum zu Rom, fragte einmal, wer der größte Dogmatiker sei. Die Antwort musste lauten: 'Der Teufel!', so wenigstens die Sentenz der theologischen Tradition seit Augustinus. Luzifer ist nach Gott am meisten mit Vernunft begabt und vermag auf einzigartige Weise die Wirklichkeit Gottes zu erfassen, zu studieren und zu erklären. Eines aber kann der Teufel nicht, nämlich all das, was er denkt, mit dem Leben des Glaubens zu erfüllen; er kann nicht beten und anbeten."
Über das Verhältnis von Theologie und Glaube, von Wissen und Gebet denkt P. Michael Schneider SJ anläßlich der abgeschlossenen Guardini-Werkausgabe nach.
"P. Wilhelm Klein SJ, der ehemalige Spiritual im Collegium Germanicum zu Rom, fragte einmal, wer der größte Dogmatiker sei. Die Antwort musste lauten: 'Der Teufel!', so wenigstens die Sentenz der theologischen Tradition seit Augustinus. Luzifer ist nach Gott am meisten mit Vernunft begabt und vermag auf einzigartige Weise die Wirklichkeit Gottes zu erfassen, zu studieren und zu erklären. Eines aber kann der Teufel nicht, nämlich all das, was er denkt, mit dem Leben des Glaubens zu erfüllen; er kann nicht beten und anbeten."
Über das Verhältnis von Theologie und Glaube, von Wissen und Gebet denkt P. Michael Schneider SJ anläßlich der abgeschlossenen Guardini-Werkausgabe nach.
Weblogs: unkontrolliert, autonom, anarchisch
Weblogs fördern die Medienkompetenz, verwirklichen die Utopie des many(single ones)-to-many-Publizierens, machen durch Kommentare auch Leser zu Sendern, greifen andere Strömungen auf als der Medien-Mainstream, beschränken sich auf Inhalte - das alles und mehr schreibt ein de:bug-Artikel den Weblogs zu.
"Weblogs sind ein Ausdrucksmittel der Souveränität und der Selbstbestimmung, die gelebte Akzeptanz der eigenen Subjektivität, das angewandte Wissen über die faktische Unmöglichkeit der Objektivität und somit - so absurd es auf den ersten Blick auch klingen mag - ein Schritt weg von der Ichbezogenheit." (via generation next)
Weblogs fördern die Medienkompetenz, verwirklichen die Utopie des many(single ones)-to-many-Publizierens, machen durch Kommentare auch Leser zu Sendern, greifen andere Strömungen auf als der Medien-Mainstream, beschränken sich auf Inhalte - das alles und mehr schreibt ein de:bug-Artikel den Weblogs zu.
"Weblogs sind ein Ausdrucksmittel der Souveränität und der Selbstbestimmung, die gelebte Akzeptanz der eigenen Subjektivität, das angewandte Wissen über die faktische Unmöglichkeit der Objektivität und somit - so absurd es auf den ersten Blick auch klingen mag - ein Schritt weg von der Ichbezogenheit." (via generation next)
Kardinäle bei der Arbeit
Gernot Facius in der Welt über den Krach zwischen deutschen Kardinälen.
"Wenn plötzlich und öffentlich ein solch handfester Konflikt aufbricht, dann ist er alt und geht sehr tief. Die Kardinäle sind also gebeten, alle Karten auf den Tisch zu legen", zitiert er einen ungenannten Kommentator.
Dabei verläuft die Haupt-Sollbruchlinie nicht zwischen den Kardinälen...
Gernot Facius in der Welt über den Krach zwischen deutschen Kardinälen.
"Wenn plötzlich und öffentlich ein solch handfester Konflikt aufbricht, dann ist er alt und geht sehr tief. Die Kardinäle sind also gebeten, alle Karten auf den Tisch zu legen", zitiert er einen ungenannten Kommentator.
Dabei verläuft die Haupt-Sollbruchlinie nicht zwischen den Kardinälen...
Wir können alles, außer schwäbisch
Daß Brit- und Chinesinnen schon Basler-Fashion tragen, vor allem wohl die der Generation 45+ mit Größen von 38+, ist erfreulich, aber der Firmensitz von Basler liegt trotzdem nicht im schwäbischen Städtchen Goldbach, sondern im unterfränkischen Marktflecken gleichen Namens, liebe Welt am Sonntag.
Ganz sicher. (Mußte aus persönlicher Betroffenheit einfach gesagt werden.)
Daß Brit- und Chinesinnen schon Basler-Fashion tragen, vor allem wohl die der Generation 45+ mit Größen von 38+, ist erfreulich, aber der Firmensitz von Basler liegt trotzdem nicht im schwäbischen Städtchen Goldbach, sondern im unterfränkischen Marktflecken gleichen Namens, liebe Welt am Sonntag.
Ganz sicher. (Mußte aus persönlicher Betroffenheit einfach gesagt werden.)
3. August 2003
Flannery O'Connor (+ 3.8.1964)
Gerard Serafin erinnert an Mary Flannery O'Connor, läßt alle, die ihre gesammelten Briefe als "A Habit of Being" nicht im Regal stehen haben, einen Brief lesen und zitiert Thomas Merton:
"When I read Flannery O'Connor, I do not think of Hemingway, or Katharine Anne Porter, or Sartre, but rather of someone like Sophocles. What more can you say for a writer? I write her name with honor, for all the truth and all the craft with which she shows man's fall and his dishonor."
Gerard Serafin erinnert an Mary Flannery O'Connor, läßt alle, die ihre gesammelten Briefe als "A Habit of Being" nicht im Regal stehen haben, einen Brief lesen und zitiert Thomas Merton:
"When I read Flannery O'Connor, I do not think of Hemingway, or Katharine Anne Porter, or Sartre, but rather of someone like Sophocles. What more can you say for a writer? I write her name with honor, for all the truth and all the craft with which she shows man's fall and his dishonor."
2. August 2003
Sie machen nicht satt.
Wir suchen dich,
Christus,
weil wir deine Gaben
gegessen und getrunken haben.
Je mehr wir sie essen,
um so mehr hungern wir,
Christus,
nach dir.
Gib uns nicht Zeichen
an deiner Statt.
Sie machen nicht satt.
Gib Feuer, Herr,
nicht nur Licht in der Nacht.
Wir dürsten so lange,
bis dein Wein,
deine Liebe uns trunken macht.
Amen.
(Silja Walter OSB: Das Wort ist Brot geworden, S. 96f.)
Wir suchen dich,
Christus,
weil wir deine Gaben
gegessen und getrunken haben.
Je mehr wir sie essen,
um so mehr hungern wir,
Christus,
nach dir.
Gib uns nicht Zeichen
an deiner Statt.
Sie machen nicht satt.
Gib Feuer, Herr,
nicht nur Licht in der Nacht.
Wir dürsten so lange,
bis dein Wein,
deine Liebe uns trunken macht.
Amen.
(Silja Walter OSB: Das Wort ist Brot geworden, S. 96f.)
1. August 2003
Pop-Ups machen Spaß
The Shifted Librarian recommends: The Pop-Up Brady Bunch!
Requirements: Speakers, disabled Pop-Up Blocker.
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Requirements: Speakers, disabled Pop-Up Blocker.
Ungesenktes Haupt
Johann Baptist Metz wird 75 und deshalb öffentlich geehrt. Sein Interview mit Aldo Parmeggiani von Radio Vatican ist ausschnittsweise im Rheinischen Merkur zu lesen und gibt einen schönen Überblick über den aktuellen Stand seiner theologischen Erkenntnis.
"Welche Botschaft haben Sie für Rom?
Selbst wenn es auf den ersten Blick nicht sehr fröhlich und nicht sehr praktisch klingen mag: Wir brauchen mehr Karsamstags-Atmosphäre in unserer Rede von Gott und seinem Christus. Auch in unserer Liturgie und in unserer Pastoral. Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für die schwelende Glut dieser schon angesprochenen Theodizee-Frage, und zwar inmitten auch unserer säkularisierten Welt. Ich weiß das aus Gesprächen und Begegnungen mit Menschen, die aus ganz anderen Hintergründen kommen als ich. Wenn die Sprache unserer Gebete mehr hörbar gemacht würde als elementare Krisen- und Leidenssprache der Menschen – wofür es ja biblische Beispiele zuhauf gibt –, würde man entdecken können, dass weit mehr Menschenkinder beten, als die Statistiken das verraten.
Gibt es eine Botschaft aus Rom, die Sie besonders schätzen?
Am wichtigsten scheint mir allemal die Unterstützung aus Rom im Kampf um Gott. Es geht schließlich um diese Frage, heute ganz elementar in meinen Augen jedenfalls. Und zwar als eine Frage, mit der der Kampf um den Menschen und seine Humanität durchaus zusammenhängt. Die viel besprochene Kirchenkrise, das habe ich in den letzten Jahren häufig betont, ist jedenfalls in meinen Augen im Kern eine Gotteskrise. Sie betrifft nicht nur uns Katholiken, nicht nur die Christenheit, einzelne Religionen, sondern alle Menschen. Denn Gott ist entweder ein Menschheitsthema oder überhaupt kein Thema. Ich wünschte mir – das mag vielleicht merkwürdig klingen –, dass von oben aus deutlicher wird, dass man die westliche Aufklärung in ihren Widersprüchen nicht überwinden kann, ohne durch sie, ungesenkten Hauptes freilich, hindurchgegangen zu sein."
Johann Baptist Metz wird 75 und deshalb öffentlich geehrt. Sein Interview mit Aldo Parmeggiani von Radio Vatican ist ausschnittsweise im Rheinischen Merkur zu lesen und gibt einen schönen Überblick über den aktuellen Stand seiner theologischen Erkenntnis.
"Welche Botschaft haben Sie für Rom?
Selbst wenn es auf den ersten Blick nicht sehr fröhlich und nicht sehr praktisch klingen mag: Wir brauchen mehr Karsamstags-Atmosphäre in unserer Rede von Gott und seinem Christus. Auch in unserer Liturgie und in unserer Pastoral. Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit für die schwelende Glut dieser schon angesprochenen Theodizee-Frage, und zwar inmitten auch unserer säkularisierten Welt. Ich weiß das aus Gesprächen und Begegnungen mit Menschen, die aus ganz anderen Hintergründen kommen als ich. Wenn die Sprache unserer Gebete mehr hörbar gemacht würde als elementare Krisen- und Leidenssprache der Menschen – wofür es ja biblische Beispiele zuhauf gibt –, würde man entdecken können, dass weit mehr Menschenkinder beten, als die Statistiken das verraten.
Gibt es eine Botschaft aus Rom, die Sie besonders schätzen?
Am wichtigsten scheint mir allemal die Unterstützung aus Rom im Kampf um Gott. Es geht schließlich um diese Frage, heute ganz elementar in meinen Augen jedenfalls. Und zwar als eine Frage, mit der der Kampf um den Menschen und seine Humanität durchaus zusammenhängt. Die viel besprochene Kirchenkrise, das habe ich in den letzten Jahren häufig betont, ist jedenfalls in meinen Augen im Kern eine Gotteskrise. Sie betrifft nicht nur uns Katholiken, nicht nur die Christenheit, einzelne Religionen, sondern alle Menschen. Denn Gott ist entweder ein Menschheitsthema oder überhaupt kein Thema. Ich wünschte mir – das mag vielleicht merkwürdig klingen –, dass von oben aus deutlicher wird, dass man die westliche Aufklärung in ihren Widersprüchen nicht überwinden kann, ohne durch sie, ungesenkten Hauptes freilich, hindurchgegangen zu sein."
Guido W.s guter Rat
Unser aller Guido gibt guten Rat: "Wenn die katholische Kirche mehr auf ihre Gläubigen hören würde und auf das, was sich in der Gesellschaft entwickelt, bin ich sicher, ginge es ihr auch besser." (Er muß es ja wissen, denn auch er hat das Ohr am Puls der Zeit, wie man an seinen Wahlergebnissen sieht.)
Naja, sie wäre nicht mehr die katholische Kirche, aber darauf kommt's dann auch nicht mehr an.
Unser aller Guido gibt guten Rat: "Wenn die katholische Kirche mehr auf ihre Gläubigen hören würde und auf das, was sich in der Gesellschaft entwickelt, bin ich sicher, ginge es ihr auch besser." (Er muß es ja wissen, denn auch er hat das Ohr am Puls der Zeit, wie man an seinen Wahlergebnissen sieht.)
Naja, sie wäre nicht mehr die katholische Kirche, aber darauf kommt's dann auch nicht mehr an.
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