Christian Science
Martin Roth berichtet von einem Radiointerview mit Francis Collins vom Human Genome Project:
"A few minutes into the interview came a simple question: 'Do you believe in God?' The answer: 'I do. Quite passionately, in fact.' And then came a strong defence of traditional Christian beliefs."
16. Juli 2003
Katholisches Weblogging im deutschsprachigen Raum
Nach fast einem Jahr Weblogging denke ich gelegentlich "off blog" über den Zustand des katholischen Weblogging in Deutschland (und mit Erich in Österreich) nach.
Es gibt nach wie vor "nur" vier Weblogs dieser Kategorie [und neuerdings das von Elisabeth, das noch ein bißchen sein Profil sucht - würde ich jedenfalls sagen. Nix für ungut.]. Dazu Dybart Simpson, der sich "langsam, ganz langsam, fast gar nicht" (Paul Hannappel) in unsere Richtung bewegt.
Von einem Zustand wie in den U.S. of A., wo Mark Shea von den "New Catholic Media" und Father Neuhaus von der "Blogger Insurgency" sprechen, sind wir jedenfalls noch ganz weit entfernt. Allerdings ist es wohl kein Zufall, daß die vier deutschsprachigen katholischen Weblogger (dkW) allesamt "of a slightly conservative bent" sind, wie die amerikanischen Kollegen sagen würden.
Meine Arbeitshypothese dazu ist, daß jeder Weblogger eine Mission, eine Botschaft hat: Er hat etwas, was er verkündigen will. Nun setzt eine Botschaft aber eine Menge Unwissender oder Ungläubiger voraus. Der Missionar begibt sich immer ins Heidenland oder auf Heimaturlaub zum Geldsammeln und Auftanken.
Haben also unsere Glaubensbrüder auf der anderen Seite des Hauptganges vielleicht deswegen nichts zu bloggen, weil ihre Botschaft ja eh schon von den Kanzeln tönt? Nicht den römischen und bischöflichen, aber denjenigen, die für die Plausibilitätsstrukturen(Peter L. Berger) sorgen?
Einen Beleg dafür sehe ich z.B. im Gästebuch der Breitenbach-Pfarrei St. Michael, Schweinfurt, dessen Moderator sich dort durchaus als Blogger betätigt.
Ein großer Unterschied zu den U.S. of A. ist der folgende: Dort bloggen auch Profis, Journalisten wie Andrew Sullivan, Priester wie Don Jim von Dappled Things oder Theologen wie der Alte Oligarch.
Mal sehen, wann wir den ersten Profi begrüßen können. Mal sehen. Technische Unterstützung wird von den dkW aus der Ferne bestimmt geleistet.
Nach fast einem Jahr Weblogging denke ich gelegentlich "off blog" über den Zustand des katholischen Weblogging in Deutschland (und mit Erich in Österreich) nach.
Es gibt nach wie vor "nur" vier Weblogs dieser Kategorie [und neuerdings das von Elisabeth, das noch ein bißchen sein Profil sucht - würde ich jedenfalls sagen. Nix für ungut.]. Dazu Dybart Simpson, der sich "langsam, ganz langsam, fast gar nicht" (Paul Hannappel) in unsere Richtung bewegt.
Von einem Zustand wie in den U.S. of A., wo Mark Shea von den "New Catholic Media" und Father Neuhaus von der "Blogger Insurgency" sprechen, sind wir jedenfalls noch ganz weit entfernt. Allerdings ist es wohl kein Zufall, daß die vier deutschsprachigen katholischen Weblogger (dkW) allesamt "of a slightly conservative bent" sind, wie die amerikanischen Kollegen sagen würden.
Meine Arbeitshypothese dazu ist, daß jeder Weblogger eine Mission, eine Botschaft hat: Er hat etwas, was er verkündigen will. Nun setzt eine Botschaft aber eine Menge Unwissender oder Ungläubiger voraus. Der Missionar begibt sich immer ins Heidenland oder auf Heimaturlaub zum Geldsammeln und Auftanken.
Haben also unsere Glaubensbrüder auf der anderen Seite des Hauptganges vielleicht deswegen nichts zu bloggen, weil ihre Botschaft ja eh schon von den Kanzeln tönt? Nicht den römischen und bischöflichen, aber denjenigen, die für die Plausibilitätsstrukturen(Peter L. Berger) sorgen?
Einen Beleg dafür sehe ich z.B. im Gästebuch der Breitenbach-Pfarrei St. Michael, Schweinfurt, dessen Moderator sich dort durchaus als Blogger betätigt.
Ein großer Unterschied zu den U.S. of A. ist der folgende: Dort bloggen auch Profis, Journalisten wie Andrew Sullivan, Priester wie Don Jim von Dappled Things oder Theologen wie der Alte Oligarch.
Mal sehen, wann wir den ersten Profi begrüßen können. Mal sehen. Technische Unterstützung wird von den dkW aus der Ferne bestimmt geleistet.
Ganz schön skeptisch
Emeth Hesed Smith schreibt im Dead Frog Blog:
"Blogging is fake. Blogging is unreal. Don't think you can get to know people through their blogs. I've been more and more convinced of this as I get to know bloggers better. As we keep in touch, telling each other things we could never blog, we all agree on how little we actually write on our blogs. What a blog reveals of a blogger's life is smaller than the tip of an iceberg. Real life is so unbloggable."
Eingeschränkte Zustimmung.
Auch ich blogge nicht mein ganzes Leben, und wie soll ich den ganzen Eisberg enthüllen können, wenn ich selbst nur die Spitze sehen kann, die übers Wasser ragt?
Sed contra: Das, was ich blogge - aus freiem Willen oder als ungewollt-unabsichtliche Zugabe für den Menschenkenner - ist ja durchaus real. Es sind meine Meinungen, meine Erlebnisse, meine Charakterzüge, die da zu lesen und zu erkennen sind. Stellt Scipio, Erich, fono und Benedikt nebeneinander - und nach dem ersten Satz wisst Ihr, wer welcher Blogger ist. (Wahrscheinlich würde man uns schon beim Betreten des Raums der Gegenüberstellung und beim Aufstellen vor dem verspiegelten Fenster zuordnen können - ohne ein Wort.)
Natürlich ist der eigene Stil nicht natürwüchsig, eine 1:1-Projektion unserer Person auf das Medium Weblog, sondern ist Ergebnis einer Stilisierung, beim einen mehr, beim anderen weniger. Wenn es schon kaum möglich ist, ein Tagebuch ohne Rücksicht auf potentielle Leser zu schreiben, wie soll das bei einem Weblog möglich sein, das auf Öffentlichkeit aus ist? (Wir tun ja auch alles, um unser Ranking bei google.com zu verbessern oder uns im Blogmos finden zu lassen.)
Emeth Hesed Smith schreibt im Dead Frog Blog:
"Blogging is fake. Blogging is unreal. Don't think you can get to know people through their blogs. I've been more and more convinced of this as I get to know bloggers better. As we keep in touch, telling each other things we could never blog, we all agree on how little we actually write on our blogs. What a blog reveals of a blogger's life is smaller than the tip of an iceberg. Real life is so unbloggable."
Eingeschränkte Zustimmung.
Auch ich blogge nicht mein ganzes Leben, und wie soll ich den ganzen Eisberg enthüllen können, wenn ich selbst nur die Spitze sehen kann, die übers Wasser ragt?
Sed contra: Das, was ich blogge - aus freiem Willen oder als ungewollt-unabsichtliche Zugabe für den Menschenkenner - ist ja durchaus real. Es sind meine Meinungen, meine Erlebnisse, meine Charakterzüge, die da zu lesen und zu erkennen sind. Stellt Scipio, Erich, fono und Benedikt nebeneinander - und nach dem ersten Satz wisst Ihr, wer welcher Blogger ist. (Wahrscheinlich würde man uns schon beim Betreten des Raums der Gegenüberstellung und beim Aufstellen vor dem verspiegelten Fenster zuordnen können - ohne ein Wort.)
Natürlich ist der eigene Stil nicht natürwüchsig, eine 1:1-Projektion unserer Person auf das Medium Weblog, sondern ist Ergebnis einer Stilisierung, beim einen mehr, beim anderen weniger. Wenn es schon kaum möglich ist, ein Tagebuch ohne Rücksicht auf potentielle Leser zu schreiben, wie soll das bei einem Weblog möglich sein, das auf Öffentlichkeit aus ist? (Wir tun ja auch alles, um unser Ranking bei google.com zu verbessern oder uns im Blogmos finden zu lassen.)
15. Juli 2003
Orientierung statt eingeweihte Leiterwagen
Im Gegensatz zu Lazy Lester haben wir es bei Bischof Gerhard Müller (Regensburg) mit Lover and Fighter gleichermaßen zu tun. Das passt nicht jedem, besonders nicht denen, die ihren Bischof gern bei ländlichen Honoratioren sehen und derweil ihre Agenda abarbeiten.
Die Süddeutsche bringt ein Interview:
"SZ: Suchen Sie den Konflikt?
Müller: Man hat es immer einfacher, wenn man die Dinge laufen lässt. Aber dann droht alles auseinander zu bröseln. Ich bin kein Direktor einer Folklore-Bewegung; ich bin nicht Bischof, um nur Feuerwehrautos einzuweihen, Kinder zu herzen und dann wieder wegzufahren. Mir geht es immer um die Vermittlung des Glaubens, der den Menschen Orientierung für ihr Leben gibt.
SZ: Es zucken auch treue Katholiken, wenn Sie junge Priester aufrufen, 'Kämpfer für den Glauben' zu sein.
Müller: Wer bibelfest ist, weiß, dass das Bild vom Kämpfer für den Glauben aus dem ersten Timotheusbrief stammt. Ich habe bei der Priesterweihe verdeutlicht, dass man sich für die Glaubensvermittlung anstrengen muss und nicht bequem im Sessel sitzen bleiben darf.
SZ: Es ist aber interessant, wie man das sagt. Warum das Kämpfer-Bild?
Müller: Weil es zu wenige aktive Vermittler des Glaubens gibt. Mit dem Glauben ist es wie mit der Rente. Da haben zu viele zu lange gedacht: Für mich reicht es noch, und die künftige Generation ist mir egal. Da ist das Bild vom Kämpfer ein gutes Bild.
SZ: Sie sprechen von der 'Neuevangelisierung'. Soll ein elitärer Kreis der Evangelisierten die Volkskirche ersetzen?
Müller: Die Kirche kann nur Volkskirche bleiben, wenn ein lebendiger Kern da ist. Wenn die Mitte eines Baumes verfault, bricht auch alles andere auseinander. Es braucht also Christen, die sich für die Verkündigung und Seelsorge besonders engagieren."
Im Gegensatz zu Lazy Lester haben wir es bei Bischof Gerhard Müller (Regensburg) mit Lover and Fighter gleichermaßen zu tun. Das passt nicht jedem, besonders nicht denen, die ihren Bischof gern bei ländlichen Honoratioren sehen und derweil ihre Agenda abarbeiten.
Die Süddeutsche bringt ein Interview:
"SZ: Suchen Sie den Konflikt?
Müller: Man hat es immer einfacher, wenn man die Dinge laufen lässt. Aber dann droht alles auseinander zu bröseln. Ich bin kein Direktor einer Folklore-Bewegung; ich bin nicht Bischof, um nur Feuerwehrautos einzuweihen, Kinder zu herzen und dann wieder wegzufahren. Mir geht es immer um die Vermittlung des Glaubens, der den Menschen Orientierung für ihr Leben gibt.
SZ: Es zucken auch treue Katholiken, wenn Sie junge Priester aufrufen, 'Kämpfer für den Glauben' zu sein.
Müller: Wer bibelfest ist, weiß, dass das Bild vom Kämpfer für den Glauben aus dem ersten Timotheusbrief stammt. Ich habe bei der Priesterweihe verdeutlicht, dass man sich für die Glaubensvermittlung anstrengen muss und nicht bequem im Sessel sitzen bleiben darf.
SZ: Es ist aber interessant, wie man das sagt. Warum das Kämpfer-Bild?
Müller: Weil es zu wenige aktive Vermittler des Glaubens gibt. Mit dem Glauben ist es wie mit der Rente. Da haben zu viele zu lange gedacht: Für mich reicht es noch, und die künftige Generation ist mir egal. Da ist das Bild vom Kämpfer ein gutes Bild.
SZ: Sie sprechen von der 'Neuevangelisierung'. Soll ein elitärer Kreis der Evangelisierten die Volkskirche ersetzen?
Müller: Die Kirche kann nur Volkskirche bleiben, wenn ein lebendiger Kern da ist. Wenn die Mitte eines Baumes verfault, bricht auch alles andere auseinander. Es braucht also Christen, die sich für die Verkündigung und Seelsorge besonders engagieren."
Informator statt Terminator
Endlich: mein Berufsstand hat eine eigene Actionfigur!
"Librarians aren't known for Terminator-style stunts. Rarely do they need to be faster than a speeding bullet or leap tall buildings in a single bound.
Pearl herself comes across as modest and unassuming, but she's an unabashed booster of her profession: 'The role of a librarian is to make sense of the world of information. If that's not a qualification for superhero-dom, what is?'
Amen, says Mark Pahlow, owner of Accoutrements. In addition to historical characters, he looks for action figures in 'people in unusual or underappreciated jobs.'
'Nancy is the quintessential librarian!' Pahlow said, '... She is an iron fist inside a velvet glove. And she does not take herself too seriously.' (...)
Seattle City Librarian Deborah Jacobs, Pearl's boss, said anyone who doesn't view a librarian as a potent force doesn't understand the job. "Ideas are more powerful than bombs," she said. 'Information is the way to take over the world.'"
Eisenfaust, Superheldentum, stärker als Bomben, Welteroberung. Für den Anfang ganz gut.
Endlich: mein Berufsstand hat eine eigene Actionfigur!
"Librarians aren't known for Terminator-style stunts. Rarely do they need to be faster than a speeding bullet or leap tall buildings in a single bound.
Pearl herself comes across as modest and unassuming, but she's an unabashed booster of her profession: 'The role of a librarian is to make sense of the world of information. If that's not a qualification for superhero-dom, what is?'
Amen, says Mark Pahlow, owner of Accoutrements. In addition to historical characters, he looks for action figures in 'people in unusual or underappreciated jobs.'
'Nancy is the quintessential librarian!' Pahlow said, '... She is an iron fist inside a velvet glove. And she does not take herself too seriously.' (...)
Seattle City Librarian Deborah Jacobs, Pearl's boss, said anyone who doesn't view a librarian as a potent force doesn't understand the job. "Ideas are more powerful than bombs," she said. 'Information is the way to take over the world.'"
Eisenfaust, Superheldentum, stärker als Bomben, Welteroberung. Für den Anfang ganz gut.
Heinsesein
Was macht eine Stadt mit einem großen Sohn, den keiner kennt? Sie widmet ihm eine Straße und feiert seinen 200. Todestag mit einem Gedenkjahr.
Aschaffenburg feiert also Johann Jakob Wilhelm Heinse und erhascht ein paar Strahlen aus dem Spätglanz des Nicht-ganz-Klassikers.
Zum Glück gibt es mit Reinhard Paczesny einen lebendigen lokalen Dichter-Satiriker, der uns Normalos Heinse auf respektlose Art näherbringt. Respektlos nicht so sehr gegen Heinse - den erlebte das Publikum gestern auf der Bühne gequält von seinen Kopfdämonen und zerrissen auf der Suche nach seiner wahren Bestimmung - als gegen die "Ascheberscher", die die Qualen ihres Heinse ganz schnell in die richtigen Kategorien stecken ("ganz wie dem Karl sein Obba") und lieber ihren Schafkopf zu Ende spielen.
Recht so.
[Kompliment an die Pennäler-Schauspieler! KGA rocks.]
Was macht eine Stadt mit einem großen Sohn, den keiner kennt? Sie widmet ihm eine Straße und feiert seinen 200. Todestag mit einem Gedenkjahr.
Aschaffenburg feiert also Johann Jakob Wilhelm Heinse und erhascht ein paar Strahlen aus dem Spätglanz des Nicht-ganz-Klassikers.
Zum Glück gibt es mit Reinhard Paczesny einen lebendigen lokalen Dichter-Satiriker, der uns Normalos Heinse auf respektlose Art näherbringt. Respektlos nicht so sehr gegen Heinse - den erlebte das Publikum gestern auf der Bühne gequält von seinen Kopfdämonen und zerrissen auf der Suche nach seiner wahren Bestimmung - als gegen die "Ascheberscher", die die Qualen ihres Heinse ganz schnell in die richtigen Kategorien stecken ("ganz wie dem Karl sein Obba") und lieber ihren Schafkopf zu Ende spielen.
Recht so.
[Kompliment an die Pennäler-Schauspieler! KGA rocks.]
Was glaubten eigentlich die Nazis?
"Unzählige Seiten sind über die Haltung der christlichen Kirchen zu den Nationalsozialisten geschrieben worden, doch merkwürdigerweise gibt es bis heute keine gründliche Studie über die religiösen Anschauungen der Nationalsozialisten."
Ein neues Buch schließt die Lücke auch nicht, sagt die SZ.
"Unzählige Seiten sind über die Haltung der christlichen Kirchen zu den Nationalsozialisten geschrieben worden, doch merkwürdigerweise gibt es bis heute keine gründliche Studie über die religiösen Anschauungen der Nationalsozialisten."
Ein neues Buch schließt die Lücke auch nicht, sagt die SZ.
Doch keine Vakanz
Paul-Werner Scheele: "Bischöfe kommen und gehen, Jesus Christus bleibt."
- So richtig vakant ist Würzburg also nicht.
- Nicht nur Bischöfe kommen und gehen. Alle andern auch.
Paul-Werner Scheele: "Bischöfe kommen und gehen, Jesus Christus bleibt."
- So richtig vakant ist Würzburg also nicht.
- Nicht nur Bischöfe kommen und gehen. Alle andern auch.
Europas Gewaltlosigkeit
In der "Welt" werden intellektuelle Europaträume referiert:
"Das Plädoyer von Jürgen Habermas zeigt eine ähnliche Struktur. (...) Also charakterisiert er die europäischen Gesellschaften exakt so, dass es diese Absicht stützt: Er hebt ihren hohen Säkularisierungsgrad hervor, ihr Vertrauen in die Steuerungsleistungen des Staates bei gleichzeitiger Skepsis gegenüber den Steuerungsleistungen des freien Marktes, ihr ausgeprägtes Misstrauen gegenüber technischer Fortschrittsbegeisterung und ihre niedrige Toleranz angesichts von Gewalt gegen Personen."
Lies: "gegen geborene Personen". (Wie hoch liegt eigentlich die gemittelte Abtreibungsrate in der Europäischen Union?)
In der "Welt" werden intellektuelle Europaträume referiert:
"Das Plädoyer von Jürgen Habermas zeigt eine ähnliche Struktur. (...) Also charakterisiert er die europäischen Gesellschaften exakt so, dass es diese Absicht stützt: Er hebt ihren hohen Säkularisierungsgrad hervor, ihr Vertrauen in die Steuerungsleistungen des Staates bei gleichzeitiger Skepsis gegenüber den Steuerungsleistungen des freien Marktes, ihr ausgeprägtes Misstrauen gegenüber technischer Fortschrittsbegeisterung und ihre niedrige Toleranz angesichts von Gewalt gegen Personen."
Lies: "gegen geborene Personen". (Wie hoch liegt eigentlich die gemittelte Abtreibungsrate in der Europäischen Union?)
R. S. Thomas: Gifts
From my father my strong heart,
My weak stomach.
From my mother my fear.
From my sad country the shame.
To my wife all I have
Saving only the love
That is not mine to give.
To my one son the hunger.
Von meinem Vater das starke Herz,
den empfindlichen Magen.
Von meiner Mutter die Angst.
Von meinem traurigen Land die Scham.
Meiner Frau alles, was ich habe
(Bewahre nur die Liebe
die nicht ich verschenken kann).
Meinem einen Sohn den Hunger.
From my father my strong heart,
My weak stomach.
From my mother my fear.
From my sad country the shame.
To my wife all I have
Saving only the love
That is not mine to give.
To my one son the hunger.
Von meinem Vater das starke Herz,
den empfindlichen Magen.
Von meiner Mutter die Angst.
Von meinem traurigen Land die Scham.
Meiner Frau alles, was ich habe
(Bewahre nur die Liebe
die nicht ich verschenken kann).
Meinem einen Sohn den Hunger.
14. Juli 2003
Geistliche Gourmets
Vorhin vergessen: Öffentlich unbeachtet bleiben soll der elitäre Klang und die vermutliche Wirkung von "evangelische Akademien" und "Studentengemeinden" bei und auf Ulrich Beer. Ever worked in a coal mine? (Ich auch nicht; hab's nur bis in die Papierfabrik gebracht und dort wunderbare Monate verbracht.)
Vorhin vergessen: Öffentlich unbeachtet bleiben soll der elitäre Klang und die vermutliche Wirkung von "evangelische Akademien" und "Studentengemeinden" bei und auf Ulrich Beer. Ever worked in a coal mine? (Ich auch nicht; hab's nur bis in die Papierfabrik gebracht und dort wunderbare Monate verbracht.)
Abendmahl als Großabfütterung und Null-Erlebnis
Beim "Christ in der Gegenwart" findet sich ein Gespräch zwischen Ulrich Beer und seiner Frau Roswitha Stemmer-Beer. Wie üblich, arbeite ich mich an einer Passage ab, mit der ich nicht übereinstimme:
"Ulrich Beer: Besonders schön erlebte ich die Abendmahlsfeiern in kleinen Kreisen, zum Abschluß von Tagungen, etwa in evangelischen Akademien, zum Beispiel Loccum oder Tutzing, ebenso in Studentengemeinden. An ökumenische Eucharistiefeiern erinnere ich mich ebenfalls. Was mich allerdings immer wieder und immer mehr stört, ist die anonyme, kollektive 'Großabfütterung' in Gottesdiensten, in denen einer den anderen nicht kennt, auch nicht kennenlernen will, wo man die Umstehenden aber mit dem Friedensgruß kurz kontaktieren soll. Das kommt mir künstlich und gewollt vor. Ich habe mich dadurch sogar schon von der Teilnahme am Abendmahl abhalten lassen. Überhaupt ist mir die regelmäßige Teilnahme nicht mehr so wichtig. Ich kann auch Gemeinschaft mit Gott in Christus so herbeisehnen, daß ich sie zu fühlen meine. Was hindert mich, mein eigenes Abendmahl zu feiern - auch mit eigenem Wein, getreu dem Auftrag: 'Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis'?
Roswitha Stemmer-Beer: Das kann ich verstehen und vollziehe es gern nach und mit. Aber ist ein solches Feiern dann nicht doch sehr irdisch und kein 'heiliges' Abendmahl mehr? Hast du dich dann nicht auch vom lutherischen ganz zum reformierten Verständnis des Abendmahls als Gedächtnismahl hinentwickelt?
Ulrich Beer: Die Unterschiede sind für mich nicht mehr so trennscharf bedeutsam. Und ist der 'Gedächtnisauftrag' nicht von Jesus selbst ausgesprochen? Ich meine, entscheidend ist doch, was es in mir bewirkt: Über das Gedächtnis die lebendige Verbindung mit Gott und den Menschen und die innere Stärkung des Glaubens. Dazu kommt die innere Verbindung mit der Christenheit, der unsichtbaren Kirche. Mit der sichtbaren, organisierten Kirche habe ich nicht nur gute Erfahrung."
Unkommentiert lasse ich die ökumenischen Eucharistien und UBs eigene Abendmähler und stürze mich nur auf zwei Aspekte, die ich gaaanz anders "erlebe":
Ich verstehe die Abneigung von UB gegen Großabfütterungen und anonyme Gottesdienste in anonymen Gemeinden etc.; die "Abendmähler" in einer Kuschel-, Freundes-, Familien- oder sonstwie vertrauten und homogenen Gruppe haben etwas für sich - absolut.
Nur: Der Einladende ist Jesus Christus - wie wir letzthin wieder gehört haben - und wer nicht zur Hochzeit kommt, weil außer ihm und seinen Lieben noch 250 oder tausend andere Gäste auftauchen, die er noch nicht kennt, der verhätschelt vielleicht doch seine schöne Seele. Oder im biblischen Bild: Es sind die Pharisäer, die als religiöse Gourmets gerne unter sich bleiben; bei den Zöllnern, hinten, vorne, im Seitenschiff, bei den namenlosen Spießbürgern und getauften Dummköpfen, den alten, nie emanzipierten Frauen und den Normalos im Sonntagsstaat, den Tuschlern und Schwätzern fühlt sich unser Herr wohl. Nicht weil er Zöllner per se liebt oder weil er Dummheit lieber mag als aufgeklärte Intellektualität (die oft genug wieder eine spezielle Form von Dummheit ist), sondern weil hier der Dank und die Überraschung ehrlicher sind. Weil ER das Törichte in der Welt erwählt hat. Weil hier neben dem "Dienstboten" (Phil 2, 7) Jesus die "Narren" (2 Koer 12, 12) und "Bastarde" (1 Kor 15, 8) sitzen.
Ich verstehe auch die Sehnsucht von UB nach einem Gottesdienst-Erlebnis. Der immergleiche Ritus, die Körpergerüche der Banknachbarn, alternde Organisten und beschränkte Priester vermiesen es auch mir oft genug.
Worauf kommt es mir denn an? "If I could just touch the hem of his garment", sehnt sich der Gospelsong - und jetzt, hier, berührt mich der Saum des Gewandes Christi; er hat mich "whole", heil und ganz gemacht, und ich habe nichts gespürt, gefühlt. Was ist daran so schlimm?
Es gibt den Glaubensalltag, und meine Feiertage datiert Gott. Ob ein Gottesdienst ein Erlebnis wird, liegt bei ihm. Es muß ja nicht gleich die "Dunkle Nacht" sein, in die ER uns hineinnimmt. Aber vielleicht schenkt er uns ja auch nur ein paar graue, vernebelte Tage, die meinen Glauben innerlich stärken und mich mit der sichtbar-unsichtbaren Kirche gleichermaßen verbinden. Wer bin ich, daß ich da Nein sagen dürfte?
Gerade die Psychologen müssten es besser wissen: Die Fixierung auf eine Erfahrung, die ich machen will, zwingt diese gerade nicht herbei, sondern führt eher zu Erwartungsangst, lähmt und erzwingt Fluchtverhalten. Eine Prise paradoxe Intention empfehle ich Ulrich Beer als Gegenmittel.
Beim "Christ in der Gegenwart" findet sich ein Gespräch zwischen Ulrich Beer und seiner Frau Roswitha Stemmer-Beer. Wie üblich, arbeite ich mich an einer Passage ab, mit der ich nicht übereinstimme:
"Ulrich Beer: Besonders schön erlebte ich die Abendmahlsfeiern in kleinen Kreisen, zum Abschluß von Tagungen, etwa in evangelischen Akademien, zum Beispiel Loccum oder Tutzing, ebenso in Studentengemeinden. An ökumenische Eucharistiefeiern erinnere ich mich ebenfalls. Was mich allerdings immer wieder und immer mehr stört, ist die anonyme, kollektive 'Großabfütterung' in Gottesdiensten, in denen einer den anderen nicht kennt, auch nicht kennenlernen will, wo man die Umstehenden aber mit dem Friedensgruß kurz kontaktieren soll. Das kommt mir künstlich und gewollt vor. Ich habe mich dadurch sogar schon von der Teilnahme am Abendmahl abhalten lassen. Überhaupt ist mir die regelmäßige Teilnahme nicht mehr so wichtig. Ich kann auch Gemeinschaft mit Gott in Christus so herbeisehnen, daß ich sie zu fühlen meine. Was hindert mich, mein eigenes Abendmahl zu feiern - auch mit eigenem Wein, getreu dem Auftrag: 'Solches tut, so oft ihr's trinket, zu meinem Gedächtnis'?
Roswitha Stemmer-Beer: Das kann ich verstehen und vollziehe es gern nach und mit. Aber ist ein solches Feiern dann nicht doch sehr irdisch und kein 'heiliges' Abendmahl mehr? Hast du dich dann nicht auch vom lutherischen ganz zum reformierten Verständnis des Abendmahls als Gedächtnismahl hinentwickelt?
Ulrich Beer: Die Unterschiede sind für mich nicht mehr so trennscharf bedeutsam. Und ist der 'Gedächtnisauftrag' nicht von Jesus selbst ausgesprochen? Ich meine, entscheidend ist doch, was es in mir bewirkt: Über das Gedächtnis die lebendige Verbindung mit Gott und den Menschen und die innere Stärkung des Glaubens. Dazu kommt die innere Verbindung mit der Christenheit, der unsichtbaren Kirche. Mit der sichtbaren, organisierten Kirche habe ich nicht nur gute Erfahrung."
Unkommentiert lasse ich die ökumenischen Eucharistien und UBs eigene Abendmähler und stürze mich nur auf zwei Aspekte, die ich gaaanz anders "erlebe":
Ich verstehe die Abneigung von UB gegen Großabfütterungen und anonyme Gottesdienste in anonymen Gemeinden etc.; die "Abendmähler" in einer Kuschel-, Freundes-, Familien- oder sonstwie vertrauten und homogenen Gruppe haben etwas für sich - absolut.
Nur: Der Einladende ist Jesus Christus - wie wir letzthin wieder gehört haben - und wer nicht zur Hochzeit kommt, weil außer ihm und seinen Lieben noch 250 oder tausend andere Gäste auftauchen, die er noch nicht kennt, der verhätschelt vielleicht doch seine schöne Seele. Oder im biblischen Bild: Es sind die Pharisäer, die als religiöse Gourmets gerne unter sich bleiben; bei den Zöllnern, hinten, vorne, im Seitenschiff, bei den namenlosen Spießbürgern und getauften Dummköpfen, den alten, nie emanzipierten Frauen und den Normalos im Sonntagsstaat, den Tuschlern und Schwätzern fühlt sich unser Herr wohl. Nicht weil er Zöllner per se liebt oder weil er Dummheit lieber mag als aufgeklärte Intellektualität (die oft genug wieder eine spezielle Form von Dummheit ist), sondern weil hier der Dank und die Überraschung ehrlicher sind. Weil ER das Törichte in der Welt erwählt hat. Weil hier neben dem "Dienstboten" (Phil 2, 7) Jesus die "Narren" (2 Koer 12, 12) und "Bastarde" (1 Kor 15, 8) sitzen.
Ich verstehe auch die Sehnsucht von UB nach einem Gottesdienst-Erlebnis. Der immergleiche Ritus, die Körpergerüche der Banknachbarn, alternde Organisten und beschränkte Priester vermiesen es auch mir oft genug.
Worauf kommt es mir denn an? "If I could just touch the hem of his garment", sehnt sich der Gospelsong - und jetzt, hier, berührt mich der Saum des Gewandes Christi; er hat mich "whole", heil und ganz gemacht, und ich habe nichts gespürt, gefühlt. Was ist daran so schlimm?
Es gibt den Glaubensalltag, und meine Feiertage datiert Gott. Ob ein Gottesdienst ein Erlebnis wird, liegt bei ihm. Es muß ja nicht gleich die "Dunkle Nacht" sein, in die ER uns hineinnimmt. Aber vielleicht schenkt er uns ja auch nur ein paar graue, vernebelte Tage, die meinen Glauben innerlich stärken und mich mit der sichtbar-unsichtbaren Kirche gleichermaßen verbinden. Wer bin ich, daß ich da Nein sagen dürfte?
Gerade die Psychologen müssten es besser wissen: Die Fixierung auf eine Erfahrung, die ich machen will, zwingt diese gerade nicht herbei, sondern führt eher zu Erwartungsangst, lähmt und erzwingt Fluchtverhalten. Eine Prise paradoxe Intention empfehle ich Ulrich Beer als Gegenmittel.
Von drinnen für draußen
"Haeftling kommt aus dem Knast Tegel.
Die erste Marke für Jailwear.
Von Inhaftierten handgefertigt."
(via netbib)
"Haeftling kommt aus dem Knast Tegel.
Die erste Marke für Jailwear.
Von Inhaftierten handgefertigt."
(via netbib)
13. Juli 2003
Im Nirgendwo angekommen
Es gibt einen Weg aus der Finanzmisere in Deutschland! Doch! Klicken Sie hier!
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Liturgie statt Beschränktheit
Eine schöne, verständliche und kurze Übersicht über die Eigenart orthodoxer bzw. griechisch-katholischer Spiritualität und Liturgie gibt es auf den Seiten der Griechisch-Katholischen Kirche in der Slowakei.
Besonders der Passus: "Der Aufbau der langen Gottesdienste zielt weniger auf eindeutiges rationales Verstehen durch die Gläubigen, als daß er ihnen Freiraum läßt für ein individuelles Erleben des Gottesdienstes. Das Ziel ist, mit Gott zu sein und sich mit dem gefeierten Geheimnis zu vereinigen. Charakteristisch ist das Mehrmalige der Gebete, damit die Gläubigen die Wahrheiten tiefer und bewußter erleben können." trifft mein Erleben der Liturgie am vergangenen Samstag.
Kann es sein, daß der einzelne Christ viel freier, persönlicher, ganzheitlich-inniger vor Gott steht, wenn er nicht verbal-gewaltsam, durch Gemeindegesänge, verschiedenste Hinführungen und Einleitungen, durch Predigt und Aufrufe, durch gutgemeinte Geschichten und Sketche, in den Senkel gestellt wird? "Heute steht im Mittelpunkt unseres Gemeindegottesdienstes das Thema: 'Aufeinander zugehen - miteinander feiern'" - "Wir hören statt der Predigt heute die Geschichte von der Maus und dem Elefanten" - "Wir sind des Herrn Gemeinde und feiern seinen Tod" - "An diesem Misereor-Sonntag soll uns der Gedanke beschäftigen, wie wir am besten gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern in der vierten Welt ..." - das alles greift viel stärker in meine, deine, unser aller Mitfeier ein als Gloria, Sanctus, Ektenien und Trishagion zusammen.
Vor allem aber liefert es uns der Endlichkeit, der Parteilichkeit und beschränkten Einsicht von Priestern, (gutmeinenden und gutwilligen, kein Zweifel!) Laien-Mitwirkenden, Vorbereitungsteams und Arbeitsgruppen aus. Und manchmal auch schlicht ihrer - Dummheit. (Dabei ist Liturgie eben gerade dazu gut, die Dummheit des Klerus und die Dummheit der Gläubigen soweit als möglich aus dem Gottesdienst zu verbannen.)
Eine schöne, verständliche und kurze Übersicht über die Eigenart orthodoxer bzw. griechisch-katholischer Spiritualität und Liturgie gibt es auf den Seiten der Griechisch-Katholischen Kirche in der Slowakei.
Besonders der Passus: "Der Aufbau der langen Gottesdienste zielt weniger auf eindeutiges rationales Verstehen durch die Gläubigen, als daß er ihnen Freiraum läßt für ein individuelles Erleben des Gottesdienstes. Das Ziel ist, mit Gott zu sein und sich mit dem gefeierten Geheimnis zu vereinigen. Charakteristisch ist das Mehrmalige der Gebete, damit die Gläubigen die Wahrheiten tiefer und bewußter erleben können." trifft mein Erleben der Liturgie am vergangenen Samstag.
Kann es sein, daß der einzelne Christ viel freier, persönlicher, ganzheitlich-inniger vor Gott steht, wenn er nicht verbal-gewaltsam, durch Gemeindegesänge, verschiedenste Hinführungen und Einleitungen, durch Predigt und Aufrufe, durch gutgemeinte Geschichten und Sketche, in den Senkel gestellt wird? "Heute steht im Mittelpunkt unseres Gemeindegottesdienstes das Thema: 'Aufeinander zugehen - miteinander feiern'" - "Wir hören statt der Predigt heute die Geschichte von der Maus und dem Elefanten" - "Wir sind des Herrn Gemeinde und feiern seinen Tod" - "An diesem Misereor-Sonntag soll uns der Gedanke beschäftigen, wie wir am besten gemeinsam mit unseren Brüdern und Schwestern in der vierten Welt ..." - das alles greift viel stärker in meine, deine, unser aller Mitfeier ein als Gloria, Sanctus, Ektenien und Trishagion zusammen.
Vor allem aber liefert es uns der Endlichkeit, der Parteilichkeit und beschränkten Einsicht von Priestern, (gutmeinenden und gutwilligen, kein Zweifel!) Laien-Mitwirkenden, Vorbereitungsteams und Arbeitsgruppen aus. Und manchmal auch schlicht ihrer - Dummheit. (Dabei ist Liturgie eben gerade dazu gut, die Dummheit des Klerus und die Dummheit der Gläubigen soweit als möglich aus dem Gottesdienst zu verbannen.)
Das Wagnis von innen
Eudora Welty am Ende von "Eine Stimme finden":
"Wie Sie gesehen haben, bin ich eine Schriftstellerin, die einem behüteten Leben entstammt. Ein behütetes Leben kann dennoch ein waghalsiges Leben sein. Denn aller ernsthafte Wagemut kommt von innen heraus." ("As you have seen, I am a writer who came of a sheltered life. A sheltered life can be a daring life as well. For all serious daring starts from within.")
Eudora Welty am Ende von "Eine Stimme finden":
"Wie Sie gesehen haben, bin ich eine Schriftstellerin, die einem behüteten Leben entstammt. Ein behütetes Leben kann dennoch ein waghalsiges Leben sein. Denn aller ernsthafte Wagemut kommt von innen heraus." ("As you have seen, I am a writer who came of a sheltered life. A sheltered life can be a daring life as well. For all serious daring starts from within.")
King James Version und Romans
Eudora Welty in ihren Erinnerungen "One Writer's Beginnings": "Wie viele von uns, aus meiner Generation von angehenden Südstaatenschriftstellern, waren auf die eine oder andere Weise, wenn nicht gar gleichermaßen, damit gesegnet, daß uns nicht die Bibelversion von King James vorenthalten wurde. Ihr Klang drang für immer in unsere Ohren und unsere Erinnerung." (Eine Stimme finden, 55f)
Ihrem Übersetzer Rüdiger Imhof (diesem Rüdiger Imhof?) wurde dieser Segen leider nicht zuteil. Denn König Jakob I. steht nicht für eine eigene Bibelversion, sondern nur für eine Übersetzung derselben. Und weder King James noch D. Martin Luther noch Eudora Welty kennen - im Gegensatz zum Übersetzer - mehr als einen Römerbrief. ("Von Zeit zu Zeit zuckten dann ihre Lippen über den ernsten und strengen Büchern der Bibel, zum Beispiel den Römerbriefen ...")
Eudora Welty in ihren Erinnerungen "One Writer's Beginnings": "Wie viele von uns, aus meiner Generation von angehenden Südstaatenschriftstellern, waren auf die eine oder andere Weise, wenn nicht gar gleichermaßen, damit gesegnet, daß uns nicht die Bibelversion von King James vorenthalten wurde. Ihr Klang drang für immer in unsere Ohren und unsere Erinnerung." (Eine Stimme finden, 55f)
Ihrem Übersetzer Rüdiger Imhof (diesem Rüdiger Imhof?) wurde dieser Segen leider nicht zuteil. Denn König Jakob I. steht nicht für eine eigene Bibelversion, sondern nur für eine Übersetzung derselben. Und weder King James noch D. Martin Luther noch Eudora Welty kennen - im Gegensatz zum Übersetzer - mehr als einen Römerbrief. ("Von Zeit zu Zeit zuckten dann ihre Lippen über den ernsten und strengen Büchern der Bibel, zum Beispiel den Römerbriefen ...")
12. Juli 2003
Eudora
Wußte ich gar nicht: Eudora gibt es ja immer noch. Patin ist übrigens Eudora Welty mit ihrer Geschichte "Warum ich in einem Postamt lebe".
Wußte ich gar nicht: Eudora gibt es ja immer noch. Patin ist übrigens Eudora Welty mit ihrer Geschichte "Warum ich in einem Postamt lebe".
Librophilie
"Es war für mich beunruhigend und enttäuschend herauszufinden, daß Geschichtenbücher von Menschen geschrieben worden waren, daß Bücher keine Naturwunder waren, die aus sich selbst heraus entstehen wie das Gras. Doch ungeachtet dessen, woher sie kamen, kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht in sie verliebt war - in die Bücher selbst, den Deckel und Einband und das Papier, auf das sie gedruckt waren, mit ihrem Geruch und ihrem Gewicht und dem Gefühl, sie in meinen Armen zu halten, erbeutet und zu mir entführt. Obwohl des Schreibens und Lesens unkundig, war ich für sie bereit und darauf bedacht, ihnen alles Lesen angedeihen zu lassen, das ich ihnen zu geben imstande war." (Eudora Welty: Eine Stimme finden.- München: btb, 2001, 18f.)
"Es war für mich beunruhigend und enttäuschend herauszufinden, daß Geschichtenbücher von Menschen geschrieben worden waren, daß Bücher keine Naturwunder waren, die aus sich selbst heraus entstehen wie das Gras. Doch ungeachtet dessen, woher sie kamen, kann ich mich an keine Zeit erinnern, in der ich nicht in sie verliebt war - in die Bücher selbst, den Deckel und Einband und das Papier, auf das sie gedruckt waren, mit ihrem Geruch und ihrem Gewicht und dem Gefühl, sie in meinen Armen zu halten, erbeutet und zu mir entführt. Obwohl des Schreibens und Lesens unkundig, war ich für sie bereit und darauf bedacht, ihnen alles Lesen angedeihen zu lassen, das ich ihnen zu geben imstande war." (Eudora Welty: Eine Stimme finden.- München: btb, 2001, 18f.)
11. Juli 2003
Musiktherapie
Nicht schlecht gegen Kopfschmerzen: Cowboy Junkies: Rarities, B-Sides and Slow, Sad Walzes.
Margo, soothe my achin' head.
Nicht schlecht gegen Kopfschmerzen: Cowboy Junkies: Rarities, B-Sides and Slow, Sad Walzes.
Margo, soothe my achin' head.
Im deutschen Sommertheater fehlen die katholischen Schauspieler. Anbei ein kleines Skript, das die katholische Perspektive angemessen zur Geltung bringen könnte:
"Wir sind Kirche": Papst soll Sommerurlaub in Italien absagen
(kna) Hannover. Christian Weisner, Sprecher der KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" forderte Papst Johannes Paul II. auf, seinen geplanten Sommerurlaub in Italien abzusagen. "Der Papst sollte dem mutigen Schritt von Gerhard Schröder folgen und dieses Jahr nicht nach Italien fahren. Es muß ja nicht gleich Hannover sein; unserer Meinung nach ist er in seiner Heimat Polen viel besser aufgehoben", meint Weisner, der selbst in Hannover lebt. "Es geht jetzt darum, ein prophetisches Zeichen gegen alle zu setzen, die das respektvolle Miteinander der Nationen und die kommunikative Begegnung der Kulturen immer wieder durch bösartige Bemerkungen unterminieren wollen."
Der renommierte katholische Theologie Hans Küng stellte fest, daß die Zeit reif sei, den Hauptsitz der Amtskirche aus dem Vatikan heraus zu verlegen. Küng, der seinen Jahresurlaub im Schweizer Sursee verbringen will, regte ein Kirchenplebiszit zu dieser Frage an: "Es kann nur weltweit, ja global entschieden werden, an welchem Ort das überholte System der römischen Kirchenleitung durch ein zeitgemäßes, ökumenisch und weltethisch orientiertes Papsttum abgelöst werden soll."
Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich bislang noch nicht offiziell geäußert. Ihre Kommission für Migrationsfragen bereitet allerdings ein Dokument zur sittlich verantwortlichen Urlaubsgestaltung vor, das auch eine Hilfestellung bei der Wahl des Urlaubsortes geben soll.
"Wir sind Kirche": Papst soll Sommerurlaub in Italien absagen
(kna) Hannover. Christian Weisner, Sprecher der KirchenVolksBewegung "Wir sind Kirche" forderte Papst Johannes Paul II. auf, seinen geplanten Sommerurlaub in Italien abzusagen. "Der Papst sollte dem mutigen Schritt von Gerhard Schröder folgen und dieses Jahr nicht nach Italien fahren. Es muß ja nicht gleich Hannover sein; unserer Meinung nach ist er in seiner Heimat Polen viel besser aufgehoben", meint Weisner, der selbst in Hannover lebt. "Es geht jetzt darum, ein prophetisches Zeichen gegen alle zu setzen, die das respektvolle Miteinander der Nationen und die kommunikative Begegnung der Kulturen immer wieder durch bösartige Bemerkungen unterminieren wollen."
Der renommierte katholische Theologie Hans Küng stellte fest, daß die Zeit reif sei, den Hauptsitz der Amtskirche aus dem Vatikan heraus zu verlegen. Küng, der seinen Jahresurlaub im Schweizer Sursee verbringen will, regte ein Kirchenplebiszit zu dieser Frage an: "Es kann nur weltweit, ja global entschieden werden, an welchem Ort das überholte System der römischen Kirchenleitung durch ein zeitgemäßes, ökumenisch und weltethisch orientiertes Papsttum abgelöst werden soll."
Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich bislang noch nicht offiziell geäußert. Ihre Kommission für Migrationsfragen bereitet allerdings ein Dokument zur sittlich verantwortlichen Urlaubsgestaltung vor, das auch eine Hilfestellung bei der Wahl des Urlaubsortes geben soll.
10. Juli 2003
Überraschungsliturgie
Samstag abend im Chiemgau: Statt der erwarteten Sonntagsvorabendesse in der rokokosierenden Dorfkirche die "Göttliche Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus", gefeiert von einem griechisch-katholischen Priester und begleitet vom Münchner Madrigalchor. Trotz Orientierungsblatt war die gut-katholische Gemeinde und Scipio etwas verloren - aber der Show-Effekt verflog doch recht schnell. Denn weder Pope, Altardiener noch Chor nahmen Rücksicht auf Neugierde und Unverständnis, und feierten die göttlichen Geheimnisse "drauflos".
Über diese ganz andere Liturgie gäbe es noch viel zu sagen, aber das muß ich ein ander Mal tun.
Samstag abend im Chiemgau: Statt der erwarteten Sonntagsvorabendesse in der rokokosierenden Dorfkirche die "Göttliche Liturgie des Heiligen Johannes Chrysostomus", gefeiert von einem griechisch-katholischen Priester und begleitet vom Münchner Madrigalchor. Trotz Orientierungsblatt war die gut-katholische Gemeinde und Scipio etwas verloren - aber der Show-Effekt verflog doch recht schnell. Denn weder Pope, Altardiener noch Chor nahmen Rücksicht auf Neugierde und Unverständnis, und feierten die göttlichen Geheimnisse "drauflos".
Über diese ganz andere Liturgie gäbe es noch viel zu sagen, aber das muß ich ein ander Mal tun.
Glaubensfolgen
"Sind Sie ein katholischer Schriftsteller?", wurde Walker Percy oft gefragt. Er reagierte dann erst einmal ironisch-negativ: Das sei doch ein Etikett, was dem Absatz seiner Bücher überhaupt nicht förderlich sei.
Im nächsten Satz wurde er konkreter: Er sei ein Katholik, und "of course, my faith informs my books". Inform - nicht so sehr in der Bedeutung informieren als: von innen her gestalten, formen, durchdringen. Was er schreibe, schreibe er aus dieser Perspektive. (Und deshalb beginne er meistens mit einem Menschen, der in einer Klemme (predicament) steckt.)
Bei einem Schriftsteller wird es vielleicht deutlicher, aus welcher Perspektive er die Welt sieht. Aber die In-Form des Glaubens kann auch jede andere Tätigkeit gestalten und durchdringen.
"Sind Sie ein katholischer Schriftsteller?", wurde Walker Percy oft gefragt. Er reagierte dann erst einmal ironisch-negativ: Das sei doch ein Etikett, was dem Absatz seiner Bücher überhaupt nicht förderlich sei.
Im nächsten Satz wurde er konkreter: Er sei ein Katholik, und "of course, my faith informs my books". Inform - nicht so sehr in der Bedeutung informieren als: von innen her gestalten, formen, durchdringen. Was er schreibe, schreibe er aus dieser Perspektive. (Und deshalb beginne er meistens mit einem Menschen, der in einer Klemme (predicament) steckt.)
Bei einem Schriftsteller wird es vielleicht deutlicher, aus welcher Perspektive er die Welt sieht. Aber die In-Form des Glaubens kann auch jede andere Tätigkeit gestalten und durchdringen.
4. Juli 2003
Ruhe
Es ist tatsächlich ein Fluch, den der Psalmist GOtt in den Mund legt:
"Darum habe ich in meinem Zorn geschworen:
Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe." (Ps 95, 11)
("So I took an oath in my anger:
Never shall they enter my rest.")
Und das traditionelle R.i.P. ist ernst gemeint. Es fällt uns nur schwer, den Begriff der Ruhe mit lebendigstem Leben zusammenzusehen. Frieden ist etwas anderes als Friedhofsruhe.
"Nach dem Tod ist alles aus" - so lautet der Wunsch säkularisierter Volksfrömmigkeit.
Der Tod ist der Anfang der Stille GOttes.
Es ist tatsächlich ein Fluch, den der Psalmist GOtt in den Mund legt:
"Darum habe ich in meinem Zorn geschworen:
Sie sollen nicht kommen in das Land meiner Ruhe." (Ps 95, 11)
("So I took an oath in my anger:
Never shall they enter my rest.")
Und das traditionelle R.i.P. ist ernst gemeint. Es fällt uns nur schwer, den Begriff der Ruhe mit lebendigstem Leben zusammenzusehen. Frieden ist etwas anderes als Friedhofsruhe.
"Nach dem Tod ist alles aus" - so lautet der Wunsch säkularisierter Volksfrömmigkeit.
Der Tod ist der Anfang der Stille GOttes.
Bischof Paul Werner zieht Bilanz
"Bischof Scheele: Aber gerade weil es um das Allerheiligste geht, wenn ich das einmal in unserer Terminologie sagen darf, ist auch Verantwortung gefragt. Wenn ein katholischer Priester erklärt, jeder Mensch könne Eucharistie feiern, wird etwas vom Innersten des kirchlichen Lebens tangiert. Das kann man nicht einfach als kleinen Irrtum auf sich beruhen lassen.
RM: Warum verstehen das so viele Gläubige heute nicht mehr?
Bischof Scheele: Das hat viele Wurzeln. Es ist eine Anfrage an die gesamte Pastoral und die Katechese, ob wir alles tun, um das Geheimnis der Eucharistie so zu vermitteln, wie es uns gegeben ist. Die Liturgie-Konstitution hat schon vor 40 Jahren die wissende, tätige und fruchtbare Teilnahme der Gläubigen an der Eucharistie gefordert. Hier ist noch sehr vieles nachzuholen.
RM: Das heißt: mehr Katechese?
Bischof Scheele: Natürlich. Es geht aber auch um die Art und Weise der Zelebration selbst. Es gibt Mitbrüder, die machen das glänzend. Andere ändern in einer ganz neuen Form von Klerikalismus die Messtexte ständig ab. Liturgie braucht den Bereich des Vertrauten. Ich kann nicht in jedem Gottesdienst immer wieder von vorne anfangen. Dann werden die Gläubigen vom Mitbeten und Mitvollziehen abgelenkt und wissen nicht mehr, was hier eigentlich geschieht." (Rheinischer Merkur)
"Bischof Scheele: Aber gerade weil es um das Allerheiligste geht, wenn ich das einmal in unserer Terminologie sagen darf, ist auch Verantwortung gefragt. Wenn ein katholischer Priester erklärt, jeder Mensch könne Eucharistie feiern, wird etwas vom Innersten des kirchlichen Lebens tangiert. Das kann man nicht einfach als kleinen Irrtum auf sich beruhen lassen.
RM: Warum verstehen das so viele Gläubige heute nicht mehr?
Bischof Scheele: Das hat viele Wurzeln. Es ist eine Anfrage an die gesamte Pastoral und die Katechese, ob wir alles tun, um das Geheimnis der Eucharistie so zu vermitteln, wie es uns gegeben ist. Die Liturgie-Konstitution hat schon vor 40 Jahren die wissende, tätige und fruchtbare Teilnahme der Gläubigen an der Eucharistie gefordert. Hier ist noch sehr vieles nachzuholen.
RM: Das heißt: mehr Katechese?
Bischof Scheele: Natürlich. Es geht aber auch um die Art und Weise der Zelebration selbst. Es gibt Mitbrüder, die machen das glänzend. Andere ändern in einer ganz neuen Form von Klerikalismus die Messtexte ständig ab. Liturgie braucht den Bereich des Vertrauten. Ich kann nicht in jedem Gottesdienst immer wieder von vorne anfangen. Dann werden die Gläubigen vom Mitbeten und Mitvollziehen abgelenkt und wissen nicht mehr, was hier eigentlich geschieht." (Rheinischer Merkur)
More last than star
Dylan fehlt den Pfarrkindern von St. Blog's immer noch. Weiterbeten.
"love is the voice under all silences,
the hope which has no opposite in fear;
the strength so strong mere force is feebleness:
the truth more first than sun more last than star" (E. E. Cummings)
Dylan fehlt den Pfarrkindern von St. Blog's immer noch. Weiterbeten.
"love is the voice under all silences,
the hope which has no opposite in fear;
the strength so strong mere force is feebleness:
the truth more first than sun more last than star" (E. E. Cummings)
3. Juli 2003
Blogger-Sünden - Checkliste
Langweilen.
Unnötigerweise nicht bloggen.
Die eigene Eitelkeit nicht erkennen.
Quellen nicht angeben.
Deep Linking zu urheberrechtlich geschütztem Material (läßlich?).
Auf Kommentare nicht antworten.
Anonym bleiben. (Hmmm. Naja, die richtige Google-Suche reicht bei mir schon.)
Das wirkliche Leben versäumen.
Langweilen.
Unnötigerweise nicht bloggen.
Die eigene Eitelkeit nicht erkennen.
Quellen nicht angeben.
Deep Linking zu urheberrechtlich geschütztem Material (läßlich?).
Auf Kommentare nicht antworten.
Anonym bleiben. (Hmmm. Naja, die richtige Google-Suche reicht bei mir schon.)
Das wirkliche Leben versäumen.
Blog-Pause ab Samstag
Frühestens am Mittwoch geht es weiter, das öffentliche Leben als Weblogger. Der wahre Scipio bewegt sich derweil irgendwo zwischen Marquartstein und der bayerischen Landesgrenze.
Ich freue mich schon auf die Chiemgauer Alpen. Und hoffe, daß ich vorher noch ein paar wichtige Dinge und längst überfällige E-Mails erledigen kann.
Frühestens am Mittwoch geht es weiter, das öffentliche Leben als Weblogger. Der wahre Scipio bewegt sich derweil irgendwo zwischen Marquartstein und der bayerischen Landesgrenze.
Ich freue mich schon auf die Chiemgauer Alpen. Und hoffe, daß ich vorher noch ein paar wichtige Dinge und längst überfällige E-Mails erledigen kann.
Müde, erschöpft und nicht allein
Ziemlich "mighty" sind die Blind Boys of Alabama, die seit 1939 Gospel singen. Ihr letztes Album "Higher Ground" hat keine Lyrics; so merkt man - Quatsch: So habe ich erst nach einiger Zeit gemerkt, daß sie auch ein "Marienlied" aufgenommen haben. Im Original stammt es von Ben Harper.
I Shall Not Walk Alone
"Battered and torn
still I can see the light
tattered and worn
but I must kneel to fight
Friend of mine
what can't you spare
I know some times
it gets cold in there
When my legs no longer carry
and the warm wind chills my bones
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone
Hope is alive
while we're apart
only tears
speak from my heart
break the chains
that hold us down
and we shall be
forever bound
When I'm tired and weary
and a long way from home
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone
Beauty that
we left behind
how shall we
tomorrow find
Set aside
our weight in sin
so that we
can live again
When my legs no longer carry
and the warm wind chills my bones
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone"
Ziemlich "mighty" sind die Blind Boys of Alabama, die seit 1939 Gospel singen. Ihr letztes Album "Higher Ground" hat keine Lyrics; so merkt man - Quatsch: So habe ich erst nach einiger Zeit gemerkt, daß sie auch ein "Marienlied" aufgenommen haben. Im Original stammt es von Ben Harper.
I Shall Not Walk Alone
"Battered and torn
still I can see the light
tattered and worn
but I must kneel to fight
Friend of mine
what can't you spare
I know some times
it gets cold in there
When my legs no longer carry
and the warm wind chills my bones
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone
Hope is alive
while we're apart
only tears
speak from my heart
break the chains
that hold us down
and we shall be
forever bound
When I'm tired and weary
and a long way from home
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone
Beauty that
we left behind
how shall we
tomorrow find
Set aside
our weight in sin
so that we
can live again
When my legs no longer carry
and the warm wind chills my bones
I reach for Mother Mary
and I shall not walk alone"
"Wear Sunscreen"
Schön, daß es Kurt Vonneguts berühmte nie gehaltene Commencement Speech von 1997 am MIT zu enzyklopädischen Ehren gebracht hat.
Ich finde den Text immer noch genial. Something to live by. Danke, Mary Schmich!
Schön, daß es Kurt Vonneguts berühmte nie gehaltene Commencement Speech von 1997 am MIT zu enzyklopädischen Ehren gebracht hat.
Ich finde den Text immer noch genial. Something to live by. Danke, Mary Schmich!
2. Juli 2003
Noch perverser als gewöhnlich
Aus dem New Scientist:
"Aborted fetuses could become 'unborn mothers'
"Ovarian tissue from aborted human fetuses has been kept alive in the lab, with some cells showing early signs of maturing into fully functional eggs, Israeli scientists have revealed.
Although the possibility remains only theoretical at present, researchers believe it is worth pursuing because there is an acute shortage of donor eggs for women undergoing fertility treatment. If such an egg were used to create a successful pregnancy, the child would have a mother that had never been born.
However, the UK's fertility regulator, the Human Fertilisation and Embryology Authority, said the use of eggs produced in this way for fertility treatment would be illegal. 'It would be difficult for any child to come to terms with being created by aborted fetuses,' said HFEA chair Suzi Leather.
Anti-abortion groups attacked the research, calling it 'macabre'. Nuala Scarisbrick, of the UK group Life said: 'It is sickening and disgusting, even by the low standards of reproductive technology.'"
Aus dem New Scientist:
"Aborted fetuses could become 'unborn mothers'
"Ovarian tissue from aborted human fetuses has been kept alive in the lab, with some cells showing early signs of maturing into fully functional eggs, Israeli scientists have revealed.
Although the possibility remains only theoretical at present, researchers believe it is worth pursuing because there is an acute shortage of donor eggs for women undergoing fertility treatment. If such an egg were used to create a successful pregnancy, the child would have a mother that had never been born.
However, the UK's fertility regulator, the Human Fertilisation and Embryology Authority, said the use of eggs produced in this way for fertility treatment would be illegal. 'It would be difficult for any child to come to terms with being created by aborted fetuses,' said HFEA chair Suzi Leather.
Anti-abortion groups attacked the research, calling it 'macabre'. Nuala Scarisbrick, of the UK group Life said: 'It is sickening and disgusting, even by the low standards of reproductive technology.'"
1. Juli 2003
Morgengebet für Europa
"Maria, Mutter der Hoffnung,
gehe mit uns!
Lehre uns, den lebendigen Gott
zu verkünden;
hilf uns, Jesus, den einzigen Retter,
zu bezeugen;
mach uns hilfsbereit
gegenüber dem Nächsten,
gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen,
laß uns Gerechtigkeit üben,
mach uns zu leidenschaftlichen Baumeistern
einer gerechteren Welt;
lege Fürbitte für uns ein, die wir in der Geschichte
leben und handeln,
in der Gewißheit, daß sich der Plan des Vaters
erfüllen wird.
Morgenröte einer neuen Welt,
erweise dich als Mutter der Hoffnung
und wache über uns!
Wache über die Kirche in Europa:
in ihr scheine das Evangelium durch;
sie sei ein wirklicher Ort der Gemeinschaft;
sie lebe ihre Sendung,
das Evangelium der Hoffnung
zu verkündigen, zu feiern und ihm zu dienen
für den Frieden und zur Freude aller.
Königin des Friedens,
beschütze die Menschheit des Dritten Jahrtausends.
Wache über alle Christen:
Sie mögen zuversichtlich auf dem Weg
der Einheit voranschreiten,
als Sauerteig für die Eintracht des Kontinents.
Wache über die jungen Menschen,
die Hoffnung für die Zukunft:
Sie mögen hochherzig
auf den Ruf Jesu antworten.
Wache über die Verantwortlichen der Nationen:
Sie mögen sich zum Aufbau eines
gemeinsamen Hauses verpflichten,
in dem die Würde und die Rechte eines
jeden Menschen geachtet werden.
Maria, schenke uns Jesus!
Mache, daß wir ihm folgen und ihn lieben!
Er ist die Hoffnung der Kirche,
Europas und der Menschheit.
Er lebt bei uns, mitten unter uns,
in seiner Kirche.
Mit Dir sprechen wir »Komm, Herr Jesus!«
(Offb 22, 20):
Möge die Hoffnung auf die Herrlichkeit,
von Ihm in unsere Herzen ausgegossen,
Früchte der Gerechtigkeit
und des Friedens tragen!"
(Johannes Paul II.: Ecclesia in Europa, Nr. 125)
"Maria, Mutter der Hoffnung,
gehe mit uns!
Lehre uns, den lebendigen Gott
zu verkünden;
hilf uns, Jesus, den einzigen Retter,
zu bezeugen;
mach uns hilfsbereit
gegenüber dem Nächsten,
gastfreundlich gegenüber den Bedürftigen,
laß uns Gerechtigkeit üben,
mach uns zu leidenschaftlichen Baumeistern
einer gerechteren Welt;
lege Fürbitte für uns ein, die wir in der Geschichte
leben und handeln,
in der Gewißheit, daß sich der Plan des Vaters
erfüllen wird.
Morgenröte einer neuen Welt,
erweise dich als Mutter der Hoffnung
und wache über uns!
Wache über die Kirche in Europa:
in ihr scheine das Evangelium durch;
sie sei ein wirklicher Ort der Gemeinschaft;
sie lebe ihre Sendung,
das Evangelium der Hoffnung
zu verkündigen, zu feiern und ihm zu dienen
für den Frieden und zur Freude aller.
Königin des Friedens,
beschütze die Menschheit des Dritten Jahrtausends.
Wache über alle Christen:
Sie mögen zuversichtlich auf dem Weg
der Einheit voranschreiten,
als Sauerteig für die Eintracht des Kontinents.
Wache über die jungen Menschen,
die Hoffnung für die Zukunft:
Sie mögen hochherzig
auf den Ruf Jesu antworten.
Wache über die Verantwortlichen der Nationen:
Sie mögen sich zum Aufbau eines
gemeinsamen Hauses verpflichten,
in dem die Würde und die Rechte eines
jeden Menschen geachtet werden.
Maria, schenke uns Jesus!
Mache, daß wir ihm folgen und ihn lieben!
Er ist die Hoffnung der Kirche,
Europas und der Menschheit.
Er lebt bei uns, mitten unter uns,
in seiner Kirche.
Mit Dir sprechen wir »Komm, Herr Jesus!«
(Offb 22, 20):
Möge die Hoffnung auf die Herrlichkeit,
von Ihm in unsere Herzen ausgegossen,
Früchte der Gerechtigkeit
und des Friedens tragen!"
(Johannes Paul II.: Ecclesia in Europa, Nr. 125)
Nach Freiburg kommt Paderborn
Die Westfalenpost meldet, daß Hans-Josef Becker, derzeit Weihbischof und Diözesanadministrator, neuer Erzbischof von Paderborn werden soll.
Die Westfalenpost meldet, daß Hans-Josef Becker, derzeit Weihbischof und Diözesanadministrator, neuer Erzbischof von Paderborn werden soll.
Howlin' Wolf?
Notker Wolf, Abtprimas des Benediktinerordens, spielt Rhythmusgitarre und Querflöte in der Rock'n'Roll-Band Feedback. MP3-Kostproben hier! (Zufällig bei Adoremus aufgelesen.)
Wieder ein Fall für Catholicism Wow, Abteilung OverFifty.
Notker Wolf, Abtprimas des Benediktinerordens, spielt Rhythmusgitarre und Querflöte in der Rock'n'Roll-Band Feedback. MP3-Kostproben hier! (Zufällig bei Adoremus aufgelesen.)
Wieder ein Fall für Catholicism Wow, Abteilung OverFifty.
Unsere Hoffnung sind: die Väter
Touchstone, ein ökumenisches Magazin hat mit The Truth About Men & Church von Robbie Low einen sehr interessanten Artikel online, der von einer Schweizer Studie ausgehend die Rolle der Väter bei der Weitergabe des Glaubens und der Hineinführung in die dazugehörige Gemeinschaft deutlich macht:
"In short, if a father does not go to church, no matter how faithful his wife’s devotions, only one child in 50 will become a regular worshipper. If a father does go regularly, regardless of the practice of the mother, between two-thirds and three-quarters of their children will become churchgoers (regular and irregular). If a father goes but irregularly to church, regardless of his wife’s devotion, between a half and two-thirds of their offspring will find themselves coming to church regularly or occasionally.
A non-practicing mother with a regular father will see a minimum of two-thirds of her children ending up at church. In contrast, a non-practicing father with a regular mother will see two-thirds of his children never darken the church door. If his wife is similarly negligent that figure rises to 80 percent!
The results are shocking, but they should not be surprising. They are about as politically incorrect as it is possible to be; but they simply confirm what psychologists, criminologists, educationalists, and traditional Christians know."
Es scheint, daß die "Hausfrauisierung" der Katholischen Kirche jedenfalls nicht so stark zur Einführung der Kinder in Glaube und Kirche/Gemeinde beiträgt, wie "man" es allgemein sieht - ja: vielleicht sogar kontraproduktiv ist.
Touchstone, ein ökumenisches Magazin hat mit The Truth About Men & Church von Robbie Low einen sehr interessanten Artikel online, der von einer Schweizer Studie ausgehend die Rolle der Väter bei der Weitergabe des Glaubens und der Hineinführung in die dazugehörige Gemeinschaft deutlich macht:
"In short, if a father does not go to church, no matter how faithful his wife’s devotions, only one child in 50 will become a regular worshipper. If a father does go regularly, regardless of the practice of the mother, between two-thirds and three-quarters of their children will become churchgoers (regular and irregular). If a father goes but irregularly to church, regardless of his wife’s devotion, between a half and two-thirds of their offspring will find themselves coming to church regularly or occasionally.
A non-practicing mother with a regular father will see a minimum of two-thirds of her children ending up at church. In contrast, a non-practicing father with a regular mother will see two-thirds of his children never darken the church door. If his wife is similarly negligent that figure rises to 80 percent!
The results are shocking, but they should not be surprising. They are about as politically incorrect as it is possible to be; but they simply confirm what psychologists, criminologists, educationalists, and traditional Christians know."
Es scheint, daß die "Hausfrauisierung" der Katholischen Kirche jedenfalls nicht so stark zur Einführung der Kinder in Glaube und Kirche/Gemeinde beiträgt, wie "man" es allgemein sieht - ja: vielleicht sogar kontraproduktiv ist.
30. Juni 2003
Kolakowskis Vision
"Es geht uns um die Vision einer Welt, in der die am schwersten zu vereinbarenden Elemente menschlichen Handelns miteinander verbunden sind, kurz, es geht uns um Güte ohne Nachsicht, Mut ohne Fanatismus, Intelligenz ohne Verzweiflung und Hoffnung ohne Verblendung. Alle anderen Früchte des philosophischen Denkens sind unwichtig." (Leszek Kolakowski: Der Priester und der Narr, 1959, zit. aus: ders.: Neue Mini-Traktate über Maxi-Themen, S. 117)
"Es geht uns um die Vision einer Welt, in der die am schwersten zu vereinbarenden Elemente menschlichen Handelns miteinander verbunden sind, kurz, es geht uns um Güte ohne Nachsicht, Mut ohne Fanatismus, Intelligenz ohne Verzweiflung und Hoffnung ohne Verblendung. Alle anderen Früchte des philosophischen Denkens sind unwichtig." (Leszek Kolakowski: Der Priester und der Narr, 1959, zit. aus: ders.: Neue Mini-Traktate über Maxi-Themen, S. 117)
Neuer Google-Toolbar mit BlogThis-Funktion
Google hat einen neue, verbesserte Version des Google Toolbar im Beta-Test: mit BlogThis-Button, Pop-Up Stopper und Autofill.
Google hat einen neue, verbesserte Version des Google Toolbar im Beta-Test: mit BlogThis-Button, Pop-Up Stopper und Autofill.
28. Juni 2003
Walker Percy: Selbstinterview
1977 veröffentlichte Walker Percy ein Selbstinterview unter dem Titel "Questions They Never Asked Me". Leider wurde es nicht in den bei Naumann veröffentlichten Band "Ach, Sie sind katholisch?" mit Essays und einem Interview übernommen. Der Originaltext ist im Band "Signposts in a Strange Land" enthalten.
Die folgende Passage enthält einige meiner Walker Percy-Lieblingspassagen:
"Sind Sie nicht ein Katholik?
Ja.
Halten Sie sich für einen katholischen Schriftsteller?
Da ich Katholik und Schriftsteller bin, scheint zu folgen, daß ich ein katholischer Schriftsteller bin.
Was für eine Sorte Katholik sind Sie?
Ein schlechter.
Nein, ich meine: Sind Sie liberal oder konservativ?
Ich weiß nicht mehr, was diese Worte bedeuten.
Sind Sie ein dogmatischer Katholik oder ein aufgeschlossener Katholik?
Ich weiß auch nicht, was das bedeutet. Meinen Sie, ob ich an das Dogma glaube, das die Katholische Kirche zu glauben vorstellt?
Ja.
Ja.
Wie ist ein solcher Glaube in unserer Zeit möglich?
Was gibt es denn sonst?
Was meinen Sie mit: Was gibt es sonst? Es gibt Humanismus, Atheismus, Agnostizismus, Marxismus, Behaviorismus, Materialismus, Buddhismus, Islam, Sufismus, Astrologie, Okkultismus, Theosophie.
Das meine ich doch.
Von Judentum und Protestantismus ganz zu schweigen.
Nun, die würde ich mit der Katholischen Kirche in diesem ganzen, speziellen Jüdisch-Christlichen Ding unterbringen.
Das verstehe ich nicht. Würden Sie - zum Beispiel - den wissenschaftlichen Humanismus als vernünftige und ehrenwerte Alternative aussschließen?
Ja.
Warum?
Er ist nicht gut genug.
Warum nicht?
Dieses Lieben macht viel zu viel Ärger, ist viel zu seltsam, um an seinem Ende anzukommen und gefragt zu werden, was du dazu sagst, und antworten zu müssen: 'Wissenschaftlicher Humanismus'. Das reicht nicht. Eine armselige Aufführung. Das Leben ist ein Geheimnis, die Liebe ist eine Freude. Deshalb ist es ein Axiom für mich, daß man sich mit nicht weniger zufrieden geben sollte als mit dem unendlichen Geheimnis und der unendlichen Freude, d.h. Gott. Tatsächlich: Das fordere ich. Ich weigere mich, mich mit weniger zufrieden zu geben. Ich verstehe nicht, warum sich jemand mit weniger zufrieden geben sollte als Jakob, der Gott packte (grapped aholt) und ihn nicht eher gehen ließ, bis Gott sich zu erkennen gab und ihn segnete. (...)
Aber ist die Katholische Kirche nicht in einem üblen Durcheinander, tief gespalten, mit einer grauenhaft zugerichteten (barbarized) Liturgie und abnehmenden Berufungen.
Klar. Das ist ein Zeichen ihrer göttlichen Ursprünge, daß sie solche periodischen Katastrophen überlebt.
Sie handeln und reden nicht wie ein Christ. Sollen die Christen einander nicht lieben und gute Werke tun.
Ja.
Sie scheinen mit ihrem Nächsten nicht viel anfangen zu können oder viele gute Werke zu tun?
Stimmt. Ich habe seit Jahren kein gutes Werk getan.
Eigentlich - wenn ich offen sein darf - kommen Sie mir ziemlich negativ in ihrer Einstellung vor, kaltblütig, unnahbar, spöttisch, maßlos, mehr hingezogen zu den schönen Dingen dieser Welt als zu Gott.
Das stimmt.
Sie scheinen sogar eine gewisse Genugtuung aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts zu ziehen und eher die Drohung des Weltuntergangs zu genießen als den Weltfrieden, den alle Religionen suchen.
Stimmt.
Sie scheinen nicht viel mit ihren Mitchristen anfangen zu können, ganz zu schweigen von den Leuten des Ku-Klux-Klan und der ACLU (American Civil Liberty Union) , den Nordstaatlern und den Südstaatlern, den Frauenemanzipierern und denen, die dagegen sind, den Homosexuellen und den Anti-Homosexuellen, den Republikanern, Demokraten, Hippies, Anti-Hippies und Senioren.
Stimmt - obwohl, als Einzelne genommen, stellt sich heraus, daß sie mehr oder weniger so sind wie ich selbst, nämlich Sünder, und wir kommen gut miteinander aus.
Auch mit den Ku-Kluxern?
Sicher.
Wie erklären Sie sich Ihren Glauben?
Ich kann ihn nur als Geschenk von Gott erklären.
Warum sollte Ihnen Gott ein solches Geschenk machen, wo es andere gibt, die ihn mehr zu verdienen scheinen, weil sie ihrem Nächsten dienen?
Ich weiß nicht. Gott tut seltsame Dinge. Zum Beispiel hat er sich als einen seiner Heiligen in Nord-Syrien einen lokalen Spinner ausgesucht, der 37 Jahre auf der Spitze einer Säule verbrachte.
Wir reden nicht über Heilige.
Stimmt.
Wir reden über das, was Sie ein Geschenk nennen.
Soll ich es Ihnen erklären? Wie soll ich das wissen? Die einzige Antwort, die ich geben kann, ist, daß ich darum bat. Ja eigentlich: ihn verlangte. Für mich war es ein unerträglicher Zustand, mich selbst in diesem Leben und in diesem Zeitalter zu finden, das aus jeder Sicht eine Katastrophe ist, ohne ein Geschenk zu verlangen, daß der Beleidigung entspricht. Deshalb habe ich ihn verlangt. Zweifellos geht es andern anders.
Aber müsste der Glaube nicht irgendeine Beziehung zur Wahrheit, zu den Fakten haben?
Ja. Das ist es, was mich anzog: der ziemlich unverschämte Anspruch des Christentums, wahr zu sein, mit der Implikation, daß andere Religionen mehr oder weniger falsch sind.
Das glauben Sie?
Natürlich."
1977 veröffentlichte Walker Percy ein Selbstinterview unter dem Titel "Questions They Never Asked Me". Leider wurde es nicht in den bei Naumann veröffentlichten Band "Ach, Sie sind katholisch?" mit Essays und einem Interview übernommen. Der Originaltext ist im Band "Signposts in a Strange Land" enthalten.
Die folgende Passage enthält einige meiner Walker Percy-Lieblingspassagen:
"Sind Sie nicht ein Katholik?
Ja.
Halten Sie sich für einen katholischen Schriftsteller?
Da ich Katholik und Schriftsteller bin, scheint zu folgen, daß ich ein katholischer Schriftsteller bin.
Was für eine Sorte Katholik sind Sie?
Ein schlechter.
Nein, ich meine: Sind Sie liberal oder konservativ?
Ich weiß nicht mehr, was diese Worte bedeuten.
Sind Sie ein dogmatischer Katholik oder ein aufgeschlossener Katholik?
Ich weiß auch nicht, was das bedeutet. Meinen Sie, ob ich an das Dogma glaube, das die Katholische Kirche zu glauben vorstellt?
Ja.
Ja.
Wie ist ein solcher Glaube in unserer Zeit möglich?
Was gibt es denn sonst?
Was meinen Sie mit: Was gibt es sonst? Es gibt Humanismus, Atheismus, Agnostizismus, Marxismus, Behaviorismus, Materialismus, Buddhismus, Islam, Sufismus, Astrologie, Okkultismus, Theosophie.
Das meine ich doch.
Von Judentum und Protestantismus ganz zu schweigen.
Nun, die würde ich mit der Katholischen Kirche in diesem ganzen, speziellen Jüdisch-Christlichen Ding unterbringen.
Das verstehe ich nicht. Würden Sie - zum Beispiel - den wissenschaftlichen Humanismus als vernünftige und ehrenwerte Alternative aussschließen?
Ja.
Warum?
Er ist nicht gut genug.
Warum nicht?
Dieses Lieben macht viel zu viel Ärger, ist viel zu seltsam, um an seinem Ende anzukommen und gefragt zu werden, was du dazu sagst, und antworten zu müssen: 'Wissenschaftlicher Humanismus'. Das reicht nicht. Eine armselige Aufführung. Das Leben ist ein Geheimnis, die Liebe ist eine Freude. Deshalb ist es ein Axiom für mich, daß man sich mit nicht weniger zufrieden geben sollte als mit dem unendlichen Geheimnis und der unendlichen Freude, d.h. Gott. Tatsächlich: Das fordere ich. Ich weigere mich, mich mit weniger zufrieden zu geben. Ich verstehe nicht, warum sich jemand mit weniger zufrieden geben sollte als Jakob, der Gott packte (grapped aholt) und ihn nicht eher gehen ließ, bis Gott sich zu erkennen gab und ihn segnete. (...)
Aber ist die Katholische Kirche nicht in einem üblen Durcheinander, tief gespalten, mit einer grauenhaft zugerichteten (barbarized) Liturgie und abnehmenden Berufungen.
Klar. Das ist ein Zeichen ihrer göttlichen Ursprünge, daß sie solche periodischen Katastrophen überlebt.
Sie handeln und reden nicht wie ein Christ. Sollen die Christen einander nicht lieben und gute Werke tun.
Ja.
Sie scheinen mit ihrem Nächsten nicht viel anfangen zu können oder viele gute Werke zu tun?
Stimmt. Ich habe seit Jahren kein gutes Werk getan.
Eigentlich - wenn ich offen sein darf - kommen Sie mir ziemlich negativ in ihrer Einstellung vor, kaltblütig, unnahbar, spöttisch, maßlos, mehr hingezogen zu den schönen Dingen dieser Welt als zu Gott.
Das stimmt.
Sie scheinen sogar eine gewisse Genugtuung aus den Katastrophen des 20. Jahrhunderts zu ziehen und eher die Drohung des Weltuntergangs zu genießen als den Weltfrieden, den alle Religionen suchen.
Stimmt.
Sie scheinen nicht viel mit ihren Mitchristen anfangen zu können, ganz zu schweigen von den Leuten des Ku-Klux-Klan und der ACLU (American Civil Liberty Union) , den Nordstaatlern und den Südstaatlern, den Frauenemanzipierern und denen, die dagegen sind, den Homosexuellen und den Anti-Homosexuellen, den Republikanern, Demokraten, Hippies, Anti-Hippies und Senioren.
Stimmt - obwohl, als Einzelne genommen, stellt sich heraus, daß sie mehr oder weniger so sind wie ich selbst, nämlich Sünder, und wir kommen gut miteinander aus.
Auch mit den Ku-Kluxern?
Sicher.
Wie erklären Sie sich Ihren Glauben?
Ich kann ihn nur als Geschenk von Gott erklären.
Warum sollte Ihnen Gott ein solches Geschenk machen, wo es andere gibt, die ihn mehr zu verdienen scheinen, weil sie ihrem Nächsten dienen?
Ich weiß nicht. Gott tut seltsame Dinge. Zum Beispiel hat er sich als einen seiner Heiligen in Nord-Syrien einen lokalen Spinner ausgesucht, der 37 Jahre auf der Spitze einer Säule verbrachte.
Wir reden nicht über Heilige.
Stimmt.
Wir reden über das, was Sie ein Geschenk nennen.
Soll ich es Ihnen erklären? Wie soll ich das wissen? Die einzige Antwort, die ich geben kann, ist, daß ich darum bat. Ja eigentlich: ihn verlangte. Für mich war es ein unerträglicher Zustand, mich selbst in diesem Leben und in diesem Zeitalter zu finden, das aus jeder Sicht eine Katastrophe ist, ohne ein Geschenk zu verlangen, daß der Beleidigung entspricht. Deshalb habe ich ihn verlangt. Zweifellos geht es andern anders.
Aber müsste der Glaube nicht irgendeine Beziehung zur Wahrheit, zu den Fakten haben?
Ja. Das ist es, was mich anzog: der ziemlich unverschämte Anspruch des Christentums, wahr zu sein, mit der Implikation, daß andere Religionen mehr oder weniger falsch sind.
Das glauben Sie?
Natürlich."
"Pragmatischer Ökumenismus"
Kardinal Leo Scheffczyk zieht in der Tagespost eine im Resultat erschreckende Bilanz des ÖKT.
"Die Summe des Eucharistiegeheimnisses sei schließlich ganz einfach in das Wort zu fassen: 'Wir treten vor den lebendigen Gott' – vor dem wir aber doch immer stehen. In diesem Konzept sind alle Grenzen des katholischen Eucharistieglaubens niedergelegt, und das katholische 'Allerheiligste' ist allen christlichen Denominationen geöffnet. Natürlich fällt es dem Sprachkönner nicht schwer, in seine relativistischen Ableitungen auch katholische Begriffe hineinzumischen. Sie wirken aber wie verschoben und aus dem Organismus des Glaubens ausgerenkt.
Was dem evangelischen Dialogpartner auf diesem Podium das 'Abendmahl' zuhöchst bedeutete, zeigen die Worte: 'Eucharistie [ist] Mahl des Friedens gegen den Krieg, [ist] Sakrament der Versöhnung gegen Hass und Gewalt, Realsymbol der Einheit gegen alle Form der Ausgrenzung und Apartheid'.
In den hochgestimmten Abschlussbilanzen des Ökumenischen Kirchentags ist oft von einem 'Durchbruch der Ökumene' gesprochen worden. Wenn man von einem „Durchbruch' sprechen will, dann allenfalls im Sinne des Pfarrers der Gethsemanekirche, der bei der Abhaltung des 'Gemeinsamen Abendmahls' die Voraussage machte, dass dies 'ein Modell für die Zukunft' sein könne.
Solche Prognosen machen es aber nicht unwahrscheinlich, dass der Sinn für das Geheimnis noch weiter schwindet und dass 'der Inbegriff des Katholizismus', der 'unendlich feine und gewichtige Punkt, in dem sich alles zusammenfassen lässt' (P. Claudel), sich in den trüben Wassern eines alles vergleichgültigenden Denkens auflöst."
"Denken" kann ich vieles, was an der "Basis" passiert, schon gar nicht mehr nennen - eher Denkfaulheit, die Differenzen nicht aushält und den, der darauf besteht, als Ökumenefeind diffamiert. Oder als einen vereinnahmt, der nur noch nicht gemerkt hat, daß wir doch alle schon immer das selbe glauben.
Kardinal Leo Scheffczyk zieht in der Tagespost eine im Resultat erschreckende Bilanz des ÖKT.
"Die Summe des Eucharistiegeheimnisses sei schließlich ganz einfach in das Wort zu fassen: 'Wir treten vor den lebendigen Gott' – vor dem wir aber doch immer stehen. In diesem Konzept sind alle Grenzen des katholischen Eucharistieglaubens niedergelegt, und das katholische 'Allerheiligste' ist allen christlichen Denominationen geöffnet. Natürlich fällt es dem Sprachkönner nicht schwer, in seine relativistischen Ableitungen auch katholische Begriffe hineinzumischen. Sie wirken aber wie verschoben und aus dem Organismus des Glaubens ausgerenkt.
Was dem evangelischen Dialogpartner auf diesem Podium das 'Abendmahl' zuhöchst bedeutete, zeigen die Worte: 'Eucharistie [ist] Mahl des Friedens gegen den Krieg, [ist] Sakrament der Versöhnung gegen Hass und Gewalt, Realsymbol der Einheit gegen alle Form der Ausgrenzung und Apartheid'.
In den hochgestimmten Abschlussbilanzen des Ökumenischen Kirchentags ist oft von einem 'Durchbruch der Ökumene' gesprochen worden. Wenn man von einem „Durchbruch' sprechen will, dann allenfalls im Sinne des Pfarrers der Gethsemanekirche, der bei der Abhaltung des 'Gemeinsamen Abendmahls' die Voraussage machte, dass dies 'ein Modell für die Zukunft' sein könne.
Solche Prognosen machen es aber nicht unwahrscheinlich, dass der Sinn für das Geheimnis noch weiter schwindet und dass 'der Inbegriff des Katholizismus', der 'unendlich feine und gewichtige Punkt, in dem sich alles zusammenfassen lässt' (P. Claudel), sich in den trüben Wassern eines alles vergleichgültigenden Denkens auflöst."
"Denken" kann ich vieles, was an der "Basis" passiert, schon gar nicht mehr nennen - eher Denkfaulheit, die Differenzen nicht aushält und den, der darauf besteht, als Ökumenefeind diffamiert. Oder als einen vereinnahmt, der nur noch nicht gemerkt hat, daß wir doch alle schon immer das selbe glauben.
27. Juni 2003
Da war'n viele Holden, die mitfahren wollten
Ein Tag wie ein Freund.
Schon wieder eine Nachricht, die man/frau nur noch mit schäumend- geistgeschenktem Humor aufnehmen kann: Fast genau ein Jahr nach der berühmten Boots-Priesterinnen-Weihe haben es zwei der geweihten Damen schon zur Vollstufe des Weihesakraments gebracht. (Salzburger Nachrichten)
Wer die beiden und ihr geistliches Hilfspersonal kennen lernen möchte, kann das morgen ab Passau auf einem Donauschiff der Reederei Wurm & Köck tun. Geboten werden "AKTIONEN" (sic!) und "die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen der Priesterinnen". (Newsletter der Virtuellen Diözese)
"Schwäbische, bayrische Dirndel, juchheirassa, muß der Schiffmann fahren!" Enjoy yourselves.
Ein Tag wie ein Freund.
Schon wieder eine Nachricht, die man/frau nur noch mit schäumend- geistgeschenktem Humor aufnehmen kann: Fast genau ein Jahr nach der berühmten Boots-Priesterinnen-Weihe haben es zwei der geweihten Damen schon zur Vollstufe des Weihesakraments gebracht. (Salzburger Nachrichten)
Wer die beiden und ihr geistliches Hilfspersonal kennen lernen möchte, kann das morgen ab Passau auf einem Donauschiff der Reederei Wurm & Köck tun. Geboten werden "AKTIONEN" (sic!) und "die Gelegenheit zum persönlichen Kennenlernen der Priesterinnen". (Newsletter der Virtuellen Diözese)
"Schwäbische, bayrische Dirndel, juchheirassa, muß der Schiffmann fahren!" Enjoy yourselves.
"Durch Sparen zur notwendigen Erneuerung"
Da laut Pfr. Breitenbach angesichts der innerkirchlichen Finanzkrisen einiges auf den Prüfstand muß, hat Yours Truly schon einen Vorschlag:
Der Gebetgenerator braucht weder Bier noch Bratwurst und ist genauso effektiv.
Beispiel:
"Liebe Gottesperson!
Für alle Gaben,
mit denen wir uns laben,
für Deine Gegenwart an diesem Sommertag,
für alles, was uns gut tun mag,
für Speis und Trank
hab Dank.
Amen."
Da laut Pfr. Breitenbach angesichts der innerkirchlichen Finanzkrisen einiges auf den Prüfstand muß, hat Yours Truly schon einen Vorschlag:
Der Gebetgenerator braucht weder Bier noch Bratwurst und ist genauso effektiv.
Beispiel:
"Liebe Gottesperson!
Für alle Gaben,
mit denen wir uns laben,
für Deine Gegenwart an diesem Sommertag,
für alles, was uns gut tun mag,
für Speis und Trank
hab Dank.
Amen."
Schweinfurter Liturgie
Liebe Leserin, lieber Leser, führt Dich die Vorsehung, das Schicksal oder ein Anfall von plötzlicher Lust übermorgen nach Schweinfurt? Dann darfst Du Dich hier schon einmal auf den Gottesdienst vorbereiten.
Das Tagesgebet des 13. Sonntags lautet im Missale Schweinfurtense:
"Gott, wir dürfen das Brot miteinander teilen und den Wein. Aber auch das Bier und die Bratwurst. Wir teilen es miteinander, weil es zum Fest gehört, das wir feiern können. Deine Gäste sind wir und Gastgeber für die vielen, die zu uns kommen. Schenke uns die Erfahrung dieser Gemeinschaft, die bereit ist zusammenzustehen in guten wie in schweren Zeiten mit Jesus Christus, unserem Bruder und Freund. Amen."
Die Degeneration der altehrwürdigen Textform der Oratio stört mich weniger als daß ich jetzt auch Bier und Bratwurst teilen soll. Da geselle ich mich doch glatt zum letzten bösen Menschen Hannes Stein.
Roland Breitenbach, der letzte Schluck und der "Schnuddel" gehen an Dich.
Liebe Leserin, lieber Leser, führt Dich die Vorsehung, das Schicksal oder ein Anfall von plötzlicher Lust übermorgen nach Schweinfurt? Dann darfst Du Dich hier schon einmal auf den Gottesdienst vorbereiten.
Das Tagesgebet des 13. Sonntags lautet im Missale Schweinfurtense:
"Gott, wir dürfen das Brot miteinander teilen und den Wein. Aber auch das Bier und die Bratwurst. Wir teilen es miteinander, weil es zum Fest gehört, das wir feiern können. Deine Gäste sind wir und Gastgeber für die vielen, die zu uns kommen. Schenke uns die Erfahrung dieser Gemeinschaft, die bereit ist zusammenzustehen in guten wie in schweren Zeiten mit Jesus Christus, unserem Bruder und Freund. Amen."
Die Degeneration der altehrwürdigen Textform der Oratio stört mich weniger als daß ich jetzt auch Bier und Bratwurst teilen soll. Da geselle ich mich doch glatt zum letzten bösen Menschen Hannes Stein.
Roland Breitenbach, der letzte Schluck und der "Schnuddel" gehen an Dich.
The Royal Society of Chemistry declares
Die Royal Society Chemistry hat sich seit Januar intensiv mit der Zubereitung eines perfekten Tees beschäftigt und macht nun das Rezept George Orwell zum Geburtstagsgeschenk.
[Persönliche Anmerkung: Die Milch vor dem Tee in die Tasse zu gießen, führt nicht nur zu einer idealen Durchmischung, sondern erleichtert auch das anschließende Spülen. Aber das ist vielleicht eine trotz meiner Anglophilie immer noch germanisch-hygienisch infizierte Sichtweise...]
Jetzt warten wir noch auf die Ergebnisse des Experiments, ein frisch verheiratetes Paar einen Monat Met schlürfen zu lassen und damit die positiven Auswirkungen von honey mead auf die honeymoon relationship wissenschaftlich zu überprüfen.
Die Royal Society Chemistry hat sich seit Januar intensiv mit der Zubereitung eines perfekten Tees beschäftigt und macht nun das Rezept George Orwell zum Geburtstagsgeschenk.
[Persönliche Anmerkung: Die Milch vor dem Tee in die Tasse zu gießen, führt nicht nur zu einer idealen Durchmischung, sondern erleichtert auch das anschließende Spülen. Aber das ist vielleicht eine trotz meiner Anglophilie immer noch germanisch-hygienisch infizierte Sichtweise...]
Jetzt warten wir noch auf die Ergebnisse des Experiments, ein frisch verheiratetes Paar einen Monat Met schlürfen zu lassen und damit die positiven Auswirkungen von honey mead auf die honeymoon relationship wissenschaftlich zu überprüfen.
26. Juni 2003
Passion
Barbara Nicolosi berichtet in ihrem Weblog Church of the Masses von einem Preview von Mel Gibsons Passion.
Sie ist hin und weg, auch geistlich. Ich weiß nicht recht und bin skeptisch. Zu viel gute Absicht macht oft keine große Kunst, und das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Aber es gibt ja auch Ausnahmen. Wir werden sehen.
Meine Liste von zu sehenden Filmen wird immer länger.
Barbara Nicolosi berichtet in ihrem Weblog Church of the Masses von einem Preview von Mel Gibsons Passion.
Sie ist hin und weg, auch geistlich. Ich weiß nicht recht und bin skeptisch. Zu viel gute Absicht macht oft keine große Kunst, und das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Aber es gibt ja auch Ausnahmen. Wir werden sehen.
Meine Liste von zu sehenden Filmen wird immer länger.
Ergänzender Link zur Liturgiedebatte
Leider kann ich den vergessenen Link zum Liturgieartikel von Johannes Schießl in der Münchner Kirchenzeitung nicht im Posting selbst ergänzen. blogger macht Probleme.
Deshalb folgt er jetzt hier.
Leider kann ich den vergessenen Link zum Liturgieartikel von Johannes Schießl in der Münchner Kirchenzeitung nicht im Posting selbst ergänzen. blogger macht Probleme.
Deshalb folgt er jetzt hier.
25. Juni 2003
Ob gelegen oder ungelegen
Hannes Stein macht sich unbeliebt. Nicht bei mir.
Pol Pot, Saddam Hussein & Co.
Der Islam braucht keinen Luther. Sondern höchstens einen Papst.
Hannes Stein macht sich unbeliebt. Nicht bei mir.
Pol Pot, Saddam Hussein & Co.
Der Islam braucht keinen Luther. Sondern höchstens einen Papst.
Meine Wahrheit
"Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand.
So ist es und so soll es sein.
Das ist meine Wahrheit und meine Freude.
Immerfort blickt Dein Auge mich an,
und ich lebe aus Deinem Blick,
Du mein Schöpfer und mein Heil.
Lehre mich in der Stille Deiner Gegenwart,
das Geheimnis zu verstehen, das ich bin.
Und das ich bin durch Dich und vor Dir und für dich."
(Romano Guardini)
Gefunden habe ich das Gebet auf den sehr schönen, exakten und ausführlichen Guardini-Seiten von Helmut Zenz.
"Immerfort empfange ich mich aus Deiner Hand.
So ist es und so soll es sein.
Das ist meine Wahrheit und meine Freude.
Immerfort blickt Dein Auge mich an,
und ich lebe aus Deinem Blick,
Du mein Schöpfer und mein Heil.
Lehre mich in der Stille Deiner Gegenwart,
das Geheimnis zu verstehen, das ich bin.
Und das ich bin durch Dich und vor Dir und für dich."
(Romano Guardini)
Gefunden habe ich das Gebet auf den sehr schönen, exakten und ausführlichen Guardini-Seiten von Helmut Zenz.
Liturgie im Duell: Alt gegen Neu
mitsamt einigen Anmerkungen zur liturgischen Wahrhaftigkeit
Die Münchner Kirchenzeitung bringt einen - nicht ganz unparteiischen - Bericht über die Diskussion in der Katholischen Akademie zwischen Martin Mosebach und dem Liturgiker Philipp Harnoncourt.
"Wahrhaftigkeit [sei] wichtiger als vorgeschriebener Wortlaut", wird Harnoncourt zitiert. Wie wichtig ist Wahrhaftigkeit wirklich? Und wie wichtig ist sie in gemeinsamen Akten, wie die Liturgie einer ist? Können fünf oder fünfzig oder fünfhundert Menschen gleichzeitig wahrhaftig sein?
"Heuchelei ist die Verbeugung des Lasters vor der Tugend", sagt ein Sprichwort. Und in einem gewissen Sinn "heucheln" wir immer in der Liturgie: Wir tun, als ob. Als ob wir genug bekennen und bereuen. Als ob wir wissen, was es bedeutet, GOtt in den Höhen die Ehre zu geben. Als ob das zweischneidig-scharfe Schwert des Wortes Mark und Bein durchfahren würde (wo wir in den Bänken doch ruhig sitzen und apathisch stehen). Als ob wir die Sprache der Engel ohne menschlichen Akzent beherrschten, wenn wir in das dreifach-vollkommene "Heilig" einstimmen. Als ob wir Jesus Christus offen und vorbehaltlos aufnehmen.
Ich würde sagen, daß Liturgie uns Formen an die Hand gibt, wie wir trotz unserer eingeborenen Unwahrhaftigkeit dem begegnenden GOtt angemessen und ohne allzu große Peinlichkeit begegnen können. Gerade weil ich mich nicht mehr sorgen muß, ob meine spontanen Worte und Gesten richtig und hier und jetzt angebracht sind, fällt ein bißchen Unwahrhaftigkeit von mir ab. Gerade weil ich mich nicht mehr um den echten und gar den für andere sichtbaren Ausdruck meiner Person (oder gar ihrer aktuellen Befindlichkeit) kümmern muß - finde ich mich in den objektiven liturgischen Handlungen wieder.
Am lächerlichsten ist es immer dann, wenn vierzigjährige Frauen in Kinder- und Familiengottesdiensten lachend und singend ihr Gut-Drauf-sein (und einen gewissen Exhibitionismus) zur Schau stellen, indem sie ganz authentisch im Altarraum herumalbern. (Vierzigjährige Männer wären noch peinlicher in dieser Situation - aber zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt: Die meisten bewegen sich ganz wahrhaftig-steif-unbeholfen.)
Ach ja: Die dumme Überschrift "Feste Rubriken oder erfassbares Geheimnis" geht wohl aufs Konto der Redaktion und soll hier lediglich und spaßeshalber mit einem Zitat von Karl Rahner kommentiert werden:
"Damit erweist sich der Begriff des Geheimnisses selbst als ein Geheimnis, da er nicht eigentlich ursprünglich als bloße Negativität vom Verstandenen und Durchschauten her, als Grenzbegriff zum begriffenen Begreifen verstanden werden kann, sondern immer in der transzendentalen Erfahrung des letzten Wesens des Geistes gegeben ist, als das unsagbare, nie überholbare Woraufhin des Geistes selbst, der sich durch diese seine Wesensbezogenheit auf das absolute Geheimnis hin selbst als Geheimnis erweist." (HThG II, Art. Geheimnis)
Oder mit Kardinal Carlo Martini: Geheimnisse werden in der Kirche nicht erfasst, erklärt, gelüftet, sondern - gefeiert.
mitsamt einigen Anmerkungen zur liturgischen Wahrhaftigkeit
Die Münchner Kirchenzeitung bringt einen - nicht ganz unparteiischen - Bericht über die Diskussion in der Katholischen Akademie zwischen Martin Mosebach und dem Liturgiker Philipp Harnoncourt.
"Wahrhaftigkeit [sei] wichtiger als vorgeschriebener Wortlaut", wird Harnoncourt zitiert. Wie wichtig ist Wahrhaftigkeit wirklich? Und wie wichtig ist sie in gemeinsamen Akten, wie die Liturgie einer ist? Können fünf oder fünfzig oder fünfhundert Menschen gleichzeitig wahrhaftig sein?
"Heuchelei ist die Verbeugung des Lasters vor der Tugend", sagt ein Sprichwort. Und in einem gewissen Sinn "heucheln" wir immer in der Liturgie: Wir tun, als ob. Als ob wir genug bekennen und bereuen. Als ob wir wissen, was es bedeutet, GOtt in den Höhen die Ehre zu geben. Als ob das zweischneidig-scharfe Schwert des Wortes Mark und Bein durchfahren würde (wo wir in den Bänken doch ruhig sitzen und apathisch stehen). Als ob wir die Sprache der Engel ohne menschlichen Akzent beherrschten, wenn wir in das dreifach-vollkommene "Heilig" einstimmen. Als ob wir Jesus Christus offen und vorbehaltlos aufnehmen.
Ich würde sagen, daß Liturgie uns Formen an die Hand gibt, wie wir trotz unserer eingeborenen Unwahrhaftigkeit dem begegnenden GOtt angemessen und ohne allzu große Peinlichkeit begegnen können. Gerade weil ich mich nicht mehr sorgen muß, ob meine spontanen Worte und Gesten richtig und hier und jetzt angebracht sind, fällt ein bißchen Unwahrhaftigkeit von mir ab. Gerade weil ich mich nicht mehr um den echten und gar den für andere sichtbaren Ausdruck meiner Person (oder gar ihrer aktuellen Befindlichkeit) kümmern muß - finde ich mich in den objektiven liturgischen Handlungen wieder.
Am lächerlichsten ist es immer dann, wenn vierzigjährige Frauen in Kinder- und Familiengottesdiensten lachend und singend ihr Gut-Drauf-sein (und einen gewissen Exhibitionismus) zur Schau stellen, indem sie ganz authentisch im Altarraum herumalbern. (Vierzigjährige Männer wären noch peinlicher in dieser Situation - aber zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt: Die meisten bewegen sich ganz wahrhaftig-steif-unbeholfen.)
Ach ja: Die dumme Überschrift "Feste Rubriken oder erfassbares Geheimnis" geht wohl aufs Konto der Redaktion und soll hier lediglich und spaßeshalber mit einem Zitat von Karl Rahner kommentiert werden:
"Damit erweist sich der Begriff des Geheimnisses selbst als ein Geheimnis, da er nicht eigentlich ursprünglich als bloße Negativität vom Verstandenen und Durchschauten her, als Grenzbegriff zum begriffenen Begreifen verstanden werden kann, sondern immer in der transzendentalen Erfahrung des letzten Wesens des Geistes gegeben ist, als das unsagbare, nie überholbare Woraufhin des Geistes selbst, der sich durch diese seine Wesensbezogenheit auf das absolute Geheimnis hin selbst als Geheimnis erweist." (HThG II, Art. Geheimnis)
Oder mit Kardinal Carlo Martini: Geheimnisse werden in der Kirche nicht erfasst, erklärt, gelüftet, sondern - gefeiert.
Die falsche Alternative
Susan Sontag, designierte Friedenspreisträgerin 2003, Poetik-Dozentur-Dozentin und baldige Doctrix h.c der Tübinger Universität, hat sich laut dpa und verschiedenen Tageszeitungen zur kulturellen Kluft zwischen USA und Europa geäußert.
"Besonders in zwei Bereichen gebe es tief greifende kulturelle Unterschiede, sagte Sontag. So seien in Europa viele Menschen sehr weltlich eingestellt. «Die Vereinigten Staaten dagegen sind ein Land voll von religiösem Irrsinn», sagte die Autorin. Dass staatliches Handeln mit religiösen Worten gerechtfertigt werde, sei weithin akzeptiert. Ein zweiter Unterschied bestehe in der Einstellung zur Gewalt. «In den Vereinigten Staaten glauben viele, dass jeder Mensch das Recht hat, Waffen zu besitzen. Zumindest wird das den Menschen so vermittelt», sagte Sontag. Das sei in Europa anders."
U.S.-Bashing aus dem Mund intellektueller Amerikanerinnen ist natürlich politisch korrekt. Aber der erste Gegensatz, den sie (oder die dpa) uns da kurz und prägnant präsentiert, stimmt so leider doch nicht. Es gibt in den U.S. of A., soweit ich sehen kann, nicht nur und nicht einmal überwiegend religiösen Irrsinn - außer man sieht Religion prinzipiell als Irrsinn an. Eine Vorstellung, die mehr europäisch als amerikanisch ist und die vielleicht die subtile Message des Berichts darstellt.
Die Feststellung von Susan Sontag scheint mir eher auf ein unterschiedliches Verständnis von Religionsfreiheit hinzudeuten: Wir Europäer sehen darin vor allem die Freiheit, ohne Religion zu leben. Für Amerikaner besteht sie daran, daß jeder in seiner Religion und Konfession leben soll und darf. Entsprechend haben europäische Christen eher einen Habitus der Dauerzerknirschung angenommen, der sich für irgendwelche religiös fundierten Zumutungen erst einmal entschuldigt - statt ihre Religion genauso frisch, fromm, fröhlich, frei zu leben wie die Nicht-Religiösen - gesegnet seien sie! - die ihre.
Susan Sontag, designierte Friedenspreisträgerin 2003, Poetik-Dozentur-Dozentin und baldige Doctrix h.c der Tübinger Universität, hat sich laut dpa und verschiedenen Tageszeitungen zur kulturellen Kluft zwischen USA und Europa geäußert.
"Besonders in zwei Bereichen gebe es tief greifende kulturelle Unterschiede, sagte Sontag. So seien in Europa viele Menschen sehr weltlich eingestellt. «Die Vereinigten Staaten dagegen sind ein Land voll von religiösem Irrsinn», sagte die Autorin. Dass staatliches Handeln mit religiösen Worten gerechtfertigt werde, sei weithin akzeptiert. Ein zweiter Unterschied bestehe in der Einstellung zur Gewalt. «In den Vereinigten Staaten glauben viele, dass jeder Mensch das Recht hat, Waffen zu besitzen. Zumindest wird das den Menschen so vermittelt», sagte Sontag. Das sei in Europa anders."
U.S.-Bashing aus dem Mund intellektueller Amerikanerinnen ist natürlich politisch korrekt. Aber der erste Gegensatz, den sie (oder die dpa) uns da kurz und prägnant präsentiert, stimmt so leider doch nicht. Es gibt in den U.S. of A., soweit ich sehen kann, nicht nur und nicht einmal überwiegend religiösen Irrsinn - außer man sieht Religion prinzipiell als Irrsinn an. Eine Vorstellung, die mehr europäisch als amerikanisch ist und die vielleicht die subtile Message des Berichts darstellt.
Die Feststellung von Susan Sontag scheint mir eher auf ein unterschiedliches Verständnis von Religionsfreiheit hinzudeuten: Wir Europäer sehen darin vor allem die Freiheit, ohne Religion zu leben. Für Amerikaner besteht sie daran, daß jeder in seiner Religion und Konfession leben soll und darf. Entsprechend haben europäische Christen eher einen Habitus der Dauerzerknirschung angenommen, der sich für irgendwelche religiös fundierten Zumutungen erst einmal entschuldigt - statt ihre Religion genauso frisch, fromm, fröhlich, frei zu leben wie die Nicht-Religiösen - gesegnet seien sie! - die ihre.
24. Juni 2003
Doch kein Humanist
"Humorist und Humanist" - im vorigen Posting - mag gut klingen, ist aber Quatsch:
Denn 1. was ist Humanismus überhaupt? und 2. war Muggeridge zu enttäuscht (oder zu realistisch?), um dem Menschen all das Gute zuzutrauen, was sich im liberal-aufgeklärten Verständnis mit dem Begriff Humanismus verbindet.
Vielleicht war auch für ihn die "Erbsünde" wie für Chesterton der einzige Teil der christlichen Lehre, der sich beweisen läßt? ("Certain new theologians dispute original sin, which is the only part of Christian theology which can really be proved. Some followers of the Reverend R.J.Campbell, in their almost too fastidious spirituality, admit divine sinlessness, which they cannot see even in their dreams. But they essentially deny human sin, which they can see in the street." - Chesterton: Orthodoxy)
Statt seiner Neigung zum Zynismus als einer möglichen Antwort nachzugeben, entschied er sich für den Glauben inclusive der närrischen Komponenten. Belege gefällig?
"Humorist und Humanist" - im vorigen Posting - mag gut klingen, ist aber Quatsch:
Denn 1. was ist Humanismus überhaupt? und 2. war Muggeridge zu enttäuscht (oder zu realistisch?), um dem Menschen all das Gute zuzutrauen, was sich im liberal-aufgeklärten Verständnis mit dem Begriff Humanismus verbindet.
Vielleicht war auch für ihn die "Erbsünde" wie für Chesterton der einzige Teil der christlichen Lehre, der sich beweisen läßt? ("Certain new theologians dispute original sin, which is the only part of Christian theology which can really be proved. Some followers of the Reverend R.J.Campbell, in their almost too fastidious spirituality, admit divine sinlessness, which they cannot see even in their dreams. But they essentially deny human sin, which they can see in the street." - Chesterton: Orthodoxy)
Statt seiner Neigung zum Zynismus als einer möglichen Antwort nachzugeben, entschied er sich für den Glauben inclusive der närrischen Komponenten. Belege gefällig?
23. Juni 2003
St. Mugg
Noch einer dieser unwahrscheinlichen Konvertiten, der dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert: Malcolm Muggeridge, Journalist und Publizist, Sozialist, und Außenseiter, Humorist und Humanist, Biograph Mutter Teresas und Jesu Christi. Der Spectator bringt einen schönen Artikel über diesen typischen Menschen des 20. Jahrhunderts, der konsequent dagegen rebellierte.
"Some who liked his scepticism were shocked by Muggeridge’s late conversion to Roman Catholicism. Like much else it was a return to early sympathies. At Cambridge, conversion to Christianity had sent him out in 1925 as a missionary teacher to India. He was deeply influenced by the people there, and at that time read Chesterton’s biography of Francis of Assisi. It captured his imagination. ‘Wordy or 'creedy' religion,’ he wrote to his liberal Anglican friend Alec Vidler, ‘kills the living beauty of God.’
He had no interest in theology, but the attractions of India and Franciscan simplicity coincided in Mother Teresa of Calcutta. He detected a miracle while making a television documentary on her in 1968. But he was even more impressed by her embracing the poorest poor as ‘Christ in his distressing disguise’.
The lesson was reinforced by a man called Fr Paul Bidone who worked with ‘retarded’ children in London. When in 1982 Muggeridge and his wife were received into the Church, Fr Bidone brought some of the youngsters with him. Muggeridge feared their ‘fidgeting, moving about, emitting strange sounds’. In the event what ‘might otherwise have been a respectable, quiet ceremony was transformed into an unforgettable spiritual experience’. Subversion had introduced the transcendent."
Durch den Mund der Kleinen und Unmündigen ... Auch heute noch. Ja. selbst schon erlebt.
Noch einer dieser unwahrscheinlichen Konvertiten, der dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag feiert: Malcolm Muggeridge, Journalist und Publizist, Sozialist, und Außenseiter, Humorist und Humanist, Biograph Mutter Teresas und Jesu Christi. Der Spectator bringt einen schönen Artikel über diesen typischen Menschen des 20. Jahrhunderts, der konsequent dagegen rebellierte.
"Some who liked his scepticism were shocked by Muggeridge’s late conversion to Roman Catholicism. Like much else it was a return to early sympathies. At Cambridge, conversion to Christianity had sent him out in 1925 as a missionary teacher to India. He was deeply influenced by the people there, and at that time read Chesterton’s biography of Francis of Assisi. It captured his imagination. ‘Wordy or 'creedy' religion,’ he wrote to his liberal Anglican friend Alec Vidler, ‘kills the living beauty of God.’
He had no interest in theology, but the attractions of India and Franciscan simplicity coincided in Mother Teresa of Calcutta. He detected a miracle while making a television documentary on her in 1968. But he was even more impressed by her embracing the poorest poor as ‘Christ in his distressing disguise’.
The lesson was reinforced by a man called Fr Paul Bidone who worked with ‘retarded’ children in London. When in 1982 Muggeridge and his wife were received into the Church, Fr Bidone brought some of the youngsters with him. Muggeridge feared their ‘fidgeting, moving about, emitting strange sounds’. In the event what ‘might otherwise have been a respectable, quiet ceremony was transformed into an unforgettable spiritual experience’. Subversion had introduced the transcendent."
Durch den Mund der Kleinen und Unmündigen ... Auch heute noch. Ja. selbst schon erlebt.
22. Juni 2003
Kaum Bemerktes
Fast unbemerkt geblieben sind diese beiden Dokumente aus dem Haus der Deutschen Bischofskonferenz:
Fast unbemerkt geblieben sind diese beiden Dokumente aus dem Haus der Deutschen Bischofskonferenz:
- "Missionarisch Kirche sein: Offene Kirchen - Brennende Kerzen - Deutende Worte" vom 28. April 2003
- "Räume der Stille: Gedanken zur Bewahrung eines bedrohten Gutes in unseren Kirchen" vom 14. Februar 2003
20. Juni 2003
Vorläufige Absolution für die Theologiestudenten:
Sie klauen doch nicht mehr Bücher als die Kollegen aus anderen Fakultäten. Sagt die UB Münster in der Zeit.
Sie klauen doch nicht mehr Bücher als die Kollegen aus anderen Fakultäten. Sagt die UB Münster in der Zeit.
19. Juni 2003
Heute abend zu lesen
Botho Strauß in der Zeit über den vergessenen Dichter Konrad Weiß.
"Erratische Brocken" sind immer o.k., noch dazu wenn sie Sprachkünstler, Mystiker und Katholiken sind. (Auch die Einzelkomponenten lohnen oft schon...)
Botho Strauß in der Zeit über den vergessenen Dichter Konrad Weiß.
"Erratische Brocken" sind immer o.k., noch dazu wenn sie Sprachkünstler, Mystiker und Katholiken sind. (Auch die Einzelkomponenten lohnen oft schon...)
Memorabilia de Festo Sanctissimi Corporis Christi
- Der Vogel in unserer großen, weiten Pfarrkirche, der rechtzeitig zur Wandlung in zwei Meter Höhe den Altar überquerte und danach die versammelten Gläubigen für den Rest der Messe ablenkte.
- Der - ungewollte, aber typische - Klerikalismus des anwesenden Gemeindereferenten, der sich mit seinem vorgesetzten Pfarrer (und nicht mit dem Volk) inzensieren ließ und der seine Knie/Stehordnung der des anwesenden Klerus anglich. (Für Scipio gibt es nach wie vor nur drei Weihestufen. Alle anderen sind Laien - sofern sie nicht gerade Gottgeweihte sind.)
- Während der Prozession eine im Vergleich zu den Vorjahren leichte Besserung im Schwätzverhalten der mitwallenden Weiblichkeit - jedenfalls nach Aussage einer 15jährigen Fahnenträgerin.
True or False?
Den philosophischen Übungsparcour, GOtt betreffend, habe ich ohne Blessuren bestanden, wie es scheint. (via Old Oligarch)
Den philosophischen Übungsparcour, GOtt betreffend, habe ich ohne Blessuren bestanden, wie es scheint. (via Old Oligarch)
18. Juni 2003
Kardinal Ratzinger zu EdE
Nachdem ich den Artikel heute gelesen habe, muß ich wieder einmal die alte Wahrheit bestätigen: Eine der angenehmsten Folgen päpstlicher Enzykliken sind in diesen Jahren die begleitenden Kommentare des Gran Cardenal Joseph Ratzinger.
In der Tagespost nimmt er in seiner direkten Art Stellung zu einigen Standardvorwürfen gegen "Ecclesia de Eucharistia".
Nachdem ich den Artikel heute gelesen habe, muß ich wieder einmal die alte Wahrheit bestätigen: Eine der angenehmsten Folgen päpstlicher Enzykliken sind in diesen Jahren die begleitenden Kommentare des Gran Cardenal Joseph Ratzinger.
In der Tagespost nimmt er in seiner direkten Art Stellung zu einigen Standardvorwürfen gegen "Ecclesia de Eucharistia".
Gewisser Trost für Teenager-Eltern
"Wenn ein junger Mann, der bisher gewohnheitsmäßig zur Kirche ging, aufrichtig erkennt, daß er eigentlich nicht glaubt, und deswegen nicht mehr in den Gottesdienst geht, so ist er - vorausgesetzt, dieser Entschluß ist seine ehrliche Überzeugung und nicht nur ein Versuch, seine Eltern zu ärgern - dem Geist Christi wahrscheinlich näher als je zuvor." (C.S.Lewis: Mere Christianity / Christentum schlechthin)
"Wenn ein junger Mann, der bisher gewohnheitsmäßig zur Kirche ging, aufrichtig erkennt, daß er eigentlich nicht glaubt, und deswegen nicht mehr in den Gottesdienst geht, so ist er - vorausgesetzt, dieser Entschluß ist seine ehrliche Überzeugung und nicht nur ein Versuch, seine Eltern zu ärgern - dem Geist Christi wahrscheinlich näher als je zuvor." (C.S.Lewis: Mere Christianity / Christentum schlechthin)
Bluegrass Gospel
Nach fünf Tagen intensiven Hörens habe ich Dr. Ralph Stanleys Bluegrass Gospel-Klassiker in meine Amazon.de-Liste aufgenommen.
Nach fünf Tagen intensiven Hörens habe ich Dr. Ralph Stanleys Bluegrass Gospel-Klassiker in meine Amazon.de-Liste aufgenommen.
Der Mystik-Koffer
"Der 'Welt-Mystik-Koffer' des Bischöflichen Hilfswerks Missio beinhaltet Gegenstände aus Ländern der Weltkirche. In ihrem religiösen Kontext können durch methodische Vorschläge spirituelle Erfahrungen gemacht werden." (So der Osnabrücker Kirchenbote)
Was den deutschen Männern ihre Werkzeugkiste, ist den Deutschen Dritte-Welt-Beauftragten der Mystik-Koffer. Do it yourself - die Handwerker erobern die Kirche. Entrückung garantiert. Nur für den "religiösen Kontext" müssen wir noch selber sorgen.
Vielleicht könnte Catholicism Wow mal einen Katholische-Mystik-Koffer anbieten: Skapulier, Rosenkranz, Bußgürtel, eine Packung Wasa, die "Nachfolge Christi", die "Innere Burg" der Großen Teresa, ein Ball für das Mitspielen mit der Kleinen Therese, ein jumpin' Juan de la Cruz, der einem beim Öffnen entgegenspringt. Noch Vorschläge?
"Der 'Welt-Mystik-Koffer' des Bischöflichen Hilfswerks Missio beinhaltet Gegenstände aus Ländern der Weltkirche. In ihrem religiösen Kontext können durch methodische Vorschläge spirituelle Erfahrungen gemacht werden." (So der Osnabrücker Kirchenbote)
Was den deutschen Männern ihre Werkzeugkiste, ist den Deutschen Dritte-Welt-Beauftragten der Mystik-Koffer. Do it yourself - die Handwerker erobern die Kirche. Entrückung garantiert. Nur für den "religiösen Kontext" müssen wir noch selber sorgen.
Vielleicht könnte Catholicism Wow mal einen Katholische-Mystik-Koffer anbieten: Skapulier, Rosenkranz, Bußgürtel, eine Packung Wasa, die "Nachfolge Christi", die "Innere Burg" der Großen Teresa, ein Ball für das Mitspielen mit der Kleinen Therese, ein jumpin' Juan de la Cruz, der einem beim Öffnen entgegenspringt. Noch Vorschläge?
17. Juni 2003
Andra moi ennepe ...
Bloomsday war gestern - jetzt haben wir genau ein Jahr Zeit, um uns auf den hundertsten Bloomsday vorzubereiten, z.B. mit dem Ulysses for Dummies.
Erzähle mir, Muse, vom Mann, dem vielgereisten ...
Bloomsday war gestern - jetzt haben wir genau ein Jahr Zeit, um uns auf den hundertsten Bloomsday vorzubereiten, z.B. mit dem Ulysses for Dummies.
Erzähle mir, Muse, vom Mann, dem vielgereisten ...
16. Juni 2003
In memoriam HC
Vor zwei Jahren, während eines Pfarrfestes, brachte ich einem der Nachbarn einen Kuchenteller vorbei, als kleine Entschädigung für zwei laute Abende und turbulente Tage.
Über eine Stunde saß ich damals bei diesem alten Ehepaar und hörte die Lebensgeschichte des 90jährigen Mannes: In Galizien geboren, verschlug es seine Familie nach dem 1. Weltkrieg ins Deutsche Reich. Schon früh begeisterte er sich für die nationalsozialistische "Sache" und wurde Mitglied der SA - mit einer zweistelligen Mitgliedsnummer. Nach dem "Röhm-Putsch" landete für kurze Zeit im Gefängnis, zog dann zu seinen Eltern nach Nordbayern und stand unter dauernder polizeilicher Unterwachung.
Ein paar Jahre später landete er endgültig im KZ - zuerst in Dachau, dann in Mauthausen. Nur noch 40 kg schwer, überlebte er den Mauthausener Todesmarsch im April 1945. Im Lager hatte er sich zum evangelischen Glauben seiner Kindheit bekehrt und wirkte in seiner Nachkriegsheimat eifrig mit beim Aufbau evangelischer Gemeinden für die vielen Flüchtlinge aus dem Osten.
Inzwischen gebrechlich und alt geworden, strahlte der alte Mann immer noch eine kindliche Freude am Glauben aus. Wenn ich je einem Menschen begegnet bin, der tief innen, von ganzem Herzen dankbar und demütig war, dann ihm. Hier war nicht nur ein Zeitzeuge, sondern ein Gotteszeuge des 20. Jahrhunderts, mit dem ganzen Elend seiner Zeit im Gepäck und (dennoch?) voll der Gegenwart des ANderen. GOttes.
Am vergangenen Samstag starb er mit 91 Jahren. Die Arme GOttes standen ihm offen, das weiß ich. Und ich und viele andere sind dankbar, daß er bei uns war.
Wie Alexander Solschenizyn in Matrjonas Hof schreibt: "Wir alle haben neben ihr gelebt und nicht begriffen, daß sie jene Gerechte war, ohne die, wie das Sprichwort sagt, kein Dorf bestehen kann. Und keine Stadt. Und nicht unser ganzes Land."
Vor zwei Jahren, während eines Pfarrfestes, brachte ich einem der Nachbarn einen Kuchenteller vorbei, als kleine Entschädigung für zwei laute Abende und turbulente Tage.
Über eine Stunde saß ich damals bei diesem alten Ehepaar und hörte die Lebensgeschichte des 90jährigen Mannes: In Galizien geboren, verschlug es seine Familie nach dem 1. Weltkrieg ins Deutsche Reich. Schon früh begeisterte er sich für die nationalsozialistische "Sache" und wurde Mitglied der SA - mit einer zweistelligen Mitgliedsnummer. Nach dem "Röhm-Putsch" landete für kurze Zeit im Gefängnis, zog dann zu seinen Eltern nach Nordbayern und stand unter dauernder polizeilicher Unterwachung.
Ein paar Jahre später landete er endgültig im KZ - zuerst in Dachau, dann in Mauthausen. Nur noch 40 kg schwer, überlebte er den Mauthausener Todesmarsch im April 1945. Im Lager hatte er sich zum evangelischen Glauben seiner Kindheit bekehrt und wirkte in seiner Nachkriegsheimat eifrig mit beim Aufbau evangelischer Gemeinden für die vielen Flüchtlinge aus dem Osten.
Inzwischen gebrechlich und alt geworden, strahlte der alte Mann immer noch eine kindliche Freude am Glauben aus. Wenn ich je einem Menschen begegnet bin, der tief innen, von ganzem Herzen dankbar und demütig war, dann ihm. Hier war nicht nur ein Zeitzeuge, sondern ein Gotteszeuge des 20. Jahrhunderts, mit dem ganzen Elend seiner Zeit im Gepäck und (dennoch?) voll der Gegenwart des ANderen. GOttes.
Am vergangenen Samstag starb er mit 91 Jahren. Die Arme GOttes standen ihm offen, das weiß ich. Und ich und viele andere sind dankbar, daß er bei uns war.
Wie Alexander Solschenizyn in Matrjonas Hof schreibt: "Wir alle haben neben ihr gelebt und nicht begriffen, daß sie jene Gerechte war, ohne die, wie das Sprichwort sagt, kein Dorf bestehen kann. Und keine Stadt. Und nicht unser ganzes Land."
Mein unverwechselbares Ich
Als Kinder unserer Zeit streben wir Getaufte ebenfalls wie der Rest unserer Kultur noch größtmöglicher Entfaltung unserer Persönlichkeit, nach gesteigerter Individualität, nach bereichernder, kreativer Selbstverwirklichung. C.S. Lewis hat ein paar hilfreiche Bemerkungen dazu gemacht:
"Die Individualität einer menschlichen Persönlichkeit kann man nicht zerstören, indem man ihr zuviel Christus zuführt. (...)
In meinem normalen Dasein bin ich nicht halb soviel Person, wie ich mir gerne vormache: Der Hauptteil meines sogenannten 'Ich' ist leicht zu analysieren. Erst wenn ich mich zu Christus hinwende, wenn ich mich selbst aufgebe, fange ich an, meine eigene Persönlichkeit zu besitzen.
Zu Beginn sagte ich, in Gott gibt es Persönlichkeiten. Ich gehe jetzt noch weiter. Nirgendwo anders gibt es wirkliche Persönlichkeiten. Bevor wir ihm nicht unser Selbst gebracht haben, haben wir kein wirkliches Selbst. Gleichheit findet sich am meisten unter 'natürlichen' Menschen, nicht unter denen, die sich Christus ergeben. Wie eintönig ähnlich sind doch all die großen Tyrannen und Eroberer gewesen - wie großartig verschieden sind die Heiligen.
Es muß aber ein echtes Aufgeben unseres Selbst sein. Wir müssen es sozusagen 'blindlings' wegwerfen. Christus wird uns tatsächlich eine wirkliche Persönlichkeit geben: Wir dürfen aber nicht mit dieser Absicht zu ihm gehen. Solange es unsere eigene Persönlichkeit ist, die uns zu schaffen macht, sind wir überhaupt nicht auf dem Weg zu ihm. Der erste Schritt ist der Versuch, das eigene Selbst vollkommen zu vergessen." (Mere Christianity / Christentum schlechthin)
Als Kinder unserer Zeit streben wir Getaufte ebenfalls wie der Rest unserer Kultur noch größtmöglicher Entfaltung unserer Persönlichkeit, nach gesteigerter Individualität, nach bereichernder, kreativer Selbstverwirklichung. C.S. Lewis hat ein paar hilfreiche Bemerkungen dazu gemacht:
"Die Individualität einer menschlichen Persönlichkeit kann man nicht zerstören, indem man ihr zuviel Christus zuführt. (...)
In meinem normalen Dasein bin ich nicht halb soviel Person, wie ich mir gerne vormache: Der Hauptteil meines sogenannten 'Ich' ist leicht zu analysieren. Erst wenn ich mich zu Christus hinwende, wenn ich mich selbst aufgebe, fange ich an, meine eigene Persönlichkeit zu besitzen.
Zu Beginn sagte ich, in Gott gibt es Persönlichkeiten. Ich gehe jetzt noch weiter. Nirgendwo anders gibt es wirkliche Persönlichkeiten. Bevor wir ihm nicht unser Selbst gebracht haben, haben wir kein wirkliches Selbst. Gleichheit findet sich am meisten unter 'natürlichen' Menschen, nicht unter denen, die sich Christus ergeben. Wie eintönig ähnlich sind doch all die großen Tyrannen und Eroberer gewesen - wie großartig verschieden sind die Heiligen.
Es muß aber ein echtes Aufgeben unseres Selbst sein. Wir müssen es sozusagen 'blindlings' wegwerfen. Christus wird uns tatsächlich eine wirkliche Persönlichkeit geben: Wir dürfen aber nicht mit dieser Absicht zu ihm gehen. Solange es unsere eigene Persönlichkeit ist, die uns zu schaffen macht, sind wir überhaupt nicht auf dem Weg zu ihm. Der erste Schritt ist der Versuch, das eigene Selbst vollkommen zu vergessen." (Mere Christianity / Christentum schlechthin)
13. Juni 2003
Alles Gute, Herr Bischof!
Robert Zollitsch soll dem Vernehmen nach Erzbischof von Freiburg werden. Der Vatikan muß die Wahl des Domkapitels allerdings noch bestätigen.
Dann gäbe es nach Kardinal Josef Wendel und Heinrich Tenhumberg wieder einen Schönstätter als Bischof in Deutschland. Das muß nicht unbedingt den konservativen Flügel im Episkopat stärken, auf jeden Fall aber den "geistlichen".
Robert Zollitsch soll dem Vernehmen nach Erzbischof von Freiburg werden. Der Vatikan muß die Wahl des Domkapitels allerdings noch bestätigen.
Dann gäbe es nach Kardinal Josef Wendel und Heinrich Tenhumberg wieder einen Schönstätter als Bischof in Deutschland. Das muß nicht unbedingt den konservativen Flügel im Episkopat stärken, auf jeden Fall aber den "geistlichen".
Warum nicht?
Michael Ragg vom deutschen Zweig von „Kirche in Not“ stellt fest: Er habe auf dem ÖKT mehr T-Shirts mit dem Bild Che Guevaras gesehen als in zwei Wochen auf Kuba.
Das ist ja gerade das Schöne: Endlich wird einmal auf alle Ab- und Ausgrenzungen verzichtet. Eingeladen sind alle und im Zweifelsfall ist es immer gut, miteinander geredet zu haben.
Der Che hätte das genau wie Vladimir Iljitsch wohl reichlich naiv gefunden.
Michael Ragg vom deutschen Zweig von „Kirche in Not“ stellt fest: Er habe auf dem ÖKT mehr T-Shirts mit dem Bild Che Guevaras gesehen als in zwei Wochen auf Kuba.
Das ist ja gerade das Schöne: Endlich wird einmal auf alle Ab- und Ausgrenzungen verzichtet. Eingeladen sind alle und im Zweifelsfall ist es immer gut, miteinander geredet zu haben.
Der Che hätte das genau wie Vladimir Iljitsch wohl reichlich naiv gefunden.
Demokratischer Neokolonialismus
Demokratischer Neokolonialismus - das könnte es zum "Unwort des Jahres" schaffen.
Richard Herzinger schlägt ihn trotzdem vor, denn sonst haben schon mal die "offenen Gesellschaften des Westens" keine Zukunft. Von den Menschenrechten ganz zu schweigen.
Sicher keine erschöpfende Behandlung des ganzen Themas, aber lesenswert wie das meiste von Herzinger.(Die Zeit)
Demokratischer Neokolonialismus - das könnte es zum "Unwort des Jahres" schaffen.
Richard Herzinger schlägt ihn trotzdem vor, denn sonst haben schon mal die "offenen Gesellschaften des Westens" keine Zukunft. Von den Menschenrechten ganz zu schweigen.
Sicher keine erschöpfende Behandlung des ganzen Themas, aber lesenswert wie das meiste von Herzinger.(Die Zeit)
10. Juni 2003
Hans Apel und der ÖKT
Die Evangelische Kirche sei in einer Identitätskrise, sagt Hans Apel, der vom Typ her ja eher zur Untertreibung neigt.
Für die Römisch-katholische Kirche deutscher Nation kein Grund zur Schadenfreude, sondern Anlaß zum Gebet und zu Selbstkritik.
Die Evangelische Kirche sei in einer Identitätskrise, sagt Hans Apel, der vom Typ her ja eher zur Untertreibung neigt.
Für die Römisch-katholische Kirche deutscher Nation kein Grund zur Schadenfreude, sondern Anlaß zum Gebet und zu Selbstkritik.
Europas Christenheit
Time's Europa-Ausgabe zum Zustand der Christenheit auf dem "Kontinent", mit einem weiteren Link zum Artikel: "Holy, Holy, Holistic - Why are Germany's convents and monasteries marketing themselves as New Age spiritual retreats?"
Time's Europa-Ausgabe zum Zustand der Christenheit auf dem "Kontinent", mit einem weiteren Link zum Artikel: "Holy, Holy, Holistic - Why are Germany's convents and monasteries marketing themselves as New Age spiritual retreats?"
Wäre das eine Lösung?
Roland Breitenbach schrieb am 24. Juli 2002:
"Unter Konvention versteht man eine Übereinkunft, ein Abkommen. Vor 15 Jahren haben die Vereinten Nationen eine Vereinbarung der Staaten auf den Weg gebracht, die sich 'gegen die Folter und andere Strafen und grausame, unmenschliche und abwertende Behandlungen' einsetzt. Jetzt endlich hat auch der Vatikan als 130. Staat eine entsprechende Urkunde in New York hinterlegt.
Da stellt sich schon die Frage, warum das so lange gedauert hat, bis der Zwergstaat die moralische Unterstützung der Kirche für den Kampf der UNO gegen die Folter zum Ausdruck brachte? Sollten es Skrupel aus der Vergangenheit gewesen sein, die daran hinderten, die Konvention zu unterschreiben? Schließlich hat die kirchliche Inquisition große Erfahrungen mit 'grausamen, unmenschlichen und abwertenden Behandlungen'.
Mir klingt das Jesuswort in den Ohren: 'Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein' (Mt 20,26 f).
Gut, die Hexenfeuer brennen nicht mehr und die Folterkammern wurden zu makabren Museen, aber wie steht es mit den 'abwertenden Behandlungen' in der Kirche? Gehören da nicht auch Redeverbote dazu? Oder Prozesse, die hinter dem Rücken des Betroffenen und ohne Möglichkeit einer Verteidigung von Angesicht zu Angesicht geführt werden?
Seit dem 26. Juni 02 ist das nun ganz anders. Wer von der Kirche abwertend behandelt wird, kann bei der Weltorganisation klagen."
Lasst den "Zwergstaat" erzittern vor dem Goliath der finanz- und stimmgewaltigen deutschen Katholiken, der Defensores Oecumenitatis Verae! Schreibt Petitionen an Kofi Annan! Klagt nicht, sondern klagt an! Freie Berufsausübung und freie Abendmahlwahl für Pfr. Kroll! Aufwertung für Gotthold Hasenhüttl!
Schluß mit der Gewissensfolter! Weg mit dem Glaubensbekenntnis oder einer normierten Interpretation desselben! Beendet die Ausgrenzungen und schmeißt die M-Bischöfe samt Kurie und Papst raus aus der gereinigten und politisch korrekten Kirche!
Roland Breitenbach schrieb am 24. Juli 2002:
"Unter Konvention versteht man eine Übereinkunft, ein Abkommen. Vor 15 Jahren haben die Vereinten Nationen eine Vereinbarung der Staaten auf den Weg gebracht, die sich 'gegen die Folter und andere Strafen und grausame, unmenschliche und abwertende Behandlungen' einsetzt. Jetzt endlich hat auch der Vatikan als 130. Staat eine entsprechende Urkunde in New York hinterlegt.
Da stellt sich schon die Frage, warum das so lange gedauert hat, bis der Zwergstaat die moralische Unterstützung der Kirche für den Kampf der UNO gegen die Folter zum Ausdruck brachte? Sollten es Skrupel aus der Vergangenheit gewesen sein, die daran hinderten, die Konvention zu unterschreiben? Schließlich hat die kirchliche Inquisition große Erfahrungen mit 'grausamen, unmenschlichen und abwertenden Behandlungen'.
Mir klingt das Jesuswort in den Ohren: 'Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker unterdrücken und die Mächtigen ihre Macht über die Menschen missbrauchen. Bei euch soll es nicht so sein, sondern wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein' (Mt 20,26 f).
Gut, die Hexenfeuer brennen nicht mehr und die Folterkammern wurden zu makabren Museen, aber wie steht es mit den 'abwertenden Behandlungen' in der Kirche? Gehören da nicht auch Redeverbote dazu? Oder Prozesse, die hinter dem Rücken des Betroffenen und ohne Möglichkeit einer Verteidigung von Angesicht zu Angesicht geführt werden?
Seit dem 26. Juni 02 ist das nun ganz anders. Wer von der Kirche abwertend behandelt wird, kann bei der Weltorganisation klagen."
Lasst den "Zwergstaat" erzittern vor dem Goliath der finanz- und stimmgewaltigen deutschen Katholiken, der Defensores Oecumenitatis Verae! Schreibt Petitionen an Kofi Annan! Klagt nicht, sondern klagt an! Freie Berufsausübung und freie Abendmahlwahl für Pfr. Kroll! Aufwertung für Gotthold Hasenhüttl!
Schluß mit der Gewissensfolter! Weg mit dem Glaubensbekenntnis oder einer normierten Interpretation desselben! Beendet die Ausgrenzungen und schmeißt die M-Bischöfe samt Kurie und Papst raus aus der gereinigten und politisch korrekten Kirche!
GKC-Autobiographie - Flos tertia
"Der einzige Weg, sich sogar an einem Unkraut zu freuen, ist, sich sogar eines Unkrauts unwürdig zu fühlen." (S. 352)
Oder wie P. Kentenich sagen würde: "Weg mit den Selbstverständlichkeiten!"
"Der einzige Weg, sich sogar an einem Unkraut zu freuen, ist, sich sogar eines Unkrauts unwürdig zu fühlen." (S. 352)
Oder wie P. Kentenich sagen würde: "Weg mit den Selbstverständlichkeiten!"
GKC-Autobiographie - Flos secunda
"Wenn ein Katholik von der Beichte kommt, schreitet er wirklich, nach der Glaubenslehre, wieder in die Morgendämmerung seines eigenen Anfangens hinaus und blickt mit neuen Augen über die Welt zu einem Kristallpalast, der wirklich von Kristall ist. Er glaubt, daß in jener düsteren Ecke und in der kurzen rituellen Handlung Gott ihn wirklich nach seinem Ebenbild wieder neugeschaffen hat. Er ist jetzt ein neuer Versuch des Schöpfers. Er ist ebenso sehr ein neuer Versuch wie damals, als er wirklich erst fünf Jahre alt war. Er steht, wie gesagt, im weißen Licht am würdigen Anfang eines Menschenlebens. Die aufgehäufte Zeit kann ihn nicht länger schrecken. Er mag grau und gichtbrüchig sein, doch er ist erst fünf Minuten alt." (S. 350)
"Wenn ein Katholik von der Beichte kommt, schreitet er wirklich, nach der Glaubenslehre, wieder in die Morgendämmerung seines eigenen Anfangens hinaus und blickt mit neuen Augen über die Welt zu einem Kristallpalast, der wirklich von Kristall ist. Er glaubt, daß in jener düsteren Ecke und in der kurzen rituellen Handlung Gott ihn wirklich nach seinem Ebenbild wieder neugeschaffen hat. Er ist jetzt ein neuer Versuch des Schöpfers. Er ist ebenso sehr ein neuer Versuch wie damals, als er wirklich erst fünf Jahre alt war. Er steht, wie gesagt, im weißen Licht am würdigen Anfang eines Menschenlebens. Die aufgehäufte Zeit kann ihn nicht länger schrecken. Er mag grau und gichtbrüchig sein, doch er ist erst fünf Minuten alt." (S. 350)
GKC-Autobiographie - Flos prima
Chesterton ist immer für ein paar Zitate gut. So soll denn auch seine Autobiographie nicht fruchtlos gelesen sein.
Anläßlich der Diskussion um ein Kriegerdenkmal in seinem Wohnort Beaconsfield:
"Ich wünsche das Kreuz nicht als Kompromiß oder Konzession an schwächere Brüder, als Zugabe und Nebenprodukt. Ich will es als Wappen und Ruhm. Ich habe den Wunsch, daß an unserem Rühmen im Kreuz so wenig ein Zweifel bestehen soll wie bei irgendeiner alten Kreuzfahrerschar, die das Kreuz gegen den Halbmond aufpflanzte. Und wenn jemand meine Empfindungen über etwas kennenlernen will, das ich selten und mit Widerstreben berühre - über die Beziehung zu der Kirche, die ich verließ, und zu der Kirche, der ich mich anschloß -, so ist hier die Antwort so kompakt und konkret wie ein steinernes Bild.
Ich will nicht einer Kirche angehören, in der mir erlaubt wird, ein Kruzifix zu haben. Ich empfinde das gleiche im Hinblick auf die umstrittene Frage der Verehrung der allerseligsten Jungfrau. Wenn Leute diesen Kult nicht mögen, haben sie ganz recht, keine Katholiken zu sein. Aber bei Leuten, die Katholiken sind oder sich Katholiken nennen, wünsche ich, daß man diese Idee nicht nur mag, sondern liebt und glühend liebt und darüber hinaus stolz verkündet. Ich habe den Wunsch, daß sie das sein möge, was die Protestanten sie mit vollem Recht nennen: das Wahrzeichen und Kennzeichen eines Papisten.
Ich wünsche, daß es mir erlaubt sei, über das Vorhandensein der Begeisterung begeistert zu sein, und nicht, daß meine glühende Begeisterung nur als etwas Exzentrisches an meiner Person kühl geduldet wird." (S. 260f)
Chesterton ist immer für ein paar Zitate gut. So soll denn auch seine Autobiographie nicht fruchtlos gelesen sein.
Anläßlich der Diskussion um ein Kriegerdenkmal in seinem Wohnort Beaconsfield:
"Ich wünsche das Kreuz nicht als Kompromiß oder Konzession an schwächere Brüder, als Zugabe und Nebenprodukt. Ich will es als Wappen und Ruhm. Ich habe den Wunsch, daß an unserem Rühmen im Kreuz so wenig ein Zweifel bestehen soll wie bei irgendeiner alten Kreuzfahrerschar, die das Kreuz gegen den Halbmond aufpflanzte. Und wenn jemand meine Empfindungen über etwas kennenlernen will, das ich selten und mit Widerstreben berühre - über die Beziehung zu der Kirche, die ich verließ, und zu der Kirche, der ich mich anschloß -, so ist hier die Antwort so kompakt und konkret wie ein steinernes Bild.
Ich will nicht einer Kirche angehören, in der mir erlaubt wird, ein Kruzifix zu haben. Ich empfinde das gleiche im Hinblick auf die umstrittene Frage der Verehrung der allerseligsten Jungfrau. Wenn Leute diesen Kult nicht mögen, haben sie ganz recht, keine Katholiken zu sein. Aber bei Leuten, die Katholiken sind oder sich Katholiken nennen, wünsche ich, daß man diese Idee nicht nur mag, sondern liebt und glühend liebt und darüber hinaus stolz verkündet. Ich habe den Wunsch, daß sie das sein möge, was die Protestanten sie mit vollem Recht nennen: das Wahrzeichen und Kennzeichen eines Papisten.
Ich wünsche, daß es mir erlaubt sei, über das Vorhandensein der Begeisterung begeistert zu sein, und nicht, daß meine glühende Begeisterung nur als etwas Exzentrisches an meiner Person kühl geduldet wird." (S. 260f)
8. Juni 2003
Es ist doch noch vor Neun!
Der Geist kommt unvermutet, überraschend. Unverfügbar. Der Geist des Vaters ist es, und wenn er auch die Sinne verwirren mag: unseren menschlichen Geist führt er zur Klarheit: Jesus ist der Herr, er wurde von den Gesetzlosen ans Kreuz gebracht und lag drei Tage tot. Gott hat Ihn auferweckt und Ihn zu Seiner Rechten gesetzt.
Ich würde den Geist gerne für mich beanspruchen: Nicht nur für Momente, Entscheidungen, Verfügungen, die mir sein Wirken zeigen - sondern auch prospektiv: Wenn ich das und jenes tue, dann leitet mich der Geist. Wenn ich mit andern in guter Absicht zusammen bin, dann ist das Ergebnis unseres Denkens und Redens sein Werk.
Solange wir aber im "Hienieden" leben, in der zweideutigen Welt der Menschen, in der unsere Taten nie nur gut, unsere Worte nie nur wahr, unsere Liebe nie nur selbstlos sind: Solange können wir ihn und sein Brausen, Wehen, Säuseln nie in Flaschen abziehen. Solange können wir den Termin nicht in unsere Kalender eintragen, an dem er kommen wird. Und nicht einmal im Nachhinein können wir uns unserer Interpretation sicher sein. Wir wissen weder, ob er vor oder nach der dritten Stunde kommen wird. Tat er es einmal um 7.53 Uhr - woher wissen wir, wann seine nächste Stunde sein wird?
Der Geist kommt unvermutet, überraschend. Unverfügbar. Der Geist des Vaters ist es, und wenn er auch die Sinne verwirren mag: unseren menschlichen Geist führt er zur Klarheit: Jesus ist der Herr, er wurde von den Gesetzlosen ans Kreuz gebracht und lag drei Tage tot. Gott hat Ihn auferweckt und Ihn zu Seiner Rechten gesetzt.
Ich würde den Geist gerne für mich beanspruchen: Nicht nur für Momente, Entscheidungen, Verfügungen, die mir sein Wirken zeigen - sondern auch prospektiv: Wenn ich das und jenes tue, dann leitet mich der Geist. Wenn ich mit andern in guter Absicht zusammen bin, dann ist das Ergebnis unseres Denkens und Redens sein Werk.
Solange wir aber im "Hienieden" leben, in der zweideutigen Welt der Menschen, in der unsere Taten nie nur gut, unsere Worte nie nur wahr, unsere Liebe nie nur selbstlos sind: Solange können wir ihn und sein Brausen, Wehen, Säuseln nie in Flaschen abziehen. Solange können wir den Termin nicht in unsere Kalender eintragen, an dem er kommen wird. Und nicht einmal im Nachhinein können wir uns unserer Interpretation sicher sein. Wir wissen weder, ob er vor oder nach der dritten Stunde kommen wird. Tat er es einmal um 7.53 Uhr - woher wissen wir, wann seine nächste Stunde sein wird?
6. Juni 2003
Da werden unsere Hits ja runtergehen -
- wenn Google seine Absicht wahrmacht: Keine Blogs mehr in den Search Results. (Ebenfalls: Old Oligarch)
- wenn Google seine Absicht wahrmacht: Keine Blogs mehr in den Search Results. (Ebenfalls: Old Oligarch)
Radical Orthodoxy goes Matrix
Catherine Pickstock geht als Trinity in die Matrix - jedenfalls beim Alten Oligarchen am 3. Juni.
"Trinity: I can't stand here and watch Neo die in a sea of intertextuality! I'm going in.
Keymaker: Derrida is an incredibly complex system. How can you possibly hack him in time!?"
Ach ja: Pickstock a.k.a. "Catherine von Cambridge" a.k.a. "John Henry Newman of our time" (John Cardinal O'Connor) ist die anglikanische Autorin von After Writing, eines für philosophische Anfänger fast unverständlichen Buches, das mittels des vorkonziliaren Missale Romanum die postmoderne Philosophie sozusagen erst rechts überholt und dann - liturgisch aufhebt.
Catherine Pickstock geht als Trinity in die Matrix - jedenfalls beim Alten Oligarchen am 3. Juni.
"Trinity: I can't stand here and watch Neo die in a sea of intertextuality! I'm going in.
Keymaker: Derrida is an incredibly complex system. How can you possibly hack him in time!?"
Ach ja: Pickstock a.k.a. "Catherine von Cambridge" a.k.a. "John Henry Newman of our time" (John Cardinal O'Connor) ist die anglikanische Autorin von After Writing, eines für philosophische Anfänger fast unverständlichen Buches, das mittels des vorkonziliaren Missale Romanum die postmoderne Philosophie sozusagen erst rechts überholt und dann - liturgisch aufhebt.
4. Juni 2003
Es geht auch anders - anderswo
Wir sind einfach zu verschieden - wir alten Abendländer und die neuen jenseits des großen Wassers. Wer's nicht glaubt, lese die Rezension des Buches "The New Faithful: Why Young Adults Are Embracing Christian Orthodoxy" aus dem Crisis Magazine.
"Carroll tells the story of a 'small but committed core' of young Christians who want nothing more than to be authentic members of their churches, young people who are increasingly opting for “time-tested approaches to metaphysical questions (...) These young adults are 'committed to a religious worldview that grounds their lives and shapes their morality They are not lukewarm believers or passionate dissenters. When they are embracing a faith tradition or deepening their commitment to it, they want to do so wholeheartedly or not at all.' In other words, they are exactly the kind of young people you want in your church—particularly when you think about its future. (...) A more recent survey of Catholics found that 'the three core elements of faith of today’s young Catholics are belief in God’s presence in the sacraments (including the presence of Jesus Christ in the Eucharist), concern for helping the poor, and devotion to Mary as the mother of God.' Another survey found that young priests today are 'increasingly conservative on theological questions' and (in Carroll’s words) 'have more in common with conservative elderly priests than with the more liberal middle-aged baby boomers who directly preceded them.' This new generation of priests has not been bred in the culture of theological dissent. Good news—especially if they are able to benefit from the lessons of that culture’s failure.”
Daß diese Hingabe an den rechten Glauben auch ihre Kehrseite hat, bleibt nicht unerwähnt: Mentalität des heiligen Rests, Rigidität und Erstarrung, Wiederholung der vorkonziliaren Fehler.
Wir sind einfach zu verschieden - wir alten Abendländer und die neuen jenseits des großen Wassers. Wer's nicht glaubt, lese die Rezension des Buches "The New Faithful: Why Young Adults Are Embracing Christian Orthodoxy" aus dem Crisis Magazine.
"Carroll tells the story of a 'small but committed core' of young Christians who want nothing more than to be authentic members of their churches, young people who are increasingly opting for “time-tested approaches to metaphysical questions (...) These young adults are 'committed to a religious worldview that grounds their lives and shapes their morality They are not lukewarm believers or passionate dissenters. When they are embracing a faith tradition or deepening their commitment to it, they want to do so wholeheartedly or not at all.' In other words, they are exactly the kind of young people you want in your church—particularly when you think about its future. (...) A more recent survey of Catholics found that 'the three core elements of faith of today’s young Catholics are belief in God’s presence in the sacraments (including the presence of Jesus Christ in the Eucharist), concern for helping the poor, and devotion to Mary as the mother of God.' Another survey found that young priests today are 'increasingly conservative on theological questions' and (in Carroll’s words) 'have more in common with conservative elderly priests than with the more liberal middle-aged baby boomers who directly preceded them.' This new generation of priests has not been bred in the culture of theological dissent. Good news—especially if they are able to benefit from the lessons of that culture’s failure.”
Daß diese Hingabe an den rechten Glauben auch ihre Kehrseite hat, bleibt nicht unerwähnt: Mentalität des heiligen Rests, Rigidität und Erstarrung, Wiederholung der vorkonziliaren Fehler.
Matrix - gib mir mehr davon!
Für alle Matrix-Geschädigten gibt es kostenlosen Ersatz. Matrix-xp (Via: a jolt of reality)
Für alle Matrix-Geschädigten gibt es kostenlosen Ersatz. Matrix-xp (Via: a jolt of reality)
Einladung, die Brille zu wechseln
Jungs und Mädels, setzt doch mal eure Dritte-Welt-Brille auf! Meint ihr, eure Glaubensgenossen rund um die Welt, in ganz anderen, durchaus bedrängenden ökumenischen Situationen verstehen, was ihr da tut? Die Filipinos, die Lateinamerikaner, die Russen und die Sudanesen? Wir glauben doch an den selben Gott, Jesus hat uns doch alle zum gleichen Mahl eingeladen und wir interpretieren es zwar verschieden, aber doch gemeinsam genug, daß wir die Tische zusammenrücken können - sagt ihr. Das nimmt euch keiner ab. Sorry.
Gut, daß ihr mit den Orthodoxen - das sind die mit den langen Bärten, goldenen Kuppeln, Russland und drumrum - nicht so viel zu tun haben wollt. Die sind bestimmt auch ganz baff.
(Schweigen wir, so wie Erich von Gotthold Hasenhüttl und Bernhard Kroll, von den unseligen Figuren, die sich Konvertiten nennen: John Henry Newman z.B., oder Gerard Manley Hopkins, GKC, Thomas Merton, Doris Day, Walker Percy. Heute könnten sie bleiben, wo sie waren, und doch unser ALLES haben.)
Jungs und Mädels, setzt doch mal eure Dritte-Welt-Brille auf! Meint ihr, eure Glaubensgenossen rund um die Welt, in ganz anderen, durchaus bedrängenden ökumenischen Situationen verstehen, was ihr da tut? Die Filipinos, die Lateinamerikaner, die Russen und die Sudanesen? Wir glauben doch an den selben Gott, Jesus hat uns doch alle zum gleichen Mahl eingeladen und wir interpretieren es zwar verschieden, aber doch gemeinsam genug, daß wir die Tische zusammenrücken können - sagt ihr. Das nimmt euch keiner ab. Sorry.
Gut, daß ihr mit den Orthodoxen - das sind die mit den langen Bärten, goldenen Kuppeln, Russland und drumrum - nicht so viel zu tun haben wollt. Die sind bestimmt auch ganz baff.
(Schweigen wir, so wie Erich von Gotthold Hasenhüttl und Bernhard Kroll, von den unseligen Figuren, die sich Konvertiten nennen: John Henry Newman z.B., oder Gerard Manley Hopkins, GKC, Thomas Merton, Doris Day, Walker Percy. Heute könnten sie bleiben, wo sie waren, und doch unser ALLES haben.)
I am blogging and enjoying it
Mark Shea, Autor des Catholic and Enjoying It-Blogs gibt für das Magazin Crisis einen schönen Überblick über den Stand des katholischen Bloggertums in den U.S. of A.
Wenn er resümiert: "... it is still a good thing for a greater diversity of voices to be heard giving a variety of perspectives beyond What Dan Rather Thinks You Are Smart Enough to Understand. For the first time in history, journalism is not the wholly-owned subsidiary of a few rich people. Anybody who can write well, has an interesting perspective, or access to sources, can make his voice heard by a global audience", dann sind wir weniger gut Schreibenden ohne richtig eigenen Blick auf die Welt außer dem aus dem Fenster auch nicht ausgeschlossen.
Bis die Profis bei uns mit dem Bloggen beginnen, mache ich auf jeden Fall weiter.
Mark Shea, Autor des Catholic and Enjoying It-Blogs gibt für das Magazin Crisis einen schönen Überblick über den Stand des katholischen Bloggertums in den U.S. of A.
Wenn er resümiert: "... it is still a good thing for a greater diversity of voices to be heard giving a variety of perspectives beyond What Dan Rather Thinks You Are Smart Enough to Understand. For the first time in history, journalism is not the wholly-owned subsidiary of a few rich people. Anybody who can write well, has an interesting perspective, or access to sources, can make his voice heard by a global audience", dann sind wir weniger gut Schreibenden ohne richtig eigenen Blick auf die Welt außer dem aus dem Fenster auch nicht ausgeschlossen.
Bis die Profis bei uns mit dem Bloggen beginnen, mache ich auf jeden Fall weiter.
3. Juni 2003
Ecce GKC
Herrliche (Selbst)Portraits des großen Gilbert Keith Chesterton stellte Gerard Serafin anläßlich des Geburtstages von GKC zusammen.
Eines, das er wahrscheinlich nicht kennt, stammt von Horst Janssen und findet sich auf der Seite von Matthias Wörther:
Hier.
Herrliche (Selbst)Portraits des großen Gilbert Keith Chesterton stellte Gerard Serafin anläßlich des Geburtstages von GKC zusammen.
Eines, das er wahrscheinlich nicht kennt, stammt von Horst Janssen und findet sich auf der Seite von Matthias Wörther:
Hier.
Oblaten für alle, Gemeinschaft für (alle - 1)
Da hoffe ich doch mal, daß nicht stimmt, was der Tagespiegel am Tag darauf berichtete:
"In einem Punkt wich Hasenhüttl dann doch von dem vorgedruckten Programm ab: Bei der Einsetzung des Abendmahls schloss er den 'Bischof von Rom, Johannes Paul', von der Gemeinschaft derer aus, die in diesem Abendmahl zur Einheit finden sollten."
Mit 69 darf man schon mal was vergessen.
Da hoffe ich doch mal, daß nicht stimmt, was der Tagespiegel am Tag darauf berichtete:
"In einem Punkt wich Hasenhüttl dann doch von dem vorgedruckten Programm ab: Bei der Einsetzung des Abendmahls schloss er den 'Bischof von Rom, Johannes Paul', von der Gemeinschaft derer aus, die in diesem Abendmahl zur Einheit finden sollten."
Mit 69 darf man schon mal was vergessen.
Rita, Hasenhüttl und das Maximum
Klaus Bergers Fazit des ÖKT läßt sich heute in der Welt lesen.
Gut katholisch empfiehlt er Gotthold Hasenhüttl der hl. Rita, der Spezialistin für "aussichtslose Fälle".
Von seiner "Ökumene des Maximums", die Berger letzthin auch in einem Artikel in der FAZ ansprach, hören wir hoffentlich noch mehr: Denn eine Ökumene des Minimalkonsenses - und auf die bewegen wir uns ja an vielen Stellen der Basis zu - ebnet die geschenkten Charismen der Kirchen und "kirchlichen Gemeinschaften" ein. Dann fallen nicht nur katholischerseits die vielen liebestollen Antworten auf das WORT untern Tisch, die über die Jahrhunderte gegeben wurden, die besorgten und genauen Formeln und Formulierungen, mit denen das überbordende WORT vor Verdünnung geschützt wurde und wird.
Klaus Bergers Fazit des ÖKT läßt sich heute in der Welt lesen.
Gut katholisch empfiehlt er Gotthold Hasenhüttl der hl. Rita, der Spezialistin für "aussichtslose Fälle".
Von seiner "Ökumene des Maximums", die Berger letzthin auch in einem Artikel in der FAZ ansprach, hören wir hoffentlich noch mehr: Denn eine Ökumene des Minimalkonsenses - und auf die bewegen wir uns ja an vielen Stellen der Basis zu - ebnet die geschenkten Charismen der Kirchen und "kirchlichen Gemeinschaften" ein. Dann fallen nicht nur katholischerseits die vielen liebestollen Antworten auf das WORT untern Tisch, die über die Jahrhunderte gegeben wurden, die besorgten und genauen Formeln und Formulierungen, mit denen das überbordende WORT vor Verdünnung geschützt wurde und wird.
2. Juni 2003
Ein Gedicht für den Morgen -
- wenn er so wird wie der heutige (Und wenn nicht: Sind wir nicht wieder wach und finden uns inmitten eines lebendigen Getümmels? Wie könnten wir Aus-dem-Nichts-und-der-Nacht-Gehobene zweifeln am unvorstellbaren Du - und an uns?):
i thank You God for most this amazing
day: for the leaping greenly spirits of trees
and a blue true dream of sky; and for everything
which is natural which is infinite which is yes
(i who have died am alive again today,
and this is the sun's birthday; this is the birth
day of life and of love and wings: and of the gay
great happening illimitably earth)
how should tasting touching hearing seeing
breathing any--lifted from the no
of all nothing--human merely being
doubt unimaginable You?
(now the ears of my ears awake and
now the eyes of my eyes are opened)
--e.e. cummings: xaipe, no 65
- wenn er so wird wie der heutige (Und wenn nicht: Sind wir nicht wieder wach und finden uns inmitten eines lebendigen Getümmels? Wie könnten wir Aus-dem-Nichts-und-der-Nacht-Gehobene zweifeln am unvorstellbaren Du - und an uns?):
i thank You God for most this amazing
day: for the leaping greenly spirits of trees
and a blue true dream of sky; and for everything
which is natural which is infinite which is yes
(i who have died am alive again today,
and this is the sun's birthday; this is the birth
day of life and of love and wings: and of the gay
great happening illimitably earth)
how should tasting touching hearing seeing
breathing any--lifted from the no
of all nothing--human merely being
doubt unimaginable You?
(now the ears of my ears awake and
now the eyes of my eyes are opened)
--e.e. cummings: xaipe, no 65
1. Juni 2003
Home, sweet home
Heute saß ich wieder mitten drin, in der Kirche Jesu Christi: auf 250 m über Normalnull, am Waldrand, zwischen Menschen, die ich schon Jahrzehnte kenne und die mich schon meine 4 Lebensjahrzehnte durch kennen. Jeder mittendrin in seiner Lebensgeschichte.
Gemeinsam hörten wir die 2.000 Jahre alten Worte aus dem Johannesevangelium und dem 1. Johannesbrief, verneigten uns bei der Wandlung, stellten uns auf zum Empfang des Leibes Christi - und saßen anschließend in der Junisonne beim Frühschoppen.
(Kleine Anmerkung zum Verneigen: Das Knien auf offener Straße bzw. offenem Feld ist aus der Mode gekommen. Kann sein: 1. Postvatikanische Liberalisierung, oder 2. Aufrücken aus dem Kleinbürgertum in die Mittelschicht mit entsprechender Kleiderordnung.)
Heute saß ich wieder mitten drin, in der Kirche Jesu Christi: auf 250 m über Normalnull, am Waldrand, zwischen Menschen, die ich schon Jahrzehnte kenne und die mich schon meine 4 Lebensjahrzehnte durch kennen. Jeder mittendrin in seiner Lebensgeschichte.
Gemeinsam hörten wir die 2.000 Jahre alten Worte aus dem Johannesevangelium und dem 1. Johannesbrief, verneigten uns bei der Wandlung, stellten uns auf zum Empfang des Leibes Christi - und saßen anschließend in der Junisonne beim Frühschoppen.
(Kleine Anmerkung zum Verneigen: Das Knien auf offener Straße bzw. offenem Feld ist aus der Mode gekommen. Kann sein: 1. Postvatikanische Liberalisierung, oder 2. Aufrücken aus dem Kleinbürgertum in die Mittelschicht mit entsprechender Kleiderordnung.)
Bunte Mischung
"Die Kirche ist, wie die Sonne, für alle da. Für Gerechte und Ungerechte, Sympathen und Unsympathen, Dumme und Gescheite; für Sentimentale ebenso wie Unterkühlte, für Neurotiker, Psychopathen, Sonderlinge, für Heuchler und solche wie Natanael, 'an denen kein Falsch ist' (Joh 1, 47); für Feiglinge und Helden, Großherzige und Kleinliche. Für zwanghafte Legalisten, hysterisch Verwahrloste, Infantile, Süchtige und Perverse. Auch für kopf- und herzlose Bürokraten, für Fanatiker und auch für eine Minderheit von gesunden, ausgeglichenen, reifen, seelisch und geistig begabten, liebesfähigen Naturen.
Die lange Liste ist nötig, um klarzumachen, was man eigentlich von einer Kirche, die aus allen Menschensorten ohne Ansehen der Person, von den Gassen und Zäunen wie wahllos zusammengerufen ist und deren Führungspersonal aus diesem bunten Vorrat stammt, erwarten kann - wenn nicht ständig Wunder der Verzauberung stattfinden, die uns niemand versprochen hat. Heilige, Erleuchtete und Leuchtende sind uns versprochen. Wer sie sucht, kann sie finden. Wer sie nicht sucht, wird sie nicht einmal entdecken, wenn sie jahrelang neben ihm gehen, weil er sie vielleicht nicht wahrhaben will oder kann." (Albert Görres, in: Tiefenpychologische Deutung des Glaubens, 134)
"Die Kirche ist, wie die Sonne, für alle da. Für Gerechte und Ungerechte, Sympathen und Unsympathen, Dumme und Gescheite; für Sentimentale ebenso wie Unterkühlte, für Neurotiker, Psychopathen, Sonderlinge, für Heuchler und solche wie Natanael, 'an denen kein Falsch ist' (Joh 1, 47); für Feiglinge und Helden, Großherzige und Kleinliche. Für zwanghafte Legalisten, hysterisch Verwahrloste, Infantile, Süchtige und Perverse. Auch für kopf- und herzlose Bürokraten, für Fanatiker und auch für eine Minderheit von gesunden, ausgeglichenen, reifen, seelisch und geistig begabten, liebesfähigen Naturen.
Die lange Liste ist nötig, um klarzumachen, was man eigentlich von einer Kirche, die aus allen Menschensorten ohne Ansehen der Person, von den Gassen und Zäunen wie wahllos zusammengerufen ist und deren Führungspersonal aus diesem bunten Vorrat stammt, erwarten kann - wenn nicht ständig Wunder der Verzauberung stattfinden, die uns niemand versprochen hat. Heilige, Erleuchtete und Leuchtende sind uns versprochen. Wer sie sucht, kann sie finden. Wer sie nicht sucht, wird sie nicht einmal entdecken, wenn sie jahrelang neben ihm gehen, weil er sie vielleicht nicht wahrhaben will oder kann." (Albert Görres, in: Tiefenpychologische Deutung des Glaubens, 134)
Ich bin nicht allein
Gegenüber, auf der anderen Seite von Aschaff, Autobahn und Eisenbahn sitzt der Schreiber des "Weblogs der kreativen Ungewißheit". Wofür der GEO-URL nicht alles gut ist.
Gegenüber, auf der anderen Seite von Aschaff, Autobahn und Eisenbahn sitzt der Schreiber des "Weblogs der kreativen Ungewißheit". Wofür der GEO-URL nicht alles gut ist.
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