31. Mai 2011

Von der schweren Überwindung des natürlichen Gefälles

"Auf Augenhöhe". Den einen Mantra und unhinterfragbarer Ausgangspunkt. Den anderen - konkret eigentlich: mir - ziemlich unbequem und ganz und gar nicht selbstverständlich. Denn, ich gebe es freimütig zu, in der Regel fühle ich mich meinen Gegenübern in den verschiedenen kirchlichen Dienstämtern und Aufgaben heillos überlegen: Keine Predigt, die ich nicht besser gehalten hätte, kein Bildungshausvortrag, den ich einfach so akzeptieren würde, kein Hirtenwort, das ich schon vorab am liebsten dem Vergessen überantwortet hätte. Bei Priestern rümpfe ich üblicherweise die Nase, bei Bischöfen höre ich erst gar nicht hin und schaffe es nicht, mehr als eine halbe Seite ihrer Verkündigung zu lesen, bei ungeweihten Seelsorgemitarbeitern schicke ich Gehör und Verstand sofort auf Wanderschaft, um nicht in Versuchung zu fallen - und prompt tappe ich genau damit in die Falle der Selbstgerechtigkeit, des Stolzes, der Überheblichkeit. Schaue von oben herab. Bin, mit einem Wort, überhaupt nicht auf Augenhöhe.

Dafür müsste ich mich bücken, so sehr, daß garantiert der Rücken weh tut. Oder gar mich knien, innerlich versteht sich, aber nicht weniger real.

Ihr versteht, daß ich deshalb meine Probleme habe mit der "Augenhöhe" und am liebsten gar nicht davon rede. Trotzdem freue ich mich natürlich, wenn es wieder irgendwo eine Theologieprofessorin oder ein katholischer Ex-Minister geschafft hat und sich auf Augenhöhe mit Unterlegenen begibt. Oder sie zu sich heraufholt oder vor sich auf ein Podest stellt. So weit wäre ich auch gerne auf meinem geistlichen Weg.

Sie Libellianer, du!

Dem Abendland sein Thomas wandert auf Chestertons Spuren und hat sich damit der in der Blogozese zunehmend Anhänger findenden Sekte der Libellianer beigesellt.

Wir müssen uns aber noch ein paar Wöchelchen gedulden, bis der Erstling erscheint: Moderne Irrtümer und ihre Herkunft.

Ehrenrettung durch antike Wurzeln

Father Z. macht auf ein Blogposting aufmerksam, das "Kumbayah", den Gassenhauer unzähliger Lagerfeuer und Jugendgottesdienste, seiner vermeintlich afroamerikanischen Herkunft beraubt und stattdessen seine Wurzeln in der griechischen Antike freilegt:

Nach einem κυμβίον, einem kleinen Becher, bzw. mehreren davon werde hier gerufen, adressiert werde der Symposiarch, der Meister des gesellig-philosophischen Beisammenseins, des guten Trunkes und reichlichen Schankes, nach Plutarch und der Wikipedia "niemals betrunken, aber keinem Schoppen abgeneigt".

Damit dürfte "Kumbayah" auch in Kreisen wieder salonfähig werden, die eher der Außerordentlichen Form des Römischen Ritus zuneigen. Freilich eher für den postliturgischen Einsatz.

30. Mai 2011

Am Main: Die älteste Kirche Frankfurts



... und noch einer aus dem bayerischen Oberland

Ich schließe mich den Willkommensgrüßen der Kollegen an und wünsche Theodor langes, offenes, gesegnetes Bloggen!

Hier geht's hin: Summa Summarum.

Ceci n'est pas un iPad



Hier zur Auflösung.

29. Mai 2011

Sonntag abend mit Musik

Was heute noch fehlt? - Klar: das Sonntagslied. Wir haben Osterzeit, da muß eine Musik her, die vor Freude nur so tropft, ohne das Leid zu vergessen, das vorerst noch das Schicksal des alten Adam bleibt.

Versuchen wir es deshalb mit Joel Savoy, Jesse Lége und dem Cajun Country Revival:



Mehr zu dieser Gruppe gibt es im Acousticana Journal und dem National Public Radio.

Enjoy!

28. Mai 2011

Der Blogger vor und nach einer schwerwiegenden Entscheidung

Was bloggt man so, wenn man zu einer Kirche gehört, die auf dem "Weg" ist "zu einer lateinische Formeln murmelnden Sekte unterwerfungssüchtiger und sexualneurotischer Sonderlinge"?

Ich könnte jetzt natürlich endlich! endlich! die Sau und mein großes Latinum rauslassen, könnte gut unterwerfungssüchtig seitenweise aus päpstlichen Enzykliken aller Jahrhunderte zitieren oder das "Enchiridion Symbolorum, Definitionum et Declarationum de Rebus Fidei et Morum" abschreiben, könnte meine Sexualneurosen ins Schaufenster hängen. Ist der Ruf erst ruiniert, bloggt sich's völlig ungeniert!

Ich könnte aber auch im gewohnten Habitus eines sich verstellenden, erzkatholischen Dunkelmannes weitermachen und so tun, als ob ich ein harmloser Sonderling sei, nicht sonderlicher, nicht normaler als der Rest der Zeitgenossen aller Façons, Religionen und Weltanschauungen. Verkrampft natürlich und hinterhältig. Ein nützlicher Idiot vatikanischer Bürokraten und jämmerlich überforderter Päpste.

Als entscheidungsschwacher und obrigkeitshöriger Sektierer überlasse ich die Entscheidung in Abwesenheit höherer Kleriker Todd Reddens Decision Making Coin (dort drüben bei random.org).

Und siehe da:



Dann also weiter wie gehabt, mit einem kleinen Sammelsurium harmloser Sonderlichkeiten. Zuerst wäre da ein bezauberndes Video:



Dann zweitens, um jetzt aber doch mal ein irgendwie mit Sex zusammenhängendes Thema zu bringen: Beschneidung. Oder besser und genauer: Vorhautneid. Über The Anchoress hatte ich meine Freude an einem Artikel von Richard Hyfler in forbes.com und einem anderen, älteren von Dave Barry im Orlando-Sentinel. Enjoy, if you like.

Zum guten Schluß verweise ich auf einen anderen Sonderling, der gar zu pöse in der Maske des Satirikers und Comedian daherkommt, klammheimlich aber den Dolch des Dogmas unterm Mantel bereit hält: Stephen Colbert. Hier gibt es ein nettes Stück über seine Art der hinterrücksen Katechese.

Take this, Kohlmaier!

Vier mehr

U. lässt mir in den Kommentaren immer wieder Hinweise auf neue Blogozesenblogs zukommen. Vier neue sind es diesmal, zum Teil sind sie von den Kollegen schon begrüßt. Ein herzliches Dankeschön an U. und ein herzliches Willkommen an:

- Zeitfragen.at , wo mit den "Augen des Turmfalken" gebloggt wird;
- IAM KATHOLISCH AND YOU?, IAM wie lateinisch iam or englisch I am?
- Exsurge Domine mit großer Entschiedenheit für die gerechte Sache;
- BXI in Deutschland im September 2011, der Blog zum großen Anlass.

27. Mai 2011

Heute ist Coming out-Tag in der Blogozese. Da will ich auch dabei sein.

Mein ganz persönliches Geständnis, und zwar als Immer-schon-konservativer Katholik und Ratzinger-Leser seit dem 15. März 1978, dem Tag, an dem ich mir am Schriftenstand einer Kirche die" Einführung in das Christentum" kaufte: An manchen Tagen geht mir das ganze Benedetto-Fanwesen ein wenig auf die Nerven, scheint mir vom Wesentlichen abzulenken, scheint mir auch das Katholischsein sehr stark, zu stark von der Person des jeweiligen Pontifex abhängig zu machen. Oder wie Hans Urs von Balthasar mehr als einmal schrieb:

"Wie kann eine 'Bewegung für Papst und Kirche' den Papst vor die Kirche stellen?"

Aber dann, aber dann kommt mir die Vorsehung in Gestalt eines dieser unsäglichen Kirchenkritiker wie dem "Volksanwalt" Herbert Kohlmaier quasi sub contrario entgegen und ich sage: Leute, Ihr mögt es machmal übertreiben vor lauter Liebe, Freude und Begeisterung, aber das ist mir 10.000mal lieber als einer dieser Hansel! Ihr habt mich! Scipio pro Ecclesia! Scipio pro Papa! Und zwar, so GOtt will: in saecula saeculorum.

24. Mai 2011

Und es gibt ihn doch:

Den "slippery slope", die schiefe Ebene, den Abhang, auf dem die Prinzipien ins Rutschen kommen, unaufhaltsam. Nachzulesen bei Stephan Sahm in der FAZ.

Mögen die PID-Befürworter noch so sehr Stein und Bein schwören: Die Amnesie wird eintreten, und dann wird es keiner gewesen sein. "Das haben wir nicht gewollt." - Klar.

Siebzig erhört

- Unmöglich zu sagen, wie es um Bob Dylan steht. Um diesen Meister der Verstellung, des Pokerface, der absichtlichen Verschleierung. Um den Komödianten und fahrenden Musikanten, der, heute hier, morgen dort, sich nicht greifen lässt.

Ob er sich dieses Spiel nicht auch deshalb leisten kann, weil es ihm geht wie vielen anderen Christen? Sie wissen nicht, wer sie sind, was sie können, wozu sie leben, sind unsicher, zweifeln an sich, bringen sich auf keinen Nenner.

Unter dem liebenden Blick Gottes aber, im Schatten des Kreuzes, miterwählt im Bund mit Israel sehen sie sich selber, halten sie es mit sich und der Welt aus, finden ihre Mitte und einen festen Grund. Freuen sich mit Augustinus über die Erhörung des Gebetes: "Ich beschwöre Dich, mein Gott, enthülle mir auch mich selbst."



"I've been saved by the blood of the Lamb."

Möge er es bleiben!

22. Mai 2011

Moderner Kirchenfürst

Einen fortschreitenden Bischof hat's im Schwabenland. Fragt sich nur: Wohin schreitet er denn?

Alexander Kissler jedenfalls meint: Weit fort von Rom geht die Reise.

»Ich wusste gar nicht, dass Goethe auch was über Teams geschrieben hat.«



Eine Lanze für lesende Manager und Mitarbeiter bricht in der ZEIT "Coach" Martin Wehrle. Und ich stimme zu, so lange jedenfalls wie klar ist: Es geht nicht um unmittelbare "Funktionalisierung", um direkte Nutzanwendung, darum, daß es "actionable" sei.

Lesen lehrt (kann lehren) sehen, fragen, verstehen, zweifeln, zögern. An sich selbst zu zweifeln. Und, nicht unwichtig heutzutage: Es verlangsamt.

Sonntagslied

Belle Starr und Jesse James, Emmylou Harris und Mark Knopfler.


21. Mai 2011

Dialoginitiative in der Mailbox

"Grüße mit Liebe, Wie bist du und wie ist Ihre Arbeit? Ich hoffe, dass alles in Ordnung ist mit dir, mein Name ist miss Blessing Ich weiß, dass Sie vielleicht überraschen, wie ich deinem Profil zu erhalten, habe ich Ihr Profil heute, wenn ich gerade suchte ehrlicher Partner, dann habe ich fühlen mit diesen wenigen Zeile you drop und ich werde wie Sie, mich durch meine E-Mail-Kontakt (blessing.godwin88@gmail.com), so dass wir einander kennen und tauschen unsere Bilder, und wir können Partner werden. Denken Sie daran, die Entfernung spielt keine Rolle, was zählt, ist die Liebe, die wir miteinander teilen. Ich warte, bald von Ihnen zu hören. Grüße Miss Blessing.

Greetings With Love, How are you and how is your work? i hope that all is well with you, My name is miss Blessing i know that you may be surprise how i get your profile, i got your profile today when i was browsing looking for honest partner,then i feel to drop this few line to you and i will like you to contact me through my email (blessing.godwin88@gmail.com) so that we can know each other and exchange our pictures, and we maybecome partners. Remember the distance does not matter what matters is the love we share with each other. i am waiting to hear from you soon. Regards Miss Blessing"


Also wenn das kein verheißungsvoller Anfang ist! Da wird der härteste Dialogverweigerer weich!

Entrückung! (Doch der Papst bleibt cool.)

Wenn ich das richtig sehe, werden Katholiken nach der Lehre des dispensationalistischen Prämillenarismus US-amerikanischer Prägung nicht mitentrückt, sondern müssen die große Trübsalszeit auf Erden durchstehen. Manche nutzen die Zeit, um mit Astronauten zu telefonieren (via Elsas Nacht(b)revier).



Watch live streaming video from eurospaceagency at livestream.com


Der 21. Mai sei gar nicht der Tag der Entrückung, sagen Sie? Alles eine Erfindung christlicher Fundamentalisten? - Aber was fangen Sie dann mit diesem Cartoon an, dem Mimi-and-Eunice-Post-Rapture-Special?



Unterdessen, in Korea ...

Während wir in Deutschland uns mit Ästhetik, Attraktivität und Selbsterfülltheit eines Dirk Tänzler als katholischer "front figure" herumschlagen, haben die Katholiken in anderen Ländern ganz andere Aushängeschilder.

Das Bild zeigt Kim Tae-hee, 31 Jahre alt, Schauspielerin und "schönste Frau Süd-Koreas". Man sieht: Es geht auch anders. Und nur westliche Überheblichkeit hält sich selber angesichts solcher Bilder für kulturell-zivilisatorisch und aufgeklärt-konzilsgeist-katholisch überlegen. (via Western Confucian; vergleiche auch das Posting "The beauties of Korean Catholicism")

20. Mai 2011

Der Stoff, aus dem die Thesen sind

Wer nicht warten mag, bis die Thesen angeschlagen sind, oder wer noch Einschlaflektüre sucht, kann sich beim BdKJ schon einmal die "Altenberger Streitschrift" (als Beschlußvorlage) reinziehen oder sich quick über das Wordle dazu eine Meinung bilden.

Ich sach ma so: Nix überraschendes. Quod erat expectandum. Auf Tänzler et al. ist eben Verlaß.


19. Mai 2011

Facial Hair rules!


Der defensor fidei des 21. Jahrhunderts trägt Bart. Eindeutig.

Den sichtbaren Beweis gibt es bei den Acts of the Apostasy.

Dankeschön, Elsa, für den Hinweis!

Der ewige Jüngling auf der Walz

Herzhaft lachen musste ich über den Reisenden in Sachen Dirk Tänzler; ich sah ihn vor mir, wie er von Diözese zu Diözese tippelt, von Kirchturm zu Kirchturm, von Pfarrheim zu Pfarrheim. Aus dem Interview, das er in eigener Sache dem Domradio gab, lässt sich mittels des Methodenmixes der Historischen Kritik ganz easy die ipsissima vox Dirk Tänzlers rekonstruieren.

Dirk: "Hallo zusammen! Ich bin der Dirk und reise durchs Land."

Jugendliche: "Ja, und? Müssen wir dich kennen?"

Dirk: "Eigentlich schon. Ich bin seit 5 Jahren der BdKJ-Vorsitzende und Mitglied im Zentralkomitee. Ich will beides bleiben. Und biete mich wieder dafür an!"

Jugendliche: "Ja, ja, schon gut, Dirk. - Du siehst aber schon ein bißchen älter aus. Wie alt bist du denn? Darfst du überhaupt noch in den Kindergottesdienst? Oder ins Jugendhaus?"

Dirk: "Ich habe Kontakt zu jungen Menschen. Ich brauche den Kontakt zu jungen Menschen und ich kann auch damit umgehen, dass man mir sagt, du bist jetzt 42 und kannst aus deinem biologischen Alter heraus nicht mehr Jugend vertreten."

Jugendliche: "Aber ein bißchen mollig bist Du schon. Sogar wenn man dich aus deinem biologischen Alter heraus betrachtet."

Dirk: "Ich fühle mich noch durchaus jünger. Ich kann jetzt nicht sagen, ob ich mich 30 oder 35 Jahre alt fühle… Aber ich bin noch agil, ich bin noch fit, ich bin noch dabei."

Jugendliche: "Ok, ok, krieg dich ein. - Aber unsere Lebenswelt, wie du wohl sagen würdest - die kennst du doch überhaupt nicht?"

Dirk: "Katholische Jugendverbandsarbeit hat mich geprägt in meinen Jahren, ein gut Stück, und da weiß ich, wie ihr lebt und wie ihr tickt."

Jugendliche, endgültig die Augen verdrehend und zu Tode gelangweilt: "Wie wir ticken, das weißt du? - Wenn du das wüsstest, hättest du schon längst Leine gezogen, die Fliege gemacht, die Platte geputzt, oder wie damals sagte, als du noch so alt warst, wie du dich fühltest und auch noch so aussahst."

Dirk: Kein Ton mehr. Nix, nada, null. Blackout, schneeweiß bis zum hohen Haaransatz. Schnelle, oberflächliche Atmung. Kurz vor der Ohnmacht, wie es scheint.

Jugendliche: "Na gut, Alter, bevor du uns hier noch umfällst. Wir melden dir's mal anders zurück, ein bißchen höflicher: Ja, wir wollen das mit Dir weiter überlegen. Und so darfst du das auch gerne dem Domradio sagen!"

Bilder aus der alten und der neuen Welt

Kürzlich machte mich ein Freund auf das Fotoarchiv von Life aufmerksam, das spannende Schätze birgt, so zum Beispiel die Bilderserie:



Nicht aus Life, sondern von der Library of Congress stammt eine Bilderserie aus den frühen 40er Jahren, die das Amerika der Nach-Depressionsjahre und ersten Kriegsjahre zeigt:

In the Bleak Light of Depression (Daily Mail Online)

17. Mai 2011

Schleifung der Bastionen


"Schleifung der Bastionen" ist einer jener Slogans, die gerne zur Hand gehen, wenn es heißt Ordnung zu schaffen im Gewirre des innerkirchlichen Meinungsstreits. Zuletzt zum Beispiel der Frau Professorin Johanna Rahner in ihrem Beitrag über das "entscheidend Katholische" in den "Salzkörnern" des "Zentralkomitees der deutschen Katholiken".

"Schleifung der Bastionen" ist eine Schwester des "Geistes des Konzils", obwohl sie denselben Vater hat wie der "Antirömische Affekt", nämlich Hans Urs von Balthasar.

"Schleifung der Bastionen" ist eine kleine Schrift von 82 Seiten, die zuerst 1952 erschien, also 10 Jahre vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In einer Blütezeit der Katholischen Kirche, wie es manchen Nachgeborenen gelegentlich scheint.

"Schleifung der Bastionen" - Hans Urs von Balthasar wollte nicht die Kirche der Welt angleichen. Es ging ihm darum, daß die Kirche erkennt: Sie ist längst schon vor und in der Welt "exponiert", ihr ausgeliefert (wie ihr Herr übrigens). Sie ist zur Welt gesandt, um Zeugnis zu geben von der Liebe ihres HErrn. Selbstgenügsamkeit und Selbstbeweihräucherung sind Versuchungen und keine Spitzenleistungen des Christen. Wer an den GOtt glaubt, der das Heil aller will und dessen SOhn für das Heil aller am Kreuz starb, der kann "nur mit allen Brüdern und Geschöpfen zusammen vor den einen Gott, Vater, Sohn und Geist treten" wollen.

Das sind die Bastionen, die es zu schleifen gilt: Nicht die der größeren Liebe, nicht die des Unverstandenseins, nicht die des Gehorsams vor dem Wort GOttes. Sondern die, die uns genügsam werden lassen und selbstzufrieden, die uns in eine "splendid isolation" führen. Und sei es auch eine "splendid isolation" der vermeintlichen Offenheit und Liberalität, die im liberalen Innenraum bleibt, statt mit Sack und Pack unter die Heiden zu gehen. An der kath.-theologischen Fakultät und im Kirchendienst ist gut liberal sein, immer noch lebt und atmet man unter seinesgleichen, und ein paar Mal im Jahr geht es zum ZdK und ein paar Tagen der Selbstvergewisserung. Wer zusammen klagt (und sei es über den Papst), der ist immer noch innerhalb der Bastion.

Mich Petitionschristen freuen solche Nischen zwar, aber sie sind mir fremd: Ich lebe und arbeite 24/7 außerhalb der Bastionen und bin froh, ab und an ein paar Atemzüge gnaden- und weihrauchvoller Luft zu nehmen. Wo ich bin, stelle ich Kirche dar für viele um mich: als Underperformer oft genug, wenig glaubhaft. Aber es wollen ja auch nur wenige wissen, woraus ich lebe und Kraft und Freude schöpfe. Mein Gebet für sie mag genügen und ersetzen, was an meinem offenen Zeugnis mangelt.

Meine Exposition zur Welt: Ich bin froh um das Stück Brot, randvoll mit dem präsenten Jesus Christus, das ich am Sonntag empfangen darf. Ich bin froh um die Perlen des Rosenkranzes, die mir die Bitten um vermehrten Glauben, stärkere Hoffnung, glühende Liebe auf die Lippen treiben. Ich bin froh um das Glaubensbekenntnis, die Bibel, die Worte des Papstes - um all das, was mich kräftigt und hält. Ich habe keine Lust, mich permanent zu befragen, ob mir denn "die" Theologie noch zu glauben erlaubt, was ich im Elternhaus, in Kindergarten, im Kommunionunterricht oder in der Schönstattgruppe gelernt habe, gelernt mit Kopf und Herz. Vor allem nicht, wenn ich erlebe und erfahre: All das erlaubt mir den Blick auf den Glutkern, eröffnet mir den kurzen, direkten Weg ins Zentrum: dorthin, wo das durchbohrte Herz der Welt schlägt.

Wir stehen nicht nackt und als die "Loser" des 20. Jahrhunderts zwischen eingerissenen Mauern und geschleiften Befestigungen, sondern stehen Haut an Haut, Herzschlag an Herzschlag inmitten unserer Schwestern und Brüder, die nie glauben konnten, die ihren Kinderglauben ablegten wie ein klein gewordenes Kleidungsstück, die mit Sehnsucht Orientierung suchen, den Orient, den "Wahren Morgenstern".

Ein Traum geht in Erfüllung: Wir wachen auf und das geträumte Abenteuer ist wahr. Es findet statt. Hier und jetzt. Und wir sind nicht allein, sondern bestehen es, erleben es mit den großen Abenteurern der Kirchengeschichte (von denen es einige gab, auch unter denen, die scheinbar "hinter den Bastionen" in Sicherheit schienen. Siehe Therese von Lisieux!). Erleben es in Gemeinschaft mit dem SOhn GOttes, der in uns, SEiner Kirche, durch die Zeit geht, allen nahe, die ihn suchen, vor allem aber denen, die nach IHm rufen, und denen, die arm sind. Die nichts mehr erwarten und die alles erwarten: von IHm.

Bitte

"Gewähre uns die heilige Leidenschaft,
Die Zeit zu deuten und zu Dir sie heim zu führen!"


(Reinhold Schneider: Prolog)

16. Mai 2011

Mr. Johnsons Lieder

Robert Johnsons 100. Geburtstag am 8. Mai ging spurlos an diesem Blog vorüber. Bisher.

Ein würdiges, wenn auch leicht verspätetes Gedenken, und zwar ganz im Sinn des großen Bluessängers und -spielers, ist die Liste der Zehn Besten Robert Johnson-Cover auf der Website von Paste.

Mein Favorit ist Howlin' Wolfs Version von "Dust My Broom":

15. Mai 2011

Zur Lage

Vier der "Glaubensparadoxe" von Henri de Lubac (Einsiedeln: Johannes, 1972):

"Alle Formeln, alle Vorsichtsmaßnahmen der Orthodoxie, alle Skrupel, buchstäblich konform zu sein, kurz alle Schranken sind machtlos, die Reinheit des Glaubens zu bewahren. Fehlt der Geist, ist das Dogma nur noch ein Mythos und die Kirche nur noch eine Partei." (S. 12)

"Früher wollte man das Christentum 'verteidigen'. Heute will man es 'anpassen'. Zwei vorzügliche Absichten! Nur vergaß man damals vor lauter Sorge, es zu verteidigen, zuweilen zu fragen, was denn das Christentum sei. Die gleiche Gefahr droht heute einer allzuweit getriebenen Anpassung."
(S. 23)

"Wenn ich diese oder jene Institution, dieses oder jenes Symbol nicht mehr verstehe, kommt das vielleicht daher, daß die Institution, das Symbol überaltert sind. Vielleicht aber bin ich selber zu sehr Barbar und Neuling geworden.

Dann sind zwei konvergierende Anstrengungen notwendig, die einander begegnen müssen.
" (S. 26)

"Die Leidenschaft, alles in der Kirche reformieren zu wollen, ist zumeist umgekehrt proportional zum übernatürlichen Leben; das ist der Grund, weshalb die echten und wohltätigen Reformen fast nie davon ausgehen." (S. 106)

Seliger Georg

"Indem Wir den Wunsch Unseres Bruders
Friedhelm Hofmann,
Bischof von Würzburg,
vieler anderer Brüder im Episkopat
und vieler Gläubiger erhören
und nachdem Wir auch die Meinung
der Kongregation für die Heiligsprechung gehört haben,
gewähren Wir aufgrund unserer Apostolischen Autorität,
dass der Diener Gottes
Georg Häfner,
Priester und Märtyrer,
der mit Eifer und Klugheit das Evangelium bezeugte,
dessen Wahrheit er ohne Zweifel denen verkündete,
die seiner pastoralen Sorge anvertraut waren,
von nun an Seliger genannt werde,
und dass sein Fest gefeiert werden kann
an den Orten und nach den vom Recht festgesetzten Regeln
jedes Jahr am 20. August,
dem Tag seiner Geburt zum Himmel.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Gegeben zu Rom,
im Jahr des Herrn 2011
im siebten Jahr unseres Pontifikats.

Papst
Benedikt XVI." (Quelle)

Einen Außenblick auf unseren neuen fränkischen Seligen, den Märtyrerpriester Georg Häfner, wirft die FAZ - und sieht das Wesentliche.

Mehr natürlich auf Georg-Haefner.de.

Ich sehe was, was Du nicht siehst, die Farbe ist egal!

"Eucharistische Gastfreundschaft gewähren" - das hört sich aus dem Mund einladender Amtsträger/innen anderer Konfessionen immer so gut an, das klingt so sehr nach dem inklusiven Ansatz Jesu Christi, der dem Vernehmen nach, und sofern wir für dieses Mal den vier Evangelien tatsächlich glauben dürfen, niemanden von seinen Speisungen und Banketten ausschloß.

Wer, der so jesuanisch eingeladen wird, mag da noch mit mittelalterlichen Sakramentstheologien antworten und sich um verwandelte aristotelische Substanzen streiten?

Als bei der näheren Erläuterung der Einladung die Priesterin dann aber ausführte, daß sich alle angesprochen fühlen sollten, die glauben, daß "dieses Brot und dieser Wein mehr sind, als was wir mit den Augen sehen", war die - zugegebermaßen eher kleine - Versuchung schon überwunden. Eine so reduzierte und verdünnte Theologie und Spiritualität der Eucharistie empfinde ich als Beleidigung meiner Vernunft. Und so katholisch ich auch bin: Meine kritische Vernunft springt bei Erreichen einer gewissen Schwelle immer noch an.

Lena and the Pious Brothers

Per Google-Ad haben sie sich reingeschmuggelt, die Pius-Brüder. Da müsste jetzt doch ein gepfefferter kreuz.net-Artikel kommen: "Dekadenz, Homoekel, Unzucht - wo die Piusbrüder werben".

14. Mai 2011

Für Alipius ...

... am Abend seines Weihetages und für uns alle, die wir uns in der Einladung des Paulus an Timotheus mitgemeint sehen, das Sonntagslied der Blind Boys of Alabama (und nicht vom Video schrecken lassen!):

11. Mai 2011

Zwei mehr

Daß Guido Horst das Bloggen beginnt, war überfällig. Möge ihm aus seiner "Römischen Warte" der exakte Blick ins nahe und weitere Umland lange gelingen. (Und wenn die RSS-Feeds, wie Alipius richtig bemerkte, eines Tages auch noch zur Verfügung stehen, sind alle alle glücklich.)

Und dann war da noch "Lass Liebe auf uns regnen", ein ruhiger Blog von mphc mit geistlichen Fundstücken aus dem Alltag, wie GOtt ihn so schenkt. Danke schön und weiter so!

Geistliche Regel

"Asceticism is utterly useless if it turns us into freaks."

Sagt Thomas Merton in "No Man Is An Island".

Das steht genau deshalb so apodiktisch da, damit wir uns nicht im Handumdrehen und aus Eigennutz zur Ausnahme erklären, die GOtt erschuf, um die Regel zu bestätigen.

10. Mai 2011

Die bessere Boygroup

Katholisches Unterholz

Ich würde mich gerne lauthals mit meinen Bloggerkollegen über Matusseks "Katholisches Abenteuer" freuen.

Leider bekomme ich momentan ein bißchen zu viel von den Gefahren des katholischen Unterholzes mit. Jenes Unterholz, das in den Abenteuererzählungen kaum auftaucht - vielleicht weil die üblichen Schemata dort nicht passen: hier der böse Rätekatholizismus mit seinen glaubensschwachen Meckerchristen, liberalen Gemeindereferenten und postkonziliaren Krawattenpriestern, auf der anderen Seite das tapfere Häuflein aufrecht Gläubiger, in Glauben und Sitten fest, dem Papst von Herzen verbunden und seinen großen Anliegen verpflichtet.

Es gibt nämlich noch die dritte Art Katholiken, die "Normalos", jene gutwilligen Immer-schon-und-nicht-anders-als-Katholiken, die glauben, so gut sie können, die zur Kirche stehen, wenn drauflos geschimpft wird, die mithelfen und mitanpacken, ohne auf Lob und Anerkennung zu schielen. Sie leben ihr katholisches Abenteuer im Alltag, in ihrer Familie und ihrem Beruf. Unauffällig und demütig (auch wenn sie das Wort nie auf sich anwenden würden). Sie haben vielleicht ihre Schwierigkeiten, den Zölibat zu akzeptieren oder die Verweigerung des Kommunionempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Aber sie tragen ihre Zweifel und Bedenken nicht vor sich her, unterschreiben keine Petitionen. Solschenizyn würde sie vielleicht wie seine Matrjona zu "jene(n) Gerechte(n)" zählen, "ohne die, wie das Sprichwort sagt, kein Dorf bestehen kann. Und keine Stadt. Und nicht unser ganzes Land."

Tja, und dann sehe ich, wie dort der glimmende Docht, die kleine Flamme, die durchgehaltene Liebe gelöscht wird: Kleine Lügen, große Schummeleien, Verweigerung eines Gesprächs, freches Pochen aufs Amt. Natürlich sagt der an den Heiligen geschulte Blick: Habt Ihr anderes erwartet? Die Kirche kennt Licht und Schatten. Nehmt es als Schule der Heiligkeit, als Aufforderung, die Kirche und ihre Sünder auf allen Ebenen noch tiefer zu lieben.

Dieses Ärgernis, das die Menschen in der Kirche, nicht zuletzt auch Priester aller Facon und Kragenweite, geben, ja das auch ich gebe - das gehört leider für viele Katholiken zum "Katholischen Abenteuer" dazu. Und es sieht nicht so aus, als ob die Geduld GOttes es jemals enden lasse. Nicht diesseits des Jüngsten Tags.

The Show is over, as the FAZ enters

Definitiv der FAZ-Zeitrechnung (Beitrag 1, Beitrag 2) voraus war der Blogger von Credo ut Intelligam nicht nur bei Alison Krauss, sondern genauso sehr bei Bob Dylans legendärer Internet-Radioshow "Theme Time Radio Hour".

Hierzulande habe man in den drei Jahren, als die Show lief, kaum etwas davon mitbekommen, schreibt Jan Wiele. Ich dachte immer, es sei eine der Aufgaben unserer unersetzlichen Qualitätszeitungen, die Leser zum Wahren-Guten-Schönen zu führen.

Besser spät als überhaupt nicht.

Blogger vorm Screen und anderswo

Blogger brauchen keinen Pater Lombardi, der ihnen ihr u. U. aufgeblasenes Ego vorhält. Das machen sie schon selbst. Sehr deutlich z. B. The Crescat:

"Admittedly I was drained of the topic after 2 days. Bloggers are the heroes of the Church and defenders of Truth. We do such an amazing good. I wanted to ask if this good ever extended outside the computer monitor or in humbling acts of obedience. There is only so much of myself I can talk about.

I guess I have the luxury of honesty because my goal at blogging is not cross over journalism and for pay writing. Does that make me an honest whore?"

8. Mai 2011

Muttertagslied

"If I could hear my mother pray again" - ein Lied, das in der weißen wie in der schwarzen Gospeltradition gesungen wird.

Hier sind es die Zion Travelers, eine Gruppe aus Baton Rouge, LA, die in wechselnder Besetzung über vierzig Jahre die Gute Nachricht unter die Leute brachte.

Blogger-Ich und Blogger-Ego

Als ich den schönen Text von Elisabeth Scalia las, den sie beim 1. Vatikanischen Blognick am vergangenen Montag vorgetragen hat, konnte ich doch den Gedanken nicht unterdrücken: Über nichts sprechen Blogger so gerne wie über das Bloggen, über ihre Erfolge und MIßerfolge, über Chancen und Risiken.

Ob auch das schon überzogener Egozentrismus ist? Oder nur ein Überwältigtsein vom Charme einer sehr einfachen und sehr effektiven Publikationstechnik des "many to many", die so flexibel ist wie sonst wenige? Ob das nicht auch aus der Tatsache herrührt, daß es tausenderlei Gründe und Arten des Bloggens gibt, von denen keine die einzig-wahre oder ideale ist? Der Sportjournalist weiß, was er tut, der Kirchenredakteur desgleichen. Der Blogger befragt sich und vergewissert sich über sich selbst und sein Tun: Mein Blog ist, was ich will, was es sei. Und manchmal wird es mir unter der Hand zu etwas anderem, als ich will. Wenn mir dann mein Blog gelingt: Die Blogger neben mir führen das ihre ganz anders, mit anderen Intentionen, mit einer anderen Mixtur.

Daß sich Blogger nicht an die Kandare nehmen lassen, liegt nicht nur an einem starken Ego, an übertrieben non-konformistischem Individualismus, sondern an der Vielfalt des Bloggens und der Blogs, seiner Offenheit für verschiedenste Inhalte, Formen und Formate.

So wie die Dichter ein Ich sprechen lassen können, das nicht das ihre ist, sondern ein imaginiertes, wie die Komödianten ihre Meinung nicht unverblümt, sondern im "Schalksernst" vortragen, wie die großen Erzähler durch ihre Romane sprechen und nicht mit der Stimme einer einzigen Figur - so auch die katholischen Blogger:

Die einen schreiben offen und ungezwungen als sie selbst in aller Gebrochenheit und Unfertigkeit, die anderen gleichen sich in Tonfall und Inhalt dem Lehramt an, dritte sehen sich als Nachrichten- und Meinungslieferanten, alternativ zu und überlegen denen der traditionellen Massenmedien, die nächsten sind plakativ kirchenkämpferisch, papsttreu oder gänsweinverliebt. Die einen schreiben sich die Gefühle von der Seele, authentisch und unvermittelt oder in absichtlicher oder unbewusster Selbststilisierung. Andere halten Persönliches außen vor und treten objektiv, neutral, der Wahrheit und nichts als der Wahrheit verpflichtet auf.

Es gibt nicht DEN katholischen Blogger, genauso wenig wie es DAS katholische Blog gibt.

Wenn wir dann schon von "Egozentrismus" reden wollen, dann machen wir uns aber bitte auch klar, daß diese Versuchung oder dieses Laster sehr verschiedene Gesichter annimmt bei einem jeden von uns.

Dem Pressesprecher des Vatikan mögen die Sätze:

"Sagen wir es klar, ich bin ein totaler Feind des Ego und ich halte mich für einen Diener - jederzeit und ohne Vorbehalte. Das heißt: Ich glaube, dass in Sachen Kommunikation die Dimension des Dienstes an demjenigen, der mein Gesprächspartner ist, äußerst essentiell ist, an demjenigen, dem ich versuche, eine Botschaft zu vermitteln, die ihm nützlich sein kann, mit ihm etwas zu teilen, was von äußerster Wichtigkeit ist, und so also ein Diener am fruchtbaren Gedeihen einer menschlichen Gemeinschaft zu sein, gemäß der Demokratie, dem gegenseitigen Respekt und dem Dialog." (zitiert nach Elsa)

ein klares und zentrales Ideal vorgeben. Aber stimmen sie auch für mich, für meine Art zu schreiben, für meinen Dialog mit den Lesern, die sehr Unterschiedliches erwarten? Für meinen Dialog mit mir? Habe ich eine klare, feststehende Botschaft, die ich unidirektional vom Sender an den Empfänger geben will oder soll?

Ich muß gestehen: Ich mache mir selten Gedanken über meine Leserschaft und das, was sie von mir erwartet (abgesehen von regelmäßigen neuen Postings). Auch ist das wenigste, das ich zu teilen habe, von "äußerster Wichtigkeit", denn weder bin ich der einzige, der es sagt noch einer derer, die es am besten sagen. - und auch dieses Wenigste kommt oft genug noch "sub contrario" daher: als Zitat, ironisch, im Nebensatz, lateinisch, kondensiert.

Wie jeder Christ sollte der katholische Blogger seinem Ego grundsätzlich mißtrauen, denn es ist ja ach! so! leicht!, sich selbst zu betrügen. Aber sein Ich, seine ihm von GOtt geschenkte Berufung und Stimme, wie sie ihm am Schnittpunkt von "Sein, Zeit und Seele" (P. Joseph Kentenich) begegnet, aufzugeben - so weit darf ihn das Mißtrauen nicht führen.

6. Mai 2011

4. Mai 2011

Sonntag ...

... ist Muttertag. Wer nicht schon wieder was Süßes schenken will, wo doch das Osternest noch nicht leer ist, findet auf Mashable ein paar YouTube-unterstützte Bastelvorschläge.

Bluegrass für Dummies

Lesetipp: Die Entwicklung des Bluegrass von Grandpa Bill bis zu den Urenkeln wie der Yonder Mountain String Band, den Infamous Stringdusters und Railroad Earth.

Ohne honorary mention unser aller Alison Krauss geht es auch hier nicht.

MdB, röm.-kath.

Es gibt sie noch, die katholischen Politiker, die mit klarer Meinung und Rückgrat. Nicht sehr viele, aber manche eben doch sehr sichtbar und über die Jahre hinweg unverbogen, ohne die Angst, als klerikal und ultramontan abgestempelt zu werden.

Solche wie Norbert Geis eben. "Cicero" hat ihn jetzt porträtiert und nicht schlecht getroffen. Lücken gibt es in so einem kurzen Portrait immer. Hier kommt zum Beispiel der "fromme", gläubige Norbert Geis zu kurz, genau wie der MdB als Freund.

Ob Norbert Geis seinen Spagat wirklich zwischen Bibel und dem Autoren des "Kleinen Prinzen" und des "Nachtflug" vollzieht, halte ich persönlich für fraglich. Ich würde eher an den Saint-Exupery der "Stadt in der Wüste" denken...

2. Mai 2011

Hey Hey!



Anderthalb Minuten Big Bill Broonzy. Nichts Überflüssiges, keine Schnörksel, bloß noch Swing in blau.

Coole Blogger beim Gegengipfel?

Ich mag die Liste der 150 Blogger, die heute im Vatikan waren, nicht noch mal durchgehen, aber irgendwie hatte ich nicht das Gefühl, daß es das Problem tatsächlich gab, das der "Focus" sieht:

"Vertreter konservativer und traditionalistischer Blogs fühlten sich jedoch systematisch ausgeschlossen und riefen für (den morgigen) Dienstag zu einem Gegengipfel auf. In einem Lokal in Rom gebe es Pizza und Bier und 'alle coolen Leute werden da sein', hieß es in der Einladung."

Irgendwelche K___z.net-Blog-alikes gibt's immer, lieber Focus. Auch bei "Pizza und Bier" kann man Unsinn verzapfen und ich kenne viele coole Leute, die heute da waren und morgen gewiss nicht da sein werden.

1. Mai 2011

"Ein Coenaculum in unserer Mitte"

Gerne weise ich auf die Initiative der deutschen Schönstattbewegung hin, die eine Pfingstnovene anregt.

Infos und Material hier.


Ein Edelblogger in eigener Sache

"Der professionelle Journalist ist ... eine Art Edelblogger." Dixit Prof. Dr.jur. Heribert Prantl, die Chef-Edelfeder der Süddeutschen Zeitung, "wenn man bei diesem Sprachgebrauch bleiben will" (Prantl).

Widerspruch.

Nicht jeder Journalist gehört zu den Edelfedern. Die meisten professionellen Journalisten sind einfach Standardfedern und manche sind Stinkefedern. Was macht Journalisten edel, nur weil sie (mehr oder weniger viel) Geld für ihre Text bekommen? Weil sie (vielleicht oder auch nicht) professionelle Maßstäbe erfüllen?

Den Bloggerbegriff so auszuweiten, daß er für alle gilt, die öffentlich schreiben, und dann ruckzuckhastdunichtgesehn die Journalisten zur Crème de la Crème des Bloggertums zu erheben, ist billig. Die verborgene Agenda? Wie können es Vulgärfedern nur wagen, dem Bloggeradel ans gutrasierte Bein zu pinkeln! Igitt.

Vorfreude auf die Abendmesse

Weißer Sonntag.
Sonntag der GÖttlichen Barmherzigkeit.
Maibeginn ("May is Mary's month and I muse at that and wonder why" (GMHopkins)).
Dank für den neuen Seligen.

Und das alles im Schatten des Kreuzes. Und im Licht der Auferstehung.

Gerard Manley Hopkins: Rosa Mystica


(Hybrid-Teerose "Papst Johannes Paul II" - via Jackson & Perkins)

The Rose is a mystery' - where is it found?
Is it anything true? Does it grow on the ground?
It was made of the earth's mould, but it went from men's eyes,
And its place is a secret, and shut in the skies.
In the Gardens of God, in the daylight divine
Find me a place by thee, Mother of mine.
But where was it formerly? Which is the spot
That was blest in it once, though now it is not?
It is Galilee's growth; it grew at God's will
and broke into bloom upon Nazareth Hill.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall look on thy loveliness, Mother of mine.
What was its season, then? How long ago?
When was the summer that saw the Bud blow?
Two thousands of years are near upon past
Since its birth, and its bloom, and its breathing its last.
I shall keep time with thee, Mother of mine.
Tell me the name now, tell me its name:
The heart guesses easily, is it the same?
Mary, the Virgin, well the heart knows,
She is the Mystery, she is that Rose.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall come home to thee, Mother of mine.
Is Mary that Rose then? Mary, the tree?
But the Blossom, the Blossom there, who can it be?
Who can her Rose be? It could be but One:
Christ Jesus, our Lord - her God and her Son.
In the Gardens of God, in the daylight divine
Shew me thy son, Mother, Mother of mine.
What was the color of that Blossom bright?
White to begin with, immaculate white.
But what a wild flush on the flakes of it stood,
When the Rose ran in crimsoning down the Cross wood.
In the Gardens of God, in the daylight divine
I shall worship the Wounds with thee, Mother of mine.
How many leaves had it? Five they were then,
Five like the senses, and members of men;
Five is the number by nature, but now
They multiply, multiply, who can tell how.
In the Gardens of god, in the daylight divine
Make me a leaf in thee, Mother of mine.
Does it smell sweet, too, in that holy place?
Sweet unto God, and the sweetness is grace;
The breath of it bathes the great heaven above,
In grace that is charity, grace that is love.
To thy breast, to thy rest, to thy glory divine
Draw me by charity, Mother of mine.

Orientierung auf die Zukunft

Benedikt XVI. heute vomittag, in seiner Predigt anläßlich der Seligsprechung des Dieners Gottes, Johannes Paul II.:

Seine Botschaft war diese: Der Mensch ist der Weg der Kirche, und Christus ist der Weg des Menschen. Mit dieser Botschaft, die die große Hinterlassenschaft des Zweiten Vatikanischen Konzils und seines „Steuermanns“, des Dieners Gottes Papst Paul VI. ist, hat Johannes Paul II. das Volk Gottes geleitet. So hat es die Schwelle des Dritten Jahrtausends überschritten, die er gerade mit Blick auf Christus die „Schwelle der Hoffnung“ genannt hat. Ja, mittels des langen Wegs der Vorbereitung auf das Große Jubiläum hat er den Christen eine neue Orientierung auf die Zukunft hin gegeben, auf eine Zukunft mit Gott, welcher die Geschichte übersteigt, doch ebenso auf die Geschichte einwirkt. Diesen Dienst der Hoffnung, der in gewisser Weise dem Marxismus und der Fortschrittsideologie überlassen worden war, hat er zu Recht wieder für das Christentum beansprucht, indem er ihm das authentische Aussehen der Hoffnung wieder gab, in der Geschichte in einem Geist der „Erwartung“ zu leben, in einer persönlichen wie gemeinschaftlichen Existenz zu leben, die sich an Christus orientiert, der die Fülle des Menschen und die Vollendung seiner Suche nach Gerechtigkeit und Frieden ist.