25. Mai 2008

Von Nichtkuschlern und anderen Katholiken

"Herr, haben wir jemals 'Kuschel-Katholizismus' betrieben? Haben wir nicht jedes heiße Eisen im Leben der Kirche angefasst?" - so sprechen wir vielleicht dereinst mit Herrn Meyer im Chor.

Und der Herr wird dann vielleicht sagen: "Habe ich euch aufgetragen, euer Leiden an der Kirche zu pflegen und zu nähren? Oder solltet ihr nicht vielmehr in ihr mir begegnen, mein Leben empfangen, meine Gegenwart erfahren? War euch das nicht genug und mehr als genug? Was redet ihr euch auf die Sünden anderer heraus, die doch meine Sorge und mein Schmerz waren? War ich nicht bei euch in den Sakramenten der Kirche, wusstet ihr nicht von meiner Wahrheit durch sie? O hättet ihr doch meinem Leiden hinzugefügt durch euren Alltag mit seinen Mühen, was meinem Leiden noch fehlte! O hättet ihr sie, meine Kirche, meine Braut, so geliebt wie ich sie liebte! Wer seid ihr, daß ihr euch für Propheten haltet und Ankläger spielt - bevor ihr euch in die Wüste senden ließet, bevor ihr den Sand der Einsamkeit, den Durst nach Gott, die verzehrende Hitze der Sehnuscht und die Demut dessen erfahren habt, der weiß, daß kein Haar auf seinem Kopf, kein Wort in seinem Mund, keine Berührung seiner Hand sein Verdienst, sein Eigen, sein Anrecht ist?"

"Kuschelkatholizismus" - das Festhalten an der Einheit mit Petrus und seinen Nachfolgern würde Bischof Li (87) in seiner chinesischen Bergstadt und mit seinen 22 Knastjahren nie im Leben so nennen. Der Lektüre sei dieser Artikel aus der Zeit, dem Gebet sei er selber mitsamt seiner Gemeinde anempfohlen.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Man fragt sich ja schon, was das "böse" ZdK euch so getan hat, wenn man einige Kommentierungen zum Katholikentag liest.

Die Suggestion die du allerdings mit dem letzten Absatz einbringst, finde ich falsch. Ich bin sicher niemand hat dies mit "Kuschelkatholizismus" in Zusammenhang gebracht.

Vielleicht sollte man sich in Erinnerung rufen, das hier jeder in Liebe zur Kirche handelt. Das scheint mir oft in Vergessenheit zu geraten. Schade.

Scipio hat gesagt…

In der Vergangenheit habe ich mich verschiedene Male zum ZdK geäußert. Ich würde übrigens nicht "böse" in Anführungszeichen setzen, sondern "ZdK". Es ist schon eine seltsame Institution, typisch deutsch und typisch deutschkatholisch z.B. im Versuch, durch zugewählte Einzelpersönlichkeiten politischen Proporz herzustellen und sich dabei selbst zu neutralisieren, und irgendwo und -wie immer noch den Anspruch zu erheben, "die deutschen Katholiken" zu vertreten.

Mir hat das ZdK sozusagen nichts getan, außer daß es sich anmaßte, in meinem Namen aufzutreten.

Ich will mit meiner Bemerkung zum chinesischen Bischof nicht sagen, daß H. Meyer ihn für einen Kuschelkatholiken hält, sondern einmal mich gegen diese blöde Schublade wehren, in die er mittelbar alle steckt, die nicht dauernd mit Rom im Dissens leben, noch dazu über die üblichen geilen Themen, und darauf hinweisen, daß Rom eine befreiende Wirkung haben kann und hat - befreiend von den Zumutungen der Gegenwart und ihren leisen Fesseln, die sie über uns streift, bis wir denken, wir seien Katholiken und sind doch nur: Kinder des Zeitgeistes.

Liebe zur Kirche: Die will ich gar niemandem absprechen. Aber das Erstaunliche ist wie sie sich äußert. Oder würdest Du Deiner Frau sagen: "Du siehst ziemlich übel aus die Tage, nimm Dich zusammen, änder Dich, bis Du mir gefällst, ich gebe Dir ein Programm an die Hand, wo es für Dich hingeht - aber, Liebling, nein, ich liebe Dich doch. Ich weiß zwar nicht warum, ich könnte es dir nicht, würde es Dir auch nicht sagen, damit Du nicht hochmütig wirst. Aber klar: ich liebe Dich"?

Anonym hat gesagt…

Ich weiß nicht, wenn ich mir den letzten Absatz durchlese, glaube ich du wirfst das ZdK mit anderen Gruppierungen a la "Kirchen von unten", "Wir sind Kirche" usw. in einen Topf - wobei ich auch diesen den guten Willen nicht absprechen würde, mehr aber auch nicht.

Mag sein das sich das ZdK kritisch äußert, aber kann oder darf man es auf diese Kritik reduzieren. Und auch, was ist an Kritik so schlecht. Ich halte sie sogar für erforderlich, und dann muss man mit teilweise unberechtigter Kritik eben auch leben. Es ist ja nicht so, dass zu befürchten wäre die unberechtigte Kritik hätte Wirkung.

Und etwas für typisch Deutsch zu halten, ist übrigens auch typisch deutsch. Als ich vor ein paar Monaten Jean Guittons "Dialog mit Paul VI" gelesen habe, musste ich mehrmals schmunzeln, als es um die Spannungen zwischen französischen Katholiken und dem Vatikan ging. Das hat mich doch sehr an uns erinnert ...

Das ZdK mag beiweitem nicht alle deutschen Katholiken vertreten, aber es vertritt wohl durchaus die meisten. Damit überdeckt sie all die anderen Organisationen, das mag ein Problem sein. Aber es deckt doch ein breites Spektrum ab, das muss man akzeptieren können. Natürlich muss man aber auch sagen dürfen, dass das ZdK keinesfalls für einen selbst spricht.

Was mich allgemein an der Diskussion stört, und da beziehe ich mich jetzt ganz allgemein auf katholisch Blogs z.B. auch KJ's Artikel, ist eine gewisse Respektlosigkeit vor den anderen, gemischt mit einer Spur Rechthaberei es besser zu wissen.

Anonym hat gesagt…

Zitat: "Das ZdK mag beiweitem nicht alle deutschen Katholiken vertreten, aber es vertritt wohl durchaus die meisten."

Mich würde mal interessieren, wer "die meisten" sein sollen.
Die meisten, die auf dem Katholikentag waren?
Oder die meisten, die dieses Zentralkommitee nie gewählt haben?
Oder die meisten, die gerne unkatholische Positionen vertreten und sich freuen, daß im Namen des "deutschen Katholizismus" so lieblos (!) der Baum "Katholische Kirche" angepißt werden kann?

Wie kann man solch eine inakzeptable Personengruppierung tolerieren ?

"Wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt werden"

In diesem Sinne ist mein Posting zu verstehen!

Anonym hat gesagt…

danke für den link zu dem lesenswerten artikel über chinas katholiken.